Indiana Tribüne, Volume 24, Number 5, Indianapolis, Marion County, 23 September 1900 — Page 4

Indianer Tribune, Sonntag, den 23. September 1900.

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Indianer Tribüne.

Erscheint Täglich und sonntags. Herausgegeben von der TIUBUXG PUBLISHING CO. Indianapolis, Ind. Office: 18 Süd Alabama Straße. srel. 1171. Uf täglickie. Tribune kr?Seint jcSkn Nach&V&&iia ßliffca 1 Cent per Tag, llenis die Woche oder bei Vorausbezahlunz S3.00 das Jad?. lai t injif a5.tsei;i?e bernofratitte 5iefntttcit ist Staate ,ta5:ana mit einer gröberen Circulzt'.s.i als irgendeine andere de.kjche Zeitung. 2 a 8 b e l i e 1 1 e st Crqan der lentiicn ud aZcr ieutiantmlanijicn. Vereine und Crgarujatijnen. X i e p op n I & r ft e und bedeutendste deutiSe keniokratliche Zeitung der Stadt uni tci Staates Jr liav.a. Anzeigen finden durch die Tribüne- die weiteste erbreitunz und haben ancrlanl den besten Erfolg. Zlas SsnntaqSblatt der .Tribüne- i'i dss rüligue und bei:e fccutiie S,::r.i:icnbla:t errsen ,vornialS im Staate und weczen seiner 'eil!.bai:i;?eit o r lorgsaizz gewaztteu Jnyaits aug.'xcia oe liebt. Sa SonntagSblatt safte: nur 5 Cent?, mit dn Äbendblat: v-tantnten t0 Cents xcr 2i?pt vont Träger in's Haus gestellt sder pcx $o)t r.-rsandt.

Untere Z at Indianapolis P. O. as eccoiid c'ass raail matter. Sonntag, den 23. September 1900.

Personen, welche die Ttadt toädrend irr Sommer Monate verlassen, können die Tribüne" $er Voll zuzesSickt erkalten, trenn die Adressen in der Office abgegeben ode? schriftlich eingesandt werden. Tyealer, Kunst und Musik. Der SSeik" ist der Titel einer tragischen Oper, die der Componist ZEugen v. Volbortb eben vollendet. In New York wird Frau Schuönann - Heink zum ersten Male wieder fcrn 11. Öctober in Carnegie Hall geKört werden. " In dem Concert, das Frau LilNan Vlauvelt am 16. October in Carmegie Hall geben wird, soll Frank van Stucken das Orchester dirigiren. - Für dasOpernensemble der Frau Sembrich hat Impresario Graff kürzflich zwei weitere Kräfte engagirt. nämblich Frau Mattfeld und Herrn Galassi. Die Tournee der Gesellschaft wird nicht Äveniger als siebzig Vorstellungen umfassen. : Adelina Patti wird Ende SepZember in Petersburg mehrere Concerte Seben. Paderewski wird im Februar in Deutschland concertiren. Der von Amerika heimgkehrte Künstler befindet ssich jetzt auf seinem Gut in dr ZSchweiz. -. Ein ncues Operntheater soll in nächster Zeit die, Stadt Moskau erhalitn. Als Gründer und Direktor wird kiner der hervorragenden Moskauer Bühnenkünstler genannt. ' Der erste Cyklus der ColonneVoTilinder Sonder - Ausstellung VI cis- aus der Pariser Welt.sstellung ist cseser Tage mit zwei ID'Jndn-Conccrten geschlossen worden. An' der Pariser Grobe?: Oper soll m nächsten Winter Mucks Frmidaf - . . c . . i n I 1 -1 zieu nnimout und außgciiütui m .Scene gehen, und zwar mit Ernst van 5Dyk und Emma Calve in den Hauptsollen. t- Die großen Philharmonischen Koncerte in Berlin unter Leitung von fllrthnr Nikisch beginnen im Oktober; für das sie Concert ist die Mitwir. tkung Anton van Nooy's in Aussicht genommen. .Der Großkaufmann", das neueMe Volksstück von Oscar Walther und jLeo Stein, erzielte bei der in Nürnberg stattgefundenen Erstaufführung tZzurchschlagenden Erfolg. Die Novität Erscheint im Verlage von Felix Bloch .Erben in Bkllin. Aus Hamburg meldet man: Im ,Carl Schultze - Theater hat das Ema- . nuel Reicher Ensemble mit Hermann Wahr's Lustspiel Die häusliche Frau" Mit Frau Hedwig Reicher in der weibwichen und den Herren Reicher und Eyben in den männlichen Hauptrollen ! großen, unbestrittenen Erfolg gehabt. Eine Nachricht ausMünchen melZZxt: von Kayserling's Schauspiel Ein ;?rühlinasopfer- brachte es bei seiner '5rstaufführung am Münchenerschau svielbause m keinem Erfolg. .Thanatos-, Tragödie in rei 'Äcten von H. A. Revel, wurde für das 'Schweriner Hostyeater angenommen Die Premiere wird im November d. I. stattfinde. Shakespeare tritt als 'Hauptperson handelnd auf. !tm Kölner Flora - Theater Hatte die erste deutsche Aufführung von 'Hector Malin's geistreicher dreiaktigei jComödie Schnautzel" (Medor) in der 't.utfchen Bearbeitung von F. M. La Violette bei außerordentlich gelungene, Darttelluna durchschlagenden Erfolg. Auf der Pariser Weltausstellung ,Zat auch die Buhnenausst-lttungs-Jn dustrie Devtschlands einen schönen Er,folg zu verzeichnen. Die Firma Verch piTlm in 5karlotte,nbura. Hof lieferanten des Kaisers, wurde für ihre historisch stilgerechten Erzeugnjsie im ÄuynenauSflattungLween mir oei acldenen Medaille ausgezeichnet. Demnächst findet im N. N. Ter--race Garden eine Benefiz - Vorstellung für Max Lube statt. Der allöeliebte Darsteller von izmischen Charaktere !-der sich seit Jahren in die Gunst des deutschen Theater - Publikums hineinj zuspielen verstanden hat. ist monate lang schwer trank gewesen uno crs .seit Kurzem w:eder aus dem Wege v: Senesuna. Oscar Camillo Kubach. der junge Verfasser des zur Eröffnung des Luizsen - Theaters" in Berlin in Scene gehenden- ländlichen- Sittenbildes Moodlene- erzielte mit seinem Stück 'Frieden auf Erden" am Braunschweiaer 5oftbeater ine vortreffliche Wir!kuna. -Ebenso fand Maddlene-be- . - ' r r, f. "l ... rl ' ireits der lyrer rsraussuyrung rn ip zig eenrfsla .

Ans den Thentern. Tapho während der ganzen Woche auf dem Theaterzettel des Grand. . -v - '

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4 HMM.'DVA .cr- a. '

. . M, X. 7 ? , r"?. Grand Opera H ou sc. Wie schon in vergangener Woche cr sahnt, wird während der ganzen Woche im Grand Opera House nochmals Sapho gegeben werden. Das Stück hat eine riesige Anziehungskrast aus das Publikum ausgeübt. An jedem Abend mußten Hunderte von Menschen an der Thüre wieder umkehren, da das Thea ter stets ausverkauft war. Um denje nigen, welche nicht im Stande gewesen das Stück zu sehen dazu Gelegenheit zu geben laßt die Regie das Stück für eine weitere Woche auf dem Theater zettc! des Grand stehen. Das Kunst, lerversonal hat sich mittlerweile in die resvektiven Rollen eingelebt und die ge stcrn Abend vor einem vollständig aus verkauften Hause gegebene Vorstellung lieferte einen weiteren Beweis dasür. 2hxs musikalischen Kreisen. Tas Saison-Programm der Matince Musicale. Das Programm des Licdcrkranz. Sonstige Mittheilungen. I Indianapolis Lied erkran'z.l Ter Indianapolis Lieder ranz weiht am Sonntag, den 30. September, die neue Germania Halle durch ein großes Konzert mit nachsol gendem Tanz ein. Herr Ernst Knodel dirigirt. Herr Fritz Weissenbach,der Präsident des Vereins, hält die An spräche. Folgendes ist das Programm: Programm. Erster Theil. rchester: Ouvertüre Temxel Weihe" Kehler-Bela Klausmanns Orchester. Ansprache des Präsidenten Herr F. Weiffenbach. Ehor und Orchester: Sängergrutz"... I. (Z. Müller Liederkranz und Orchester. Solo: Das ganze Herz dem Vaterland" Plengorth Herr I. Strack. Duett aus Martha" für Tenor und Taß. Flutoro Herren F. Schäfer und E. Michaelis. Chor: Frühlingszeit" Carl Wilhelm Liederkranz. Zweiter Theil. Orchester: Fest-Ouvertüre E. v. Bach Chor: Der Barde" Reiter Liederkranz. Covran-Colo: Singe, o singe" Tenza Frl. Sophie C. Bradford. Une Pensee Lointaine, 3. Air Vsrie, für Clarinette Thornton E. H. Michaelis. Chor und Orchester: Heil dem deutschen Lied" Kirchner Liedcrkrznz und Orchester. Am 3. Oktober giebt die Präsidentin der Matinee Musicale, Frau A. M. Robertson, für die Mitglieder einen Empfang in ihrem Hause. Am 17. Oktober wird die erste Versammlung abgehalten, in welcher ein musikalisches Programm durch die erste Sektion zur Durchführung gelangt. Daö Pro gramm für die kommende Saison ist das folgende : 31. Oktober. Zweite Sektion. Teutsche Komponisten der icgcnwart : Heinrich, Hossmann, Bargicl, Eduard Schuctt, Ricode, Humpcrdinck, Richard Strauß, Bungert, Vcrger und von Fielitz. . 14. November Künstler Recital. . 28. November Erste Sektion. Französische Komponisten der- Gegen wart: Widor, Maffcnet, Bizet,Lalo, Chabrier, DuboiS. 12. Dezember Oratorien und Orl

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Erster Akt, 5chlufz- Tcene aus Tapho.

Kostüme und Scenerien find prächtig. Frl. Linthicum, die erste Liebhaberin, hat Abend für" Abend thatsächliche Triumphe gccrntet. Sie ist eine äuß erst tüchtige Kraft, welche unserer. Ansicht nach die erste Liebhaberin von vori gcr Saison jedenfalls weit, inden Schatten stellen wird. Die Vorstcl lungen werden allabendlich gegeben mit Matineen am Mittwoch und Samstag. In nächster Woche wird das für diese Woche bereits vorbereitet gewesene Drama Lord Chumley" von Bclasco und DeMille über die Bretter des Grand gehen. Andere Stücke, welche in Vor, bereitung sich bcsinden und im Laufe,der Saison'gegeben werden, sind folgende: Lady Bountiful, Monte Christo und möglicherweise auch Madame Sans Gene. gel Konzert in der Englisch Lutherischen Kirche. 9. Januar Zwcüc Sektion. Russische Komponisten der Gegenwart : Arcnsky, GrodskyLiadost, Napravnic, Glinka, Pachulski, Gouvy, Räch maninoff, Knorr, Rimsky Korsakoff, Liaponow. Gesang Russische, fchwe bische, sinnländifche und polnische Volks liebet. 23. Januar Künstler Rccital. C. Februar Erste SektionItalienische Komponisten der Gegenwart,: Pucinni, Tosti, Verdi, Sgambati Leoncavallo, Mascagni. 20. Februar Zweite Sektion, Tschaikowsky. .-, 6. März Künstler Recital. 20. März Erste Sektion Chaminade und Augusta Holmes. , 3. April Zweite Sektion. Ämeri kanische Komponisten der Gegenwart: Damrosch, Bartlctt, Neidlinger, Gil christ, Kclley, Marston, Parker, Vogrich, Clayton Johns, Edgar Thorn, E. A. MacDowell, Templeton Strong, Ger ritt Smith, Bruno Oscar Klein, Ethelbcrt Rcvin. , . ; 17. April Schüler Recital. 1. Mai Konzert, in welchem nur Stücke, die auf Verlangen wiederholt werden, gegeben werden. 8. Mai Geschästs-Versammlung. ) Oliver Willard Pierce giebt am 18. Oktober in Richmond, Ind., ein Kon zcrt. Des Philharmonische Streichquartett wird im Laufe des Winters drei Kon zerte geben. Frau Hugh McGibcncy wird den geschäftlichen Theil des Ouär tetts übernehmen. Frau Morris Black aus New York, Tochter des Col. Ivan Walker von hier. wird jedenfalls im ersten Künstler Recital der Matinee Musicale am" 14. November auftreten. Sie ist hier unter dem Ramen Sarah Layton 'Walker be kannt. Die Zeitschrift für Musik und -Lite ratur Die redenden Künste" in Leipzig brachte kürzlich einen Artikel über Thad deus Rich. Derselbe ist im Wortlaut wie folgt : ; . : : Thaddcus Rich aus Indianapolis spielte das D.rnoll Konzert für Violine von Wieniawski mit künstlerischer. Voll endung. Die Ausführung -war über jedem Lobe erhaben. Auch nicht " ein Makel, ein Mangel. Die ' feinsten Schattirungen führte der junge-Künstlet wie ein Meister aus. Sein'Ton''wäi der Komposition - überall sngeleM seine Aussassung eine durchaus edle, wie sie das Werk verlangt. Nirgends eine

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Joseph B. Evcrham, welcher für die stehende Truppe des Grand bereits cn gagirt ist, jedoch bis jcht in Cincinnati gespielt, hat, wirö zum Erstenmale hier indem Stück "The Magistrate" von . Arthur Wing Pincro am 2. Oktober auftreten. Park Theater. ,1 Der Mann, der nie eine Mahlzeit versäumt, jedoch selten seine Rechnung bezahlt, aber nur .dann, wenn er dazu gezwungen wird, wird in der Farce "The Star Boarder" köstlich charak tcrisiri. Das Stück wird Montag, Dienstag und Mittwoch gegeben. "A Ruilty Mother" geht am Don ncrftag, Freitag und Samstag über die Bretter des Park. Die Scenericen sind meistentheils gänzlich neue. 'Das Stück soll packende- dramatische Effekte enthalten. Sucht nach Effcktha-fchcrei.' Zu bedauern ist. daß das Orchester die hingehauchten Pafsagengrisfe zu pt übertönte. Trokdcm ist zu bewundern und zu loben, daß Thaddcus Rich sich hierdurch nicht vcrleiten ließ '5ic S ! e Ü cn" l au t c r"zup!e sc n , als der Komponist vorgeschrieben hat." Im Verlage der Wulschner Music Eo. ist ein neues Lied "One Sweet Kiss" von Roy L. Vurtch erschienen. Tas heutige Auszeichnungssest ; : Tes Indianapolis Männerchor. . Heute Vormittag um 10$ Uhr treffen die Mitglieder des Cincinnati Lieder kränz, 52 aktive und 20 passive- Mit glieder hier ein.' Sie werden ' vom Bahnhof von ''dem Empfangskomite bestehend aus den Herren Franz Bellin ger, Victor Jose, Henry Roepke, Rd Mucller, Carl Gicrkc, Chas. Adam, Jred.Mack, Emil Steinhilber, Chas: Oss, Franz Happersbcrger und John P. Frenzel abgeholt und zur Männer chorhalle geleitet. Eine gemein schaftliche Probe findet.. vor Tisch statt unter Leitung des Herrn Ehrgott und Herrn Bcllingcr. Nach derselben Mittagessen im ' Circle Park Hotel. Das Auszeichnungsfcst, in welchem' die von Herrn John P. Frenzel gestifteten zwölf goldenen Vercinsabzcichen durch Herrn Fritz Francke, stellvertretenden Präsidenten des Männerchor, zur Ver theilung gelangen,' beginnt Punkt 2$ Uhr. Nach deck offiziellen Programm ist gemüthliches Beisammensein in der Halle- und den ' Kncipräumlichkciten. Die Cincinnatier Gäste fahren Abends nach Cincinnati zirrück. Das Programm ist folgendes: I. Frühlingslied" ....... i. Carl Wilhelm . Männerchor. 2. Frühling am Rhein"... Breu Liederkranz und Männerchor, dirigirt von Herrn Louis Chrgott. 3. Rölein, mann blühst Du auf?" .Dregert Cincinnati Liederkranz. 4. Frühlwasbotschaft" Gade Gemischter Chor. 3. Verthcilung der 12 goldenen Abzeichen durch Herrn Fritz Franke, Vice-Vräsi dent, an die folgenden Mitglieder: Damen: Frl. Emma Fahrbach. I. Sopran; Frl. Grctchen Fries, 2. Sopran; Frl. Johanna Frey, Alt; Frl. Anna Linde mann, 2. Alt. ' Herren: . ' Julius Burkhart, 1. Tenor; Louis Schäfer, 2. -Tenor; S5m.' Wagner 1. Tenor; Otto Buschina, 2. Tenor : Geo. Strebe! '1. Baß ; Franz' Happersberger,. 2. Baß; Juttus eller,ir., 1. Baß; Emil Sckmidt. 2. BaS. . 6. Waldstimmen Lothar Kcmpler i Cmcmnatl Liederkran,. 7. ES steht eine 'mächtige Linde" .... Pache Lttderkranz und Männerchor. iing-jt von Herrn Franz Bellinaer. 8. Waldmorgen" E. Kollner Männerchor.

Die neuen Sinnsprüche

In der Kneipe des Teutschen ; Hauses. Seit einigen Tagen sind Herr Oskar Pftumm, Herr Erich Schelske und der Verwalter des Deutschen Hauses, Herr Wawra, mit den Auszeichnungen 'der neuen Sinnsprüche in der Kneipe des Teutschen Hauses beschäftigt gewesen I und gestern Nachmittag wurde die Arbeit vollendet. Die Sprüche wurden von einem Konnte von 12 Mitgliedern des Teutschen Hauses ausgewählt. Ein hübscher Spruch ziert die Wand über die Eingangsthür zur Kneipe: Wenn dieses Haus so lange steht Biö aller Haß und Neid vergeht So wird dieS Haus so lange stehen Bis daß die Welt wird untergehn." - Herr Wawra, der tüchtige Verwalter des Hauses, hat eigenhändig über die Bar folgenden fchwcri?icgcNdcn Reim gestellt: Sobald es schlägt die Mitternacht Wird diese Kneipe zugemacht." Und damit die Gäste auch den Eindruck bekommen, daß es mit diesen Zeilen völliger Ernst ist, hat Oscar Pflumm in rothen Buchstaben dnu Namen Wawra" unter die Zeilen gcsetzt. Dies zur besonderen Beachtung für Nachtschwärmer. Die schöne Warnung Die Mäßigkeit ist gut und fein Doch darf sie nicht unmäßig sein." hat einen besonders prominenten Platz erhalten. Ueber dem großen Bild gegenüber der Bar steht ein ganz besonders weiser Spruch, der Wirkung haben wird: j Rede wenig und mach's wahr Was Du trinkst, bezahle baar 'Der Spruch -Die alten Deutschen sie wohnten Auf beiden Seiten des Rheins Und eh' sie aus einander gingen Da tranken sie immer noch eins." ist geschichtlich bewiesen und an rechter Stelle verwendet. . Weitere Sprüche sind folgende: Wasser macht älter, der Wein nur verjüngt. Glücklich allein ist der Zecher, der trinkt." Was braucht man n,ehr um froh zu sein Als Leichtsinn, Liebe, Lied und Wein." ..Frisch, frei, stark, treu ' Wein alt, Witz neu." Und mär' das Himmelreich auch mein Ich möcht' es nicht, wär ich allein." Trinkt, vornehme Sünder Aus Gold euern Wein Wir freü'n uns nicht minder . Beim Bier kni g vc Steil." .Teutsch das Haus und deutsch der Wein Teutsch Sprach' und deutsche Sitte Gleichviel ob Palast, ob Hütte Brüder schenkt noch einmal ein." O Wonnesast der edlen Reben O Gegengift für jede Pein Wie matt und wäss'rig ist das Leben Wie ohne Stern und Sonnenschein Wenn Du, der einzig leuchten kann Nicht zündest deine Lichter an." Ich liebe mir den heitern Mann Am meisten unter meinen Gästen Wer sich nicht selbst zum Besten haben kann Der ist gewiß nicht von den Besten." . ' Man sieht, Scherz.und Ernst wechselt mit einander ab. Die Sprüche sind hübsch und sie werden hoffentlich das er reichen, wozu sie bestimmt sind, nämlich: Zur gefälligen Beachtung. Einen großen weihnachtsmarkt Wird der Phoebe" Verein im Tcccmber veranstalten. Die Damen des Vereins find bereits an der Arbeit. Der PhoebeVerein" gedenkt auch in diesem Jahre einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten und zwar in der Tomlinson Halle in der ersten Woche im Dezember. Der Jahresmarkt ist in vergangenen Jahren von den zahlreichen Freunden der Diakonisensache auf's herzlichste un terstützt worden und hofft der Verein auch in diesem Jahre auf ähnliche Un terstützung. Die Frauen des Phoebe Vereins" werden bald die Runde machen um etwaige Gaben für den Markt in Empfang zu nehmen. W?r den Markt unterstützt und besucht hat in den ver flossenen Jahren, wird es gewißlich an Liebe für diese allgemeine wohlthätige Sache auch in diesem Jahre nicht fehlen lassen. Die Damen werden in diesem Jahre, wie in den vergangenen,' zu Mittag und Abend während der Dauer der Fair" den Tisch reichlich decken zu 25? das Gedeck und wer einmal dort sich an den vielen schmackhaften Sachen gelabt und gestärkt hat, bedarf keiner besonderen Einladung. Möge daher Jedermann mit offenen Händen und Herzen der Sache des .Phoebe Vereins", welche auch die Sache der Diakonissenanftalt ist, gedenken. ". bjlF Gouvernör Mount erhielt gc stern einen Check vom Kricgsamt in höhe von $44,382.5 als theilweise Zahlung für die vom Staat gelieferten Uniformen während des spanischameri kanisch'cn Krieges.'

Die neue Germania .Balle.

Die Einrichtung derselben. Eröffnung am 30. September. Die alte Mozart Halle hat ein neues Kleid angelegt und mit dem neuen Kleide auch einen neuen Namen angenommen: Germania Halle. Die alte Halle hatte den Bedürfnissen der Neuzeit nicht mehr genügt und die vielen Zimmer, in denen so mancher deutsche Verein in 's Leben gerufen, cmporgcblüht ist und jetzt als wohlsituirtcr Repräsentant des Teutschthums dasteht, sind nunmehr in viel schönerer 2?cisc neu entstanden. Tic Wirthschaft in den Parterrcräumlichseilen ist altdeutsch eingerichtet und i dcutsche Sinnsprüche zieren die Wände. Tic Barcinrichtung, welche von der bekannten Firma Sandcr & Rcckcr hergestellt wurde, ist ein prächtiges Stück moderner Kunsttischlcrei. Tie Leuchter und Kandelaber sind von Melaun & Richards, der bekannten Kunstschmiede- j Werkstatt, geliefert. Tie Wirihschafl ist hell, sehr geräumig und bietet Platz ; für eine große Menge Tische, an denen es sich gemüthlich kneipen läßt. Einc breite, schöne Treppe führt zum ersten Stockwerk, welcher die Vcrcinszimmcr, Probcsälc und die Wohnung nnd Küche des Verwalters enthalt. Lin's vom Eingang gelangt man in den Tamcnfalon, welcher elegant eingerichtet ist. Die Wände sind hell gehalten und das Zimmer macht einen behaglichen Ein. druck. Das erste Zimmer südlich vom Damcnsalon ist das Probezimmcr für den Licdcrkranz, das dunkelblau gehal ten ist. Das Zimmer ist geräumig und bietet Platz für ungefähr 75 Sänger. Neben dem Probezimmcr befindet sich ein größerer Raum, in welchem die Sänger nach der Probe gemüthlich knei pen könnend Hinter diesem Zimmer liegt der Spcisesaal, der Platz für 200 Personen bietet. Sämmtliche Zimmer haben sowohl Eingänge vom Foyer aus als auch Thüren, die von einem Raum in den anderen führen. Der Speise jaal läßt sich mit dem Kncipzimmer und dem Probezimmcr des Licdcrkranz und mit dem Damcnsalon vcrbindcn, so daß die sämmtlichen Zimmer zusammen ge nügcnd Raum zur Abhaltung von Festlichkcitcn bieten, ohne daß man die große Halle benutzt. Zur Wohnung des Verwalters gelangt man vom Foyer aus. Neben dcr Wohnung liegt eine helle, luftige Küche, Speisekammer und cin Fahrstuhl, welcher die untere Wirthschaft' mit dcr 'Küche und den Wirth schastszimmcrn neben dem großen Saal verbindet. Das Foyer ist hoch und ge räumig. Um einen in dcr Mitte stehen den Pscilcr herum läuft cin hübsches Sopha, in den Nischen laden gepolsterte Bänke zum Sitzen cin. Vom Foyer aus führt eine schöne, breite Treppe hinaus zum Saal, welcher geräumig und hell ist und vorzügliche Ventilation besitzt. Die Dekorationen, welche die Firma Fred Mack hergestellt hat, sind sehr hübsch. Die Decke zeigt sine Roscnguirlande. Die Rosen tra gen in den Kelchen und an den Zweigen elektrische Lichter. An den Seiten sind ebenfalls elektrische Lichter angebracht und die Beleuchtung am Abend ist sehr hübsch. Eine breite, schöne Gallcrie an der nördlichen Seite bietet Platz für 150 Personen. Dcr Saal hält 1000 Stühle. Die Bühne ist geräumig und groß. Zu beiden Seiten sind Ankleidezimmcr. Rechts für Damen, links für Herren. An dcr Nordscitc befinden sich zwei Wirthschaftszimmer, das eine mit einem Eingang vom Saal aus, das andere oben neben dcr Gallcrie. Die Eröffnung der Germ a n ia Halle. Morgen stehen zum erstenmale die Wirthschastsräumlichkeiten im Parterre für das Publikum offen. Am Mittwoch ist die Halle fertiggestellt und sie steht von dem Tage ab - zur .Verfügung für das Publikum. Herr Victor Jose, der neue Verwalter dcr Halle, hat die ge sammte Leitung in Händen. Er hat bereils Kontrakte mit folgenden Ver einen abgeschlossen: Deutscher Pionier Verein, Deutscher Gärtner-Vcrein, 22er Untcrst.-Vcrein, Schwcizerbund und Schwäbischer Unterst. Verein. Die offizielle Eröffnung der Halle findet cm 30. September durch ein Konzert des Licdcrkranz statt. Hauptquartier für den . Karneval. Gestern schloß Herr Jose mit der Fall Festivities Society ein Abkommen ab, wonach die neue Germania Halle das Hauptquartier sür den Karneval und für den Indianerhäuptling Tccumseh bilden wird. Im oberen Saal sindet am Freitag den 12. Oktober die De maskirung Tecumsehs statt. Bis dahin wird , während des ganzen Festes die Persönlichkeit Tecumsehs cin Geheimniß bleiben . " Philb und Leo M.Äappaport, Ad vo!atcn Zimmer 730 und 731 Law Buildü . Neues Teleptn 3345.

DeV Tchay zu Hause.'' Der Schah bewohnt in Teheran ein großes Gebäude, das den Namen Artführt; man gelangt dorthin durch monumentale-Thore; auf einem dieser Thore begrüßen Musiker und Tänzerinnen den Aufgang und den Untergang der Sonne. Inmitten des Art befindet sich ein großer viereckiger Garten mit riesigen Platanen und zahllosen Rosen; ihn durchziehen Rinnen von blauer Fayence, die in Wasserbecken münden. Den ganzen Tag durcheilen Bedienstete die Gänge, um die abgestorbenen Blätter zu entfernen. Rings um die Garienanlagcn find verschiedene Paläste errichtet: Ter Palast der Sonne, das ganz mit Spiegelglas ausgestattete Brillantenzimmcr. die Orangerie mit ihren in Marmorrinnen lausenden Bächlein, das Ventilatoren-Ge-bäude mit dem großen Vogelhaus, die Werkstätten der Diamantschleifer, das Museum u. f. w. Das Museum ist ein seltsamer Mischmasch; dort liegen die herrlichsten Kunstschätze neben Gegenständen aus dem Treimark-Bazar; drei Glasgefäße, ähnlich denjenigen, in welchen mcm Goldfische großzieht, sind mit Perlen, Gemmen und Diamanten gefüllt. Neben einem entsktzlichen Bildniß von Napoleon III. steht der Pfauenthron. ganz aus Gold und aus Gemmen, mit einem großen Diaman ten. dcr die Sonne darstellt. Der Tag des Schah ist ewig derselbe. Vormittaas arbeitet der Herrscher. Zwischen 11 Uhr und Mittag frühstückt er. Daö ist die Stunde, in welcher seine orientalische Melancholie einer heiteren Lebensauffassung Platz macht; der erste Dolmetsch liest ihm die französischen Witzblätter vor. und Majestät geruht zu lachen. Wenn das Mahl beendet und die Pfeife geraucht ist. ziehen sich die Minister zurück, und der Monarch bleibt allein mit seinen Kammerherren, die ihn bis 4 Uhr unterhalten. Um 4 Uhr öffnet der Schah das Thor der Vergnügungen und geht in den Palast der Frauen. Ein hübscher zweistöckiger Pavillon, durchbrochen, mitSchnitzwerk versehen und von einer Terrasseüberragt, deren Balustrade mit Blumentöpfen geschmückt ist. schützt den Schlaf des Herrschers, an dessen Ruhebett zwei seinerLieblingssrauen kauern. So verfliegt das monotone Leben Muzaffers. So verfloß das Leben feinesVaters. Aber wenn der Sommer die trockene Luft von Teheran brennendmacht, wandert der Schah mit seinem Hof in die Berge. Man campirt unter dem Zelt in einem mit fließendem Wasser versehenen Gelände. Der Scbah reist zu Pferde oder in einem Wagen, welcher von Pferden gezogen wird, deren Schwänze roth angestrichen sind. Die Läufer des Monarchen tragen grüne Kleidung. Sein Zelt ist roth inmitten all der weißen Zelte. Mit Vorliebe zieht der Schah nach Gegenden. in welchen Steinböckc. Musselihiere. Tiger und Pantber Hausen. Er kämpft am liebsten mit Bestien, die sich nicht ohne Protest niederschießen 'lassen. T-a er ein' vortrefflicher Schütze' ist, trifft er fast immer und nimmt im Nothfalle auch zum Jagdmesser seine Zuflucht. Ter Engel. Nudolf kam in schlechter Laune vom Bahnhof. Er hatte dort eine Dameerwarten sollen, jedoch die Ankunft desZuges verpaßt. Nun saß er in der Straßenbahn undärgerte sich. Daß es ihm auch gerade jetzt passiren mußte. Immer das alte Pech! Und zu den großen Aergernissen desLebens mußten natürlich auch noch die kleinen kommen, die an und für sich nichts bedeuten, es einem aber beständig klar machen, welch ein Pechvogel man ist. Da saß z. B. ihm gegenüber in der Straßenbahn ein dickes altes Frauenzimmer 2nit einer Sorte von Gesichts wie Ruins sie entschieden nicht ausste--ben konrlt. Dieses hängende DoppelkiN'?, da beständig herunterklappte und den fast zahnlosen Mund zeigte dieses aufdringliche Lächeln in den häßlichen Zügen. daß die Polizei

nur fo etwas duldete! Wenn wieder einmal eine Revolution ausbricht und ich etwas zu sagen habe, dachte er, dann müssen alle alten und häßlichen Frauenzimmer auf's. Schaffst. Zu Haufö mußte er natürlich seiner Frau Bericht erstatten und ihre Vorwürfe entgegennehmen. .Es war eine junge und fchöne Frau, und doch schwankte Rudolf, als er sich im Geiste wieder m's Revolutionstribunal versetzte, ob er sie am Leben lassen werde. Die junge Frau war in der That außer sich. Du weißt ja," keifte sie, .in welcher Nothlage wir uns befinden. Kaum ein Pfennig im Hause. Und wie wir nun gerade wieder Hoffnung schöpfen-dür-fen. machst Du uns den Strich durch die Rechnung, indem Du den Zug nsäumst." Sie hätte noch lange weitergesprochen, wenn nicht eine Dame in dcr Thür erschienen wäre,, welcher die junge Frau mit dem Ausruf: Tantchen, liedes Tantchen!" um den Hals fiel. Rudolf war erschreckt zusammengefahren. Das also war die Erbtante! Es war dieselbe Dame, die ihm in der Straßenbahn gegenüber gesessen hatte. Merkwürdig, jetzt kam sie ihm gar nicht mehr so häßlich vor. und als sie sagte: Liebe Kinder, ich hätte Euch euch gern etwas mitgebracht, aber ich wußte nicht, was hier habt Ihr einen Tausendmarkschein. käust Euch, was Ihr wollt." da ergriff Nudolf die Hand der alten Dame, bedeckte sie mit Küssen und rief: .Liebe Tante! Sie fod ein Egel!" Zum Entsagen gehört oft mehr Muth als zum Zugreis:n.'

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