Indiana Tribüne, Volume 23, Number 362, Indianapolis, Marion County, 18 September 1900 — Page 1

C rt & Mit ytf Sonntags- jj $ Blatt lOeperZZoche V ä-iv". 1' rr-iVsr rr4, & uuuatyj l VSV iw Lvy A i C-rpdjciixt jede, tadfmittag mt oitntctn ANcgens. . . . - Indianapolis, Ind.. Dienstag, den 18. ScptcmDcr 190. Jahrgang 23. 910.362

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Bie Öip. in lllM Fast gar nicht verändert. , 0 Slnn&cedjt in Peking erklärt. . - Ein dritter Angriff aus die Pei Ting Forts mißglückt. TaS britische Parlament aufgelöst Und Neuvahlcn angeordnet Ta5 neue Parlament aus den 1. Nov. einberufen. ' D i e Lage in China. - L o n d o n ,'.18. Sept. Aus China jinb keine weiteren Nachrichten eingetroffen. Dato Graphic" versichert, daß die sämmtlichen Mächte-Li Hunz Chnz als Friedenöbeoollmächtigten. anerkannt hätten und wahrscheinlich auch den Prinzen Cbinz akzeptiren würden. Die Zeitung sagt auch, daß die Mächte sich herauf geeinigt hätten, die Ctaülirur.g einer öentral-Regie rung in China, die alle Mächte zufriedenstelli. unter allen Umständen zu verlangen, und daß China für die Angriffe auf die Gesandtschaften volle Genugthuung geben müsse. Jn Äezug auf die Schadenersatz Forderungen sind indeß noch keine No ten zwischen den Mächten gewechselt worden und eine Berliner Depesche sagt. Dr. Mumin von Schwarzenstein, der deutsch: Gesandte, werde wahrscheinlich die Unterhandlungen bis zur Ankunft dcs FeloniarschallZ Graf von Waldersee hinausschZeben. Peking. 13. Sept.. via Tien T f i n. 15. September. Profoß Gerichte sind in Peking von fämrntlichen inilitärifä.en Korninandanten installirt worden. Der deutsche Be fehlsbaber I;at auf Raub die Todes strafe geseüt. Kart. William 3. Forsyth wird mit 800 Mann vom 6. Ver. Staaten Ka-vallerie-Negiment eine lOtägige Rekagncscirung im Nordwesten von Pe kina vorncdinen. um das Terrain aufzuklären und Christen zu befreien. Andere Expeditionen werden beabsichtigt, doch hält man dieselben im Allgcmeineu für schädlich, da das Land dadurch beunrubiat wiid. r3,-rt rri ? f 's cr.aaliföen. Lanciers dranaen i in Hiang Asianz vor den Deutschen ! ein u:'d hißten temporär die englische nlzzzt . Sie unterstützten die Deut- ! schen beim Angriff. Die Chinesen verloren 2'1 0 Todte. London. 18. Sept. Eine Abtheilung Briten, welche in Tung Chow die Pulverrorrätbe zerstören sollte, führte eine Explosion herbei, wodurch nahezu 30 britische und indische Soldaten. darunter Kapt. Hill. theils vertvundet, theils getödtet wurden. Kein Fest. Paris, 18. Sept. Das Fiasco. fcc.ir.it die vorgeschlagenen munizipalen Festlichkeiten während der letzten Tage bedroht waren, ist jetzt zur Thatsache geworden. Herr Grebanval. der natior.alistische Mayor von Paris, hat dein Präsidenten der Republik geschrieben, daß die. Municipalität nicht die gerinzste Absicht gehabt habe, eine politisa Delnonstration gegen ihn inZ Wer! zu fetzen, und daß dieselbe jetzt die projektirten Festlichkeiten gar nicht abhalten werde. , - L i H ung Chang ,in Tien Tsin. London. 18. Sept. Einer Spezialdepesche aus Shanghai zufolge ift Li Hung Chang am Montag in Tien "Tsin angekommen. Aus dem deutschen Reich. - I c r l i n. 18. Sept. Aus München wird das Ableben des Universitätsprofeijors und bedeutenden Rechtsleh rers, des königlich bayerischen Geheimrcths Julius Wilhelm von Planck gemcloct. Derselbe war am 22. April 3817 in Göttinzen geboren, ist somit W Jahre alt c-worden. Er erhielt von Kenia. Ludwig II. den persönlichen Adel verliehen. Sein Sohn Max Planck ist Professor an der philosophischen Fa tultät der hiesigen Universität. Auf dem AnHalter Bahnhof entwickelt: sich deute da für Berlin ung:Nöbnliche Schauspiel eines PilgerzugeZ nach ?tom. Die fünfhundert Wallfah?c? werden außer der heiligen Stadt euch noch die berühmten Wallfahrtsorte Maria Einsiedeln, Assissl und Loire! to, sowie Oberanimergou besuchen. In Köln fannd am Sonntag eine Versammlung von Eisenhändlern auZ cllcn Theilen Deutschlands statt. EZ tourde dabei ein Kommittce ernannt.

t)a3 mit den Fabrikanten konferiren und mit ihnen berathschlagen soll, wie der Preiserniedrigung, die jetzt anzefangen bat, Einhalt geboren werden

Zann. In Metz sind dieser Tage drei Frangcscn verhaftet worden, die ein im Bau begriffenes neues Fort photographirt hatten. Sie wurden des SpionirenZ az(rtlztf. Berlin. 13. Sept. Einer offiziellen , Depesche aus Shanghai zufolge, hat am 11. September ein deutsches MarineBataillon. das von 40 benguli schen Lancier? begleitet war. die Stadt Mng eingenommen und verbrannt. Zinhundert Boier wurden dabei getödtet. Die chinesischen Regulären, die die Stadt vorher besetzt gehalten hatten, flohen beim Herannahen der Truppen. Der Verlust der Deutschen belief sich auf einen Todten und fünf Verwundeten. Depeschen der Frankfurter Zei hing" aus Shanghai zufolge, macht die Politik Rußlands dort einen sehr ungünstigenEindruÄ. Cs scheint, daß hiU tische Truppen ein chinesisches Lager in der Nähe von Shanghai angegriffen haben. Cin: weitere Depesche der Zeitung, vom 16. September datirt. lautet: Ein dritter Angriff der Russen auf die Pei Tang Forts, nördlich von Taku, ist abgeschlagen worden.,Offiziere vom britischen Panzerschiff Centurien" erklären, daß wäh rend gestern die Woo Sung Forts ftcr) für's Gefecht vorbereiteten, die Gen turion" der deutschen Flotte signalisirte. die sofort Anstalten traf, den streu zer Schwalbe", wenn nöthig, den gangtse Kiang hinauf nach Hankow zu schicken Dem Lokal-Anzeiger" wird aus Shanghai telegraphirt: Truppen in großer Zahl und aus allen Theilen von China versammeln sich in Hsian Fu. wo die permanente, Residenz des kaiserlichen Hofes etablirt werden wird. Der Sekretär der 'deutschen Gesandtschaft hat sich geweigert mit dem Prinzen Ching Unterhandlungen anzuknüpfen. Er hat dem Prinzen erklärt, daß Dr. Mumm v. Schwarzenstein allein offiziell bevollmächtigt sei, Unterhandlungen zu führen. Auch dieser Korrespondent bestätigt, daß ein dritter, erfolgloser Versuch gemacht worden sei, die Pei Tanz Forts zu nehmen; c: sagt aber, daß der Versuch von den Verbündeten gemackt worden sei. Der Verlust der Russen soll dabei sehr groß gewesen sein. Der Korrespondent fügt auch hinzu, daß Pao Ting Fu bereits von den Verbündeten besetzt worden sei. s.rrS. as Berliner Tageblatt verosfentlicht ein Interview mit dem Sekre tär der hiesigen russischen Botschaft, der gesagt haben fc II: Ich bin fest davon überzeugt, daß Rußland an sei nem Vorschlag festhalten wird. Es hält an dem einmal eingenommenen Standpunkt fest, nämlich, daß es sich nicht im Kneq-zustand mit China b findet. Die russischen Vorschläge dürften aber dessenungeachtet keineswegs die Harmonie zwischen den Mächten stören. Rußland hofft, daß der amerikanische Vorschlag von eintausend Truppen innerhalb von Peking, 2000 außerhalb und 20.000 in Tien Tsin, von allcn Mächten angenommen werden wird, Li Hung Chang ist einer der schlauesten Diplomaten der Welt. Es ist sehr zweifelhaft, ob er das Vertrauen der Mächte verdient. Ich glau be. daß er den Ausländern weniger freundlich gesinnt ist, als man anzunehmen pflca.t." Mainz. 18. September. Der deutsche Sozialisten - Kongreß wurde am Montag Vormittag in hiesiger Stadt eröffnet. ' Herr Singer, der bekannte Sozialistenführer und Mitglied des Reichstags, wurde zum Präsidenten erwählt und Herr Ulrich, ebenfalls ein Mitglied des Reichstags, zum Vizepräsidenten. Her: Bebel war unw?hl und konnte der Eröffnungs-Sitz ung nicht beiwohnen. Das britische Parlament aufgelöst. A b e r d c e n. Schottland. 18. Sept. Die Königin Victoria hat am Montag die Proklamation unterzeichnet, derzufolge das Parlament aufgelöst und eine Neuwahl angeordnet wird. Am 25. September wird in einer königlichen Proklamation das neue Parlament zum 1.' November einberufen werden.' Die ersten Nominationen werden am 29. September gemacht werden, und die ers'en Wahlen finden am 1. Oktober statt. A b e r d e e n, 18. Sept. Die K'o nigin Victoria hat ihre Zustimmung dazu gegeben, daß der Herzog und die Herzogin von York im nächsten Jahr Australien besuchen, nachdem der Marquis of Salisbury den Plan unterstützt hat. Der Herzog von Jork wird im Namen der Königin das erste Parlament der australischen Konföderation eroffnen'.

Prinz 'Albert von Sachsen verunglückt. j Dresden. 18. Sept. Prinz Albert von Sachsen, der jüngste Sohn des Feldmarschalls Prinz Georg von Sachsen und ein Neffe des Königs Albert, kam am Sonntag in Wolkau bei Dresden bei einem Fahrunfall ums Leben. ! Der Prinz war 25 Jahre alt. Qt war Rittmeister und Eskadronchef im Ulanen - Regiment No. 17, Ritter des Schwarzen Adler - Ordens, etc. Chinesische Kopf - Jäger. Victoria. B. C., 18. Sept. Die aus China eingetroffenen Post Nachrichten bestätigen, daß die chinesischen Behörden eine Prämie von 50 Taöls für die Köpfe von Ausländern bezahlten oder bezahlt haben, und oaß wiederholt Chinesen verhaftet wurden, die Köpfe von europäischen Soldaten in Säcken fortschleppten. In dem Tagebuch des Vizekönigs Du Lu von Tien Tsin. das nach der Einnähme der Stadt den Verbündeten in die Hände fiel, befindet sich die folgende Einlraaung: 1000 2ac!3 für die Köpfe von zwei Amerikanern bezahlt, die bei dem Ver such Tien Tsin zu entsetzen, genommen wurden. 50 Taöls für die zwei Gewehre bezahlt, die bei dieser Gelegenheit er beutet wurden." Diese Eintragung erklärt, warum ohne Ausnahme alle Verwundeten getbdtet wurden, die den Chinesen in die Hände fielen. Als Kapt. Beyts und drei Marine - Soldaten bei der Einnahme des Hsi Arsenals fielen, versuchten die Chinesen den vier Gefallenen die Köpfe abzuschneiden. In der nächsten Nacht wurden einige Chinesen angetroffen, die sich in einem Hirsen - Feld verborgen hatten, und die. als sie zu fliehen versuchten, mit den Bajonnetten niedergestochen wurden. Einer der Chinesen hielt mit großer Hartnäckigkeit an einem Sacke fest. Als der letztere geöffnet wurde; fand man darin den Kopf des Ver. St. Marine - Soldaten Watkins. Amerikanische Kohlen im - Ausland. London, 18. Sept. Die britische Admiralität kauft weiterhin größere Posten amerikanischer Weichkohle. Soeebn hat sie vier weitere Schiffsladüngen beider New River Co. in NewPort News bestellt. Zwei davon sind für die Kanalflotte, eine nachMalta und die vierte nach China bestimmt. Die Admiralität , findet,, daß' die amerikanische Kohle der aus Wales namentlich für Distanzfahrten überlegen ist. Auch Spanien. Italien und Rußland sind als Käufer für amerikanische Kohle im Markte, obgleich die Frachtkosten dieselbe erheblich vertheuern. Seltsamerweise stellt sich die in Barce lona und Genua abgelieferte amerikani schc Kohle etwa anderthalb Dollars billiger. als die hierher verschiffte. Förderer englischer Anthracitkohle erklären, daß ihr Geschäft durch die amerikanischenExporte wenig bkeinflußt

werde, da sie für lhre Produktion ausreichenden Absatz haben. Mißglückte? Fluchtversuch. Rom. 18. Sept. Der hier jüngst wegen anarchistischer Umtriebe zu vier Jahren schweren Kerkers auf der Insel Ponza verurtheilte Pietro Maresca, welcher sich der Strafvollstreckung durch die Flucht entzogen hatte, ist in Neapet wieder eingefangen worden. Die Umstände sind höchst sonderbare. In Neapel langte aus Rom eine große Kiste an. deren Inhalt als Tuch dekla rirt war und die mit einem französischen Dampfer nach Marseille weiter ge hen sollte. , Beim Umladen stürzte die Kiste von der Höhe des Decks in den Raum .hinab. Ein Schmerzensschrei ertönte. Die Frachtverlader glaubten zuerst, die Kiste sei auf einen von ihnen gefallen. Bald bemerkten sie aber, daß das Stöhnen und Wimmern aus der Kiste kam. Sie wurde geöffnet und Maresca halb erstickt herausgezogen und prompt verhaftet. Er war bereits drei Tage eingenagelt gewesen, N i e s i g e r ,A n d r a n g a u f d e n Dampfern. London, 18. Sept. Die Dampfe? ..Kaiser Friedrich". St.Pau'.', Umbria" und Deutschland" haben mehr als 2000 Passagiere nach New Aork mitgenommen und auf den im Laufe der nächsten vier Wochen folgenden Dampfern .ist auch für Geld und gute. Worte kein Platz mehr zu haben, sl' hohe Preise auch geboten werden. Nie sind so viele Amerikaner in Europa gewesen, und man schätzt, daß sie an 525.000.000 in England. Deutschland, der Schweiz und namentlich in Frankreich gelassen haben. Auch Londoner und Pariser Schneider berichten von enor--mett Umsätzen mit Amerikanern. Die Touristen haben viel gethan, um den Europäern einen Begriff von der ameri kanischen Prosperität beizubringen. m Die Jndiana Forestry Assocl. ation hält am 20. Sept. ei.: Siu im Commireial Klub. - i

Inland Depeschen. 3er MKiiMcr.Slrcik In dcrHartkohlcu-Ncgion jetzt in vollem Gange. Die Zahl derer die sich an dem Streik betheiligen , porlausig noch , nicht genau bekannt.

Beide leiten voller Hoffnung auf einen endgültigen Sieg. Die Lage in Galveston. - James Howard vor Gericht. 'D e r Streik der Kohleng r ä b e r. H a z l e t o n. Pa., 18. Sept. Der große Streik der Bergleute in der An thracit Kohlen - Region von Pennsyl vanien ist jetzt in vollem Gange. Jede Seite ist vollerHoffnung und überzeugt siegreich aus dem Kampf hervorzugehen,' und keine der beiden Parteien ist zum Nachgeben bereit. Soweit haben noch keinerlei Unruhen stattgefunden. Die genaue Zahl der Leute, die sich dem Streik angeschlossen haben, kann vorläusiz noch nicht angegeben werden, die Beamten der United Mine Workers sind, aber mit den Nachrichten, die sie während des Tages erhalten haben, sehr zu frieden. In dem biesigen Distrikt, der als.No. 7 bekannt ist. sind 16.000 Man ner in und an den Gruben beschäftigt. Von dieser Zahl haben, ungefähr 50 Prozent oder 8000 Männer den Streikbefehl ohne Weiteres befolgt. Fünftau send davon gehörten .Gruben an,, die ganz außer Betrieb "waren und 3000 solchen, die nur theilweise in Betrieb waren. .' In dem südlich von hier gelegenen Distrikt, als South - Side bekannt, ist die Arbeit allgemein eingestellt worden, ausgenommen in den Coleraine. Beaver Meadow und Carfon Gruben. 'In diesem Distrikt sind die' United Mine Workers sehr stark. Auf der Nordseite sind die Lehigh. Milnesville. Ebervale und Drifton No. ,1 Kohlengruben außer Betrieb. Sie beschäftigten zusamwen 1500 Arbeiter. Die Gruben in Littimer und Pond- Creek., in denen 1200. Männer beschäftigt sind, sind in vollem Betrieb, in allen anderen Gruden in diesem großen Distrikt sind aber nur wenige Leute an 'der. Arbeit. In drei der von Markle -Minen sind ungefähr 65 Prozent der Leute an der Arbeit. Hazleton war heute eine sehr lebhafte Staot. Aus allen umliegenden Städten kamen die Bergleute herein und sie standen überall in Gruppen herum, die Sachlage besprechen Präsident Mitchell. der am Sonntaa Abmd vom Westen ankam, war während des Tages überaus gesebaftiz und er nahm während des ganzen Tages Berichte in Empfang. Präsioent Mitchell entschied einen wichtigen Punkt in der Marble '& Co.'scken Schiedsaerichtsanaelegenheit. Die von G. B. Marble & .Co. beschäftigten Bergleute beschlossen in letzter Woche, nicht zu streiken, bis die Firma eine Entscheidung in Bezug auf ihre eigenen Besckwerden abgegeben habe, die von denjenigen der United Mine Workers etwas verschieden sind. Es besteht eine Vereinbarung zwischen .der,. Firma, und den Leuten, daß wenn.es nicht möglich sein sollte, sich über bestehenden Differenzen zu einigen, die streitigen Punkte schieosgerichtlich . geschlichtet j werden ' sollten. Am Sonntag willigte nun John Markle ein. daß der Erzbischof Ryan von Phila delphia eine endgültig: Entscheidung abgeben solle, wenn die bereits von der Firma und den Bergleuten ernannten Vermittler nicht im Stande sein sollten, sich zu einigen. Präsident Mitchell will sich aber nicht darauf einlassen und er hat erklärt, daß, um einen Sieg erringen zu können, alle Kohlengräöer streiken müssen und es nicht gestatt:! werden dürfe, dafe individuelle Vereinbarungen mit einzelnen Grubenbesitzern getroffen würden. ' '. - ' . Die Anthracit Kohlen-Region ist. in vier groß: Distrikte 7',e'mgetb!ilt: .die Lackawanna. Wyomin'a. Lehigh und Schuylkill Regionen.'' Ju den beiden ersten Distrikten, in deaen' ungefähr 90. 000 Männer'' beschäftigt-, sind, ist der Streik ein fast allgemeiner. ' Nur eine Grube, die einige hundert Arbeiter beschästigt. ist in Betrieb, und die Streiker hoffen, auch diese bald schließen zu tön. nen. In der Lchigh-Regön haben ungefähr 8000 von 16.000 Männer die Arbeit niedergelegt. In der SchuylkillRegion ist die Union nicht sehr stark uad die Leute haben hauptsächlich aus diesem Grunde keine besonderen Bsciwerdcn und der Streik unter den 50.000 Verg. leuttst, die dort bcschäftigt sind,, ist dais

iern allgemeiner. Alle Anzeichen ds!en aber darauf hin. daß am Dienstag einige der Minen, die Montag noch in Betrieb waren, gezwungen fein werden, zu schließen, obgleich die Kohlenkompagnim behaupten, daß all: ihre Gruben in Betrieb bleiben würden. Die Streikführer geben sich jetzt, die größte Mühe, die Arbeiter in der schwachen Schuylkill- und Lehizh-Region zu organisiren. Die chinesische Frage. W a s h i n g t o n. D. C.. 18. Sept. Der chinesisch: Gesandte hat eine De pesche von dem Prinzen Ching, Peking, den 8. Sept.. datirt. erhalten, in welcher der Prinz erklärt, daß er, gemeinschaft lich mit Li Hung Chang bevollmächtigt worden sei, Frieden zu schließen. Der Gesandte Wu wird dann aufgefordert, den Sekretär Hay zu ersuchen, daß der Ver St. Gesandte Conger instruirt werde, sofort mit den Friedensunterhandlungen zu beginnen. W a s h i n g t o n. D. C.. 18. Sept. Das Staatsdepartement hat eine Depesche von dem amerikanischen Konsul in Fuchau erhalten, worin der Wortlaut eines Vertrages zwischen dem Vizekö niz sowie dem Tarnren-General der Provinz Fuh Kien und den fremden Konsuln enthalten ist. Es ergiebt sich daraus, daß die chinesischen Behörden alles in ihrer Macht Stehende thun wollen, um das Leben und Eigenthum aller Fremden zu beschützen, die in Fuh Kien und in Amoy wohnen, daß dagegen das ccntrale und südliche China nicht von irgend ein:r Macht angegriffen werden soll, solange die dartigcn Behörden die Ordnung aufrecht erhalten. .Auch sollen die Admiräle er sucht werden, keine Kriegsschiffe in größerer . Anzahl nach Fuchau zu sende, um die Einwohner nicht unnothizer Weise zu erbittern. Der Vertrag ist von dem russische, japanischen, britischen und ' französischen Konsul einerseits und vom Vize könig Hau Fing Knei' und General 'Shan Lien andererseits unterzeichnet. Kais e r W i l h e l m ' s,S y m p a 'thie - DYp es'ch'e." W a s h i n g t o n , D. C.. 18. Sept. Der Präsident McKinley hat die fclgende Sympathie - Depesche in Bezug auf die Galveston'e? Katastrophe von dem deutschen Kaiser erhalten: Stettin. 13. Sept. 1900. An den Präsidenten der Ver. Staaten, Washington: Gestatten mir Ew. Excellenz, hiermit meine innigsteSympathie wegen des furchtbaren Unglücks, das dieStadt und den Hafen von Galveston. wie auch viele andere Punkte an der Küste heim gesucht hat. zum Ausdruck zu bringen. Ich bedauerö mit Ihnen den furchtbaren Verlust an Leben und Eigenthum, der durch den Orkan verursacht worden ist; der Größe des Unglücks kommt aber der unbezwingbare Geist der Bürger der neuen Welt gleich, die in ihrem langen Kampf mit den zerstörenden Gewalten der Natur immer siegreich gewesen sind. Ich hoffe mit ganzem Herzen, daß Galveston wieder mit neuer Profperi tät gesegnet sein wird. Wilhelm I. R." , Die Antwort des Präsidenten lau tete wie folgt: Washington. D. C.. 14. Sept. 1900. An Seine kaiserliche und königliche Majestä. Wilhelm II.. Stettin. Deutsch, land: Die Sympathie- und Kondolenz Depesche Ew. Majestät bat die amerika nische Regierung und das amerikanische Volk höchst angenehm berührt, und in deren Namen, wie in demjenigen der vielenTausende. die bei dem Galv:ston:r Unglück theure Angehörige verloren oder sonstigen uners'ätzlichen Verlust erlitten haben, danke ich Ihnen von ganzem Herzen. William McKinleys Ein Defizit von $27000. . Chicago. Jlls.. 18. Sept. Nachdem am Sonntag George ForbeZ. der Zahlclerk der Ersten National Bank seinem Leben mit einem Revolrerschuß ein Ende gemacht, wurde am Montag eine Untersuchung 'seiner Bücher angeorvnet. und dtVe brachte denn auch bald die Thatsache ans Licht, daß ein Defizit von M000 vorfanden war. Ehe sich Forbes am Sonntag eine Kugel durchs Herz schoß, schrieb er einen Brief an seine Mutter, in dem er unter Anderem sagt: Ich war schwach und gestatteteTemjcnigen,' den ich für - meinen besten Freund hielt, mich ins Unglück zu stür zen. Ich habe ihn seit dem 1. September nicht mehr gesehen und weiß nicht, wo er lst' . . ' Die Beamten der Bank glauben, daß der Freund, auf den in dem Brief Be zug genommen wurde. ,Wm. B. Dunton ist. .Dunton und Forbes waren beide in der Union National Bank .an gestellt, als diese mit der Ersten Natio nal Bank verschmolzen wurde. Herr D. R. Fargan, der frühere Präsident der Union National Bank, der jetzt Vize - Präsident der Ersten National Bank ist. sagte heute: . .AU sich die Union National mit der Ersten. National Bank vereinigte, wur

oen oie iurrz angewiesen, jedem einzel nen . unserer Korrespondenten einen Ausweis über sein inöioiduell?s l5,nnta

zur Bestätigung zuzuschicken. Wir, ha . ben nun gefunden, daß alle korrekt wa ren, ausgenommen diejenigen . Conti, ' die Dunton in Hand hatte. Die Unter suchung der Bücher hat ergeben, daß tz20,000 fehlen. Dunton hatte mit der allgemeinen Büchführung nichts zu thun, und um die Betrügereien zu ver decken, mußte er einen Mitschuldige ' gehabt haben. Die Polizei forsch! jetzt nach Dunton.. Die Lage in Galveston. Galveston, Tex., lg. Sept. Mit dem Aufräumen in der Stadt geht es jetzt rasch vorwärts. Die Militärbehörden haben jetzt allmählig System in die Arbeiten gebracht, und die Arbeiten so vertheilt, daß fast gar keine Unterbrechungen oder Störungen mehr vorkommen. Während des Tages sind nur mehr 45 Leichen gefunden worden wie aus den dem Gen. Scurry eingelieferten Berichten ersichtlich ist; ein Zeitungs - Korrespondent behauptet aber, daß 130 Leichen, von Männern, Frauen und Kindern, gefunden wor-, den seien. Der Gesundheitsbeamte Wilkinson laate am Abend, daß bereits 40 Prozent aller Trümmer etc. van den SUaßen fortgeschafft worden seien, dß 95 Prozent der Leichen geborgt :md 95 Prozent der todten Thiere au der Stadt ge. schafft worden seien. . Es ist immer noch eine ungeheure Arbeit zu verrichten und in einigen Stadttheilen ist mit . dem Fortschasfen der Trümmer kaum begonnen worden, die 15 bis 20 Fuß hoch aufgethürmt sind. ' Die Eisenbahnen machen schnelle Fort schritte mit dem Repariren ihrer Geleise und Brücken. Die Santa F6 Bahn hat' ihre Geleise wieder bis Texas City in guter Ordnung. Man glaubt, daß am nächsten Donnerstag wieder Züge im hie. sigen Union Bahnhof einlaufen wrden. Am Samstag wurden in d:n zehn Wards im Ganzen ungefähr 16,000 Personen Mit . Lebensrnitteln versehen, und am Sonntag war die Zahl etwa; größer. Vorräthe kommen von allen Seiten an. j Die Lage ist im Ganzen eine ziemlich hoffnungsvolle. Geschäftsleute treffen Arrangements, um so bald wie möglich ihre Geschäfte wieder aufzü nehmen; es wurden bereits Bestellungen für Waaren ausgeschickt und Kontrakte für den Wiederaufbau der Häufer abgeschlossen. D e r Howard-Prozeß. ' F r a n ! f o r t. Ky.. 18. Sept. Zum ersten Mal feit Beainn des Prozesses gegen Ja'. Howard, welcher der Mitfchulo an der Ermordung des Senators Goebel angeklagt ist. kam es heute zu sensationellen Zeugenaussagen, welche die Schuld d?s 2wa:tlaat?n direkt zu be weisen suchten. Bowman Gains, etrr Leihstallbesitzer, identifizirte Howaro als den Mann, welche? kurz nach Ab.uerunz des verhänanißvollen Schußes aus der Hinterthür das Staatszebäudes davoneilte, und James Stuöblefiels, ein ein armiaer und einbeiniger früherer Hilfssherisf, sagte unter End aus, daß Howard ihm gegenüber zuaestanden. daß er 'auf Goeöel geschossen und sich seiner That gerühmt habe. Besonders die letzten Zeugenaussagen werden von der Staatsanwaltschaft als höchst bedeutsam und für die Schuld des Angeklagten alZ j überzeugend erachtet. Auch ein anderer Zeuge, I. L. Jones von Knox County, machte Aussagen, welche die eidlichen Erhärtungen des Zeugen Stubblefield zu bestätigen schienen, doch wurde sein Zeugniß von den Anwälten der Vertheidigung als völlig unzuverlässig erwiesen, da Jones bereits zwei Termine im Zuchthause gesessen hatte und ihm außerdem für Ueberführung des Angeklagten Geld ver-. sprochen war. Während die gravircnden Aussagen von den Zeugen gegen ihn gemacht wU7den, verlor Howard keinen Augen blick seineRuhc.sondcrn sprach völlig gelassen mit seinen Anwälten. Die anderen Zeugen brachten nicht viel Neues vor. m Schiffs.iachrichten. Cherbourg, 17. Sept. Abgegangen: Deutschland" (von Hamburg und Southampton) nach New Jork, Aller" (von Bremen und Southamp ton) nach New Fork. New Yor k. 17. Sept. Angekomrnen: Astoria" von Glasgow. Mm nehaha" von London. m t i r . I C . Bremen, n. epi. nngeiouimen: Großer Kurfürst" von New Aork, Via Southampton. Southampton, 17. Sept. Ab. gegangen: Friedrich der Große" (von Bremen) nach New Aork. G l a s g o w. 17. Sept. Angekommen: Assyrian" von Philadelphia, .City os Rome" von New York, La vonia" und Sarmetia::'' von Mon-treal.