Indiana Tribüne, Volume 23, Number 362, Indianapolis, Marion County, 18 September 1900 — Page 7
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' Z)er Bäter zweie.
Eine Geschichte au dem modernen Berlin ton Hans 5 opfen. (Fortstpng.) 5Iicht'ohne Verwunderung blickte sie in ihre eigkne Seele. Ihr war's, als lennie sie sich selbst nicht ine!)?, so durch und durch war Alles in ihr verwandelt. Was sie früher angestaunt, lern ihr frech und verwerslich vor, was sie gering gefenätjt haltt, erschien ihr. nun heilig und verehrungsvoll. Eine Neigung, die sie über ein Jahr lang in Feuer und Flainrne gesetzt hatte, war nicht nur abgethan, sie schauderte vor ihr, sie verwarf und verfluchte sie. Dachte sie daran, wie leidenschastlich sie nach jenem Manne gebangt hatte, so begriff sie sich selbst nicht mchr, der Widerwille sti?g ihr wie Qzk zu Kopf, und es war ihr, als schwindelte alles Bestehende in rasenden Ringeln wirr in sie herum, daß sie die Hand ausstreckte nach einem Hatt, nicht umzusinken in ihrer Gedankenedränzniß. Wo war ein Halt in diesem un freundlich: Dasein? Sie erröthete still für sick) bei der Leantwcrtunz. ab:? sie gab ihrem Gedanken noch keinen Namen. Ncch m Errötben scküttelte sie das Hzuxt; si5 bezriff sich selbst nich: mehr. Eins aber keczriff sie. (5? stand fest, so ungewiß die Ge)anl:n nan&nnl kreisten. daß sie ein neues Leben anzufangen hatte, und darum das alt: abzuthun war bis aus ds letzte Flöckchen der Erinnerung. Niemand sollte darüber im Zw?if:l sein, vor Allem j:n?r böse Dämsn nicht, der jahrelang ihre Gedanken dergiftet hatte und ncch immer die Krall: nach ihr ausstreckte, als wäre sie tzv Rechts wegen seine Beute, seine Sklabin, sein Geschöpf, und ihm rettungslos verfallen, sobald er nur wallt?. Sie mußte ihm kund und zu wissen thun, daß dem nicht so war, daß der Zauber, wenn es je einen gegeben hatte, gebrochen und zwischen ihnen kein Band mehr war. daran der Eine den Andern bewegen könnte nach' seinem Sehnen und Begehren. Kaum daß hinter dem alte:. Harburton die Thüre wieder in's Schloß gefal len war, eilte Mathilde in ibre Stube und griff nach einer Feder. Sie nahm sich keine Zeit, sich ordentlich auf den Stuhl vor ihrem Schreibtisch zu setzen, und warf die wenigen Zeilen mit solcher Hast auf's Papier, als könnte sie nicht rasch genug mit der Botschaft und mit Tem, welchem sie galt, fertig werden. Seh? geehrter Herr von Neußthal! Der Antrag, den Sie mir beute haben zukommen lassen, ehrt mich. aber ich kann ihm nun und nimmer entsprechen. Ich bitte Sie, ihn nicht zu wiederholen. Und darum wird es besser sein, wenn Sie unser Hus nie wieder betreten. Möge das Glück Sie auf allen andern Wegen begleiten. HochachtunZZdoll Mathilde Behrinz. . . . Kalmar erhielt dieses Briefchen früher, als er den alten Harburton zu Gesicht bekam, der ibm erst an einem späteren Abend ein Stelldichein angesagt hatte. ' Als er die schlanken Buchstaben zum erstenmal überflog, mußte er laut auflachen: Das ist doch nicht ihr Ernst!" Er wußte, welche Macht er über das Wesen gehabt hatte. Ein Wort von ihm regierte ihre Gedankenwelt, ein fester Blick von ihm konnte sie kommen und gehen machen nach rechts und nach links, maschinenmäßig, ohne daß sie sich auf Wiederstand besann. Und jetzt. . . ? Er las die etwas schief laufenden Zeilen noch ein zweites und ein drittes Mal, und er lächelte nicht mehr? Verdämmt! Es ist ihr Ernst ... Und wer steckt dahinter? Wer?" Er knüllte das Billet in der Faust zusammen und warf es zu Boden. Weiber! Weiber!!"! rief er und maß kopfschüttelnd hin und wieder schreitend des öfteren die Länge seiner Stube. Wie siedendes Blut schoß ihm das Bewußtsein zum Herzen, daß er Mathilden doch mehr als irgend ein andres Wesen geliebt und begehrt hatte, und daß er ihrer so sicher zu sein glaubte, wie seine: Augen im Kopf, seiner Hände an den Armgelenken. Er schalt sich einen zimperlichen Thoren, weil er sie geschont und nicht jede Abkehr von ihm unmöglich gemacht hatte. Er schalt sich, noch immer zu rücksicktsvoll, zu altmodisch, zu delikat zu sein. Unsinn! Was man haben kann, soll man besitzen, was man besitzt ausnutzen bis auf's letzte. Der Vogel, dem man nicht die Schwingen bricht, fliegt, wie Du die Hand umkehrst, davon, und Du weißt nicht einmal zu wem. Du siehst ihn nie wieder. Mir auch noch das .HauS verbieten ... eZ ist geradezu unverschämt. Zu solchen Impertinenzen gedeiht ein weibliches Wesen nur, wenn e liebt . . . Wen liebt sie? Er biß sich in den Schnurrvart. Es zuckte ihm von den Achseln bis in den kleinen Finger. Er hob den Papierknäuel vom Boden auf und fuhr mit dern Knöchel unsanft glättend darüber. Hin ist hin!" sprach er finster. Aber Du sollst mich nicht umsonst var die Thüre geladen haben! Rache will ich dafür! Hörst Tu's Rache! Und Du. sollst sie fühlen, meine Rache. Du und Deine verdammte Sippschaft!" Er Z'ndete mit einem Sto&folj
das Britin ur.b mit t:n; Lricslein
eine Zigarre cn. loren. behalt er da 'i S:o,-.nien ver3tück N7,m::7.oe tnnt-i?r trr drr : o V. h c l.M IV. an Z.nFingerspin an iz ir.z r Gib: s li'lic f;i.i der schwarz gur Dann trat er 02 Z dem Fuk aus. 17 n "T Richt cllzu Ost. aber d:ch c:7.-d?: zweimal in der Woche pjl:?te F:0 Wildheim aus dem ang ron der brik bei den Töchtern des Hasses Be ring vorzusprechen. Nichts iaz sein::.' Wesen ferner, als Ungeduld 51: -eig:u, aber es schien ihm doch gerathen, die er im Stillen liebte, auch unter Augen zu behalten und ihr hilfreich zur Hand zu sein, wenn sie seines Rathes oder seiner That bedürfte. Mathilde warteie von einem Mal cus's andre. Sie wute. wenn er eintreten würde, auch wenn sein Besuch nicht anaesagt war. Ooer sie glaubt: es wenigstens zu wiizen Sie begrüßt ihn. ohne Erregung zu zeigen, doch mit liebevollen Augen, die kein Hehl mehr ror ihmhatten, wo ein gestchcndes Wort sie noch unzart und unmöglich dachte. Die zwanzig oder Dreißig Minuten, die er dann in ungezwungenem Gespräch mit ihr verbrachte, wa rm sür Mathilden wie ein Fest. Sie lebte die Wche friedlich und fromm dahin, machte sich nühtich i;no that mehr als ihre Vflicht". nur um das Halbstündlein rein und vorwurfslos zu genießen, darin ihr Wildheim erzahlte, wie' in der Fabrik zuging, wie des Äate:s Seele wieder auileöt?. un5 was er in Stadt und Land erfahren oder eben in Büchern gelesen hatte. Fritz war nicht der Mann, der sich ' irgend welche Einmischung in ihre stille Gedankenwelt gestattete, aber er behielt ihr auch nichts von dem vor, was sie wissen mußte. Darum wa? ihr Vertrauen zu ihm so groß. Manchmal schien's ibm wohl sin der Zeit, ein leidenschaftlicheres Wort zu if.Den. Aber die Gewißheit, daß sie ihm schon aus Dankbarkeit nicht nein sagen würde, auch wenn sie noch nichts empfände, was den Namen Liebe verdiente, hielt ihn zurück, machte ihn mißtrauisch, wo die Luft, die er athmete, von flehenden Gedanken nach ihm voll war. und ließ ihn noch zweifeln, wenn er das ihm vom Schicksal zugestandene Glück bereits in Händen hielt. Ohne daß er's wußte, pflegte er Ma thilden zum Abschied beide Hände zu reichen und ihr eine Minute lang in die weit offenen Augen zu schauen, die nicht zuckten und nicht abirrten unter diesem Blick, weil der ihr mehr sagte, als alle die klugen gemessenen wohlbedachten Worte über Handel. Politik und Literatur, mit denen sie die wenigen Minuten traulichen Beisammenfeins verzierten, die sie sich vor der unausbleiblichen Erklärung ihrer Liebe gönnten. Sie pflegten sehr klug zu reden und sich sehr aufmerksam zuzuhören und scheuten auck einen lebendigeren WortWechsel mit Gründen und Gegengründen nchi, denn Mathilde war noch imwer von allerhand modernen Id.en voll, die sie beim besten Willen nicht alle auf einmal hatte abthun können. .während Fritz Wildheim von dem Neuesten in Kunst und chiistthum so angewidert und verärgert war, daß er auey von dem Neuen nicht viel wissen wollte, und wenn er nach Erholung, nach Ausrichtung, nach Begeisterung verlangte, lieber hundertmal nach den bewährten Alten griff, als einem der Jüngeren in seine Mußestunden Zutritt zu gewähren, denn er hatte schlimme Erfahrungen mit ihnen gemacht und sie waren ihm alle verdächtig. Es gab keine Stimmung in ihm. dasür.er in Goethe's Faust." in Schiller's oder Lessing's Werken nicht den verschönernden Widerhall zu finden g:wußt hätte; nach einer Musik, die ihm mehr hätte sagen wollen, als Veethovens Symphonieen und Schuberts Lieder seinem durchs Ohr empfänglichen Menschen enthüllten, hatte er nicht das geringste Verlangen; und das alteMuseum enthielt alles in sich, was eine Wallfahrt zur bildenden Kunst an Sonn- und Werktagen verlohnte. Auch im Genusse, behauptete er, ziere L, scheidenheit den Meister, und für einen Meister im Genießen gab er sieb unverfroren. Ja er lachte die Andern aus. die von künstlerischen Genüssen mehr als Freude verlangten und die Höhe ihrer Entzückung nach dem Grad ihrer Erschöpfung und d:e Echtheit ihrer Begeisterung nach den Kopfschmerzen und Kinnladenkrampsen taxnten, mit de nen sie sie bezahlten. So weit hatte Mathilde Götzen noch nicht von Göttern gefordert, und es war ihr wie tu wohlthuendes Ruckzugsgefecht, wenn sie eigene Ansichten, und am liebsten recht grelle Paradoxen, dem Manne gegenüber vertheidigen durfte, dem doch schon ihre Gedanken alle gehörten. Freudiger noch als gewöhnlich empfing sie an jenem Tage, da sie die letzten Zeilen an Neußthal geschrieben hatte, Wildheims Besuch. Sie fühlte sich so rein, so frei, so vergebens werth. daß sie zu ahnen meinte, wie bald auch von dem besseren Manne das entscheidende Wort verlangt und gesprochen werden würde. Auch streitbar fühlte sie sich in der Freude, die ihr durch alle Adern rann. Wi? die Beiden aber nun im besten Wrtaeplänkel waren, kam Albin Stövesand dazu, der von seinen Freun den im Hause Behring Abschied neh men wollte. Er war im Begriff, auf einem klel nen Umwz .iitei Tübinaen und
Jndimm Tribüne, Ticnstag.
Rürnöerq öle Universität Erlangen zu besuchen, wo die Quellen evangelischer Lehre jetzt am ergiöigsten fließen follten. Auch hatte sem Vater gemeint, es würde feinem ganzen Menschen gut thun, einmal aus dem ollen Berlin" herauszukommen und süddeutsche Luft zu athmen. Albin sagte das mit einem sachten Seufzer und machte dan?.)die Augen in den Boden bohrend, eine kleine Pause, woraus man entnehmen konnte, daß Papa Stövesand wohl die störende Schwärmerei seines der Gottesgelahrtheit beflissenen Spößlings sür die so anders geartete Seraphine durch Entfernung vcn ihrem Wohnort heilsam zu beenden hosste. Daß er um diese Stunde seinen alten Schulfreund nicht im Vaterhause finden würde, mußte der Student wissen. Es war also leicht schließen, daß es ihm mehr darum zu thun wäre, von dessen Schwestern Abschied zu nehmen; und welcher von beiden der Abschied in seiner Rührung eigentlich galt, war auch nicht schwer zu errathen. Seraphine pflegte für gewöhnlich nach einigen Minuten förmlicher Begrüßung Mathilden lieber mit Wildheim allein zu lassen und nur so ab und zu nieder im Salon auszutauchen. Sie mochte den gestrengen Herrn in seiner zugetncpjten Korrektheit nicht. Dankbar!?:! war ihr tvx untergeorone p s-fPV r-- r,a r.Hf r;rM ,rri I iesoStf-VbVwt V-rt4 S ! ?Ä flr'ÄÄ f, :;;:izt::s 'z:: V 11 uivvu Uv bitt Qv4V4ii ,, ein unheimliches Etwas, das ihr drohte, als wurde von ihm noch ein Ungemach Ler sie ergeben. Sie spürte, daß das fchtezalhaft in der Natur der Dinge und Charaktere begründet war. und eben darum auch, daß sie das so wenig ändern konnte, wie Jener; aber es heimelte sie nicht an in seiner Nähe und so lange sie ihn melden konnte, war das Unangenehme wohl nich zu verzögern. So mred sie ihn denn, so weit es die Höflichkeit gegen eine in diesem Hause so angesehene und ausschlaggebende Person erlaubte. Für die Entscheidung, die zwischen ihm und ihrer Schwester langsam, aber sicher, sich 'rbereitete, war Seravhme nicht mehr blind, und so meinte sie vor allem auch, den Beiden sich gefällig zu erweisen, wenn sie ihnen Gelegenheit gab. sich unter vier Augen auszusprechen. Als ihr aber heute Bernhards Freund gemeldet wurde, säumte sie nicht, sich den Dreien im Salo.". zuzugesellen. Nur noch einen raschen Blick in den Spiegel und zwei flinke Striche mit der Puderquaste über Wangen und Näschen, dann stand sie vor dem guten Jungen und lachte ihm in's lange Geficht, aus dem so diel Liebe, Verlegenheit und rührende Unkenntn'.ß der Welt und der Menschen sprach. Sie nahm den ungeschickten Gesellen und seine zwecklose Anbetung durchaus nicht ernst. Aber sie machten ihr beide Vergnügen. Vergötterung ihrer schmalenPersönlichkeit konnte nirgends und von Niemand übertrieben werden. Sie bedürfte solcher Verehrung. Diese gab ihr Bewußtsein und Sicherheit. Darum hütete sie sich wohl. Studiosus Stövesändchen abzuschrecken, e mehr sie von Andern angeschwärmt wurde, desto begehrenswerther mußte sie Kolmar von Neußthal erscheinen, der zwar nie aufgehört hatte, sich mit ihr zu necken, dem aber in feiner angeborenen Nichtswürdigkeit die rechte Kenntniß ihres Werthes noch immer nicht genügend aufgegangen war, so toll er sich oft genug, will saaen. bei jeder Gelegenheit ihr gegenüber geberdete. An diesen Raubritter ihres Herzens dachte sie auch in dem Augenblick, als der lange Kandidat sich halb verlegen, halb unternehmungslustig vor ihr verneigte und seinem Zrummer Worte gab, den er fern vom Gestade des Landwehrkanals im schönen Frankenlande werde tragen müssen. Die beiden Schwestern trösteten ihn lachend, und Mathilde konnte es nicht lassen, auszurufen: Warum gehen Sie auch dorthin? Wie kann man überhaupt heutzutage noch Theologie studiren!" Fritz Wildheim hob hoch den Kopf. Anklänge, wie er sie eben vernahm, gemahnten ihn nicht fr eundlich an eine PrnimirfrhmnZYitT'iabt der Keli?b!?n v4iwvv....3r .... . die er gern abgeschlossen und in eine seinen Anschauungen naaere ubergesührt hätte. Solange die Menschen nach berufener Seelsorge und qesicherit? Qtkxt des Wortes Gottes Bedürfniß tragen, werd: Diejenige.-?, wc'.che sich der Gottesgelahrtheit widmen, einem Bedürfniß entsprechen. Ich glaube, wohin ich blicke, dieses Bedürfniß als ein allgemeines und lebhaftes zu erkennen, und halte darum den Beruf, den sich Herr Stövesand erwählt hat, für ungemein dankenswert!) und seine Ausübung so beglückend für Andre, als befriettgend für ihn selbst." Glauben Sie denn an die Dauer der Religionen?" fragte das Mädchen, das sich so lange daran gewöhnt hatte, von allen Fragen die extremsten zuerst anzugreifen. Mich will bedünken. sie zeigten sammt und sonders ein hippokratisches Gesicht und ihrem Verluste würde die aufathmende Menschheit nicht nachweinen." O doch!" entgegnete Wildheim. Alles Lebendige ist im Wandel begriffen, wenn auch der Wandel sich in der Regel so langsam vollzieht, daß der oberflächliche Betrachter seiner nicht gewahr wir.d. Wer siebt den Menschen.
den 18. September 1.
wer die Pflanze wachsen, die uns doch andern Tags mit ihrer Entfaltung überraschen. So auch das Gedankenund Empsindungsleben großer Eerneinschasten, dessen zusammenfassende Regelung wir Religion nennen." Aber das Kennzeichen der Reli gionen?" rief Mathilde, die mit tlimphirenden Augen eine Lücke in der Rüstung des Gegners zu erspähen glaubte, gerade das, worin ich ihre Sterbensreife zu erkennen meine, ist ja ihre Starrheit, ihre Geschlossenheit, ihre Unfähigkeit, sich weiter zu ent.-vi-ckeln, ihr hartnäckiger Widerspruch gegcn die Forderung wachsender Kultur." Das scheint nur so, weil es die Faulen auf der einen und die Eehässigen auf der andern Seite so glauben machen wollen. Religion ist Kultur. Die Religion ist das Produkt, der Ausdruck, der Gradmesser der Kultur eines Landes, eines Voltes." Das wollen Sie heute noch als geltend erkennen?" Gewiß und deutlicher, als Sie vermuthcn. Ein Volk, das die Religion ernsthast und endgiNig abgethan hatte, wäre nur im Zustand rohefler Barbarei zu denken. Gerade der Kulturzustand, den wir erreicht haben, schützt uns vor solch chaotischem Zusan:menbrach. Und in dieser seiner Kulturhöhe baut ein Jeder in aller Stil'e, und die Meisten unbewußt, nach seinen t - 1 nr i"u . v uiui.i jnu uu unv u-i .uj s"' fexet Religion rffct, Hi In. mal die Er.!kiug aiä etwas nein. tnD.LM:ueaen grasten und eourpij f prchta d und ia I"W age tritt. Wie lange Jahrhunderte hat es gewährt, bis die Weisheit der Egypter zu den Juden, bis Buddha zu Christus den Weg und jene in diesen ihre Wiedergeburt fanden! Welch ungeheure Summen von Kulturbewegung liegen nur in diesen vier Namen! Und so ist jeder Einzelne durch alle Lebensjähre hindurch in religiöser Entwickelung begriffen und arbeitet mit an der geistlichen Bewegung seines Volkes und seiner Zeit." Mathilde wollte nun leicht den Gegr.er ad absurdum führen, aber der Kandidat war aufgesprungen, um dem Ingenieur die Hand zu drücken. Haden Sie Dank, Herr Wildheim, für diese- herrlichen Worte. Mir ist, als hätten Sie in mein Inneres geschaut. Ich wage noch mehr zu sagen. Ich bin von der Ueberzeugung beseelt, daß gerade dem deutschen Theologen in der Entwickelung des religiösen Wesens eine hohe, eine der höchsten nationalen Aufgaben winkt freilich noch aus fast entmutigender Ferne, aber darum doch erreichbar und erst recht verdienstlich. Mitten durch unser Volk geht noch heute der klaffende Riß des Drei ßigjährigen Krieges. Was jöie Deutschen nach glorreicher Einigung immer noch entzweit, sind nicht die künstlich und mühsam fortgeführten Parteiunterschiede, die bereits Jedem unbequem sind, auch nicht die letzten Zuckungen des verendenden Partikularismus, der die Leute glauben machen möchte, daß er noch als Gespenst furchtbar umgehen werde, sondern es ist der alte Zwist der beiden großen Konfessionen. Hier ist der wunde Punkt, darein allein der Fremde seine Bosheit wirksam träufeln kann. Dies ist die Ferse des gewaltigen Achilleus Nation. Denken, daß es gelingen könne, was doch das lautest schreiende Bedürfniß ist: im klar umschriebenen Bekenntniß einer höheren Union" das ganze deutsche Volk zu sammeln und in dieser Einheit des Glaubens unser Volk unüberwindlich zu machen, gibt es ein erhabeneres Ziel. ein Streben, das mehr anfeuern und bealücken könnte?" (Fortsetzung folgt.) JacobJaffek. welcher in Faber's Ziegelei in Ehaska angestellt war, lam auf eigenioumnu,? Weis um's Leben. Er wollte mit einer Picke aus einem Loche Lehm ausgraben, als ein Theil der Wand mit solcher Wucht auf ihn siel, daß das spitze Ende der Picke ihm in den Unterleib drang. Der Unglückliche wurde erst nach fünfstündigen Qualen durch den ..ftt DiejungeWittweRosalie Eramer. die m der Parier Vorstadt Tlleville einen Laden hat, trat .neulich Morgen um sechs Uhr Morgens, früher als sonst, in ihr Geschäftslokal ein und fah dort, wie. ihr Commis Xavier Pichou sich eben das aanze Geld aus der Geldlade m die Tasche steckte. Also auf ftischerThat er tappt, nahm Xavicr Reißaus und hinter ihm lief Frau Rosalie und schrie: Haltet den Dieb!" Bei der nächsten Straßenecke lief der Dieb zwei Schutz leuten in den Weg. die ihn festnahmen und aus das Polizeibureau brachten. Hier entwickelte sich nun die drolligste Scene. Xavier gestand unter Thränen den Diebstahl ein und schwur, er wolle so etwas nie wieder thun, man möge ibn doch freilassen. Da der Commlssar von ttn Thränen Xaviers nicht gerührt wurde, fiel Xavier schluchzend seiner Dienstaeberin um den Hals, bedeckte ihr hübsches Gesicht mit Küssen und sagte: Nein, ich liebe Sie zu sehr, lassen Sie mich nicht verhaften; ich sterbe vor Kränkung, wenn ich Sie nicht sehen kann; Ja! ja! Ich liebe Sie!" Nun fing die aufs tiefste gerührte Frau Rosalie ebenfalls zu heulen an, undDieb und Bestohlene hielten sich in inniger Umarmung fest. Sehr belustigt ließen Yolizeicommissar und Schutzleute, da Frau Rosalie keine Klage erhob, das Liebespaar Hlnd in Hand den Heimweg zum Laden von Frau Rosalie Dränier antreten.
Taglicher Marktbericht. Viehmarkt. Indianapolis Union Vichhöfe, 18.Sept. Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 135 Pfd. und aufwärts 5.50 5.90 Gute bis mittlere Stiere
1350 Pfd. und aufwärts 5.35 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd 5.00 Gute bis mittlere 1150 bis i 6. 60 6.50 1300 Äfd. Stiere 4. 65 5.00 Mittlere öis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 4.50 Gute bis gewählte Rinder. 4.25 Mittlere bis gute Rinder. 3.60 Gewöhnliche leichte Rinder 3.00 5.00 4.85 4.10 3.50 4.40 3.60 3.00 7.00 5.25 4.25 3.75 3.25 40 25 Eule bis gewählte Kühe.. 3.75 Mittlere bis gute Kühe.. 3.10 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber.'. 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis fancy Export Bullen 3.80 Gute bis gewählte Schlacht tcr Bullen 3.50 cwöhnliche bis gutcB,:llen 2. 50 ut? Küho mitalb $30 c:?öhnlichcs?iihe mit Ka?5 ' 15 Schweine. Gute Wj aci?äh!te, Mitt lers und jivcrc $5.40 5.45 5.40 5.55 5.50 5.40 5.10 Gemischte u. fchw. Packing 5.35 . 7 . j f . " , 1 . 1 V WM. iduic sie- gewänne ieicnic o.ou Gewöhnliche leichte 5.40 Pigs ' 4.50 Roughs 4.75 ' Schafe. Gute bis gewählte Hämmer 4.50 öewöhnliche bis mittlere 5.25 4.50 3.7!" 3.00 3.75 3.00 Lämw.cr 3.00 Ojutc bis gewählte Schafe 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.50 Stockers 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, 51.25 per Crate, 6 Körben; 50c für i Bushel Korb. $1.25-1.50 per Bushel. Tomatocs, einheimische, 40c per Bushel. Citronen, $5 für 300; 5.50 für 360. Aepfel.neue, 75c per 100 Pfund; 25c Bufhcl Bor für faucy rothe. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pfund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per hundert. Ananas. 3.50 per Case 30-36. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. Case. Tamson $1.50 per Faß. Canteloupes. Rccfi) Ford 1.50 per Erate; einheimife $4 per Faß. - Trauben, per Pfund 4e. Birnen, hiesige, 75c per Bushel. Wassermelonen, $10-12 pcrHundcrt. (5ranbcrrics $1.50 per Bushel Erate. Gemü se. Kraut, 75c per Faß. Zwiebeln, 8$: per Duhcnd Bunchc Gelbe Rüben, 75c per Tutzend Bun ches. Gurken, 20c per Tugend. Neue Kartoffeln, 1.35 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $3.25 per Faß. Illinois $2.50-3 per Faß. Sommcr'Cclcry, 15c per kl. Bunch. Korn, 3c per Dutzend. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 7-7c; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7c; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 61c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Bor. derviertel 6c; Kuh Vorderviertel 5c; Kuh Hinterviertel 84c. Frisches Kalbfleisch KälberlOc; Hin terviertel 12c; Vorderviertel 8c. Frifchcs Schaffleisch Lämmer per Pfd. 9c; Schaft 8jc; Schenkel lozc; NackS, kurz, 16c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund Ilse; 15 Pfund 12c; 12-10 Pfund 124c; Zweite Qualität 20-18 Pfund llic; 15 Pfund llc; 12 Pfund 12c; 10 Pfund 12c. Californische Schinken 6 bis 8 Pfund 8Zc; 10 bis 12 Pfund 81c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer Englifh Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13zc; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 12c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt Ilse; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, IIZc; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, Ilse. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 12c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, llc. Speck Klare Seiten, 50 bis CO Ps. im Durchschnitt, 9Zc; Klare Seiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Psd., lozc; Klare Bellies, 25 bis 30 Pfd., 10c; 18 bis 22 Psd., 105c; 14 bis 16 Psd.,1Uc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9Zc; Rücken 12 bis 16 Pfd., 101c; Klare Rücken 6 bis 9 Psd.', lie. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt, c; 16 Pfund im Durchfchnitt, 9Zc; 10 bis 12 Nsund 9c
y ni t - r, r . rr , 4 . . rn I
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jicue crmuoa z.u.j xcr liiaie; neue Narrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Louisiana $2 per Faß; rothe Globe 75c Tomatocs, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zucker vcr Bushel; weie Globe $2 per Faß. fcrn 80c $1.40; Avfelbutttr, per Nöthe Rüben, 15c per Dutzend. Tugend, 3 Pfund, 95c. er - f . ... - . er ' ' '
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Gepcckcltcs Schweinefleisch, Knochen lofes Fancy Pig $17.75; Klares Bcan 17.25; Family 16.25; Short Clcar 15.75; Rumpf 15.75. ' Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. Sets. IIZc; Außenseiten 9c; Innen feiten 14c; Knöchel 14c. Schmalz, in Tierccs, 1. Qualität 9c; 2. Qualität 8?c; 3. Qualität 8jc. Würste, Geräucherte Bratwurst 7Gc; Frankfurter 1k; Wicnenvurst 7jc; Knackwurst 7Zc; Bologna in Därmen 6c, in Tuch 0c. Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 13c per Dutzend. 5oühncr 7c, Spring Chickcns 8c Ps5. Turkcy Hennen 6c, junge 5)ähne 5c, alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Thd. Getreide. Wcizen-Ro. 2 rother 77c auf den Geleisen, 76c von der Mühle ; No. 3 rother 73-75c; Scptbr 77c aus den Geleisen; Wagcnwcizen 76c. Korn-Ro. 1 weiß 42r; Ro. 2 weis; 42; Ro. 3 weiß 42sc; 4 weiß 39-ilc; Ro. 2 weiß gemischt 41c; Ro. 3 weiß gemischt 41c; Ro. 4 weiß c;c:ni)chi38-40c;-Ro.2 gelb 42c; Ro. 3 gelb 42c; No. 4 5?!b 38-40k; Ro. 2 gemischt 41c; Ro. 3 centjchi 41c; No. 4 gemischt 3o-40c; an Kolben 41c Hafer-No. 2 weißer 24c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gemischter 21c; No. 3 gemischte? 20c Hcu-altes No. 1 Tunothy 12.0012.50 No. 2 Timothy 11.00-11.75. Groccrics. , Zucker Dominoes 6.72c; StuSzucker 6.87c; pulvcrstrtcr 6.57c; XXXX pul vcristrter 6.62c; Standard granulirtcr 6.47c; feiner granulirtcr 6.47c; granu lirtcr in 5 Pfund Säcken 6.57c; granu lirter in 5 Pfund Cartons 6.57c; extra feiner granulirter 6.57c; Cubcs 6.62c; Mold A 6.72c; Confcctioners' A 6.27c; 1 Columbia A-Kcystone A 6.12c; 2 WindsorA-AmericanA 6.09c; 3 Ridge wood A-Centennial A. 6.12c; 4 Phönix A-California A 6.07c; 5 Empire AFranllin B 6.02c; 6 Ideal Extra Gol den C-Keystone B 5.92c; 7 Windsor Extra C-American B 5.82c; 8 Ridgewood crtra C-Ccntcnnial B 5.72c; 9 gelber extra C-California B 5.57c; 10 gelber C-Franklin extra C 6.62c; 11 gclbcr-Keystone extra C. 6.57c; 12 gelber-American extra C 6.52c; 13 gcl bcr-Centcnnial crtra C 5.52c; 14 gelber -California extra C 5.52c; 15 gelber 5.52:; 16 gelber 5.42c. Eingemachte Früchte Blackberries, 3 P.fund, 90c; Peachcs Standard. 3 Pf., 52-2.25: Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See onds, 3 Pfund, '$1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, $1; Bahanrn Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Eröfen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis. Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-18c; primabis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packetcn: Aliosa $12.75, Lion 11.75, Jersev 12.75, Caracas 12.25, Dillworth's 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blended Java 11.75. Sämereien. Kaufpreise: Kleefamen, Rother, $4-$5.00; eng lifcher, je nach Qualität $4-5 .00'; Al syke 5-7.00; Alsalfa 5.50-6.00 per Bushel. Timothy $1.30-$1.40. Detail'Preise : Kleesamen, alter, prima, $5.50; neuer $5.00-6.50. Timothy, gewählter $2.25; prima $2.00-2.10. Blue Gras, Fancy Kcntucky $1.25 pe, Bushel; extra reines 50-65c per Bushel. Wolle. Folgendes sind die Preise für Wagen ladungcn : Ungewaschene mittelmaßige Wolle 19-20c; feine Merino 15-17c; 'unge reinigte, von 3c bis 5c weniger; zuberge waschene 28-30c. Kohlen. 'onne Ton Anthracits ..$7.00 Pittsburg 4,25 Kanawha 4.25 Winifrede...... 4.25 Raymond City 4.25 Jackson 4.25 Brazil Block... 3.25 Island City Lump u. Eng 3.V0 Jndiana Lump 3.00 Island City Domestic Nut 2.75 Mine Nun 2.75 Stack 2.00 Bloßburq 5.00 Rauchlose .. 4.50 2.65 2.25 2.25 2.25 2.25 2.25 1.80 1.65 1.65 1.50 1.50 1.15 2.65 2.40 Lump Coke 11c per Bushel. $3 per 25 Bushel. -Zerkleinerter Coke 12c per Bushel.
l $3 per 25 Bushel.
