Indiana Tribüne, Volume 24, Number 7, Indianapolis, Marion County, 25 September 1900 — Page 1

- Mit - SonntagsBlatt 10cperWoche 1 Cent per Tag Erscheint jeden Nachmittag und Sonntag Morgen Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Dienstag, den 25. September 1990. No.7

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Ausland Depeschen

Aus Südafrika. . Die Reste des Boerenheeres anscheinend auseinandergesprengt Der Geist der Rebellion aber nicht unterdrückt. Interessante Debatte im Kap-Par-lament. Amer!ka's Antwort auf die Note Deutschlands. Von der Berliner Presse abfällig besprochcn. Die Lage in China. Christen-Gemetzel an der Tagesordnung. . Aus Südafrika. London. 25. Gevt. Xiord N0lerts telegraphitt aus PrttoriZ, oav w i 'Garden unter Pole - Carcw am Mon ' . i r . I iaa Moraen storaatipcort besetz: haven. 3 3 . - r- - . , Die Brücke war undelchaoizl. wuroe viel Betriebsmaterial. Lokomotiven und mehrere Waggons mit Munition für schwere Geschütze erbeutet. fts wurden nur wenme ?azu e ge-, -r?echselt. ' Lord Roberts fügt hinzu: Gen. Pa - .get hat das Lager Erasmus" genom - men und darin 3000 Rinder und :8000 Schafe erbeutet und 25 Gefangene gemacht. Gen. Methuen hat abermals große Wiehvorräthe erbeutet. Lord Roberts meldet auch, daß die wenigen Boeren - Truppen, die sich noch r r 3u..f L .I!mSm M im östlichen Transvaal befinden, ohne jede Organisation seien. Es seien dies fast auzichließncy Äoeren, oa vie Äus Under sich nach Lourenzo. begeben hätten, nachdem die portugiesische RegieTung ihnen versprochen, sie unterhalten zu wollen, so lange sie sich dort befinden, -und sie nach ihren resp. Heimathslän--"dern zurückzuschicken. Kapstadt. 25. Sept. Herr I. W. Sauer, der frühere Kommissär für öffentliche Werke, reichte am Montag im Kap - Parlament eine UnabhängigZeits - Resolution ein. Er sagte, daß er Geist der Unabhängigkeit imTransraal und im Oranje Staat eine Zeit lang mit den Bajonetten niedergehalten werden könne, späterhin aber sicher wiei?er losbrechen würde. Im Interesse des Friedens in Südafrika sei es nöthig, daß den beiden Republiken ihre Unabhängigkeit wiedergegeben würde. Der Premier, Sir I. Gordon Spriggs. antwortete in leidenschaftlicher Weise. Er rieth Herrn Sauer, fich an die Herren Krüger und Steyn zu roenden. Im Laufe der Debatte sagte der Premier, auf.die Angriffe Bezug nehmend, die auf die Kapitalisten gemacht wurden. daß Herr Krüger der größte Kapitalist des 'Landes sei und nicht nur ein Kapitalist, sondern auch ein Dieb. Mehrere Mitglieder der Opposition verdammten den Angriff auf Herrn Krüger in scharfer Weise. Herr I. K. Merriman. der KolonialSchatzmeister in dem, Kabinett Schreiner's war, erklärte in einer leidenschaftlichen Rede, daß die Annexion den Verlust von Südafrika für England zur olge haben würde, und selbst noch schlimmeres, denn Südafrika würde England verlieren. Der frühere Premier Schreiner stellte ein Amendement zu der Resolution Sauer's, lautend, daß die beiden 'Republiken unter die Protektion EngIands gestellt und ihnen eine Garantie für ihre nationale Existenz gegeben werden solle. Das Haus verwarf das Amendement Schreiner's und beschloß, mit 41 gegen 39 Stimmen, zur TagesOrdnung überzugehen, ohne den Antrag , -Sauer's aufzunehmen. . LourenzoMarquez, 25. Sept. Die britischen Patrouillen sind bis an 'die portugiesische Grenze vorgedrungen. Oberhalb und unterbalb der britischen "Positionen gehen beständig Boeren über die Grenze. Die Reitpferde der Boeren befinden sick in einem schrecklichen Zuftande. London. 25. Sept. Eine Depesche der Daily Mail" aus Lourenzo Marquez sagt: Die Herren Steyn und Reitz werden bei den kämpfenden Woeren bleiben. Man glaubt, daß ungefähr 7000 bis 12.000 Mann sich vereinigen werden, um die britischen Kom zmunikationslinien zu unterbrechen. , Die Lage in China. ' Sbanqhai. 25. Sept. Der 2aotai Sh.ena, erklärt, daß Pri?z Tuan

zum Groß-Sekretär des Kaisers er: schenn Regierung auf die deutsche Viote nannt worden sei, zu einer Stellung, offenbar andeute, daß die Ver. Staa-r. Staadie ihn in den Stand setzt, alle Kom ten bemüht seien, die Stellungnahme

inunikationen, die an den Thron ge-, der chinesischen Regierung zu unter-j richtet sind und von diesem ausgehen. ! stützen, indem sie die Bestrafung der zu kontrolliren. Es ist dies offenbar ; für die Schandthaten in Peking Schul-;

eine Herau-soroerunz an zveui,rq:unu ; engen oer azmeni.a;.'n Regierung uoer und die Antwort auf die Forderungen j lassen wollen.- . Deutschlands, die in erster Linie gegen j In der Depesche wird übrigens daden Prinzen Tuan gerichtet waren, j rauf hingewiesen, daß wenn auch , die Auch ist der Taotai von Shanghai, der . Ver. Staaten auaenscheinlich sehr nach-

für die freundlich gesinnten Vizekönige ; c m c - : i . .. V.r. cie creinoarung ntii wen jxuiiuui uu terzeichnet hatte, abgesetzt worden. Sein ! cr .jiCn(. ri Ait ?rhint.i!!n'n yiuuiayti iji tut uuaHFvwufcUfcVufcm'' ver Aullänter, ein Protege Kang Yi'ö und der Beamte, welcher der chinesischen Regierung gerathen hatte, die auswärtige Schuld zu repudiiren. Der Ver. St. Generalkonsul Goodnow hatte vergeblich gegen dieAbsetzung des Taotai'Z und die Ernennung seines unerwünschten Nachfolgers protestirt. Die Chinesen sind in Folge der Ernennung in ho hem Maße aufgeregt. W a s h i n g t o n, D. C., 25. Sept. Die Nachricht, daß Prinz Tuan zum Gronsekretär des Kaiser- von China ! ernannt worden ist. bat in Administra tionskreisen arones Interesse erreat. denn die Ernennung bedeutet, daß Ehina gesonnen ist, den Mächten Trotz zu , bieten, und daß das den Ausländern ! feindliche Element immer noch obenauf ! izt. Eine Bestätiauna der Nachricht ist - f -r s i i -r w mer am nocy nrai emzeirofsen, uno fowohl ' der chinesische Gesandte als das Staatsdepartement inv genelgt, t ? . ro i i c . n - . i -. oie yniigim oer jiaquqi ; zwetteln, wenn sie aber occh wa! , sollte, dann würde dies keineswegs die j Regierung abhalten. Unterhandlungen anzuknüpfen, va :e veav nqttgr. Die eI strafung der Schuldigen von der chi- ! nesischen Regierung zu verlangen, , Der Gesandte Wu erklärte, daß er ' die Nachricht für unwichtig halte. Zu ! meine? Zeit", sagte er. hat niemals ein ' kaiserlicher Prinz das Amt des Groß- ' sekretärs innegehabt. Das Amt ist jetzt kein wichtiges mehr; es it eine bloße Sinecur. Ehe die jetzige Dynastie zur Macht gelangte, was das Amt des Großsekretärs ein höchst wichtiges, da alle an den Kaiser gerichtetenSchreiden durch seine Hände gingen. Jetzt versieht der Geheime .Aath diese Funktionen und es würdcmich nicht über raschen, wenn Prinz Tuan zum Mitglied dieses Rathes ernannt worden wäre. Ich glaube aber nicht, daß er zum Großsekretär ernannt worden ist." Auf die Behauptung Bezug nehmend. daß Prinz China, ein Vetter des Kaisers Kwang Su sei. erklärte der Gesandte, daß dies nicht der Fall und der Prinz nur ein entfernter Verwandter des Kaisers sei. . 6 o n q" l o n g. 25. Sept. Aus

! Canton wird berichtet, daß die Chinesen ! Mädchen selbst erschossen zu haben. Er j bei Kum Check am West River auf ein ! befindet sich jetzt, des Mordes angeI Boot schössen, das mit eingeborenen ! klagt, i hiesigen Gefängniß. I christlichen Frauen angefüllt war. Di? ! Pearson behauptet, daß er und Frl. ' Frauen wurden dann ans Land ge-1 Griffin verabredet qehabt hätten, zubracht und kalten Blutes abgeschlachtet. ! sammen zu sterben. Er habe dem Mäd-

Eingeborene Christen strömen aus ' chen zwei Kugeln in den Kopf geschosder ganzen Umgegend nach Kanton. sen, als er aber die Waffe auf sich selbst Kanton selbst ist ruhig. Die Chinesen- abfeuern sollte, sei ihm der Muth ausStadt ist mit desperaten Charakteren gegangen. aller Art angefüllt, die begierig sind, ..;rx.... c.s Unruhen anzustiften, es fehlt ihnen aber Ge m e l n s ch a f t l : che Nordpol

an Führern. L o n d o n , 25. Sept. Eine halboffizielle Meldung aus Petersburg sagt, daß die europäischen Kabinette vereint den Versuch machen, Deutschland zu bewegen, daß es von seiner Forderung bezüglich der Auslieferung der Leiter des Boxer-Aufstandes vor Beginn der Friedenspräliminarien Abstand nehmen soll. Rußland's Antwort auf die deutsche Note ist sehr freundlich gehalten, drückt aber die Ansicht aus, daß zunächst mit den Friedensunterhandlungen begonnen werden sollte und die Bestrafung der Schuldigen später erfolgen könne. Wie es heißt, wird Deutschland einen neuen Vorschlag unterbreiten, nämlich Kreirung eines internationalen Gerichtshofs, welcher die Vestra fung der Schuldigen überwachen soll. Die Russen haben inzwischen eine Expedition nach Mulden organisirt, welche bereits Liao Vang erreicht hat. Wahrscheinlich werden sie dort aus Widcrstand stoßen. General Gerbsky hat sämmtliche Gegenden im Amur-Gebiete, welche bis jetzt von den Russen occupirt wurden, unter russisches Standrecht stellen lassen. Die Chinesen dürfen nicht auf das linke Ufer des Flusses zurückkehrcn. Er hat auch eine Proklamation erlassen, worin er erklärt, daß die Annexion der Mandschurei als eine Strafe für den Angriff auf Blagovestchenk zu betrachten sei und er ermahnt die Einwohner, sich der Oberhoheit Rußlands zu unterwerfen. Die Antworten ruf die d e u t s ch e N o t e. st ö I n, 25. Sept. Die Kölnische Zeitung veröffentlicht eine inspirirte Depesche aus Berlin, in der gesagt wird, daß di: Antwort, der amerikani-

sichtig seien, man doch icht daraus j r r . ? er . I. I

liCBCN ourse, 01c Regierung in Washington halte die Beschützung ihrer f- w . f n : 1 . rr w it (m:rr:ü. jnan0d3imctc eu unu lyicc xriiiuuu re in China für weniger wichtig als es bei den anderen Mächten der Fall ist. und daß die Ver. Staaten angesichts des ungünstigen Einflusses, den die Transferirung von Truppen nach China auf die Philippinen ausgeübt hat, die amerikanische Regierung gezwungen ist. nachsichtig zu sein. Eine strenqe Bestrafung der schuldigen He tzer am chinesischen Hof liege absolut im X. i . - : ! r . w.r i ZNierenc oes amcriianiicii yuuucia und der amerikanischen Missionäre. Zum Schluß heißt es. in der Depe scke. dan es wenia ausmache, ob die Ver. Staaten noch wnter mit den ! Mächten cooperirten oder nicht, und daß auch ohne die Amerikaner TrupPen genug in China sein würden, um die von der ganzen civilisirten Welt verlangte Bestrafung der Schuldigen öu "u- ! Pa r i s. 23. Sept. Die Antwort . . , Frankreichs aus die deutsche cote. der p . . i . r ? i . jr. w

zu be- zufolge Diejenigen, die für die Schandihr sein thaten in Peking verantwortlich sind.

! an die Verbündeten ausgeliefert werden j feilen, ehe die Friedensverhandlungen beainnen. ist nicht eine gänzliche Annähme der Proposition. Frankreich erklärt, daß die Bestrafung der Schuld!'gen nöthig ist. daß es aber unter gewissen BedingungenAerhandlungen anknüpfen würde, ohne daß die schuldigen Beamten vorher bestraft worden seien. Das austtärtizeAmt erklärt, daß der Gesandte Pichon den Winter in Peking zubringen würde, da Tien Tsin nach der Plünderung unbewohnbar sei. ' Des Mordes geständig. Hamilton. Ont., 25. Sept. Frl. Annie Griffin von Dundas wurde am Sonntag Abend erschossen, während sie mit George Pearson vonHamilton spazieren fuhr. Pearson sagte, daß ein Buggy an ihnen vorübergefahren sei und die Insassen zwei Schüsse abgefeuert, hätten und eine der Kugeln Frl. Griffin in den Kopf eingedrungen sei. Pearson trug dasMädchen in einFarmhaus, wo es starb, ohne wieder zur Besinnung gekommen zu sein. ' Am Montag wurde der junge Mann einem scharfen Verhör unterworfen und . die ftolae war. das; er einaestand. das Expedition. London. 25. Sept. Einer Depesche der Daily Expreß" aus Christiania zufolge, sollen Dr. Nansen und der Herzog der Abruzzen vereinbart haben, gemeinschaftlich eine Nordpol-Ex-pedition zu unternehmen. - Ein Ex-Vize-Konsul verurtheilt. Hamburg, 25. Sept. Leon Ward, ein ehemaliger Ver. Staaten Vize-Konsul von hier, wurde arnMon tag zu 15 Monaten Gefängnißstrafe verurtheilt, weil er 23.500 Mark, einen Theil einer Erbschaft, die er für zwei Amerikanerinnen einkassirt hatte,' unterschlazen und für persönliche Zwecke verausgabt hatte. ' Die Russen aggressiv. Wien. 25. Sept. Im MarineMinisterium ist die folgende Depesche, aus Taku, 24. Sept., datirt, eingetrof--fen: Die Russen haben am Sonntag die Forts von Lu Tai besetzt." Lu Tai liegt ungefähr 40 Meilen von Tien Tsin und zwanzig Meilen nördlich von Taku. Schiffsnachrichten. New York. 24. Sept.. Angv kommen: Alle:" von Bremen, Me, nominee" von London. , . - Li v e r p o o l, 24. Set. ' Angekom men: Etruria" von New York, Ro, man" von Baltimore. Cherbourg. 24. Sept. Abg gangen: Großer Kurfürst" von Brv men, nach New Jark. Boston, 24. Sept. , Abgegange Peruvian" nach Glasgow. . Gibraltar, 24. Sept. Abgb gangen: Ems" nach New Fork. Bremen, 24. Sept. ; Angekonv men: Trave".von New Vork.

Jllland Depeschen.

Vom ZkolisrugrPerlrkiö. - Die gröszte Ruhe herrscht in der Strcik-Negion. Tic Lage fast ganz unverändert. ; - ZZcges Leben lzenscht wieder in Valvcston ' . . Die Gesammtzahl der Verunglück ten wird jetzt auf 5000 abgeschätzt. Morriston, Miim.. von einem Cyclon ' Izcimgcsucht. . Acht Pcrsoucn in einem Gebäude verunglückt. Tcr Coroncr von Jcffcrson Comtty, liu., unter dcr Anklage des - Mordes. !aturgas-(?rplos!o:l in Indianapolis. m UcöerschVcmmüngc:! in Texas. Der Streik der Kohlengräb e ?. Philadelphia, Pa., 25. Sevt. Statt des erwarteten Zusammenstoßes zwischen Streikern und Grubenbesitzern herrscht überall meisterhafte Ordnung. Während, die Besitzer behaupten, daß stündlich mehr Streiker an die Arbeit zurückkehrten, beweisen die Thatsachen das Gegentheil und morgen und übermorgen werden mehr Gruben ohne Arbeiter sein, wie je zuvor seit Beginn des Streiks. Die Soldaten patrouillirten das Terrain ab -und verbürgten Allen, die arbeiten wollen, hinreichenden Schutz. Doch werden keine Versuche , gemacht. Arbeitswillige gewaltsam an der Arbeit zu verhindern. Die Streiker behaupten,ihre Zahl am Montag- um , 1800 bis 2000 vermehrt zu hz,ben. Von keiner ' Seite sind . irgendwelche Versuche zur Beilegung des Streiks ge macht worden. . Aus G a l v e st o n. G a l v e st o n, Texas, 25. Sept.- An den Werften entwickelt sich wieder ein reges L:b:n und es kommt eine' Menge Fracht an. ' In dieser Woche wird ein halbes Dutzend Dampfer befrachtet werden. es fehlt' aber noch ganz bedeutend an Arbeitern. Alle Eisenöahnzüge kommen jetzt zur rechten Z.'it an und es kommen zweimal sooiele Leute als von hier abreisen. Die Galveston News", die eine Liste über die aufgefundenen Todten geführt hat. giebt deren Zahl jetzt auf 3559 an. Allem Anschein nach wird die Zahl der Todten 5000 erreichen, denn es sind ungefähr .800 bis 1000 Personen verunglückt, deren Namen nicht in Erfahrung gebracht werden konnten. Unter Aufsicht von Vorsitzer Moller vom Kommlttee für öffentliche Arber ten begannen heute nahezu 1000 Ar beiter. die Straßen und das Ufer von Trümmern und Leichen zu säubern. An Lohn wurden $2 für Arbeiter. $3 für Arbeiter mit Karren und 530 für Arbeiter mit Gespann bezahlt, wofür das Geld dem allgemeinen Unterstütz-ungs-Fonds entnommen wird. Auch wurden die Leute für die Arbeiten der letzten vier Tage abgelohnt, wozu $7000 erforderlich waren. . F l u t h e n i.n Texas. Austin. Tex.. 25. Sept. Gou derneur Sayers hat diese Stadt telegraphisch angewiesen, 'sich auf die schimmste Fluth in der Geschichte des Colorado-Flusses vorzubereiten. Die Fluth wälzt sich jetzt durch die GebirgsPässe im Nordwepen und wird Austin um Mitternacht erreichen. In seiner Depesche meldet der Gouverneur, daß der Wasserstand des Flusses um 10 Fuß höher ist, wie je zuvor. Der Fluß ist seit 4 Uhr Nachmittags stark gestiegen und von dem höher gelegenen Goldweithe kam um 8 Uhr Abends die Nachricht, daß der Fluß noch fortwährend im Steigen begriffen sei. Bis zur Dunkelheit war der Fluß an diesem Punkte 53 Fuß gestiegen. Starke Regengüsse sind überall am Coleradg Flusse, niedergegangen und die Fluth ist en diesem Punkte um 20 Fuß höher, wie die höchste bisher erreichte Wassermarke der Frühjahrsfluth im letzten April, wo durch einen Dammöruch die Wasstr- und - Beleuchtunzswerke der Stadt zerstört wurden. Das Hochmasser wird Austin . um Mitternacht erreichen und alle Leute in der Umgegend und auf dem niedrig gelegenen Lande sind benachrichtigt wor den, sich rechtzeitig in Sicherheit zu irinaen.

Die chinesische Frage. Washington. D. C.. 25. Sept. Man ist hier bemüht, die Differenzen zwischen den Ver. Staaten und Deutschland betreffs des deutschen Vorschlags, daß die für die chinesischen Schandthaten Verantwortlichen ausgeliefert werden sollen, ehe die Unterhandlungen beginnen, als an und für sich unbedeutend hinzustellen, und es wird angedeutet, daß die Regierung dem deutschen Vorschlag nur deshalb nicht zugestimmt babe, weil sie überzeugt ist. daß man einen nachhält!gen Eindruck auf das chinesische Volk im Ganzen nur dann ausüben kann, wenn man es der chinesischen Regierung überläßt, die Schuldigen zu degradiren und zu bestrafen. Es wird im Staatsdepartement erklärt, daß es 'nicht den gering sten Einfluß aus die Chinesen ausüben würde, wenn dieselbe Strafe von den Ausländern vollzogen würde, denn die Chinesen würden das Andenken der Märtyrer heilig halten, und di: chine sische Regierung, die das eigenthümliche Recht für sich in Anspruch nimmt, heute auch noch nach dem Tode zu bestrafen und zu belohnen, könnte es sich einfallen lassen, die von ben Verbündeten Geopfer ten noch nach dem Tode zu erhöhen und belohnen, womit sie Andere veranlassen könnten, die Schandthaten zu wiederholen. . Die Truppen des Generals Chaffee werden, wie es heißt, auf 1500 Mann reduzirt werden. Diefes Kontingent soll speziell als die Gesandtssts-Wache" bekannt sein, keinem auswärtigen Militärkommandur unierstehen und seine Befehle von dem Gesandten durch den höchsten kommandirenden amerikanischen Offizier erhalten. Das Kontingent soll auch nicht als Bestandteil des Heeres der Verbündeten betrachtet. werden und der Feldmarschall Graf von Waldersee soll keine Rechte darüber haben. Vom Sturm zerstört. S t. P a u l, Minn., 25. Sept. Eine Depesche aus Faribault. Minn.. sagt: Spät am Abend ist hier die Nachricht eingetroffen, daß Morriston um sechs Uhr Abends von einer Cyclone beschädigt worden ist. Acht Männer sind getödtet worden und viele werden ver mißt. Die Nachrichten über das Unglück sind noch mangelhaft. Ein groher Baum wurde aus dem Boden gerissen, über ein Haus getragen und landete schließlich aus : dem Dach eines Backstein-Gebäudes, in dem sich eine Wirthfchaft befand. - Das Gebäude wurde janz "zerstört und die ackt Leichen wurden aus den Trümmern herausgezogen. Die Depeschen ' sagen" vorlaüsiZ ' noch nichts über den Verlust an Eigenthum, man befürchtet aber, daß er sehr bedeu tend sein wird. - . . , .Eine anstößige Ordre. Victor. Col' 2?. Sept. Ein allgemeiner Streik der Bergleute lss.ven -Goldminen im hiesiaen Mstrikt steht 6evor und die Jndependence Göld-Mine ist bereits geschlossen worden. Die Veranlafsung ist sine neu: Ordre, die zu erlassen die Kompagnie für nothwendig befunden hat, um in Zukunft das Stehlen von werthoollem Erz zu verhindern. Die Bergleute erklären, daß sie nicht wieder an die Arbeit gehen würden, bis die anstößige Ordre zurückgezogen worden ist und der Superintendent sagt, daß der Befehl unter keinen Umständen rückgän gig gemacht werden würde. Sechs andere große Kompagnien ha ben eine ähnliche Ordre erlassen und sich gemeinschaftlich mit der Jndependence Company .verpflichtet, auf ihrer Aus führung zu bestehen. Die Ordre lautet, daß die Bergleute, wenn sie an die Arbeit gehen und von derselben nach Hause zurückkehren, jedes Mal ihre Kleider wechseln sollen und nakt. an besonders angestellten Wächtern vorbei, von einem Ankleidezimmer in das andere gehen müssen. Der Superintendent der Jndependence Mine erklärt, daß die Kompagnie durch die Diebereien der Arbeiter monatlich Z5000 bis 515.000 verloren habe. Raubmord. Jronton. O.. 25. Sept. George W. Noble, ein prominenter Farmer, der allein am Auffalo Cre:k. in diesem County. wohnte, wurde in der Nacht zum Sonntag ermordet. Die Leiche wurde am Sonntag Morgen von zwei jungen Mädchen, die sich einen Trunk Wasser holen wollten, im Hofraum gefunden. Sie war schon zum Theil von Schweinen verzehrt worden. Die Wände zweier Zimmer waren mit Blut bespritzt und es wurden auch zwei mi! Blut be fleckte dicke Prügel in dem Haus gefun den. Noble scheint sich verzweifelt ge wehrt zu haben. Das Haus wurde von den Räubern ausgeplündert, die Mörder hatten aber eine größere Geldsumme übersehen. Soweit hat man keine Spur von den Räubern. Census - Statistik. Washington'. D. C.. 25. Sept. Der neuen Censusaufnahme zufolge hat Savannah,Ga.. jetzt eine Bevölkerung von 54.224 Seelen, gegen 43,189 im Jahre 1890. Es ist dies eine Zunahme von 11.055 oder 25.60. Prozerrt. ftie Bevölkerung von Chattanooga,

Tenn.. beträgt 32.490. gegen 29.100 Im , Jahre 1890. Es ist dies eine Zunahme von 3390 oder 11.65 Prozent. Arbeit für Tausende, i Pittsburg, Pa.; 25. Sept. Die American Steel Hoop Co. hat am Montag von hier aus den Befehl gege den. daß die sämmtlichen Etablisse ments dieser Kompagnie, die für die Wiederaufnahme der Arbeit bereit sind, foforf in Betrieb gesetzt werden sok len, und die übrigen, sobald die Repa raturen vollendet sind. Die Fabriken, die sofort in Betrieb gesetzt werden, be finden sich in Pittsburg. Joungstown, O.. Pomeroy, O., Monesson, Pa., Sharon. Pa.. und Greenville, Pa., und beschäftigen zusammen 6000-Arbeiter. Keine weiteren Anklagen Frankfort, Ky., 25. Sept. Die Grand Jury von Franklin County hat am Montag endgültig angekündigt, daß in Folg: der Schwierigkeit, Zeugen aus entfernteren Gegenden herbeizubringen, keine Untersuchung betreffs der Ennor dung Wm. Goebel's geführt werden konnte. Sie hat. aber empfohlen, daß gewisse Personen für ih: Erscheinen vor der nächsten Grand Jury unter Bürg schaft gestellt werden sollten. t Feuer. Omer, Mich.. 25. Sept. Im 3u schäftsthei! dieses Ortes hat am Montag eine Feuersbrunst Schaden zum Betrage von $30,000 angerichtet. Das Hotel, zwei Apotheken, eine Wirthschaft, drei Läden, ein photographisches Atelier, das Postamt und acht Wohnhäuser wurden zerstört. ' Keine Gna.de für die Zios .nisten. M a n s f i-e l d. O., 25. Sep. Die Zionisten-Aeltesten Mark A. Loblaw von Chicago und James Watts von Hammond, Ind., beide britische Unterthanen, kamen am Montag hier an und begaben sich nach dem Gefängniß, wo sie bis Mittag blieben. Sie wurden dann quf einen Zug gesetzt und fortgeschickt. Eine große Menschenmenge hatte sich am Bahnhof versammelt. als ' sie abfuhren. , ' Man hatte nicht die geringste Schwierigkeit, sie aus der Stadt zu bringen. De.r H o wa r d - Mo rdproz e 'v . F ran kför t', 25. Sept. Jnxdem Prozesse gegen James Howard, welchem wegen Ermordung des Gouverneurs Eoebel prozessirt wird, begannen " am Montag die Anwälte ihre Plaidoyers, Zunächst derLkM?idigN Carlo Little. 5?-frteä darauf hin. daß, , das Be ftungsmaterisl hauptsachlich vonsor öen Zeugen vorgebracht sej,.dZeselbfl xtlnfl'G'tibxtm ein Manden hätten und daß auf die Aus sagen solcher Zeugen wenig Werth zu legen sei. - Howard sei mindestens ebenst glaubwürdig, wie jener Zeuge und da ei seine Schuld entschieden in Abrede stelle, so könne das durch obige Zeugen erhar ' tete Beweismaterial der Staatsanwalt fchaft keinen überzeugenden Beweis bei Schuld des Angeklagten enthalten. - Das Schluß - Plaidoer für die Ver theidigung hielt Kongreß - Repräsen tant W. C. Owens, der seine Rede an ' Abend beendete. Richter Williams wiri am Dienstag die Schlußargumente füi die die Staatsanwaltschaft vorbringen, worauf der Fall . den (Geschworener übergeben werden wird. Mord. L o u i s v i l l e. K, 25. Sept. George Owen, 21 Jahre alt. wurde an Montag Abend in seiner Wohnung ar Mellwood Ave. von Dr. Hugh H. Mc Cullough. dem Coroner von Jeffersoi County. erschossen. Frau McCullougl soll auch Frau Owens, die Mutter dei jungen Mannes, geschossen k.oben. Du McCullough's und Owen's sind Nach barn und waren früher gut befreundet Der Streit zwischen den beiden Fami lien war durch einen Pfau veranlaß! worden, den Frau McCullough bei Frau Owens geschenkt hatte. Der Pfai war zu denMcCullough's zurückgekehrt und der Doktor weigerte sich, ihn wieder herauszugeben. 'Dr. McCullough wurde verhafte? und ohne Zulassung von Bürgschaft ini Gefängniß geschickt. Inland st euer - Einnahmen Washington, D. C., 25. Sept Dem Bericht des Jnlandsteuer-Korn, missärs zufolge beliefen sich di; Steuereinnahmen im Monat Auguf auf Z25.595,716. Es ist dies eine Zu. nähme von $1,174,751 gegen letzte! Jahr. : O r t e n b e r g. Verwalter Emm, rich von dem nahegelegenen Hof Luv senlust" wollte auf dem Felde bei Weizeneinfsbren zwei jurge Pferde, di, nicht stehen wollten, aushalten. Ei c kam zu Fall und wurde von denyfer den todt getreten. Der Verstoße stand im 71. Lebensjahre. M

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