Indiana Tribüne, Volume 24, Number 4, Indianapolis, Marion County, 22 September 1900 — Page 7
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Ser Vater zweie Eine Geschichie aus fccrn modernen Berlin von Hans Hopfen.
(Fortsetzung.) Na, nä."' sagte der Pole, 'sich aus der unliebsamen Umarmung herauswindend. Ich muß gestehen, ich bin wniger gu frieden. Die Geschichte nahm da eine verdammt schiefe Wendung, nach meiner unmaßgeblichen Meinunz . . Wieso denn?" Vor Allem durftest Du kein treib liches Wesen kompromittiren . . . das ist alles, nur nicht ritterlich ... das ist niemals erlaubt, das ist sündhaft!" Nichts ist Sünde, und alle- ist erlaubt," rief Reußthal lachend. o? . . . Ich hab 'es anders gelernt . . . und dann überhaupt . . Der Redende stockte und kraute sich kopsschüttelnd hinter den Ohren. . Reußthal aber drehte sich vor Gelächter im Lehnstuhl, darein er sich nach dem gezwungenen Tänzchen geworfen hatte, und prahlte: Was verstehst denn Du davon! Kein Wort im ganzen Sprachschatz der Welt hätte den steil so außer sich gebracht wie dieses . . . Ich wette, er schluckt noch daran und triegt es nicht hinunterl'Wohl bekomm' es ihm und der ganzen Sippe! ' Ha ha . . . da schau einer an: das Seraphslöpschen hat er mir wirklich abzeznrickt. Könnte ihn nun ween Diebslcihls belangen. Thatsächlich! . . . Oder ist es nicht vielmehr Raub?" Er bog sich dor Lachen und wiederholte: So ist's recht! So ist's recht! . . . Einen nack dem Andern . . . Amen!" . . . ' Derweilen hatte sich Wikdheim aus der Straße von seinem Freunde mit der Bitte verabschiedet, ihm für den folaenden Taz wieder zu Diensten zu stehen, und dann der nächsten Droschke zugerufen, ihn nach der Fabrik zu sahren . . . In seinen Zügen lag ein feierlicher fast finstern Ernst, als er in Gustav Behrings Prioatkomtor eintrat und förmlicher als gewöhnlich den älteren Freund begrüßte. Was führt Sie zu dieser Stunde her? . . . Donnerwetter, was ist denn los? Sehen ja a: als wären Sie dem leibhastigen Tod begegnet." Sie irren, lieber Freund, ich komme sogar in der freundlichsten Absicht von der Welt zu Jbnen. Es ist mir dabei nur etwas hoch zu Muthe." So? Run, womit kann ich dienen?" Verehrter Freund und Geschäftschcilhaber, ... ich bitte Sie um die anb Ihrer Tochter Mathilde und bitte Sie, mir diese ausdrücklich noch heute zu gewähren." Der Alte schlug die Hände vor dein. Munde zusammen, den er nicht gleich wieder zubrachte. Dann r.ief er: Ja, Mensch, warum bringen Sie mir denn diesen fröhlichen Wunsch mit so einer Leichenbittermiene, mit diesem Komrnandotone vor? Meine Einmilligunz? . . . Einzigsttt Wildheim. zireifeln sie denn einen Augenblick, bafe kein Mensch aus der Welt lebt, dem ich mein schönes Kind lieber zum Weibe c'dhi als Ihnen? Und sofortige Einwilligung? . . . Meinetwegen, immerzu! . . . Mit Mathilden sind Sie wohl im Reinen?.Eigentlich noch nicht. Doch glaube ich, hoffen zu dürfen ..." Glaub' ich auch! Glaub' ich auch . . . Lassen wir sie rufen!" " .Lassen Sie mich allein von Ihnen zu ihr gehen. Ich bitte darum, wenn Sie anders einverstanden sind." Ich bin's, lieber Wildheim. Aber wozu denn auf einmal die Eile, nachdem ihr zwölf Monate lang wie auf Katzenpfoten um den Brei herumgegangen seid? Warum die plötzliche Hast?" Ich sah mich genöthigt, in einem unaorhergesehenen Falle pro'cura zu spielen und will mir die Berechtigung dazu nachträglich verschaffen." Nun, hoffentlich nichts Unangenehmes!" sagte Behring. der über die Bitte, .welche Wildheim gestellt hatte, so glücklich war, das er an drohendes Unheil gar nicht dachte. Also gehen Sie zu Mathilden, geden Sie mit meiner Erlaubniß, mit meinem Segen . . . und dann kommen Sie wieder zu Ihrem Schwiegervater zurück. Ich ein Schwiegervater! und der Ihrige! Mein lieber ueber Schwiegersohn!" Willkommen, theurer Freund, sagte Mathilde, als ihr Wildheim zu ungewohnter Stunde gemeldet wurde. Das Licht in ihren Augen lieh auch ihn erkennen, daß der unveryofstt ciucn dem Madchen Freude machte. Es ist eine eiaenthümliche Angelegenheit. die mich zu Ihnen führt, Fräulein Behring. Und ich wünschte. daß auch Fraulem Serapyine oer un terredung beiwohnte." So feierlich, mein Herr? . . . Meine t . ri n . , ' Ci I 5-azweuer tu neoenan in ujiciu o"f.1 mer. Sie brauchen bloß an dieser Thür zu klovlen. Er that so und bat die jüngste Behrina einzutreten. Dann nahm er das silberne Engelsköpfchen aus der Tasche, hielt es dem Mädchen vor Auaen und sprach: Ich darf mir wohl die Frage erlauben, ob Sie das Dingelchen oa wieder erkennen?" ' Die sonst so blasse Seraphinc ward über und über roth, Thränen, traten der Ueberraschten in die, Augen, und in Entrüstung schluchzend rief sie: Jdq, ihr wollt mich hier inquiriren. mal-
lraiiien . . . osoxi vewa?re micq davor! Kümmert euch nur um euch!" Damit wollte sie flugs aus der Thür. Aber Wildheim vertrat ihr den Weg. Verzeihen Sie. Fräulein, es treibt mich nicht unbefugte Neugier. Es handelt sich um Ihre, um des ganzen Hauscs Ehre. Es thut mir ungemein leid, aber ich muß Sie dringend bitten, hier zu bleiben und Rede zu stehen." Seraphine, die nicht hinaus konnte, stampfte trotzig mit den Füßchen und sprach in weinerlichem Tone: Wie kommen Sie überhaupt zu meinem Engelchen?" Dieselbe Frage erlaubt' ich mir vor einer Stunde Herrn Premierlieutenant von Neuthal vorzuleg?n." Seraphine kehlte sich in rathloser Verlegenheit ab und senkte schweigend den Kopf. Mathilde war aufgesprungen und rief entsetzt: Wie kam es aber in Neußthal's Hände?" Nun war es an Wildheim. die Aug:n zu Boden zu richten. Er wollte keinem der armen Mädchen in's Gesicht sehen. Er suchte die Worte und sagte nach kurzem Zögern: Der Herr behauptet ... er behauptet, es in seiner Wohnung gesunden zu haben." Das ist gelogen." Platzte S:raphine heraus, ihr nasses zorniges Gesicht dabei wieder Wildbeim zukehrend.
Das habe auch ich ihm gesagt." Sie ihm?" schrie Mathilde, und eine zitternde Angst ging über die ganze Gestalt, deren Augen sich nicht mehr vom geliebten Mann abwenden konaien. - .Ich war so frei," fuhr dieser fort, ' aber er behauptet noch mehr."' Was kann er behaupten?" trotzt: Seraphir.e. Er behauptet, daß Sie die Nacht von vorgestern auf gestern . . . nicht in Ihrer Wohnung zugebracht hätten." O, das ist schändlich ... das ist himmelschreiend . . . Hier steht Malbilöe. Ihr werden Sie wohl glauben. Sie kann vezeugen uno oeicyworen, daß ich vom Abend bis zum andern Morgen nicht von ihrer Seite gewichen bin. So rede doch. Tkilde. Das ist die Wahrheit. Herr Wildheim. Bei Gott, die reine Wahrheit. Unsre Mutter, die, wie &t ja wissen, schon seit Jahr und Tag bedauerlich kränkelt und in letzten Zeiten viel Ausrezung hat leiden müssen, hatte vorgestern einen ihre? schweren Nervenanfälle. Unser Hausarzt hielt ihren Zustand nicht für unbedenklich, und wir Beide haben, eine mit der andern abwechselnd, die Nacht bei ihr gewacht. Wenn die eine vor ihrem Bette saß. leate sich die andre im Nebenzimmer auf's Sofa, um. wenn die Anfälle wiederkehrten. gleich bei der Hand zu sein. was leider mehr als einmal m der Nacht nöthig ward. So kann ich vor Gott und Menschen beschwören, daß der Seraph nlcht Den mir und der Mutter gewichen ist. Erst am hellen Tage stellte sich bei der Kranken ein erlösender Schlummer ein. und dann dursten auch wir unser Lager ausjuchen. Was man Ihnen gesagt hat. ist eine der schändlichsten Verläumdungen, die t ein Schurke in die Luft gelogen hat." Uno uberwaltlgt cen Mltgesuhl schlon sie die Schwester in die Arme und küßte die Thränenüberströmte mit kosenden Worten: Mem armes, armes Mädel!" Glauben Cie mir nun?" fragte diese. ' Wlldheim küßte ihr betheuernd die Hand. Dann fuhr sie fort: Reußthal hatte mir etliche Tage, nachdem ich das Dingelchen vom Knaben Stövesand erhalten, den Weg aboelauert, den ich. wie er wußte, von Geheimrath Gerstenbergs Tennisplatz heimzuradeln pflegte. Daß ich manchmal mn ihm, plauderte, daraus machte ich a Um Geheimniß. Daß mir der Mann gefiel, hielt ich für keine Todsünde. Er gefiel ja nicht mir allein. Daß er ein schlechter Mnsch wäre, konnte ich doch nicht ahnen." Thränen erstickten für ein paar Minuten des Madchens Stim me, bis es we:terrcden konnte. Es war vielleicht dumm, daß ich ihm die Abschiedsszene des Kandidaten erzählte, denn er quälte mich, ich sollte ihm das Engelchen schenken, ich durfte von keinem andern Mann, als von ihm, ein Andenken tragen und so weiter. Nun ja, da nestelte ich's vom Armreif ab und gab's ihm hin. Ich dachte mir nicht vicl dabei. Wer denkt denn überHaupt, daß ein Mensch so nichtsmürdig sein kann ..." Es hielt sie nicht länger, sie mußte hinaus, sich ausweinen, aber nicht vor Zeugen. Mathilde geleitete sie in ihr Stübchen, kehrte aber, von Angst getrieben, bald wieder zu Wildheim zurück. Sie wollen Ihr Leben gegen das jenes Buben yuf's Spiel setzen?" sagte sie. Wildheim, leugnen Sie nicht, ich fühl's da drinnen, ich weiß, es gibt ein Unglück." So sollte ein solches Verbrechen ungesühnt und ungeahndet hingehen? Eine Verleumdung, die sich vor vier Zeugen schamlos äußerte? Können Sie das wirklich wünschen? Kann es Ihre Schwester wünschen? Oder einer der Ihrigen?" Um Gottes willen, mein Bruder!" rief Mathilde, die Hände faltend in überwältigender Sorge. Wenn nur der Junge nichts davon erfährt!" rr -3 . -w . . , . ' . -. . V2S ging wie nn isllch durch iomoheim's Brust, als er die Schwester, nichts ahnend von dem über ihren Bruder heraufbeschworenen Geschick, um dieser banse., werden lab .in solchem
Jndiana Tribüne, Samstag,
Herzensangst, daß er es n?ht über sich brachte die arme Seele noch mehr zu belasten. Ihr Bruder weiß nichts von dieser Sache sprach er. Wälder Ton dieser Versicherung nicht so ganz fest, oder ging ein Ahnen über ihr Gemüth, sie sah Wildheim zweifelnd an und fragte: Wirklich nicht?" t . Es war ja wahr; 'er konnte ja trösiend wiederholen: Wirklich nicht." Und dabei dachte er zu seiner Rechtfertigung im Stillen: FälltReußthal. oder falle ich zum zweiten Rencontre braucht es dann so wie so nicht zu kommen. Also mein Bruder weiß nichts davon," sprach sie starr vor sich hinblickend, mein Dater darf nichts davon erfahren, und Sie stehen unserm Hause so fern, daß Sie für Keinen von uns einzutreten brauchen. So stirbt die Verleumdung dieses Buben in sich selbst ab und sein Rachebedürfniß verpufft ohne Schaden." Vorzüglich ausgedacht," sagte Wildheim, und der gute Ruf Ihrer Schwester ist zerstört sür Lebenszeit, und die Ehre Ihrer Familie dazu. Nein, mein liebes Fräulein Mathilde, so denke ich nicht, und so können auch Sie nicht denken. Und noch eines denken Sie nicht . . ." Ich denke, was ich sage." Ja, aber Sie sagen nicht, was Sie denken. Oder ist es wirklich Ihre ehrliche Meinung, daß mich Ruf und Ehre Ihrer Familie nichts, so ganz und gar nichts mehr angehen?" Er war dicht zu ihr getreten und! hatte sie bei beiden Händen gesaßt, um ihr fragend in die Augen zu sehen. Sie wichen den semigen aus. Uno also sich von ihm loszuringen bestrebt, sagte sie: Meine ehrliche Meinung ist. daß ich Unglück genug über die Melnen gebracht habe, heilloses Geschöpf, das ich bin! Meine Schwester habe ich durch renommistische Prinzipienreiterei. die mir ein Teufel eingegeben hat, rn einen Zustand geschwatzt, wo sie von Pflicht und Recht und Verantwortung nichts mehr wissen will; meinen Bruder habe ich von seinem guten Vater abgeredet, und dann ist er dem andern nachgegangen- in schlechte Gesellschaft, wo er an Leib und Seele Schaden leidet, wenn nicht zu Grunde geht. Es ist genug! Nun auch noch d i e Schuld auf mich nehmen, daß ich Sie. der uns mit beispielloser Freundschaft großmüthig und uneigennützig Wohlstand und Ansehen wiedergegeben hat, in's Verderben gestürzt hätte, nein, das tü trüg' ich nicht. Lassen Sie's genug kein, und lassen Sie's den Seraph ßen, was er in seinem Leichtsinn, wenn auch nicht verschuldet, so doch veranlaßt hat." tote sind zu hart gegen Ihre chw: ster und zu weich gegen mich," entgeg' nete der Mann. "Was wollen Sie denn durchaus nur mein Verderben sehen? Es gehören doch Zwei dazu!" Jawohl. Und die sind geiunden. Sie und er. Und er. der Alles für erlaubt hält, jede Frechheit, jedes Bubenstück, er hat sich daraus eingerichtet, solch?n Möglichkeiten, wie Sie ihm zuden ken, zuvorzukommen. Ich habe ihn schiebn sehen. Wie ost hat er un- in Charlottenburg auf dem Schietzstand, in HoppegOrten, aus dem Hose der Villa Stachau das Kunststück aus Es war" vorgemacht und die Löcher in einem Schweizerkäse, vier, fünf nebeneinander, durchschossen, ohne daß sie esslorilt waren. Nein, Wildheim. Sie sind mir zu lieb und zu werth, als daß ich Sie dem sicheren Mord vor den Rachen werfe. Und darum nein und dreimal nein, Sie haben kein Recht, für einen von uns einzustehen." Das ist eine traurige Enttäuschung für mich." sagte der listige Mann, dem dabei das Herz vor Freude hüpfte. Ich hatte mich,' und nicht ganz ohne Jbr Verschulden, mein Fräulein, während dieser letzten zwei Monate in die size Idee verrannt, daß Sie mich lieb hätten." Mathilde wollte mit offenen Armen auf ihn zufliegen, sie wollte etwas saaen . . . aber sie hielt sich zurück und biß die Zähne auf ihr Taschentuch, den Kopf hastig verneinend dazu schüttelnd.Das heißt: Nein?" sagte Wildheim. Das heißt: ich war im Irrthum?... Schade! Und ich habe alles Ernstes auf diesen falschen Glauben hin gesündigt. Was wollen Sie damit sagen?" rief Mathilde verblüfft vor Scbrecken. Das will sagen," sprach Wildheim, und 'alle seine Gesichtszüge lachten, während seine Stimme sehr trübe klang, ich habe soeben bn Ihrem Herrn Vater um Ihre Hand angehalten, und er hat sie mir in gleicher Verblendung zugesagt. Nun heißt es also: zurückgehen und sagen: pater, peccavi, Deine Tochter mag mich nicht, wir sind geschiedene Leute." Das war denn doch zu diel sür ihren Widerstand. Nun slog sie doch auf ihn zu und fiel mit den Händen aus seine Brust und mit dem Gesicht auf die Hände und schluchzte: Fritz, Fritz, Tu Böse?, Guter, Du verschmitzter Liebling Tu, Du geliebter Bösewicht, so machst Du mit mir, was Du willst." Ich darf also Deiner alten Flamme das Licht ausblasen?" Pfui, frevle nicht. Sonst mein' ich, ich höre den Andern reden." I?. Scha. ick, muß die Sprache reden, die er versteht. erinnere mivy nicht daran, sonst spring' ich noch heute Nacht vom Dachgiebel auf die Straße. Fritz, muß es denn sein?" ...
den 33. September 1900.
Ich weiß noch nicht." Jetzt lügst Du. Aber versprich mir. Du wirst mir's vorher sagen. Du wirst nichts thun ohne mein Wissen. Du hast nicht nöthig, auch jetzt nicht nöthig. Dich mit dem Buben einzulassen." Zugegeben. Wir haben aber Beide dringend nöthig, zu Deinem Vater zu gehen. Vater Behring sitzt nun schon bald ein Stündchen auf dem Komtor und dreht die Daumen im Schoß und weiß nicht, wo die Racker von Kindern bleiben, und sein schönster Segen' wird kalt und verliert alle Krast. wenn wir nicht sofort, aber auch sofort zu ihm kommen." Mathilde schlug die Augen hoch auf. Wie verklärt von Schmerz und von Wonne sprach sie: Nein, wir wollen ihn nicht länger warten lassen. An Vaters Segen ist mir viel gelegen. Er allein entsühnt. Komm!" Mit einem mächtigen Seufzer sucbte sie von der Bruftzu schütteln, was Alles in Aengsten sie bedrückte. So gingen sie Hand in Hand in Kümmerniß und doch bräutlich beseelt hinüber, wo der Alte sie mit ausgebreiteten Armen empfing und sie an's Bett der kranken glücklich lächelnden Mutter führte. Die Morgenblätter des nächsten To.ges brachten bereits die Verlobungsanzeige von Mathilde Behring und Fritz Wildheim. Kolmar von Reußthal erfuhr also schon beim ersten Frühstück, daß der Ingenieur vollkommen berechtigt war, dem Beleidiger seiner Schwägerin die tirn zu cietcn. Als Wildheim am andern Tage dernahm, daß sein Feind aus der Armee verabschiedet worden war, ließ er sich alsbald den jungen Behring kommen, um ihm begreiflich zu machen, daß ein Zmeikamps mit jenem genügend gezeichneten Herrn für ihn keine Nothwendigkeit mehr wäre. Bernhard, der rn Reukthal den Zer störer seines Glücks und seiner Zukunft sah. wollte den guten Rath aber durchaus nicht begreifen, und um so weniger. als. w:e er bereits erfahren hatte. ia Wildheim selbst diesem Rathe zuwider zu handeln fest entschlossen war. Dieser meinte nun, das wäre eine Sache, die sich ganz anders verhielte. Wäre er der Beleidigte, so würde er dem nichtswürdigen Menschen nichts weiter nachfragen.- Da jedoch er den Andern absichtlich und vor Zeugen schwer beleidigt hatte, so verstände es sich von selbst, daß er vor Jenem nicht klein beigeben und ihn nicht zu Vor würfen berechtigen dürste, so verächtlich no zuwider er ihm wäre. So gingen die beiden zukünftigen Schwäger auseinander, ohne sich zu verständigen. Und so einigten sich die Zeugen des Rittmeisters der Reserve und des gewesenen Premierlieutenants am nämlichen Tag über die Bedingungen des Duells. Eine kleine Verzögerung kam in d:n Austrag des Handels durch die Unter suchung des Ehrenraths, dem die Sach: nicht entzogen werden konnte. Aeußthal empfing die Nachricht, daß die schwere Forderung genehmig wor den sei, wie eine Art Rehabilitation. In seinem sündhaften Größenwahn hatte er einen solchen Ausgang seiner Carriere niemals sür möglich gehalten. Seine Verabschiedung schien ihm im ersten Augenblicke gar nicht wirklich, nur eine Täuschunq seines Gesichts und Gehörs. Wie sollte sich die Armee behelfen, wenn er ihr nicht mehr angehörte, der sich nach wie vor für eine ihrer schönsten Zierden hielt und für das Muster eines Herrenmenschen! Leider machte sich dieWirklichkeit nur allzu rasch fühlbar, und er fand sich. nur allzu klar über sein Schicksal, am Fuße der Mauer sitzen, hinter der Glück und Glanz seines bisherigen Daseins unerreichbar abgeschlossen lagen. Da sprang er aus und ballte die Fäuste gen Himmel., War er vorher schon vor Rachsucht keiner ruhigen Erwägung .mehr zugänglich gewesen, so verlor er nunmehr jede Beherrschung seiner Leidenschaften. Daß Niemand anders als er selbst seine schlimme -Lag: verschuldet hatte, be-' griff er durchaus nicht; fein Unheil hatten nach seiner Ueberzeugung nur die Behring und Harburton und Wildheim herbeigeführt. An ihnen Rache - nehmen, sie für das, was sie ihm zugefügt haben sollten, zu züchtigen, sie um Ehre, Glück und Leben zu bringen, das war der Gedanke, der ihn nun allein beschäftigte, allein sein Thun leitete, von dem er ausschließlich besessen war. Selbst die paar Freunde, die ihm in seinem jetzigen Zustande noch geblieben waren, gaben es auf, ihm Vernunft und Ruhe zu predigen. Er war, so sagen sie, wie ein toller Hund, der ohne rechts, ohne links zu schauen, zahnefletschend gradaus stürmt. Wehe dem, der ihm in den Weg, läuft! (Fortsetzung folgt.) Abgeführt. Philanthrop: .Ihr größter Feind ist der Schnaps!" Strolch: Aber et heeßt doch, wir sollen unsre Feinde lieben Philanthrop: .Deshalb brauchen wir sie aber nicht gleich zu verschlingen Vorbereitung. Haben Sie sich für Ihren .Uebertritt zum Christenthum auch 'vorlxreitet, Herr Cohn? Cohn: Nu gewiß, wo ich seit Jahren schon spiel' in der Kirchenbaulotterie i u.
Täglicher Marktbericht. Vichmarkt. Indianapolis Union Viehhöfe, 22.Scpt. Rindvieh. Auserlesene bis prima
Stiere, 1350 Psd. und aufwärts. $5.50 5.80 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 5.25 5.50 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd 5.00 5.50 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.... 4.65 Mittlere öis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 4.50 Gute bis gewählte Rinder. 4.25 Mittlere bis gute Rinder. 3.60 Gewöhnliche leichte Rinder 3.00 Gute bis gewählte Kühe.. 3.75 Mittlere bis gute Kühe.. 3.10 Gewöhnliche alte Kuhe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis sancy Export Bullen.. 3.75 Gute bis gewählte Schläch . tcr Bullen '. .. 3'. 40 Gewöhnliche bis gutcBullen 2.50 Gute Kühe mit Kalb .$30 At? .irt-i:jt.. fi"L !i ft.if. r 5.00 5.00 4.90 4.10 3.50 4.25 3.00 3.00 6.50 5.25 4.00 3.C5 3.25 40 25 vycrcu:ij;nuicmic mn aiü lü Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere $5.55 5.60 Gemischte, fchw. Packing 5.45 5.55 Gute bis gewählte leichte 5.55 5.60 Gewöhnliche leichte 5.50 5.55 Pigs ; 4.75 5.50 5.25 Roughs. 4.75 Schafe.Gute bis gewählte Lämmer 4.75 5.25 4.50 3.60 3.25 3.75 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute bis gewählte Schafe 3.35 Ordinäre bis oute chafe 2.75 Stockcrs 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 3.75 Früchte und Gemüse. .Früchte. . Pfirsiche, 51.25 per Crate, 6 Körben; 50c für i Bushel Korb. 51.25 per Bushel. Citronen, $5 für 300; 5.50 für 360. Aepfcl, neue, 75c per 100 Pfund ; 25c i Bufhel Box für faucy rothe. Feigen, 12jc-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5zc-6c per Pfund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per Hundert. Ananas, 3.50 per Cafe 30-36. Rothe Pflaumen. 4.00 per 24 Qt. Cafe. Tamson 51.50 per Faß. Canteloupes, Nocky Ford 1.50 per Crate; einheimische $4 per Faß. Trauben, per Pfund 4c. Birnen, hiesige, 75c per Bushel. Wassermelonen, 510 per Hundert. Cranbcrries $2.50 per Bushel Crate. Gemüse. Kraut, 75c per Faß. Zwiebeln, 8c per Dutzend Bunches; Reue Berrnuda 1.50 per Crate; Neue Louisiana $2 per Faß; rothe Globe 76c per Bushel; weiße Globe $2 per Faß. Rothe Rüben, 15c per Dutzend. Gelbe Rüben, 75c per Duzend Bun ches. Gurken, 20c per Dutzend. Neue Kartoffeln, 1.35 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, öc mehr. Süßkartoffeln-Jersey $3.25 per Faß Illinois $2.50-3 per Faß. SommcrCelery, 15c per kl. Bunch Korn, 3c.per Dutzend. Tomatoes, einheimische, 40c per Bufhel. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 7-7c; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Psund 7c-7fc hiesige Kühe 403 bis 550 Pfund 6s c Kübe 550 bis 650 Pfund 7c; Stur Vorderviertel 7c; Stier Hintervierte 10c; Rind Hintervierte! 9c; Rind Vor derviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5c Kuh Hinterviertel 8c. Frisches Kalbfleisch KälberlOc; Hin. terviertel 12c; Vorderviertel 8c. ' . Frisches Schasfleisch Lämmer per Pfd. 9zc; Schafe 8c; Schenkel 10c; Racks, kurz, 16c. Frisches Schweinefleisch. Lolns 10c 11- jc ; Cottage Schinken 8$c ; gchäu Ute Schultern 8c, srisch: Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tender loins 15c ; Spare Ribs 5c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18Pfund11ic;15Pfund1Nc; 12- 10Pfund 12c; Zweite Qualität 20-18 Pfund lOZc; 15 Pfund 11c; 12 Pfund lizc: 10 Pfund lUc Californische Schinken 6 bis 8 Pfund 84c; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13jc; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 12c; 10 bis 12 Psund im Durchschnitt 12c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c. Specks Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 12Zc; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 12c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9Zc; Klare' Seiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 10c; Klare Bellics, 25 bis 30 Pfd., 10c; 18 bis 22 Pfd., 10Zc;14bis 16 Pfd., Ilc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 10ic; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 11c.
Schultern, Enql. Cured 10 bis 20
Pfund im Durchschnitt, c; 16 Pfund im Turchichnitt, 91c; 10 bis 12 Mund 95c 6cpSckcltes Schweinefleisch, Knochen ' o!cs Fancy Pia 518.50; Klares Bean 18.00; Family 1(5.25; Short Clear 15.75; Rumpf 15.75. Gedörrtes Rindfleisch. Schinken, rea. Sets, Ilse; Außenseiten 9c; Innen eiten 14jc; Knöchel 14c. Schmalz, in Ticrccs, 1. Qualität 9c; 2. Qualität 8c; 3. Qualität 8Zc. Würste, Geräucherte Bratwurst 8c: Frankfurter 8c; Wicncrwurst 8c: Knackwurst 8c; Bologna in 'Tärm'N vc, in iueu 6jc. Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Cier, 13c per Dutzend. Hühner 7c, Sprina Chickcns 8c Pfd. Turkcy Hennen 6c, junge Hähne 5c, alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Dfcd. Fische, Austern und Wildpret. Händler-Preise: Clams Little ??ecks 75c pcr 100. Hummern 25c per Pfund. Austern BcsteBaltimore oderStand ards, $1.00 per Gallone; beste Balti. imore Sclccts, f 1.00 per Galione ; New Vor! Counts, $1.00 per Hundert; New ?)ork Culls, 70c per Hundert; Vlue Points in Schalen, 75c per Hundert. Austern rn Kannen New ?)ork Counts 35c; I. S. F. & Co. Sclccts 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. K. 18c; R. 45c. See-Fische. Knochenlose Häringe 7c; Harmge 44c; Perch 5c: Weinnsch 9k; -ee üorcilcn 9c; Aco knapper 8k: Kcnncbcc Hechte 15c; Blaufische 10c? Halibut 15c; Stockfisch 8c; Haddock 8c; Catstfch 10c; No.1 Pickcrcl 94c; No.2 Pickerel oder Blue Pike 6c; Black Bafr 15c. Froschschenkel, $1.50-2 per Ttzd. Getreide. Weizen-No. 2 rother 78c auf den Geleisen, 78c von der Mühle ; No. 3 rother 74-76c; Septbr78c auf den Geleisen; Wagenweizen 77c. Korn-No. 1 weiß 42c; Ro. 2 weiß 42jc; No. 3 weiß 42c; No. 4 weiß 39-41c; No. 2 weiß gemischt 41c; No. 3 weiß gemischt 41c; No. 4 weiß gemischt 38-40c; No.2 gelb 42c; No. 3 gelb 42c; No. 4 gelb 38$-40k; No. 2 gemischt 41c; No..3 gemischt 41c; No. 4 gemischt 38-40c; an Kolben 41c Hafer-No. 2 weißer 24c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gemischter 21k; No. 3 gemischter 20c Heu-altes No. 1 Timolhy 12.0012.50 No. 2 Timothy 11.00-11.50. Groceries. Zucker Dominocs 6.72c; Stückzucker 6.87c; pulvcrstrttr 6.57c; HH pulverisirter ß.02c; Standard granulirter 6.47c; seiner granulirter 6.47c; granu lirter in 5 Psund Säcken 6.57c; granulirter in 5 Psund Cartons 0.57c; e;tra feiner granulirter 6.57c;, Cubes 6.62c; Mold A 6.72c; Confectioners' A 6.27c; 1 Columbia A-Kcystone A 6.12c; 2 WindsorA-American A 6.09c; 3 Ridgewood A-Centennial A. 6.12c; 4 Phönix A-California A 6.07c; 5 Empire AFranllin B 6.02c; 6 Ideal Extra Gol' den C-Kehstone B 5.92c; 7 WindsorExtra C-American B 5.82c; 8 Ridge wood extra C-Centennial B 5.72c; 9' gelber extra E-Ealifornia B 5.57c; IC gelber C-Franllin extra C 6.62c; 11 gelbcr-Keystone extra C. 6.57c; 12.' gclber-American extra C 6.52c; 13 gel ber-Centennial extra C 5.52c; 14 gelber--California extra C 5.52c; 15 gelber 5.52c; 16 gelber 5.42c. Eingemachte Früchte Blackberries, 3 Pfund, 90c; Peachcs Standard, 3 Pf., $2-2.25; Seconds 3 Pfund 51.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See. onds, 3 Pfund, $1.25-1.45; grüneBohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahamcr Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zucker korn 80c $1.40; Apfelbutter, per Dutzend, 3 Pfund, 95c. iZaffce. Folgendes sind die Indianapolis Preise: Gcwöhiil. bis guter 12c 18c; prima bis gewählter 2022c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31:. ! . In Packeten: ' Ariosa $12.75, Lion 11.75. Jersev 12.75, Caracas 12.25, Dillworth's' 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blended Java 11.75. Kohlen. Tenne Vt Tonne Anthracits $7.00 Pittsburg 4.25 Kanawha 4.25 Winifrede 4.25 Raymond City 4.25 Jackson 4.25 Brazil Block 3.25 3.65 2.25 2.25 2.-25 2.25 2.25 1.80 1.65 1.65 1.50 1.50 1.15 2.65 2.40' Island liih) Lump u. Egg 3.00 Jndiana Lump 3.00 Island City Tomestic Nut Mine Nun Slack.... 2.75' 2.75 2.00 5.00 Bloßburg . Rauchlose 4.50 Lump Coke 11c per Bushel. $3 per 25 Bushel. , Zerkleinerter Cole 12c per Bushel. $3 per 25 Bushel.
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