Indiana Tribüne, Volume 24, Number 16, Indianapolis, Marion County, 4 October 1900 — Page 1
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A i. s l 0 ConNtclzs1 y Ü Ni L2 U J at?!6. rrr Xa: (i (Grsdjciut tebcit Irtdjinittrtfi uni Sontttag Ittorncno. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Donnerstag, den 4. Oktober 1900. Nv. 16
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Ausland Depeschen
M'kWiMsM Moch . immer keine bcfriedigcnde. Ein britischer Convoi von 22 Wägen den Boercn in die Hände gefallen. Von der 60 Mann starken Be. deckung nur 12 entkommen.
Ein Elsciibahlizug na anderer Stelle V. Sun: Entgleisen gebracht.
r Wenig Neues qü-3 China. i Tie 2cutf 4en und Lritcn schicken szrt
während Truppen nach Peking. Tie Russen in der Älandschurei.
geldmarschall von Vlumcnthal gesäyr lich krank. V V
D i e Lage in Südafrika. L o n d o n , 4. Oktbr. Die folznde Depesche ist von Lord Roberts aus Pretoria eingetroffen: Ein Convoi von 22 Wägen, das von 60 Briten eskortirt wurde, wurde am 1. Otktober bei Jagers Drift von 140 Boeren an .gegriffen, als es sich auf dem Wege nach Aryheid befand. Von den 60 Mann sind zwölf entkommen. Ueber das Schicksal der anderen ist nichts be ckannt. 1 Die Boeren brachten am Montag Äbend bei Pan einen Eisenbahnzuz zum Entgleisen. Fünf Mann von den Coldstream-Gardcn wurden dabei getödtet und 19 verletzt. Der Kommandant Dirkson. der bisher der Kolonne des Generals Paget opponirte. hat sich ergeben, nachdem er sich bei einem persönlichen Besuch in Komatipoort davon überzeugt hatte, daß sich der Präsident Krüger auf portugiesisches Gebiet geflüchtet." Eine Depesche aus Lourenzo Mar ques sagt: Die Beschränkungen, die dem Präsidenten Krüger auferlegt werden, sind derart, daß sich Herr Krüger thatsächlich als Gefangener hfirncfien kann. rrj Visher wurde ihm gestattet, sich der p2 "'uipage des portugiesischen Generalouverneurs zu bedienen.' Als er am Dienstag ausfuhr. begegnete er einer "Anzahl Boeren. an die er eine Patriot!sche Ansprache hielt. Die Folge ist nun. daß ihm der Gouverneur die Erlaubniß. seine Equipage zu benutzen, ent- . zogen hat. und er ist auch gewarnt worzen. keine Reden mehr zu halten; ebenso ist es ihm verboten worden, fernerhin die grüne Schärpe, das Abzeichen seines Amtes, zu tragen." Johannesburg, Okt. Der Militär-Gouverneur hat am 28. September das Hauptquartier in Pretoria benachrichtigt, daft vom 10. Oktober an 'wöchentlich ungefähr 3000 bis 4000 der beim Ausbruch des Krieges aus Johannesburg Geflohenen nach der Stadt zurückkehren dürften. 1 Pretoria. 4. Okt. Die vor einigen Tagen erfo'gte Ernennung des Generals Baden-Powell zum Komrnandeur der jetzt zu organisirenden 12.000 Mann starken berittenen PoliZei, sowie die Ernennung Lord Roberts' zum Höchsikommandirenden des britischen Heeres, als Nachfolger Lord Wolselers. gilt als offizieller Beweis dafür, daß der Krieg gegen die Boeren als abgeschlossen anzusehen sei. Der znilitärischen Polizei soll jetzt die Aufgäbe zufallen, den Guerilla-Krieg gegen die Boeren aufzunehmen; indem man diese Truppen ausdrücklich als Polizei bezeichnet, spricht man den Boeren zugleich die Eigenschaft als kriegsführende Partei ab. Ein Lernichtungskampf toird den nächsten Akt dieses Dramas bilden. Starke Verstimmung herrscht in britischen Offizierskreisen, weil es heißt, General Kitchener soll an Stelle Lord Noberts' den Oberbefehl in Südafrika halten. General Buller wäre der Aniennetät nach zu dieser Würde berechigr. Aus ,E h i n a. Pekings 4. Oktbr. Der Prinz Ching ist davon benachrichtigt orden, daß in einem kaiserlichen Dekret die Wizekönige von Nanking und Hankow zu Kommissären ernannt worden seien, die bei den Friedensunterhandlungen bclsen sollen. Berlin, 4. Oktober. Offizieren Nachrichten von Peking, vom 23. September datirt. zufolge, machte der chinesische Unteroffizier, der angeklagt ift den Äaron von Ketteler ermordet zu
yaoen. die' folgenden. Auslagen: Am
21. Juni erhielten meine Leute von einem Prinzen Befehl, die Ausländerin erschießen, wo immer wir sie antreffen sollten." Der Angeklagte stellte in Abrede, daß der Befehl gelautet habe, einen Gesandten, oder den deutschen Gesandten zu erschießen, und er erklärte sich auch außer Stande, zu sagen, welcher Prinz den Befehl gegeben habe. P e k i n g . 4. Okt. Nach der Rückkehr der deutschen Erpedition vom Süden. am Freitag, ging eine kleine Abtheilung Japaner von Huang Tsun nach Tsing Fan ab, wo sich die Bozer in größerer Zahl versammeln sollen. Die in Peking zurückbleibenden Russen sind zwei Bataillone Infanterie und eine Batterie Artillerie, unter dem Oberst Trotiakow. Sie werden den Sommer-Palast und den Machiapo Ei-senbahn-Terminus besetzt halten. W a i H a i W e i . 4.' Okt. De? britische Kreuzer erster Klasse Terrible" und der Kreuzer zweiter Klae Are thusa", sowie die Transportdampfer, welche die dritte britisch-indisch: Bri, gade an Bord haben, sind ganz plötzlich nach Taku abgedampft. Wien. 4. O!:. Das MarineAmt hat die folgende Depesche ausTaku erhalten: In Uebereinstimmung mit einem rsuchen des Grafen von. Waldersee, wurde am 29. September von den Admirälen beschlossen, die Stadt Shan Hai Kwan zu besetzen, und alle Vorbereitungen dafür wurden sofort getrof fen. Britische Schiffe wurden abge schickt, um die Ueberzaöe der Stadt zu verlangen und die Chinesen räumten daraufhin den Platz. Die Briten hißten zuerst ihre Flagge auf und die anderen Flaggschiffe begaben sich dann ebenfalls nach Shan Hai Kwan. wo sie ihre resp. Flaggen auf den Forts aufhißten T i e n T s i n. 30. Sept. Die ameri kanischen Truppen werden nicht an der Expedition-nach Shan Hai Kwan theilnehmen. Der Befehl, daß eine Abtheilung amerikanischer Marinetruppen sich der Erpedition anschließen sollte, ist zurückgezogen worden. Die Verbündeten erwarten keinen Widerstand, denn sie sind benachrichtigt worden, daß die Mili tärbehörden in Shan Hai Kwan Befehl .'rhalten haben, zu kapituliren. General Cbaffee und der Komman deur der russischen Truppen haben fornull den Feldmarschall Graf von Waldersee von dem Zurückziehen der ameri kanischzn b:zw. russischen Truppen benachrichtizt. Die amerikanischen Mari nesoldaten werden nach Cavite geschickt werden. Die Briten und Deutschen fahren fort, Truppen nach Peking zu schicken. Es werden auf's Neue Vorbereitungen für eine größere Erpedition nach Pao Ting Fu getroffen. Di: Truppen, die an, der Expedition theilnehmen, werden wahrscheinlich gleichzeitig von Peking und Tien Tsin abgehen. Man glaubt, daß es zu größeren Kämpfen kommen wird, da bei Pao Ting Fu. der eigentlichen Hauptstadt der Prooinz Pe-chi-Li. große Massen von Borern versammelt sind. " Rom, 3. Okt. Einer Nachricht der Agenzia Libra- zufolge hat die italienische Regierung den Mächten die Okkupirung mehrerer Provinzen Chinas vorgeschlagen. Italien selbst hat sich Tschekiang mit der Hauptstadt HangTschau, südlich von Shanghai, ausgesucht. ' . Ein Feind der Menschheit. L o n d o n, 4. Okt. In einer am Mittwoch abgehaltenen Versammlung der Baptist Union, reichte der Rev. Dr. Jchn Clifford. ehemaligerPräsident de? Union, eine Resolution ein, in der im Allgemeinen der Krieg als Mittel zur Ausgleichung internationaler Differenzen verdammt wird. Er hielt dabei eine Rede, in der er auf den Kolonialsekretär Chamberlain Bezug nahm und un ter Andercm sagte, daß keine einzelne Persönlichkeit in der Welt im Augenblick das Wohlergehen des Landes wie das Wohl der ganzen Welt so sehr bedrohe, wie Herr Chamberlain. der thatsächlich an der Spitze der britischen R:gierung stehe. Er kennt seine Pappenheim e r. L o n d o n . 4. Okt. Lord Wolseley, der Oberkommandeur des Heeres, ersucht in einem offenen Schreiben das englische Volk, das die Truppen bei ihrer Rückkehr aus Afrika ehren will, den Soldaten keine berauschenden Getränke zu offeriren. da viele der Versuchung nicht widerstehen würden. Zum Schluß erklärt General Wolseley. -daß den Soldaten ein herzliches Willkommen bereitet werden sollte, das besser sein würde, als eine Einladung zum Trinken. Aus dem Deutschen Reich. B e r l i n , 4. Okt. Die Morgenzeitungen besprechen allgemein die Ant wort-Depesche deö Kaisers Wilhelm an den. chinesischen Kaiser und fast ohne
Ausnayme stimmen l:e ?yr tn allen tunkten bei. Die meisten 'Zeitungen betonen, daß die Depesche ziemlich versöhnlich gehalten sei und. der Kaiser Wilhelm dem Kaiser Kwang Su so viel entgegenkomme, wie man dies unter den Umständen erwarten könne. Die meisten Zeitungen drücken auch Zufriedenheit darüber aus, daß der Kaiser nicht weiter darauf besteht, daß die schuldigen Mandarinen ausgeliefert werden. Der sozialistische Vorwärts" sagt aber: Der Kaiser Wilhelm desavouirt den Grafen von Bülow, indem er dem chinesischen Kaiser gestattet hat. die Schuldigen zu bestrafen und indem er in den Beginn der Friedensunterhandlungen willigt, ehe die Chinesen die Forderungen Deutschlands, erfüllt haben. Die Depesche des chinesischen Kaisers wurde durch die chinesische Gesandt schaft übermittelt, und die Antwort wurde durch den deutschen Gesandten in China. Dr. Mumm von Schwarzenstein geschickt. Als die Aufmerksamkeit .der Beamtcn im auswä rtigen Amt darauf hingelenkt wurde, daß die Depesche des Kaisers ungefähr den Sinn habe, daß der Kaiser Kwanq Su selbst die Strafe über die schuldigen Mandarinen verhängen solle, wiesen sie darauf hin, daß der Kaiser dabei die Mitwirkung der Mächte in dieser Sache im' Sinne gehabt habe und daß in dieser Hinsicht wenig Unterschied zwischen der deutschen und der amerikanischen Politik bestehe. Das auswärtige Amt hat die Note noch nicht erhalten, die -Frankreich an Üblich an die Mächte geschickt haben soll. Ei sen ach, 4. Okt. Prinz Bernhard Heinrich, Enkel des Großherzogs Karl Alexander von Sachsen-We'.mar und Eisenach. der zweite Sohn des versiorbenen Erb-Großherzogs Karl August, ist hier gestorben. Der 22 Jahre alte Prinz war Leu!nant im preußischen 3. Garde-Ulanen-Regiment. . Der General-Feldmarschall Leonhard von Blumenthal, außer dem König Albert von Sachsen der letzte überlebende prominente General aus dem deutsch-französischen Kriege, ist gefähr lich erkrankt. 4 Herr Georg Schumann ist zum Prä sidenten der Sing-Akademie in Berlin erwählt worden. ' Der Kaiser Wilhelm befindet sich jetzt auf der Hirschjaad in Reminten, WestPreußen. Am Dienstag hatte er die Kinder des Dorfes zu einer Unterhaltung ins Schloß eingeladen, wo ihnen Kaffee und Kuchen servirt wurde. Der Kaiser schenkte den Kindern selbst den Kaffee ein 'und unterhielt sich in der launigsten Weise mit seinen jungen Gästen. ' Eigenthümliches Kamp a g n e-A r g u m e n t. London, 4. Okt. In allen TheilenEnglands sind noch die ParlamentsWahlen im Gange und die politische Aufregung hat jetzt ihren Höhepunkt er reicht. Die Primrose League hat ein Zirkular erlassen, in dem sie als Arguinent zu Gunsten der Erwählung der konservativen Kandidaten darauf hinweist, daß während der vier Jabre unter konservativer Administration 33.633 mehr Ehen geschlossen wurden, als w'ährend der vorhergehenden vier Jahre unter der Herrschaft der Liberalen. Die Russen in der Mandschüret. St. Petersburg. 4. Oktober. Der russische Generalstab hat Nachrich ten übe? die Operationen der Divisio nen des Generals Fleischer in der Mandschurei erhalten. Gen. Fleischer hatte, auf einer großen, mit hohem Gras bedeckten Ebene ein Gefecht mit den Chinesen zu bestehen, in dem die Russen an Todten zwei Offiziere .und an Verwundeten 18 Mann verloren. . Des Weiteren wurde gemeldet, daß der Oberst Artamanow. als er mit zwei Schwadronen Kavallerie rccognoscirte, auf 14.000 disziplinirte chinesische Truppen stieß. Mi erwartet, daß General Fleischer sie mit seinen 6000 Mann angreifen wird. Der ganze indisch e Kaffee, handelbedroht. Bombay, Indien, 4. Okt. Der ganze indische Kaffeehandel mit Frankreich wird durch die neuen französischen Zölle auf Kolcnial - Produkte bedroht. Indien exportirt jährlich ungefähr zehn Millionen Pfund Kaffee nach Frankreich und wenn dafür doppelt so viel Zoll erhoben wird wie für brasilianischen Kasfee, dann wird dieser Handel ganz, rui nirt werden.
, IX7 Die Großloge, der PythiaZ. ritter vertagte sich gestern Nachmittag nach Erledigung verschiedener Routine geschäfte. Ebenso . vertagten sich Abends die Rathborn Schwestern. .'
Jlkland Depeschen.
Zlom Kolilciigräber-Ztreik. : . Tie Ttrcikcr halten fest zusammen. iNnd weisen die angebotene Lohner höhnng zurück. Nur 5000 von den 142,000 Bergleu ken noch an der Arbeit. Viele der Kohlcngräber in ihre Heimath in Wales zurückgekehrt. Weitere Leichen in Galveston gefunden . Die Bevölkerung deö Staates Arkansaö
AuS den Philippinen. Washington. D. C.. 4. Okt. Im Marine-Departement ist die fol-' gende " Depesche von dem Admiral Kempff aus Cavite eingetroffen: Das Gerücht, daß das Kanonenboot Villalobos oder seine Mannschaft den Insurgenten in die Hände gefallen sei, ist unwahr. Der am 23. September in einer Manilaer Zeitung enthaltene Bericht ist falsch. Die Villalobos" ist das amerikanische Kanonenboot, das den Hauptmann Shields und 52 Mann vom 37. Ins. Regiment nach Santa Cruz, auf der Insel Marindoque, gebracht hatte, wo die ganze Abtheilung den Insurgenten in die Hände fiel. Die Wahl in Georgia. Atlanta, Ga.. 4. Okt. In diesem Staat haben am Mittwoch die allgemeinen Wahlen stattgefunden, und es wurden Konz"Mitglieder, Staatsbeamte. Legislatur-Mitglieder und County-Beamte erwählt. Da den demokratischen Kandidaten nur wenig Opposition gemacht wurde, ausgenommen in einigen Counties. in denen die populistische Organisation ziemlich stark ist. erregte die Wahl im Allgemeinen. wenig Interesse. Man schätzt die demokratische Majorität der Staatsbeamten auf ungefähr 50.000 Stimmen. Des Juwelen - Dieb st ah ls angeklagt. P i.t ss bürg. Pa.. 4. Okt. Chas. R. Samuels., ein .russischer Matrose, der im Verdacht, stand, die Leiche von Frl. Jane Corrigan von Cleveland um Schmucksachen im' Werth von 10.000 bestohlen zu haben, wurde am Mittwoch hier verhaftet und er wird sofort nach Cleveland gebracht werden. Frl. Corrigan war vor . mehreren Monaten bei dem Umschlagen der ihrem Vater gehörigen Yacht Jdler", zusammen mit ihrer Mutter, zwei Schwestern und einem kleinen Kind ertrunken. Als die Yacht später aufgefischt und die Leiche, die sich im Schiffsraum befand, ans Land " gebracht " wurde, fehlten die .Schmucksacren. Samuels, der die Leiche aufgefunden hatte, stand im Verdacht, die Sachen gestohlen zu haben, er war aber verschwunden. Am Mittwoch wurde er in hiesiger, Stadt entdeckt. In seinen Taschen wurden ein paar goldene Manschettenknöpfe gefunden, welche die Buchstaben I. C." enthielten, die Anfangsbuchstaben der Ertrunkenen. Begnadigt. Mo l?.t g o m e r y. Ala., 4. Oktober. Der Gouverneur Johnson hat Frank Devereaux und Frank Paxton von Lrooklyn und New York, zwei Mitglieder einer Schauspielertruppe, die bei dem schrecklichen Unwetter in Galveston Schiffbruch erlitten, sich dann das große Verbrechen zu Schulden kommen ließen, auf einem Frachtzuge, oder auch auf mehreren, als blinde Passagiere zu fahren und dafür auf je ein halbes Jahr zu Bergwerksarbeit verdonnert wurden, begnadigt, nachdem ihm von allen 'Seiten Vorstellungen gemacht worden waren. Der Streik der Kohlengrä' bet. Philädelvhia. Pa.. 4. Oktbr. Die Streik-Situation bot heute keine neuen Phasen dar. Von Interesse war nur die Offerte der Reading Co.. ihre Angestellten, daß sie außer, der 1s prozentigen Lohnerhöhung bereit sei, mit ihnen wegen ihrer anderweitigen Beschmerden in Unterhandlungen einzutre ten.. Bis jetzt, hat indessen keiner der Streiker sich geneigt gezeigt., diese. Bedin gungen anzunehmen. In der ganzen Anthracit-Region herrscht musterhafte Ruhe und Ordnung. General Gobin, der mit mehreren" Miliz-Regimentern auf Requisition des Sheriffs in die Streikgegend gesandt war. sandte am Mittwoch wieder ein Regiment nach Hause, da für das Militär absolut nichts zu thun ist: Ein anderes Regiment war bereits am Montag zurückgeschickt worden. Es verbleiben in der AnthracitRegion von der aufgebotenen Mlu sedt . ; I
nur rloch ein Regimen! Infanterie, eine Batterie Artillerie und eine Kompagnie Kavallerie. Ein weit verbreitetes Gerücht lautete, daß Präsident Mitchell mit den Präsidenten sämmtlicher im Kohlen-Geschäft interessirten Bahnen konferirt und die Verhandlungen' zu einem befriedigenden Abschluß gebracht habe. Präsident Mitchell stellte indessen dieses Gerücht entschieden in Abrede und erklärte alle der artige Nachrichten für völlig unbegründet. Er sagte, daß er keine Beilegung des Streiks aus eigener Machtvollkommenheit verfügen würde, bis di- Streiker in der Konvention selbst ,nscheid'.n würden, die Arbeit wieder aufzunehmen. Eine geheime Konferenz der hohen Be amten der Organisation der Bergleute fand am Mittwoch in Hazleton "statt. Nach Beendigung derselben erklärte Präsident Mitchell. daß die Frage über Einberufung einer allgemeinen Konvention nicht berührt worden wäre. Er fügte hinzu, daß von 142.000 Grubenarbeitern nur noch 5000 an der Arbeit seien und diese würden auch in den nächsten Tagen die Arbeit niederlegen. . Der Termin, bis zu welchem die Offerte der Lackawanna Co.. die 10pro zentige Lohnerhöhung eintreten zu lassen, in Kraft ist. läuft am Tssrstag ab. die Streiker erklären jedoch mit seltener Einmüthigkeit. der Offerte keine weitere Beachtung zu schenken. Aus Galveston. G a l v e st o n, Tex., 4. Oktober. Am Mittwoch sind abermals 21 Leichen unter den Trümmern gefunden worden. Die Zahl der Todten, die seit dem Sturm aufgefunden wurden, wird offiziell auf 2396 angegeben. Für die Nothleidenden in Texas. W a s h i n g t o n. D. C 4. Oktober. Das Staatsdepartement hat von B. H. Warner, Jr.. dem Ver. St. Konsul in Leipzig.' eine Anweisung auf $500 erhalten, welche Summe von der amenkanischen Kolonie in Leipzig, deutschen Firmen und Ver. St. Konsuln in Deutschland für die in Texas so schwer Heimgesuchten aufgebracht worden ist. Tödtlich getroffen. ' New York, 4. Oktober. Von einem Mitglied eines Clubs junger Leute, die mehr Geld als Verstand und Anstand, haben, bis auf den Tod verwundet, liegt in seiner Wohnung in Broollyn der Polizist Horn darnieder. Frank Gaffney. ein notorischer Rauf bold. hatte ihm zu früher Morgenstunde' einen Degen in den Leib gestoßen. Der Mordbube ist Mitglied des Lexow Clubs. Horn hatte sich die Feindschaft dieses Clubs dadurch zugezogen, daß er den von den Mitgliedern verübten nächtlichen Unfug wiederholt unterdrückte. Horn brachte nun in Ersahrung. daß Gaffney. ein gewisser Jas. Röche und, drei oder vier andere junge Leute desselben Kalibers sich aufgemacht hatten, um eine italienische Hochzeit zu stören. Als er sich dem betreffenden Hause näherte, schlug ihm ein Heidenlärm entgegen. Die Bande war in das Zimmer, wo die Brautleute und ihre Gäste fröhlich beim Mahle saßcn, eingedrungen, hatte die Tische umgeworfen und war eben daran, die sich kräftig zur Wehre setzenden Italiener zu prügeln, als Horn auf der Scene erschien. ' Gaffney. der Rädelsführer, drang mit einem alten Degen auf die Braut ein, wurde jedoch überwältigt und sammt seiner Mordwaffe an die Luft befördert. Als sie sahen, daß sie den Kürzeren zogen und den Polizisten erblickten, gaben die Bengel Fersengeld. Es gelang Horn jedoch. . Gaffney und Röche zu fassen und zum nächsten Signalkasten zu schleppen. Während er dort der Ankunft des Patrolwagens harrte, stieß ihm Gaffney den Degen, den er 'mmer noch in der Hand hielt, tief in den Leib. Die beidenVerbrecher versuch-
ten zu entfliehen, liefen jedoch, als sie um mt Ecke bogen, dem Roundsman in die Arme.'. Zehn Minuten später saßen sie hinter Schloß und Riegel. Der Youtsey-Prozeß. Georgetown. Ky.. 4. Okt. ' Der Prozeß gegen Henry Youtsey. der Ermordung Wm. Goebel's angeklagt, wurde am Dienstag aufs Neue, diesmal bis zum Freitag vertagt, da von den wichtigsten Zeugen nur wenige eingetroffen waren. Feuer. Wil l i a m s p o r t. Va.. 4. Okt. Die große vierstöckige Schuhfabrik von I. E. Dayton & Co.. die fast ein ganzes Häufergeviert einnimmt, ist mit großen Vorräthen von fertigen Schuhen und von Rohmaterial am Mittwoch Morgen zu früher Stunde gänzlich durch Feuer zerstört worden. Zwei andere Firmen, die sich in dem Gebäude befanden, erlitten ebenfalls erhebliche Verluste. Der Gesammtverlust beläuft sich auf 5300.000. wovon 5250.000 auf Dayton & Co. entfallen. Das Gebäude
und die Borräthe waren nur theilweise
versichert. Raubmord. ' Mansfield. O.. 4. Okt. Ar. thur I. Kern, ein Geschäftsmann von I Shelby. O.. wurde am Mittwoch in der j Nähe seiner Wohnung mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden. Er war überfallen und beraubt worden. Sem Zustand ist ein sehr kritischer. Großer Schaden an dee B a u m w o l l - E r n t e. ' Fort W o r t h. Tex., 4. Okt. Den genauesten Zusammenstellungen zufolge sind in Folge - der kürzlichen Ueberschwemmungen im Staate Texas unaefähr 400.000 Ballen Baumwolle im Werthe von wenigstens Z20.000.000 zerstört worden. Census - Statistik. Washington. D. C.. 4. Okt. Das Census-Bureau machte spät am Nachmittag die Bevölkerungszahl von Arkansas bekannt, der erste Staak, dessen Bevölkerungsstatistik zusammengestellt worden ist. Die Bevölkerung beläuft sich demnach auf 1.311.504 Seelen. Es ist dies eine Zunahme von 183.383 oder 16.25 Prozent gegen 1890. ' Selbstmord eines Fünfundachtzigjährigen. Owensboro. Ky.. 4. Oktober. George Brooks, einer der ältesten Farmer in diesem County, hat am Mittwoch Morgen Selbstmord begangen, nachdem er alle Vorbereitungen für sein Begräbniß getroffen hatte. Als der alte Mann zum Frühstück gerufen werden sollte, fand ihn sein Sohn todt im Bette liegend. Seine Hände waren auf der Brust gekreuzt und zwischen den Fingern hielt der Todte einen Zettel, der die folgenden Worte enthielt : , Heute war mein Geburtstag. Ich bin 85 Jahre alt. Ich kam an diesem Tage in die Welt und ich bin lange ge nug darin gewesen. Ich bin Anderen im Weg und es ist am Besten, wenn ich diese Welt verlasse.- ' Eisenbahn-Raub. Omaha', Neb., 4. Oktbr. Ei Passagierzug der Burlington Eisen bahn wurde am Mittwoch Abend um 11 Uhr 'drei Meilen südlich von Council -Bluffs beraubt. Die Lokomotive wurde mtt 'dem Gepäck- und Expreß wagen losgekoppelt und eine Strecke vorausgefahren, und der Geldschrank in der Expreßcar wurde dann ge. sprengt. Ein Hilfszug ist sofort nach dem Eir treffen der Nachricht von Council Bluffs abgegangen. Eine neue Jndustrke. Steubenville. O.,4.Okt. Die American Marble Company, die in Nen Jersey mit einem Kapital von Z200.000 inkorporirt wurde, hat am Mittwoch ihre Fabrik in hiesiger Stadt eröffnet und die Feuer unter den vierzig Trockenöfen an zünden lassen. Die Fabrik wird 120 Personen beschäftigen und täglich 150. 000 Marbles" herstellen. .. SchiffsnachrichteN.' Q u e e n s t o w n. 3. Okt. Angel.: Felgenland, von Philadelphia; Majci"c, von nem ork. beide nach 5lverPool bestimmt. Abgegangen: Servia, nach New York; Ultonia, nach Boston. Cherbourg, 3. Okt. Angek.: Graf Waldersee.- von New YorR nach Hamburg bestimmt. London. 3. Okt. Angek.: Vesaba, ton New York. Liverpool. 3. Okt. Angek.: Knight Errant. von Newport News. Abgegangen: Nomadic. nach New York. S o u t h a m p t o n. 3. Okt. Abg.: Kaiserin Maria Theresa, von Bremen nach New York bestimmt. Angek.: St. Paul, von New York. ' New York. 3. Okt. Angek.: Ems. von Neapel; Teutonic. von Liverpool; Georgic, von Liverpool; Lahn,, von Bremen. ,,, Der Einbruch im Vatikan. Rom. 4. Oktober. Die italienische Polizei, beschäftigt sich bereits angelegentlich mit dem im Vatikan verübten Einbruch, bei dem die Diebe 357.000 Lire in Werthpapieren und 3000 in Silber erbeuteten, obgleich dieVehörden vom Vatikan keine formellen Beschwerden erhoben und sich darauf beschränkt haben, den Diebstahl anzu melden. Vier Personen stehen im Verdacht, den Einbruch verübt zu ha- ' ben, und eine davon wurde am Mitt woch Morgen verhaftet. Die Tribuna" sagt, daß die italie Nische Polizei schon im Juli letzten Jahres die Vatikan-Polizei benachrichtigt habe, daß' ein solcher Raub geplant worden sei. Man glaubt, daß ; die gestohlenen Werthpapiere nicht, wie behauptet wurde, der Verwaltung der apostolischen Paläste gehörten, sondern einen Theil des Privatverm'ögens de5 Papstes bilden. ' - . .
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