Indiana Tribüne, Volume 24, Number 19, Indianapolis, Marion County, 7 October 1900 — Page 3

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Sifinllnf aoppesjanoers. Äano rcicingsLchr.und??an. derzeit diesseits im5 jenseits des (Secano. Roman von Karl (Jundlach. Copyright! iSS. Rachdrillk ttibotcit. (3. Fortsetzung.) Ja, überlebn Sie sich's Herr Stuiiosus!" vflicktete der Mann in der Sofaecke bei. Ueberlegen Sie sich'Z Tciriia), und der Herr möge Sie erleuchten. Der Sausvater der aroken Missionsanstalt in Basel ist ' mein es-.. V. rvr? jf o. c ' UtcuHw, ciu fcconiicgcr tfreuno mei uz Person. An ihn werde ich Ihnen inen Empfehlungsbrief schreiben, und fcenn der Herr Pastor die Güte haben wollen, Ihnen ein Leumundszeugniß auszufertigen und mit der Würde seineZ amtlichen Siegels zu versehen, so zweifle ich keinen Augenblick, daß sich Ihnen die Thore der frommen Anstalt offnen werden. Und nach kurzer Prü- ' funzs- und Lehrzeit Sie haben ja Kenntnisse und Wissenschaften, die weit über die Erfordernisse dieses Standes hinausgehen , nach kurzer Zeit, wie gesagt, werden Sie hinausziehen in die weite Welt als ein Sendbote der Kirce, wie einst der heilige Bonifazius zum Heile unserer Altvordern." Mir war ganz wirbelig von all dem Zeug. Ich erhob mich mit dem Versprechen, zeitig am andern Morgen mich wieder einzufinden, sobald ich mit meinem Vater Rücksprache genommen. .Junge!" ermähnte mich der Pastor keim Abschiede, .nimm Deine fünf Sinne zusammen und mach' keinen übereilten Streich. Du bist jetzt schon ÜhtT tmmhjVnrrniTrr nfir nTI - ... j y v V t . Aber halt!" unterbrach er sich, .wies it oenn vaZ mit Deiner Mllltar-' Pflicht?Das hatte ich ganz vergessen. Ja, was nun? , Nach kurzer Ueberlegung schlug der Pastor vor: .Du machst am besten eine Eingabe, daß Dir die Frist zum Abdienen DeZ. nes Jahres verlängert wird, sonst stört die Miltärgeschichte Deinen etwaigen Plan. Bring' lit Eingabe auch gleich mit. ich will dann Alles für Dich besorgen. Du kannst dann äanz ruhig abreisen, vorausgesetzt natürlich, daß Du Dir die Sache nicht anders überlegst." Ich versprach zu thun, wie er gerathen, und ging. Mathilde leuchtete mir bis vor die Hausthüre. Hier reichte sie mir die Hand und sah mir voll in die Augen. .Hans," sagte sie leise, .der Mann da drinnen gefällt mir nicht, aber sein Vorschlag hat einen eigenen Reiz. Ich habe die Reisen Livingstons gelesen . .Das Land muß dort wunderbar schön sein. Ich wollte, ich könnte auch hin!" Der Mann gefällt mir nicht,' doch sein Plan hat einen eigenen Reiz," das war auch der Gedanke, der mich auf dem Heimwege umsummte. Ich ging nicht mehr zu meinem Vater. Ich wollte erst mit mir selbst im Reinen sein, deshalb begab ich mich gleich hinauf in mein Schlafzimmer, dasselbe, das ich schon als Kind inne gehabt hatte. 6. K a p i t e l. Was der Onkel sagte und wasHansFreilingthat. Als ich am andern Morgen zum Frühstück hinunter kam, war es mir doch etwas sonderbar zu Muthe und ich wußte nicht re St, wie ich meinem Vater die Geschicht mittheilen sollte. Zum Ueberflusse saß mein Onkel auch bereits am Tische, und ' nun war ich erst recht in Verlegenheit, denn vor dem hatte ich einen gewaltigen Respekt. Unter allgemeinem Schweigen ward das frühstück eingenommen, wobei ich das Gefühl hatte, daß mich mein Onkel öfters von der Seite ansah, als wenn er nichts Gutes wittere. Bedachtiz erhob er sich endlich, stopfte in größter Gemüthsruhe seine Pfeife und zündete sie mit ganz besonderer Sorgfalt an. Dann streichelte er in seiner unsanften Weise seinen Bart, kniff das linke Auge zu und blinkerte mich mit dem rechten pfiffig ironisch an. .Na!" knurrte er endlich. .Ist Dir'5 Maul zugewachsen oder ist der alte Onkel nicht mehr werth, daß man ihm sagt, ob man mit ihm gehen will oder mit Gott weiß wem? He?" Nun mußte es doch heraus. Ich nahm meine ganze Festigkeit zusammen und würgte endlich die Worte einzeln heraus: .Es thut mir leid, lieber Onkel, aber ich kann wirklich nicht Du bist zu freundlich aber ich hoffe. Du wirst einsehen, daß ich daß es für mich " . Sein Auge zwinkerte mich immer ironischer an, jetzt zog er gar den rechten Mundwinkel in die Höhe wie zum Lächeln . Ich schämte und ärgerte m:ch über mich selbst, daß ich's nicht sagen konnte, was doch einmal gesagt werden mußte. Es war ja doch auch nichts Unrechtes, was ich vorhatte, weshalb brauchte ich mich eigentlich zu bescheiden? Eine stille Wuth erfaßte mich gegen mich, gegen meinen Onkel, gegen den Mann mit den Spinnenhänden, geaen die ganze Welt. Ich sprang aus und blubberte heraus: .Ich werde Missionar." Klirr! Die Pfeife meines Onkels lag zerbrochen aus der Erde. .Da haben wir die Bescheerung!" polterte er los, und es war unklar, ob er meinen Entschluß oder seine Pfeife meinte. ' Missionar?! Heidideldum! Warum nicht lieber gleich Ballettan Itzll" und er tanzte wie besessen aus einem Beine im Zimmer herum. Darm

rrZeb er mit einem Nucke stehen und knöpfte sich den Rock zu. .Wo ist der gottverdammte Hund," brüllte er, der Dir das eingeblasen hat? Den soll doch gleich " .Gib Dir keine Mühe!" erklärte ich bestimmt, .es ist mein fester Entschluß, und mein Vater wird nicht? dagegen einzuwenden haben." .Und dann hat der grobe Onkel das Maul zu halten." Mit diesen Worten setzte sich rmin Onkel ruhig an's Fenster und sah angelegentlich in den Garten hinaus, als ginge ihn die ganze Geschichte nichts an. .Ist das Dein Ernst?" sragte mein Vater. .Wann reisest Du? .Morgen früh." .Himmelkreuzbombenschockschwerenoth und kein Ende!" donnerte jetzt mein Onkel los, indem er aufsprang und mit der Faust auf den Tisch schlug. .Ich reise heute. Werde meintwegen Schooßhund beim Kaiser von China, mir soll's recht sein. Missionar! Hahaha! Den Schwarzen in Afrika Christenthum und wollene Socken bringen . Gute Nacht!" Damit rannte er hinaus. Mein Vater sagte nichts mehr. Ich setzte mein Gesuch um Verlängerung der Gestellüngsfrist an die Militärbehörde auf und ging dann hinüber zum Psarrhause. Der würdige Waisenhaus-Collektor gab mir noch eine Menge Segenswünsche und reichte dann Allen die feuchte kalte Hand zum Abschiede, da er mit dem nächsten Zuge abreisen mußte. Wie ich seine schwärzliche Gestalt, gebeugt gleichsam unter höherem Willen, langsam entschwinden sah, war mir's, als ob ein Druck von meiner Seele genommen würde. Viel ruhiger ging ich nach Hause und packte meine Sachen. Während ich noch damit beschäftigt war, hörte ich unter mir im Zimmer meinen Onkel fluchen und wettern und seine Sachen beim Einpacken mit allen möglichen Schimpfnamen belegen Beim Mittagessen erschien er nicht. .Er wäre noch satt vom Morgen." ließ er durch das Dienstmädchen sagen. Abends ging ich hinaus zum Grabe meiner Mutter. Lange, lange stand ich dort in Sin-

nen verloren da berührte eine Hand meine Schulter. Ich wandte mich um und sah in Mathildens thränenfeuchte Augen. .Ich wollte hier von Dir Abschied nehmen," sagte sie. .Drinnen, wenn die Andern dabei sind, kann ich's nicht. Und jetzt kann ich's auch nicht. Ich wollte Dir so viel sagen und nun hab' ich Alles vergessen." Es that mir so wohl, daß Jemand Mitgefühl mit mir hatte; ich fühlte. daß ich ein Wort des Dankes zu sagen wünschte und fand es nicht. Mein Herz war so voll Trauer und Weh, daß ich nicht wußte, was ich sagen sollte. Wir standen Hand in Hand und sahen schweigend in die Nacht hinaus. Ueber uns glänzten die Sterne, und der Mond streute sein mildes Licht über die Graber. und m diesem Lichte erblich das Leid, und die Trauer ward stille, und eine milde versöhnende Ruhe zog in mein Herz. Das Grab Deiner Mutter werde ich pflegen," sagte Mathilde leise weinend. .Vergiß nicht unsere scb'öne Kinderzeit, und Glück sei auf Deinem Wege. Leb wohl auf Wiederseh'n!" Auch mir traten die Thränen in die Augen. Ob ich Sie wieder sehen würde? Ein letzter Händedruck, ein letzter Blick in die treuen dunkeln Augen und langsam ging ich heim zu meinem Vater. Es war ja auch unser letztes Beisammensein auf lange Zeit. Gesprochen ward an diesem Abende sehr wenig, schweigend nahmen wir das Nachtessen ein. Der Onkel hatte sich wieder entschuldigen lassen aus demselben Grunde wie Mittags. Das verdroß mich eigentlich und in meinem innersten Herzen regte sich ein unbestimmtes Gefühl, als ob der Alte eigentlich nicht so unrecht habe. ' Plötzlich erhob sich drüben Lärm und Gepol.ter, dröhnende Schritte näherten sich der Thüre und der Zürnende trat ein. Ich dachte schon, er würde wieder anfangen zu schimpfen, und erstaunte deshalb sehr, als ich ihn ansah. Unter dem Arme trug er eine Flasche Wein und in der Hand drei Gläser und in seinem Gesichte zuckte und Wetterleuchtete es von verhaltener Wehmuth. Ohne ein Wort zu sagen, stellte er die Gläser auf den Tisch, entkorkte die Flasche, schenkte die Gläser voll und dann polterte er los: VEs ist ja eigentlich ein höllische? Unsinn, den der verteufelte Junge da machen will, aber ich hab's ja auch nicht viel anders gemacht und meinen Dickköpf durchgesetzt. Also packt die Gläser und stoßt mit mir an auf glückliches Wiedersehn! .Auf guten Erfolg!" t ich nicht. Es ist mein verdammter Herzenswunsch, daß Dir Dein frommerHeidenbekehrungsplan ganz gründlich verwässern möge. Aber darum keine Feindschaft nicht! Je eher Du etwas Vernünftiges unternimmst, desto eher sehen wir uns ja wieder. Meine Wohnung in Hamburg kennst Du ja und weißt, daß Du mir allezeit willkommen bist. Also nochmals: Auf Wiedersehn!" Wie stießen erfreut mit an und tranken. .So, das wäre erledigt!" fuhr der Onkel fort. .Und r.un Junge, begleite mich zum Bahnhofs Meinen Koffer kannst Du ja wohl tragen. Ich Hab's nicht gern, tvnn ein Dienstmädchen oder so was fvnliches um mich herum scharwenzettkvoll Ratürli au'M war ja glücklich, daß jtT

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er wieder gut war und trug gern fernen Koffer. - Ehe er in den Zug stieg, gab er mir einen herzhaftrn Kuß und steckte mir ein in Papier gewickeltes Päckchen in die Hand, das sich ganz hart anfühlte. Ehe ich mich besinnen konnte, war er im Wagen und der Zug brauste davon. Da stand ich mit dem geheimnißvollen Päckchen in der Hand und sah dem Zuge nach. Der Bahnhof ward allmählich menschenker und ich besann mich auf mich selbst und ging. Aus meinem Zimmer öffnete ich das Päckchen und fand eine ganze Anzahl blanker Goldstücke. Auf einem Zettelchen. das dabei lag. standen die Worte: .Um flott zu bleiben für den Fall, daß das Missionsschiff scheitert." Er war doch ein herzensguter Kerl, mein Onkel.

7. Kapitel. Ein Schatten fällt auf Hans Freiling's Weg. Reisen ist schön, aber zu Fuße, den Stab in der Hand, daß man rasten kann, wo es Einem gefällt, daß man die Natur genießen kann. Aber im Eisenbahnzuge prrr! Ein solcher Zug macht auf mich immer den Eindruck eines amerikanischen business man." .Zeit ist Geld!" ist fein Motto. .Nur rasch vorwärts! Schnell! Schnell!"' Unterwegs im Lausen eine kleine Erfrischung, die selbstverständlich ihren Zweck verfehlt, und dann weiter. Geschäft ist Leben, ohne Geschäft die Welt öde und leer und interesselos. Zur geistigen Aufheiterung gibt es ja Sport genug, mit dem sich auch wieder so angenehm das Geschäft verbinden und ein Geschäft machen läßt. Ob man zu einem solchen Dasein gerade ein Mensch sein muß. oder ob es nicht vollauf genügt, eine gut geheizte Dampfmaschine zu sein, das ist die Frage oder vielmehr keine Frage. Endlich ein letzter gellender Pfiff, ein häßliches Quinschen und Greinen, ein kurzesPrusten und Stöhnen der Zug hält mitten in einem Gewirre von Lichtern. Menschen und Gepäckstücken. Erlöst! Ich fasse meinen Koffer und steige aus dem Wagen, schon von oben aus nach einem rettenden Ausgange spähend, ehe mir die Aussicht durch die Wogen d:s Menschengewühls versperrt wird. Aha! Dort ist die große D'.nchgangshalle. Ich merke mir die Richtung, und dann hat mich das Menschenmeer verschlungen. Langsam bahne ich mir den Weg. Dort ist ein Pfeiler, an ihm bricht sich die Fluth der eilig nach dem Zuge Stürmenden. Ich habe ihn erreicht und bleibe aufathmend stehen. Da! Was ist das? Stehe ich vor einem Spiegel? Ist es ein Bild meiner durch die lange Fahrt überreizten Sinne? Nichts, und doch etwas, ein Schatten.aufgetaucht undverschwunden wie ein verlorener Gedanke. Und doch steht es noch vor meiner Seele, klar und fest wie ein steinernes Bild. Mein eigenes Antlitz dicht vor mir, blaß und kalt mir in's Auge blickend und in demselben Augenblicke wieder verschwunden. verschlungen vom wogenden Menschenstrome. Ich stand betäubt und verwirrt. Da fühlte ich mich plötzlich umschlungen, suhlte ein paar weiche Lipven auf den meinen. .Gott sei Dank, daß Du da bist!" flüsterte eine Stimme dicht an meinem Gesichte, und eine weibliche Gestalt, in einen schwarzen Mantel gehüllt, schmiegte sich zärtlich an mich. .Ich hatte Dich in dem Gedränge fast verfehlt," fuhr die Unbekannte fort. Komm rasch, ehe " Ein kurzes scharfes Läuten, ein gellender Pfiff unterbrach sie. Sie stieß einen leichten Schrei aus und hing schwer in meinen Armen. Ich sah mich rathlos um. Es war inzwischen ziemlich leer um uns geworden und ich hatte keine Lust, länger so stehen zu bleiben. Ich richtete die Unbekannte, eine ziemlich üppige Dame in mittleren Jahren, sorgfältig auf und sagte bedauernd: .Wenn Sie mit dem Zuge fort wollten. der fährt eben dort ab. Ich fahre nicht mit, ich bin froh, daß ich hier bin." Mit einem Ruck fuhr sie aus meinen Armen auf, und große dunkle Augen sahen mich aus einem blassen runden Gesichte entsetzt an. .Um Gotteswillen! Was ist das? Wer sind Sie. mein Herr?" Das klang geradeso als hätte ich ihr etwas zu &ide gethan. Hatte ich es vielleicht mit einer Wahnsinnigen zu thun? Erst fällt sie mir um den Hals und küßt mich und dann fragt sie, wer ich sei? Das ist doch zum mindesten .putzig, dachte ich. Erstaunt blickte ich auf. Ein älterer Herr stand vor mir, nickte mir freundlich zu und sagte, mit dem Daumen über die Schulter nach dem abgehenden Zuge deutend: .Sie haben den Zug versäumt, mein Lieber." Ach so! dachte ich. Der meint auch, ich wolle mit dem Zuge fort. Und ebenso freundlich erwiderte ich: .Ich danke Ihnen, mein Herr, für die gütige Theilnahme, allein ich komme eben mit dem Zuge. Ich bin froh, daß ich hier bin und deirtc auch längere Zeit hier zu bleiben." .Ich denke auch." meinte er lächelnd. .Ihre Wohnung ist schon bereit." War ich denn heute unter lauter Verrückte gerathen? Der Herr lächelte so sonderbar, daß mich ein ganz eigenthümliches Gefügt beschlich. Verrückte darf man nicht reizen, fiel mir ein. und so sagte ich denn so sanst als möglich: .Ich bin Ihnen sehr verbunden, mein Herr, und stehe sofort zu Ihrer Verfügung. Gestatten Sie nur, daß ich zuvor mein Gepäck besorge." Das war freilich eineAusrede, allein ich dachte, auf diese Weise mit einem

Vabnbeamten zusammenzukommen, den ich auf den unheimlichen , Liebens würdign aufmerksam machen könnte. Das schien mir r.x beste Weg. ihn los zu werden. Verbindlich 'grüßend ivandt: ich mich seitwärts, um den Ponier zu suchen. Aber kaum hatte iÄ eine?'. Schritt gethan, so fühlte ich die Hand des Fremden auf meiner Schulter und vernahm die scharfe Drohunz: .Nicht von der Stelle! Sie folgen mir gutwillig, Herr Pfarrer, oder " ' Jetzt war's mit meiner Geduld zu Ende, das Blut schoß mir zu Kopfe; wild drehte ich mich um und trat kampfbereit ganz dicht vor den jetzt gar nicht mehr freundlich lächelnden Herrn hin. ..Herr!" brach ich los. .Sehen Sie sich Ihre Leute an, daß Sie nicht an den Unrechten , kommen! Lassen Sie mich ungeschoren, sonst sollen Sie mich kennen lernen." .O, ich kenne Sie sehr genau!" entgegnet er höhnisch und winkte einigen Herren, die imHintergrunde im Schatten standen und die ich jetzt erst bemerkte. Die Geschichte ward doch ernsthaft. Entweder lag ein Mißversiändniß vor oder man wollte mich berauben. Zum Glücke kamen jetzt mehrere vorübergehend? Reisende, denen die Sache auffiel, näher, und auch .der durch den entstandenen Lärm aufmerksam gewordene Portier erschien auf der Bildfläche. Ich rief ihn an und bat ihn. mich vor dem Zudringlichen zu schützen.

v .Wenn Sie daS Aufsehen haben sollen, ist es Ihre Sache," flüsterte mir mein Gegner zu. .Ich wollte Sie schonen. Jetzt haben Sie sich die Folgen selbst zuzuschreiben. Herr Pfarrers .Das nun gerade nicht!" sprach eine tiefe klangvolle Stimme, und ein großer kräftiger Mann, dzssen AeußereS den höheren katholischen Geistlichen verrieth, trat in den Kreis. .Ah Hochwürden! sagte mein Gegner sehr freundlich. .Gut, daß Sie kommen." .Allerdings!" entgegnete .Hochwllrden." .Ich komme gerade recht. Sie vor einer Uebereilung zu bewahren." .Wieso?" fragte mein Gegner gedehnt. .Sie haben den Unrechten erwischt, Herr Commissär." Der Herr Commissär machte ein Schafsgesicht. Mit verbindlicher Freundlichkeit wandte sich der Geistliche an mich: .Sie entschuldigen, mein Herr, allein eine auf den ersten Blick allerdings täuschende Aehnlichkeit hat diesen Herrn veranlaßt, Sie zu belästigen." .Aber täuschen Sie nicht nicht?" fragte der Commissär. .Ich Pflege mich nie zu täuschen," lautete die bestimmte Antwort. Stimme. Auge, das ganze Auftreten dieses Herrn ist von dem seinen so verschieden. daß die auffallende Aehnlichkeit der Gesichtszllge belanglos wird." .Verdammt!" murmelte der Com missär. .Dann ist der Vogel uns entwischt." .Das fürchte i$ auch." bemerkte Hochwürden sarkastisch. .Nun trösten Sie sich; er ist für uns todt und wird sich sein Schicksal selbst schaffen. Aber kommen Sie jetzt. Sie wissen, daß wir alles Aufsehen vermeiden wollen." Dann wandte er sich an mich, entschuldigte den Vorfall nochmals und ging. Der Commissär bat ebenfalls um Entschuldigung, wobei er mich jedoch sehr mißtrauisch ansah, und folgte ihm mit seinen Leuten. .Das ist ja ein recht netter Empfang!" dachte ich. Aber was hat das zu bedeuten? Vielleicht wußte der Portier etwas. Ich wandte mich an ihn mit der Frage: .Wissen Sie vielleicht, was das zu bedeuten hatte?" Er zuckte die Achseln und meinte: .Sie sehen auf den ersten Blick einem hiesigen katholischen Priester ähnlich. Der Herr soll in Bezug auf die Weiber nicht recht sauber und auch sonst ein ziemlicher Luftikus sein. Vielleicht hat er etwas ausgesressen." .Ach so!" dachte ich. .Deshalb auch " und sah mich nach meiner Unbekannten um. Sie war verschwunden. Das war doch auffällig und ich fragte, ob man nichts Genaueres wisse. .Es sollen da so kleine Scherze vorgefallen sein mit Theaterdamen, lautete die Antwort. Ob er vielleicht mit einem kirren Täubchen hat auskneifcn wollen, oder so was " Er brach ab und grinste cynisch. Ich merkte, er wußte mehr, als er sagen wollte, aber was ging mich schließlich di: ganze Geschichte an? Ich bat ihn. mir ein billiges gutes Gasthaus nachzuweisen. Er meinte: .Das .Weiße Kreuz" führt einen guten Rothen, und das Essen ist gut und nicht zu wenig; das wäre was für Sie. Es ist auch nicht zu weit." Er winkte einen Gepäckträger herbei, der mich führen sollte, und zehn Minuten später befand ich mich im .Weißen Kreuz." Das Gastzimmer war ziemlich besucht, und Alles starrte mich verwundert an. Wahrscheinlich hielten sie mich auch für den Priester, überzeugten sich aber offenbar bald von der Irrigkeit ihrer Ansicht und einige Minuten nachher bekümmerte sich kein Mensch mehr um 'mich. Nachts stand ich noch lange am Fenster meines Zimmers und sah auf den Rhein hinab, der stolz und ruhig dahinrauschte, als imponire ihm die verschnörkelte Würde der alten BürgerHäuser sehr wenig, die da in dunkler Reihe auf ihn herabträumten. Das Mondeslicht tanzte über die alten sonderbar gestalteten Dachfirste und Figu ren, hüpfte über die ' flimmernden Wellen, spielte übe? die Augen des Träumers am Fenster, als ob S ei

l!e Bekanntschaft erneuern wollte. O ja, es kannte den Träumer, es hatte schon oft Über seil Züge getanzt und mit seinen Locken gespielt. Es erzählte von fernen wunderbaren Landen, von schönen und grünen Thälern, von Frei heit und Glück, und die Wellen flüsterten zu dem Träumer empor: . .Freiheit und Glück? Hihihi! Freiheit und Gluck gibt's nicht in der Welt; das sind Träume seit Ewigkeiten, das bleiben ewig Träume, bis im Traume Nirwana's die Welt verschwimmt

8. Kapitel. Was Hans Freiling werdenwollteundwieerinder Missionsanstalt belehrt ward. Am andern Morgen stand ich zeitig mit meinen Empfehlungsbriefen und Zeugnissen vor dem großen Thore der Missionsanstalt. Schöne weitläufige Gebäude blickten mich aus großen Fenstern freundlich an. aber die hohe Mauer schloß einen Ring darum, als wollte sie mich vor dem Eintritte warnen, als wollte sie sagen: .Das, was Du suchst, findest Du hier nicht." Ein junger Mann in einer Arbeiterblouse öffnete die Pforte und fragte in demüthiaem Tone nach meinem Begehr. Dabei sah er mich scheu von unten herauf an, als wage er nicht, mir offen in's Gesicht zu sehen. Er machte einen ganz wohlgenährten, aber doch kränklich blassen Eindruck. Ich mußte unwillkürlich denken: .Der sieht ja gerade aus wie ein verprügelter Hund." .Der Jüngling führte mich eine schöne breite Treppe hinauf in ein großes luftiges Zimmer, von dessen Wänden herab einige große fremdartige Landschaften und Bilder von bartlosen Männern in geistlicher Tracht gleichgiltig auf schwere Möbel herabblickten. Ein grün überzogene? Tisch in der Mitte des Zimmers sah aus, als wolle er die Erinnerung an das Sitzungszimmer eines Strafgerichtes wachrufen und die hochlehnigen Stühle um ihn herum schienen in ihrer abwehrenden Haltung durchaus nicht zum Sitzen einzuladen. Ich blieb deshalb auch ruhig stehen und wartete auf das Erscheinen des Hausvaters, der sofort kommen werde, wie mir der junge Mann mit flüsternder Stimme dersicherte. Leise, wie auf Eiern gehend, entfernte er sich dann, und gleich darauf trat durch eine Seitenthür der Erwartete ein. Einen Augenblick blieb die behäbige Gestalt in schwarzem Anzüge in der Thüre stehen, wohl um den Eindruck zu erhöhen, und reichte mir dann eine weiße, runde, w?hlgepflegie Hand; ein zufriedenes volles glattes Gesicht rockte mir huldvoll zu. Ich stellte mich vor und überreichte meine Briefe und Zeugnisse. Das runde Gesicht nahm emen feierlichen Ausdruck an. Die Gestalt bewegte sich würdevoll um den Tisch herum und fetzte sich. Das hielt ich für eine ftummeEinladung, mich gleichfalls zu fetzen, was mir einen, verwunderten Blick der bisher fast unsichtbaren, von großen Lidern verschleierten Augen eintrug. Dann senkten sich diese Augen auf die Schriften und blieben einige Zeit für mich wieder fast unsichtbar. Das Gesicht ward immer kälter und ftierlicher, und die weiße wohlgepflegte' Rechte glitt von Zeit z Zeit wie liebkosend über das glatt anliegende lange, sehr dünne schwarze Haupthaar. Zuletzt bewegten sich die rundlichen Finger über die niedrige breite Stirne und fuhren einigemal ermunternd um die Mundwinkel, die unter dieser Berührung allmählich in langsame Bewegung geriethen. Jetzt blieben die Finger am breiten runden Kinne haften, und die Augen bohrten sich streng und kalt in mein Gesichts wichen aber scheu zur Seite, als sie den meinen begegneten. Nun endlich offnete sich der Mund, und kalt und hart kam es über die schmalen Lippen: .Der Beruf eines christlichen Sendboten erfordert eine dreijährige Borbereitungszeit in der strengen Abgeschlofsenheit unserer Anstalt unter'm Auge frommer Lehrer und in der Gemeinschaft gleichgesinnt Jünglinge. Alles Weltliche blezbe Dem ferne, der sein Leben in den Dienst der Mission stellt. Er muß seine Seele stärken mit den Heilslehren unseres Glaubens und seine Zunge üben in den Lauten der heidnischen Sprachen des Volkes, wohin ihn sein Beruf zu wandern zwingt. Zur Stärkung seines Körpers und zum Nutzen seines culturfernen Lebens übe er seinen Arm in einem nützlichen Handwerke, wie denn auch unser Heiland und Meister ein Zimmermann war." .Na, da hätte ich ja auch zu meinem Onkel gehen können!" dachte ich. Unp drei Jahre? Das konnte doch sein Ernst nicht sein! Hatte er denn meine Zeugnisse nicht gelesen? Wußte er nicht, daß ich fast zwei Jahre in Prima gesessen hatte? Ich entgegnete deshalb fest, aber freundlich: .Mein werther Herr, es dürfte doch wohl im vorliegenden Falle eine Aus nähme stattfinden können; bei meinen Vorkenntnissen würde ja doch eine kurze Lehrzeit in der entsprechenden fremden Sprache und dieUnterweisung in einem Handwerke vollständig zweckentsprechend sein. Im Uebriqen dürften mich doch meine Kenntnisse mehr als genügend zum Berufe eines Missio. nars befähigen." Der Hausvater ward noch bleicher, und aus seinen Augen traf mich ein giftiger Blick. Dann erwiderte er boshaft: .Ihre ganze Wissenschaft, auf die Sie fo stolz zu fein scheinen, ist für uns keinen Pfifferling werth; wir brauchen weder Griechisch noch Lateinisch, weder Physik noch Trigonometrie und Stereometrie, was wir brauchen, ift ein gläubiges, opferwilliges Ge-

müth. Wer n unseren Dienst tritt. muß den geistigen Hochmuth zuvor ablegen." Da hatte ich's. Also auch hier war meine ganze Gymnastalweisheit ohne praktischen Werth. .Und im Uebrigen," fuhr der Würdige fort, indem er sich erhob, was ich ihm schleunig nachmachte, .im Uebrigen dürften Sie sich auch seh? wenig für einen frommen Beruf eignen, denn wer in den Fußstapfen unserer Apostel wandert, dessen Lebenswandel muß auch ein apostolischer sein." .Was fällt Ihnen denn eigentlich ein?" fuhr ich auf. .Mir fällt gar nichts ein," entgeguete er spöttisch, .allein was Ihnen eingefallen ist, bei uns hier Zutritt zu suchen nach der weltlichen Scene gestern Abend am Bahnhöfe, das möchte ich Sie fragen." .Woher wissen Sie denn das? fragte ich erstaunt. .Wir wissen Alles." klang die ruhige Antwort. Ich mußte unwillkürlich an den Großinquisitor im Don Carlos denken. Der Mann fing an unheimlich zu werden. Im ersten Augenblick wollte ich ihn über meine Unschuld aufklären, aber ich kam sofort zu der Ueberzeugung, daß hier jedes weitere Wort zwecklos sein würde. Die ganze Geschichte paßte mir überhaupt nicht mehr. Ich sagte also, wie ich zu meiner Beschämung eingesiehen müsse, auf gänzlich falschen Wegen gewesen zu fein, indem ich den Beruf eines Missionars als für mich passend gedacht hatte, und bat den Herrn um Entschuldigung für die seiner Gemüthsruhe bereitete Störung. Er reichte mir lächelnd meine PaPiere, und um eine Erfahrung reicher, aber auch mit dem Bewußtsein, eine große Dummheit nicht begangne zu haben, verließ ich die Anstalt. 9. Kapitel. Wasfurinteresfante-Be-' suche Hans Freiling empfing und was infolgedessenausihmward. Was nun? Die Frage stand jetzt groß vor mir, und ich fühlte mich augenblicklich mr--fähig, eine Antwort zu finden. Ich steckte mir eine Cigarre- nr und sah zum Fenster hinaus auf den Fluß und zn den gegenüber stehenden Häusun hin, aber das half nicht?. Der Fluß schien es heute inr Taefichfe sehr eiliz zu haben und rmrrmelw unverständliches Zeug, und die verschnörkelten Häusergiebel hatten offenbar nicht das geringste Interesse für mich und meine große Frage. Ich holte aus meinem Koffer meinen alten Troster, Goethe's .Faust.- Dostand'S klar und deutlich: öin ich denn abermals- betrogen?' Entschwindet so der geisterreichr Drang?" Dcc klopfte es gerade wie un .Faust." .Herein!. Das Zimmermädchen meldetet. .Herr Doctor, eine Dame will Sie sprechend .Herr DoctorZ" Das konnte doch immöglich ich sein. Ehe ich antworten konnte, stand dir Dame schon im Zimmer und winttedem. Dienstmädchen ab. Grinsend entfernte sich daS Frauen zimmer. Ich war erstaunt aufgestanden., aber noch, erstaunter fuhr ich zurück crlä die Besucherin den Schleier hob unv das, runde blasse Angesicht meiner Unbekannten von gestern Abend, zunr Borscheine kam. .Gott sei Dank, dcch ich Sie grfnnden habe!" rief sie crthunloS. Zch tz fuhr zum Glücke ton Bahnhofsportier Ihre Adresse. Ich bin in der tüdtlich. sten Verlegenheit, - ich bin verloren wenn Sie mir nicht helfen. Mein Alter ist auch schon auf Ihrer Spur. Gott weiß, wer ihm- einen Floh in's Ohr gesetzt hat wegen gestern Abend. Er kam eben ganz wüthend von der Probe nach Hause und machte mir eine Scene. Ich beschimpfte ihn vor den Leuten; die Geschichte mit dem Pfaffen habe ihm schon lange nicht mehr gepaßt, aber das sei doch das höchste der Gefühle, und wie die Redensarten alle lauteten. Es muß mich Jemand mit Ihnen zusammen gesehen haben. Ich hab' ihm nun weiß gemacht, ich hätte Sie zufällig getroffen, Sie wären ein alter Bekannter von mir, waren mit mir zusammen in Bad Wildungen engagirt gewesen. Jetzt ist er auf dem Wege hierher, um von Ihnen dieWahrheit zu erfahren." .Ich verstehe Sie nicht, meine Verehrte!" erlaubte ich mir zu bemerken, als ihrer Zungengeläufigkeit der Athem ausging. .Ist ja auch gar nicht nöthig!" erwiderte sie. ..Retten Sie mich! Ich flehe Sie an. 'retten Sie mich, und ich will Ihnen so dankbar sein als es mir möglich ist. Ich habe meinem Alten gesagt. Sie seien Schauspieler, Ihr Name sei Naden, wir hätten zusammcn in Wildungen gespielt. Wenn er kommt, strafen Sie mich nicht Lügen! Bitte, bitte, sagen Sie zu Allem .Ja." Herrgott! Da steht der Mann wie ein Stein " .Aber so erklären Sie mir doch begann ich. '.Später, später!" rief sie eifrig. .Ich höre meinen Alten schon auf der Treppe. Wo verstecke ich mich nur V .Aber ich heiße ja gar nicht Raden," wandte ich ein. .Auch im Fremdenbuch stehe ich nicht so, sondern als Hans Freiling eingeschrieben." .Dann sagen Sie, Raden sei Ihr Theatername." (Fortsetzung folgt.) Erkundigung. Gretchen: .Richt wahr, Mama, wenn ein Elephant einmal liebt, dann liebt ei riefar a.-

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Für dir flußjf. Holländische Suppe mit E i e r st i ch. (6 Personen). Einige gelbe Mohren und das gleiche Maß geschälte und gewaschene Kartoffeln, so wie zwei geröstete Schnitten Brod,' Pfeffer und Salz werden mit drei Quart Wasser zum Feuer gesetzt, tüchtig zerkocht, durchgestrichen, .nochmals aufgekocht und ein Stück frische Butter und gehackter Kerbel darangethan; Eierstich wird mit dem Löffel hineingethan. Die Suppe läßt man dann noch einmal aufwallen und richtet sie nn. Kartoffelklö'ßchen für Suppe. Etwa sechs Kartoffeln, die tags vorher gekocht sein müssen, reibt man leicht und flockig. Zwei Unzen Butter verrührt man, fügt ein Ei und einen Eidotter, einen Theelöffel seines Mehl, ein wenig Salz. Pfeffer und Muskatnuß hinzu und rührt alles recht glatt; zuletzt das Geriebene. Nun macht man eine Probr. indem man mit einem Kinderlöffel ein Klößchen in kochendes Salzwasser legt. Ten Löffel hält man so lange hinein, bis das Klößchen von selbst abfällt. Alle müssen dann sechS bis acht Minuten langsam kochen. Sie werden in gute Bouillon gelegt und al5 Suppe gereicht. Ochsenfilet n-achGodarv. Das mit feinen Speckstreifen gespickte Filet salzt und Pfeffert man,, brät eZ unter fleißigem.Vegießen in einer derzinkten Bratpfanne gar und richtet eS in folgender Sauce an: Einen Löffel Mehl verrührt man über dem Feuer in etwas Butter und mischt eine halbe Tasse kräftige Auflösung von Liebig'SFleisch - Ertrakt darunter. Dann läßt man die Sauce aufkochen und fügt, kleingeschnittene Trüffeln und Cham-' pignons, Morcheln, in Würfelchen gefchnittene Fleischklößchen, etwas Cay--ennepfeffer und ein wenig Zucker hinzu Nachdem das Ganze zwei Minuten ge" kocht hat, fügt man ein wenig Madeira,, den Saft einer halben Citrone,, sowiedas Bratenjus bei und gießt die Saucr über das Filet. PolnischerVock. Ein schönes Stück von 3 4 Psund Kalbfleisch: von der unteren Schale wird fast; eine-' halbe Stunde lang auseinander' gellopft, dann werden gereinigte Sa? bellen (etwa ein halbes Pfund) in Stückchen geschnitten, Löchlein in das Fleisch gestochen und die Sardellen sowie würfelig geschnittener Speck, etwaZ Citronenschale und Zwiebeln hineinge steckt, dann mit Pfeffer und Salz (nicht zil reichlich) eingerieben, das Stück fest gerollt, mit dünnem Bindfaden um schnürt, in steigende Butter gelegt und m derselben unter fleißigem Begießen gar g?b?aten. Die Sauce wird mit ein- wenig in kaltem Wasser verquirlteur Kartoffelmehl bündig gemacht. Bayerische Leberknodel. Vier, einen Tag alte Semmeln werden feinblättrig geschnitten, mit heißer Milch übergössen und zugedeckt stehen lassen. Unterdessen häutet man ein halbes Pfund NindZleber.abcadt. und entfernt alleZ Nervige, hacft sie dann .mit einer Zwiebel, etwas Peter silieukraut und ein Viertel Pfund Och surmart fein, giebt dies nebst dem nöthigen Salz, einer Prise Majoran, einer Messerspitze Pfeffer, etwas Mus catnuß. zwei Eiern und einem Koch lösfel Mehl zum Brote, mengt alles gut durcheinander und läßt das Ganze noch etwas stehen. Dann formt man runde Knodel, kocht sie 15 Minuten inFleisch, brühe und bringt sie mit Schnittlauch bestreut zu Tische. Englische Kalbswurst, chen. Man hackt ein halbes Pfund derbes Kalbfleisch und ein Viertel Psund Speck sehr fein. Das Yleisch mengt man mit Salz, Pfeffer, vler-ge hackten Sardellen und einer Handvoll ftmzerschnittenen Salbeiblättern, Alle stößt man in einem Mörser zu eine? breiartigen Masse, formt Würstchen-, aus derselben, dreht dieselben in; Ei und geriebenem Weißbrot um und?biät'. sie in Butterschmalz schön hellbraun. Man gibt sie zu Kartoffelbrei, oder. St-, müsen. Kopfsalat mit f,&u:et Sahne. Der Salat wird- ausgele? sen, von den Blattrippen aber, nur- s weit befreit, als diese zähe sind, undr unzerpflückt gewaschen, bis. ersandfrer ist. Hierbei hat man sorgfältig-darauf zu achten, daß die Blätter nicht, gedrückt, werden, da sie sonst nicht nur an An sehnlichkeit, sondern auch am Wohlge. schmack und Nährwerth verlieren.. Esfließt nämlich in diesem Falle. Saft ausden beschädigten Stellen, heraus. AuK dem gleichen Grunde darf maw Kopf, falat auch nicht zu lange im Wasser, lie gen lassen. In einem: Durchschlag läßt man ihn gut abtropfen, was man, durch leises Schwenken ober besser doch durch fortgesetzte schwache Erschütterung de Gefäßes beschleunigen kann. Hierauf zerpflückt man de Salat und gibt recht dicke saure Sahue. Zucker und , Citro. nensaft daran. FeineAeftfelscheiben Die Bestandtheile find: vier ganze Eier, eine Tasse süße Sahne, fünf Eßlöffel feines Weizenmehl, ein Eßlöffel voll Arrak. Man quirlt alles gut zufam men und läßt den Teig etwsZ stehen, dann fügt man das zu Schutt gcschla gene Eiweiß hinzu, die Aepfcl werden in fingerdicke Scheiben geschnitten, in Wein und Zucker eineStunde marinirt. die Kerngehäuse mit einem runden Ausftecher entfernt, die Scheiben in den Teich getaucht und in Butter, der etwas Schweinefett beigeaeben ist, goldbraun gebacken. " Ein schreck lich erZun and. Toni: Mama, Mama, komm, schnell herein!- Mutter: .Was ist dera los?Toni: Das Baby hatten Daumen im Mund und beißt dran, und weiß nicht, daß es seiner ist ' und je mehr es dran beißt, desto meh? schreit'Z.-

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