Indiana Tribüne, Volume 23, Number 361, Indianapolis, Marion County, 17 September 1900 — Page 7
Jndiaua Tribüne, Montag, den 1,7. September 1000.
Der Vater zweie. Ginc Geschickte c.u bcm modern? Berlin rci: 5 a n s Hopfen.
i I i fTM nfMMl rt I . " l g tR rW...lta.Ulkl. Am ersten Oktober war Benrchard Lehrinz, wie es Reußthal dem alten Harbinion versprochen und ohne son'ii&z MÜ5: vorbereitet hatte. a!5 !njahrig-Freiwill:g:r H die Armee getreten. 2fam in Haus und Fabrik miede? Freud?, Thätigkeit und gute Aussichten eingeteilt waren, nun die langen Schlei: wieder vollen Damps ausfauchten und die Arbeiter wie vor dein Streikn hellen Haufen zum ersprießlichen Tagwerk antraten, wollte Gustav Behring auch den Wunsch des Lohnes nicht unerfüllt lassen. Aber eh' er ihn gum Militär cutließ, hielt er ihm in Gegenwart seines Rom pagnons Wildheim eine ernsthafte Rede, die ihn: Ihr inachen sollte, daß der alte Reichthum noch keineswegs zurückSkiomnien, sondern lediglich die H?sfnung vorhanden sei. sich nach und nach wieder zu etwas Wohlstand emporzuarbeiten. Vorderhand waren die Lehring noch arme Leute, die nur durch W':idiinZ starke Vihilse warfen L:iri::i, in lerren crlciisan.cn atie.i dv 'IziSiii wieder eir.zuolcn. und nur, njsnn da Gluck sie d:- j i y , r n Ttf - s"l:"s'" Bernhard sollte sich daher nicht einbilden, oaß er ilber Nacht wieder ein Sohn sorglose? Kapitalisten geworden wäre, sondern die nüchtern allein richtige Anschauung der herrschenden Verhältnisse !nit dem Vater theilen, sich nach dem b'.scheidenen Deichen, das ihm gewährt werden könnte, strecken. alle uözrflüssigen Ausgaben streng verrneioen und sich weder vom Glänze seiner blanken Knopfe noch von der Ueppigkeit leichtfertiger Kameraden, noch von der eigenen Jugendthoihe'.t verleiten zu lassen, blinden den Tag hinein zu wirthschaften, sondern jede Mark, ja jeden Groschen in der Hand umdrehen. eh? er ihn ausgäbe. n l r , i . jjti aier ocyarn niazi nur, ci cai den Jungen, seiner Lage jederzeit eingedenk zu sein. Der Posten auf der Tan! werde ihm von den Direktoren ein Jahr lang offen gehalten werden, so daß er nach Vollendung seiner ersten Dienstpflicht mit denselben Aussichten wieder in die verlassene Stellung werde zurückkehren können, die er vor seinem Abgang zum Regiments sich verdient habe. Er solle ein tüchtiger Soldat werden, aber auch seine Zukunft im Auge behalten und über dem stolzen stramm schreitenden Mars den nahrhafteren Gott Merkurius nicht vergenen. Bernhard, glückselig, daß er endlich das langersehnte vielgeliebte, doppelte Tuch auf dem Leibe trug, versprach Alles, was man von ihm wollte, und horte dann mit einer gewissen Pflichtschuldigen Geduld auch noch Herrn Fritz Wilvheim an, der, wahrscheinlich aus eigener Eifahiunz so klug, dieVer.lockungen, die auf einen Einjährigen lauerten, nochmals warnend betonte. dann aber doch die Liebenswürdigkeit hatte, wärmer hinzuzufügen, daß Bernhard jederzeit daran denken dürse, wie er nicht nur der Freund des Vaters, sondern auch der Freund der Kinder sei, und daß Behrings Sohn in kitzlichen Momenten getrost an Wildheims Freundschaft oppelliren möge. Lassen S'? mich schloß er, nicht nur der Geschäftskompagnon Ihres Herrn PapaS sein, sondern auch an seinen häuslichen Freuden und Sorgen bescheidenen Antheil nehmen." Verhard machte dazu ein militarisches Kompliment und sah außerordeutlich ernsthast aus, als er sich für dies leichtverständliche Anerbieten bedankte. Hatte er gemußt, auf was für schwere Proben er bald die so sreimüthig angetragene Freundschaft des älteren Mannes stellen werd?, sein Ernst wäre wahrscheinlich nicht blos Schau'gepränae gewesen. So lachte er hinter seiner finsteren Miene, denn er dachte: Die Fremden und Sorgen, daran Du tbeilnebmen möäüeu. die rennen wir: der Name Mathilde 'deckt sie allesamm:. Und in dieser Anwandlung Wände und Herzen durchschauender Ueüerlegenheit nahm er es leider auch mit des Vaters traurig vorgebrachten Worten ein wenig leichter, als er anfangs selber wollte. Es waren beide gute Leute, gewiß! Aber was wußt:n sie beide viel von sei' nen Plänen! Und auch von den Mitieln, die ihm dazu helfen sollten, wußten sie nicht viel mehr! Bernhard vermeinte ja seinen Adoptivvater noch immer zu lieben und zu verehren, wie vordem. Indessen glaubte er doch nicht übersehen zu können, daß Sehring sich bei dieser Gelegenheit mehr als nöthig zuknöpfte und, wenn er ganz im Geheimen für sich das letzte Wort sagen durfte, auch ein wenig übertrieb, indem er noch immer seine Armuth betonte, die doch in der That und Wahrheit nunmehr zu "den geschlossenen Akten gehörte. Gott sei's gedankt! Vielleicht, setzte Bernhard überweise hinzu, vielleicht ist es die Furchtsamkeit, die Kleingläubigkeit des Alters, die sich in dieser nicht ganz ehrlichen Weise manifestirt und strebsamer Jugend durchaus bange machen möchte. Ich iin doch, weiß Gott, von Natur aus nicht leichtsinnig und nicht verschwenderisch. De? Alte hätte mir gegenüber nicht so grell die Farben aufzutragen brauchen. Da hatte sich Dava LarburtvÄ fca
anders zu ihm gestellt, und wie ihm dünkte, väterlicher. Der Wahrheit die Ehre, Bernhard hatte recht lange ge braucht, bis er zu diesem eines späten Tages wie vom Himmel herabgeschneiten Vater ein Herz hatte fassen können vielleicht länger, als recht war. Noch heute fand er den geforbenen Mann" nicht immer auf der Höhe des europäiscken Taktgefühls, und dieser ersparte seinnn Sohne, besonders in dem gewissen Klub vornehmer Lebemänner, noch immer nicht alle Verlegenheiten. Aber be! Bernhards Eintritt in die Armee hatte PapaHarburton sich großartig benommen. Papa Behring hatte ja alle die nothwendgien Ausgaben seiner Equipirung bereits bestritten und in dieser Beziehung dem Andern nichts zu leisten übrig gelassen. Um so schöner war Bernhard überrascht, als ihm dieser am Abende des ersten Oktober einen Tausendmarkschein mit der Versicherung in die Hand drüäk: Du bist mein Sohn, ich möchte nicht, !)ah Du Dir etwas abgehen ließest. Was die Andern können, das darfst Du auch!" Nun also, was brauchte er sich va nach dem knappen Deckchen zu strecken, das man ihm im Komtor der Fabri! angewiesen hatte. Freilich, als die ersten tausend Mark zum Teufel gegangen waren und sie waren merkwürdig rasch gelaufen, ohne d.-.ß Airnhzrd die Empiindung gehabt halte, zu vergeuden da ward isiai
etwas unbehaglich zu Muihj. Gar so gleich konnte er Pa Harburton doch nicht wieder anbohren. Dazu war der zu sehr Kaufmann und hatte keinen Sinn fürs Militär und keine Ahnung, wie'S dabei zuging. Wie er an jenem Abend so gar nicht mehr mitzuthun." so gar nicht standemgemäß aufzutreten und auch die Verstimmung seines Unteroffiziers nicht zu beseitigen vermochte, da schalt er im Stillen auf den Leichtsinn Papa Harburtons, der seinen Leichtsinn geweckt und ihn dadurch in den Ruf eines reichen Vengels gebracht hatte, dem man es nur als Engherzigkeit und Schofelei anrechnete, wenn er nicht einen Tag wie den andern mit den Goldkrönen um sich warf. Mit dieser Einsicht in seine kitzliche Lage wandelte ihn Unzufriedenheit mit Papa Harburton an, der ihn in einem Alter verhätschelte, wo man dafür keinen Dank weiß, um so weniger, da dieser bei seiner Güte Hintergedanken hatte, die dem Sohne ja kein Geheimniß waren. Papa Behring hinwiederum war zu streng und schroff und Bernhard fand keinen andern Ausdruck dafür zu geizig. Wenn man nur den einen einzigen Jungen hat und den so zu lieben vorgibt, wie er, und sich wieder in geordneten Verhältnissen befindet, wie er, da braucht man ihn in dem einzigen Jahre, wo er ein wenig aufhauen muß." nicht so hundekurz zu halten wie einen Setter, der sich nicht sattfressen soll, um nicht lazdfaul zu werden. Hei. wenn sie Beide freigebig wären, das wäre ein beneidenswertyer Zustana . . . aber so war er eigentlich mit beiden Vätern unzufrieden, wie auch er in Wahrheit weder den Wünschen des einen noch denen des andern entsprach. Genau betrachtet, genirten sie ihn alle Beide, da ja ein Jed:r nur dazu da zu sein schien, ihn dem andern zu entfremden. und das langsam, aber sicher auch zuwege brachte. So fühlte er sich, wenn er im Katzenjammer oder in der Geldklemme darüber nachdachte, vom einen losgelöst und doch dem andern nicht anhänglich zu machen. Es that ihm leid, aber er konnt's nicht hindern. Wirklich nützlich war ihm in seiner jetzigen Lage keiner von Beiden. Indessen war in den ersten Monaten seines Dienstes die Zeit zum Klügeln und Nachdenken äußerst kurz bemessen. Die Ansprüche an den physischen Menschen waren nicht gering und demcntsprechend die Ermüdung groß. Bernhard war froh, nach des Tages Mühen und Anstrengungen so früh wie möglich in's Bett zu Griechen und durchaus nicht darauf bedacht, sich von dem so nothwendigen gefunden schlafe vor Mitternackt vielabudrecken. undwär's u Gunsten noch o lustiger Geieuicnarr. Äls Einjähriger den bewußten Spiellluö zu besuchen, daran konnte ohnehin nicht gedacht werden und wenn ihm die verwünschte Lasterhöhle auch öfter in müßigen Gedanken spukte. So verging der Winter schnell und geschäftig, ohne daß er Harburton. wie bereits gewohnt, auf abendlichen Wegen begleiten konnte. Daher kam der Alte des Oefteren am Tag auf feine Bude, wenn er ihn dort vermuthete, ließ sich von dem ihm überaus verwunderlichen Kriegerleben berichten und versäumte nich, der Begeisterung des Sohnes die Nothwendizkeit gegenüberzustellen, sich drüben in seiner neuen Heimath ein gewinnbringendes Dasein als Kaufmann zu begründen. Allerhand Aussichten und Pläne wurden durchgesprochen. Harburton berichtete von Briefen, die er zu Gunsten seines Sohnes geschrieben, von Aussichten, die man ihm für diesen eröffnet hatte, und der Plan, dem Vater nach Amerika zu folgen, setzte sich dabei so sest, daß sie manchmal schon die Zeit der Ueberfahrt berechnen und das Schifs auswählen zu können meinten. mit dem der Eine und der Andre von Europa abzudampfen gedächte. Dafür horchte dann wieder JgelsbachHarburton geduldig und scheinbar entzückt, wenn ihm sein Fleisch und Blut von guter Führung im Dienst und günKiaen Aussichten, am Ende deZ FreiwilliseiuabreH. das BeWiaunasieua-
niß zum Offizier zu erwerven, mu strahlenden Augen berichtete. Im Frühling hatte sich Bernhard bereits mit Leib und Seele in doppelt Tuch eingelebt. Das gelobte Land Amerika schien ihm noch einmal so weit hinter dem Ozean zu liegen alS vordem, so viel auch der alte Herr davon zu rühmen nicht müde ward. Die gu:n Folgen körperlicher Anstrengung machten sich sichtbar. Bernhard war breiter und voller geworden ein ganzer Mann," sagte Harburton, und klopfte ihm stolz die Schultern. Nach sechs Monaten kriegte der Soldat die Knöpfe des Gefreiten. Das war Harburton so gleichgiltig wie nur irgend etwas, aber es gab willkommenen Anlaß, das Ereigniß mit einem glänzenden Diner in einer feinen Garküche zu seiern. Bei dieser Gelegenheit sah Bernhard auch ein paar von jenen Gesichtern wieder, die er in der Zeit vor einem halben Jahre so ost neben feinem Erzeuger zwischen Kerzenlicht und Karten geschaut hatte. Sie überhäuften ihn mit Lobsprüchcn und Glückwünschen und besonders der eine, ein Graf aus Polen, versäumte nicht, sein Bedauern auszudrücken, daß sie ihn nun des Abends vermissen müßten, wo er durch seinen frischen Geist und seine gute Laune so oft erquickend aüspefann mx. Das kennte aber nun nichts c'.i-
dcrn. Wieder ein V!er!el!chr später. Ur. Juli, avancirte Bernhard QetjiiiK znin Unteroffizier., Da rüstete HarourtonJaelsbach ein'noch weit kostlicheres Diner und lud dazu ein halb Dutzend seiner Freunde. Auch Premurlieutenant von Reußthal erwies Vater und Sohn die Ehre zu erscheinen und entzückte Jung und Alt durch Liebenswürdigkeit und Witz. Es ward scharf qezecht, und die Lust zu spielen, hoch zu spielen, ward laut, als man zum Kaffee den besten Cognac einschenkte. Der vorsichtige Wirth war aber für solche Scherze nicht zu haben und die Kellner machten, feiner strenaen Wenuna entsprechend, mit aller Ergebenheit Schwierigkeiten. Da schlug der gräfliche Polack als das einzig Richtige vor, die Nachfeier in die Klubraume zu verlegen, ein Gedanke, der allgemeine Zustimmung hervsrrief. Vater Eberhard dachte nicht anders, als daß er sein Fleisch und Blut, wie's ging und stand, mitnähme. Das Kind sollte sich nur auch wieder mal dort sehen lassen, er wollte einen Niesenspeech auf den neuesten und besten Unteroffizier der Armee halten und den Sekt in den bekannten Strömen fließen lassen: aber Reußthal säumte nicht, dem jungen Manne klar zu machen, daß es durchaus Nicht anginge, sich als Emjähriger und noch dazu in Uniform, in einer geschlossenen Gesellschaft hreit zu machen, darin ein Premlerueutenant, ja höhere Stabsoffiziere außer Dienst sich einem etwas ungezwungenen Verkehr überließen. Das müssen Sie sich nun schon verkneifen, lieber Berni," sprach er leise, .bis Sie sich die Qualifikation zum Lieutenant erworben haben. Ihr Papa hätte das bedenken sollen. Fragen Sie mich doch in solchen Fällen 'vorher, wenn Sie selbst Ihrer nicht sicher sind. Und jetzt drücken Sie sich ganz sachte, aber rasch, denn Ihr Väterchen, der von derlei Nothwendigkeiten in seiner republikanischen Unschuld keine Ahnung hat, will Radau machen." Berni fand seine Unbedachtsamkeit nun selber unverzeihlich, um so reizender die liebenswürdige Strenge, mit der ihn Reußthal vor unangenehmen Erfahrungen bewahrt hatte. Vs war ein heißer Sommer 'und Bernhard diente weiter mit Lust und Liebe. Vater Vehring. über dessen Thun und Lassen wieder die Sonne schien, lebte frisch auf und sah mit glücklichen Augen auf seine Fabrik und feine Familie. Nun durfte er auch wieder etwas für seine Gesundheit thun. Er verließ im August die Stadt mit seinen drei Damen, um sich in einem Badeort zu starken. Die Regimenter waren in's Manövaterrain gezogen. Auch E. I. Harburton war aus der Reichshauptstadt verschwunden. Die eirttn wollten ihn in Spaa, die andern in Ostende gesehen haben. Wahrscheinlich war Äeides richtig. Der Mann haßte vor Allem Unthätigkeit. Die Zelt flog Allen rasch dahin. So war es ohne sonderliche Ereignisse wieder Herbst geworden, und als Ende September der Unteroffizier Behring in feiner Garnison Berlii? einrückte, wirthschafteten die Seinen langst wieder im behaglichen Heim an der Spree und der rührige Mann aus Californien legte die gewohnten Bänkchen in feinem Klub. I Bernhard hatte auch in den Manovern mij? als einmal das Lob seiner Offiziere errungen und Niemand konnte seine? Zuversicht auf verdiente Beförderung widersprechn. Weniger behaglich in seiner Haut, auch weniger behaglich in seiner sch'önen Uniform fühlte sich Reußthal, der. aus den Feldstrapazen dieses Herbstes nach Berlin zurückgekehrt, von allen Seiten von Gläubigern bedrängt wurde und bei seinen Lorgesetzten immer öster jenen forschenden Blicken begegnete, die nichts Gutes weissagten. In der wachsenden Unbehaglichkeit erinnerte er sich an das Versprechen Hardurtons, daß dieser seinetwegen mit Mathilden endlich ein bestimmendes Wort reden wollte. Es war die höchste Zeit. Denn der einst so innige Verkehr mit dem Ickönen Madcben wsr .leit
Monaten immer kühler, immer sparlicher geworden. Spöttische Andeutungen Seraphinens, daß ein Dritter störend zwischen ihn und ihre Schwester getreten wäre, hatte er Anfangs verlacht. Zwei Monate hatte er dann nichts von ihr gehört noch gesehen. Jetzt schien ihm so Manches im Verhalten Mathildens den Verdacht zu stärken. Da mußte Klarheit geschaffen werden. Dazu war Harburton der berufenste Vermittler. Aber, der 'Offizier konnte nicht verkennen' daß sich der Amerikaner trotz seines üppigen Gleichmuths im Verlieren namhafter Summen auf längere Dauer in dieser wunderlich gemischten, aber um so mehr auf tadellose Manieren erpichten Gesellschaft nicht halten werde, zumal er neulich geradezu flegelhaft geworden war. Da hatte er denn etwas Feuer hinter seine Thatkraft gemacht, um noch vor der vorauszusehenden Katastrophe den Einfluß des Alten aus sein Kind in Thätigkeit treten zu lassen. Auch Reußthal dachte so ähnlich wie Bernhard, wozu sind der Väter zweie gut, wenn nicht zu einer zweifachen Mitgift. Und eine solche mochte ihm wohl erwünscht scheinen. Eberhard Igelsbach hatte sich lange nicht mehr im Hause Vebring sehen lassen. Wozu auch? Seinen Sohn. auf den's ihm vor Allem ankam, sak er chnehin dreiviermal in der Woche, und mit Mathilden, die er für hoifärtig ::nd lieblos erachtete, schien sich ein Verkehr, wie er ihn so seh? gewünscht hatte, doch nicht anzubahnen. Als vollends die Fabrik wieder in Gang gekommen und Behring wieder der Kamm geschwollen war, hatte die Aussicht, sich von dessen Hoffart abtrumpfe? zu lassen, nichts Verlockendes für ihn . ' Auch als sich Reußthal wieder hinter ihn steckte, war er ganz abgeneigt, mit der hochnäsigen Person, die ihm. ihrem leiblichen Vater, so wenig Liebe bewies, noch einmal Unterhandlungen anzuknüpfen. Darüber verging viel Zeit. Aber Reußthal, dem es in seinem schönen rothen Kragen immer unheimlicher zu Muthe ward, dem überdies fern von Berlin die Eifersucht empfindlich gewachsen war, ermüdete nicht, dem Alten zuzusetzen und ihm das Familienglück auszumalen, das sie Alle an der Mündung des Sakraments vereinigen sollte. Also hartnäckig bearbeitet, widerstand er endlich der Anregung nicht länger, sich noch einmal an seine Tochter zu machen und nichts unversucht zu lassen, sie zu einer Verbindung mit dem schönen Manne zu bewegen, die dann die Uebersicdelung nach dem neuen Welttheil sicher zur Folge haben mußte. War erst Mathilde drüben überm Wasser, dann hatte er bald seine alte Familie wieder um sich. Denn, daß er Bernhard bereits so weit eingesponnen
hatte, daß dieser nach Vollendung seiner Dienstpflicht nichts Eiligeres zu thun haben werde, als in Hamburg oder Bremen einen Amerikafahrer zu besteigen, des glaubte er sicher zu sein. Und warum sollte seine Bemühung bei Mathilden fruchtlos bleiben? Sie lievie doch den schmucken Gardeoffizier eingestandenermaßen. Jgelsbach bot , . l. :t o r. int aio nur oic rsuuung iyrcs leiblichsten Wunsches an . . . Und daß sich Reußthal verpflichten müßte, ihm über Jahr und Tag nach San Francisco zu folgen, davon brauchte das etwas überspannte Fräulein vorderhand noch nichts zu erfahren. Bald erschien ihm Alles so klar und richtig gerechnet, daß ein Fehlschuß gar nicht in Betrecht kam. Und so. machte er sich, guten Erfolges sicher, auf den Weg in's verhaßte Haus. Um so verdrießlicher war sein Erstaunen, als er bei Mathilden auf ein, wie er sich später zu Reußthal äußerte ganz verhärtetes Herz stieß, das weder seinen väterlichen Ermahnungen noch seinen glänzendsten Versprechung, den geringsten Widerhall gewährte und von einer zwingenden Neigung zu seinem Schützlinge schon gar nichts mehr wiCen wollte. Sie werde unter allen Umständen von dein vielgeprüften Manne, der so schwere Zeiten binter sich habe und ih rcr jetzt so sehr bedürfe, nicht weicken, und was Herrn Premierlieutenant von Neußthal betreffe, so nehme sie's auf sich, diesen von der Fruchtlosigkeit seiner wiederholten Werbungen selbst zu überzeugen. Frostig und verstimmt schieden Vater und Tochter voneinander. -Und Leide fühlten, daß das ein Abschied für immer war. Sie hätte doch nie zu mir gctaugt, tröstete sich Jgelsbach-Harburton. W:nn ich mir nur den Ju:n erobere, darauf allein kommt's t. und daran wird's wohl nicht fehlen. Mathilden war die unwillkommene Werbung wie eine Mahnung erschienen, daß mit ihrer Vergangenheit, so ungern sie daran rührte, kaltblütig aufgeräumt werden mükte. (Fortsetzung folgt.) , "Als sich der O v e ? v o l izi - Inspektor C. Poldermans in Amsterdam neulich Abend von seinem Burcau in der Spaarndammerstraat nach seiner Wohnung begeben wollte, gab der 62jährige entlassene Unterbeamte H. Haaikes aus Rache zwei Revolverschüsse auf ihn ab. Poldermans wurde an Ifi linken Schulter verwundet und alsbald in einem nahegelegenen Kranhaus verbunden. Der Attentäter ist verhaftet und räumte ein, daß er seinen früheren Chej habe todten wollen.
Täglicher Marktbericht.
Viehmarkt. Indianapolis Union Viehhöfe, 17. Sept. Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und auswärts.. $5.50 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 5.00 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd 5.00 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Vfd. Stiere.... 4.65 Mittlere öis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 4.50 Gute bis gewählte Rinder. 4.25 Mittlere bis gute Rinder. Gewöhnliche leichte Rinder 3.00 Gute bis gewählte Küke.. 3.75 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis fancy Export Bullen 3.80 Gute bis gewählte Schläch ter . Bullen ' 3.50 Gewöhnliche bis qu!c!?!?n 2.50 Gute zkühe mit Kalo. . . . 30 GcwöhnlicheKüho n:i itaib Ist 3 ch n t x n c. h.ttc bis gciröhltc, mittlere und schwere $5.40 Gemischte. fchw.Packing 5.36 Gute bis gewählte leichte 5.50 Gewöhnliche leichte 5.45 Pigs 4.50 Noughs 4.75 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 5.90 5.60 5.50 5.00 5.00 4.85 4.10 3.50 4.40 3.60 3.00 7.00 5.25 4.25 3.75 o o r. o .t0 40 25 5.55 5.55 5.574 5.50 5.45 5.25 5.25 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute bis gewühlte Schafe 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.50 Stocke? 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 4.50 3.75 3.00 3.75 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, $1.25 per Crate, 6 Körben; 50c für i Bushel Korb. $1.25-1.50 per Bushel. Tomatoes, einheimische, 40c per Bushel. Citronen, 55 für 300; 5.50 für 360. Acpfel,neue. 75c per , 100 Pfund; 25c Bufhcl Box für faucy rothe. Feigen, 12zc-15c. - Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln. Persische 5c-0c per Pfund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per hundert. Ananas. 3.50 per Cafe 30-36. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. Cafe. Damson $1.50 per Faß. Canteloupes, Nocky Ford 1.50 per Crate; einheimische $4 per Faß. Trauben, per Pfund 4c. Birnen, hiesige, 75c per Bufhcl. Wassermelonen, $10-12 pcrHündert. Gemüse. Kraut, 75c per Faß. ' Zwiebeln, 8c per Dutzend Bunches; Neue Bermuda 2.00 per Crale; Neue Louisiana $2 per Faß; rothe Globe 75c per Bufhcl; weiße Globe $2 per Faß. Rothe Rüben, 15c per Dutzend. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Vun ches. Gurken, 20c per Dutzend. Neue Kartoffeln, 1.35 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mehr. Süßkartoffeln-Jersey $3.25 per Faß. Sommer'Cclcry,?15c per kl. Bunch. Korn, 3c per Dutzend. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 7-7c; hiesige Stiere 8-8$c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7ic-7c; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6c; Kühe 550 bis 050 Pfund 7c; Stier Vordcrvicrtcl 7c; Stier Hintervrertcl 10c; Rind vlnterviertel 9c; Rind Vor dervicrtel Gc; Kuh Bordcrviertcl 5c; Kuh yintcrvicrtcl 8$c. Frisches Kalbfleisch KälbcrlOc; Hin tcrviertel 12c; Vorderviertel 8c. Frisches Schaffleisch Lämmer per Pfd. 9k; Schafe 8$c; Schenkel lOjc; Nacks, kurz, 16c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund Ilse; 15 Pfund 12c; 12-10 Pfund 12h; Zweite Qualität 20-18 Pfund llic; 15 Pfund llc; 12 Pfund 12c; 10 Pfund 12c. Californifche Schinken 6 bis 8 Pfund 8ic; 10 bis 12 Pfund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer Cnglish Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 12$c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt Ilse; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, Ilse; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, Ilse. Speck, Eng!. Gewählter.. 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 12c; 10 bis 12 Psund im Durchschnitt, lHc. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9Zc; Klare Seiten, 30 bis 40 Vfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten,' 20 bis 30 Pfd., 10ic; Klare Bellies, 25 bis 30 Pfd.. lOc; 18 bis 22 Pfd., 10c;14bis 16 Pfd. , lOZc; Klare Rücken.'20 bis 25 Pfd., 9Zc; Rücken 12 bis 16 Pfd., 10c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 102c. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt, c; 16 Pfund im Durchschnitt, 9c;: 10 bis 12 Pfund 9c
Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. Sets, 12ic; Außenseiten 9c; Innen feiten 14Zc; Kiiöchcl14ic. Schmalz, in Ticrccs, 1, Qualität 81c; 2. Qualität 8c; 3. Qualität 8c. Würste, Geräucherte Bratwurst 7Zc; Frankfurter 7jc; Wienerwurst 7c; Knackwurst 7s c; Bologna in Därmen 6Ze, in Tuch 6jc.
Butter, Eier und Geflügel. - Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 12c per Dutzend. Hühner 7c, Spring Chickcns 8c Pfd. Turkey Hennen 6c, junge Hähne 5c, alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Dtzd. ' Getreide. Weizcn-No. 2 rolhcr 76c auf den Geleisen, 7fo von der Mühle ; No. 2 rother 72-74c; Scplbr 76c aus den Geleisen; Wagenwcizen 76c. Korn-No. i weiß 42c; No. 2 weiß 42Zc; No. 3 weiß 424c; No. 4 weiß 39-41c; No. 2 weiß gemischt 41c; No. 3 weiß gemischt 41c; No. 4 weiß gemischt 38-40c; No2 gelb 42c; No. 3 nclb 42:: No. 4 cclb 35.",-40c: jlö. 2 on:;!;chi 41c; No. 3 n.isch, ic; ViO. 4 ccmiZHl ;j-JOc; cn cln 'A: .aT?r-Ji. 2 weiser 21c; N). 3 eifr 2;:-; o. 2 .gemischt ? 21c; o. 3 chtcr 204e Heu-altcs No. 1 Timothy 11.75. o. 2 Timothy 10.75-11.25. Groceries. Zucker Dominocs 0.72c; Stückzucker 6.87c; pulversirtcr 0.57c; XXXX pul verifirter 6.62c; Standard grarnilirter 6.47c; seiner granulirtcr .47c; granu lirter in 5 Pfund Säcken 6.57c; granulirter in 5 Pfund Cartons 6.57c; extra feiner granulirter L.57c; CubcS G.G2c; Mold A 6.72c; Confcctioncrs' A 6.27c; 1 Columbia A-Kcyftone A 6.12c; 2 WindsorA-AmericanA 6.09c; 3 Ridge wood A-Ccntcnnial A. 6.12c; 4Phoniz A-California A 6.07c; 5 Empire AFranllm B 6.02c; 6 Ideal Extra Gol den C-Keystone B 5.92c; 7 Windsor Extra C-Ämcrican B 5.82c; 8 Ridge. wood extra C-Centennial B S.72c; 9 gelber cztra C-California B 5.57c; IC gelber C-Franklin extra C 6.62e; 11 gelber-Keystone extra C. 6.57c; 12 gelber-American extra C 6.52c; 13 ael bcr-Centennial extra C 5.52c; 14qelber -California extra C 5.52c; 15 gelber 5.52c; 16 gelber 5.42c. Eingemachte Früchte Blackbcrries, 3 Pfund, 90c; Peaches Standard, 3 Pf., $2-2.25; Scconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; Ananas, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; Seconds, 3 Pfund, $1.25-1.45; grüne Bohnen, 3 Pfund Kanncn,$l; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gesiebte Erbsen $1.10-$1.75'; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zucker-korn 80c $1.40; Apfclbuttcr, per Dutzend, 3 Pfund, 95c Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packeten: Ariosa $12.75, Lion 11.75. Jersey Z.O Caracas 12.25, Dillworth's 12.75, Dutch Java Blcnd 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blcndcd Java 11.75. Käse. Engros Verkaufspreise, Jmprtirter Schweizcrkäft, 27c per Pfund; - einhei mifchcr Schweizerkäse 17c; Wisconsin Crcam Käse J0c-12c; New York Ched dars 12c; einheimischer Limburgcr 12c; Brick 13c. Fische, Austern und Wildpret Händler-Preise: Clams Little Nccks 75c pcr 100 Hummern 25c per Pfund. Austern BcsteBaltimorc oderStand ards, $1.00 per Gallone; beste Balti timore Selccts, $1.00 pcr Gallone; New York Counts, $1.00 per Hundert; New York Culls, 70c per Hundert; Blue Points in Schalen, 75c pcr Hundert. Austern in Kannen New York Counts 35c; I. S. F. & Co. Sclccts 32c; Standard 25c; F. Brand 22c; O. K. 18c; R. 45c. SeeFische. Knochenlose Häringe 7c; Haringe 4c; Pcrch 5c; Weißfisch 9c; See Forellen 9c; Red Snapvcr 8c; Kennebec Hechte 15c; Blaufische 10c; Halibut 15c; Stockfisch 8c; Haddock 8c; Catfisch 10c; No.1 Pickcrel 9$c; No.2 Pickerel oder Blue Pike 6c; Black Baß 15c. Froschschenkel, $1.50-2 pcr Dtzd. Kohlen. Tonue Tonne Anthracits $7.00 3.65 Pittsburg 4.25 2.25 Kanawha 4.25 2.25 Winifrcde 4.25 2.25 Raymond City 4.25 2.25 Jackson 4.25 2.25 Brazil Block 3.25 1.80 Island City Lump u. Egg 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Island City Domestic Nut 2.75 1.50 Mine Run 2.75 1.50 Slack 2.00 1.15 Bloßburq 5.00 2.65 Rauchlose ' 4.50 2.40 Lump Coke 11c per Bushel. $3 per 25 Bushel. Zerkleinerter Coke 12c per Bushel. $3 per 25 Bushel.
