Indiana Tribüne, Volume 24, Number 12, Indianapolis, Marion County, 30 September 1900 — Page 6
Jndlantt Tribüne, Gonntw, 3. September 190.
c
'Ämerikanerin und Chiuesm. Gin interessantes Interview, bei Um die Verschiedenheit des Geschmccks, der Ansichten und Ueberzeujungen zwischen den Frauen Chinas txnb denen Amerikas resp. Europas so cht zum Ausdruck kam. fand kürzlich -izt Boudoir der Gemahlin des chineAschen Gesandten in Washington statt. "2" Mitarbeiterin einer New Yorker Leitung hatte Zutritt zu Madame Wu halten, und zwischen den beiden etwa -SOjochrigen Damen jede war nach der Mode ihres Landes elegant g?kleidet entspann sich folgendes amüsante Gespräch: Mine Tracht gefällt .Ihnen nicht?- begann die Chinesin, an ihrem kostbaren Costüm herabsehend. ..Offen gestanden, nein ntgegnete die Tochter Onkel Sams. Mir gefällt Lhre Toilette auch keineswegs." fuhr Madame Wu lächelnd fort; sie ist indecent und gar nicht graziös." Das'selbe behaupte ich von Ihrem Anzüge." 'Miderte die Miß. ohne beleidigt zu sein. Kopfschüttelnd strich Madame -über den schimmernden Atlas ihre? '.weiten PantalonZ und sagte: 3iese sind sehr decent, da sie, wenn man sich 'knxgi, keine Unterkleidung sehen las--sen. wie ein Rock.- Sie würden keine ' anständige Amerikanerin dazu bekomr?en, sich in einer solchen Hose zu zei gen." erklärte die Befucherin. Und Sie dürften keine auf sich haltende 'Chinesin finden, die etwas anderes .tragen würde." beharrte die Gesandtin. ..Ihre Jacke ist von prächtigem Stoff -und wunderschon gestickt, aber sie sitzt richt." Die Berichterstatterin deutete uf das keine Taille markirende Kleiungsstück ihres Gegenüber. Das sollte auch nicht, sie würde dann nicht znehr decent sein," entgegnete Mme. Wu mit Nachdruck; Ihre Taille sitzt viel zu prall, das ist nicht schön und nicht ehrbar." Oh doch.. es ist cdrett nnb eigen." Die zierliche Frau lachte laut auf. Eigen heißt sauber und Ihnen liegt nichts an Sauberkeit, sonst würden Sie an Ihrem Rock keine Schleppe haben," rief sie triumphirend. 'Etwas bestürzt blickte die New Yorker Mvdeschone auf ihren staubigen Rocksannt, Nun," meinte sie dann klein 'laut, wenigstens ist mein Schleppkleid inständiger und graziöser als Ihre -ofc Anstand und Grazie ist ohne Scmberkeit nicht denkbar," gab Ma"twrne mit blitzenden Augen zurück. ,Unb dann, wie wollen Sie sich mit "Anmuth bewegen, wenn Sie derart in -ein unbequemes Corset eingeschnürt sind?" Mein Corset ist sehr bequem. 'Aber zeigen Sie mir, daß Sie mit Jhten armen, kleinen Füßchen überhaupt .zu gehen vermögen." Ich kann gehen versicherte die Chinesin und -rnachte eine kleine Prom-nade durch das Zimmer, wobei sie sich allerdings Quf Tische und Stühle stützte. Schnell eC-esich wieder und erklärte, daß fl it?N"v-,f &tift $Ttt AnfttH ifsftlrn
jlt Uktlll. H"( VVi, VttM Wtf Vj laufen zu können. Mme. Wu's FUßchen sind kaum 4 Zoll lang. Miß H . . . pellte ihren proportionirten, in smariem Ziegenlederstiefel steckenden Fuß eben das eine der mit rother Seide bekleideten Stümpfchen und sagte: Se 3n Sie, das ist ein Fuß, den man auch brauchen kann." . Ich glaube ohl slüsterte zurückschauernd die iWesitzerin der verkrüppelten GliedmaZen. Ehe man sich trennte, wurde noch bas Heirathsthema erörtert. Auf die 'Frage der Amerikanerin, ob es häufig -vorkomme, dafc ut von den Eltern für 'die Tochter ausgesuchte Mann dem bei 'derWahl garnicht befragten Mädchen -Mißfalle, erwiderte die intelligente Mne Diplomatenfrau: Fast nie, denn :bk Chinesin hält es nicht nur für ihre Älwdespflicht, den ihr vom Vater zugewiesenen Gatten zu lieben, sondern ft glaubt auch an eine höhere Bestim nrnng,. Wir sind fest überzeugt, daß ixr Zunkünftige, den die Eltern für uns gefunden haben, auch wirklich der r, für den uns das Schicksal von Anfang an ausersehen hat." Mme. Wu fprach zum Schluß die Ansicht aus, baß die ernst veranlagten Frauen des Himmlischen Reiches mit seltenen AusNahmen gute Gattinnen und Mütter feien. In Harem zu Teheran. Inmitten eins großen Hofe's des zconlgschlosses in Teheran erhebt sich feenhafter, von einer Säulenhalle umgebener und mit den kunstvollsten , Büdhauerarbeuen geschmückter Marrnorpalast, der Palast des Schlafes (Khaba, d. h. der Ort, wo man schläft.) Die Gemächer der Harems schönen, die von vierzig weißen und schwarzen Eunuchen bewacht werden, schließen nicht allein den gewaltigen Hof von al len Seiten ein, sondern dehnen sich noch Qber kleinere Nebenhöfe aus. Unter den Frauen des Anderoun (Frauenpa Bastes) herrscht eine gewisse Hi:rarchie. Zum ersten Range gehören diejenigen. welche sich fürstlichen Blutes rühmen können, und deren Söhne allein zur Thronfolge berechtigt sind: außerdem die sogenannten Favoritinnen, die in mancher Hinsicht vor den übrigen BeQohnerinnen des Harems bevorzugt erden. Die Frauen dieser erstenKlasse lzaben im Allgemeinen ihren eigenen Hofstaat, soweit man von einem solchen sprechen darf, und ihre ei genen Gemächer. Alle anderen leben in größerer oder geringerer Abhängigkeit Kon ihnen, meistens in einem dienstbaren Verhältniß unter einem Titel, der Qxtm Range entspricht. Das häusliche Costüm der Damen 'des Anderoun ist für alle gleich, für tllte wie für Junge, und läßt weuizsiens nach unseren Begriffen in Bezug Us Vollständigkeit sehr viel zu wünscheu übrig. Es besteht aus einer über der Brust nur halb geschlossenen Jacke oder Weste (Yal). die kaum bis zur Taille reicht und es desbalb einer Art Cfemise (Hemdkleid) gestattet.
Blicken zu zeigen. Dazu kommt dann noch ein sehr kurzer Rock, der demjenigen unserer Ballettänzerinnen gleicht, also bei den Knieen aufhört und die weißen Strümpfe so gut wie gar nicht verdeckt. Ein Kopftuch hüllt meistens das Haar ein. und damit ist die Schildttung des Negliges einer Dame des königlichen Harems zu Teheran erschöpft. Für ihr Gemach genügt es ja auch, und wenn sie es verlassen will, muß sie sich in ein weites Gewand, das sogenannte Gebetkleid, hüllen, das ihre Gestalt vom Kopf bis zu den Füßen verdeckt. Bei besonderen Gelegenheiten dagegen entfalten die Schönen des Anderoun einen unerhörten Luxus und fu chen einander durch den Glanz ihreZ Geschmeides und die Pracht ihrer Gewänder zu überbieten. Tann funkeln sie förmlich von Edelsteinen und den Herrlichsten Gold- und Silberstickereien, aber an diesem Wettstreit um diePalme unübertrefflichenToilettenvrunkes kön-
nen natürlich nur die Frauen von fürst. lichem Geblüt teilnehmen und die Favoritinnen, die es verstehen, ihrem Herrn und Gebieter in einer schwachen Stunde immer von neuem Edelsteine aller Art und Anweisungen auf große Summen abzulocken. Denn solcher bedürfen ste vor allen Dingen, um ihre Nebenbuhlerinnen siegreich aus dem Felde schlagen zu können. Mit großem Luxus. sind die Badezimmer ausgestattet, von denen jedes zwei große Wannen mit Wasser von verschiedener Temperatur enthält. Was die Benutzung anbetrifft, so kommt zunächst für zehn Minuten die Wanne mit dem kälteren, dann die mit dem wärmeren Wasser für dieselbeZeit. dauer an die Reihe. Andere zehn Minuten setzt die Badende ihren Körper den warmen Wasserdämpfen aus, mit welchen der Raum angefüllt ist. Dann begiebt sie sich, in wollene Tücher vollständig eingehüllt, in das Toilettenzimmer zurück und ruht hier auf weichem Lager etwa eine Stunde aus. worauf die Toilette beginnt, die mehrere Stun den in Anspruch nimmt, wenn die betreffende Haremsdame ihren Gebieter erwartet. Zunächst werden die Nägel der Füße und Hände roth gefärbt; mit dem Khol" schwärzt man die Augenbrauen und verlängert sie gleichsam, indem man sie über der Nase durch einen Strich vereinigt. Auf die Haarfrisur w'.rd die größteSorgfalt verwandt, und bei der Auswahl der eigentlichen Bekleidungsstücke und Schmuckgegenstände kommt natürlich alles daraus an, in den Augen desjenigen, von dem im Anderoun allein alle Gnade und Gunst und Auszeichnung ausgeht, als die am schönsten Geschmückte zu erscheinen. Schweizer Kadetten. Schon von Alters her bis auf den heutigen Tag wurde im Land der Eidgenossen großes Gewicht auf mt körperliche Entwicklung und Ausbildung der männlichen Jugend gelegt, um dieselbe für den Waffendienst brauchbarer und tauglicher heranzuziehen. Volksspiele aller Art, die heute noch mit Eifer gepflegt werden, hatten und haben keinen anderen Zweck, als Muskeln und Sehnen zu stählen und das Vertrauen auf die eigene Kraft zu wecken. Neben diesen Spielen wurde aber auch schon seit Jahrhunderten dem Cchieen das größte Interesse entgegengebracht, und es dürfen die Bogen- und Armbrustschützen der Schweiz mit Stolz auf ihre Leistungen wie überhaupt auf ihre ganze Geschichte zurückblicken. Gegen Ende des vorletzten und zu Anfang des letzten Jahrhunderts wurden in einzelnen Städten durch aus fremden Kriegsdiensten heimkehrende Officiere Versuche gemacht, jungeLeute von zwölf bis achtzehn Altersjahren zusammen zu nehmen, zu exercieren und ihnen durch sogenannte Trüll meister" (gewöhnlich gediente Unterofficiere) soldatische Haltung, Bewegung und die Handhabung des GeWehrs beibringen zu lassen. Waren diese unerläßlichen Elemente genügend verdaut, so ging es sogar an das Evolutioniren", Manövriren in geschlossen nen Abtheilungen und zum Schießen mit Platzpatronen. , 1 1 ' Armbru st schützen. (Thun.) Heutzutage ist alles anders geworden! Schon vor der allgemeinen Einführung der Hinterladergewehre in den europäischen Heereit waren einige wenige Cadettencorps mit gezogenen Vorladergewehren bewaffnet, mit welchen das Schießen mit scharfer Munition in rationeller Weise betrieben werden konnte. Ein gewaltiger Schritt nach rückwärts wurde aber gethan, als der Bund die Frage der Bewaffnung der Eadetten in die Hand nahm und ein Gewehrmodell aufstellte, . das sich genau an das damalige Repetiergewehr (System VetterM der sckweizeriscben -Infanterie anlehnte, selbstverständlich kurzer und leichter als dieses, und als Einzellader zur Ausführung gelangte. Durch Subventionen deK'StaateZ. ein-
ß t l IkLM n3 "
zelner Kantone, Gemeinden und sretwillige Beiträge von Privaten wurde es möglich gemacht, in verhältnihmäßig kurzer Zeit die Neubewaffnung bei allen Cadettencorps durchzuführen. Mit einem Schlag standen diese nun auf einem ganz andern Boden? jetzt wurde das Hauptgewicht auf die Schießausbildung gelegt, die bei allen Corps nach einheitlichen, fest geregelten Vorschriften in Betrieb kam. Um den Eifer, das Interesse am Schießen und das Ehrgefühl der jungen Leute noch mehr zu wecken, wurden vom Bund alljährlich Prämien ausgesetzt für diejenigen Corps, welche bei richtigerDurchführung der Schießprogramme die verlangten Trefferergebnisse aufweisen. Im Jahre 1897 wurde vom schweizerischen Bundesrath ein neues Modell für ein Cadettengewehr genehmigt, dessen Construktion sich mit dem Jnfanteriegewehr deckt. Daß das Cadettengewehr für die gewöhnlichen Uebungen sich genau derselben Munition bedient wie das Jnfanteriegewehr, nur mit etwas schwächerer Ladung; daß es aber ebensogut die eigentliche Kriegsmuni-
Artilleristen. (St. Gallen.) tion verfeuern kann, ist ein Umstand, der durchaus nicht zu-unterschätzen ist. Der Vollständigkeit wegen müssen wir erwähnen, daß einzelne Cadettencorps neben ihrer Infanterie auch Artillerie besitzen, allerdings in bescheidener Zahl) aber doch mit ganz brauchbaren Geschützen (6 Centimeter - Hinterlader, Bronzerohre mit Blechlafetten). Auch diese Truppe findet jährlich Gelegenheit. sich im Scharfschießen, wenigstens mit Granaten, zu üben. Um bei den Lesern nicht etwa die falsche Idee auskommen zu lassen, als ob sich die ganze Thätigkeit in den Cadettencorps nur auf das iSchießen concentrire, fügen wir bei, daß die Ausbildung der jungen Leute sich genau auf die bestehenden Reglements der Jnfanterie beziehungsweise Artillerie stützt und ihren Abschluß für die erstere mit Felddienst. dem Schützengefecht, das heißt mit den Uebungen in zerstreuter Ordnung im Gelände, findet. Damit mehr Reiz in die Sache kommt, finden bald kleinere, bald größere Zusammenzüge von der schieden! Cadettencorps statt, unter Zugrundelegung irgend einer Gefechtsläge gestützt, auf welche dann die Uebung ein- bis mehrtägig durchge führt wird. Im Jantse-Thale. Durch die jetzigen chinesischen Wirren ist das bis jetzt trotz seines guten Thees nicht gebührend berücksichtigte schöne Jantse-Geöiet in den Vordergründ des Interesses gerückt. Der Jantsekiang oder Blaue Fluß klommt vom Kuenlün und ergießt sich nach einem Lauf von 3500 Meilen, von denen 800 schiffbar sind, in das Ostchinesische Meer. Von großer romantischerSchönheit ist das linke Ufer des Flusses, das mit seinen Burgen und Ruinen lebhaft an den Rhein erinnert und außerordentlich dicht bevölkert ist. Das rechte 'Ufer ist, soweit das Auge reicht, flach. Der Verkehr auf der Wasserstraße ist besonders zur Zeit der Thee-Ernte außerordentlich lebhaft. Das Flußbett ist so tief, daß felbst große Dampfer bis nach Hankau hinaufkommen könJF&a V 55 ...v0v. .,) " - CT f;Vf, v . Fels bei Tschinkiang. nen, um den Thee, dessen HauptstapelPlatz jene Stadt bildet, zur Ausfuhr zu verladen. Die Stadt Wuhu am rechten Ufer des Jantsekiang in der Provinz' Nganhwei ist durch den Lertrag von Tschifu vom 1. April 1877 für den ausländischen Handel eröffnet worden. Wuhu, halbwegs zwischen Tschinkiang und 5iiukiang, ist infolge der Wasserverbindung, die zwei Kanäle mit dem Inneren der Provinz herstellen, für den Handel sehr günstig gelegen. Ein breiter Kanal, d' im Winter 5 bis 6. im Sommer 10 bis 12
s
A
t!SJK
s.
V
l
,
V
f'
li
1
'Av wjw1 -v ov Z; V-., iwÄ'i J
Fuß Tiefe hat, verbindet den Hasen von Wuhu mit der 50 Meilen entfernten wichtigen Stadt Ringkufu im südlichen Nganhwei. Ein anderer Kanal führt 8 Meilen südwestlich nach Taipinghsien, einem ausgezeichneten Theedistrict. Dieser Kanal, der nur im Sommer befahren werden kann, berührt Nanking und Kingshien, woSeidencultur betrieben wird. Während des Sommers und Herbstes kommen von Taipinghsien 300 Pikul Thee (zu je WO Pfund) auf Booten nach Wuhu; im Winter ist jedoch der Kanal ausgetrocknet und jeder Wasserverkehr unmöglich. Die Seidendistricte von Nanling und Kinghsin liegen 60 Meilen von Wuhu entfernt. Dicht am Kanal führen von Ningkufu und Taipinzhsien noch zwei andere Verkehrs-
U 4 llllliu li 1 .
T'IM! III ÄLÄfe JjgV i c !b - Pagode bei Wuhu. wege nach Suan und Tungpo. Es ist begreiflich, daß die günstigen WasserVerbindungen von Wuhu sehr dazu beigetragen haben. Ein- und Ausfuhr sichtlich zu heben; der Werth des Iahresimports bezifferte sich kürzlich auf 2.038.152 Taels. Die Kohlenminen von Tschitschow in der Nähe von Tatung. die mit Maschinen nach modernem System bearbeitet werden, liefern täglich 20 Tonnen. Die Ausbeute dieser Minen ist ein beliebter Ausfuhrartikel von Wuhu; der Kohlenezport, der im ersten Jahre 2091 Tonnen betrug, hob sich bereits im nächsten Jahr um 451 Tonnen und beträgt gegenwärtig 1071 Tonnen mehr als anfangs. Die schöne Lage der Stadt Wuhu, die breiten, mit Backsteinen gepflasterten Straßen, wie man sie selten in chinesischen Städten findet, sowie die lebhafte, fleißige, genügsame Bevölkerung machen aus jeden Besucher Wuhus einen angenehmen Eindruck, während die hohe, verwitterte Pagode an die Vergänglichkeit alles Irdischen gemahnt. Ein freundliches und eigenartiges Bild bietet der Sommeraufenthalt auf dem Felskegel bei Tschinkiang. Der in den Felsen mühevoll eingehauene breite Treppenweg. die reizenden Häuser am Abhang desselben, sow'e der Tempel auf dem Gipfel zeugen von der außerordentlichen Geduld und Arbeitsamkeit des Chinesen. Ein derartig gelegener Sommeraufenthalt 'ist wohl recht romantisch. aber doch auch etwas unbequem. Die Stadt Wutschang, mit Artillerielager und 500.000 Einwohnern, liegt am rechten User des Jantsekiang, Hankau gegenüber. Die Bevölkerung ist wegen ihres Fanatismus und Fremdenbasses sehr berüchtigt. Zur Polarsorschung. Der fürstliche Polarforscher Prinz Luigi Amadeus von Italien ist an Bord seines Dampfers Stella Polare" aus den Regionen des ewigen Eises zurückgekehrt, nachdem er sein Vorhaben, den Nordpol zu erreichen, hat aufgeben müssen. Die Stellt erreichte 86 Grad 33 Minuten nördlicher Breite und ist somit weiter nördlich gekommen, als Dr. Nansen. Das Schiff blieb fast 11 Monate fest im Eise. Die Expedition mußte viele Entbehrungen aushalten und theilweise das Fleisch der Schlittenhunde verzehren. Ein norwegischer Maschinist und zwei Italiener kamen um s Leben Prinz Luigi Amadeus. Der 1873 geborene Prinz Luigi Amadeus von Italien. Herzog der Abruzzen, gehört als Lieutenant z. S. der italienischen Marine an. Er trat seine Expedition am 12. Juni 1899 von Christiania aus an. Geplant waren größere Schlittenreisen. Da Nansen's nördlichster Punkt auf 86 Grad 3.4 Minuten nördlicher Breite lag, so hat die italienische Expedition den früher nachweislich erreichten nördlichsten Punkt um 19 Aogensekunden überschritten. Merkwürdig. Backfisch (dem neuen Landrichter beqegnend, der eine starke Trinkernase hat): Ist aber das abscheulich, so eine roth und blau geschwollen Nase!" Mutter: Schon ist's freilich nicht zu entschuldigen ist sie nur wegen der vielen Schicksalsschläge. die den Landrichter getrofsen! Backfischt Und merkwürdig alle aufdieNasel-..
,,s,,,',,m,,,mim,K gg
P?TTW3XV5&m-ri
w f$ Wß . jtö? MMM MW v WWC 1 vjÄavt n i&A ' Ä?
Monza.
Die Stadt Monza in der Lombarbei, in welcher König Humbert von Italien als Opfer der Kuael desAnarchisten Brcsci fiel, blickt aus eine große geschichtliche Vergangenheit zurück, ist aber heute von nur geringerBedeutung. Wohl erinnert manches alte Baudenkmal an vergangene Herrlichkeit es sei vor allem der 595 von der Longobardenkönigin Theodolinde errichtete, im vierzehnten Jahrhundert erneuerte Dom erwähnt , aber sonst übt Monza. das trotz seiner circa 30.000 Einwohner einen fast dürftigen EinDoni. druck macht, auf die Reisenden keine besondere Anziehungskraft aus; höchstens daß die Besucher Mailands einen Absiecher nach dem ca. 8 engl. Meilen entfcrnten Orte unternehmen. Eine Sehenswürdigkeit ist allerdings das am nördlichen Ende der Stadt gelegene königliche Lustschloß mit seinen prächtigen Gärten und daranstoßendem Park. Diese Villa Reale", die ein Lieblingsaufenthalt des Königs Humbert war, hat ebenfalls eine wechselvolle Geschichte. Im Jahre 1777 von dem damaligen Statthalter der Lombardei, Erzherzog Ferdinand, erbaut, wurde das Schloß 1807 Residenz von Eugene Beauharnais, dem Stiefsohne Napoleons, bis nach Wiederherstellung der österreichischen Herrschast Erzherzog Straße. Rainer als Statthalter seinen Einzug hielt. Während des Aufstandes von 1848 hatte hier Radetzky fein Hauptquartier, und als letzter Habsburger residirte im Schlosse der Erzherzog Maximilian, nachmals Kaiser von Mexico. Im Jahre 1859 nahm Victor Emanuel als König des neu erständenen Italien Schloß und Park in Besitz. Gleich seinem Vater, dem er 1878 au dem Thron folgte, war König Humbert ein eifriger Jäger, und er liebte es, den an Fasanen, Rehen und Hasen fast überreichen Park von Monza, der dicht hinter dem Schlosse seinen Anfang nimmt, zu durchstreifen, um in der Ausübung des Waidwerks Zerstreuung zu suchen. Chinesische Truppen. Sckon wäbrend des cbinesiscb-iava Nischen Krieges 189495 sah China sich genöthigt, mit Reformen im HeerWesen zu beginnen, die indeß, zu spät unternommen, keinen Einfluß meh aus den Ausaana des Krieges haben sollten. Die Berufung einer größeren Anzahl europäischer Jnstructoren. die Beschaffung von 5kuerwaffen modern ster Construction und dieVAusbildung damit haben einen Theil des Heeres auf eine höhere Stufe der Ausbildung gehoben. In den Kämpfen, in denen den .Artillerist . Infanterist. Verbündeten reguläre Truppen gegenüberstanden, haben sich Letztere gut geschlagen. Freilich bilden die Regulären nur einen Theil des Heeres, das sich aus sehi. verschiedenartigen Bestandtheilen zusammensetztj.so führen z. B. die Truppen der grünen Fahne" noch Pfeil und Bogen oder, wenn es hoch kommt, Gewehre ganz alter Art. Diese Truppen werden überhaupt als ganz erbärmliches Gesinde! geschildert. Mit der Neubewaffnung der Regulären ging auch eine Uniformirung der Truppen nach europäischem Muster Hand in Hand. Als Kopfbedeckung dient meist ein turbanartig, geschlungenes Kopftuch, das den zusammengerollten und aufgesteckten Zopf verdeckt. Unsere Typen sind nach Photographien gezeichnet. Der Tambourmajor trägt freilick noch Kleidung chinesischen Schnittes) sein Rang aber wird nach europäische? Art durch Borten am Aermelaufschlag kenntlich m$t. Die Artillerie trc-t
-n, v 4j . -'!7-v"
Revision einer Wache. ihren aufgesteckten Zopf unter dem Strohhut. Von einer Reorganisation des chinesischen Officiercorps, soweit überhaupt von einem solchen die Rede sein kann, hat man noch nichts gehört. Die Militärmandarinen, von denen die Mehrzahl nicht die leiseste Ahnung von militärischen Dingen hat. haben die höheren Eommandostellen inne und diese Biedermänner richten ihr Hauptaugenmerk auf ihre eigene Bereicherung durch Annahme von Bestechungen, Untcrschlagungen u. s. w. Erhabener Standpunkt. Tochter (zu ihrem Vater, der n Lied ganz falsch singt): Aber Papa, du singst ja ganz falsch." Papa (reicher Bankier): Gott der Gerechte, werd' ich mer doch nicht vorschreiben lassen ä Melodie." Schlau! Sie haben ja Ihre Frau auf vierzehn Tage zu ihren Verwandten geschickt!' Warum denn?" Ja, wissen Sie, sie war nämlich 2 Monat heiser, und da soll sie sich erst 'mal ordentlich aussprechen!" , Mann: Heute habe ich mir einen neuen Hut gekauft! Frau: Du, unter Eheleuten i"" aber keines vor dem andern etwas voraus haben!" Auf Commando. Wenn wir dem Baron heute wieder begegnen, dann , wirst du zuerst dunkelroth .und' nach ungefähr fünf Schritten wieder blaß." Verblümt. Sind Sie schon 'mal auf einen Pferd gesessen, Herr Huber? O ja aber nur sehr vorüberh:nd!" . : :
U
. Wink.
isW 1 M I
IlMMr fKf LA mM U H m
W jssw
Zweierlei Maß.
A. (zu V., der gewohnt ist, 10 Maß Vier zu trinken, und soeben das letzte Maß geleert hat): Gehst Du schon nach Hause?" B.: Jawohl mer' Maß is leer, mei' Maß is voll!" Die Krone. 1IU Treiteles: Wenn mer doch auch möchten werden geadelt! Sarah, was mainste wie ä Klang! von Treiteles und auf jede Serviette Int Krone!" Sarah: Ich waiß gar nicht, wie de mer kömmst vor! Früher haste gesagt: Sarah, du bist maine Krone"!" Treiteles: Nu, wie haißt? 'Ne Krone mit einem Zinken!" Immer nol5el. Kl&l Graf (der mit Gemahlin auf de? Hochzeitsreise auch eine Almwirth schaft besucht, zum Almbauern): ?;h, können wir ein Zimmer mit zwei Betten haben?" Almbauer: Na. dös könnts n'.t ha ben. bei uns schlaft alles im Heu." Junge Gräsin: Dann bitte zwei Heuhausen herzurichten." Unverantwortlich. O " , 5 Fremder: Nun, wie war's denn mit dem großen Brand bei dem Huberbauer?" Feuerwehrmann (brummend): IZine Gemeinheit war's! Um zwei Uhr Nachts werden wir aus den Betten geholt und nachher stellt sich heraus, daß der Kerl ganz gut versichert ist!" GuterAnfang. ' Sie sind Musiker und wollen meine Tochter heirathen?" So ist es!" Was bringen Sie denn in die Ehe mit?" Nun einen Hochzeitswalzer hab' ich schon componirt!" Auch ein Superlativ. m Das ist wirklich komisch! Diese drei Freundinnen behaupten all zwanzi? Jahr alt zu sein!" Hm: ma da wc'.l di; r.:r , .. - - '
JA L 11. II
l3L
QkVx
es c
4 D
mßmw n -y- nT? -'Jr g.fT V 1 k ST MW-W
