Indiana Tribüne, Volume 23, Number 360, Indianapolis, Marion County, 16 September 1900 — Page 6
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Jndiana Tribune, Sonntag, 16. September 1900
- Htzzlene des VetteS. ' Die erste Aufgabe, die das Bett hat. tst r Warmeschutz; da während des Mafs die beiden hauptsächlichen rmequellen des menschlichen Körpers, die Drüsen- und Muskelarbeit, ruhen, drohen äußerst leicht Störunen des Wohlbefindens durch eine abuomt Abkühlung. Das Bett muß daher zunächst einen ausreichenden Wärschütz gewährleisten; sodann muß es den. Ausdunstungen des menschlichen orpers möglichst freien Durchgang gewahren und einfach und leicht zu rei--Nlgen sein. Äon diesen Gesichtspunkten aus ist -als Bettstelle die gewöhnliche eiserne Bettstelle, die man jetzt ja so vielfach in geschmackvollster Ausführung haben kann, allen andern vorzuziehen; die hölzernen Bettstellen mit Holzbrettern ls Bettboden, die die Warme besser halten sollen, sind wegen der Schw:erigkeit einer gründlichen Reinigung und wegen des mangelhasten Zutritts frischer Luft zu verwerfen. Für die Größenverhältnisse der Bettstellen maß als Kegel gelten, daß das Bett einer -erwachsenen Person eine Länge von 6 Fuß und eine Breite von 40 Zoll hat". Der Bettboden soll elastisch sein, d.em Anspruch genügen in der vollkom.mensten Weise die modernen metallenen Betlböden. Auf dem Bettboden ruht die eigentlich: Matratze; das beste Fülluiaterial hierfür ist das Roßhaar. Die Gestalt der Matratze muß so sein, daß sie in ihrem mitteljten Theil, der naturgemäß am meisten in Anspruch genommen ist, dicker ist als nach den Seittn hin. daß die Obersläche also keine Ebene, sondern eine leicht conveze Fläehe darstellt; sehr emp fehlenswerth sind luch die dreitheiligen Matratzen, Eine einfache Roßhaarmatratze, mit einem Laken bedeckt, genügt vollkommen als Unterlag. Die vielfach beliebten Unterbetten, die das ganze Bettwerk zu einem heißen, weichen Nest machen, sind geradezu schädlich. Der Durchgang ixt mit den Körperausdllnstungen beladenen Bettlust wird dadurch erschwert, und es tritt die Gefahr hinzu, daß der im Bett Liegende die verdorbene Luft einathmet. Aus denselben Gründen ist auch für die Oberbetten die Federfüllung zu ver--werfen. Federbetten sind nur für Blutarme, Schwache und bei besonders tarier Kälte anzuwenden; sonst sind immer zum Zudecken eine oder nöthigenfalls zwei leichte wollene Decken norzuziehen. Nur für die Kopskissen .sind Federn als Füllmaterial zuzulassen; jedoch achte man darauf, daß sol- ' che Federkissen relativ prall und vollgestopft sind, damit der Kopf nicht zu tief einsinkt: sonst wird der Zutritt frischer Luft vom Schlafenden abgehalten. Zur unmittelbaren Bedeckung des
Körpers empfiehlt sich glattes Leinen ?7i?reFerAoBlU7?olle, das durchlässiger ist und nht das unangenehme Kältegefühl erzengt; die Bettwäsche, und zwar Laken wie Ueberzüge, soll nicht aus farbigem oder gemustertem Stoff bestehen, sond?in soll mit Rückficht auf größtmögliche Reinlichkeit imnier von weißem Gewebe sein. Ueber die zweckmäßigste Körperlage im Bett, ob horizontal mit leichterhöhtem Kopf oder mit erhöhten Füßen, entscheidet die Gewohnheit des Einzel cien. Sehr interessante Beobachtungen hat Professor Martin Mendelsohn kürzlich mitgetheilt; danach pflegt der Mensch nach vorangegangener großer, geistiger Arbeit mit stark erhöhtem LZopf zu schlafen; Schwächliche und Blutarme Pflegen mit tiefgelagertem Topfoft sogar mit erhöhten Füßen zu schlafen; der Schlaf in dieser Lage ist niemals recht erquickend, oft sogar Äurch schwere Träume beunruhigt. Zum Schluß seien für die Hausfrauen noch einige kurze Bemerkungen über das .Bettmachen" hinzugefügt. Nicht sofort nach dem Verlassen sollen die Betten gemacht werden, sondern zunächst bei offenen Fenstern längere Zeit aufgedeckt lüften. Kissen, Matratze und überhaupt alle beweglichen Bettstücke sind aus dem Bettgestell herauszunehmen, einigemal durchzuschütteln, mit der flachen Hand tüchtig auszuklopfen, um die in ihnen -befindliche schlechte Luft herauszutreiben, und sokann möglichst lange der frischen Luft auszusetzen; erst dann sind sie. wo es angeht, umgekehrt wieder an Ort und Stelle zu legen. Die Bettdecke bleibe noch möglichst lange zurückgeschlagen. Mit anderen ?lugen. V ron Max Hirscfeld. ' Ze:hard war, um seinen Onkel zu besuchen, auf's Land gekommen. I5r war nur einmal als Kind dort gewesen, er hatte die Verwandten seit etwa zehn Iahren nicht gesehen, i'.nd man beeilte stch, die neue Bekanntschaft zu einer herzlichen zu gestalten. Schon am Morgen nach seiner Ankunft nahm ihn der Onkel mit. um ihm sein Gut zu zeigen. Sie durchschritten und besichtigten den Hof mit den Wirthschaftsgebäuden, die prangenden Wiesen, die wogenden Kornfelder. UJann gelangten sie in einen kleinen Eichenwald und inmitten desselben ösfriete sich ein freier, mit duftenden Waldblumen bewachsener Platz, man sah einen Hügel, welcher von einem mächtigen Eichenbaum überschattet würd:, einen silberhellen über Kiesel rieselnden Bach kurz, ein schönes,' kleines Landschaftsbild, auf welches die ganze Familie des Gutsbesitzers flolz war. Nun, nicht wahr, Gerhard." fragte fcr Onkel, das ist etwas Schöps?" Gerhard gähnte. Da nun einmal auf dem Lande diese lächerliche Sitte herrschte, war er mit den anderen früh .aufgestanden, und so sehr steckte ihm -noch der Schlaf in den Augen, daß er .alles nur wie durch einen Nebel sah. .
Uebrigens fand er die Frage des Onkels höchst anmaßend. Das war doch allgemein bekannt,' daß er, Gerhard, weite Reisen gemacht und Landschaften gesehen hatte, gegen welche dieser kleine Platz sich wie ein Maulwurfshügel zum Gebirge verhielt. .Ganz hübsch," sagte er, ab,:r nichts besonders Hervorragendes." Als sie zurückkehrten, war das Mittagessen fertig. Während der Mahlzeit zeigte sich Gerhard schon weit lebhafter, zumal er neben Daly. seiner hübschen Cousine, saß, die er mit soviel Witz unterhielt, daß das junge Mädchen kaum aus dem Lachen herauskam. Nach dem Essen hielt der Onkel sein Mittagsschläfchen, und so fiel der hübschen Daly die Aufgabe zu. dem Vetter den Garten zu zeigen. Gerhard war ihr dafür aufrichtig dankbar. Wenigstcns drückte er ihr von Zeit zu Zeit die Hand, die er schließlich gar nicht mehr losließ. Ob sie es selbst wußten, daß sie sich bereits in den Feldern befanden? Sie schritten immer weiter und schienen die ganze Welt um sich herum zu vergessen. Sie gelangten endlich in den Eichenwald. schritten den Hügel hinauf, und setzten sich auf die Bank, welche in den Eichenstamm eingelassen war. Hier war es, wo Gerhard seine Cousine zum ersten Male küßte. .Wo seid Ihr denn gewesen?" fragte der Onkel, als sie zurückgekehrt waren. .Ich habe dem Vetter' mein Lieblingsplätzchen auf dem Eichenhügel gezeigt," erwiderte Daly erröthend, und sich an Gerhard wendend, fragte sie, .nicht wahr, es ist ein schöner Platz?" .Es ist der schönste Platz, den ich je im Leben gesehen habe," rief er begeistert, und man hörte es ihm an, daß er ausrichtig davon überzeugt war, .das war wirklich des Anschauens werth, und das hättest Du mir vor allen Dinqen heute Morgen zeigen sollen, lieber Onkel." .Aber das hab: ich Dir ja gezeigt, und Du meintest, es wäre nichts Hervorragendes." & c o i g t.
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Dame (ihren Mann bestürmend, daß er ihr ein Paar Vasen kaufen soll): Egcrn, wenn Du diese kleine Ausgabe nicht 'mal für mich machen willst, so . . . so . . . Antiquitätenhändler (erschreckt) : Um Gotteswillen, gnädige Frau, fallen Sie auf dem Sessel lzier nicht in Ohnmacht das ganze Ding geht in Trümmer!" Unversöhnlich. mfi ' mi!L t wk v?n rs, ' JK fWN tJ Vv?W I rr VV. V aX 1 V imdTiw wm Lindenbauer (krank, zu seinen Söh nen): .Dem Hosbaucr. dem Lump, lönnj Ihr auch, wenn i' amal stirb, a' Todesanzeig' schicken . . . aber verschlössen und unfrankirt!" Dienstmädchen unterjlch. .Ist deine Gnädige von kräftiger Gesundheit?Und da fragst du noch, wo sie schon ein halbes Jahr lang mich ausgehalten tat." Jhr Zweck. Hundehändlcr: .Diese Dogge ist l-äa f" ? .-. i , Nlllzis für ,e, oie ii aus oen 2iann drillt!"
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Aelteres Fräulein: .Die Ms' !H!
Bilder ans Persien.
Persien, seit fast einem Jahrtausend aus der Weltgeschichte verschwunden and erst von Beginn dieses Jahrhunderts durch seine Kämpfe und Streitigkeiten mit den rivalisirenden Russen und Engländern cus seiner Vergessenheit hervorgetreten, hat durch die Mel düng, daß eine dem modernen Fort schritt feindliche Partei auf die Entthronung des Schah Muzaffer-Eddin hinarbeitet, die Aufmerksamkeit in erhöhtem Maße auf sich gezogen. Das heutige Persien, nur ein Schatten des alten mächtigen Culturreiches, welches sich vom Mittelmeer bis zum Indus, vom Jaxartes bis Egypten und Libyen ausdehnte, hat immer noch mit seinen 20.000 bis 24.000 Quadratmeilen genaue Messungen haben niemals stattgesunden eine ansehnliche Größe. An natürlichen Reich thümern fehlt es dem Lande nicht, und besonders haben die geologischen Forschunaen der letzten Jahre Resultate ergeben, die einem ausgedehnten Bergbau eine sichere Zukunft verbürgen. Indessen traten bis jetzt der Gründung größerer Industrien stets die höchst un scheren rechtlichen Verhältnisse hemVornehmePerferin. mend entgegen, und europäisches Capital wagte es nicht, sich innerhalb der persischen Grenzen festzusetzen, ja sogar das einheimische Geld hielt sich von der Öffentlichkeit zurück. In Persien leben viele Millionäre, die genug Intelligenz und Unternehmungsgeist besitzen, ihr Geld nutzbringend anzulegen, doch hütet sich jeder, seinen Reich thum zu zeigen, und lebt dem Scheine nach als armer Mann. Daß der Perser ein tüchtiger und schlauer Kaufmann ist. der es versteht. Geld zu machen, das beweisen die zahlreichen in den russischen Städten des Kaukasus und an der Küste des Kaspischen Meeres angesiedelten handeltreibenden Iraner. Rußland hat bei seinen Eolonisanonsbestrebunaen in Asien, die es meisterhaft zu betreiben 'versteht, auch Persien in's Auge gefaßt, indem es richtig erkannt;, von welcher großen Bedeutung ein regelrechter Handel zwischen diesem Reiche und Rußland für letzteres sein würde. Bei der im .Lande der Sonne" herrschenden Indolenz und lLlelchguttigleit gegen alles, was .Fortschritt" bedeutet, konnte aber Rußland nur dann auf einen Erfolg rechnen, wenn es sich entschloß, jede entsprechende Action selber und auf eigne Kosten durchzuführen, wobei es glücklicherweise nicht auf große Hindernisse stieß, erstens weil der verstorbene Schah Nassr-Eddin Culturbestrebungen sehr zugänglich war worin ihm sein Nachfolger nicht nachsteht . andrerseits aber im persischen Volke eine große Sympathie für Rußland herrscht, seitdem es durch die Unterwerfung der räuberischen Turkmenenstämme, die auf IhrenStreifzügen hausig persische Ortschaften plünderten, das Land von dieser Plage lefreiie und damals auf eigne Veranlassung olle unter den Turkmenen lebenden perfischen Sklaven ln ihre Heimalh sandte. Persische Apotheker. Vor Allem handelt es sich darum, in Persien Communicationswege für den Handel zu schaffen, und besonders wichtia ist hierbei die von Rußland erbaute Chaussee vom Kaspischen Meere bis Teheran. Seit langem ver bindet zwar eine Straße den Anker platz Enseli am ftaspis, über Rescht c - . ...L ! rv . . uno aswin suoreno. Mir .eyeran, doch entspricht sie nicht den Anforde rungen. oie man an eine Handelsstraße stellen muß. Welche große Bedeutung diesem Handlswege von jeher beigelegt wurde, zeigen die großen Brückenbauten und sonstigen Einrichtungen. Ruß land hat es sich zur Aufgabe gemacht. vorerst die Hauptstadt des Perserrei ck!?s durck, Ausbau dieser (trake in Verbindung Mt d?m Kaspischen Meer zu bringen und so den Handel -Wischern den beiden Reichen zu fördern. Die! Straße ist nun vollendet, und es laßt sich nicht daran zoeifeln, daß die russr sche Regierung auch für die nothige Sicherheit der Reisenden und Ui m
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tranöportirenden Waaren sorgen wird. Ein zweites Projekt besteht im Bau einer Eisenbahnlinie von Kars im südwestlichen Kaukasus bis Teheran.
überhaupt der ersten Eisenbahnlinie in ' Persien. Man bat deshalb Kars als Ausgangspunkt rn's Auge gefaßt, weil diese Stadt mit Tiflis mittels einer Bahn verbunden ward, die bereits dem Verkehr übergeben ist. Teheran hat sich, dank den Bemllhungen des verstorbenen Schahs NassrEddin. in den letzten Jahren sehr zu seinem Vortheil verändert und vielfach einen europäischen Character angenomwen. An Prachtbauten fehlt es nicht, obgleich dieselben meist nur Besitzthum des Hoses sind. Das Militärwesen hat sich in Persien bedeutend gebessert, seitdem der Schah Nassr-Eddin die Militäreinrichtungen der europäischen Staaten. kennen lernte und zahlreiche deutsche, rufsische und österreichische Officiere zur Reorganisation der persischen Armee berufen wurden. Besonders die öfterreichliche Armee hat sich der frühere Schah zum Vorbilde gewählt, und bekanntlich wurde im Anfange der siebziger Jahre auf seinenWunsch sogar eine österreichische Militärmission nach Teheran entsendet. Es bietet ein recht buntes Bild, wenn der Schah eine Musterung auf dem großen Exercierselbe Masch-Maidan abhält. Teheran besitzt mehrere nach abendländischem Muster eingerichtete Schulen. unter denen der .Dar-el-senum" als eine Art Hochschule den ersten Rana einnimmt. Hier werden fremde Sprachen. Naturwissenschaften und Medizin gelehrt und meist von europäischen Lehrern vorgetragen. Außerdem steht bei den Persern die Musik hoch in Ehren. und es giebt in Teheran zahlreiche ganz vorzügliche Musikkapellen, die meist unter der Leitung von europalschen Kapellmeistern stehen. Das Volksleben erhält in Persien, wie überall im Orient, eine besondere Prägung durch die vielen Volks- und religiösen Feste. Der reiche Perser treibt Lurus in der Kleidung, die möglichst bunt sein soll, doch niemals wird er der Lammfellmutze untreu, die Sommer und Winter den kahl rasirten Schädel bedeckt. Straßenbettler. Eine Specialität Teherans sind die sogenannten Luti. die als Standesgenossen der neapolitanischen Lazzaroni gelten können, denn auch ihr hauptsächlicher Lebenszweck besteht darin, nichts zu tbun. Um ihr Bettelgewerbe mit mehr Erfolg betreiben zu können, führen sie oft einen Löwen, Tiger oder Bären an einer Kette oder einem gewöhnlichen Stricke mit, und ein so nachdrücklicher Appell an die Mildherzigkeit der Mitmenschen bleibt selten ohne Erfolg. Der Schah Muzaffer-Eddin wurde am 25. März 1853 zu Teheran geboren und folgte am 1. Mai 1896 seinem Vater auf dem Throne, dem Schah Nassr-Eddin. der dem Anschlage eines Fanatikers zum Opfer fiel. Muzaffer war nicht der älteste Sohn NassrEddins. sondern besaß einen Halbbruder, der jedoch, als von einer Sklavin geboren, nach persischem Brauche nicht thronfolgeberecht'gt war. Die Zuneigung seines Vaters ' scheint der jetzige Schah nur in geringem Maße besessen zu halben, denn er wurde vom Hofhalte in Teheran ferngehalten und lebte, herangewachsen, als Gouverneur der Provinz Aserbeidschan in Täbris. derselben Stadt, wo einst Nassr-Eddin freudlose Jugendjahre verbracht hatte. Indessen hat Muzaffer-Eddin im Gegensatz zu seinem Vater, der in Dürftigkeit und Unbildung aufgewachsen war und erst in späteren Jahren die Lücken seines Wissens ausfüllte, eine gute Erziehung genossen, und nach orientalischen Begriffen kann er als hochgebildeter Mann gelten. E i n O p f e r. A.:Wie. Gustav, du bist so betrunken?" Studio: Ja, ich bekämpfe ernstlich den Alkohol und da bin ich heute wieder einmal unterlegen!" Höchste Zerstreutheit, Hat derProfessor T. seine Braut denn ' bereits . geheirathet?" Nein, .das hat er vergessen!Gut genährt. Tausend,' sieht Dein Gatte aber wohlgenährt ää rr v i f rr - . i . aus Nicht wahr? , Er hat eben einen Leibgeiichtleib."
Die Klansenflraße. Die Glarner sind von jeher ein rühriges Völkchen gewesen; wenn sie auch von den ältesten Zeiten bis in unsere Tage nicht an einer großen Verkehrsstraße der Völker gelegen haben, so sind sie doch allezeit unternehmungslustig über ihreLandungsgrenzehinausgegangen. Zu Römerzeiten zogen sie hinaus mit ihren Cchiesertafeln, später brachte der Handel mit dem mi! einer KleeArt (melilotus coerulea) gewürzten Käse hübsche Summen in's Land, die Tische mit in Holz gefaßter Platte aus Schiefer gingen in alle Welt. In der Neuzeit liefern die Glarner nach Indien, der Türkei und nach China buntbedruckte Stoffe. Die Industrie gibt 55 Procent der Einwohner Nahrung und Unterhalt und weist damit einen Procentsatz auf, wie ihn kein Land der Erde, auch England nicht erreicht. Das mag zu einem Besuch des Landes nicht verlocken; man erwartet düstere Fabrikgebäude, rauchgeschwärzte Arbeiterviertel. hochragende Schornsteine und ein abgestumpftes Arbeiterproletariat. aber nichts von dem tritt uns entgegen: Das Wasser, das in reichster Fülle von den Bergen sprudelt, setzt alle Räder in Bewegung, hell leuchten
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Puli-Mendshi'll. Brücke. aus dem Grün die weisen Wände der Fabriken, woh'ltxhäbig sitzt der Arbeiter nach gethaner Arbeit im Gärtchen vor seinem eigenen Häuschen. Es mag paradox erscheinen, entspricht aber der Wahrheit, wenn behauptet' wird, daß gerade das Centrum der Glarner Industrie, das Linthal. einer der schönsten Theile der Schweiz ist. Früher war es eine Art Sackgasse, abgeschlossen an seinem südlichen Ende, und nur ein schlechter Saumweg führte über den Klausen in's Urnerland. Nunmehr führt die Bahn vom Züricher- und Malens her über Glarus nach Linthal. und hier beginnt die neue Klausenstraße. die in diesem Jahre dem größeren Touristenverkehr übergeben worden ist. Die Länge der Straße beträgt von Linthal bis nach Altdorf etwa 48 Kilometer. Die Baukosten waren auf rund 2.290.000 Francs veranschlagt, thatsächlich beliefen sie sich auf fast das Doppelte, auf 4,140.000 Frcs. von denen 3z Millionen auf Rechnung des Bundes übernommen wurden. Man wird diese gewaltigen Summen begreifen, wenn man die Straße selbst in Augenschein nimmt. Durchgängig hat sie eine Breite von 4.8 Meter, die Steigung beträgt etwa 8.5 Procent. Schon gleich hinter Linthal zeigen die in den Fels gesprengten Gallerien von 126 und 70 Meter Länge, mit welchen Schwierigkeiten der Erbauer zu kämpfen hatte. Ueberall sprudelt das Wasser herab, an vielen Stellen kreuzt die Straße die Lawinenwege. Das Gestein, meist Thonschiefer, ist so brüchig und morsch, daß härteres Steinmaterial von weither herbeigeschafft und Fundamente bis zu 8 Meter Tiefe angelegt werden mußten. Auch Brücken und Stützmauern, oft von imponirender Höhe, wurden errichtet. Das eiserne Geländer längs der Straße ist abnehmbar; im Winter wenn die Lawinen zu Thal fahren, wird es demontirt. !' Straßenkehre. Mit gewaltigen Kehren beginnt gleich oberhalb Linthals die - Straße, der Fußgänger kann durch Abschneiden der Serpentinen viel kürzen. Entzückend ist der Blick'durch die Qeffnun gen jener Gallerie an der Fruttwand; drunten in der Tiefe liegt das grüne Thal, von der rauscbenden Linth durchströmt, drüben erheben sich die gewaltigen Bergmassen des Hausstockes, hinter dem der einst von Suwarow unter entsetzlichen Verlusten begangene Panixerpaß in's Vorderrheinthal führt, weiterschreitend erblicken wir den Selbsanft und dahinter die Schneefelder des erst 1863 bestiegenen Visertenstockes. Dutch schönen Buchen- und TannenWald gelangen wir nach zwei Stunden zum Urnerboden. einem 8 Kilometer langen Plateau, früher wohl ein See und zum Theil noch versumpft. Gen Moraen starren uns die kahlen Felshänge entgegen, von denen im Winter die Lawinen herniederstürzen, nach Westen schmiegt sich grüner Wald an die aufsteigenden Bergwände. Zahlreiche Holzhütten in Blockhausform liegen erstreut auf der weiten Wiesenfläche und Hunderte von schmucken KÄhen grasen hier rrchts undlinks von der Straße, die schnuraerad über , .die
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größte und schönste Alm deZ Schweizerlandes hinführt. Am Eingang bezeichnet ein hochragender Stein neben
Galerie Portal, dem sogenannten Scheidbächli die Grenze der Kantone Uri und Glarus. deren Wappen, der Stierkopf und der heilige Fridolin. den Grenzstein schmücken. Nach zweistündigem Marsch er reicht man die Paßscheide. Die höchste Stelle des Passes beträgt zwar nur 1952 Meter. Von hier geht's in's Reußgebiet. Schwindelnd gleitet der Blick in das Thal, das sich nun vor unseren Augen öffnet: zur Linken grüßt uns die jähabfallende Valmwand. in der wir deutlich den alten Pfad wahrnehmen, der früher hinab in's Schächenthal führte, von tannenbestandener Höhe stürzt der Stäubifall hernieder und seine Wasser rauschen an den wenigen Häusern on Aesch vorüber, die jetzt inmitten grüner Matten und dunkler Tannen sichtbar werden, während die Firne der Windgälle. des Scheerhorns und ihrer Nachbarn den Horizont abschließen. Die Gallerie im Seclithal gewährt neue Ausblicke. Bald treffen wir an der Straße das erste Wirthshaus, die schmucke und freundliche Post in Urigen. Weiter geht es nach Unterschächen und Altdorf. A m Steilhang. Im Fluge vergehen die drei Stunden Wanderns. Hier thun wir einen Blick in's Brunnithal. das bei Unterschächen abzweigend, durch das Felsmassiv des Rüchen abgeschlossen wird. Etwas weiter zur Linken zeigt sich ein gewaltiger Bergsturz, der 1887 herniederging und Häusern und Menschen den Untergang bereitete. Kurz vor Spiringen, ein?m allerliebst gelegenen Dörfchen, bewundern wir die Versteinerungen. die der nahe Bruch bietet; jeder Stein der Straße ist übersäet mit den Abdrücken der Thierchen grauer Vorzeit. Und nun kommen wir auf klassischen Boden. Hier grüßt uns Tell's Geburtsstätte, Bürglen. hier braust der Schächen durch die Felstrümmer. in dem nach der Sage der Befreier des Landes seinen Tod fand, hier tauchen die Häuser von Altdorf auf. wo der wackere Schütze den Apfel von seines Kindes Haupt schoß. Auf Altdorfer Gebiet mündet die Klausenstraße in den früher so begangenen, jetzt fast vergessenen Heerweg. der vom Gotthard herab durch's Reußthal nach Flüelen führt. Ein gebildeterGauner. Die einzige Ausbeute, Die wir aus dem Kampf des Lebens Wegtragen, ist die Einsicht in das Nichts." Jungfrau von Orleans. I. Akt. sechste Scene.) Ein Schmeichler. Alte, wenn du dir einmal ein Blatt vor den Mund nehmen willst, so eines wär' da? richtige!)
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Der schwarze Christian. Unter den Boerenführern, welche der Uebermacht der Engländer mit gro ßem Erfolge Trotz bieten und denselben sehr empfindliche Schlappen ' zugefügt haben, ist Christian de Wet an hervorragender Stelle zu nennen. Es ist noch in aller Gedächtniß, wie De Wet nach der Einnahme von Bloemfontein durch kühne Handstreiche den Engländern namhafte Verluste zufügte und sie mehrere Wochen hindurch im südöstlichen Theile des Freistaates beschäftigteren sie bereits als erobertes Gebiet betrachtet hatten. Dann folgte seine hartnäckige Vertheidigung in den Bergen des nordöstlichen Freistaatgebictes. die unausgesetzte Bedrohung und Unter
Command. De Wet. brechung der britischen Verbindung; linien. die sich in Pretoria so nachdrücklich fühlbar machte, daß Lord Roberts mehrere Divisionen wieder über den Vaalfluß zurückschicken mußte, um seinen Rücken frei zu bekommen. Nach wochenlangen Kämpfen gelang es den englischen Heerführern, das Prinsloo sche Commando so zu umstellen, daß tl sich ergeben mußte. De Wet aber wagte den unerhörten Versuch, nach Norden durchzubrechen, den Vaal zu überschrei ten und sich dort im Westen des Landes mit Delarey zu vereinigen, der eben ersolgreich bei Rustenburg und Elands river gegen Baden - Powell und Hau rington operirt hatte. ' Aus der guten al'ten ci?. ) "&trwrfxk .Ijü-ICViiif Ehevauxleger Zantl (im Äiwal bei der Vorpostencompagnie am Morgen seinen neben ihm schlcisenden Kamera den weckend): Du. Zavcr. ins it Roß san surt; dees kann die cnößt'n Anstand' geb'n!" Der gebildete 2 ch j i t z l e h r l i n.. Lehrling: Meester. hier hat een Kunde een Paar zerrissene Stiebeln zur Eonsultation jebracht." t Verlockend. . Madam: Warum wurden Sie aus Ihrer vorigen Stellung entlassen?" StellesuchendeS Dienstmädchen : Weil ich einige Male vergessen hatte, die Kinder zu baden!" Kinder (unisono): Ach. Mama, die nimm!" ? Sprachforschung. Das Gegentheil von Hunger ist satt, aber von Durst? Seh'n Sie mal. dafür giebt es in der deutschen Sprache kein Wort.Dös braucht's a nöt; wenn ma gnua g'suffa hat, kann man ja a so nimmer red'n."
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