Indiana Tribüne, Volume 24, Number 2, Indianapolis, Marion County, 20 September 1900 — Page 1

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Jahrgang 2

91 14 Zlnslnttd Depeschen AieIotc Acutschlands In Vczng auf die dsxnc fifrfjc Angelegenheit Hat überall in diplomatischen tf rci sen Sensation erregt. Lie l)nt indes; AuIlchteu angenommen zn werden. Qie ZlbsZchten Nuszlands durch schaut. !Wlutizrr Kampf mit Insurgenten bei Manila. Ter 2?ocrciWi!)rcr Viljoen Hat nsÄ M0 Mann und 30 Geschütze beisammen. Aus dem Deutschen Neich. B c r l i n , 20. Sept. ' Es heißt, daß die uniitteldare Veranlassung für das senden der deutsche Zirkulärste cn die Mächte die Thatsache war. daß Li Hung Charig bei seinem kürzlichen Interview mit Dr. Mumm von Schwarzenstein, dem deutschen Gesand ien in China, eine Anzahl Namen von angeblichen hohen Mandarinen nannte, die bisher gänzlich unbekannt waren, und behauptete, daß diese Mandarinen für die Schandthaten in Peking verantwortlich seien. Gleichzeitig erklärte Li Hunz Chang. daß Etzina bereit sei, "diese Männer zu bestrafen.' Diese An'ficht stimmt mit der folgenden Erklä?ung des deutschen auswärtigen Amtes iiberein. die ein hoher Beamter irn Laufe des TaaeZ dem Vertreter der Asscciirten Presse gegenüber abgab: Was wir zu verhindern suchen, ist, 1 daß die Chinesen eine Gelegenheit er- j halten. dieMächte mit angeblichen Kon- j Zessionen hinters Licht zu führen, indem sie zur Bestrafung eine Anzahl ! Personen ausliefern, die mit den Pe- j Zinger Schandthaten gar nichts zu ! thun hatten. Aus diesem Grunde ist ! es raihsam. daß die Repräsentanten I der Mächte in China von vornherein ! clle Diejenigen namhaft machen, die über allen Zweifel schuldig sind.' Deutschland wünscht nicht die Angele- j Henheit aus eigene Faust zu erledigen. ' Es wünscht sich mit den Mächten dar-! über zu oerständizen. wer die Schuld!gen sind und wie sie zu bestrafen sind." Herr Soto. der erste Sekretär der japanischen Gesandtschaft in Berlin, ; sagtc'wädrend des Taes: Ich glau-, be. daß es nicht schwer halten wird, die ' Mächte zu veranlassen, im Prinzip den Vorschlag Deutschlands daß die Schuldigen bestraft werden müssen, nzunchmen. Die Hauptschwierigkeit wird darin liegen, wie hoch hinaus; 7nan gehen darf. Wenn die Mächte be-; schließen, den Prinzen Tuan in die Liste einzuschließen, dann werden sie finden, daß die Uaiserin-Negentin hinter ihm stand. ! Meiner Ansicht nach wird jetzt Ruß i land seine. Truppen nicht aus Peking ! zurückziehen, denn es ist gewiß, daß die j Deutsch-n und die anderen bleiben wer ! den. Rußland wird entscheiden, daß die ! Verhältnisse sich geändert haben und daß ' es seine Truppen ebenfalls in. Peking! lassen muß.- . j Einer der prominentesten auswärtigen Diplomaten in hiesiger Stadt sagte am j Nachmittag: Wahrscheinlich die sämmt-j f , -r i rm" t l ' . uccen iniereinrien niacme werden den deutschen Vorschlag annehmen, mit allerNiger Ausnahme von Rußland vielleicht, das bisher sorgfältig vermieden hat. et was 'über die Bestrafung der Schuldigen zu sagen. Die Ler. Staaten werden den Vorschlag wahrscheinlich auch anneh. inen." Die deutschen Zeitungen heißen fast hn: Ausnahme die Cirkular-Rote gut. ! rtl Ort ! aä l. l r i l TLit berliner Pozl uno oie Aattonal-, Zeitung sagen, die Rote beweise, daß Deutschland keine unvernünftigen Förderungen stellen weröe. daß es aber darauf destehen werde, daß die wirklich Schuldizen bestraft würden, da dies das einLig: Mittel sei. China eine Lektion zu eben, die es nicht so leicht vergessen wird. , Das Berlin:: Tazeblatt- bemerkt, daß der Vorschlag Teutschlands beweifen werde, ob irgend eine Macht ihre Spezial-Jnteressen wichtiger hält als die . gemeinschaftlichen Interessen Aller. Die Börsen-Zeitung" sagt, daß d'tt Gesandten in Peking unmöglick die Kai - r . cn i t i m w ; iciinjicqcniin uno oen Prinzen .uan auf die,Liste der Schuldigen setzen könn ien und sich daher begnügen müßten, dit wirklichen Führer anzuklagen, welche die Angriffe auf die Gesandtschaften geleitei haben. Und die Neuesten Nachrichten fefeen in einem langen Artige.! .die Notö-

wendtgkeit auseinander, daß die wirklich Schulden bestraft werden müßten. Die Ver. St. Botschaft hierselbst ha! 5500 für den Galoestoner Hilfsfonds abgeschickt. Professor Barth. der Kla. vier-Lehrer. war der einzige Deutsche, der zu dem Fonds beigesteuert hat. Aus China. London, 20. Sept. Aus Nan king wird gemeldet, daß die den Aus ländern feindliche Partei wieder größe re Aktivität zeigt und an Einfluß zu gewinnen scheint. Einer Depesche der Daily Mailaus St. Petersburg zufolge, wir Rußland eine Entschädigung von 5100.000.000 von China fordern. Eine Depesche aus Washington sagt: Die Frontveränderung der Ver. Staaten den russischen Räumungsvorschlagen gegenüber ist dem Umstand zuzuschreiben, daß der Gesandte Conger und der Gesandte Tower in St. Petersburg bestätigt haben, daß die Information der britischen Regierung richtig ist. nämlich daß der Vorschlag Kußland's einen schlau erdachten Plan verdeckte, sich der Mandschurei zu bemächtigen." - H o n g K o n g, 20. Sept. In einem in Canton emaetroffenen Kaiserlichen Edikt werden Li Hung Chang. Prinz Chinz und Sheng zu Beoollmächtizten ernannt, die Friedensunterhandlunzen anknüpfen sollen. Seit der Unterdrückung der chinesischen Zeitunzen in Canton sind noch schädlichere Blätter insgeheim in der Stadt vertheilt worden. Sie enthalten Berichte übe: chinesisch: Siege und es heißt darin, daß die Verbündeten um Frieden gebeten hätten. Man glaubt, daß diese Blätter verbreitet werden, um die Bevölkerung noch mehr gegen die Fremden aufzuhetzen. Der Vizekönig ist machtlos, diese Form von Agitation zu unterdrücken. Der Bankerott des Herzogs von Manchester. London. 20. Sept. Der Herzog von Manchester hat den Versuch aufgegeben, sich mit seinen Gläubigern auseinander zu setzen und seine schriftliche Einwilligung für seine Vankerotterklärung gegeben. In seiner Petition an das Gericht erklärt der Herzog, daß die FamilienGüter, die ihm für die Dauer seines Lebens gehören, so stark verhypothekirt seien, daß die Einnahmen, daraus nur hinreichten, um die Zinsen zu bezahlen. Seitdem er seine Majorennitat erreicht, habe er von seinen Verwandten 70 monatlich erhalten, seine Ausgaben hätten sich aber auf 1500 bis 2000 das Jahr belaufen. Außer seinen ihm bekannten Schulden von 15,000 seien noch eine ganze Menge seiner Accepte im Umlauf, und er könn.' nicht sagen, wie viel diese zusammen ausmachten, oder in wessen Händen sie sich befänden. Schlimm f ü r die PearyExpedition. H a l i f a r . N. S.. 20. Sept. Der Dampfer Lily of the Rorth", der im letz'en Monat mit Vorräthen für die Peary'sche Rordpol-Expcdition abging, ist zu Grunde gegangen. Aus Kap Breton wird gemeldet, daß die Mannschaft des. Dampfers dort angekommen sei. Einzelheiten über den Untergang des Dampfers fehlen noch. Die Wahlen in Euba. H a v a n a . 20. Sept. Das Resultat der Wahl von Delegaten für die konstituticnelle Konvention, die dem nächst zusammentreten wird, wird hier sehr lebhaft besprochen. Alle Ansichten stimmen darin überein, daß das revolutionäre Element in der Konvention die Oberhand haben wird. Senor Al fredo Zayas, einer der nationalistischen Delegaten, sagten: Die Konvention wird sich von keinem Repräsentanten der Ver. Staaten beeinflussen lassen. Sie wird durchaus eine unabhängige Politik verfolgen und. meiner Ansicht nach, sich weigern, eine Entscheidung darüber abzugeben, welche Beziehungen in Zukunft zwischen Cuba und den Ver. Staaten existiren sollen. Das ist eine Angelegenheit, die einer besonderen Kommission zur Entscheidung überlassen werden sollte." Der Mayor Rodriguez und andere repräsentative Delegaten aus verschiedenen Theilen der Insel schließen sich dieser Ansicht an. Im Ganzen genommen sind die De legaten fähige Männer. Die meisten sollen für absolute Unabhängigkeit sein, ohne ein Protektorat der Ver. Staaten. Die geschlagenen Republikaner und Fusionisten in hiesiger Stadt behaupten. daß es bei den Wahlen nicht mit rechten Dingen zugegangen sei und sie haben bereits in einer Massenversammlung gegen die angeblichen Betrügereien protestirt. Aus Süd-Afrika. Lorenzo Marquez. 20. September. Präsident Krüger von der südafrikanischen Republik, wird sich nicht am Montag, den 24. September, aus dem deutschen .Dampfer Herzog

Jiidianapolis, Ind.. Toiliicrstag, Den 20. cptcinlicr 1900.

eini chissen, wie anzelundigt worden war. Er wird die Ankunft eines holländischen Kriegsschiffes abwarten, das ihn aufnehmen und nach Holland brinccn wird. Fünfhundert flüchtige Boeren sind hier angekommen, zwanzig davon sind verwundet. London. 20. Sept. Lord Roberts telegraphirt aus Nelspruit, Transvaal, daß die Stadt am 17. September ohne Kampf eingenommen worden sei. Er fügte hinzu, daß er mit General Buller in Verbindung stehe und im Stande sei, ihmVorräthe zu schicken. Lord Roberts meldet auch, daß die Truppen, die Gen. Buller jetzt noch gegenüberstehen, meist Ausländer und Rebellen aus de Kap-Kolonie seien. S P i tz k o p , 20. Sept. General Viljoen. der an Stelle von Louis Botha das Oberkommando über, die Transvaal - Truppen übernommen hat. soll mit 3000 Mann und 30 Geschützen in nördlicher Richtung nach Hectorspruit ziehen. Viljoen ist als der Feuerkopf" bekannt und er wird wahrscheinlich versuchen, den Krieg in die Länge zu ziehen. ' Aus China. ' Berlin. 20. Sept. Die BörsenZeitung" veröffentlicht eine Spezialdepesche aus Shanghai, vom Montag, den 17. September, datirt. in der es unter anderem heißt, daß in einem am 7. Sep tember erlassenen kaiserlichen Edikt allen chinesischen Generälen unter Todesstrafe anbefohlen wird, in Zukunft alle feindseligen Handlungen zu vermeiden, wie auch allen hohen Beamten anbefohlen wird, nach Peking zurllckzukehren und zu helfen, die Ordnung dortselbst wieder herzustellen. Auch wird darin angeordnet, daß die Boxer unterdrückt und ihre Führer gefangen genommen werden sollen. ' In einem zweiten Edikt wird die Einführnng verständiger Reformen in der ganzen Verwaltung des Reiches angeordnet. Von der Pariser Ausstzllung. Paris, 20. Sept. Eine große Anzahl von Inhabern von Konzessionen auf dem Ausstellungsplatz, und von Besitzern von Schaubuden, Restaurants tc7 die alle erklären, daß sie ruinirt werden würden, wenn die Behörden auf der, Bezahlung der ausbedungenen Summen bestehen, ' haben am Mitt woch angekündigt, daß' sie ihre Plätze am Donnerstag schließen werden, wenn die Behörden nicht einwilligten, daß, die Ansprüche einem Schiedsgerichts - Kommittce unterbreitet würden. Der General - Direktor Picard war unerbittlich, da aber die Ausführung der Drohung seitens der Konzessionäre einen sehr ungünstigen'Einfluß auf das Fest ausüben würde, das. am Samstag nach dem großen Bankett im TuilerienGarten den 22,000 Bürgermeistern von Frankreich in der Ausstellung 'gegeben werden soll, hat der Handelsminister, Herr Millerand in die Ernennung des Schiedsgerichts - Kommittees eingewilligt. Es ist. dies ein Sieg für die Inhaber von 'Konzessionen die absichtlich ihren Streik üis kurz vor dem Bllrger-meisters-Fest hinausgeschoben hatten, um die Regierung desto leichter bezwingen zu können. Kämpfe auf den Philipp!nen. Manila. 20. Sept. In einem Kampf zwischen einer ungefähr tausend Mann starken Jnsurgenten-Abtheilung auf der einen, und Truppen vom 15. und 37. Ver. Staaten Jnf. - Regiment auf der anderen Seite, erlitten die Amerikaner einen Verlust von fünf, Todten, 26 Verwundeten und fünf Mann wer denvermißt. Während der letzten sieben Tage waren die Insurgenten wieder ungewöhnlich aggressiv, namentlich in der Nahe von Manila, der Eisenbahn entlang und in den Provinzen Laguna, Morong, Bulucan, Nueva Ecija und Pampanga. Das oben erwähnte Gefecht fand am Mittag bei Similoan am öst liehen Ende der Laguna de Bay statt. Die Insurgenten waren mit Gewehren bewaffnet und gut verschanzt. Unter den getödteten Amerikanern befanden sich Kapt. D. Mitchell und Leutnant E. Cooper. beide vom 15. Jnfanterie-Regiment. Ein Veteran von B a l a klava gestorben. Up per Sandusky, Ohio. 20. Sept. James A. White. de? letzte Ueberlebend: der vritljchen leichten ' Kavallerie-Brigade, die am 25. Oktober 1854 unter Lord Cardigan . den .denkwürdigen Angriff auf die russicyen ttoionnen machte, welche die Vorwerke von Balaklava erstürmt hatten, ist hier gestorben.' wo er seit dem 5kabre

1 1857 gelebt hat. An dem Todtenrittnahmen damals 625 Mann theil und nur 20 kehrten lebend' Zn die britischen Linien zurück. Soweit.5 dies bekannt ist. war Herr White der letzte von die. . sen zwanzig Ueberlebenden.

Inland Depeschem Rr .IlohkngMcrÄreili. Vorläufig nochAllcs ruhig. 120,000- Bergleute angeblich am Streik.

Die ZZeading Co. zieht dcn groß ten Z.wrtljkil ans der Ar beitc-Eittstelluttg. Ti: Lage in Galveston. Bessert sich von Tag zu Tag. Ein Dampfer hat bereits wieder angc fangen, Wcizcn zu laden. . Tie Zeichnlnilzett für die deutsche An leihe geschlossen. Der Streik der Kohleng r ä b e r. , Philadelphia. Pa., 20. Sept. Eins der interessantesten Ereignisse während des . Tages in der Streik - Region war eine Versammlung der in den vier Gruben von G. B. Martle & Eo. beschäftigten Bergleute in Ieddo, bei Hazleton. Diese Leute befinden ,sich in kiner ganz anderen Lag: els die Anderen in der Streik-Rec?ion, h sie ein: Vereinbarung mit ihren Arbeitgebern haben, derzufolge sie gezwungen sind, elwaige Beschwerden an die Firma zu richten und dann zehn Tage auf eine Entscheidung zu warten. Als der Streik angeordnet wurde, hatten die Leute noch keine Beschwerden eingereicht,, am Montag sorgten aber die Beamten der United Mine Workers dafür, daß die Unionisten in den Markle'schen Gruben ahnliche Beschwerden formulirten.wtt die jenlzen der anderen 'Äreiker.' ""Die Markle'schen Minen befanden sich seitdem in Betrieb, in der heutigen Versammlunz gelang es aber dem Präsidenten Mitchell und einigen seiner Genossen, die Annahme einer Äesölütion durchzu setzen, derzufolge ein sofortiger Streik angeordnet wurde. Die MarkleZ behaupten, daß die Versammlung gepackt" war und, daß ihre Leute am Donnerstag wie gewöhnlich arbeiten würden. ' Sie erbo ten sich, alle, Differenzen einem Schiedsgericht unterbreiten zu wollen, Präsident Mitchell erklärt: aber, es könne an kein Schieosgericht gedzcht werden, solange die Union nicht anerkannt werde. Der Reading Company' bringt der Streik ungewöhnlichen Vortheil. Fast die sämmtlichen Gruben der Kompagnie in der Schurlkill-??egion hatten bisher nur dreiviertel Zeit gearbeitet, heute wurde ,abe? Befehl gegeben, sie alle bis zur vollen Kapazität zu bearbeiten. Aber selbst dann ist die Kompagnie nicht in Stande, den ganzen Bedarf zu decken, und der Westen wurde während des Tages benachrichtigt, daß unge wöhnl'ch große Bestellungen nicht effek tuirt werden könnten. Gleichzeitig wird aus allen Theilen des Landes gemeldet. daß die Kohlenprnfe überall er - , höht würden, um den Konsum so niedriz wie möglich zu halten. In ' dem ganzen Streik-Distrikt herrschte während des Tages die größte Ruhe. Selbst der erwartete. Zusammenstoß im Lykens-Distrikt ist ausgeblieben, da die Streiker es für am Besten gehalten haben, nicht nach Wil liamstown'zu marschiren und die dortigen Bergleute am Arbeiten zu verhin dern.' Trotzdem waren heute weniger Leute an der Arbeit, als am Dienstag. Präsident Mitchell behauptet, daß jetzt mehrmals 126,000 Männer am Streik seien. Die Grubenbesitzer, die sich bisher schweigsam verhalten haben, erklärten heute, daß sie unter keinen Umständen nachgeben, die Union niemals anerken nen und den Präsidenten Mitchell und seinen .Anhang bis zum Ende bekämpfen würden. In der Hazelton-Region fingen die Streike? am Mittwoch an, zu marschiren", und es gelang ihnen auch, ohne daß es zu einem Zusammenstoß gekommen wäre, mehrere hundert Ar beiter abzufangen und zu veranlassen, temporär wenigstens, sich dem Streik anzuschließen. D i e L a g e in G a l v e st o n. Galveston, Texas. 20. Sept. Das erste Zeichen von einer Wied?rauf nähme der Geschäfte kam am Mittwoch, als der Elevator A" am Nachmittag wieder in Betrieb gesetzt wurde und der Dampfer Telesfora" anfing. Weizen zu laden. Der Elevator wird bis auf Weiteres Tag und Nacht in Betrieb fein. - Es wird einige Zeit dauern, bis die anderen Elevatoren reparirt sind. Die Verluste der Lebensversiche-rungs-Gesellschaften werden auf 5500,000 abgeschätzt. -unter den Umständen

eine geringe Summe. Die meisten der hoch Versicherten kamen mit dem Leben davon. Dagegen werden die Orden, welche eine Sterbekasse . besitzen, sehr viel verlieren, da eine ganze Anzahl von Mitgliedern umgekommen ist. , Dem Betriebsleiter der Golf, Colorado und Santa F6 Bahn wurde Mittheilunz gemacht, daß andere Städte die kritische Lage Galveston's sich zu Nutze machten, um dessen auswärtigen Handel ihren eigenen Plätzen zu Nutzen kommen zu lassen und es wurde bei obiger Bahn angefragt, wann sie im Stande wäre, wieder Frachtscheine für das Ausland via Galveston auszustellen. Colonel Polk. der Betriebsleiter der betreffenden Bahn, bezeichnete diese Befürchtung für Galveston's Hanoer jedoch für unbegründet und sagte, daß direkte Bahnverbindung mit Galveston bis zum Donnerstag Abend wieder hergestellt sein würde und daß am Freitag Morgen bereits mit der Entgegennahme durchgehender Frachtstücke via Galveston begonnen werden könne. Die Stationsagenten der Bahn sind bereits instruirt worden, in's Ausland gehende Fracht via Galveston entgegen zu nehmen. Normale Zustände werden in Galveston rasch wieder hergestellt. Die Aufräumungsarbeiten machen rasche Fortschritte. Die Trümmer verschwinden und das Unterstützungswesen für die Nothleidenden wird so systematisck betrieben, daß allem wirklichen Mangel mit Erfolg vorgebeugt wird. Das Hilfs-Kommittee zahlt allen Arbeitern, welche bei den Aufräumunzsarbeitcn beschäftigt sind. L50 per Tag und wenn dieselben verheirathet sind, so werden ihnen auch noch Lebensmittel für ihre Familien geliefert. Alle Diejenigen, welche nicht arbeiten wollen, erhalten auch keine Unterstützung, ausgenommen, sie sind nicht fähig, die Arbeiten zu verrichten. Am Mitwoch wurden wieder rnebrere Hundert Leichen gefunden. . TÄelben waren je dych schön soweit in Verwesung übergegangen, daß gar kein Versuch gemacht wurde, sie zu identifiziren. Dieselbe würden "gleich " becbiäuiN. : Die Vertheilung der eingegangenen Geldsummen wird , vom CentralKommittee jetzt in Angriff genommen werden und zwar in solcher Weise, daß das Geld den wirklichen Bedürftigen in erstcr Linie zukommt. Die Nachricht, daß Frl. Clara Varton. die Präsidentin der Rothen Kreuz Gesellschaft, krank ist und gezwungen war. Galveston zu verlassen, ist unrichtig. Sie ist unpäßlich, doch ist ihr Leiden von keiner Bedeutung, obgleich

sie das Zimmer nicht verlassen kann. Sie behält die Leitung dieses Zweiges des Unterstützungswerkes jedoch in der Hand und arbeitet Hand in Hand mit dem lokalen Hilfs-Kommittee, um das Werk der Barmherzigkeit so wirksam wie möglich zu machen. Die Gesellschaft vom Rothen Kreuz wird die großen Lagerhäuser an der 25. und Strand Straße als Lagermagazine benutzen, um von dort aus die Hllfsstatiönen mit allem Nöthigen zu versorgen. Dr. Donaldson, der Chefarzt des Hilfskommittees der New L)orker Zeitungen, sagt, daß die auswärtigen Aerzte noch etwa zwei bis drei Tage hier verweilen müßten, um den Erkrankten und Verwundeten die nöthige Pflege angedeihen zu lassen. In einer Zuschrift an ein medizinr sches Journal weist - Dr. Donaldson auf die überaus geringe Anzahl der Verwundeten hin und begründet diese Thatsache dadurch, daß die meisten Verwundeten in den Wellen ihren Tod fanden.' Man wird versuchen, die öffentlichen Schulen am 1. Oktober wieder zu eröffnen. Drei der Schulgebäude können mit verhältnißmäßig geringen Kosten wieder in guten Zustand versetzt werden. Bankraub. W i n n e m u c c a. Neu., 20. Sept. Die Erste National-Vank in hiesiger Stadt wurde am Mittwoch in der Mittagsstunde von drei Männern, die durch die Vorderthür hereinkamen und mit vorgehaltenen Revolvern alle Anwesendcn zwangen, die Hände in die j Höhe zu halten, um ungefähr 513.000 beraubt. Es befanden sich zu Zeit fünf Personen in der Bank, nämlich der Kassirer Nixon, - Hilfskassirer McBride, Buchhalter Hill, der Stenograph Cal haun und ein Pferdehändler Namens Johnson. . Die Räuber drohten. Je den aus der, Stelle erschießen zu wollen, der auch nur den gerinsten Widerstand leisten würde. Einer hielt dann dem Kassirer Nixon den ?evolver vor den Kopf und zwang ihn, den G;ld schrank zu offnen und daraus drei Sä- . cke mit Gold zu. entnehmen. . Dieses i Gold, zusammen mit dem Geld, das sie in den Schubladen fanden, warfen s i rr " in einen Milgeoracylen rz-saa. juk fünf Männer wurden dann gezwungen,, durch eine Hinterthür in eine Alley zu marschiren, wo die Pferde der Pesperados ständen.. Die Leute. wu.rden mit

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Nevolvern-veoroyt. bis die Rauber ihre -Pferde bestiegen hatten und davonritten. Die ganze Affaire nahm nicht mehr als fünf Minuten in Anspruch. ES wurde sofort ein Alarm gegeben und es wurden auch noch einige Schüsse auf ' die Banditen abgefeuert, als sie durch die Stadt jagten, aber ohne Erfolg Der Sheriff hat mit einer großen Zahl ! von Bewaffneten die Verfolgung auf- ' T genommen, und von Golconda aus ist den Räubern eine Mannschaft entgegengeritten. Man glaubt, daß die kühnen Banditen nicht entkommen ' können. , DiechinesischeFrage. ' W a s h i n g t o n , D. C.. 20. Sept. Dem Präsidenten lagen heute bei seiner Ankunft von Canton zwei Propositionen vor. Die deutsche, daß alle Friedensunterhandlungen mit China aufgeschoben werden sollen, bis die, für die . in Peking verübten Schandthaten verantwortlichen Personen bestraft worden sind, und die Benachrichtigung Rußlands und Frankreichs, daß diese beiden Mächte bereit seien, sofort mit den Friedensunterhandlungen zu beginnen. Der Präsident war in Folge ' dessen während des größten Theils des ' TageS mit dem .Generalanwalt : Griggs. dem Hilfs-Staatssekretär Hill und dem Hilfs-Sekretär Adee in Bera- ' thung und es wurde auch schließlich eine Vereinbarung in Bezug auf die auf die Note Deutschlands zu gebende Antwort getroffen. Wie diese ausfallen wird, darüber war kein Wort in Erfahrung zu bringen. Der deutsche Geschäftsträger, Baron . Speck von Sternberg, stattete während des Tages zwei Besuche im Staatsdedartement.ab, und man schließt daraus, daß Deutschland eine baldige Antworh Wünscht. j.f Im Allgemeinen ist man hier der Ansicht daß die Note Deutschlands die chinesische Angeleger:hrii zu einer Krisis gebracht. M insoweit die Ver. Staaten Regierung in Betracht kommt7 Man Ist . geneigt anzunehmen." dgft China dieVorschläcieDeutschlands nM annehmen kann ukd wird, und in diesem Falle würde den VerStaaten nichts anderes übrig bleiben, als seine. Truppen sofort zurückzuziehen oder sich Deuischland und England, und vielleicht, auch anderen der verbündeten Mächte, anzuschließen und einen län' gen Krieg gegen China zu führen. ' In einigen Kreisen wurde die Auf wertsamkeit auf die Thatsache geknkt. daß in der Note vom 3. Juli Sekretär Hay die chinesische Negierung benachrichtigte, daß die für die Schandthaten' verantwortlichen Personen unter allen Umständen bestraft werden müßten. . Diese Forderung wurde aber nicht als Bedingung für den Beginn der UnterHandlungen gestellt. Man glaubt jetzt, daß wenn die Ver. Staaten gezwungen werden, die deutsche Note prompt zu beantworten, sie vielleicht vorziehen werden, dirdte Unterhandlungen mit China anzuknüpfen, und sich dann ganz nus China zurückziehen werden, wenn sie ein Abkommen mit der Negierung jenes Landes getroffen haben. - Wollen Schutz. C h i c a g o . 20. Sept. William H. Piper, Superintendent der Christlich Katholischen Kirche, hat ein langes Te- ' legramm an den Gouverneur Nash von Ohio geschickt, in welchem .er um Schutz für die Dowieitischen - Prediger in Mansfield nachsucht und, für die Prediger der DowieitischenKirche militäri sche Bedeckung verlangt. Er betont das Recht der freien Religionsausübung und sagt, wer sie nicht, anhören wolle, könne wegbleiben, verlangt aber Sicherheit vor Mißhandlungen, wie sie Diener dieser Kirche vor einiger Zeit zu erdulden hatten. Die deutscheren leihe. New York. 20. September. Die Subskriptionen für die deutsche Anleihe sind am Mittwoch formell geschloffen worden. Die genaue Zahl und der Betrag' der Applikationen ist noch nicht bekannt, die Zeichnungen sol len aber überraschend groß sein. ' Feuer. New' $ o r k . 20. Sept. Spring Lake. N. I.. ein Sommer-Resort bei Seagirt. wurde" am Mittwoch fast gänzlich durch Feuer zerstört. Unter den verbrannten Gebäuden befinden sich drei der größten Hotels, elf hübsche Sommerwohnungen und mehrere Geschäftshauser. Der Gesammtverlust bcläust sich auf 250.000. Die meisten Hotels und Wohnhäuser waren bereits geschlossen.' Texarkana. Ark.. 20. Sept. Die Gebäude der Union Compreß Company sind heute mit 2000 Ballen Baumwolle niedergebrannt. Der Gesammt-Verluft belauft sich auf 5150.000. Belle Mingle Archer, die 'Schauspielerin. ist am Mittwoch Abend im Hospital zu Warren, Pa.. gestorben. fccr Weitere Depeschen auf Veite 6.

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