Indiana Tribüne, Volume 24, Number 7, Indianapolis, Marion County, 25 September 1900 — Page 2
Jndiana Tribüne, Dienstag, den 25. September IOOÖ
VereinSleben in China.
Kein Volk hat so frühzeitig erkannt, daß im Wesen der Associationen eine Äürgschaft für die Macht liegt, wie die Chinesen. In jedem Berufe, für Ue - Zwecke Ux materiellen und religiösen Interessen haben sie Vereine, deren Entstehung vielfach schon bis in's erste und zweite Jahrtausend vor Christi Geburt zurückreicht. Heute freilich ist das gemeinsame Wahrzeichen aller diefer Korporationen der tiefste sittliche Versall. Die Absicht, welche vor Tansenden von Jahren bei ihrer Gründung vorwaltete, war durchweg eine gute; in der Praxis aber sind aus allen diesen Wohlthaten schwere Plagen geworden, die anständigen Elemente schieden aus. und das ärgsteLumpengesindel bemächtigte sich der altehrwürdigen Organisationen zu den niedrigsten, eigennützigen Zwecken. Ter Cultus für die Todten hat schon elf Jahrhunderte v. Gh. den dem Kaiser Wen Wang gegründeten ?)en-Äho-Hcei, den Verein für verlassene Leichen, geschaffen. Dieser Verein bestattet Arme und Unbegrabene, liefert den Armen Gräber und Särge, pflegt vernachlässigte Grabstätten und erhält sich bind) die Beiträge seiner Mitglieder und' der öffentlichen Wohlthätigkeit. Im äußersten Falle wird gebettelt, und kein Reicher wagt es. Gaben zu verweigern. Am 13. Tage des siebenten Monates wird bei dem Grabmale von Wen Wang alljährlich das Todtenfest gefeiert. Eine Tasel wird ausgerichtet für die Todten, und lvenn der Vorstand meint, daß die Todten satt sind, dann verzehren die Lebenden, was da ist. Einem ähnlichen Cultus ist der etwa acht Jahrhunderte v. Chr. gegründete Fu-tche-Hoei, de? Verein für Ertrunkene, gewidmet. Tr Chinese hält alles darauf, mit vcllständigen Gliedmaßen in den Himmel zu kommen, da ihn sonst seine Ahnen unerbittlich ausschließen ; r ist deshalb euch ein Feind aller chirurgischen Operationen, die ihm etwa einen Finger, einen Arm oder gar in Bein rauben Ta P (it tviuiii. Ats iuynuiu im. ui wyu ist aber, daß die Fische seinen Leicham verzehren und dessen Glieder zerstreuen könnten. Deshalb beschäftigt sich der Fu-tche damit, die Körper der Ertrunkenen an's Land zu ziehen und zu begraben. Das Böse, dieses sonst ehrenwerthen Unternehmens liegt nur darin, daß bei Schiffbrüchen die guten Brüder mehr darauf bedacht sind, die Leichen zu bergen, als die noch Lebenden, die mit den Wellen ringen, zu erretten. Die Gesellschaft hat in den letzien Jahrhunderten fast allen Credit eingebüßt, da sie sich mehr mit dem Sammeln von Beiträgen als mit ihrer eigentlichen Aufgabe beschäftigte. Für den Schwindel ist auch der reiche Chinese nicht zu haben. Weltlicher ist schon der im 27. Jahrhundert v. Chr. von Kaiser Hoi-Lu gegründete Feuerwehrverband HuouHoei, der in früherer Zeit ganz Ausgezeichnetes leistete und dessen active Mitglieder sich aus den besten Familien recrutirten. Mit dem Verfall der chi- -uesischen Gesellschaft ist auch dieser Verband in höchst unsaubere Hänle gelathen; die Feuerwehrleute rauben und stehlen, was ihnen in die Hände kommt. Eine Anekdote ist bezeichnend. Ein chinesischer Kaufmann, dessen Magazin in Brand gerathen, weigerte sich entschieden, den Huou-Hoei um Hilfe zu rufen. .Weshalb? Vielleicht retten sie die Gebäude, aber jedenfalls stehlen sie mir meine Waaren." Er rettete mit den eigenen Leuten das Waarenlager iind ließ die Baracken derbrennen. Am nächsten Tage aber erschien der Vorstand des Huou-Hoei bei ihm und verlangte eine Entschädigung von 200 Taels. weil er den Verband beleidigt und öffentlich blamirt habe. Und der Kaufmann zahlte und sagte: .Ich profitire noch immer. Die Kerls hätten mich um 2000 Taels bestohlen oder meine neuen Magazine, die ich bauen will, sofort angezündet." Eine nette Gesellschaft! Im engen Zusammenhang mit der chinesischen Beamtenschaft steht das Chem-Kuang, die Mandarinen-Fabrik. Da in China ohne Bestechung nichts zu haben ist. so kommt es vor. daß Tausende, die ihre Prüfungen bestanden haben, jahrelang herumgehen, ohne eine Anstellung zu finden. Sie treten dann in. den Chem-Kuang. Ist nun im Bezirke eine Stelle frei, so versammelt der Vorstand die Mitglieder und veranstaltet eine Lotterie. Jedes Mitglied hat ein bestimmte Summe einzuzahlen. Die Verwandten verkaufen oft ihr letztes, um diese Sumr,c aufzudringen, und man bezahlt 4500 Procent Wucherzinsen, um sie auszuZeihen. Dann werden die Namen der Einleger in einen Loostopf gethan, und der. dessen Namen gezogen wird, hat die Stelle gewonnen. Aber wie? Der Gewinner erhält die ganze eingelegte Summe, um dlmit vom Vicekönig bis zum letzten Decernenten die Beamten zu bestechen und so die Stelle zu erlangen. Der Chem-Kuang ist eine reguläre Einnahmequelle für alle chinesischen Beamten. Vor einigen Iahren erst wurde ein Candidat enthaupiet. der einen Kaufmann ermordet und beraubt hatte, um jene Einlagssumme sich zu verschaffen. Zum Hofleben wieder gehört das Lao-Koun. die Gesellschaft der Eunuchen. Die Kaiserpaläste bergen 6 7000 Eunuchen, da nu Eunuchen zu Hcfämtern zugelassen rden. Der Kaiser hat 3000, die kaiserlichen Prinfti lZTl die Neffen und Mandscbu-
Prinzen haben je 20 und 10 Eunuchen in ihrem Diensten. Diese Stellungen sind in China nicht sehr angesehen, aber sie sind sehr einträglich, da bei Hofe ebenso wie sonst ohne Bestechung nichts möglich ist. So kam es, baß zu Hungerszciten sich Tausende um die Stellen benxirben, und die beamteten Eunucn merkten, auch diese Bewerbungen seien eine Einnahmsquelle. Se bildeten also einen Verband, der das Privilegium bekam, neue Mitglieder aufzunehmen. Man sah dabei weniger auf gute, vollständige Eignung, als auf entsprechende Bestechung. So kommt es, daß in Peking viele Eunuchen verheirathet und richtige Väter ihrer Kinder sind. Das Gegenstück ist die Tragödie des Candidaten. der sich erst verstümmeln ließ und sich dann erhnkte, weil er trotzdem abgewiesen wurde. Keiner aber von allen diesen Verbänden legt in China den Einheimischen und Fremden, selbst in ruhigen Zeiten.' so schwere und unangenehme Opfer auf. als Leou-Ming. der Verband der Bettler. Nach dem starrendem Schmutz, dem gräßlichen Ubelgeruch, die den Ankommenden in jeder Chinesenstadt unangenehm begrüßen, ist es eine ganze Schaar von Bettlern, die jeden gut Gekleideten anfallen und von ihm richt ablassen, bis sie ihre Geschenke haben. Alle Gebren des Körpers. bis zu den Ekel erregenden, werUn zur Schau getragen, jeder hat seine eiaene Bettelparole. und ein Entrinnen aiebt es nicht. Die Bettler sind in ieder Stadt organisirt. sie haben ihren Chef. dr über Leben und Tod gebietet, sie entrichten Abgaben, das heißt Besiechungen an das Stadthaupt, das sie duldet; sie sind im Falle von Unruhen die ersten, welche sengen, brennen und plündern. Wie die Lage unsicher wird, ist es das Erste für den Stadt-Man-darin, sich mit dem Chef der Bettler durch eine Abfindung in's Vernehmen zu setzen, dam'.t seine Leute Ruhe halten, und es ist wiederholt vorgekommen, daß die Bettler ihren Chef massacrirt haben, wenn sie sich bei solchem Anlasse übervortheilt erachtet haben. Ein Roman aus dem Leben.
Von den ungarischen Behörden wird eine Gräfin Haller steckbrieflich verfolgt. Sie hatte nämlich eine Orpheumgesellschaft organisirt, mit der sie im Lande umherzog. Doch hatte sie überall Mißerfolge, so daß sie- es schließlich während einer Tournee im Graner Comitate für gut fand, ihre Truppe im Stiche zu lassen und vor den Gläubigern zu verschwinden. Die jetzt verfolgte Gräfin war noch zu Ansang der achtziger Jahre eine der gefeiertsten Damen der .Siebenbürger Aristokratie. Eine geborene Adele Kindermann. war sie an den sehr reichen Grafen Adam Lazar verheirathet, auf dessen Schloß Mason im Marostordaer Comitat sie als granüe darae lebte. Die , Salons der Gräfin waren ein Sammelpunkt der siebenbürgischen Aristokratie. Besonders die literaririschen und künstlerischen Gesellschaftsabende, welche im Mosoner Schlosse fehr häufig zu Wohlthätigkeitszwecken veranstaltet wurden, waren sehr gesucht, zumal die Gräfin, welche selbst schriftstellerische und künstlerische Neigungen hatte, sehr oft an diesen Abenden mit eigenen Darbietungen ihre Gäste erfreute. ??ach dem Tode ihres Gatten übernahm die Gräsin die Bewirthschaftung ihrer Güter, und gleichzeitig begann auch nicht nur ein regeres Lebn im Monsoner Schlosse, sondern auch ein etwas ungenirterer Ton, so daß Frau Fama bald einen ganzen K'reis von pikanten Legenden um die schöne Gräfin zu winden mußte. In diesenLegendenkreis gehörte auch die Geschichte von dem Verhältnisse und der Ehe mit dem ebenfalls der siebenbürgischen Hocharistokratie angehörigen Grafen Oskar Haller. Aber auch der zweite Gatte starb bald, und die Wittwe blieb nunmehr mit der inzwischen heirathsfähig gewordenen Tochter aus erster Ehe zurück. Die junge Comtesse Etelka, deren blendend weißer Teint und braune Augen, sowie reizende Gestalt gar manchem denKopf verdrehte, dachte nicht im Entferntesten ans Heirathm. Sie verbrachte ihreBacksischjahre mit einer ganzen Serie von momentanen" Neigungen, und die flotten Szkler Jungen der Umgebung konnten mancherlei von den Abenteuern erzählen, 'welche die junge Comtesse allein oder auch in Gesellschaft ihrer Mutter durchlebt hat. Bei solcher Wirthschaft stellten sich natürlich bald Geldverlegenheiten ein. die Damen machten Schulden, und schon nach wenigen Jahren mußten Mutter und Tochter aus dem Mosoner Schloß fort, das sammt den schönen Gütern im Meistbietungswege gerichtlich verkauft wurde. Die Gräfin versuchte anfangs mit literarischen Unternehmungen stck ein wenig über Wasser zu halten, und als diese fehlschlugen, schlössen sich die beiden abenteuersllchtigen Gräfinnen einer obscuren wandernden Schauspielertruppe an. Die alte Gräfin spielte die Mütter, die Comtesse sang und begleitete sie hierbei mit dem Cymbal, loelches sie ziemlich gut spielte. Das waren schlechte Zeiten. Comtesse Etelka wurde die illegitime Gefährtin des Tenoristen, wahrend die alte Gräfin dje Küche bei dem jungen Pasre versah. Da aber der Tenorist alle Hingabe der hochgeborenen Köchin und der Geliebten zumeist nur mit Flüchen undSchlägen heimzahlte, wurde das Verhältniß abgebrochen, und Gräsin Haller etablirte auf eigene Faut eine wandernde
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V fif Truppe, welche sie jetzt im Stiche ließ, I ohne die Gagen und Schulden zu oezahlen, so daß die einst gefeierte Ari ftokratin jetzt steckbrieflich verfolgt wird. Die deutsche Expedition nach Abesslnien. Ueber den bisherigen Verlauf der deutschen wissenschaftlichen Expedition Carlo von Erlanger und Oscar Neumann, welche kürzlich in Addis Abb:ba, der Residenz des Kaisers Menelik von Abessinien, eingetroffen ist, liegt jetzt ! ein ausführlicher Bericht vor. Die Ezpedltwn. von Baron Erlanger ausgerüstet und geführt, zu dem besonderen Zwecke, die unbekannten Gegenden am Rudolfsee in crnithologischer Beziehung zu durchforschen, ging im December borigen Jahres zum großen Theil mit dem Reichspostdampfer Herzog" nach Suez, um dort die umfangreiche Karawane zufammenzustellen, die allein 200 Kamcele und einen ganzen Troß Eingeborener mit sich führt. Abgesehen von einigen Fährlichkeitcn. wie sie bei jeder Expedition vorkommen, gelangte die Karawane nach Harar. Von hier wünschte Baron Erlanger, die Residenz des Negus Menelik, Addis Abbeba, nicht auf der gewöhnlichen Karawanenstraße zu erreichen, sondern seinen Weg durch unerforschtes Gebiet zu nehmen. Die Erlauöniß hierzu wurde vom Kaiser Menelik nur ungern ertheilt. Im April d. Js. traf indessen durch eine Depesche' die Erlaubniß ein, von Harar zu Sheik Hussein zu gehen, von da aber auf geradem Wege nach Addis Abbeba zu marschiren und die in Aufruhr befindlichen Gegenden zu vermeiden. Die Schwierigkeiten, die der Negus bezüglich der einzuschlagenden Route gemacht hatte, entsprangen nicht aus Mißtrauen gegen die Reisenden, wie man anfänglich vermuthete, sondern aus Besorgniß sür die Sicherheit der ersten Deutschen, die er zum Besuch Abessiniens eingeladen hat. denn die Nähe der Ogadengrenze birgt viele Gefahren in sich, da der Aufstand des Mulho noch keineswegs unterdrückt ist. Die eingeborene Bevölkerung befürchtet fogar einen neuen Vormarsch dieses aufständischen Fürsten gegen Harar. Auf der Weiterreise der Expedition machte das Ueberschreiten der reißenden Ströme, deren Abessinien bekanntlich viele besitzt, oft recht große Schwierigkeiten. Nachdem der Uebergang über den reißenden Fluß Wabi überwunden war. langte Baron Erlanger mit feinen Begleitern in Luku an, das wenigeTagereisen vom Sitze des Sheik Hussein im Lande der Aoussi Galla gelegen ist. Von Luku ist der jetzt vorliegende Bericht abgesandt worden. Es kostete große Schwierigkeiten, für die Besördcrung der Briefe von Luku nach Harar zuverlässige Boten zu finden, da der Weg durch unsichere Gegenden führt und zur Zurücklegung zehn Tagereisen erfordert. Es gelang indessen, sechs muthige Askaris zu gewinnen, allerdings gegen hohe Belohnung und das Versprechen weiterer Belohnung, wenn der Auftrag pünktlich nisgeführt würde. Die braven Askaris sind ihren Verpflichtungen getreu nachgekommen, wie die richtige Ankunft der Briefschaften beweist. DerOrt Luku ist bisher auf dem von Baron Erlanger und seiner Karawane verfolgtem Wege von Europäern noch nicht erreicht worden. Luku ist früher nur von dem englischen Forscher Donaldscn 'Smith besucht worden, der indessen den bekannten und sicheren Weg von Berbera benutzte. Der bereits erwähnte Ueberganq über oder richtiger durch den Wabifluß war wohl das schwierigste Unternehmen auf dem bisherigen Marsche. Der Fluß wimmelte förmlich von Krokodilen und Flußpferden. Deshalb fürchteten, die bei der Karawane befindlichen Somalis und Abessinier, sich ins Wasser zu begeben. Erst nachdem Varcn Erlanger in einem mitgeführten Canoe eine überaus seichte Furth entdeckt hatte, konnten dieVorbereitunaen zur sicheren Durchfurthung ergriffen werden. Diese bestanden hauptsächlich darin, daß eine Anzahl Somalis auf das Wasser schlugen und möglichst viel Geräusch machten, während die mit Gewehren bewaffnete Mannschaft unablässig auf das Wasser feuerte. Das Krokodil ist sehr scheu und flieht vor jedem Geräusch. So gelang es, den Fluß ohne jede Belästigung glücklich zu überschreiten. Die Gegend um Luku ist sehr wildreich, was der Karawane zum Vortheil gereichte, da die Verproviantirung sehr schwierig ist. Die Bewohner l!nncukein Qi'Jh uniielbÜ fiui lern
ganzen Jahres.
kuÄ ö 'ZV Wege des Tauschhandels ist nicht leicht etwas zu erlangen. ' Unter Führung des Sheik Hussein ging die Expedition weiter nach Ginea, umdort das größte Naturwunder Inncrafrikas, die Winlown - Höhlen, zu besichtigen. Der Wabifluß verschwindet dort plötzlich in einem Quarzbera, in dem er sich mächtige Höhlen gegraben hat, die oft zu hochgewölbten Hallen erweitert worden sind, von deren Wänden die -Quarzkrystalle das Licht millionenfach reflectiren, was einen geradezu märchenhaften Anblick gewährt. Ein Pendant zu diesen Höhlen soll nur in dem berühmten Aellowstone - Park in den Vereinigten Staaten zu finden sein. . . m m t Ein Vrand in den Lüften. Der neueste Unglückssall. welcher sich in der Pariser Ausstellung ereignete, war eine Feuersbrünst in den Lüften. In der Annex - Ausstellung in Bincennes ist ein Luftballon in Brand gerathen, der 500 Kubikmeter Gas faßte. Der Luftscbiffcapitän Mouton leitete den Aufstieg, der des starken Windes wegen eine Verzögerung erlitt. Zahlreiche Menschen waren gekommen, um der Ausfahrt beizuwohnen. Die Leute, etwa 6000 an der Zahl, waren sehr ungeduldig und lärmten über die Verzögerung. Da gab der Luftschiffer, ärgerlich über diese Demonstration, den Befehl, die Seile zu lösen und den Ballon den Hüften anzuvertrauen. Mit ihm stieg noch ein Pariser Kaufmann, Namens Cahu. in die Gondel. Der Wind blies stürmisch auf den Ballon ein. Noch bevor der Ballon die Höhe der Da'cher der Häuser erreicht hatte, welche den Platz umschließentrieb ein Windstoß den Ballon nach links und ließ ihn an die Telegraphen- und Telephondrähte anstoßen. Der Ballon stieg aber weiter und streifte die Dächer der Häuser. Er warf dabei einen Schornstein um. Ter Luftschiffer warf Batlast aus, aber der Ballon streifte nochmals die Telegraphendrähte, an weichen die Gondel hängen blieb. Ter Ballon blieb dann auf den Telegraphendrähten liegen. Plötzlich sah man einen elektrischen Funken aus dem Draht springen. Es war ein Kurzschlutz eingetreten und der elektrische Strom sandte seine Funken aus. Gebt acht auf eine Explosion!" schrie das Publikum. Der Stoff des Ballons gerieth am unteren Ende in Brand. Als das Publikum die Flamme sah, brach eine Panik in der Menge aus. Man schrie, drängte und stieß. Frauen, Kinder und Greise wurden zusammengedrückt und niedergetreten. Alles wollte die Hausthore der nahen Häuser geWonnen. Ein hochbetagter Waldhüter, zwei kleine Mädchen und sieben andere Personen wurden von der flüchtenden, durch die Ängst sinnlos gewordenen Menge niedergetreten und schwer verletzt. Während dieser Zeit hatte der Aeronaut die Geistesgegenwart, das Ventil zu öffnen und das Gas ausströmen zu lassen. Aber die Explosion erfolgte dennoch. Wie ein Kanonenschuß hallte es durch die Lüfte, und eine riesige Flamme stieg in die Luft. Sie entzündete das fünfte Stockwert eines nahegelegenen Hauses. Der brennende Ballon fiel herab. Luftschiffer Mouton blieb in der Gondel, welche noch immer am Telegraphendrabte hinq, während sein Genosse Cabu sich am Drahte selbst festhielt. Soldaten und Feuerwehrleute wurden aufgeboten, um die verunglückten Luftschiffer aus ihrer verzweifelten Lage zu befreien. Cähu stieg langsam an einer Leite herunter; er war. einer Obnmacht nahe.da ihn die Flammen bereits umzingelt hatten und ihm die Erstickung durch den Rauch drohte. Mouton war ganz wohl. Nach zwei Stunden Arbeit war der Vrand des Hauses gelöscht; dessen fünfter Stock aber ist vollständig ausgebrannt. Die Telegraphen- und Telephonverbindung zwischen Vincennes und Paris ist unterbrochen . Räucherungsmittel. Man bringt Mhende Kohlen in eine Pfanne und streut frische Wacholderbeeren, aedörrte Aepfelschalen, Zucker oder Mastix, was man eben am leichtesten zur Hand hat, darauf und trägt das Gefaß bei offenen Finstern und Thüren im Zimmer umher. Um einen besonderen Wohlgeruch zu verbreiten, bedarf es eines Tropfens Rhodusholzöls, der auf einen heißen OseN oder auf glühende Kohlen gebracht wird. Ebenso wird durch einen Tropfen Eisessig, den man in's Zimmer sprengt, ein Dust hervorgerufen, der an die Magnoliar,Tvn rt
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