Indiana Tribüne, Volume 24, Number 10, Indianapolis, Marion County, 28 September 1900 — Page 1

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. "C u. V, tü " r Ct -Mit5 Sonntags- $ - Blatt j lvcxcrWoche . V F ,v sf n Br- V .nYKf rrC -0 -V Ü ?t S ;-o lp ' fcv Zas H -y f& A ii IV V U-iVJ w U lo Erscheint ctcxx Jtitdjitiittuo :d Sonntag ZNorgrns. Jahrgang 24. Jndimiapotts, Ind.. Freitag, dcn 28. cptcmbcr 1900. No. 10

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Ailslnttd Depeschen

Die Ssjeilniig llhiN'Z Schcint cinc beschlossene Thatsache zu sein. Nnßland soll die Provinz Pc-Chi-Li i - An Gunsten Dentsäzlands ansge gclrni Ijnüw. Y--Ties erklärt, warum Deutschland 7 Nichts gegen die Besetzung der Man dschurei zu sagen hat. Sie chinesischen Hasen sollen blockirt werden. Tie deutsche Presse mit der Stellung nähme der Ver. -tauten uuzusrieden. ??reisvcrthcllunz aus der Pariser Ausstellung. Aus Thina. Shanghai. 23. ept. Die Lag: in China ist jetzt eine ernstere wie je zubor. Die chinesische Regierung befindet sich in der Gewalt der Führer der 'Lozer, die sich hüten werden, der Kaiserin - Regentin Vorschläge zu machen, .die ihnen selbst schaden könnten. Die den Ausländern freundlich gesmnten Vizekönige sind dem Thron immer noch treu ergeben, und irgend wel--ches aggressive Vorgehen der Mächt: iin südlichen China, würde einen bewaffneten Ausstand zur Folg- haben. Der Gouverneur der P?.-?rinz Rgan-Hwei hat bereits eine Denkschrift an die Kaiserin Regentin schickt, in der erklärt wird, daß sein? Unterschrift auf 'der Vereinbarung der Vizekönige mit dcn auswärtigen Konsuln in Shanghai gefälscht sei. Es ist die größte Gcfahr vorhanden, daß die freundlich gesinnten Vizekönige abgesetzt und durch andere ersetzt werden. Chenz. der Taotai von ShangHai, hat Befehl erhalten, sich nach dem Norden zu begeben, und dies bedeutet, daß ihm der 5iopf abgeschlagen werden Wird. Rußland hat die sämmtlichen Forts und strategischen Punkte von Taku bis nach Peking besetzt und auch der Umstand, daß es die Eisenbahn besetzt und Arrangements für den permanenten Betrieb derselben gemacht hat, beweist,' daß Nußland die Absicht hat. das ganze nördliche China zu verschlucken. Niemand glaubt hier, daß Rußland jemals China verlassen wird, wenn nicht die anderen Mächte einen sehr starken Druck ausüben. Die Versicherung Deutschlands, daß es kein chinesisches Gebiet nehmen wolle, wenn China im Stande sei eine genügende Entschädigung zu bezahlen, ist irreführend. Das Verlangen Deutschlands. daß die Führer der Bozer ausgeliefert werden sollen, ehe die Friedens - Unterhandlungen beginnen, bedeutet eine Fortsetzung des Krieges, und vielleicht eine gänzliche Auflösung des chinesischen Reichs. ' Das Verhältniß zwischen Rußland und Japan wird ein immer freundschaftlicheres, und Frankreich thut in China alles was Rußland will. Der Versuch des Admirals Seymour, mit britischen Truppen alleinShanghai zu besetzen, derindeß. wie beZannt. mißlungen ist. und auch den Fangtse Kiang von britischen Kanonen booten abpatrouilliren zu lassen, hat die Position Englands bedeutend geschwächt, und England ha! außerdem die beste Gelegenheit verloren, eine definitive Vereinbarung mit Japan darüber, daß China nicht getheilt werden soll, abzuschließen. Die Ver. Staaten sind beständig in ihrer China-Politik. aber machtlos. Der Viz:könig Liu Kun Fi bat an Vit Konsuln telegraphirt, daß er sich wemn der Ernennung des neuen Taotais -für Shanghai mit dem kaiserlichen Hof in Verbindung gesetzt habe. Die Konsuln sind der Ansicht, daß dies die EinZührung des anstößigen fremdenft udZichen Tactais. der vor Kurzem ernant wurde, in sein Amt mehrere Monat: verzögern wird. Die Konsuln hatten kürzlich gegen lt Abberufung des Taotais Shig md Legen die Ernennung des notorischen Boxers Kangh Fi zu seinem Nachfo.ger protestirt und der Vizekönig von Ran kin, Liu Kun Ji, hatte daraufhin versprechen, bei dem Thron gegen die ErNennung Kangh Ii's protestiren zu wollen. wenn es sich herausstellen sollte, dafc der Letztere ein Boxer sei. ,P a r i s . 23,. tpl ; S.ettdem alle j

! Äemuyungen. cic Friedensunteryand ! f. ll srC! Imm t tu fwlnnavt

muijcii um vii;mu tu vuti 3u vuiiyui, epi. ie sammiiicyen meinen egescheitert bezw. zum Ctillstangetom. sandten haben dem Prinzen Ching in men smö. findet der Vorschlag dyNer Vorschlag gebracht, daß der Kaiser und mehr Anklang, daß die Gesandten in , der Hof nach Peking zurückkehren sollPeking Versammlungen abhalten soll- n. Die Noten waren informell und ten. um unter sich die Bedingungen für nicht in diplomatischer Eigenschaft ge einen eventuellen Friedensvertrag fest schrieben, und die Gesandten erklären, zustellen. Man macht geltend, daß die daß sie in keiner Weise bindend für ihre .- r , . r-w "n 'rr. r i U . 1 '

neianoien. etc 01c cigauniuc an t r i , trjL.r v i r: v. v I lu' '. OttHil Vfck VilUV llUU VUlllbtl. g 14 den. Für diesen Zweck sollten den Käu sandten nur Instruktionen allgemeiner Art gegeben und den Gesandten es überlassen werden, die Einzelheiten festzestellen. Ein Beamter des hiesigen auswärtigen Amtes drückte während des Tages die Hoffnung aus, daß solche Jnstruk tionen innerhalb einer Woche ertheilt werden würden, und die allgemeinen Instruktionen in drei Abtheilungen zerfallen würden, nämlich: 1) Bestrafung der Verschwörer; 2) Entschädigung für die erlittenen Verluste an Leben und Eigenthum; 3) Garantien für die Zukunft. Der Entscklun der Ver. Staaten, I ihre Truppen aus China zurückzuziehen. zu gleicher Zeit aber ihre Flotte in , chinesischen Gewässern zu verstärken. ! f die Mächte etwas irritirt. In of- , stziellen Kreisen sieht man darin aber ! einen Beweis, daß die Ver. Staaten ! entschlossen sind, die Politik der offenen Thür bis zum Aeußersten vx unterstützen, weshalb man dieseMachtentfaltung für gut angebracht hält. Die Veröffentlichung eines angeblichen russischen Edikts, in dem die Annexion der Mandschurei angekündigt wird, hat ohne Zweifel ein Gefühl der Unruhe verursacht, Niemand schien aber hier in der Lage, die Echtheit des Edikts in bestimmter Weise zu bestätigen oder in Abrede stellen zu können. Bei der Besprechung dieser Angelegenheit erklärte der obenerwähnte Beamte, daß Frankreich durchaus nicht die geringste Sympathie mit irgend einer Bewegung habe, die auf die Theilung Chinas hinzielt, und daß es alles in seiner Macht Stehende thun werde, um einen solchen Fehler oder ein solches Unrecht zu verhindern. In diplomatischen Kreisen fehlt es nicht an Gerüchten aller Art. Das letzte ist, daß England den Vorschlägen Deutschlands beizestimmt habe. Die Lage in China. . O"5 1 f London. 28. Sept. Die einzige Depesche von Jnterene. die am Morgen aus China eingetroffen ist' ist eine von Dr. Morrison an die Times" adres sirte, vom 21. September datirt. Sie lautet : Die kürzlichen Straf-Erpeditionen, die nach mehreren Richtungen ausgeschickt wurden, haben bewirkt, daß jetzt . . . Ct k . PUd von Peking viel sicherer 1 w c1 rarfi- -es - l7-t und ohne Belästigung .beigeschasft ! ? rRüen, ElN wirklich dauernder Eindruck kann aber erst auf die j Chinesen gemacht werden, wenn einmal ! VY CiTlw i vnrt..M ti tiM -jjaw -ciüvj jju Qikiuti tvviucii unu die Auslander und sonstlaen glücktlinge, die sich, wie den Generälen bekannt ist, noch in Cbong Ting und an anderen Platzen befinden, errettet wor - i den sind. Herr DeGiers hat eine Denkschrift an die Kaiserin-Wittwe gerichtet, in der er ihr den Schutz Rußland's anbietet, und sie ersucht, nach Peking zurückzukehren. Die mit einander im Widerspruch stehenden Interessen Rußlands und Englands machen es unmöglich, daß ein systematischer Versuch, die Eisenbahn zu repariren. gemacht wird, obgleich die Rekonstruktion keine Schwierigkeit bietet. Es hat sich herausgestellt, daß Cheng Yin Huan. dessen Tod kürzlich aus Kashgaria gemeldet wurde, auf kaiserlichen Befehl gleichzeitig mit den anderen, den Ausländern freundlichen Ministern, hinzerichtet wurde. Cheng Ain Huan war Spezial-Ge-sandte? nach England zur Zeit des diamantenen Jubiläums der Königin Victoria. Er wurde von der Kaiserin Wittwe gehaßt, die ihn im Jahre 1893 nach Jli ins Exil schickte.Der Korrespondent der Morning Post- in Shanghai behauptet, daß Rußland thatsächlich die Provinz Pe Chi Li zu Gunsten Deutschlands aufgegeben habe. S t. P e t e r sb u r g , 23. Sept. Das russische Marine-Ministerium kündigt an, daß man mit dem Plan umgehe, infolge des feindseligen VerHaltens der chinesischen Flotte in Shanghai die sämmtlichen chinesischen Häfen zu blokiren und schnelle Kreuzer auszuschicken, um die Transportschiffe zu beschützen. Der Generalstab kündigt an, daß russische Truppen bei Kirun in der Mandschurei konzentrirt würden, wo sich .6000 Chinesen-besinden.. ; , '

und icue genau rennen, juajicm-; ie Diplomaten handelten gemeinUq chi :un .tanto sein urten, eine WaftIcS (n Mefer Angelegenheit, die aemeln chaftllche Basis, wenn mcht für ÄT-Jr. zw. A.

j Peking. 21. Sept.. via Taku. 23. ' ' ..i v r" w , iT .

. refp. Negierunoen seien. ' 0 i jufcifc ivuivtii uvu vvu iww.i ?. VmttvV Asl.v V rt v.Vm - d.ll an den Prinz Ching gerichtet. Es wurden darin weder Versicherungen gegeben, noch Versprechungen gemacht, und es wurde nur angedeutet, daß es wünschenswert!) wäre, wenn der Kaiser zurückkehren würde. Prinz Ching übernahm, es, die No ten abzuschicken, man verspricht sich aber keinen großen Erfolg davon, da Prinz Tuan und der General Tung Fuh Siang ohne. Zweifel den Kaiser zurückhalten werden. W i e n . 23. Sept. Das österreichische Marine - Ministerium hat eine Depesche aus Taku erhalten, in der die Stärke der dort gelandeten verbündeten Truppen wie folgt anaegeben wiro: Qesterreicher 494, Deut ch: 81 i 8. Briten 8353, Amerikaner 5608, Franzosen 6576. Italiener 2541, Russen 20.934, Japanesen 15.570. Zusammen 63.261. u s d e m deutschen Reich. , . . ' ' l Berlin. 23. Sept. Die deutsche Presse, wie auch das auswärtige Amt, : stellen in Abrede, daß England die deutschen Vorschläge betreffs Chinas aoge;eynr raoe. sie sayren aucy sori, den Ver. Staaten die Schuld für die ! arlnaaiglelt Chinas zuzujcyreiven, i wie auch dafür, daß China, wie es den Anschein hat. sich auf die Wiederaufnähme der Feindseligkeiten in großem i Maßstab vorbereitet. Das Berliner Tageblatt"' allein räth Deutschland. , auf keine günstige Antwort von Lord Salisbury zu reck;nen, da sein Wunsch, die intimen BeZiehungen mit den Ver. Staaten aufrecht zu erhalten, das Grundprinzip seiner Politik sei." Die Kreuzzeitung", die bisher immer eine gemäßigte Politik, China gegenüber, befürwortet hatte, räth jetzt auch zu einem ganz energischen Borgehen. Das Blatt sagt, die Geschichte lehre, daß China nur mit Gewalt gezwungen werden könne, Satisfaktion für verübte, Schandthaten zu geben." . . Es fällt auf, daß die Presse ganz allnemeirt htSi irr thh'nr ita ; .iflrrtpfcptt I HVUiktlt v .t.ttvj ikj v j mks5 in Uhr z,bm?r b--j sticht und das Vordringen der Russen : n ber Mandsckmrei und in der MonaoIei nicht mit einem einzigen Worte verdämmt, während das neueste unabhängige Vorgehen der Ver. Staaten von denselben Zeitungen in der schärfsten Weise verdammt wird. Einige der halb-. ! offiziellen Zeitungen, wie die Köl- ' I I ,1 V V .IVMMMMVIII VV V w f) . nif,e Zeitung und die Straßburger l Post", fangen sogar au sarkastisch zu !en und fragen, ob die Ver. Staa- : ten erwarten, mit dem Prinzen Tuan in erfolgreicher Weise Frieden schließen ! zg' 1 . I Aus verschiedenen diplomatischen I Quellen wurde im Lauf des Tages in ! Erfahrung gebracht, daß die sämmtlichen Antworten, die soweit aus die deutsche Note eingetroffen sind, in einem Punkt übereinstimmen. Während das Verlangen für die strenge Bestrafung der Rädelsführer im Prinzip angenommen wird, weigern ft die Mächte, den Beginn der Friedensverhandlungen hinauszuschieben bis diese Rädelsfüh rer ausgeliefert worden sind. Die AntWorten Frankreichs und Japans sind' in diesem Punkt übereinstimmend. Ä'L diesem Grund kann nicht gerave gesagt werden, daß der letzte Schachzug des Grafen von Bülow ein unbedingter Erfolg sei. . r;. ... . Im auswärtigen Amt ' wurde dem Vertreter der Associirtcni -Presse am Nachmittag mitgetheilt., daß hie Antwort Englands noch nicht. eingetroffen sei, daß sie aber, einerlei wie. sie auch ausfallen möge, sofort, nach, dem Eintreffen veröffentlicht . werden würde. Sir Frank Lasnelles. der britische Botschafter. sagte mit Bezug auf diese Angeleaenheit : Die-Verzögerung mit der Antwort Englands auf die deutschen Vorschläge, ist eine Folge der Thatsache, daß Lord Salisbury an Sir Claude MacDoirald telzgraphirt und ihn um seine Ansicht betreffs der Ausführbarkeit der deutschen Vorschlage er sucht hat. Die Agrarier haben eine energische Kampagne gegen das Fortbestehen der Beziehungen zwischen meistbegünstigten Nationen" zwischen Deutschland und den Ver. Staaten begonnen. Dies geschieht zedoch ohne Billigung seitens de.r Regierung. Im Reichsschatzamt, wo jetzt der neue Tarif vorbereitet wird, wurde dem Korrespondenten der Asso ciirten Presse erklärt, daß man in Re gierungskreisen nicht daran 'denke, die Rechte Amerikas in dieser Hinsicht zu verkürzen. . .

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Paris. 23. Sept. Der sonst zuverlässige Soir" meldet jetzt auch Die wohl noch zu bezweifelnde Thatsache, daß der König der Belgier am 1. Qktober, dem Tage der Hochzeit seines Neffen und präsumptiven Thronfolgers, des Prinzen Albert von Flandern, mit der Prinzessin Maria Gabriela von Bayern auf den Thron verzichten werde, um dem jungen Paare Platz zu machen. Der König Leopold soll der Ueberzeugung sein, daß nach seiner Abdankung, die sich so schroff gegenüber stehend-n politischen Parteien ihre' Streitigkeiten fallen lassen und sich vereinen würden, um zu sehen, welchen Einfluß auf die Verhältnisse das neue Regime haben würde." " - ' Diese Nachricht ist noch mit Vorsicht aufzunehmen, da der König Leopold, obgleich bereits 65 Jahre alt, immer noch viel mehr Geld braucht, als das durch ihn und seine Amouren stark reduzirte Kapital feines Vaters Leopold I. bei den Frere Qrbans in Brüssel und den Nagelmackers in Lüttich Zinsen trägt. Ihre Arbeiten beendet Paris. 23. Sept. Die Preislichte? der Ausstellung haben jetit definitiv ihre Arbeiten beendet. Die Ver. Staaten haben die größte Zahl von Prämien von allen Ländern. Frankreich allein ausgenommen, erhalten. Auch hat Amerika in jeder einzelnen Klasse mehr Prämien erhalten, au-genommen die Grand Prix", von welchen Deutschland die meisten erhalten hat. Die Preisoertheilung ist, Frankreich ausgenommen, wie tlgt: , Große Preise: Ver. Staaten 215, Deutschland 236. Rußland 209. England 183. - Goldene Medaille: Ver. Staaten 547. Deutschland 515. Rußland 346, England 406. Silberne Medaille : Ver. Staaten 593, Deutschland 575. Rußland 411, England 517. . ' Bronzene Medaille : Ver. Staaten 501, Deutschland 321. Rußland 321, England 410. ' Ebrenbatte Anerkennung: Ver. Staa-

' ten 348. Teutschland 184, Rußland 203, England 208. Der internationale Sozia- . listen-Kongreß. 'Pari?. Sept. Kr mternationale Sozialisten-Kongreß hat beschlossen. j seine nächste Versammlung im Jahre i 1903 in Amsterdam abzuhalten. Der Kongreß beschäftigte sich in der Donnerstaas-Sitzunz mit der Stellung de Handelsministers Herrn Millerand, einem Sozialisten in dem, Waloeck--Rousseau-Kabinet. Nach einer langen und ermüdenden Debatte nahmen die Delegaten schließlich einen Antrag an. dahZnlautend, daß es Socialisten gestattet sei, unter ceioissen Bedingungen ein P?irtefeuille in"ei7.em Bourzeois-Kabinet anzunehmen. Aus Südafrika. Lourenzo Marquez, 23. ! Sept. Die Jrisch-Amerikaner, die i bisher im Boerenheer gedient hatten, I sind von dem Haus, in dem sie bisher untergebracht waren, auf. den portugiesischen Transportdampfe? -Jndrn gebracht worden, um Unruhen in der Stadt zu verhüten. !Die New York" beschädigt, j Southampton, 28. Sepj. i Der - Dampfer New York", von der ! amerikanischen Linie, kam am Don z nerstag Morgen um 10 Uhr mit bej schädigte! Maschinerie hier an. Die Kolbenstange der SteuerbordMaschine war am Dienstag Morgen um halb drei Uhr gebrochen. Da sich eine andere Kolbenstange an Bord be- ! findet, kann der Schaden bald reparirt werden, unv oer ampser wlro am Sonntag Mittag die Rückreise nach den : Ver. Staaten antreten. Von der Regierung überno m meir. R i o d e Janeiro. 23. Septör. Die .Bank der Republik, die. wie am 13. Sept. angekün:izt wurce, in Folge eines Ansturmes der Depositoren gezwungen war. in 60 Tagen zahlbare Checks gezen die Depositen auszustellen, ist von oer Regierung übernommen worden. Die Gläubiger hab: für ihre Guthaben dreiprozentige Bonos akzeptirt. mm 0 Starke E.tnwanverung. New York. 23. Sept. Mehr alö 4000 Einwanderer wuroen am Mittwoch an der Barge-Ofsice gelanget. Sie kamen aus allen Theilen' Europas und wurden von sechs verschiedenen Dampfern herübergebracht. Der Kaiser Wilhelm derGroße". von Bremen, brachte 657; die Oceanic", von Liverpool und Queenstown. 1120; die Spaarndam", von Amsterdam. 676; die Fürnessias'von Glasgow. 275; der Friedrieh der Große", von Bremen, 1050 und der Milans",, von . Hamburg,. 190. V

Inland Depeschen. JerKoyrcngräöcrstrcik Unterhandlungen zur Beilegung der Differenzen im Gange. Dieötreikcr werden waljrschein lich gewinnen, Und eine Lohnerhöhung erhalten. Zwei prominente Männer er mordet. '

Einer in New Jork und der andere in Atlanta, Ga. Letzterer der Präsident Collier von der Baumrooll-Ttaaten-Ansstellung von 1896. Der Streik der Kohlen gröber. Philadelphia. Pa.. 23. Sept. Das wichtigste Ereigniß in dem großen Streik der Grubenarbeiter ' war am Donnerstag das weitverbreitete Gerücht, daß Verhandlungen 'zwischen den gegne rischen Parteien eingeleitet und nahezu zur Reife gediehen seien, wodurch die Streitfragen friedlich begelegt würden. Während über die Personen, welche in dieser Richtung thätig gewesen sind, nichts rerlautet. so wurde doch von offizieller Seite zugegeben, daß solche VerHandlungen im Gange wären. - Präsident Truesdale von- der Lackawanna Coal Co. soll ein derartiges Zu geständniß gemacht haben, ohne jedoch etwas darüber verlauten zu lassen, durch wen oder auf welcher Basis die VerHandlunzen geführt würden. Präsident Mitchell.' der Führer der streikenden Bergleute, gab als seine Anficht, daß die Besitzer -den-Grubenarbeit tern eine Lohnerhöhung zuzugestehen ge Kllt seien, wollte sich jedoch ebenfalls Ber weitere , Details nicht, näher 'auslassen. - - ' ; j ; . Von Scranton wurde Donnerstag Nacht gemeldet, daß bei einer Versammlung von Grubenbesitzern der dortigen Gegend die Meinung vorherrschend war, daß mächtige politische Einflüsse zu einer Beilegung des Streikes drängten und daß in Folge derselben sich die Gruben- ! besitze? genöthigt sehen würden, den Arbeitern zum Mindesten die verlangte Lohnerhöhung zuzugestehen. Wodurch die Grubenbesitzer zu dieser Ueberzeugung gekommen waren. , ließ sich ebenfalls j nicht mehr ermitteln. .In Verbindung ' mit allen diesen Gerüchten wurde noch verlautbart, daß den Arbeitern eine Lohnerhöhung gewährt werden würde, daß die Grubenbesitze: sich aber peremptorisch weigerten. die Streitfrage durch Präsident Mitchell entscheiden zu lassen oder in irgend einer Form die Organisation der Vereinigten Grubenarbeiter anzu erkennen. Die Weigerung, die Vereinigung anzuerkennen, würde übrigens kein unüberwindliches Hinderniß bilden, da Präsident Mitchell sich selbst bereit erklärt hat, eine Vereinbarung durch separate Konferenzen zwischen den betreffenden Ausschüssen der Arbeiter und ihren direkten Arbeitgebern, mit Umgehung des Grubenarbelter-Ver bandes, anzunehmen. Falls sich die Präsidenten der verschiedenen Gruben gesellschaften hiermit zufrieden erklärten, so wolle er alle Ansprüche auf An erkennung der Union fallen lassen. Er bestehe m:r auf einer Bedingung, daß alle diefe Konferenzen an "demselben Tage und in derselben Stadt stattfin den müßten. Sonst herrschte überall in den Streikgebieten Ruhe und die Zahl der Streiker wurde durch das Schließen mehrerer Gruben noch' vermehrt. Ermordet. New York. 25. Sept. Charles F. Peck, ein 60 Jahre alter Erunoeigenthumshändler. der an West 84. Straße wohnt, wurie am Donnerstag Morgen zu früher Stunoe toot auf dem Trottoi: an West 17. Straße gefunden. Er war augenscheinlich ermordet worden. Als 5)err Peck am Mittwoch Abend seine Office verließ, htte er die Absicht, einen Abendzug nach oen Catskill-Ber-gen zu nehmen, wo sich seine Frau jetzt befindet. Er hatte ein: große Summe Geldes und eine werthoolle golden: Uhr nebst Kette bei sich, aber weder Gelo noch Uhr wurden an der Leiche gefunden. Der Geschäftsführer des Broadway Caf6 sagt, daß Herr Peck um sieben Uhr Abends sein' Lokal betreten und. den Aussagen eines, seiner Schankkellner.zufolize. dasselbe um.balb ein UhrMorgeni

erst wieder verlassen habe. Er war'ällein. Peck war seit dem Jahre 1L66 Grundeigenthumshändler und ein Mitglied der Grundeigenthumsbörse. Er war auch ein prominenter "Freimaurer und kinderlos. : .. . " Herr und. Frau Peck verbrachten den Sommer in, den Catskills. Er kam, vor einer Woche nach Hause, um seine Wohnung für den Winter in Ordnung zu bringen und beabsichtigte, seine Frau Ende der Woche hierher zurückzubringen. Nach einer vorgenommenen Untersuchung der Leiche erklärte Dr. Weston, daß Herr Peck mit einem Sandsack oder einem Knüppel erschlagen worden sei. Der Schädel war auf der linken Seite zertrümmcrt und der Schlag war mit ss großer Gewalt geführt worden, daß daS Sehirn auf der anderen Seite des KopfeS zusammengedrängt wurde. Atlanta. Ga.. 23. Sept. Der Achtb. Charles A. Collier, einer der prominentesten Männer in Atlanta, der im ganzen Süden vortheilhaft bekannt ist, wurde am Donnerstag Morgen schwerverwundet am Fuß der' Treppe hinter seiner Wohnung an Richardson Straße aufgefunden. An der linken Seite, nr der Nähe des Herzens, befand sich eine Schußwunde. Ehe er besinnungslos wurde, war der Schwerverwundete noch im Stande, ein einziges Wort Einbrecher" auszusprechen.' Er ist wahr-

j scheinlich tödtlich verletzt. Der Ncvolver Colliers wurde, in der vlaqt ces Verletzten auf dem Boden gefunden. Herr Collier war Präsident oerVaumi wollen - Staaten - Ausstellung, die im Jahre 1836 in Atlanta abgehalten wurde; ein ehemaliger Mayor von Atlantas einer der zwölf Ver. St. Kommissäre bei der Pariser Weltausstellung und ein Mitglied der Lafayette Monument ,Association. Erst vor wenigen Monaten hatte er in seiner Eigenschaft als VizePräsident der Capital City Bank resig.nirt und er ist jetzt Vorsitzer des Rathk der County-Kommissare, Die chinesischen Wirren.

Washington.' D. C.. 28. Sept. Das Staatsdepartement ist von dem' Taotai von Shanghai. Senz., benachrichtigt worden, daß Prinz Tuan zunz. HrHsekretär des Kaisezs dsnMnaj nanM W2idm.el. Da ösM'fagt nichts davon, daß der Prinz luch zuST Präsitow MM s Geheimen Uäths ernannt worden sei,' man hält es hier aber für sehr .wahrscheinlich, daß ein Mann von dem Rang des Prinzen Tuan beide Posten gleichzeitig ausfüllen kann. ' In hiesigen Beamtenkreisen wird erklärt, daß die den Ver.-Staaten ungün stizen Kommentare der kontinentalen ' Presse über die Erkennung des Prinzen Tuan. insofern sie auf das Verhalten der. Ver. Staaten, in . der chinesischenFrage Bezug haben, durchaus ungerechtfertigt seien. So wurde z. B. von einem großen Theil der europäischen Presse behauptct. die Thatsache, daß die Ver. . Staaten die deutschen Vorschläge zurückgewiesen, habe die Kaiserin - Regentin veranlaßt, den Prinzen Tuan zumGroßsekretär des Kaisers zu ernennen un) damit die Mächte geradezu herauszufordern. Es ist nun aber Thatsache, daßdie Ernennung Tuans bereits am .23. September öffentlich bekannt gemacht wurde, nachdem sie schon einigeTage vorher erfolgt war. Die Antwor auf die Note Deutschlands wurde aber erst am 23. September bekannt gemacht, und der chinesische Hof konnte von dem Inhalt kaum vor dem 24. oder gar dem 26. September davon Nachricht erhalten haben. Man hält dies für einen genügenden Beweis dafür, daß die amerika-

nische Not: die chinesische Regierung bei der Ernennung, des Prinzen Tuan in keiner Weise beeinflußt haben kann. Ein italienischer Anarchist entkommen. N e w Y o r k. 23. September. Auf Ersuchen der Polizei von Mailand, Italien, wird jeder ankommende Dampfer nach einem Italiener Namens Mairicio Magliala durchsucht, dessen wirklicher Name Luigi Granott! sein soll. Der Mann soll ein Mitschuldiger Bresci's bei der Ermordung des Königs Humbert von Italien sein und mit Bresci im Mai von Paterson. N. I., aus nach Italien abgereist sein. E ist ein Seidenweber. Census - Statistik. Washington. D. C.. 23. Sept. Der neuen .Census-Aufnahme zufolge hat Memphis, Tenn.. eine Bevölkerung ' von 102,320 Personen, gegen 64,495 im Jahre 1890. Es ist dies eine Zunahm: von 37.825 oder 58.65 Proz. Die Bevölkerung von Houston. Texas, betragt 44,683 Personen, gegen 27.557 im Jahre 1890. C ist dies eine Zunahme von 17.076 oder 61.97 Prozent. Philip und Leo M. Rappaport, Ad vokaten, Zimmer '730 und 731 La Building. Neues Telephon 3345.

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