Indiana Tribüne, Volume 24, Number 7, Indianapolis, Marion County, 25 September 1900 — Page 7

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Der Väter zweie. Eine Geschichte aus dem modernen Berlin von Hans Hopfen.

sFortschung und Schluß.) Sie betteten den Todten seitab unter den Bäumen, wo die ka!ten Föhrennadeln auf sein stilles Gesicht niederregueten, und warteten stumm auf den Krankenwagen, der etwas weiter entsernt hatte Aufstellung nehmen müssen. Der mit den Studenten gekommene Arzt machte sich noch ein Weilchen mit der Wunde zu schaffen. Dann stand er kopfschüttelnd auf und stellte sich mit gekreuzten Händen und trauriger Miene zu den Uebrigen in den Kreis. Da schauten sie plötzlich auf. Man hatte Geräusch von Rädern gehört und glaubte, die Bahre würde gebracht. Es kam aber von der anderen Seite und nach weiteren fünf Minuten sahen sie vier Herren aus den Fichten auf die Lichtung treten, die sich erstaunt umblickten. Der Ingenieur und seine Begleiter wunderten sicb. mehr Leute hier zu finden. als sie erwarten durften. Fragen und Antworten gingen rasch hin und her. Auf das Wort des älteren Swdenten: ..Herr von Reußihal hat den jungen Behring erschossen" schrie Wiidheim auf, eilte zur Gruppe unter den Bäumen und kniete in den Sand, um den Mund des Todten zu küssen und die Augn. die der Mediziner nicht ganz geschlossen hatte, zuzudrücken. Ueberwältigt von jähem Schmerz, sprach er: ..Welch' ein Bubenstück!" Dann biß er sich in die Sippen und behielt die starre Hand des Todten, die diesen Mord nicht inehr rächen konnte, in der seinen. Eine Zeit laug wagte Niemand den stummen Abschied zu stören, den der Schwager von seinem Schwager nahm. Doch zeigte sich drüben nach und nach etwas Ungeduld, oder man meinte hüden aus 'sch feiger Correktheit doch etwas dergleichen zu bemerken. Einer der Zeugen Wildheims sah nach seiner Uhr. Die Zeit der Bestimmung war schon überschritten, und über den fahlen Himmel kroch aus den graugrünen Föhrenwipseln gelbliche Helle. Heu Wildheim, ich glaube, wir sollten antreten, wenn' gefällig wär? sagte der Zeuge. Bereit!" antwortete der Angeredete, schüttelte nochmals djeHand der Leiche, sprang aus die Sohlen und folgte dem Sekundanten. Vorbereitungen und Förmlichkeiten waren ganz dieselben wie vorhin. Auf der andern Seite waren auch die Mcnsehen dieselben. Nur Reußthal schien aufgeregter, freudiger, gehobener. Die abgethane Sache hatte für ihn durchaus nicht das Interesse, welches ihn bei dieser belebte. Toller Haß schien ihm die dunklen Augen aus dem Gesichte zu drücken. Ein finsterer Racheengcl schien ihm die Hand zu stärken und den Blick zu schärfen. Er faßte mit kaum verhohlener Ungeduld die Pistole und sah seine Zeugen dabei an, als sagte er: 2)6 s vorhin war ein Kinderspiel, jc sollt Ihr ein Schützenmeisterstück bewundern. Wieder erscholl ein Kommando nach dem andern laut und präzise. Wieder schoß Reußthal mit kunstfertiger Raschheit zuerst, und wieder warf seine Kugel den Feind in den Sand. Triumphirend hob sich des wilden Kämpfers Brust und seine Augen straliltrn vor Genugthuung. Aber Wildheim stützte sich im nächsten Augenblick mit dem rechten Arm wieder auf und sagte abwehrend zu seinem Arzte: brennt und schmerzt hier. Aber mich dünkt, ich kann allein ausstehen." Wie Reußthal das sah. sagte er ganz leise zu seinem Sekundanten: Das ist doch unmöglich,, daß Der wieder aufsieht. Ich weiß, es war Kernschuß!" Der Pole verfemte achs.e!zuckend edenso leise: 3Jhn schießt eben nicht auf jeden Menschen wie nach einer hölzernen Scheibe." Die Aerzte knöpften Wildheim Rock und Weste aus. das von der Kugel derbrannte Hemd brauchte nur weitergelissen zu werden. Die Untersuchung dauerte nicht allzu lange. Ihr Ergebniß aber war, daß der Schuß keinen edleren Theil verletzt hatte und an u gend einem Knopf odr Geldstück abprallend, die Rippe entlang gelaufen und den Rock durchlöchernd wieder aus. gefahren war. Einer ttx Sekundanten NeußthalS trat heran und fragte: Der Ehre dürfte hiermit wohl genug gethan sein." .Keineswegs antwortete Wildhekm seinem Sekundanten und stellte sich mit geringer Hilfe der ihn Umgebenden ci'f die Füße, . .Sehr wohl." Die Sonne war noch nicht herauf, aber die Lichtung lag in TagesbLe. Auf beiden Seiten mahnte man die Aerzte zurBeschleunigung ihres Thuns, denn die Sicherheit nahm ab, je älter der Morgen wurde. Also: Fertig! Los! Eine Sekunde später brach Reußthal im Feuer von Wildheims Pistole zusammen. Die Kugel hatte das linke Kniegelenk getroffen, hatte den oberen Rand der Kniescheibe zersplittert, war durch das Gelenk gedrungen und saß eingekeilt im äußeren Gelenkknochen. Die Aerzte machten bedenkliche Gesichter. Eine Versöhnung der Gegner yat ni&i ttattahmtoiv w.

Wer möchte den Jammer' Gustav Lehrings schildern, als man ihm den Stolz und die Hoffnung seines Alters ausgelöscht und kalt in's Haus brachte. Jetzt wußte er. warum sein Berni gcsiern so seltsam v?wegt gewesen war. Und da hatte er den liebevollen Abschiedsbrief mitsarnrnt dem versprächeneu Schuldenregisterchen in Händen. Das Verzeichniß war alles, was der Vater vorn Lebm und Treiben seines Sohnes in den letzten Monaten erfuhr. Vorn inneren Abfall, von den ausfchweifenden Gedanken, von den mit Hilfe eines andern Laters in einem andern Welttheil zu verwirklichenden Plänen, von dem ganzen unseligen Durst nach dem später verfluchten Gelde, ward ihm ebenso wenig bekannt, wie von der eigentlichen Veranlassung des Duells. Was war natürlicher, als daß der Vater die Affaire feines Schwiegersohnes mit der seines Sohnes aus einem Grund und aus der nämlichen Ursache entsprungen glaubte So stand es für ihn fest und blieb für immer bestehen, daß Berni für die Ehre des Hauses, dessen Namen er trug, ein Rächer für den Schimpf, der seiner Schwester Seraphine geschehen, gefallen war, gefallen wie ein Held. Mit diesen Gedanken lebte Behring weiter. Es war sein Verkehr und, wenn irgend etwas Trost sein konnte, sein Trost. Mit einem Lorbeerzweig bekränzte er das Bild des allzufrüh Geschiedenen, mit goldenem Glorienglänz blieb es in seiner Erinnerung umleuchtet. So dämmerte und siechte er hin und man fürchtete bereits für sein Leben. bis ihm Mathilde Wildheim Enkel ba.'. Da kam frischer Saft noch einmal in die alten Knochen und er sann und sorgte wieder für junges Blut und seine Freude. Der älteste Tochtersohn hieß Bernhard. der zweite Fritz. Wie der dritte

heißen soll, darüber zerbricht er sich eben noch den Kopf. Frau Behring ist etwas über ein Jahr nach Bernhar? von ihrem Krankenbett aufs Todtenbett hinübergeschlummert. Ihr Licht erlosch, nachdem es lange nur mehr geflackert und auch ihrer eigenen Seele nicht mehr geleuchtet hatte. Reußthals Verwundung schien sich zuerst zu baldiger Genesung schließen zu wollen. Der Eintritt einer gefährlichen Eiterung machte indes die sekundäre Amputation des Oberschenkels nothwendig, und erst diese führte zur Heilung und Genesung. Schönheit und Trotz des modernen Titanen sind verschwunden. Er schleppt unbeachtet in einem Landstädtchen seine Tage hin, wo er eine von Verwandten ausgesetzte mäßige Pension verzehrt und, wenn er noch einen Dummen findet, verspielt. Von dem berühmten vor seiner Entstehung so viel erwähnten Werke derPhi losophie des Uebermenschen" kennt man. obschon dem Urheber die volle Muße zur Vorbereitung und Ausarbeitung von keinem Dienst mehr verkümmert wird, noch immer nicht mehr, als jenes farncjt ktnzige Kapitel. Hätte die Ku gel nur etwas höher gesessen, da, mitten in der Brust,, das wäre besser gewesen." pslegte er zu Jedermann zu sagen und hinzuzusetzen: .aber die Kerle können nicht schießen Von jener Asterwcisheit will er nichts mehr hören, die nicht das erlösende Mitleid, sondern Grausamkeit und Bosheit als die roesentlichen Eigenschaften des Adelsmenschen ausposaunt. Ist er doch selbst aus Mitleid angewiesen, nachdem er seiner Bosheit grausam hat die Zügel schießen lassen. Vom einstigen Uebermenschen ist nichts übrig geblieben. Und ob er das auch nicht selbst gesteht, er achtet sich für nichts andres mehr, als wofür' ihn die Andern halten: einen verstürn melten Verbrecher. Auch Frau Mathilde hat sich eine andre Philosophie angeschafft, als sie als Fräulein vorlaut bekannt hat. Sie kam mit jener im neuen Leben nicht aus. Eine vergötterte Gattin uns Mutter, wirkt sie fegenreich für die Ihren, euch für die Arbeiter ihrer Fabrik und für weitere Kreise. Doch geht manchmal mitten im Glück ein dumpfer Ton durch ihre Seele, der sie ängstigt und zittern macht für Alles, was sie liebt. Es gibt dunkle Stunden in ihrem Dasein, wo sie den Tod ihres Bruders, den Gram ihres Vaters und das Schicksal ihrer Schwester sich allein zu Schulden rechnet und nicht weiß, wie sie all das Böse je durch Güte sühnen kann. In dieser Sorge thut sie so viel Gutes, als ihr möglich ist. Etwas leichter trägt daS Geschick die Dame Seraphine. Wohl hat sie von der Leich? des Bruders ein furchtbare? Ernst angeweht und auch aus ihren schlanken Gliedern ist der Schreck nie mehr ganz gewichen. Es ist kein Scheinspkl. daß sie ein ernsthastks Wesen geworden ist. Auch fromm ist sie geworden und sieht noch engelhafter aus als je zuvor. Darum ist auch Albin Stöoesand, trotz aller Sorgen, die ihm zu Gehör gekommen sind, nicht ganz ohne Hofsnung. daß sie mit Gottes. Hilfe denn doch zu einer ehrsamen Pastorsgattin zu erziehen sein werde, und diese annoch zage Hoffnung kräftigt sich mit jedem Tag. der ihn seiner Anstellung näher brigt. Der Glücklichste von Allen, wahrhaft glücklich ist Fritz Wildheim. Er strotzt von Gesundheit, kein Vorwurf nagt an seinem Gewissen, er hat ein schönes kluges überau sanftes und hilfsbereites Weib, prächtige Kinder und einen Wir!una5krciS. frZfl,! lHöStittche. Ge

Jndimm Tribüne, Dienstag,

danken entwickeln und zum Wohlc sei ncr Mitbürger reichlich wirkn darf. . Heil ihm u:ib das Verzeihen des Lcscrs allen Andern, vor Allen dem Verfasse? dieser wahrheitsgetreuen Ge schichte. (Ende.) Vbcllöell. Roman vonHansv. Sudenburg. I. 1. Kapitel. In Deiner grenzenlosen Selbstsucht weigerst Du Dich, da helfend einunreifen, wo die Ehre meines unseres Namens auf dem Spiele steht? Habe ich Dir nicht klar gemacht, daß Las Kapital hypothekarisch sicher gestellt werden soll und daß nun freilich. für allerhand schöngeistigen Tand, da magst Tu Verständniß haben, aber n?enn einmal an den gesunden Menschenverstand appellirt wird, dann ist die Eule" ausgeflogen!" Er deutcte auf das Sinnbild der Weisheit, welches den Bücherschrank' krönte. Du wirst weder durch Deine H:ft:a.!cit noch durch Deine Scheinbeweise mich in meinen Entschlüssen irre machen. Egbert Nun ja. Dir ist's freilich einerlei, wenn der Name des Freiherrn von Bergen aus der Neihe der märkischen Grundbesitzer gestrichen wird! Dir geht ia alles Verständniß für solche Bearisfe ab. welcke den Edelmann kennzeichnen! Wer unter Maklern und Börsenjobbern " Egbert, versündige Dich nicht!" schnitt die Baronin seine Rede ab. Die Frau.die Du beleidigst, trägt auch Deinen Namen! Du kannst und darfst es nicht vergessen, wem Du Deinen Besitz verdankst, daß es mein Vater war. der Dich den Händen von Wucherern entriß und " Daß ich seine Tochter dafür zu mir hinauf zog," warf der Baron von Beraen mit höhnischem Lachen ein. Die weit geöffnetenAugen waren zornflammend aus die Frau gerichtet, welcke ihn fast um einen halben Kopf an Größe überragte. Mit erstarrender Kälte begegnete die Baronin den .Blicken ihres Gemahls. 3m Tone völliger Nuhe sagte sie: Muß ich daran erinnern, daß es nach der Hochzeit war, als Du meinem tßiai Deinen völligen sinanciellen Ru.'n mittheiltest? und in welch hochherziger Weise er ohne ein Wort des Vorwurfs für Dich eintrat? Dir ein Vermögen opferte, in rastlosem Fleiße und mit Ehren erworben? Willst Du ihm und mir zum Vorwurfe machen, daki ihn eigene Arbeit und eigene Fähigkeit aus dem Nichts empor brachten au Ehren und Reichthum und wußtest Du das nicht etwa ehe Du um mich warbst? Vergaßest Du, daß ich' auch nach dem Tode meines Vaters immer von Neuem geholfen habe, wenn Du mich batest. ttotz Deines Leichtsinnes, trotz Deiner maßlosen Ver fchwendung? Nun hat's ein Ende! Der Nest meines Vermögens soll einst unserer Tochter als Erbtheil zufallen, das ist und bleibt mein Wille!" ' Dunkle Röthe färbte die über den balben Kopf reichende Stirn des Freiberrn. Mit breitgestellten Füßen, die öönde in den Hosentaschen, stand er einen Augenblick da, fast wie erstaunt Über die ungewohnte Kühnheit, dann strich er mit der Linken über den erarauten, kurzgeschorenen Vollbart, und saate mit jenem Anklänge von Heiserseit, welcher seiner Stimme bei den häufig wiederkehrenden Wuthanfällen stets eigen war: . Ei, ei! So habe ich mein sanftes Täubchen ja noch niemals yurren hören! Mein süßes, sanftes Täubchen!" Er brach in ein häßliches Lachen aus. Dann wandte er sich dem Ausaange zu. Mit lautem Kracken fiel die Flügelthür des Salons in das Schloß. Längst waren die Schritte auf dem weiten Korridor verhallt, längst hatte der treue Nimrod", von " seinem Herrn mit einem Fußtritte bei Seite gestoßen, einen Schmerzensschrei durch das Treppenhaus erschallen lassen. Noch immer starrte die Baronin auf die Thür, durch welche soeben ihr Mann Hinaus gegangen. Neunzehn Jahre!' Uebermorgen sind es neunzehn Jahre!" sprach sie leise. ,,O, mein Gott, wie hab ich ihn geliebt! und wie kurz dauerte der Traum!" Ihr Geist durchlebte noch einmal jene , Tage, in denen alle Zweifel schwanden, in denen ihr erschreckend klar geworden, daß sie als Opfer einer Spekulation gefallen. NeunzehnJahre vergingen seitdem, Jahre voll schweren Rinc;ens eines Ziingens um die Pflicht für ihr Kind neunzehn Jahre tos Leidens in dem Bewußtsein, vorn Vater dieses Kindes hintergangen zu werden. Vom ersten Tage unseres Begegnens an entwürdigt belogen!" rief sie aus und ließ sich in einenSessel nieder. Sie stützte den Kopf mit dem schwarzen, grau durchzogenen, welligen Oaar in die schmale, fast durchsichtige Hand. Dennoch muß ich aushalten, so lange Gott mich leben läßt, meiner geliebten Else wegen! Lange wird es a nicht mehr dauern!" Eben ließen sich rasche Schritte auf der Treppe hören. Die Baronin erhob sich, warf einen kurzen Blick in den Spiegel, und ein Lächeln lag auf ihren Aüaen. als sich jetzt die Thür öffnete und eine junge Dame auf der Schwelle cjicj&ttiu . . x .

den 25. September 1000.

VJtama, denke Dir, wir bekommen Einquartierung, GardeDragoner. eben ist die Anmeldung vom Landrathsamte aekommen. Ich freue mich so sehr auf diese Abwechslung und nicht wabr. ich darf mir Anna Glaubitz holen für die Tage, es wird ihr gut thun, einmal wieder unter Menschen zu kommen Thu' das, mein Kind," sagte die Baronin, und ließ ihre Hand über die dichten blonden Haare der Tochter gleiten. deren blaue Augen jetzt plötzlich ernen fragend ernsten Ausdruck annahwen. Du hast geweint, Du bist traurig, liebes Mütterchen." rief sie. und fchlang die Arme um deren Nacken. O. sag' mir. war der Papa wieder böse? Ist's wieder über mich gekommen? Bitte, nicht traurig sein, meine liebe, liebe Mutter!" Für zwei Schwestern hätten sie gelten können, die beiden schlanken, großen Frauengestalten. Beide zeigten die gleiche edle Kopfform, das fast klafsi sche Profil. denselbn fein geschnittenen Mund ja sogar die Grübchen in den Wanken hatten Beide. Jetzt machte sich die Tochter los. 3ch werde rasch zum Papa gehen und auch ihn fragen, wegen der Anni, und dann steht's auch vielleicht in dem Schreiben des Landrathes. w:r alles zu uns kommt! Weißt Du, Mama, wenn ich im nächsten Winter in Berlin ausgehen soll, da ist es doch ganz angenehm, schon ein Paar sichere Pslichttänzer" zu haben!" Noch einmal küßte sie die Mutter und sprang fröhlich lachend davon. Aus der Baronin Zügen aber schwand die mühsam festgehaltene Heiterkeit. Die dunklen Augen verloren den Glanz, und eine krankhafte Schlaffheit ließ die eben noch schöne. kaum vierzigjährige Frau um viele ahre älter erscheinen. Das liebe, liebe Kind." sagte sie leise, meine blonde Schwester nennt man sie, und dennoch seine Augen -'seine!" Wieder trug die Erinnerung sie zurück in die Vergangenheit. So hatte es einst auch aus den blauen Augen ihres ManneS geleuchtet, als der jvge Dragoner-Officier um ihre ino warb damals, als sie seinem Werden seinen Schwüren glaubte. Die Schwüre wurden Lüge was sie für Liebe gehalten, war kalte Berechnung in chnischen Leidenschaften wurden die mühsam in rastlosem Fleiße erworbenen Glückögüter des Vaters vergeudet. Sie seufzte schwer. Und was wird für Else übrig bleiben. wenn ich auch diesmal noch nachaebe?" Sie erhob sich, erschloß ein Fach ihrcs Schreibtisches, nahm ein kaufmännisckes Hauptbuch heraus und vertiefte sich in die langen Zahlenreihen. Es geht nicht, ich muß feinen Zorn ertragen. Ich darf nicht auch noch den Rest meines Vermöaens seiner grenzenlosen Schwäche geg.a sich selbst opfern." 2. Kapitel. Ueber Nacht war ein frischer Regen fallen und hatte den unerträglichen Staub gedämpft. Jetzt aber schien die Auqustsonne auf die blanken Helme der Dragoner-Schwadron, welche soeben mit der Tete über einer sanft ansteigenden Höhe sichtbar wurde. Neben seinein Pferde wartete am Aus gange des Dorses seit einer Viertelstunde der auartiermachende Unterofficier. Jeßt schwang er sich auf er ritt ohne Sattel, auf Decke und sprengte entaeaen. Eskadron Halt!- kommandirte der Rittmeister und empfing dann dieMeldung seines Quartiermachers: Die Eskadron kommt in zwei Ortschaften. Der Eskadronsta.b und zwei Züge bleiben in Bügen, zwei Züge igeben eine h2lbe Stunde weiter nach Wohlen." Na. wie ist's?" Quartiere und Ställe sind gut. Der Herr Rittmeister, der Herr Lieutenant Graf Zerlani und der HerrLieutenant von Rawlay Nicht von"", verbesserte der Rittmeister. Herr Lieutenant Rawlay kommen auf das Schloß Bügen zum Herrn Zrreiherrn von Bergen früher selbst Officier , der Herr Premierlieutenant von Trarbcch liegt allerdings im Bauerndorfe, b:im Herrn Pastor, der Herr Freiherr läßt aber für beide Tage zu Tische bitten. Der Herr Baron läßt abholen," fügte er leise für den Premier" hinzu. Die Zugführer und Unterofficiere," rief der Rittmeister. Die Billets wurden ausgegeben, und nachdem Fourage und Befehlsempfang festgesetzt, erfolgte das Kommando: Kantonnernents emrücken." (Jortseung folgt.) , ,,, Äerschnapp t. Bettler: Ich bitt' schenken S irnr was:' Baron Hinaus! ... Wie können Sie es wagen, so zerlumpt vor mir zu erscheinen!?" Bettler: Aber ich bitt', ich kann doch zum Vetteln nicht meinen neuen Sonntagsanzug anziehen!" Wetterpropheten. A. (mit seinem Nachbar von einem arg verlängerten Frühschoppen nach Haus cehend): Passen Sie mal auf: wir kriegen heut' noch das schönste DonnerWetter." B.: Ich nickt meine Alte ist gliuklicherweise verreist." Gute Statur.' Dame: Sind Sie nicht etwas klein für ein Kindermädchen?" Kindermädchen: O nein, gnädige Frau, das macht nichts, da kann dann da!; 5dind sich nicht so weh thun, wenn ich es fallen lasse." .....'..-..-. ..

Täglicher Marktbericht. Vichmarkt. Indianapolis Union Viehhöfe, 25. Sept. Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und auswärts $5.50 5.80 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 5.25 5.50 Auserlesene bis prima - Stiere 1150 bis 1300 .

Pfd, 5.00 5.50 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Vfd. Stiere 4.C5 5.00 Mittlere öis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.. .. 4.50 5.00 Gute bis gewählte Rinder. 4.25 ' 4.90 Mittlere bis gute Rinder. 3.C0 4.10 Gewöhnliche leichte Rinder 3.00 3.50 Gute bis gewählte Kübe.. 3.75 4.25 Mittlere bis gute Kühe.. 3.10 3.60 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 3.00 Kälber 5.00 C.50 Schwere Kälber 3.25 5.25 Prima bis fancy Export Vullcn 3.75 4.00 Gute bis gewählte Schläch ter Bullen 3.40 3.G5 GcwöhnlickebisgutcBullen 2.50 3.25 Gule ttuhe mit Kalb $30 40 GcwöhnlicheKühe mit Kalb 15 25 Schweine. Gute bis gewählte, mittlere und schwere 55.45 5.52$ Gemischte u.schw.Packing 5.4.0 5.47j Gule bis gewählte leichte 5.40 5.50 Gewöhnliche leichte 5.35 5.40 Pigs 4.50 5.40 Roughs.. 5.00 5.25 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.75 5.25 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 4.50 Gute bis gewählte Schafe 3.35 3X0 Ordinäre bis gute Schafe 2.75 3.25 Stockers 2.00 3.75 Böcke, per 100 Pfd 2.00 3.75 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, 51.25 per Crate, 6 Körben; 50e für i Bufhel Korb. 51.25 per Bushel. Citronen, $5 für 300; 5.50 für 360. Aepsel, neue, 75c per 100 Pfund; 25c i Bufhel Box für faucy rothe. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-c per Pfund. Kokusnüsie, 3.50-4.00 per 5)undert. Ananas, 3.50 per Cafe 30-36. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. Cafe. Dam'son 51.50 per Faß. Cantcloupes, Rccky Ford 1.50 per Crate; einheimische 54 per Faß. Trauben, per Pfund 4c. Birnen, hiesige, 75c pcr Bushel. Wassermelonen, 58 per Hundert. Cranbcrrics 52.50 pcr Bushel Crate. Gemüse. Kraut, 75c pcr Faß. Zwiebeln, 8c pcr Tutzcnd Bunchcs; Neue Bermuda 1.50 per Crate; Neue Loüisiana 52 per Faß; rothe Globe 75c per Bushel; weiße Globe 52 Per Faß. Rothe Rüben, 15c pcr Dutzend. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Gurken, 20c per Dutzend. Neue Kartoffeln, 1.35 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey 53.25 Per Faß. Illinois 52.50-3 per Faß'. SommcrCelcry, 15c per kl. Vunch. Korn, 3c per Dutzend. Tomatocs, einheimische, 40c per Bushel. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 7-74c; hiesige Stiere 8-8$c; hiesige Rinder 350 bis 500 Psund 7c-7c; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6s c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Bordcrvicrtcl 7c; Stier Hintcrvicrtel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Vor. derviertcl 0c; Kuh Bordcrvicrtel 5jc; Kuh Hinterviertel 8c. Frisches Kalbfleisch Kalbe', 10c; Hin tcrvicrtel 121c; Vordcrvicrtel 8c. Frisches Schaffleifch Lämmer per Pfd. 94c; Schafe 8c; Schenkel 10c; Racks, kurz, 16c Frisches Schweinefleisch. Loins 10jc llc ; Cottage Schinken 8c ; gehäu tcte Schultern 8c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tenderloins 15c ; Spare Ribs 5c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Psund lljc; 15 Psund lljc; 12-10 Pfund 12c; Zweite Qualität 20-18 Psund 10ic; 15 Psund 11c; 12 Pfund llc; 10 Pfund ll$c. -Californische Schinken 6 bis 8 Pfund 8Sc; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Psund . Frühstück Speck Klarer English Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13zc; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13jc; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 12Zc; .10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 12c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im TurÄschnitt, 12fc; 10 bis 12 Psund im Durchschnitt, 12c. Speck Klare Seiten, 50 bis 00 Pf. im Durchschnitt, 9c; Klare Seiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 10c; Klare Bellies, 25 bis 30 Pfd., 10Zc; 18 bis 22 Pfd., 10ic;14bis 16Pfd.,lizc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9h; Rücken 12 bis 16 Pfd., 10c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 11c.

Schultern, Engl. Curcd 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt, ; 16 Pfund im Durchschnitt, 9$c; 10 bis 12 Nrund 92c " Gepöckeltes Schweinefleisch, Knochen, loses Fancy Pig $18.50; Klares Bean 18.00; Family 16.25; Short Clea? 15.75; Rumpf 15.75. Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. Sets, Ilse; Außenseiten 9c; Innen, feiten 14c; Knöchel 14c. Schmalz, in Tierces, 1. Qualität 9c; 2. Qualität 8c; 3. Qualität 8c. Würste, Geräucherte Bratwurst 8c; Frankfurter , 8c; Wiencnvurst 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Darin

6Sc,in Tuch 6jc. Butter, Eier und Geflügel. Händler befahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 13c per Dichend. Hühner 7c, Spring Chickcns 8c Pfd. Turkey Hennen 6c, junge Hahne 5c, alte Hähne 4c; Enren 5-8c; Gänse werden verkauft zu 3.75-4.25 pcr Ttzd. Fische, Austern und Wildpret. Händlcr'Preise: . Clams Little Recks 75c per 100. Hummern 25c per Pfund. Austern BesieBaltimore oderStand ards, $1.00 per Gallone; beste Balt timore Selects, $1.00 per Oallone; New York Counts, $1.00 per Hundert; New York Culls, 70c per Hundert: Vlue Points in Schalen, 75c pcr Hundert. Austern in Kannen Rcw York Counts 35c; I. S. F. & Co. SclectS 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. K. 18c; R. 45c. Ece-Fische. Knochenlose Häringc 7c; Häringe 4ic; Perch 5c; Weinst sch 94c? See Forellen 9c; Red Snapper 8jc; Kcnncbcc Hechte 15c; Blaufische 10er palibut 15c; Stocknsch 8c; Haddock 8cx Catfisch 10c; No.l Pickcrel 9c; No.2 Pickercl oder Blue Pike c; Black Bajj 15c. Frosch schenke!, $1.50-2 per Ttzd. Getreide. Weizen-No. 2 rother 78c auf den Geleisen, 78c von der Mühle ; No. S rother 74-76c; Septbr 78c aus den. Geleisen; Wagcnweizen 77c. Korn-No. 1 weiß 42jc; No. 2 weift. 42jc; No. 3 weiß 42jc; No. 4 weiß, 39-41c; No. 2 weiß gemischt 41c; No. 3 weiß gemischt 41c; No. 4 weiß, gemischt 38-40c; No.2 aclb 42c; No. 3 gelb 42c; No. 4 gelb 38$-40$c? No. 2 gemischt 41c; No. 3 gemischt 41c; No. 4 gemischt 38-40c; an Kolben 41c hafcr-No. 2 weißer 24c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gemischter 2izc; No. 3 gemischter 20c Hcu-altcs No. 1 Timothy 12.0012.50 No. 2 Timothy 11.00-11.50 Grocerics. Zucker Dominoes 6.72c; Stückzucker 6.87c; pulversirter 6.57c; XXXX pul. verisirter 6'.62c; Standard granulirter 6.47c; ferner granulirter 6.47c; granu lirtcr in 5 Pfund Säcken 6.57c; granu lirter in 5 Pfund Cartons 6.57c; extra feiner granulirter 6.57c; Cubes 6.62c; Mold A 6.72c; Confectioners' A 6.27c; 1 Columbia A-Keystone A 6.12c; 2 WindsorA-AmericanA 6.09c; 3 Ridge. wood A-Ccntennial A. 6.12c; 4 Phönix A-Calisornia A 6.07c; ö Empire Franklin B 6.02c; 6 Ideal Extra Golden C-Keystone B 5.92c; 7 WindsorExtra C-American B 5.82c; 8 Nidge.wood extra C-Ccntennial B 6.72c; 9' gelber extra C-California B 6.57c; IC gelber C-Franklin extra C 6.62c; 11 gelber-Keystone extra C. 6.57c; 12 gelber-American extra C 6.52c; 13 gel ber-Centennial extra C 5.52c; 14 gelber -California extra C 5.52c; 15 gelber 5.52c; 16 gelber 5.42c. Eingernachke Früchte Blackberries, F Pfund, 51.10; Peaches Stand. 3 Pf. 52-2.25; Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas Standard, 2 Pfund, 51.65-1.90; Seeonds, 3 Pfund, $1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Psund Kannen, Hl; Bahama, Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1. 25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-.51.00;Zucker. lorn 80c $1.40; ApsMtlcr, per Dutzend, 3 Pfund, 95c. jkassee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhn!, bis guter 12c-18c; primcd bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packctcn: Ariosa $12.75, Lion 11.75. Jersev12.75, Caracas 12.25, Tillllorlh'Z 12.75, Dutch Java Blend 18.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blended Java 1175. Kohlen. Tonne Vi Tonne Anthracits $7.00 3.65 Pittsburg 4.25 2.25 Kanawha 4.25 2.25 W.inifrcde 4.25 2.25 Raymond City '4.25 2.25 Jaäson. 4.25 2.25 Brazil Block...'. 3.25 1.80 Island City Lump u. Egg 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Island City Tomcsiic Nut 2.75 - 1.50 Mine Run. 2.75 1.50 Slack 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Rauchlose 4.50 2.40 Lump Cole 11c per Bushel. f 3 per 25 Bushel. Zerkleinerter Cole 12c per Bushel ?2 per 25 Bushel.

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