Indiana Tribüne, Volume 24, Number 1, Indianapolis, Marion County, 19 September 1900 — Page 7
Der Väter zweie. Eine Gcschichte cu3 Uvx modernen Berlin ton. H ans 5) o p f e n.
(Fortfctzung.) Glühend in Begeisterung, selbsiocr-g-ffen. stellt) der -gute Jüngling da vor den schweigenden Leuten. Fritz und Mathilde sahen ernsthaft zur Erde. Keiner der Beiden wollte die schöne Schwärmerei durch Bemängelung trüben. Nur Seraphine starrte ihn unverwandt an. als hätte sie Sorge, auch nur eine Silbe seines Redeflusses zu verlieren. In Wahrheit war ihr das, was den hageren Kandidaten da in allen Fibern bewegte, so gleichgültig wie irgend etwas, das ihr keinen Personliö,en Vortheil brachte. Sie stellte sich aufmerksam, um Aufmerksamkeit zu vervicnen, obgleich sie bei seinen hochgehenden Worten nichts anders dachte als: Er sieht gar nicht übel aus. wenn er sich so in .Hitze redet, und wird einmal Glück haben auf der Kanzel. Herabgestimmten Tones brach Stövesand aoermals das Schweigen. Ich merke wohl. Sie achten solche Zuversich: für Hirngespinst und halten mich für einen überspannten Träumer. Es thut mir leid, aber auch daS soll mich nicht irre machen. Wie fällte Tec (Glauben verdienen und Glauben erwecken bei Andern, der nicht an sich selbst glaubte felser si! Ich thu's . . . Aber es wäre mir .n Sporn und.Taüsman geicesen, gerade aus diesenr Hause, das mir in der Ferne so empfindlich fehlen wird, ein Wort konzenialer Theilnahme, anfeuernden Verständnisses mit auf den Weg zu nehmcn. Es bewegt mich schmerzlich, daß dem nicht so ist." Sie irren. Herr Kandidat." sagte Wildheim. Ein schöner Gedanke wird mir darum nicht vüächtlick, weil seine Ausführung uns heute noch mit Schwierigkeiten so sehr verstrickt scheint, daß wir uns die Bethätigung nicht leicht, vorstellen können. Gerade wir, die herrliche Ideale haben in Wirklichkeit treten sehen, glorreicher unb lebensfähiger, als es irgend ein 'Schwärmer voiauszusagen gewizr hat. gerade wir wollen nicht durch Verzagtheit sündigen. Ich gestehe freimüthig, dah ichJhres Bestrebens noch kein Absehen sinde. Allein ein großer Gedanke hat seinen Segen in sich. Und wie er in Ihnen bereits andre festere lebendigere Gestaltung gewonnen hat, als wir uns annoch vorzustellen vermögen, so wird er. auch wenn es Ihnen nicht beschicken sein sollte, ihn in wirksame Wirklichkeit zu übertragen, qlückausstrahlend, bewegend, trostreich über -V&.ÄV. ! i . VMf i.M .V , ' . CC - CittbCil IVUilSH UIW Vil U Vifolgen führen, die vielleicht auf ganj andern Gebieten Flüchte bringen und Sie jedenfalls über dem Niveau der Gemeinheit halten werden. Das ist ja der Segen idealen Strebens. daß es befruchtend wirkt, auch wo wir un- dessew nicht vermuthen. Mahren Sie sich dies ideale Empordrängen, wahren Sie sich die großen bewegenden Gedanken und wahren ie sich den Glauben an sich selbst!" Ich danke Ihnen." sagte Stövesand zu Wildheim. Ich werde mir den Glauben wahren im tollen Getriebe der Welt. Aber wie beim Abschied einem zu sagen erlaubt sein mag. was er lange versckwiegen in sich herumgetrac.en hat. so ist mit in der uncelhossttn Begeisterung dieser Stunde der Muth gekommen, noö mehr zu gestehen." Damit wandte er sich zu Seraphinen und sprach, nur selten ein wenig stockend, weiter: Ich möchte, dafc auch in der HeimathJemand an rnich glaubte: Sie. Fräulein Lehring. Ich kreiß, ks ist fciel verlangt, aber es würde mir unendlich mehr geirähien. Glauben Sie an die Festigkeit meines Wollen- und die Reinheit meines Strebens?" Na ob!" platzte Seraphine heraus. Es war wie ein Äißklang zwischen den tönenden Worten des zukünftigen Predigers, aber dieser war selbst zu sehr Berliner Kind, um die barccke Form dieser Versicherung so frivol zu cmpsinden. wie sie gelben war. Der Hienfch glaubt cm leichtesten, was er am innigsten wünscht, und so hörte auch Albin in dem Ausruf, der Fritz und Mathilden sich betroffen ansehen machte, nur die nawe Zunerung treuen Gedenkens einer unbesleckten Seele. Er streckte Seraphinen treuherzig die Hand hin, und wie sie. die glatten Lider mit den langen blenden Wimpern über den Augen auf und nieder bewegend, zögernd, langsam ihr schmales Händchen in seine breite Patsche legte, den Mund halb geöffnet, den Hals wie schüchtern vorgebogen, sah sie wirklich einem höheren Wesen ähnlich, das mit dem Schweben auf rosigen Wolken nicht unvertraut war. Albin hielt sie fest mit der rechten Hand, während er mit der linken in die Westentasche griff und glückstrahlend fortfuhr zu reden. Ich gehe weit weg und ich weiß, daß man nicht immer an Entfernte denkt, die Einem, genau betrachtet, nichts sind, obwohl man mit ihnen in Kinderzeiten' Zeck und Räuber gespielt hat ... Ich möchte aber, daß Sie an mich denken, nur zuweilen, wenn Sie gerade an nichts Gescheiteres zu denken haben. Und um dem nachzuhelfen, bitt' ich um die Erlaubniß. Ihnen ein Andenken hinterlassen zu dürfen . . Es ist ganz klein und nicht von besonderem Werthe . . . auch läßt es sich bequem an Ihrem Armringe trogen, wo ja
zazon alleryand solcher Anhängsel baumeln. Wenn's da mit den andern klingelt, so oft Sie den Arm heben, dann weiden Sie sich vielleicht des alien Spielkameraden erinnern . . . nur so 'n bischen ich bitte darum." Dabei zog er ein Knäulchen SeidenPapier aus der Tasche und entwickelte daraus mit kiligew.Fingern ein Gegenständchen von altem Silber. Ein Engelköpfchen zwischen zwei Flügeln, das Ganze kaum zwei Zentimeter breit und anderthalb hoch, daran er einen Ring zum Anfügen hatte löten lassen. Es .ist nicht etwa mein Bild," sprach er lächelnd das wäre nicht erfreulich und ich hätt' es nie zu schenken gewagt sondern das Ihre. Ein kleiner Seraph. Ich fand es unter alten Schmucksachen meiner Großmutter. Es mag schon länger im Besitz unsrer Familie sein. Nehmen Sie's gütig j an. Seraphine that eS mit Vergnügen und sparte die Dankesküorte nicht. Stövesand hatte erreicht, was er gewollt. Ueberglücklich durch Seraphinens Herablassung, zufrieden mit seinem eigenen Verhalten, und mit dem guten Eindruck, dessen er sicher zu sein glaubte, verließ er nach allen Seiten sich verbeugend das Zimmer. Bernhard würde er schon noch vor seiner Abreise zu sehen bekommen. Seraphine hielt den Arm in die Höhe und betrachtete vergnügt den Wust von silbernen Sächelchen. der ihr am Handgelenk klingelte. Stöesands Engelsköpschen war das schönste und größte darunter, und sie sah das lächclnb und zuirieden. Was Ihr nur wollt!" rief sie, das ist ja ein sehr netter Junge!" Die ecicen Andern wußten nicht gewiß, meinte sie damit den verschwundenen Theologen ode: das Ding an ihrem Armreif. Plötzlich schrie sie wie verzückt: Rothe Augen hat er!" ,;BnV fragte Mathilde. Na. das Puttchen da! Siehst Du nicht? Zwei Ruöinsplitter in den Augenhöhlen. Es ist zu putzig! Einfach süß!" Und mit der Fläche der rechten Hand das iinke Faustgelenk einhüllend, hüpf-
te stc zierlich von hinnen. r'Es währte zwei Äage. bis Stövesand dazu kam, auch von demjenigen Mitgliede der Familie Vering Abschied zu nehmen, welches ihm bisher amnächsten gestanden. Der September nahte sich seinem Ende. Die schöne Zeit ging dahin. Am andern Morgen wollte er Berlin verlassen. So hatte er Bernhard gebeten, ihm den letzten Abend zu schenken. Aber der Kandidat machte heut ein ganz andres Gesicht, da er seinen Schulfreund verabredetermcßen in der behaglichen Kneipe der Mittelflraße aufsuchte, als vorgestern, da er den Salon im Haufe Behring glückstrahlend verlassen hatte. Wortkarg stiert? er in den Wein und gab verwirrte Antworten. Bernhard, der aus andern Ursachen nicht in geduldiger Laune war. schlug endlich erbost auf den Tisch und tief: Was hast Du denn? Ich dachte, wir wollten fidel sein, und ich hätt's heute nöthig, mich zu zerstreuen. Statt dessen hockstTu da wie nasses Stroh. Tu bist doch nicht so sentimental, an Abschiedöschmerzen zu laboriren. Freust Dich ja. wie 'n Schneekönig, daß Du ungebunden in's Freie losgelassen wirst . . . Zum Teuse! noch einmal, warum seufzest Du denn nun gar?" Bist Du mein Freund?" fragte der Andre und faßte mit der langen Hand Über den Tisch herüber Bernhard bei der Schulter. ßtxll bin ich fcaS! tu Beweis' es mal , Womit?" Mit einem offenen ehrlichen Wort, mit einer rückhaltlosen Antwort." Wenn es weiter nichts ist! Schieß doch Deme Frage los!" Ist "Deine Schwester Seraphine Bein! Wie kommst Du auf die Idee? Auf Ehrenwort nicht." Du weißt, ich bin kein Spionirer," fing nun Stövesand an sein Herz auszuschütten, indem er den Kopf so nahe r ? . i '. - wie mogim) zu seinem vsegenuoer neigte, um auch leise redend von ihm verstanden zu werden. Ich bin ein Idealist, ein Fatalist und als solcher des Glaubens voll, daß, wenn mir das Mädel, das ich liebe, werden soll, dies geschehen wird nach unabweichlichem Beschluß einer gütigen Vorsehung, gleichviel, wie sich die Menschen dazu stellen mögen. Ich sage das nur, um mich vor dem Verdachte zu wahren, ich sei ein Mißtrauischer, ein Aufpasser oder dergleichen." Dafür hält Dich ja keine Katze. Warum verwahrst Du Dich? Weil ich nichtsdestoweniger in diesen Tagen Deiner Schwester hier und da ein wenig aufgelauert und auf die Schritte gepaßt habe. Das ist aber nur aus dem begreiflichen Grunde geschehen. weil ich das Engelsgesichtchen ein und andres Mal mit Augen habe schauen und diesen Anblick tief in mein Herz schließen wollen, um ihn festzuhalten und ihn gleichsam mit mir fort zutragen in die Verbannung!" Nun, das wird Tir wohl gelungen. feln. Jst mir gelungen . . . aber keines wegs in rein erfreulicher Weise." Warum das nicht?" Ja, mein Lieber, es war immer Jeand dabei, und Einer, dessen Abbild ich durchaus nicht in meiner armen Seele
Jndiana Tribune, Mittwoch,
nur mir rerumiragzn mag. ' O, wie schade, wie schade!" Himmeldonnerwetter!" rief Bernhard und schlug auf den Tisch. Drücke Dich gefälligst etwas weniger anzüglich und liebe: etwas deutlicher aus." So deutlich Du willst. Also ich begegnete seit vorgestern Nachmittag Deiner Schwester zweimal. Geflissentlich, ich geb' es zu. Aus seelischem Bedürfuiß, zu Stunden, wo ich wußte, daß sie auf der Straße zu sehen war. Einmal gestern Nachmittag, ale sie vom Tennisplatz bei Geheimrath Gerstenberg zurückradelte. Das andre Mal heute Mittag, als sie von der Gesangstunde heimging. Beide Mal sreuöestrahlend, ohne daß sie meiner gewahr wurde, keinmal allein." Mit der alten Mademoiselle Jouvin natürlich!" Gott bewahre! M'.t einem Lieutenant von der Garde." Reußthal?" Siehst Du. daß Du etwas weißt, daß Du mir etwas verheimlichst, daß Tu mir nicht die Wahrheit gesagt hast?" Potz Donner, nein, ich schwöre Dir. daß meines Wissens und auch meines Glaubens Seraphine durchaus nicht mit dem genannten Herrn verlobt ili. Ich glaube nicht einmal, daß sie es Beide mochten, und ich weiß, daß, wenn sie es möchten, unser Alter tj nie zugeben würde. Bist Du nun zufrieden?" Ich schon. Aw kannst Du es sein? Mißversteh' mich nicht. Es redet ictzt nicht die Eifersucht aus mir. Wenn ich auch nicht ein bischen in den Seraph verliebt und lediglich Dein guter alter Freund wäre, ich könnte Dir den Nath nicht verhehlen, zu dem ich mich oedrunaen fühle: Wenn Deine Schwester nichts mit dem Soldaten hat, dann sieh Dich vor, dann klops auf den Busch und beschwöre rechtzeitig den Schaden. Wer die Beide sieht, der glaubt, si: flirien und das heftig. Ich nicht allem habe sie gesehen. Es gibt etwas wie Gerede. Ich bin kein Spielverderber, kein altes Weib, kein Denunziant. Aber er gute Ruf eines zunaen Madchens ist ein verdammt heikles Ding, und Du feilst als Einjähriger einem OsslZ'.er nicht viel auftrumpfen können." Den Teufel auch, wenn es sich um den Ruf meiner Schwester handelt?" fuhr Bernhard empor und reate sich. ' m. . - Was rannst m viel machen f ier ist Vorsicht unter allen Umständen die bessere Weisheit. Nimm den Seraph eim Kopf und. wenn das nicht Killt, schick' ihr Mathilden oder lieber gleich .'' . f i den Vater auf den miz. as aio: zuerst etwas Krakehl, ich glaub's schon. 14. cr- r aber es verleg: cem jiiosang oie Sprünge." Was verstehst Du von den Sachen! Wir sind nicht alle Theologen." Ich verstehe, daß ein Skandal das Dümmste und Ungeschickteste wäre. was in dieser Sache geschehen konnte." Darm hast Du vielleicht Recht." sagte Bernhard und kraut: sich nachdenklich in den Haaren. Aber gesche hen muß etwas, das siehst auch Du ein. Und es muß rasch geschehen. Heute noch. Ich habe mit dem Lieutenant Reußthal schon einmal im vorigen Jahre wegen eines ähnlichen Verdrusses eine Unterredung gehabt ..." Seraphinens wegen?" Nein, gewiß nicht. Aus ganz andrer Veranlassung.. Aber ich kann Dir sein Entgegenkommen, sein Verständniß, sein durchaus edelmännisches Versprechen und Verhalten in der Sache nicht genug rühmen . . . Du mußt Dir den Mann Nicht vorstellen, wie den ersten besten landläufigen Gardelieutenant. Das ist ein außerordentlicher Mensch, ein Philosoph, der mit sich reden läßt und der einem immer etwas ZU sagen hat, worüber man Nllchdenlm mag. Wohlwollend und unsrer Familie sehr ergeben. Es würde mir ungemein schwer werden, ihn in diesem Fall etwa anders zu finden. Ich könnt's gar nicht begreifen und bin überzeugt, er wird auch diesmal oenügende Auskunft und beruhigende Versiche.ung geben, daß dem Seraph aus irgend unbedachtem Flirten oder aus, wie mir scheint, rein zufälliger Begegnung keine üble Nachrede oder fönst eine Verdrießlichkeit erwachse." Zufällige Begegnung?" sagte der Kandidat der Theologie und sah den Einjährigen mit hochgezogenen Brauen kopfschüttelnd an. Verlaß Dich darauf. Reußthal ist in ganz jemand Andern verschossen. Ich weiß es!" Mag sein." erwiderte Stövesand noch immer ungläubig. Aber dann habt ihr erst recht Ursache, falschen Schein, der Niemand auf den rechten Weg leitet, zu vermeiden sowie daran zu denken, daß wir allesammt Sünder vor dem Herrn sind und daß Gelegenheit Diebe macht." Dasür werd' ich sorgen." sagte Bernhard Behring aufgeregt durch den Wein und die unliebsame Mittheilung, im gesteigerien Selbstgefühl des Reservemannes. der seincr Beförderung sicher ist. Und noch heut Abend. Ich weiß, wo ich meinen Premier jetzt tiefsen kann. Laß uns die Flasche auf Dein Wohl, auf fröhliches Wiedersehen austrinken. Dann fahr' ich nach meiner Bude, stürze mich in Zivil und suche den Mann auf . . . Das wird das Beste sein . . . Prosit. Albin! Rest!" Kolmar von Reußthal kochte Gift und Galle, seit er den Abschiedsbries Mathildens empfangen hatte. Auf öen verstohlenen Spaziergängen mit Ceraphinen hatte er der Achtlolsen. mit Leich-
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nattn den Namen ;vnfc ilonelm ent- i j - lockt. Er wußte l'.un ganz genau, wclche Verlobung man im Haufe Behring je eher desto fröhlicher zu feiern gedachte, und. wenn er auch der schadenfrohen Bctheuerung der jüngeren Schwester, daß die ältere für den hilfreichen Kompagncn ihres Vaters lichterloh in Liebe brannte, hochfahrend und leidensckaftlich widersprach, fo slaß die Wulh über diese Aufklärung nicht minder schmerzvoll an ihm. Hatte er doch selbst beim Lesen jener hundertmal verwünschten Zeilen nach dem Manne gefragt, der der wahre Grund dieser plötzlichen Sinnesänderung sein mußte, für die er keine andre Entschuldigung sand. als die uralte Treulosigkeit - des schwächeren Geschlechts. Nun meinte er klarer denn je zu erkennen, peinlicher denn je zu fühlen, daß er nichts und Niemand auf der Welt so sehr geliebt habe, wie diese meineidige Mathilde, daß er ohne sie nicht glücklich leben könne. Sinnliche Leidenschaft und Gewohnheit des Empfindens, übermäßige Eitelkeit und herrisches Wesen machten ihn wie toll und ließen ihm weder bei -2ge noch bei Nacht einen ruhigen Gedanken.' Die Liebe zu Mathilden war fein Schild und Anker, fein einziges reines G:!ühl qbtiiii. "Car das b'afcin, hol: dcr Saicin, was übrig blieb. Konnte er si: nicht mehr lieben, und das r:r- I wefohn Eitelkeit und Eisersu.bt, fg ! wcüte er ne hassen, sie und Alles, wozan sie hing. Sie sollte ihres Treu6n;chs nimmer froh werden. Sie sollte Ncußthals gedenken, er wollte sich in ihr Erinnern einkerben mit b!utia.:n Runen. Nur Gelegenheit zur Rache, nur baldige Gelegenheit erflehte er. Am liebsten wäre er heute noch aus- ! geschweift, die blonde rücksichtslose in Grausamkeit schwelgende Herrenbest:: nnd hatte sie alle miteinander vom Erdboden vertilgt. Das allein war seiner würdig. Acrzluchte Zioihsation, die den Adelsmenschen in seinen natürlichen Regungen einschränkte! Aber Geduld,' sie mußten sich ihm i's Messer liesern! Früher oder später! Er hatte so ein Vorgefühl dafür. Dann gnade Euch Gott! . . das heißt der Eurige! Sein Cvt: war er selber. Und diesem G. tt n Üte er rauchendes Opfer bringen, toti sprang ihm zuerst über den Weg? . . . Also von Eisersucht und Nachsucht berauscht, war er kein freundlicher Genosse und kein gerechter Vorgesetzter. Die Kameraden wunderten sich über die wachsende Aufregung, aus der Kolmar gar nicht mehr heraus fand. In der Kaserne und auf dem Hofe schallte sein Wort, daß Sergeanten und.Unterofsiziere sich ansahen, wie Landleute auf freiem Felde bei plötzlich drohendem Gewitter. Am Tag im Kasino, wie des Nachts in der nur wenigen Eingeweihten erschlossenen Spielhölle war mit dem toll gewordenen Menschen wenig Vergnügen und noch weniger Behazen zu finden. Je nun, sagten die Leute, hat er seine Wuth erst einmal ausgetobt, dann wird's wohl wieder der alte fidele Teufelskerl werden, der allein eine yanze Gesellschaft zum Lachen und Weinen bringen kann, und der vor nichts und Niemand zurückfcheut. um sich oder Andern einen Spaß zu machen. Aber darin irrten sie sich. Es sollte nie wieder werden, wie es vordem gewesen war . . . Dem Jüngling Bernhard war die Mahnung des Theologen Anfangs recht zuwider gekommen. Nun er sich's genauer überlegte, war er um eine neue Anregung froh, die mit der bereits dorhandenen ihn nöthigte, sich an den Premierlieutenant zu wenden. Zwar der Neckerei mit Seraphinen legte er wenig Bedeutung bei. Sie war ihm nichts Neues, nichts Ernstes. Es würde wohl nur eir.es Wortes bedürsen, um dem gescheiten Menschen etwas mehr Vorsicht im Verkehr mit dem thörichten Backfische zu empfehlen. Viel wichtiger war ihm, daß Reußthal mit Papa Harburton in einer andern An gelegenheit ein wirksames Wort sprach?. Er hatte ja so großen Einfluß auf den alten Herrn. Bernhard war da in eine fatale Geschichte vermengt worden. Er hätte sie am liebsten nicht haarklein erzählt. Waren Weiber dabei. Ein liebes kleines Mädel in der Vorstadt . . Und kurzum, er brauchte eine Handvoll Geld und war durchaus nicht sicher, daß der Vater aus Amerika ihn nickt mit Lachen abwies auf's erste und auf's zweite Mal. Er kam ihm zu oft. Die Geschichte litt aber keinen Aui, schub. Ließ sich Reußthal und es wäre ja nicht das erste Mal herbei, den Fürsprecher abzugeben, dann war die Sache gemacht, und der Alte blechte, ohne mit der Wimperzu zucken. (Fortschung folgt.) Ein schweres Unglück hat sich auf der Zeche Gottessegen" bei Kircbhörde zugetragen, das den Verlust mehrerer Menschenleben ' zur Folge hatte. Die Bergleute Schübbe und die Gebrüder Leopold hatten einen Schuß angesetzt, der zunächst versagte. AlT die drei nach der Ursache desVersagens sehen wollten, ging der Schuß los; durch die umherfliegenden Stinund Kohlenmassen wurden älle drel tödtlich verletzt. Schübbe erlag bereits kurz Zeit nachher seinen schrecklichen Wunden, während einer der Gebrüder Leopold später ain Abend starb; der Bruder des letzteren ist ebenfalls der art schwer verletzt, düß er kaum mit jdem Leben davonkommen durfte.
Täglicher Marklbericht.
Viehmarkt. Indianapolis Union Vichhofe, 19 Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und aufwärts....' $5.50 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und auswärts 5.25 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Sept. 5.90 5.60 Psd Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Wfd. Stiere.... 5.00 5.50 4.05 5.00 Mittlere vis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 4.50 Gute bis gewählte Rinder. 4.25 Mittlere bis gute Rinder. 3.L0 Gewöhnliche leichte Rinder 3.00 Gute bis gewählte Kübe.. 3.75 Mittlere bis gute Kühe.. 3.10 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 5.00 4.85 4.10 3.50 4.40 3.00 3.00 Kälber Schwere Kälber Prima bis sancy Export Bullen Gute bis gewählte Schläch tcr Bullen 5.00 7.00 3.25 5.25 3.L0 4.25 3.50 3.75 3.25 40 25 Gewöhnliche bis gutcBullen 2.50 ute kiikc mit Kalb 530 GcroöhnlichcKühc mit Kalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere $5.45 Gcmischtcu. fchw. Packing 5.35 Gute bis gewählte leichte 5.50 Gewöhnliche leichte 5.40 Pigs 4.50 5.55 5.45 5.55 5.50 5.55 5.30 Roughs......' 4.75 Schafe. Gute bis gewählte Lännncr 4.50 Gewöhnliche bis mittlere 5.25 Lämmer 3.00 4.50 3.75 3.00 3.75 3.50 Gute bis gewählte Schafe 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.50 -tcckcrs 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche. $1.25 per Crate, 6 Körben; 50c für i Bufhel Korb. $1.25-1.50 per Bufhel. Tomatoes, einheimifche, 40c per Busbel. Citronen, $5 für 300; 5.50 sür 300. Aepfel, neue, 75c per 100 Pfund ; 25c i Bushcl Box für faucy rothe. Feigen, 12zc-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pfund. Kokusnüssc, 3.50-4.00 per Hundert. Ananas, 3.50 per Case 30-30. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. Case. Tamson $1.50 per Faß. Trauben, per Pfund 4c. Birnen, hiesige, 75c per Bushcl. Wassermelonen, $10-12 pcrHundcrt. Cranvcrrics '$2.50 per Bufhel Crate. Gemüse. Kraut, 75c per Faß. Zwiebeln, 8c per Tußcnd Bunchcs; Reue Bcrmuda 2.00 per' Crate; Reue Louisiana $2 per Faß; rothc Globe 75c per Bufhel; weiße Globe 52 per Faß. Rothe Rüöcn, 15c per Dutzend. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Gurken, 20c der Dutzend. Neue Kartoffeln, 1.35 per Faß; prima Burbznls und runde weiße 45c per Bufhel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $3.25 per Faß. Illinois $2.50-3 per Faß. Sommer.Cclery, 15c per kl. Vunch. Korn, 3c per Dutzend. Geschlachtetes Vieh. FrVes Rindfleisch-Westliche Stiere 7-7c; hiesige Stiere 8 8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Psund 7jc-7Zc; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6c; Kühe 550 bis 050 Pfund 7c; Stier Vordervicrtcl 7c; Stier Hinterviertcl 10c; Rind Hinterviertcl 9c; Rind Vorderviertel Lc; Kuh Vordcrviertel 5c; Kuh Hintcrviertc! Zc. Frisches Kalbfleisch KälbcrIOc; Hintervicrtel 12c; Vordervicrtcl 8c. Frisches Schafsleisch Lammer per Pfd. 9Ac; Schafe 8c; Schenkel 10c; Racks, lurz, 1c. Frifchcs Schweinefleisch. Loins 10c llc ; (5öttage Schinken jc ; gehäu tcte Schultern 8c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tender loins 15c ; Spare Ribs 5c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Curcd Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund llc; 15 Pfund lUc, 12-10 Pfund 12c; Zweite Qualität 20-18 Pfunö 10c; 15 Pfund 11c; 12 Vfund 11:; 10 Pfund llc. kalifornische Schinken C bis 8 Py .d 8c; 10 bis 12 Pfund 8jc; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer Englifh Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13c; 0-7 Psund im Durchschnitt 13jc; 8 bis 9 Pfund in Durchschnitt 12c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 12c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, 12c. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 121c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 12c. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9Zc; Klare Seiten, 30 bis 40 Psd. im Durchschnitt, -c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 10c; Klare Bellics, 25 bis 30 Pfd., 10s c; 18 bis 22 Pfd., 10Zc;14bis 16 Pfd., Ic; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9Zc; Rücken 12 bis 6 Pfd., 10ic; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 11c.
Schultern, Enczl. Curcd 10 bis 20" Pfund im Durchschnitt, c; IC Pfund im Durchschnitt, 9c; 10 bis 12 Nfund 92c Gepöckcltes Schweinefleisch, Knochen loses Fancy Pig $18.50; Klares Bcan, 18.00; Family 1C.25; Short Clear.15.75; Rumpf 15.75. Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, regSets, Ils e; Außenseiten 9c; Innen, feiten 14ic; Knöchel 14c. Schmalz, in Tierecs, 1. Qualität 9c; 2. Qualität 8Zc; 3. Qualität 8$c. Würste, Geräucherte Bratwurst 8c, Frankfurter 8c; Wicnerwurst 8c; Knackwurst 8c; Bologna in Därm'n, 6Zc,in Tuch cc. Butter, Eier und Geflügel. ' Händler bezahlen folgende Preise t Butter, frische, 12c Eier, 13c per Dichcnd. Hühner 7c, Spring Chickcns 8c Pfd. Turkcy Hennen 6c, junge 5)äbne 5c, alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 pcr Ttzd. Getreide. Wei;en-No. 2 rother 764c auf den Gcleiscn, 76Ac von der Mühle ; Ro. 3 rother 72z-74c; Scptbr 7c c uf den-
weleNcn: vja.qcnnjnjcii 76:. Korn-Ro. 1 weis; 42c; No. 2 wciß 42zc; No. S weiß 424c; No. 4 weiß. 39-41c; No. 2 weif; gemixt 41c;. No. 3 weiß gemischt 41c; i wei.gemischt 38-40c: .No.2 gelo 42:; Nö. 3 gelb 42c; No. 4 gelb 38-40to No. 2 gemifcht 41c; No. 3 gemisch, 41c; No. 4, gemifcht 38-40c; an Kolben 41c Hafcr-No. 2 weißer 24c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gcmiföter 21c; No. 3 gemischter 20k Heu-altcs No. 1 Timothy 12.0012.50 No. 2 Timothy 11.00-11.75. Groceries. Zucker Dominocs 6.72c; Stückzucker 6.87c; pulversirter 6.57c; XXXX pul. vcrisirter 6.62c; Standard granulirter 6.47c; feiner granulirter 6.47c; granu lirtcr in 5 Pfund Säcken 6.57c; granu lirter in 5 Pfund Cartons 6.57c; extra seiner granulirter 6.57c; Cubes 6.62c; Mold A 6.72c; Confectioners' A 6.27c; 1 Columbia A-Kcystone A 6.12c; 2 WindforA-American A 6.09c; 3 Ridge. wood A-Ccntennial A. 6.12c: 4 Phönix-A-California A 6.07c; 5 Empire AFranklin B 6.02c; 6 Ideal Cxtra Gol den C-Keysionc B 5.92c; 7 Windsor Extra C-American B 5.82c; 8 Ridge wood extra C-Ccntennial B 5.72c; 9 gelber crtra C-California B 5.57c: 10 gelber C-Franklin extra C 6.62c; 11 gelbcr-Z?eystone extra C. 6.57c; 12 gelber-Amcrican extra C 6.52c; 13 gel ber-Centennial crtra C 5.52c; 14 aelber -California extra C 5.52c; 15 gelber 5.52c; 16 gelber 5.42c. Eingemachte Früchte Blackbcrries. 5. Pfund, 90c; Peaches Standard, 3 Pf.,. 2-2.25; Scconds 3 Pfund 51.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas Standard, 2 Pfund, .$1.65-1.90: Sec onds, 3 Pfund, 1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Psund Kannen, $1; Bahamer Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen Hl.10-5'1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-1.00;Zucker. korn 80c $1.40; Apfclbuttcr, perDutzend, 3 Pfund, 95c. . Kaffee. Folgendes find die Indianapolis Preise : Gcwöhnl. bis gnter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27cz. Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packeten: Ariosa 512.75. L!on 11.75, Jersey 12.75, Caracas 12.25, Dillworty's 12.75, Dutch Java Vlend 16.50, Mai! Pouch 11.75, Gates Blended Java 11.75. Fische, Austern und Wildpret. L)ändlcrPreise:. Clams Little Nccks 75c pcr 100. Hummern 25c per Pfund. Austern Beste Baltimore odcrStand ards, $1.00 per Gallone; beste Lalti. timore Selccts, $1.00 pcr Gallone; New -Z)ork Counts, $1.00 per Hundert; New York Culls, 70c per Hundert; BluePoints in Schalen, 75c per Hundert. Austern in Kannen New $orf Counts 35c; I. S. F. & Co. Sclects 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. K. 18c; N. 45c. Sce-Fische. Knochenlose Häringe 7c; Häringe 4c; Perch 5c; Weißfisch 9 See Forellen 9c; Red Snappcr 8c Kcnnebcc Hechte 15c; Blaufische 10c; Halibut 15c; Stockfisch 8c; Haddock 8c; Catfifch 10c; No.l Pickerel 9jc; No.2 Pickerel oder Blue Pike 6c; Black Bai 15c. Frofchschenkcl, $1.50-2 per Dtzd. 5Zohlen. Tonne Tonne Anthracits .' $7.00 3.65 Pittsburg 4.25 2.25 Kanawha 4.25 2.25 Winifrcde 4.25 2.25 Raymond City 4.25 2.25 Jackson 4.25 2.25Brazil Block 3.25 1.80 Island City Lump u. Egg 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Island City Domcsiic Nut 2.75 1.50 Mine Nun 2.75 1.50 Slack 2.00 1.15Bloßburq 5.00 2.65Rauchlose 4.50 2.40 Lumv Coke 11c per Bushel. $3 per25 Bufhel. Zerkleinerter Coke 22c per Lushel $3 per 25 Bufhel.
