Indiana Tribüne, Volume 24, Number 9, Indianapolis, Marion County, 27 September 1900 — Page 2

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Jndiana Tribune, Tonncrstaa, den 37 September lVUO

Das Oplumrauchttt

'-t1 Je snetjr Theile des Reiches fc Mitte unter die Herrschaft europäischer Mächte komme, desto 'wichtiger wird für diese die Frage, ob sie ihren chinesischen Untttthar.en das Opiumrauchen erlauben sollen oder nicht. England tiill nichts von emem Verbot in Hongkong clii eingapcre wissen unr) wixu Zty euch für's Erste hierbei bleiben, nachdem die von englischen Missionären Äi'd anderen Gegnern des Opiumrauchens in Bewegung gesetzte Commission bei Weitem nicht so schlimme Dinge zu Tage gefördert hat, wie man vielfach erwartet hatte. Japan dagegen beharrt bei seiner streng ablehnenden Haltung. Es steht schwere Strafe darauf, Opium oder Geräthe zum Rauchen desselben nach Japan einzuführen. In Formosa ist die Eitte besonders stark verbreitet. Die neuen Herren der schönen Insel mußten daher mit dieser Thatsache rechnen; sie sahen einerseits die Unmöglichkeit ein, das Rauchen gleich ganz zu untersagen, andererseits aber wollten sie in Formosa auf die Dauer nicht anders verfahren als im Mutterlands. So verfielen sie auf den Ausweg, den Opiumverkauf dort zum Monopol der Regierung zu machen. Wer unter japanischer Herrschaft weixerrauchen wollte, mußte sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Schein lösen. Nach Ablauf 'der Frist will man unter keinen Umständen neue Scheine ausgeben. Auf diese Weise hosfen die Japaner, die Sitte auf Formosa allinälig auszurotten. In Kiautschou hat die deutscye Regierung bis jetzt keine Einwendungen gegen die Einfuhr von Opium erhoben; darüber waren Klagenecer von Missionaren in den Zeüungen zu lesen. Wie kommt es nun, daß die Auffassungen der Missionäre und die anderer Leurtheiler so fthr von einander abweichen? Diese Frage beantwortet ein Eorrespondent der ftöfti. Zeit.", der Jahre lang in China gelebt hat, wie folgt: Jn die Missionshospitäler kommen zumeist nur Angehörige der untersten Volksklassen, abgerackerte Kulis, deren Körper durch unausgesetzte schwere Arbeit bei Hitze und Kälte auf's Aergste mitgenommen worden ist. Die Opiumraucher unter diesen armen Teufeln machen nun noch einen bedauernswertheren Eindruck als die Anderen; das ist ohne Weiteres zuzugeben. Aber die Missionen scheinen fast immer in 5en Fehler zu verfallen, daß sie den schlimmen Zustand dieser Patienten allein oder doch großenlheils der üblen Gewohnheit des Opiumrauchens zuschreiben, während die Sache in Wirklichkeit sehr oft so liegt, daß die Leute nicht hätten gesund bleiben können, wenn sie auch niemals eine Opiumpfeife in die Hand ' genommen hätten. Also schon bei diesen ganz armen Leutcn finden wir, daß die Wirkung des Opiums schwerlich immer unbefangen geprüft wird, sobald wir jedoch Die sociale Stufenleiter etwas yinaufsieigen. ist es wirklich schwer, zu begreifen, welshalb über diese Sitte oder Unsitte so ungeheuer viel Lärm gemacht worden ist. Das Opium ist, schädluz für den Körper, gewiß; aber icy gehöre zu den Personen, die den Branntwein noch für weit schädlicher halten. Ich frage jeden Ausländer, der längere Zeit in China gelebt hat: Hat er in seiner chinesischen Bekanntschaft oder Dienerschaft mehr Todesfälle erlebt, die man dem Opiumrauchen zuschreiben konnte, vder mehr unter seinen europäischen Bekannten, die von geistigen Getränken verursacht waren? Die Antwort hierauf kann kaum zweifelhaft sein. Diese ganze Angelegenheit ist bisher fast imwer viel zuleidenschaftlich behandelt worden. Man verließ sich dabei allzu sehr auf das Urtheil der Missionäre, das doch, wie sich mehr und mehr herausstellt, ein recht einseitiges war. Der Mensch kann nun einmal nicht ohne irgend ein Anregungsmittel auskommen. Wer das leugnen will, der kennt einfach die menschliche Natur nicht. Gibt man es aber zu, und sei es noch so bedingt, so sieht man sich sofort vor die Frage gestellt: Was hat schlimmere Wirkungen, der Alkohol oder da Opium? Darüber mag man ja im Allgemeinen streiten können. Sowohl in dem einen wie m dem anderen Falle werden durch ein Uebermaß des Genusses nicht nur einzelne Personen, sondern auch ganze Familien an den Bettelstab gebracht. Nicht zu bestreiten ist aber, daß das Oplumrauchen wenig stens keine so wüsten und abstoßenden Scenen, die sich öffentlich abspielen, zur Folge hat, wie der Branntweingenuß im Abendlande und auch in Japan, wenngleich hier in minderem Grade. Erkundigt man sich nach dem unmittel baren Anlaß, der einen Chinesen zum r . ' r. ti t.i r i piumraun georacyi yai, o wiro Die Antwort verschieden lauten. Viele werden einfach durch die Freude an Gesel ligkeit dazu geführt, wie wir zum Bierund Weingenuß. Oft soll es starke rh-umatische Schmerzen, Asthma oder Bronchltis lindern oder, genauer aesagt, vergessen machen. Nicht selten wendet man Opium ferner als apbrod:sisches Mittel an und erreicht den gewünschten Zweck dadurch auch manchmal auf kurze Zeit; aber die weitere unausbleibliche Folge ist dann ein dauernder Umschlag in's Gegentheil. Nicht wenig Verwunderung wird die Mittheilung erregen, daß die Ausfassung, man könne sich durch das Opiumrauchen in den siebenten Himmel versetzen, vollkommen auf Irrthum be- , ruht. ' Der verstorbene Dr. Jamieson, x lsne. in Sfcäi ftiik

1 s.g! in seir.em Bericht an d'e Opiumcommissicn: Unier den Dutz:nden von Opiumrauchern, die ich gefragt habe, ob sie sich beim Rauchen in's Pa radies versetzt glaubten, habe ich k:incn einzigen gefunden, der auch nur begriffen hätte, was ich mit dieser Frage meinte. Die entzückenden Visionen bestehen vielmehr nur in europäisch:? Einbildung." .

Verarbeitung von Fischen. Wo es sich um Massenerzeugunz und Massenverarbeitung handelt, ist man in unserm Zeitalter dazu übergegangen, die mühevolle Handarbeit durch die Thätigkeit rastlos schassender Maschinen zu ersetzen. Eine Ausnahme von dieser allgemeinen Regel machen gewisse Gebiete der Massen - Fischverarbeitung, auf denen bisher kein Verfuch gemacht worden ist, die Hand durch Arbeitsmaschinen zu ersetzen; doch auch auf diesen Sondergebieten beginnt es sich nunmehr allmäblich zu regen. Von den riesigen Mengen von Heringen, die alljährlich an den Küsten Schwedens gefangen werden, wandern bis zu vier Fünftel des ganzen Fanges in die Dllngerfabriken, um dort zu Fisch-Guano und Oel verarbeite: zu werden, weil es nicht möglich ist. so gewaltige Massen von Fischen schnell genug von der Hand aus zu reinigen und ?u conserviren. Vom wirtbschaftlichen Standpunkte ist tl eine gewiß höchst beklagenswerthe Thatsache, daß ein so gesundes.nahrhaftes, wohlschm:ckendes und in hohem Grade eiweißhaltiges Nahrungsmittel, wie frisch ge fangene Fische, auf Dungestosse verarbeitet werden muß, während, wie Dr. Wolff nachweist, ganze Volksklasscn infolge der hohen Fleischpreise an EiWeißhunger zu leiden haben. Wäre man im Stande, auf maschinellem Wege die Fische zu sortiren. zu reinigen u. zu waschen, dann wäre es ein leichtes, den angedeuten Uebelstand zu heben. Dabei könnte man die betreffenden Maschinen gleich aus entsprechend gebauten Fahrzeugen aufstellen und mit diesen fchwimmenden Fabriken" den großen Fischhaufen nach Bedarf und Belieben nachgondeln. Was hier vom Hering gesagt ist, gilt natürlich auch von allen andern Fischen, die Geqenstand der Massenfischerei sind. Die Hauptschwierigkeit bei der mechanischen Behandlung desischmOterials mittels Maschinen Iieat in der sehr wechselnden Größe und Form der zu verarbeitenden Fische; man müßte daher für jede Sorte auch eigene Maschinen bauen, denn es sollten sich die Flundern wundern, wollte man auf derselben Maschine beispielsweise Heringe und Seezungen gemeinsam verarbeiten. Der erste Schritt in der oben angedeuteten Richtung ist bereits geschehen. Ein schwedischer Doctor der Philosophie Namens Martin Ekenbera hat sich die ebenso dankenswerthe wie schwierige! Aufgabe gestellt, die Frage der maschi- j nellen Fischverarbeitung fast konnie man in Anwendung der entsprechende bergmännischen Bezeichnuno von einer Fischaufbereitun'J" reden" sowohl vom theoretischen als auch vom praktischen Standpunkte aus zu lösen, und die Ergebnisse seiner eifrigen Studien und praktischen Arbeiten sind vielversprechend. In seinem Vaterlande. Schweden, hat man dies auch erkannt und zu würdigen gewußt.' indem man den Bahnbrecher kürzlich mit der Polhemsmedaille ausgezeichnet hat. Die frisch gefangenen Fische es handelt sich hier zunächst nur um Heringe werden bei dieser maschinellen Behandlungsweise vorerst durch eine äußerst sinnreich ausgeklügelte, automatisch wirkende Maschine in die vier im Handel üblichen Sorten geschieden. Diese Maschine arbeitet mit so fabelhafter Geschwindigkeit, daß sie bis 20.00 Fische in der Stunde sortirt. Die m Gruppen geschiedenen Fische fallen dabei auf Transportbänder, und werden hierauf in andern, ebenfalls ganz selbstthätig wirkenden Maschinen gereinigt. Die letztern haben folgende Arbeiten zu verrichten: sie ergreifen jeden Fisch einzeln, entfernen zunächst die Schuppen, schlitzen ihm den Bauch auf, entfernen die Eingeweide daraus, spülen den Fisch von außen ab. waschen gleichzeitig die Bauchhöhle aus und schneiden dann dem armen Hering vor dem Verlassen der Maschine auch noch den Kopf ab. Eine Anlage, wie sie hier in kurzenWorten skizzirt ist. erfordert 4 bis 5 Pferdekräfte zum Antrieb und leistet just ebensoviel wie 60 bis 70 Menschen bei ununterbrochener anstrengenver Arbeit zu leisten im Stande sind. Es steht somit nichts mehr im Wege, die so vorbereiteten Fische zu conserviren, um . ein billiges, wohlschmeckendes und vor allen Dingen eiweißreiches, somit großen Nährwerth besitzendes Volksnahrungsmittel zu schaffen, während die Guanofabriken, wie es auch weit naturgemäßer ist, sich auf die Verarbeitung der Abfälle der Fischconserven - Fabriken zu beschränken hätten. Der Wirth Göpfert in Pfersdorf bei Hildburghausen ermordete seine Schwiegermutter durchSiiche mit einem großen Fleischermesser. Nach der That brachte er sich selbst mittelst desselben Messers drei schwere Verwundungen bei, an denen er im Kranlenhaus gestorben ist. . Die Ermordete lebte mit dem Schwiegersohn in Streit und war vor einigen Wochen von- ihm &ca . cstch Lzlnittih mwiu.. ,

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' oxkkxkc-okkckck:k:-Danie Theron. Ein neuer Boerenfiihrer ist aufgetaucht, Danie Theron, der Chef des Aufklärungsdienstes des General de Wet. Er führt im Boerenlager den Namen Auge und Ohr de Wets". Theron, von kleiner, fast zarter Gestatt, etwas unbeholfen in seinen Manieren, ber energisch in seinem Auftreten, ein ausgezeichnete? Reitev und Schwimmer, kühn bis zur Todesöerachtung, aber auch vorsichtig un verf scklaaen. wie der tU B?-?. hfar Tti Äusbruch des Krieges mit England ! Sachwalter in Krugerödorp. Äll der Krieg unvermeidlich geworden war, erließ Danie Theron einen öffentlichen Aufruf in den südafrikanischen Blättern, um ein Nadfahrercorps inZ Leben zu rufen, dessen Aufgabe es sein sollte, Depeschen zu befördern und alle in den Bereich des Aufklärungswesens fallenden Dienste zu verrichten. Im Anfang fand dieser Aufruf keine besonders günstige Aufnahme, denn die mißtrauischen Boeren meinten darin einen der vielen Kunstgriffe zu sehen, um sich dem Dienste bei einem Commando zu entziehen. Aber das Radsahrercorps kam dennoch zu Stande, und bald erkannte man auch dankbar die vorzüglichen Dienste an, die es bis setzt in ununterbrochener Reihenfolge geleistet hat. Theron war die Seele dieses Corps. Bei Ladysmith und am Tugela hatte er bereits Gelegenheit, sich auszuzeichnen, aber der Grund zu seiner Berühmtheit bei allen Commandos wurde erst durch den kühnen Ritt gelegt, du?ch den er dem von allen Seiten eingeschlossenen Crcnje Depeschen der Regierung in Pretoria brachte. Bald nach der Catastrophe vonPaardeberg wurde auf den Antrag de Wet's ein umfassender Spicnir- und Aufklärungsdienst eingerichtet, an dessen Spitze Theron mit dem Titel Capitän gestellt wurde. Hundert Mann, deren jeder zwei gute Pferde hatte, .waren zu seiner Verfügung. In der letzten Zeit ist von den Engländern kein: Stadt besetzt worden, in der nicht einer oder zwei dieser Spione zurückblieben, um die nöthigen Beobachtungen zu sammeln. Nicht weniger als acht Stunden lang standen zwei dieser Spione in der unmittelbaren Nähe von Lord Roberts, als dieser nach seinem Einzug in P?etoria auf dem Marktplatz die bekannte Ansprache hielt, und erst, drei Tage später verließen diese Spione auf einem Ochsenwagen die. Stadt, aber sie hatten Wichtiges und Interessantes genug gesehen, was sie berichten konnten. Als beschlossen worden war. daß de 2Lt im Freistaat bleiben solle, um die Verbindungslinien des englischen Heeres zu stören und zu durchbrechen, wurde ihm Danie Theron als Adjutant beigegeben, zugleich aber wurde das Aufklarungsccrps bedeutend vergrößert. Theron'sLeute sind denn auch für die Briten eine wahre Landplage geworden, sie umschwirren die Rothröcke wie die Fliegen, erlauern ihre Bewegungen und ihre Stärke und bewegen sich in allerlei Verkleidungen häufig mitten im englischen Lager; sie sprechen je nach Bedarf Afrikanisch. Englisch. Schottisch. Jrish und selbst Walisisch oder sie kommen als Beeren mit ihren Landbauproducten auf den Markt der von Engländern besetzten Plätze. Die englischen Osficierc wissen dies Alles recht gut. aber ihr Wunsch. Theron einmal zu erwischen, wird schwerlich in Erfüllung gehen, es' sei denn, daß ihnen auch hier wieder Verrath zu Hilfe kommt. In der südafrikanischen Sprache heißt das Spionircorps Therons Verkenners". Eine Colonie der Gesetzlosen. London, im September. Nicht weit vom Strand, die Chelten hamer Landstraße hinan. 300 Fuß über der See, steht ein aus Stein gebautes Cottage, ein rohgezimmertes Blockhaus und ein glockenförmiges Zelt. Das ist die Colonie von Whiteway. Die Ansiedlung ist zwei Jahre alt und wurde von ehemaligen Mitgliedern der Tolsioi-Colonie begründet, die, acht Mann hoch, im September 1L98 auszogen, um eine Commune auf den weitestgehenden Grundsätzen zu errichten, d. h. auf gar keinen. Für 52250 wurde die Whiteway-Farm angekauft, und darauf siedelten die acht Pioniere der Utopie sich an. Gegenwärtig sind etwa 20 Ansiedler dort. Alle Hinzukommenden sind willkomwen, wenn sie nur auf die Welt und ihreConventionalitäten verzichten wollen. Die Einrichtungen sind die allerursprünglichsten. Die Tolonie hat seinen Rmen und die lQ'lsniÜen kraaen

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ini rO & s -C-O C0OCKH000KMCK vj COO'Z nach keinem Religionsbekenntniß. Sie sind weder Socialisten noch Communisten und wollen durchaus nicht als AnHänger der Tolstoi'schen Doktrinen gelten. Sie glauben an nichts. Sie sind gewissermaßen passive Anarchisten, welche Alles gehen lassen, wie es will. Absolute Freiheit herrscht auf dic'er Ansiedlung. Die Siedler haben lein: bindende Regel für ihr Zusammen!ben. Befehlsrecht und Gesetz sind ihrer Ansicht nach unmoralisch. Die Gütergcmeinschaft ist absolut. Besitz ist unmoralisch, denn Alles ist Eigenthum i' ener, vtf es brauchen. Sie verschman das Geld, weil es corrumpirt. Sie ind dabei so ziemlich Alle Beaetarianer und haben großentheils dem Genuß geistiger Getränke entsagt. Auf die Frage, warum Viele von ihnen arbeiten. während Andere faul herumlungern, antworten sie gelassen: Wdl es ihnen so gefällt!" Die Weltentsagung dieser Ansiedler kommt auch in ihrer Kleidung zum Ausdruck, und stünde Thomas Carlyle aus seinem Grabe auf. er hätte seine belle Freude an dem Aussehen der Whitewayer Colonisten. Die Männer tragenJersey-Westen oder Wollenhemden, lose Kniehosen und gehen oaarfuß. Als Hauptschmuck dienen KÄnstlerlocken". Die vier oder fünf Frauen, die auf der Colonie leben, kleiden sich in eine Art von .Bloomer"Costüm.' worüber sie ein peplumähnliches Obergewand anlegen, das Hals und Arme frei läßt. Die Colonisten ?ecrutiren sich aus allen Gesellschaftsklassen. Ein Doctor der Philosophie aus Leipzig belädt einen Schiebkarren mit Kartoffeln, den ein Ex-Prelskampfer fortrollt: ein ehe maliger Dozent des Altariechischen der Universität Ozsorb gräbt die Kartofsein aus. em edler Pole hilft ihm dabei; eine Dame der Colonie ist mit dem Verbrennen von Kartoffelkraut be schäftigt und der einzige Sohn eines reichen Birminahamer Fabrikanten schleppt ihr das Kraut zu; ein Anderer war Gelehrter und hat eine wissenschaftliche Stellung mit 51500 Iahresgeyalt ausgegeben, um diesen Ideal menschen sich anzuschließen. Eine sehr respectable Wittnx und ihre wohlerzogene Tochter, mehrere Arbeiter, ein vormalige? Gutspächter und einige Quäker sind auch da und im Cottage stirbt langsam ein von Schwindsucht befallener ehemals brillanter Journa list ans London, während ein Anderer, leise angehaucht vom socialen Christen thum. zum Wanderp redigen ausgezogen ist. Da lebt nun diese zusammen gewürfelte Compagnie, die alle Propaganda durch die That strenge verurtheilt und nichts beansprucht, als Le bensfreiheit, anscheinlich still und vergnügt. Aber trotzdem sieht es trübe aus in diesem Eden. Ihre Anarchie mag in der, Theorie ganz schön und ideal sein, in der Praxis ist sie ganz sicher nicht erbaulich. Wie auch überall, wo keine bestimmte Ordnung waltet, geht auch hier das Gefüge aus dem Leime. In den ersten achtzehn Monaten ha ben die Colonisten, deren Zahl zwischen acht und vierzig schwankte, nicht mehr geleistet als zwei halbwegs tüchtige Feldarbeiter. Arbeitete ja nur, wer gerade wollte, und die Indolenz und Faulheit der Mehrzahl wuchsen so heran, daß der Begründer der Colonie, Samuel Bracher, ein Journalist aus Gloueester, der für die Errichtung der Ansiedlung seine ganze Habe im Betrage von 56000 aufaewendet hat, es satt rriegte und mit seine: Frau und einigen Gleichgesinnten abzog, das ganze Eigenthum, zwar widerwillig, aber aus vrincipiellcn Gründen, im Stiche lassend. Bracher mußte tw.at stehen, daß sein Experiment völlig miß lungen ist. daß der ideale AusgangsPunkt, rasch entschwunden, zu einem unerträqlichen Zustande menscblicher Verwilderunq geführt bat. daß r -Grundsatz, der Mensck ist nur seinem eigenenGewissen verantwortlich . prak tisch unausführbar ist. Beinahegeschächtet hat te der Gemeine Wilhelm Weinmann des 22. Infanterie - Regiments in Würzburg seinen Kameraden Weber. Dieser hatte ihm beim KartoffeIjZ)a Un im Verlaufe eines Wortwechsels ei nen Scklaa verseht, worüber stchWein mann derart aufregte, daß er denKopf seines Kameraden unter denArm nahm nabm und mit dem Kuchenmesser a Halse zu säbeln anfing, bis diese? jämmerlich um Hilfe sch?ie und von anderen Soldaten gerettet wurde. Die neuesten Tapeten bei Car

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