Indiana Tribüne, Volume 24, Number 18, Indianapolis, Marion County, 6 October 1900 — Page 1
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11 o. X V, "V -Mit5 Tonütcg?MMMM .' v mtt w in . , inn.i IWfUUUJJl u. K. ; i t ErsAzeint fcfecu laajmittao tmfc Kontag Rlsrgc. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Samstag, den iZ. Oktober .1900 No.18
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In China , innii ilm KMrlWi Cilifilrn kriii Uf rlraiitn. Sie sollen erlassen worden sein, um Zeit zu gewlnncn. Uud dann den Mächten besser Trotz bieten zu können. Tie Tien Tsin-Peking Eisenbahn Äou'dcn Nttücn an die Teutschen iibcrgcb:n. TozialismuZ in Belgien. , Tcr Berliner Stadtrath Weigert sich diesmal der Kaiserin Vie toria Augusta Zum Geburtstag zu gratuliren. D i e Lage in China. ' Tien Tsin. 3. Okr: Li Hung Chang und der russische Gesandte. Herr Te Giers. hatten am Mittwoch ine längere Unterredung, nach welcher angekündigt wurde, daß Li Hung Qhang am nächsten Tag nach Peking abreisen würde. Der russische Adnnral.'eine russisch? Truppen-Abthei lung und seine eigene chinesische Leib garde werden ihn begleiten. Eine kleine chinesische Truppen-Ab-jheilung erschien vor einigen Tagen in Pei Tai Chu. Der Kominandeur erllärte der britischen Garnison, daß er geschickt worden sei. um die Boxer zu vertreiben und er wurde dann von den Briten nicht belästigt. Es heißt, daß 8000 deutsche Truppen in Peking überwintern werden. Die Briten schicken einen Theil der indischen Truppen vor Einbruch des Winters nach dein Süden. T i e n T s i n. 3. Okt. Der an den Oberbefehlshaber' der nördlichen Armee, Fung Lu. ergangen: Befehl, sich zu Li .5ung Chang zu begeben, ist rückgängig gemacht worden. Eine Landungs-Abtheilung von dein britischen Kreuzer Aurora" hat Ching Wan Tao besttzt. Tie Briten haben da.Taufhin sofort nach. Shanghai telegra. phirt. daß das Material für die Konstruktion einer Zweiz-Eisenbahn von Tang Ho, am Golf von Liao Tunz. nach Ching Wan Tao herbeigeschafft werden soll; ebenso das Material für die Errichtung eines Piers, an dem Schiffe festgemacht werden können. Man glaubt, fca& die Arbeiten in zwei Monaten fertiggestellt werden können und Ching Wan Tao bereits in diesem Jahr als 'Winterhafen benutzt werden kann. Da die Russen mit der Rekonstruktion der Tien Tsin Peking Eisenbahn immer noch nicht Ernst gemacht haben, hat Deutschland verlangt, daß ihm die Eisenbahn überlassen werde, und Rußland hat nun auch der Forderung nachgegeben. Die Deutschen werden binnen Kurzen, mit der Reparatur der Eisenbahn zwischen Fang Tsun und Peking beginnen. Shanghai, 4. Okt. Das Erstaunen der Chinesen, die bisher immer -noch in dem Wahn lebten, daß die internationalen Truppen von den Chinesen besiegt worden seien, war ein hochgradiges, als sie am Donnerstag von dem Äizekönig offiziell benachrichtigt wurden, daß eine Anzahl prominenter Mitglied:? "des Hofes in Folge des von den Mächten lu-geübt:n Druckes degradirt worden seien. Das neue deutsche Kabel von Tschifu -nach Tsintau ist eröffnet worden. Es wiro bier versichert, daß die BerMündeten zusammen Z200.000.000 Scha. Iienersatz verlangen würden. Verlin.6kt. Dem Lokalanzeiger" wird aus Shanghai telegra hirt, daß Lu Chian Lin, der kürzlich zum Präsidenten des großen Raths ernannt wurde, ein gefügiges Werkzeug 1?es Prinzen Tuan sei. Rom. 6. Okt. In einer Depesche 'der .Tribuna" aus Taku. vom 4. Oktottx datirt, wird behauptet, daß bei der (Zinnahme der Shan Hi Kwan Forts in Folge eines Irrthums die Russen , und Franzosen auf einander feuerten, was zur Folge hatte, daß aus beiden Seiten mehrere getödtet und verwundet wurden. London. 6. Okt. Aus Washington wird gemeldet: Die Ver. StaatenRegierung hat den Mächten den Vorschlag gemacht, darauf zu bestehen, daß Prinz Tuan enthauptet werde, daß der aiser ersucht werde, nach Pekin zu-
ruzzuttren und eine fortschrittlich: Re- lc" . vtplomatijchen i:gntie gierunz zu etaöliren unter dem Schutz! erif.bl.3t seteJJ -ber Mächte und daß die Kaiserin abze- ' I? of f i3teacrt Kreen wnd g oßer setzt weroe. Die Nachricht wird ins i Werth darauf gelegt daß Frankrelch sen bi-r bezweifelt und Deutschland betreffs der Frage der ,e V :3 ' o v r-i m Bestrafung der Schuldigen vollständig London. 6. Okt. In St. PeterZ. iibereinstimm-n . . bürg ist das Gerücht verbreitet, daß die ! em Lokalanzeiger" wird aus chlnelische Flotte in der Straße von For- Shanghalgemeldet daß Graf von Wal-
.i,u um. luiw" i dersee angefangen habe, in systematlikrkreuzer .Hund zu . engagiren, ciefrf)er Weise die Geaend zwischen Tien
große Schnellkgkelt des Kreuzers aber den Plan vereitelt habe. Der Korrcsponder.t der Time", der diese Nach richt geschickt, fügt hinzu, daß die Flotte r rV? wayreiniiaz oie ajine - flr.." -tfY . t! r c : . Hu,c uic iuuu, ZU latrnuu ren. oder daß fr dieselbe zerstören wird. Depeschen aus Shanzhai zufolge sind die Edikte, in denen die Degradirung hochstehender Persönlichkeiten angekün digt Wird, nur erlasse wordm. um Zc'lt zu gewinnen und um China in den Stand zu setzen, den Mächten besser Trotz bieten zu können, da die neue Hauptstadt Siginan Fu, wohin der, Hof jetzt üb:rsiedelt, für die Mächte thatsächlich unerreichbar ist. Der Korrespondent der .Moriung
Post" saat darüber : Die' deutschen ! spiele in Ober-Ammergau wurden im Truppen besitzen keine Transportmittel , Ganzen von 20,000 Zuschauern beund jeder Versuch, dem chinesischen Hos sucht, die zusammen 1,200,000 Mark zu sollen, würd: daher verzeblick sein. ! 5intrittsgebühren bezahlten. Die Der Korrespondent fügt hinzu, die Chi- Summe, die außerdem durch den nesen seien fest davon überzeugt, daß Fremdenbesuch in die Hände der Dorfzwischen Rußland und Deutschland eine i öewohner gelangte, wird auf 4.000.000 Vereinbarung bestehe, demzufolge Ruß- Mark abgeschätzt, land das ganze Gebiet nördlick von der Nach einer langen geheimen Sitzung Großen Mauer sich aneianen werde und beschloß am Freitag der Stadtrath von
eullHiano ölt Provinzen um x. uns . r r l vi r r l hart Tung. Der Times" wird aus Shanghai telegraphirt: Man ist hier davon über zeugt, daß im Geheimen im höchsten Grade aufreizende Edikte erlassen wer den und die kürzlichen öffentlichen Edikte nur den Zweck haben, um die Mächte an der Nase herumzuführen. Besudelung der argentinischen Republik. London, 6. Okt. Die argentinische Regierung hat beschlossen, dem Senor Valle eine Konzession für 200 Quatratmeilen Land in der Provinz Formosa zu geben, um dort eine Ackerbaukolonie zu gründen. Senor Valle verpflichtet sich kontraktlich. 20.000 Japaner dort anzusiedeln. v Sozialismus in Belgien. Brüssel. 6. Okt. Es ist Gefahr vorhanden, daß die Festlichkeiten, die zu Ehren oer Vermählung des Prinzen Albert von Belgien mit der Herzogin Elisabeth von Bayern für 'Samstag und Sonntag geplant worven sin), durch sozialistische Demonstrationen unterorochen werben. Die Sozialisten beabsichtizen nämlich, sich am Sonntag auf dem. Börsenplatz zu versammeln, wo derPrinz und die Prinzessin eineParad: von 7000 Schulkindern abzunehmen beabsichtigen. Die Behörden befürchten, daß bei dieser Gelegenheit es zu Unruhen kommen werde und es ist rnözlick, daß die Parade noch im letzten Augenblick abgesagt wird. G h e n t , Belgien, 6. Okt. Am Freitag Nachmittag fan) währen) des Mili tär-Konzerts im Staotpark ein sehr ernster Krawall zwischen Sozialisten unz Soldaten statt. Als die Militärkapelle eine Nationalhymne spielte, begannen die Sozialisten revolutionäre Lieder zu singen und einige Soldaten, die sich unter den Zuhörern befanden, mit Steinen zu beweisen. Die Soldaten zogen dann blank und in dem Kampf, der sich sofort entspann, wurden mehrer: Personen schwer verwundet, darunter der Kapellmeister und ein Offizier. Es wurden eine ganze Anzahl Verhaftungen oorzenommen. Aus dem deutschen Reich. Berlin, 5. Okt. Die Pekinger Nachrichten, man befürchte einen form lichen Rachefeldzug Deutschlands gegen China, weil eine verhältnißmäßig star ke deutsche Truppenmacht dort konzentrirt wird, lassen hier sehr kalt. Offi ziell und offiziös wird darauf hingewiesen, daß Deutschlands Politik -klär dargelegt und einer baldigen WiederHerstellung des Friedens nicht im Wege stehe, bald der gerechten deutschen Forderungen auf Bestrafung der Hauptschuldigen entsprochen wird. Al le Eroberungsgelüste werden auf daZ Bestimmteste zurückgewiesen. Ein hoher Beamter des auswärtigen Amtes erklärte am Freitag, daß die zweite deutsche Note überall sehr freundlich aufgenommen 'worden sei. Er fügte hinzu: Die Lösung der chinesischen Frage wird jetzt .gute Fortschritte machen, soweit dies von den Mächten abhängt. Alles hängt indessen von der chinesischen Regierung ab." Auf die Note des französischen Ministers des Auswärtigen, Herrn Delcasse, Bezug nehmend, sagte der Beamte. daß diese einige neue Punkte ent halte, die in Erwägung gezogen werden müßten, die Mächte sich aber ohne Zweifel schnell darüber einigen würden. Er sagte ctuch.' daß die französischeNote einige Punkte, enthalte..die in Folge der
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Tsin und Peking von den Boxern zu säubern. Auch wird aus derselben Quelle gemeldet, daß Li Hung Chang unter russischer Eskorte stark gedemü.vv m i ivv : t t 2icn 2stn Erlassen habe, weil sich Graf von Waldersee aeweiaert. hatte. ihn zu empfangen. Die folgende Depesche aus, St. Petersburg ist hier halbosfiziell bekannt gemacht worden: Die russische Regierung stimmt rllckhaltslos den Vorschlägen, die in der Note des Grafen von Bülow vom 1. Oktober enthalten sind, zu. und. Herr De Giers, der russische Gesandte in China, ist in diesem Sinne instruirt worden." Die 48 Afführungen der PassionsI nr l cr ri on I : semm, oer Kaiserin Auzuna icioria diesmal nicht zu irem Geburtstag, am 22. Oktober, zu grztuliren, weil im vorizen Jahre der Kammerherr der Kaiserin, Gras von Mirbach. die Gratulation des Stadtraths mit einem Verweis dafür beantwortet hatte, daß der Stadtrath sich geweigert hatte, mehr Gelder für den Bau neuer Kirchen zu verwilligcn. Der inter nationale Friedenskongreß.' Paris. 6. Okt. . Die hauptsächlichste Handlung des Friedenskongresses am Freitag war die Annahme eines Appells an die Nationen, in dem England dasür verdammt wird, daß es sich geweigert, ein Schiedsgericht oder Vermittelung in der südafrikanischen Angelegenheit anzunehmen, und in dem ferner tiefstes Bedauern darüber ausgedrückt wurde, daß die meisten der Regierungen, die ihre Vermittelung hätten anbieten können, dies unterlassen haben, trotz hrer friedlichen Versicherungen bei der Haager Konferenz. In Bezug auf China wii5, nachdem auf die Verhältnisse hingewiesen wurde, die dem Ausbruch der Feindseligkeiten vorangingen, die Hoffnung ausgesprcchen, daß die Lösung der chinesischer. Frage eine gerechte sein werde und in Uebereinstimmung mit dem unumstößlichen Grundsatz, daß es jedem Volk übe:lassen werden müsiV über sich selbst zu verfügen. Der Kongreß bezeichnet auch die Gemetzel in Armenien als die schmachoollst; That neuerer Zit und drückt die Hosfnunz aus, daß die allzemeineEntrüstunz der ganzen cioilisirten Welt die Regierungen zwingen werde, eine radikale Losunz zu finden. Des Weiteren weist der Kongreß auf den ungeheuren moralischen und materiellen Schaden hin., den die großen Rüstungen in der ganzen Welt oerursachen, und er empfiehlt den Regierungen,' diese Fragen zu studiren, deren Lösung für die Prosperität und selbst die Ezi stenz der Nationen von der größtenWich tizkeit sei. Zum Schluß empfiehlt der Kongreß
die Etablirung internationaler Sch:eds gericht: und das Abschließen von Ver trägen, denenzufolge die Schiedsgerichte permanent und obligatorisch sein sollen. Anarchistisches. Rom, 6. Okt. Im Besitz der am Dienstag in Mailand verhafteten Anarchisten Milich undVilli wurde einSchrei ben gefunden, aus dem hervorgeht, daß das Komvlott. dem der König Hambert zum Opfer gefallen ist, in Chicago geschmiedet wurde. . Bresci behauptet, von einem solchen Komplott nichts zu wissen, er erklärte aber auf's Neue, daß alle Rezierungs Häupter zum Tode verurteilt" seien. Bleiben in Frankreich. P a r i s . 6. Okt. Die AusstellungsKommissäre von Californien haben be schlössen, die Ausstellungsgegenstände dieses Staates und die Einrichtungen prominenten Franzosen, sowie den Museen, Hospitälern und Schulen von Paris zum Geschenk zu machen. : Ein prachtvoller Tisch, mit einer acht, Fuß im Durchmesser großen Platte, die aus einem der kalifornischen Riesenbäume angefertigt ist, wurde dem Präsidenten Loubet zum Geschenk gemacht. Der Tisch hat in der Ausstellung große Aufmerksamkeit erregt. in Marshall. & Seyfried . deutsche Civil- und C?iminalAdvo!äten, No. 10 Süd Delaware Str
Jnlaltd Dchescheit.
Die ilGäflslage Des Langes - .y Die Jndttstricn warten auf den Ansfatt der Wahlen. , Der Prozeß gegen Henry Joutsey im Gange. Dnö (Dcsiidi um weitere per schiebttny des Prozesses abgewiesen. Der KohlettgräberTtreik. ' Die unabhängigen Grubenbesitzer i Bieten ebeufallZ eine Lohnerhöhung von 10 Prozent an, Tie treiker sind n5:r unerschütterlich. 138,000 Mann jetzt am Streik bethciligt. Schreckliche Familien-Tragödie in New Zorl. Der Stand d e r Geschäfte. New York. 0. Okt. N. G. Zan & Co.'s dieswöchentlich: Uebersicht über den Stand der Geschäfte in den Ver. Staaten lautet wie folgt: , Die Folgen des Streiks in d:r Hart-kohlen-Region machen sich im Osten im mer mehr'fühlbzr. im Süen un) Westen haben aber die Geschäfte in keiner Weise nzchzelssen. . Saisongemäßes, kühleres Wetter würde indeß im Osten den Geschäften bald aufheben. Die Preise für Eisen. Wolle. Zucker und Kohlen sind etwas niedrig-er. Produkte aller Art und Teztilwaaren sind aber fest und ein baldiges Steigen der Preise ist zu erwarten. Größere Bestellungen laufen im Augenblick nur wenige ein,, die Fabrikanten von Stahlschienen glau-
ben aber, nach den Wahlen Kontrakte für zwei Millionen Tonnen abschließen zu 'können. Im Süden und an der nordatlaniischen Küste ist Regen drinaenv nöthig, im Südwesten verzögern aber häufige Regengüsse d:s Einheimsen der Baumwoll-Srnte. Die meisten Fa-brik-Etab!issem?nts schränken ihre Produktion bis nach den Wahlen ein und lausen daher nur verhältnißmäßiz wenig Rohmaterial. Roheisen ist etwas im Preis zurückgegangen, fertiges Material und Struktureisen haben aber einen stätigen Markt und auch die Exportnachfrage ist gu:. Während der Woche sind zahlreiche Kontrakte für die Lieferung von Eisenbahnwagen. Brücken und Schiffsplatten abgeschlossen wcrdm und Schienen wurden an einheimische Eisenbahnen zu $26 verkauft. Ein kleiner Posten wurde auch nach Italien verkauft. Die Schuh- und Stiefelfabriken habm mehr zu thun, da viel: dringende, Bestelhingen eingelaufen sind. Bestellunzen von FrüHZaHrswaaren werden aber noch hinausgesckoben. Die Wolloerkäuf: beliefen sich in den drei 5zauptmärkten des Landes auf 3.417.265Pfund. Es ist dies ein größeres Quantum wie in irgend einer Woche seit August, aber immerhin noch sehr wenig im Vergleich mit letztem Jahr. Der Preis von 100 verschiedenen Sorten betrug am 1. Okt. 19.64 Cents gegen 20.37 Cents am 1. September. Weizen ist siätig. Die Ausfuhr aus atlantischen Häfen belief sich während der Woche aus 3,252,994 Bu. (einschließlich von Mehl) gegen ' 3.562.062 im Jahre 1899. Anfangs Oktober ist der Preis für Welschkorn, im Oktober abzuliefern, etwas gefallen, die Elevator-Preise blieben aber fest. Tie Zufuhr betrug während der Woche nur 4.840.802 Bu. gegen 7.679,540 Bu. im legten Jahr. Die Ausfuhr aus atlantisck:n äsen belief sich dabei auf 2.144.610 cSu. gegen 2. 992,232 Bu. vor einem Jahr. Provisionen sind ziemlich bedeutend in die 5)öhe gegangen, da die Vorräthe in Chicago stark zusammengeschmolzen sind. Baumwolle hat sich bei starker ExportNachfrage im . Preis , behauptet, die Spinnereien sind aber nur in schwachem Betrieb, da das Rohmaterial im Verhältniß zu den Preisen der Baumwoll stoffen relativ zu theuer ist. Zucker, d. h. Standard Granulirter. ist von den Raf finerien auf öZc reduzirt worden. Die Zahl der Bankerotte belief sich während der Woche in den Ver. Staaten auf 203 gegen 134 im letzten Jahr, und in Canada auf 23 gegen 20 im letzten Jahr. . - - - Der Streik der. Kohlengrä6er.- t , 6 a Z le to'n , jßa.; 6. m Die.weit a .. i , . " . -. . . - s
verdttütte Annahme, mb groß:
streik m der Äntyracit-Negion sich schnell seinem Ende zuneige, erhält durch das Vorgehen der individuellen Kohlen gruöenbesitzer, welche dem Beispiel der großen Gesellschaften folgend, ihren Ar beitern eine Lohnerhöhung von 10 Prozent offeriren, weitere Bestätigung. Die ersten der individuellen Grubeneigenthümer, welche ihren Angestellten diese Offerte machten, waren Par'öee & Co., die Eigenthümer der Cranbery und Crystal Ridge Gruben. Außer der lOprozentigen Lohnerhöhung erbot sich diese Firma auch, Pulver zum Preise von $1.50 per Faß zu liefern. Man glaubte zuerst, daß die Bahnen diesen individuellen Besitzern, um ihnen dies Mehrausgaben zu ermöglichen, ge wisse Konzessionen in Bezug auf Frachtraten gemacht hätten, doch wird dies von Seiten der Bahnöeamten inAorede gestellt. Präsident Mitchell hielt dieses Nachgeben -der individuellen Grubeneigenthümer für ein günstiges Zeichen, wollte aber nichts zum Zwecke der Veröffent lichunz mittheilen. Alle diese Offerten traben auf die streikenden Bergleute, deren Zahl jetzt auf 133.000 angewachsen ist, indessen absolut keinen Eindruck gemacht. Im Locka-wanna-und Wyominz-Distrikt sind alle Gruben außer Betrieb gesetzt. Im Lehigh Valley-Distrikt ist die Lage dieselbe geblieben und im Schuylkill - Distrikt zieht der Streik immer weitere Kreise. Mord. Washington. Ind.. 6. Okt. Jos. Tollioer. ein bekannter Sportsman aus diesem Orte, wurde in der Freitag Nacht auf offener Straße erschossen. Zur Zeit des Mordes war eine Straßen-Fair im Gange und der Schuß fiel aus der Menge, ohne daß der Thäter entdeckt wurde. Man glaubt, daß es ein Mann ist, den Tollioer kurz vorher wegen Falschspielet aus seinem Platz herausgeworfen hatte. Sensationelle Anklage. N e w Y o r k , 6. Okt. Albert T. Patrick., ein prominenter Advokat hiesiger Stadt und der Anwalt des am letzten Samstag in seiner Wohnung an der Madison Avenue unter eigenthümlichen Umständen verstorbenen 84 Jahre alten Millionärs William Marsh Rice, sowie Charles F. Jones. der Diener oder auch Sekretär des Herrn Rice, wurden am Freitag dem Polizeirichter vorgeführt und formell der Fälschung angeklagt. Die . beidenMänner wurden unter je $10. 000 Bürgschaft für ihr Erscheinen vor Gericht gestellt. . Die Angelegenheit, um die es sich handelt, ist ziemlich sensationeller Art. Rice, ein ehemaliger Baumwollhändler aus Houston. Texas, hatte sich, vor 12, Jahren vom Geschäft zurückgezogen. nachdem er ein Vermögen von mehr als j $6,000,000 erworben. Er war. zweimal ! verheirathet, es überlebt ihn aber kein !
Mitglied seiner Familie. Patrick war sein vertrauter Anwalt und besorgte seine Geldangelegenheiten. Am Samstag starb der alte Rice und am Montag, zwei Tage nach dem Tod seines Klienten, präsentirte Patrick bei zwei Banken vier an ihn selbst zahlbare Checks im Gesammtbetrage von $245,000, ohne ein Wort über den Tod Rice's zu sagen. Zwei davon, einer auf $135,000 und der zweite auf $25.000 lautend, wurden von der Fünften Avenue Trust Company, bei der sie präsentirv wurden, ohne Weiteres zertifizirt, allein die beiden anderen, auf Swenson & Sons gezogenen, wurden angehalten. Der eine lautete auf $60, 000, der andere auf $25.000. Die Firma hatte Anstoß genommen, daß der Vorname Albert des Anwalts auf den Checks Abfot" lautete. Die Checks waren vom Samstag datirt. Da es sich UM eine so bedeutende Summe handelte und die Unterschrift von der gewöhnli chen Unterschrift Rice's verschieden war, verweigerte die Firma sofortige Zahlung. Sie rief Rice's Wohnung telephonisch auf. Jones. der Diener, antwortete, daß Checks und Unterschrift in -Ordnung seien. Die Firma bestand indessen auf eine mündliche Unterredung mit Rice. da der Diener von dem Tode seines Herrn nichts hatte ver lauten lassen. Jones setzte sich hierauf mii Patrick in Verbindung und fragte ihn, ob er die Bankiers von dem Tode seines Herrn in Kenntniß setzen solle. Auf den Rath des Anwaltes that der Diener dies. Unmittelbar darauf begab sich der Anwalt zu der Firma und präsentirte ein gesetzlich ausgefertigtes Dokument, in dem alle Gelder und sämmtliche Aktien und Bonds des Verstorbenen an Patrick übertragen werden. Auf Grund einer von dem Anwalt der Bankiers bei der Polizei und der Distriktsanwaltschaft erstatteten An zeige wurde die Bestattung Rice's , vorläufig verboten und es wurde eine Untersuchung der Leiche vorgenommen, die aber zu keinem Resultate führte, da der Körp jiit der EWalsamirungs-
FsUMttil ganzucy gealligr war, unddie Leiche wurde schließlich verbrannt. Rice hatte indessen vor einigen Monaten ausdrücklich .bestimmt, daß im , Falle seines Todes seine Leiche nicht einbalsamirt werden dürfe. Da es Verdacht erregte, daß Rice sein ' ganzes Vermögen Patrick, übertragen haben sollte, während er doch in einem
früheren Testament in ganz anderer Weise über dasselbe verfügt hatte, nahm die Polizei die Sache auf. und drei Handschriften-Experten. die zu Rathe gezogen wurden, erklärten dann übereinstimmend, daß die Unterschriften auf den vier Checks, wie auch auf der Vermögens - Uebertragungs-Urkunde gefälscht seien. Daraufhin erfolgte die Verhaftung Patrick's und Jones'. Von den Philippinen. Washington. D. C., 6. Okt. Seneral MacArthur hat an da? Kriegsdepartement berichtet, daß fünf amerikanische Soldaten in den Bergen der Provinz Laguna gestorben sind, nachdem sie aus der Gefangenschaft der Insurgenten entkommen waren. Wann sie gestorben sind, ist unbekannt und alle Einzelheiten fehlen, es ist aber an zunehmen, daß sie in Folge von Hunger und Entbehrungen gestorben sind, nachdem sie ihren Weg verloren hatten. Die Namen der Umgekommenen sind: Alexander Meddock und E. F. Sirton vom Hospitalkorps. Olaf Sundwall vom Signalkorps. John W. Kenny vom 30. und John Bolan vom 37. Jnfanterie-Reaiment. Der Mordprozeß gegen ' Youtsey.. ' Georgetown, Ky.. 6. Okt. Henry Voutsey. ein anderer wegen Ermordung des Gouverneurs Gocbel angeklagter Republikaner, hat jetzt seinen Prozeß auf dies; Anklage hin zu beiehen. Mit der Auswahl der Geschwo renen wird man wohl nicht vor Mon- ' tag oder Dienstag zu Stande kommen . und um den Prozeß in zwei Wochen, d. h. innerhalb des Gerichtstermins beenden zu können, werden Nacht-Sitzungen anberaumt werden müssen.- Der Antrag der Anwälte Foutsey's. den Pro zeß niederzuschlagen, wurde vom Rich ter abgelehnt, worauf Foutsey eine An zahl .Affidavits unterbreitete, in denen spezifizirt wurde, was der Angeklagte durch die Aussagen von W. S. Taylor, Charles Finley, Rüben Müller. Frau C. R. Mason und andere - beweisen kann, wenn dieselben vor-Gericht erscheinen würden. . Er behauptet, . die Zeugen könnten beschwören, daß er ein Gewehr im Staatsgebäude nur zu dem Zwecke gehabt habe, um das Gebäude gegen gesetzlose Angriffe zu schützen, daß er gar nichts mit dem Morde zu thun gehabt hätte, daß er wenige Minuten nach der Blutthat auf Taylor's Frage bezüglich der Schüsse geantwortet habe, er wisse nicht was vorgegangen sc! etc. etc. Die Staats - Anwaltschaft hatte sich damit einverstanden erklärt, diese Afsidavits als Zeugenmaterial zuzulassen. Freigesprochen. Lexington. Ky.. 6. Okt. Mike Moynahan. der am Dienstag am Reyistrirungsplatz den bekannten farbigen Advokaten. Redakteur und Politiker R. C. O. Benjamin todtschoß, wurde am Freitag Nachmittag freigesprochen. Es wurde angenommen, daß Moynahan in Selbstertheidigung gehandelt habe. Moynahan hatte Benjamin mit dem Kolben eines Revolvers furchtbar zugerichtet und der Farbige holte sich daraufhin selbst einen Revolver, mit dem er einen Schuß auf Moynahan abgzb, dnn aber davonlief; er wurde indeß im näch sten Augenblick von hinten niedergeschossen. Schisssnachrichtcn. H a m b u r g, 5. Oktober. Angekommen: Graf Waldersee", von NewVork, via Cherbourg;' Kaiser Friedrich", von New York, via Ply mouth und Cherbourg. ' L i v er p o o l, 5. Okt. Angekommen: Cymric", von New Aork. G e n u a. 5. Okt. Angekommen : Karamania", von New Jork, via Marseille. Glasgow, 5. Okt. .Angekommen: Laurentian", von New Fork. SouthUmpton, 5. Okt. Angekommen: Aller", von New York nach Bremen bestimmt. Abgegangen : Fürst Bismarck". von Hamburg, und New Jork, via Cherbourg. Neapel, 5. Okt. Angekommen : Kaiser Wilhelm II.", von New York nach Genua bestimmt. H a v r e,- 5. Okt. Angekommen : La Gascogne". von New York. G l a s g o w. 5. Okt. Abgegangen: .Californian". nach New Fork. London. 5. Okt. Abgegangen : .Marquette", nach New Jork. Weitere Depeschen auf
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