Indiana Tribüne, Volume 24, Number 9, Indianapolis, Marion County, 27 September 1900 — Page 1

9 ? s M, ta V Ä-2h:r-ä S?nt Z UxczZay . df SHt A

r i

X--Mit- G Sonntags- $ Blatt K y IvcperWoche ) a. v . & O o . jt A A X V V ' II " l K I v "S. r OCVO '( - iiMi vLA yo Grschrittt jrden Zlcl,,nitt,,g nnd Konntag Morgens.

r? o si

vY A v X

liO

f j il T

aimn

VS V-s

Jahrgang 24.

Ausland Depeschen Die GllM MM Die Anttvort Englands ans die deutsche Note Noch nicht erfolgt. ZZ erlitt fteUt in Abrede, Dafz die Antwort mit der amerika nischen identisch sein werde. lt ganze cnzlischc Presse mit der amerikanischen Antwortunzufrieden. Der Vocrcnkricg offenbar zu Grube. Sie Boeren hab:n ihre sämmtlichen nodi übrigen Vorrülhe zerstört. öartho'.oinknZ Kost in Bremen zum Tode verurteilt. Die Lage in China. London. 27. September. Dem gcfo'amaer Korrespondent der Diq IHcl'ü" zufolge, stimmt Japan den deut'chen Vorschlägen bei, gleichzeitig erklärt lttz die japanische Regierung, daß der Leainn der Unterhandln zen nicht zu an binauszeschdben werden solle. Auch kollJcipan nicht Willens sein. Deutschland zu folgen, wenn dieses beabsichtige. Den, chinesischen Hos bis ins Innere des Landes zu verfolgen. Aus Shanghai ird gemeldet, daß in iinem kaiserlichen Edikt das Andenken ztZ notorischen Fremdenhetzers Li Ting heng geehrt wird, der nach der Räumung son Tunz Chow Selbstmord be zing. wie auch dasjenige Chung Yis'. des Schwiegervaters des Kaisers, der sich .'ödiete, nachdem der Kaiser und die Kaiserin Regentin Peking verlassen hatten. Die chinesischen Zeitungen erklären, daß in Linan Fu ein neuer kaiserlicher Plast richtet werden soll und die nöthi;:n Befehl: bereits ertheilt worden seien. Sie versichern auch, sag Li Hung Chang, ?on russischen und japanischen Truppen begleitet, nach Peking abgereist sei und Lu Gfuan Lu zum Lizeköniz von Kan !on ernannt worden sei. Der T?otai Shenz bestätiat das Gerücht, daß Li Hung Chanq geheimen Befehl erhalten fabe, eine Armee zu nwöilisiren und ZZekinz wieder einzunehmen. London. 27. Sept. Die 2iine3" sag: über die amerikanische Antwort auf bi: deutsche Ncte: Den Mächten wird v?drch rer Pfad nicht geebnet. Das unerdetene Anerbieten des Herrn Conger, den Vermittler spielen zu wollen, ist ein in der Diplomatie ganz unzewöhnlichs Vorgehen. Wenn die amerikanische Regierung ihre Truppen zurückzieht, läßt sie die amerikanische Gesandtschaft thatsächlich unter dem Schutz der anderen Mäckte, mit denen zu cocperiren sie sich weigert. Amerika sollte doch wissen, daß keine Gesandtschaft, die nur von einer Wache beschützt wird, lange unter einer chinesischen Regierung sicher ist. zu der Prinz Tuan und andere Boxerf f ü vurer geboren. Die Times" veröffentlicht eine Korrespondenz. in der erklärt wird, daß die Russen in Riu Chwang zwischen 1500 und 2000 Boxer und chinesische NichtZombattanten. Männer, Frauen und Binder, ermordet haben, und die russischen Soldaten mehrere Tage lang dort thun durften, was sie wollten. Die Lage in Südafrika. LourenzoMarques, 27. Sept. Die Niederlage der Boeren ist jetzt eine vollständige, und es ist kaum möglich, 'daß dieBoeren noch irgendwo, auch nicht in kleineren Abtheilungen, den Briten Stand halten können, denn sie haben, offenbar das Nutzlose weiteren Wider standes einsehend, fast alle ihre Vorrathe, Geschütze. Munition. Lebensmittel etc. zerstört, damit diese den Briten nicht in die Hände fallen sollen. Ueberall sind auch die Brücken zerstört, die Warmhäuser sind ausgeplündert und niedergebrannt worden und die BahnHöfe stnd nur noch rauchende TrümmerHaufen. Auch in Kaap Muiden, Hecrorspruit und Komatipoort sind die Vahnhöfe niedergebrannt worden. Bei dem letzteren Platz haben die Boeren ungeheure Vorräthe zerstört; Hunderte von Wägen und Eisenbahn Waggons mit Vorräthen aller Art: mit Kleidern. Munition und Lebensmitteln, wie Lucker. Kaffee. Reis, Mehl, etc. sind dort zerstört worden und tausende von Tonnen stehen noch in Flammen. General Pole Carew hat Hunderte -von Lokomotiven erbeutet und die gan ze Selati Eisenbahn ist thatsächlich mit Eisenbahn VetriebZmaterial blokirt. Die Waggons zusammengesetzt, würicu eine Länge von acht. Meilen haben.

Vet Hectersprmt zerstörten die Boe ren viele Kanonen und im Erocodilt Fluß wurden dreizehn Geschütze ge funden,' theilweise zerstört; darunter mehrere, die den Engländern im An fang des Krieges abgenommen wur den. Auch riesige Munitionsvorrätht waren in den Fluß geworfen worden Man glaubt, daß eine tüchtige Polü zeitruppc. ungefähr 20,000 Mann, jetz! ohne große Mühe das Land pacifizirei kann. Der definitive Zusammenbruch dtt Boeren-Armee war mehr eine Folge gib tiger Ueberreduna als der Angriffe bri' tischer Truppen. Als der letzte Rest der Boeren-Armee. ungefähr 2000 Mann, Komatipoort aufgab, zog er sich in eine gute Stellung zwischen den Lebombo Bergen und dem Fluß zurück. Die Stellung war eine sehr günstige und hätte gegen ein? große Truppenzahl behauptet werden können, in Folge des Mangels an Disziplin und der DesOrganisation, die bereits eingetreten war. hatten aber die Boeren keinen rechten Muth mehr. In der Hoffnung weiteres Blutvergießen verhindern zu können, wandte sich der hiesige britische General-Kon-

! sul an den portugiesischen General- ! Gouverneur Sennor Machado mit dem Ersuchen, die Boeren nochmals auf die Nutzlosigkeit weiteren Widerstandes aufmerksam zu machen, und sie auch zu warnen, daß bei weiterem Widerstand die Eingeborenen sich wahrscheinlich erheben würden. Da die Portugiesen sich den Boeren gegenüber stets sehr freundlich gezeigt, und auch vorher schon erklärt hatten, sie. im Falle sie auf portugiesisches Gebiet überträten, auf Staatskosten unterhalten und sie spä ter in ihre Heimath zurückschicken zu wallen, erwies sich das vom britischen Generalkonsul in Vorschlag gebrachte Mittel als erfolgreicher. 'wie er selbst nur zu hosfen gewagt hatte, besonders, weil die noch kämpfenden Voerentruppen hauptsächlich Ausländer waren, die auf diese Weise Gelegenheit erhielten, ohne weiterer Unbill ausgesetzt zu werden. das Land verlassen zu können. Der deutsche Dampfer, der heute nach Europa abging, nahm als Passaziere den General-Postmeiter Van AIphen vom Transvaal." den 'HilfsStaatssekretär Grobler. den StaatsSchatzmeister Malherb und eine große Menge Gold-Bullion mit. Man erwartet, daß bereits am Donnerstag die Eisenbahn von der Delagoa Bai bis nach Pretoria wieder offen sein wird. Toilstoi soll exkommuniz i r t sein. Lausanne. Schweiz. 27. Sept. Der Inhalt eines geheimen Zirkulars. !das von Johannicius. dem Metropolit j von Kiew an alle russischen Erzbischöfe j geschickt worden ist. ist hier veröffent- ! licht worden. Graf Tolstoi, der russi- ! sche Novellist und Sozial-Reformer, ' wird darin thatsächlich exkommunizirt. !n dem Zirkular heißt es. daß Tolstoi ; ein ausgesprochener Feind der Kirche i sei , und daß deshalb für den Fall, daß ! Tolstoi sterben sollte, das heilige-Sy-nod die Abhaltung allen Gottesdienstes und dasLesen vcnMessen verbiete.wenn er nicht vorher mit der Kirche Frieden geschlossen habe. Aus dem deutschen Reich. Berlin, 27. Sept. Mit Bezuz auf die Behauptung verschiedener Zeitungen, daß das neue Fleischschaugesetz binnen Kurzem in Kraft treten werde, ist hier halboffiziell angekündigt worden. daß der Tag. an dem das Gesetz auf einheimisches wie aus ausländisches Fleisch Anfindung finden werde, noch nicht festgesetzt sei. N'.r derjenige Theil des Gesetzes, demzufolge die Einfuhr von Würsten und von Büchsenfleisch verboten wird, tritt am 1. Oktober in Kraft. Der Vertreter der Associirten Presse zeigte am Nachmittag den Beamten des deutschen auswärtigen Amtes eine Privatdepesche aus London, welche dieMeldnng enthielt, LordSalisbury hekbe den Grafen von Hatzfeldt-Wildenburg benachrichtigt, :daß die Antwort Englands auf die deutsche Note mit der amerikanischen identisch sei. Im aus.vartkgen Amt wurde daraus hin erklärt, daß diese Behauptung durchaus falsch sei. Als darauf hingewiesen wurde, daß in der Depesche nicht behauptet werde, die betreffend: Insormation stamme von dem Grasen Hatzfeld her. sagte ein hoher Beamter des auswärtigen Amtes: Lord Salisbury hat sich einig: Tage Zeit ausgebeten um die Angelegenheit in Erwägung zu ziehen, da er gewisse Information zu haben wünschte, ehe er eine definitive Antwort giebt. Diese Antwort ist noch nicht erfolgt. Wenigstens keine formelle. Zwischen Lord Salisbury und dem' Grafen Hatzfeldt hat ein mündlicher Gedankenaustausch stattgefunden, es ist aber nicht wahr, daß England endgiltig in dersel den Weise wie. Amerika geantwortet hat. .Die hiesigen Menhzntu.ngen. stellen

Indianapolis, Ind.. Donnerstag,

direkt in Abrede, datz England in gleicher Weise wie die Ver. Staaten die deutsche Note beantwortet habe. Die meisten einflußreichen Zeitungen folgen dem Beispiel der Kölnischen Zei tuig, indem sie die Schuld für das jetzt wieder aggreive, feindselige Verhalten der chinesischen Regierung den Ver. Staaten in die Schuhe schieben. Die Berliner Post" sagt, auf das neuest Edikt des Prinzen Tuan Bezug neh mend: Es würde ein trauriges Schauspiel sein, wenn Herr Eonger in Peking mit Li Hung Ehang Friedensunter Handlungen anknüpfen würde, während in der unmittelbaren Nachbarschaft bei Stadt die Boxer gegen die Truppen de, anderen Mächte kämpften." Die Kreuzzeitung sagt nach einerVesprechung der amerikanischen Antwort: Ein Land, das allen möglichen Lau. nen unterworfen ist. wie die Ver.Staa ten. kann niemals als ein ernstliche, Faktor in der internationalen Politi! angesehen werden." In Regierungskreisen wird die Behauptung der italienischen Presse füt unwahr erklärt, daß Deutschland ver suche. Italien ?u veranlassen, mehi Truppen nach China zu schicken. Die Minister Thielen. Brefeld und Dr. Studt sind von der Pariser Aus stellunz zurückgekehrt. Si: drücken all: di: größte Befriedigung über dcn freund, lichen Empfang aus. der ihnen seitens der französischen Regierung zu Theil geworden ist. Der Adjutant des Prinzen Albert von Sachsen, welch letzterer aru 17. September bei einem Fahrunfall um's Leben kam. bestätigt es. daß der Unfall käucch verursacht wurde, daß der Prinz von Braganza sehr schnell an der Equipage des Prinzen Albert vorbeifuhr. Bartholomäus Kost, der im Oktober letzten Jahres von Chicago ausgeliefert wurde, und der angeklagt war, Marie Vodicka. ein Dienstmädchen, das er geheirathet hatte, beraubt und ermordet zu haben, ist in Bremen, wo der Mord seganzen wurde, zumTod: verurtheilt worden. Amerika's Stellung. W i e n. 27. Sept. Die österreichische Presse verdammt in bitterer Weise die Stellungnahme der Ver. Staaten China gegenüber , und sie schiebt' die Schuld für die Arroganz, mit der China den Verbündeten gegenüber auftritt, le diglich der Regierung in Washington zu. Das Neue Wiener Tageblatt" ist der Ansicht, daß die Folge ein Krieg mit China sein wird u.nd d3j Fremdenblatt ist überzeugt, daß !!!ische Vorbereitungen getroffen werden und LMZt eine Expedition nach der Provin,; SyaN Li geschickt werden wird. Das Blatt ist übrigens der Ansicht, daß der Abfall der Ver. Staaten das Konzert der Mächte nicht lange stören wird. Aus China. Hongkong. 25. Sept. Der deutsche Transportdampfer Gera" und drei deutsche Torpedoboote sind hier angekommen. Auf dem West River nimmt das Piratenunwesen ganz- bedenklich zu. und Wenn nicht bald in energischer WeiseAbHilfe geschafft wird. dann ist es höchst wahrscheinlich, daß im Winter derselbe Zustand von Unsicherheit eintritt, der in früheren Jahren das West River Gebiet zu einem der verrufensten in China gemacht hat. Jeden Tag werden Ueberfälle seitens der Piraten gemeldet und außerdem sind auch in der Nähe von Kum Check mehrereDLrfer von Brigan ten ausgeplündert und verbrannt worden. Die Wiederwahl des Präsidenten Diaz. Mexico. 27. Sept. Der mezikanische Kongreß kündigte am Dienstag Abend das Resultat der letzten Präsidentschaftswahl an. General Portirio Diaz wurde einstimmig wiedergewählt, und wird im Dezember inaugurirt werden. 20.000 Pilger gesegnet. Rom. 27. Sept. Der Papst segnete am Mittwoch in der St. Peters Kathedrale 20.000. Pilger. Mit den eingeladenen Gästen waren im Ganzen 30.000 Personen in der Kathedrale. 'er Papjt befand sich anscheinend in bester Gesundheit. m m Z o IN Sturm z e r st ö r C Marshalltown, Iowa. 27. Sept. Der Wirbelsturm, der am Dienstag Abend den Ort Ferguson, neun Meilen von hier entfernt, heimsuchte, verursachte den Tod von zwei Personen, während dreizehn andere mehr oder weniger schwer verletzt und eine Anzahl Häuser zerstört wurden. Zwei kleine Kinder des Hoteleigenthümers John Lovelady wurden getödtet und Frau Lovelady wurde gefährlich verletzt. Drei der Verwundeten werden wahrscheinlich ihren Verletzungen erliegen. Der Bahnhof wur de ebenfalls zerstört und vierzehn Güterwagen. die auf einem' Seitengeleise standen, wurden umgeworfen.

den 27. September 1900.

J,lland Depeschen. Eonv. Zoosw:!! In Victor, Col., von einem Pöbclhaufen angcgrffcn. Äom Kohlcngräber-trcik. Seuator Hanna versuchte zu ver Mitteln. Eklavcrci im Süden. Farbige abgefangen und gezwungen Mit den Zuchthauösttäflingkn für die Koutraktoren zu arbeiten. PrrnzTuansBefHrderung. Washington. D. C., 27. Sept. ! In diplomatischen Kreisen wird ver sichert, daß definitive und offizielle Nachricht des Inhalts eingetroffen sei, daß Prinz Tuan zum Präsidenten des chinesischen Geheimraths ernannt worden ist, und nicht zum Großsekretär des Kaisers, wie es Anfangs hieß; und daß eine Anzahl anderer Chinesen, die in prominenter Weise an der FremdenHetze betheiligt waren, in ähnlicher Weise geehrt wurden. Das Amt des Präsidenten des GeHeimrathes ist ein höchst wichtiges und korrespondirt ungesährt mit demjenigen eines Premierministers in anderen Ländern und des Staats-Sekretärs in den Ver. Staaten. DerKohlengräber-Streik. Philadelphia. Pa.. 27. Sept. Der Kohlengräber-Streik ist jetzt schon zehn Tage im Gange und doch ist nicht das geringste Anzeichen vorhanden, daß irgend eine Seite auch nur die geringste Absicht hat. nachzugeben oder irgend welche Konzessionen zuzuzestehen. In der That, weder von den Bergleuten noch von den Grubenbesttzern ist bis jetzt ein Vorschlag zur Beilegung der Differenzen gemacht worden. Von Leuten, die mit den Mi-nen-Jnteressen direkt nichts zu thun haben, sind soweit verschiedene Vor-, schlage gemacht worden, es hat sich aber noch Niemand geneigt gezeigt, diesen Vorschlägen besondere Aufmerksamkeit. zu schenken. Das Auffallendste an dem Streik war soweit das gute Betragen der Streiker. Dies ist bes?p? W Va Un, wenn mnV n Befracht sieht, daß meür ati iuu.uöö Männer an dem Ausstand beteiligt sind. Es haben allerdings einige Ruhestörungen stattgefunden, keine davon war aber ernster Artp ausgenommen der Krawall in Shenandoah, wo ein polnischer Streiker getödtet wurde. Am Mittwoch war in der StreikRegion alles ruhig. In der Nähe von Scranton fand eine Schießerei statt, bei der drei Männer verwundet wurden, die Theilnehmer waren aber, alle Jtaliener und Streiker und die Affaire hatte keine direkte Verbindung mit dem Streik. In einer Versammlung von ungefähr 150 Arbeitern von Markle & Co., den Eigenthümern unabhängiger Kohlengruben. wurde beschloien, die Dlf- ! ferenzen mit der Firma einem Schiedsj gericht zu unterbreiten, und am Don- ! nerstag wieder zur Arbeit zurückzukehren. Dre Streikfuhrer behaupten aber. daß viele von den Arbeitern der Firma sich weigern werden an die Arbeit zurückzukehren, und daß die Mehrzahl der Arbeiter nzit dez Wwort von Markle & Co. auf die Beschwerden der Leute, unzufrieden ist.. , Die Cambridge Mine m 'Shenandoah wurde am Abend geschlossen, und in der Schuylkill Region sind jetzt nur noch 14 von den 39 Gruben der Phila delphia & Rcading Company in Betrieb. In der Lehigh Region sind noch einige Gruben im Betrieb, aber in der Wyomin? und Lackawanna Region sind fast alle Gruben geschlossen. Die Staatstruppen befinden sich noch' immer in Shenandoah und Umgegend, soweit warenihre Dienste aber noch nicht nöthig, um Unruhen zu unterdrücken. Angriff auf Gouv. Roosevelt. Atlanta. Ga.. 27. Sept. Der Gouverneur Roosevelt hatte am Mittwcch ein aufregendes Abenteuer in Victor, einige Meilen von Cripple Creek, nahe den Minen zu bestehen, wo sich eine lärmende Volksmenge angesammelt hatte." Der Gouverneur entging nur mit knapper Noth schwerer körperlicher Wßhandlunaen'. -Gouverneur Roosevelt und seine Be gleiter gingen zu Fuß. Eine, Anzahl junger Vengel begann mit Steinen zu werfen und Hurrah für Bryan" zu rufen. Die Rauhen Reiter" schlössen sich dicht um den Gouverneur zusammen, um ihn vor persönlichen Angriffen zu sckützen. doch gelang es einem der Angreifer Roolevc.lt mit einem. Stock-einen Schüu

vor die Brust zu versetzen. Der Angrerfer wurde prompt von dem Postmeister Daniel M. Sullwan von Cripple Creek zu Boden geschlagen. Ein allgemeiner Angriff erfolgte dann auf die Eskorte des Gouverneurs und der Pobel versuchte die Reiter von den Pferden zu reißen, doch gelang es der Eskorte zu Fuß. sich mit dem Gouverneur in der Mitte einen Weg durch die Menge zu bahnen und mit ihm den Zug zu erreichen. Inzwischen hatten sich etwa 1000 bis 1500 Leute angesammelt, zwischen denen es sofort zur Keilerei kam, wobei mit Fäusten und Knüppeln gekampfi und mit faulen Eiern und' ähnlichen Wurfgeschossen geworfen wurde. ' Der Gouverneur und seine Begleiter erreich ten indessen ohne weiteren Unfall ihren Zug. Aus Galveston. G a l v e st o n, Tex., 27. Sept. Bei nahe 2000 Männer waren am Mittwoch mit dem Forträumen der, Trümmer au den Straßen beschäftigt.' Während bei Tages wurden noch 25 Leichen gefun den und am Dienstag 35. Der Gouverneur Sayers reiste während des Tages nach Austin ab, um mit dem General-Anmalt darüber zu berathen, wie am besten ein Fonds für die Bestreitung der städtischen Ausgaben in Galveston bis zum Schluß des Fiskaljahres am 23. Februar geschaffen wer den kaNn. Es sind dafür ungefähr NM000 nöthig. Der Gouverneur ifl

dagegen, daß der Hilfsfonds für diesen Zweck verwendet werde. Census-Statistik. W a s h i n g t o n , D. C., 27. Sept. Aus den Zusammenstellungen im Cen-sus-Bureau geht hervor, da sich die Bevölkerung in den 155 größten Städten des Landes in den Jahren 1890 biJ 1900 fast um genau dieselbe Zahl vermehrt hat, wie in den Jahren 1880 bis 1890. Diese 155 Staöte haben sich von 1830 bis 1890 um 4.706.107 Personen vermehrt und um 4.627.953 von 1890 bis 1900. Es ist dies nur um 78,154 weniger als in den vorhergehenden zehn Jahren. . Der Prozentsatz Ler Zunahme ist natürlich viel kleiner wie in den Jzhren 1880 bis 1890, da die Zunahme nach eine: groZeren BevMrunz vttcch ' ' l net n?er?en muß. Freier Raubanfall. 2Utc?V Cal.. 27. Sept. Der County-Schatzmeister Ban?öauer würse am Dienn Abend, als er HA narti IÖvJ?! - JH - .mehreren 'tannern angcen uno mu oorgeqalteMeoolverneznmnge'n. nach seiner Office zu gitsenund den Geloschen! zu offnen, der Lte CountyGelder enthielt. Nachdem die Räuftrch ZWO in Baar und einige Bdnds angeelgne? hatten, stießen sie Bamb?ner in das Gewölbe, worauf sis dieMrinter ihm zuschlugen. As ftrMann cnKMorgen ln dem Gewölbe oetuNden fruiV. war er bewußtlos. er" kam aber bald Wieder ZU sich, nachdem er in die frische, Luft gebracht worden war. Skraverei im 5üdsnAtlanta. Ga.. 26. Sevt. Der Gefängniß - Kommission von Georgs liegt ein Bericht des County - Anwalts I. W. Edmondson von Brooks County vor. welcher beschworene Aussagen hervorragender Bürger enthält, worin die Gebrüder ?NcRee. die Geschäftsführer des Sträflingslagers in Lowndes County. beschuldigt werden, unschuldige Leute gewaltsam in das GefangenenLager geführt und sie dort auf unbestimmte Dauer zur Arbeit unter bewaffneten Wächtern gezwungen zu haben. Es heißt ferner, daß die Gebrüder McRee sogenannte Elnfänger" besolder haben, die harmloseFarbige bei ihrer Wanderung durch das County aufgegriffen tfrö ohne gerichtliches Verfahren in das Sträflingslager eingesperrt und dort zur Arbeit gezwungen haben.' Unter zahlreichen Fällen sind die folgenden spezifizirt: Fanny Jackson kam- vor acht oder zehn Jahren nach dem Lager, um ihren Gatten zu besuchen, welcher dort als Sträfling internirt war. Als sie das Lager wieder verlassen wollte, wurde sie festgenommen und zur Arbeit gezwungen. milden Männern zusammengerener. und als sie remonstrirte. wiederholt ausgepeitscht. Sie hatte' ein junges Kind mit, und um sie zu zwin gen, das Kind dem Lager zu überweisen und es als Sträfling aufwachsen zu lassen, wurde sie von Will McRee auf das Empörendste mißhandelt. Die Frau sagt wörtlich: Ich mußteschließlich mein Kind aufgeben, um den unmenschlicher Mißhandlungen zu ent gehen. Die Haut war mir vom Körper gepeitscht, daß das rohe Fleisch zu sehen war. Ich wurde zuerst am Sonntag gepeitscht und dann gezwungen, mich in Salzwasser zu setzm. vermuthlich um meine Wunden zu heilen. Am Montag wurde die Prozedur wiederholt und von den Mißhandlungen war ich vier Monate lang bettlägerig. Will McRee hak mein Kind noch im Besitz. Ich habe niemals für geleistete Arbeit irgend welch Bezahlung emkansen. Mollie Wil-

No.9

iitfcis,' ein: ankere Färbige, ging vor vtt Jahren in das Lager, um ihrer Schwe ster ein Kleid zu bringen. Sie wurde ebenfalls festgenommen und gezwungen bis vor einigen Monaten Sträflingsarbeit zu thun. Andere beschworene Aus sagen bekunden ähnliche Vorkommnisse. Mehrere weiße Bürger in der Nachbarschaft bezeugen die Richtigkeit obi ger Angaben. Seit im Namen mehrerer Farbiger ein Habeas-Corpusverz fahren gegen W. S. McRee eingeleitet ist, hat derselbe bekannt gemacht, daß jeder auf seiner Farm Arbeitende, dn nicht durch gerichtliches Urtheil dorthin gesandt sei. frei sei und hingehen könne, wo er wollte. Seit dieser Bekanntmachung haben 20 Personen, die von McRee wider rechtlich ihrer Freiheit beraubt waren die Sträflingsfarm verlassen. .u Senator Hanna sucht zu vermitteln. New'Iork. 27. Sept. Senator Hanna stattete am Mittwoch Herrn I. Pierrepont Morgan in seiner Office in Wall Str. abermals einen längerenBesuch ab. Der Konferenz, die dann stattfand, wohnten alle die Präsidenten der Kohleneisenbahnen.' mit Ausnahme des Herrn Oliphant von der Delaware und Hudson Eisenbahn, bei. der krank ist. Senator Hanna und Herr Moran oeben sich die größte Mühe, den Kohlengräber-Streik zu einem Ende zu i bringen, und nach der Konferenz hieß es. daß der Streik so gut wie zu Ende I sei. dies wurde aber von anderer Seite ! ruf . w . .ri m m. rt-t. lH Ävreoc geui. ic iycuilclitlcl u der Konferenz weigerten sich indeß, ix gend etwas zu sagen. Es wird versichert, daß Herr Hanna nicht nur alles Mögliche thue, um den Streik zu einem Ende zu bringen, sondern daß es ihm beinahe gelungen wäre, denselben zu verhindern. Er würde vielleicht erfolgreich gewesen sein, wenn sich nicht ein selbst konstituirteS Kommittee eingemischt hätte, das alle seine Pläne über den Haufen warf. SchisssnaH richten. ' N e w Y o r k. 26gtfi Äng.: Frw drick der Garon Bremen: Qceanic. WÄM' ZMema.'öcm Gla STSaidiiüsE von Glasgow. j LivTT&ool, 26, . Zept. Angers .Nonisdjc, tzN SeLr i-agamdn). MBoMsUtMia.vvon Boston) Lake j . r. Champlam, von MontreÄ. . ' ' London. 26. Sept.'.Angek.: Marquette. von New Fork. M o v i l l e. 26. Sept. Ang.: Ancho. ria, von New Jork nach Glasgow bestimmt. Q u e e n s t o w n, 26. Sept. Abge gangen: Jvernia, von Liverpool nach Boston bestimmt. S o u t h a m P t o n. 26. Sept. Abg.! Lahn, nach New York via Cherbourg. Sc,illy.26.Sept. Passirt:.,Ne York" von New Fork, nach Southamp ton bestimmt. ? B o ujo ß n e , 26. Sept. Ängekommen: Amsterdam" von New Jork, nach Rotterdam -bestimmt. J ) 58 o st o n , 26. Sept. Abgegangen: mian" nach Liverpool. " Gibd 26. Sept. Ange. kommen: $W ÖOn New York, nach Neapel bestimmt. Bremen. 26. Seßt.' - lngekom men:. Kaiserin Maria TheresiLon New York. . Queenstown. 27. Sept. Angekommen: Germania von New Jork. nach Liverpool etc. bestimmt. Browhead, 26. Sept. Passirt: Germanic" von New Jork. nach Quennstown und Liverpool bestimmt. O . V oa ir.i crvrr: i. Fürst Bismarck" von New Dork. nach Plymouth. Cherbourg und Hamburg bestimmt. i u i v . u. u l ii r r r " Telegraphische ?!otizcn. ' ' "r: 27. September. -r Felix Marchand. der Premier von Quebec, ist in letzter Nacht gestorben. Mendo Rodriguez, der in Cimarron, N. M., eine Frau ermordet hatte, weil er glaubte, daß sie ihn behext habe, ist in Raton, N. M., zum Tod verur theilt worden. 3u Tode gesteinigt wurde' der Häuptling und Medicinmann Jllewane vom Jakima - Stamm in Washington von einem Mitgliede dieses Stammes. Vor Kurzem erkrankte das Kind -eines Indianers und der Medicinmann wurde zu Rathe gezogen. Er behandelte den Patienten nach altem Brauch mit faulem Zauber und Beschwörungssprüchen, das Kind starb baran. Der Bater gerieth in Wuth, fiel r über den ungeschickten. Medicinmann her und schlug ihn mit schweren Steiuen todt Ein Zug mit ungefähr zwei.

hundert Marinesoldaten pasfirte gestern auf dem Wege nach den Philippinen die Stadt;