Indiana Tribüne, Volume 24, Number 11, Indianapolis, Marion County, 29 September 1900 — Page 1
3 0 U jT 0 vJ -?ILT Kit ßSmt $ rrr Tag v c A. -0-V- hA Z Sonntag?U dl fcr : j, lvcxerWoche T VCMH l vT iyyy ÜLn. Erscheint fcfccu tdjmittaa uJ Sonntttg ZNorcns. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Samstag, den 29. September 1900. No. 11
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Aic irren in MAsien. (yinc neue Gruppirungdcr Mächte wahrscheinlich. TcutschZand, Rußland, und Franks reich Zollctt sich aus ein neues proyramm geeinigt linden. Tie Nntwort Englands auf d!e deutsche Note noch nicht erfolgt. Tie lllNsscn I)iiü:n tfiriii in der Mand fXnrct besetzt. Und bringen jetzt aus Mulden vor. England ssanit die holländische Ne gierung Vor einer Neutralitats-erletzung. Aus dem deutschen Reich. Aus China. P e k i n g . 22. Sept.. via Taku, 25. Sept. Tie amerikanische Gesandtschaft ist im Besitz einer Subskriptionsliste für die Boier, aus der ersichtlich ist. daß Prinz Ching dreimal den Bozern GeldBeiträge geliefert hat. Die Liste wurde von dem Missionär Wherry aufgefunden. Die Freunde des Prinzen Ching erklären, daß der Letztere gezroungen worden sei. Geld herzugeben. Die 8000 Mann Russen, die sich hier befinden, werden wahrscheinlich den ganzen Winter dableiben. Sie treffen nicht die geringsten Anstalten abzuziehen. Der Kaiser von China befindet sich in Tci Juan. Li Lung Chang wünscht, daß nicht nur der Kaiser, sondern auch die Kaiserin-Wittwe hierher zurückkehren sollten. Die Russen und die Iranzosen laden den Kaiser und die Kaiserin ein, zurückzukehren, die Amerikaner und die Engländer aber nur den Kaiser allein. Tie Kaiserin-Wittwe verlangt Garantien für sich selbst und ihre den Ausländern feindlichen Minister, ehe sie den Kaiser außerhalb ihres Machtbereichs lassen will. Der Mord? des Barons von Kettelcr. ein ManVschu, wurde am 21. Sept. vor ein Kriegsgericht gestellt. Neues Beweibmaterial wurde nicht beigebracht und das Kriegsgericht kam zu der Ansicht. daß es nicht gerechtfertigt wäre, den Gefangenen zu verurtheilen. Der Mann wird aber vorläufig noch in Gewahrsam gehalten werden, in der Hoff uung. weiteres Beweismaterial zu erhalten. Shanghai. 29. Sept. Aus zu. verläigen chinesischen Quellen kommt die Nachricht, daß Kang JZ, der notorische Bo;er-Führer, in Peking Selbstinord begangen habe. Es wird auch versichert, daß die Kai-serin-Regentin denPrinzen Tuan durch Wan Wen Chao ersetzt habe, der ein intelligenter und einflußreicher Mann ist. Wenn sich dies als wahr erweist, dann ist anzunehmen, daß der Einfluß der Bozer auf die chinesische Regierung im Schwinden ist. Der General Kang Yi, ein Mandschu. Präsident des Kriegsraths und Mitglied des Groß-Sekretariats. soll sich mit großem Eifer der Boxer-Pro-paganda gewidmet haben, und er wird auch hauptsächlich für die Angriffe auf die Gesandtschaften verantwortlich gchalten. Er war es, der n Stelle Sheng's zum' Taotai von Shanghai ernannt wurde, was die Konsuln deranlaßt hatt?, heftig zu protestiren. Kang Fi soll seinen hohen Rang dadurch erlangt haben, daß er. als er während des zapanisch-chinesischen Krieges Taotai von Swato war. der Regierung Wasfen und eine große Summe Geldes gab. Wan Wen Chao ist kein Mandschu. sondern ein Chinese. Er ist Mitglied des Finanzdepartements und des Staatsraths. S h a r. g h a i. 29. Sept. Der Kaiser Kwan Su hat ein Edikt erlassen, in dem er dem Kaiser Nikolaus dafür dankt, dafc er beschlossen hat. die rufslschen Truppen aus Peking zurllckzuziehen. Er erklärt sich außerdem U reit, persönlich eine Gedächtnißfeier am Grabe des ermordeten deutschen Gesandten. Baron vonKetteler. zu leiten. Aus chinesischen Quellen verlautet, daß der kaiserliche Hof Befehl gegeben habe, den Palast in Signan Fu für den Empfang des Hofes herzurichten.
PrioalnamriHttn aus 'Nanking zn
folge, erwarten die südlichen Bizekö nige, daß Deutschland und England gegen China Krieg erklären werden, da China unmöglich die Urheber der Fremdenhetze ausliefern wird. Wenn es zum Krieg kommt, müssen di Vangtse-Bizekönige wenigstens zum Schein ein Heer aufbringen, ob sie abei ernstlichen Widerstand leisten werden, ist nicht bekannt. Die Lage in China. London. 29. September. Au genscheinlich ist Deutschland von sein völlig unhaltbaren Stellung zurückz? treten. Der Pariser Korrespondent der Meinung Post" meldet dazu: Eine Einigung über das chinesische Programm ist ' zwischen Deutschland, Rußland und Frankreich zu Stande gekommen und wird in wenigen Tagen den anderen Mächten unterbreitet werden. Deutschlands scharfe Förderungen werden darin etwas gemildert und man glaubt, daß alle Mächte das Programm gutheißen werden." Die Kölnische Zeitung" weist in einem inspirirten, offenbar für England und Amerika bestimmten Artikel auf die Gefahr hin. welche die erhöhten Machtbefugnisse Prinz Tuans im Gefolge haben werden. Die fortgesetzte Niedermetzelung von Missionären und Konvertirten und andere Anzeichen ließen darauf schließen, daß die fremdenfeindliche Agitation von einem einflußreichen Mittelpunkt aus geleitet werde. Die dadurch geschaffene Situation müsse auch für die Mächte unerträglich werden, welche eine Politik der Nachsicht und Verzeihung befürworteten. Der Tin Tsiner Korrespondent des Standard" meldet, daß Li Hunz Chang erklärt habe, der russische ViceAdmiral Alezieff sei nach, Port' Arthur gereist, um einer Begegnung mit dem Grafen Waldersee auszuweichen, welcher mit ihm. dem Vice-Admiral Seymour und Sir Alfred Gaselee konferiren wollte. Wie ferner aus Shanghai gemeldet wird, soll General Mei Kung Y die Bozer aus der Provinz Shan Tunz vertrieben haben und sie nun in die Provinz Chi-Li verfolgen. Rußland soll der chinesischen Regierung Geld offerirt haben, damit sie die englische Anleihe abtragen kann. Die Russen in der Mandschüret. St. Petersburg. 29. Sept. Genera! Aiausbw bat die sollende 2t pesche an das Kriezsministerium geschickt: .,Renn:n!ampf hat am 24. September Kirin eingenommen und sein Hauptquartier dort etablirt. Die 'chinesischen i Cr nippen wur:en entwaffnet. Die Operationen von Tsitsikar südwärts mußten unter den denkbar schwierizsten , Verhältnissen geführt wetten. Es regnete fast ununterbrochen und die Straßen -waren beinahe unpassiröar. Die Chinesen leisteten ein paarmal schwachen, aber vergeblichen Wierstan). Nach der Einnahme der StaZt Bodune wurden die Truppen v?s Generals Orloso als Garnison dort zurückgelassen. General Rennenkampf marschirte auf Kirin und General Fleischer auf Mukden zu." Kirin ist die Hauptstadt der Provinz Soon Garee in der Mandschurei und die Residenz eines Mandschu Vizekön'izs. Eine Warnung anHolland. L o n d o n, 29. Sept. England hat eine Note an die holländische Regierung gerichtet, in der die letztere gewarnt wird, daß England es als eine Verletzung der Neutralität ansehen würde, wenn Herrn Paul Krüger gestattet würde.- Gold-Bullion oder Staatsarchive an Bord des holländischen Kriegsschiffs zu nehmen, das ihn nach Europa, bringen soll. Aus dem deutschen Reich. B e'r l i5n , 29. Sept. Ein Beamter des auswärtigen Amtes lenkte heuts?die Aufmerksamkeit auf die Aeußerung einer Londoner Zeitung hin, daß man in den Ver. Staaten der Ansicht sei, Deutschland habe mit seiner letztenNote beabsichtigt, die diplomatische Führerschaft in der China-Frage an sich zu reißen. Diese Behauptung erklärte er für durchaus'unwahr und er sagte, daß im Gegentheil Deutschland mit seinem Vorschlag nur versucht habe, die Har rnonie unter den Mächten wieder herzustellen. Die Verhältnisse sind für den Beginn der Unterhandlungen noch nicht reif", sagte er. obgleich das einzige Hinderniß China selbst ist. Aus den kürzlichen Handlungen der chinesischen Regierung ist ersichtlich, daß diese noch lange nicht daran denkt, den Willen der Mächte zu respektiren. Wenn China einmal zeige, daß es anderen Geistes geworden ist und einige schuldige Man darinen zurBestrafung ausliefert, dann ist es Zeit, von Friedensunterhandlungen zu. reden." ..Als die Aufmerkfamkeit des auswar-
Ngen Amtes rarausym gelenkt wurde, wie unendlich schwierig es sein würde.
die schuldigen Personen in ' einem so großen Lande ohne Straßen zulangen, angenommen selbst, daß eine Vereinbarung darüber erreicht worden wäre, wer die Schuldigen sind, antwortete der betreffende Beamte: Es würde nicht nöthig sein, alle zu fangen, es würde vollständig genügen, wenn dieienigen bestraft würden, die am leichtesten zu erreichen sind." Die prominentesten Zeitungen bespre chen eine Depesche aus Washington, in der erklärt wird, daß der Staatssekretär Hatt in nächster Woche die Leitung der Geschäfte wieder übernehmen werde, daß er aber dafür die Bedingung qestellt habe, daß ihm der Präsident McKinley in der auswärtigen Politik absolut freie Hand gebe. "In der Depesche aus Washington heißt es auch: Ueber Mangel an Energie wird man sich in Zukunft nicht mehr zu beklagen haben". ' Der Lokal-Anzeiger" giebt dieser Dedesche die folgende Auslegung: Sie bedeutet, daß.man in Washington jetzt ein gesehen hat. daß das Austreten Amerika's aus dem Konzert der Mächte ein Fiasko ist; und wir können erwarten. daß die Ver. Staaten von jetzt an versuchen werden, den Fehler wieder gutzumachen." Die Nationalzeitung" sagt in Bezug auf die Behauptung der Regierung in Washington, daß die Zurückweisung der deutschen Note nichts mit der Ernennung des Prinzen Tuan zu thun gehabt haben könne, da beide Ereignisse auf denselben Tag fielen: Ohne Zweifel, wußte der Gesandte Wu Tinz Fang im Voraus, wie die Antwort der Washingtoner Regierung ausfallen würde und er hat den wahrscheinlichen Inhalt im Voraus nach China gekabelt. Die Ver. Staaten sind ohne Zweifel für die ungünstige Wendung in der chinesischen Angelegenheit verantwortlich zu halten." Her? von Brandt, der frühere deutsche Gesandte in China, veröffentlicht einen Artikel in der Teutschen Revue", in dem er versichert, daß die Missionäre die Unruhen in China veranlaßt hätten, indem sie darauf bestanden, sich in politische Angelegenheiten einzumischen und versuchten, politischen Einfluß zu gewinnen. Er führt als Bestätigung für seine Behauptung die Erklärung des Metho-disten-Bischofs Morrison in Louisoille. Ky.. an. der erklärt hatte, daß 'die Methodisten für , die jetzigen Unruhen virantwortlich seien und er Gott dasür danke, daß dies der Fall sei. Die Tageszeitung" veröffentlicht cinen Artikel, in dem sie empsieblt. daß den Boeren Vortheil: angeboten werden sollten. um sie zu veranlassen, sich in Deutsch-Südwest-Afrika , niederzulassen. Hauptmann Sidney O'Donnel. einer der Lehrer des Kaisers Wilkelm wäh rend seiner Knabenzeit, der Anfangs des Jahres wegen großartiger Schwindeleien verhaftet wurde, ist für irrsinnig erklärt worden. Die Hamburg - Amerikanisch: Dam-Pfer-Kompagnie hat in Belfast einen neuen Dampfer bestellt, der 750 Fuß lang sein wird. Aus Südafrika. L o n d o n , 29. Sept. Lord Roberts hat unterm Datum vom 27. Sept. von Pretoria aus wie folgt an das Kriegsamt telegraphirt: Die Boeren griffen heute Morgen bei der Pienaars River Station einen Theil der Kolonne des Generals Paget an sie wurden aber nach dreistündigem Kampf zurückgeschlagen. Gen. Buller besetzte am 26. Sept. die östliche Seite von Burghers Paß am Macmac-Fluß. Er stieß auf nur geringen Widerstand. Heilbron. Beitz und Lindlen sind von unseren Truppen wieder besetzt worden." m : Telegraphische Notizen. Edward Cottrell. 53 Jahre alt. früher aus Ohio, hat im Central-Park zu New ?)ork Selbstmord begangen In Clinton. N.-C.. wurde am Freitag Archie Kinsals. ein Mörder, gehängt. Der Strick hatte sich ber verschoben, und nachdem der 'Mann 10 Minuten lang gehängt hatte und noch nicht todt war. wurde er losgemacht, auf das Schaffet gebracht und noch einmal gehängt. Der Tod trat dann schnell ein. j George A. August, ein Geschäftsreisender aus Topeka. Kas.. hat sich m New Jork im Hotel George erschof' sen. Ein Galgenkandidat. Elberon. Ga.. 29. Sept. Bill Branck, ein Neger, der am Donnersiag George D. Bell, einen prominenten Farmer von Elberon County, tödtete und I. McLanikan und Frau, lauter Weiße, schwer verwundete, wurde am Freitass Morgen verhaftet und befindet sich jetzt im Gefängniß zu Athens. Es herrscht hier die größte Aufregung und die Bevölkerung droht, nach Athens zu marschiren und den Neger, zu lynchen.
Inland Depeschen.
M WiW8slige kies Äs, Eine Schlappe der Zlmeri ner auf den Philippinen. Ein ganzes Konnnandg von 52 Mann verschwunden. Tie Lage in Galveston. Tie Einwanderung in den Vereinigten Staaten. Brudermord in Chillicothe, O. DcrStand der Geschäfte. New Po?:. 23. Septl R. G. Dun 6c Co's dieswöchentliche Uebersicht öcr den Stand der Geschäfte in den Ver. Staaten lautet wie folgt: Nicht nur Wall Str. allein, sondern die ganz: Geschäftswelt ist gespannt darauf, welchen Erfolg die jetzt gemachten Bemühungen, dem KohlengräberStreit ein Ende zu bereiten, eventuell haben werden. Die Arbeitseinstellung in der Hartkohlen-Region war in dieser Woche eine noch allgemeinere, wie in der vorigen, und dies macht: sich in Geschäftskreisen im Osten in nachtheiliger Weise fühlbar. Kohlen sind während der Woche abermals um 25c erhöht worden, und die großen Kohlen Kompagnien weigern sich, zu den jetzigen Preisen zu verkaufen. In dieser Woche haben sich weitere 15.000 Bergleute angeschlossen und Hunderte von Eisenbahnarbeitern sind dadurch beschäftigungslos geworden. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter ist .in Folge der Beilegung der Differenzen zwischen den Eisen-Arbeitern und mehreren Stahl-Kompagnien aber dennoch angewachsen. Diese Stahl-Kompagnien beschäftigen 60.000 Arbeiter. Durch den Streik in der Susquehanna Jron & Steel Co. sind nur 1600 Arbeiter beschäftigungslos geworden. Im Osten werden die Geschäfte sich schnei, wieder beleben, wenn der Kohlengräberstreik einmal vorüber ist, und im Westen war der Geschäftsgang im Ganzen ein ziemlich, befriedigender. Das Wetter war für die späten Saaten günstig, wie auch für die Farmarbeiten im Allgemeinen. Eisen- und Stahlwaaren haben einen stätigen Markt, nur sind Stahlschienen auf $26 und ist Vessemer Pig in Pittsburg auf 13.75.zurückgegangen. Man glaubt, daß Preise nicht weiter zurückgehen werden. Nachdem im Jahre 1839 die Preise um mehr als 100 Prozent gestiegen waren, sind sie in diesem Jahre um nicht mehr als 35 Prozent zurückgegangen und die Preise neigen sich bereits wieder aufwärts. Eine Kompagnie hat 10.000 Tonnen Foundryeisen gekauft und es ist auch eine Exportordre von 6600 Tonnen Schienen ' bestellt worden. ' Es sind mehr Coke-Oefen in Betrieb, der Preis ist aber unverändert. Weizen ist wieder auf 83c gestiegen, konnte sich aber nicht auf diesem Preis behaupten. Welschkorn für prompte Ablieferung war rar und ist jetzt um 10c theurer wie zur selben Zeit im vorigen Jahr. Die Ezport-Nachfrage hat in Folge dessen nachgelassen und die Ausfuhr belief sich während der Woche auf nur 1.560.018 Bu. und in den letzten vier Wochen auf 8.476.546 Bu. gegen 12.155.904 Bu. vor einem Jahr. Die Ausfuhr von Weizen belief sich auf 2.783.713 Bu. gegen 3.929.138 Bu. im letzten Jahr. Die Versendung von Schuhen und Stiefeln aus Boston hat in dieser Woche wieder um 5970 Kisten zugenommen und die Situation bessert sich beständig. Die Vorräthe sind anschei nend überall im Lande stark zusammengeschmolzen. Leder hat einen festen Markt. Häute sind aber schwächer in Folge sehr starker Zufuhr von Schlachtvieh in Chicago. Die Wollverkause find ungefähr nur ein Viertel derjenigen zur selben Zeit im. letzten Jahr und die Preise sind im Durchschnitt ungefähr 4c zurückgegangen. Die Zahl der Bankerotte in den Ver. Staaten belief' sich während der Woche auf 204. gegen 157 im letzten Jahr, und in Canada auf 18 gegen 21 im letzten Jahr. Gas olin - Exp losion. Pittsburg.Pa..29.Sept. In Folge einer Gasolin-Ezplosion kamen am Freitag hier zwei Personen ums Leben und zwei andere wurden gefährlich verbrannt. Die Verunglückten sind: Frau Clara Jrlbacher. 34 Jahre alt. und Margaret Adler. Beide sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Frau Jrlbacher. hatte Kleider mit Gasolin.gereinigt und. es entstand, da-
bet erne Flamme, nanz tn. der Nähe befand sich ein großer Kübel mit Gasolin .und erfolgte dann auch sofort eine Explosion, durch welche der ganze Raum in Brand gerieth. Die Einwanderung i den Ver. Staaten. Washington. D. C.. 29. Sept. Thomas Fitchie. der EinwanderungKommissär von New Fork, hat sein Jahresbericht für das am 30. Juni 1900 beendete Fiskaljahr 'eingereicht. Aus demselben geht hervor, daß in dem abgelaufenen Jahr 400,342 Einwanderer in den Ver. Staaten gelandet sind. Herr Fitchie fügt Tabellen bei. aus denen ersichtlich ist. welcher Prozentsatz von den Eingewandertcn der verschiede nen Nationalitäten des Lesens rnifc Schreibens unkundig waren. Die größte Zahl der Jlliteraten liefern Portugal und Italien. Der Prozentsatz ist bei ihnen ungefähr gleich. Aus den Zahlen geht auch hervor, daß. je unwissender die Einwanderer sind, desto weniger Geld sie
! auch mitbringen. Die Engländer, Franzosen und Teutschen brachten ungefähr gleichviel Geld per Kopf mit, nämlich ungefähr je dreißig Dollars. Der Kommissär weist in dem Bericht auch darauf hin, daß in dem lebten Jahr die Einwanderung aus Südeuropa stärker war als je zuoor und er sagt dann: I Ungeachtet der Thatsache, daß die ! Einwanderung in diesem Jahr um bei- ! nahe 100.000 Personen größer war wie lm vorigen Jahr, sind aus den Landern, aus denen in früheren wahren unsere meisten und besten Einwanderer kamen, nämlich 'aus den skandinavischen Ländern, dem deutschen Reich und Großbri tannien. thatsächlich weniger Einwänderer gekommen wie je zuvor. Die EinWanderung aus jenen Ländern geht so schnell zurück, daß sie binnen wenigen Jahren kaum mehr erwähnenswerth sein dürfte. Die Einwanderung aus OesterreichUngarn ist in einem Jahr von 63.000 auf 90.000 gestiegen, und obgleich die Einwanderung aus Rußland ebenfalls stark zugenommen hat, sind die Elemente dieselben geblieben. Äie Einwanderung aus Rußland besteht wie zuoor aus Juden, Polen und Finnländern. Die an deren Element: der russischen Bevölke rung scheinen keine Neigung zu haben, nach diesem Lande zu kommen. Die Einwanderung von Kroaten und Slottnen. die erst vor wenigen Jahren begonnen hat, ist jetzt bereits doppelt so groß wie die Einwanderung aus Enzland. Rumänien schickt so viele EinWanderer wi: Norwegen un) auch 'die Ein.-vanderuna aus Griechenland und i der Türkei hat zuzenomn'.en. Auch die j Serben und Bulgaren, bilden bereits j große Kolonien in , unseren großen ! Städten. Was das relativ: Verhältniß der Gej schlechter betrifft, so schicken Irland und i Rumänien die meisten Frauen. Bei den ! Deutschen und Skandinaviern ist das Verhältniß der Frauen zu den Männern ! ungefähr 3 zu 4; bei den Juden 4 zu ! 5; bei den Portugiesen ist es unzefähr ! cueich; bei den Sy?i:rn, Holländern, Engländern, lnniandern, ranzofen, o. Polen und Russen kommen auf zeden weiblichen Einwanderer zwei männliche. Bei den Lithauern, Ungarn. Slooaken und Süd-Jtalienern ist das Verhältniß 1 zu 3, bei den Noro-Jtalienern 1 zu 4, bei den Kroaten und Dalmatiern' 1 zu 5 und bei den Griechen 1 zu 31. Ueber die Jlliteraten und das per Kopf mitgebrachte Geld sagt Herr Fitchie: Während von den Süd-Italienern 46 Prozent Jlliteraten sind und sie per Kopf 58.79 beigebracht bab:n. waren von j den Norditalienern nur 11 Prozent des ! Lesens und Schreibens unkundig und sie I brachten per Kopf $22 mit. Wenn man aber in Betracht zieht, daß die NordItaliener weniger Frauen mitbringen, kommt man zu dem Schluß, da sie noch j weniger geneigt sind, im Lande zu bleiben. als die Süd-Jtaliener. Von den Eingewanderten waren 223,414 männlichen und 113.293 weiblichen i GeschlechtsDie verschiedenen Natioaai litäten waren wie folgt vertreten: Arm:- ! nier und Syrier 3600. Böhmen 2329. . Croatcn und Dalmatier 9521. Hollän- ! der und Vlamländer 1516. Engländer, ! Schotten und Walen 5917. Finnlänver ! 6783. Franzosen 1956, Deutsche 23.- ; 352. Griechen 3734. Juden 44.520, Jrländcr 25,200 Nord-Italiener 16,690, Süd-Italiener 82,329, Lithauer 9170, Maayaren 11,353, Polen 36,835. Portugiesen 3779. Ruthenen 2653 und Skandinavier 22.847. . Von den Philippinen. W a s h i n g t o n , D. C., 29. Sept. Das Kriegsdepartement hat die folgen i de Kabeldepesche von General MacArthur aus Manna erhalten: Am 11. .Sept. ging Kapt. Devereaux Shields mit 51 Mann von Co. F vom 29. Jnf.-Regiment und einem Mann vom Hospital-Korps mit dem Kanonenboot Villalobos" von Santa Cruz, Marinduque, nach Torrijos ab, und er beabsichtigte, über Land nach Santa Cruz zurückzukehren. JA habe
seitdem nicht5 mehr vonShieldZ gehör?. Es unterliegt kaum mehr einem Zweifel, daß die ganze Abtheilung gefangen genommen, getödtet, oder verwundet wurde. Die erste Information kam in einem Schreiben von dem kommandirenken Offizier in Boac. vom 20.Sept. datirt. das am 24. hier einiraf, und diese Information bestand aus Gerüchten, die unter den Eingeborenen im Umlauf waren. Ich habe sofort die Forktown" unV zwei kleine Kanonenboote mit dem Oberst George S. Anderson und zwei Kompagnien vom 38. Jnf.-Regiment nach Marinduque geschickt. Anderson bestätigt, daß die Abtheilung überfallen und gefangen genommen wurde, war aber bis zum 27. nicht im Stande, Einzelheiten zu geben, weder wo sich Shields jetzt befindet, noch wie viele von seinen Leuten getödtet oder ver wundet wurden. Ich hoffe aber, daß' wir bald Näheres darüber erfahren. Andtrson hat Befehl erhalten, energisch vorzugchen und unnachsichtig zu handein, bis Shields und seine Kameraden erlöst sind. Lozan wird, wenn nöthig, nach ,!arinduque geschickt werden, um die Situation aufzuklären." Kapt. Shields war Oberst-Leutnant des 2. Mississippier Regiments im fpa-nisch-amerikanischen 5trieg und wurde am 5. Juli 1899 zum Hauptmann im 29. Jnf.-Regiment ernannt, das im Fort McPherson bei Atlanta rekrutirt wurde.' Marinduque ist eine kleine Insel von
I ungefähr 24 Meilen Durchmesser, süd lich von der Sudkuste von Luzon und ungefähr 300 Meilen von Manila ge legen. Es befinden sich zwei Abtheilun gen Ver. St. Truppen auf der Insel. Die eine befand sich in Boac und die andere in Santa Cruz, dem Hauptfachlichen Hafen auf der Nordseite. Wie es scheint, ist mit Kapt. Shields auch das kleine Kanonenboot den Rebellen in die Hände gefallen, denn in den Depeschen wird nichts davon gesagt, dajj das Boot zurückgekehrt ist. , Bankraub. Centreville. Mich.. 29. Sept. Die Bank der Gebrüder Wolf in hiesiger, Stadt wurde in der Nacht zum Freitag von Einbreche- um $10,000 beraubt. Die Diebe gelangten durch' den Hinteren Theil des Gebäudes in das Banklokal und sprengten den Geld schrank mit Dynamit. ! Bristol, Tenn.. 29. Sept. Der ri.fejf. t tr v cm .re . . UCioC;rari von yc. . yjccuoriic in Elizabethtown, wurde - am Freitag Morgen zu früher Stunde von unbekannten Einbrechern erbrochen und um Z66 beraubt. 6 i f t n 6 a h n U r f a s s. S a l t Lake. Utah. 29. S.'pt. Ein Passagierzug dsr südlichen Pacific Ei senöahn entgleist: am Donnerstag Abend bei Gärtner Sioinz. Eine Person. Frau Lowell'von Trenton. Mo., wurde dabei getödtet und fünfzehn Personen wurden mehr oder weniger schw:r verletzt. Die todt: Frau und die Verletzten wurden am Freitag Morgen nach f Ozden gebracht, wo die sechs am schlimmsten Verletzten ins Hospital gebracht wurden; die anderen setzten ihre Reise nach dem Osten fort. Der Kohlengräber-Streik. Philadelphia, Pa.. 29. Sept. Der Kohlengräberstreik ist noch immer im Gange und soweit ist die Lage wenig verändert. Es waren während des Tages Gerüchte genug über Konferenzen von Grubenbesitzern und Präsidenten von Kohleneisenbahnen im Umlauf, die eine Beilegung der Differenzen zum Zweck haben sollten, es ist aber nur soviel wirklich bekannt, daß die Grubenbesitzer augenblicklich einen Vorschlag in Erwägung haben, die Löhne der Arbeiter um ungefähr 10 Prozent zu erHöhen. Die Grubenbesitzer behaupten, daß diese kleine Erhöhung nicht gewährt werden könnte, wenn nicht der Preis für die Kohlen gleichzeitig erhöht würde. Die größeren Kompagnien halten eine Preiserhöhung in Folge d?r gr.?ßen Konkurrenz der Weichkohlen nicht für angebracht. Inzwischen herrscht in der StreikRegion die größte Ruhe und nirgends sind Störungen irgend welcher Art vorgekommen. Schissöttachrichten. New Y o r k . 28. Sept. Anzekom men: Columbia" von Hamburg. Liverpool. 23. Sept. Ange s kommen: Germanic" von New York. Hamburg, 23. Sept. Angekommen: Patricia" und Fürst Bismarck" von New Fork. G l a s g o w . 28. Sept. Angekom men: Corean" von Philadelphia. M o v i l l e . 23. Sept. Abgegan. gen: City of Rome" (von Glasgow) nach New tyoxt; Tunisian" (von Liverpool) nach Montreal. L o n d o n , 23. Sept. Abgegangene .Michigan" nach New York.
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