Indiana Tribüne, Volume 23, Number 359, Indianapolis, Marion County, 15 September 1900 — Page 7
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Der Väter zweie. Cir.e öcfid;tr dem rr.cfccrncn Berlin vo.. an o p s e n. (Fortsetzung.) (Sine Wanduhr schlug. Mathilde fuhr bei den silberhellen Schlägen zufanunen, a!Z setzte sie Nägel , in ihre Stirne. .Wenn sie fruchtlos wartete, tteiiu der einzige Mensch, von dessen gutem Willen noch Hilfe deutbar war in letztcr Stunde, wenn Wttdbeim heute nicht kam, vo? einbrechender Dunkelheit nicht lern, wenn dieser geiragte Sckritt umsonst war führte ihr Rückweg nach Aehringkiaus oder in die Spree....? Unsinn! Was rcüifce aus den Andem, wenn sie nicht heimkehrte! Aber was wird aus ihnen, wenn Wildheim nicht kommt, oder so spät, daß sie ihn nicht mehr überreden kann? Ob er überhaupt noch zu überreden ist? Die Zeit verändert. Wie hat sich nicht z eigenes Herz verändert? Und dieses aiine Herz beschleicht jetzt eine Todesangst. Wie. wenn sie der Diener nur zum Besten gehabt hätte!" Sie geht in's Vorzimmer hinaus. Es ist leer. Sie ruft nach Jemand. Der Diener tritt mit einer Schürze über der gestreiften Weste, sich hastig in den abgelegten Rock einärmelnd, aus einer Tapetenthür und fragt nach ihrem Legeh?. Sind Sie denn auch gen?iß, daß der H5lr noch vor Äbend heimkommt?" Der Herr hat es ausdrücklich gesagt und . . . und das gnadize Fräulein entschuldigen ... da ist er schon." Er springt hinaus, das Gartenthor zu öffnen. Sie hört e!n?as wie Peitschcntnall, dann das Knirschen hurtiger Räder im 5iies des Hofes. Sie gefy in den Arbeitssaal zurück, aber nicht bis an's Fenster. Jetzt schlägt ihr das Herz bis an dcn Hals. Heiliger Gott, steh' mir bei! Sie hat die Thür zum Vorzimmer zuzumachen vergessen und vernimmt ganz deutlich Wiloheims Stimme, der mit unverhohlenem Aerger den meldenden Diener anschnauzt: .Was? Eine Dame . . . Unsinn!" Und er stößt die Thür auf, bleibt kerzengerade davor stehen und sieht zu. wie der Besuch langsam dcn Schleier vom Gesichte nimmt, von einem todtblassen kurathmenden Gesichte. Herr meines Lebens, Sie?!" Und das Nächste, was er thut, ist. daß er die Klinke hinter sich in's Schloß drückt. Dann eilt er, nicht ohne sich in der Haft an der Kante des Zeichentischcs zu stoßen, auf den überraschenden Gast zu und spricht mit gefalteten Händen leise: Um Gottes willen, Fräulein Bchring, was führt Sie her? Was ist geschehen? . . . Wissen Sie denn schon?" Sie meint, cb Sie um die !evorstchcnde Zwangsversteigerung Mine, und antwortet: Jawohl. Alles weiß ich, und daß mein guter, lieber Vater verlokn, rettungslos verloren ist, wenn Sie ihm nicht zu Hilfe kommen. Ich weiß, daß kein Tag mehr zu versäumen ist. Ich konnte angesichts dieser Gewißhiit nichts weiter mehr denken. Mir kam nur ein altes Gespräch mit Ihnen in Erinnerung. Es stand vor meine?: Augen und Ohren mit schreienden Fa?ben. mit tosenden Tönen. Ich horte und sah nichts mehr als Sie und den Weg zu Ihnen. In mir rief es in einem fort: Nur der einzige Mensch ist im Stande, zu helfen. Er wird helfen. Geh zu ihm ... Ich bin den Weg gegangen da sieh' ich und hebe die Hände zu Ihnen auf: helfen Sie meinem Vater!" Fritz Wildheim mußte nun wohl aus ihren haftig hervorgestoßenen Worten entnehmen, daß Mathilde durchaus nicht Alles wußte, und daß das treffliche Mädchen gar keine Ahnung davon hatte, woher er eben kam, was ihn so lange von Hause fern gehalten hatte und was in den letzten beiden Stunden besprochen, beschlossen und in die Weg: geleitet worden war. Es arbeitete gar heftig in ihm. ihren Redestrom mit dem freudigen Zuruf zu unterbrechen: Was Sie erbitten, ist ja bereits geschehen! Aber das Gefühl dieses Augenblicks war so schön, daß er die Wonne, ihn auszugenießen, nicht voreilig verkürzen mochte. Solch ein Augenblick wie dieser wird im ganzen Leben nicht wieder kommen. Und überdies hatte Mathilde das ungestüme Bedürfniß. Alles zu sagen, was nach ihrer Ueberzeugung gesagt werden mußte. Sie sprach, ohne sich Einhalt beselen zu können, wie einer einmal im Schuß dcn Berg hinunterläuft, ohne seine Bewegung fürher in die Gewalt zu bekommen, als bis er unten angelangt ist. Sie ließ ihn nicht zum Worte, und wie gerne hörte er ihr zu, die nach Darlegung der ihm besser als ihr bekannten Sache eifrig fortfuhr: Sagen Sie mir nicht, daß Sie nicht können, daß die Zeiten sich verändert haben. Sie können heute, wie Sie vor Monaten gekonnt, weil gewollt hätten. Sagen tote nur nicht nein! Sie haben vor Monaten, als wir uns zum letzten Mal gesprochen, einen Wunsch mit eingemengt, eine Voraussetzung in's Auge gesaßt . . . Sie wisicn, was ich meine?" Er nickte nur mit dem Kopf. Aber sie sah das nicht, denn sie sprach jetzt mit gesenkten Wimpern die Stirn voraus, ddas Kinn an die Brust gedrückt. Was sie noch zu sagen hatte, duldete keinen Blick in seine lauernden Menschenaugen. ...Ich dabi Ihrem .Werben .damals
ein schroffes, ein ehrliches Nein entgeeingesetzt . . . und Sie haben mi nicht wieder gefragt. Das war recht von Ihnen. Aber ich bitte Sie zu glauben, daß ich heute ebenso ehrlich und bestimmt spreche, wenn ich Ihnen sage, Herr Wildheim, ich hänge an Niemand mehr, am allerwenigsten an jenem Menschen, der damals zwischen Ihnen und mir stand.. Mein Herz ist frei, vollkommen frei ... ich liebe Niemand mehr, als meinen armen schwer bedrohtcn Papa . . . und wenn Sie noch etwas für mich empfinden, so will ich treu und gewissenhaft versuchen. Ihrer werth zu werden und Ihrem Antrag, wo Sie ihn ehrbar erneuern wollen, Ehre zu machen, solange mir das Leben geschenkt sein wird!" Sie glaubte zu Ende zu sein und sah auf und sah Wildheim mit leuchtenoen Augen, die Hände vor dem lachenden Mund gerungen, vor ihr stehend Warum sprach er nicht? Sie mußte noch eins sagen: Mißdeuten Sie den Schritt nicht, dcn ich gewagt habe! Ich weiß, daß allen korrekten Staatsbürgern die Haut schauderte und das Haar zu Verge stünde, wenn sie erführen, daß ein Fräulein wie ich zu einem jungen unverheirateten Mann ins Haus lief und um Hilfe schrie. Aber ich frag: den Teufel nach jeder Mißdeutung der Welt. Könnten Sie den Schritt in solcher Verzweiflung mißdeuten" sie winkte ihm mit der Hano ab, da er zur Tetheuerung des Gegentheils den Mund aufthun wollte wär' es denkbar, daß auch Sie mich falsch verstüncen, so hätte ich diesen Schritt nie gethan. Sie sind ein Ehrenmann, Wildheim, ich weiß es, und Sie wissen: Mathilde Behring ist ein so stolzes Mädchen, wie es je gewesen ist, und wird so stolz und aufrechten Hauptes aus diesem Haus und Garten gehen wie zum Altar . . . Aber so reden Sie doch. Sehen Sie denn nicht, wie ich nach dem Wort aus Ihrem Munde bange, das mir sagt: Du bist erlöst und Behringhaus wird nicht unter dem Hammer feilgeboten werden!" Wildheim sah sie strahlend an und sprach: Aber, mein theures Fräulein, wie soll ich reden, wenn Sie mir keine Lücke lassen, um den winzigsten Laut einzustellen? . . . Auch ich habe mich jencs Gespräches im Vorfrühling erinnert, öfter als' Sie denken. Nie aber
eindringlicher als in diesen Tagen, da mir bekannt geworden war, wie. das Geschick mit dem Lebenswerk meines alten Freundes Behring aufräumen wolle. Da ist mir das schone, das herrliche Goethe'sche Wort: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Ich sagte mir aber in's eigene Gewissen hinein, daß es nicht edel und nicht gut beiße, wenn man seine Hilfe, die man, ohne auf alle Fälle zu verarmen, gewähren kann, an eine eigennützige Bedingung knüpft, wie 'etwa: Ich mag Dich schon retten, mein lieber Freund, aber nicht ohne daß Du mir vorher Dein Kind zum Weibe verschreibst . . . Nun denn, mein Fräulein, ich muß Sie fe&r lieb gehabt haben . . . damals, als ich Ihnen diese ungeziemende Klausel ausge-. sprochen l,abe. daß mein Begehren mich über die Leöcnkrcgeln eines anständigen Kerls also hat hinwegtäuschen können. Jetzt aber ward mir der SelbstLormurf von Tag zu Tag unleidlicher. Und als ich gestern Abend hörte, daß die Subhastation Ihrer Fabrik beschlössen? Sache wäre, da sagte tra zu mir: Dummer Mensch, wenn sie Dich nicht mag. magst Du und nimmst Du doch im Leben keine Andre zur Frau. Und dann litt es mich nicht länger in meinem zugeknöpften Egoismus. Heute nach Schluß des Geschäfts fuhr ich zu Ihrem Herrn Vater . . . nun also. wie Sie mich da sehen, komm' ich von ihm ... Es ist Alles abgemacht. Behring und Wildheim werden eine stolze Firma geben und, so Gott will. Glück haben. Ihr Herr Papa kann gutes Muths sein, auch ich bin es, und für's Weitere muß eben der alte Herrgott sorgen. Er wird's wohl!" Wildheim hatte anfangs ziemlich hastig gesprochen, die letzten Sätze aber kamen stockend heraus, und als er geendet hatte, stano er wie verlegen vor dem staunenden Mädchen, als müßte er sich auch noch entschuldigen, in ein fremdes Geschick so geöietcnsch-hilsreich eingegriffen zu haben. Mathilde konnte nicht reden. Sie blickte starr auf den Sprechenden. Es war ihr, als sähe und hörte sie Wildheim zum allererstenmal. Und nun sie Leide schwiegen und er ihr. wie um Billigung. bittend, die Hand entgegenstreckte, sah er zwei dicke Thränen langsam über die pfirsichduftigen Wangen rinnen, die eine an diesem Gesicht ungewöhnte Röthe lieblich überhauckte. Plötzlich erariff Mathilde die dargebotene Hand mit ihren beiden und beugte den Kopf darauf hinab, jählings, als wollte sie vom Dankesaefühl überwältigt ihre Lippen darauf drücken. Fritz wehrte mit hastigem Ruck dem ab und hörte, wie es leise vom gesenkim Haupte tönte: Ich danke Ihnen!" Keinen Dank!" sagte er nicht ohne gelinde Selbstironie, ich mache ja nur ein Geschäft. Hoffentlich ein gutes. Und wenn nicht, werde ich nur meinem Ungeschick einen Vorwurf daraus schnitzen können." Mathilde hatte sich dabei wieder schlank aufgerichtet. Sie sah ihn durchdringend an und fragte: Wirk lick, nur ein Geschäft?" Es ging doch etwas wie verletzte weibliche Eitelkeit durch ihr Gemüth, als sie ihn mit ruhiger Höflichkeit sagen Körte:.Ja. mfin Fräulein, aber ich will
J'ndiana Tribüne, Samstag,
mich glücklich schätzen, wenn ich dabei Ihre Achtung und Ihre Freundschaft verdienen werde." Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihre ebenmäßigen Züge, derweil sie leise begann: Sie geben mir das Körbchen zurück, mit dem ich Sie in einer schlecht berathenen Stunde beschenkt habe? Sie thun recht, sich von mir zurückzuhalten. Ich bin in Wahrheit ein entsetzliches Geschöpf!" Vor mir kann Sie Niemand verleumden. Fräulein Bchring. Auch Sie selbst nicht." Sie sind im Irrthum. Es ist mir voller Ernst. Ich hasse mich!" Um Gottes willen!" . Nein, Herr Wildheim, den Verdacht, der sie jetzt erschreckt, dürsen Sie aus meinen Worten nicht entnehmen. Ich brauche vor keinem Menschen p errathen, trotz meiner verdrebten Grundsätze, die ich vielleicht in allzu wunderlicher Weift zu äußern mich nicht gescheut habe. Aber darin liegt eben meine Schuld. Vezaubert durch frevelhafte Reden, die ich mit Vernügen in mich ausnahm, bethört durch schlechte Bücher, die ich vielleicht falsch verstand und ungenügend verdaute, hab' ich mich mit einer Menge Himmel und Erde stürmender Gedanken vollgepfropft. Und wovon das Herz voll ist. davon geht der Mund über. So hab' ich unsagbar thöricht und heillos auf meine jüngeren Geschwister gewirkt.; Was ich in den letzten Zeiten von Vttnhard und Seraphinen zurückschallen hörte, erfüllt mich mit Gewissensbissen, ja manchmal mit einer Todesangst, die mir den Schlaf raubt, es möcbten aus der Saat meiner Worte Geschehnisse ausgehen, davon uns Allen Unheil drohte . . . Wenn Sie ein Freund meines armen Papas sind, wenn Sie mein Freund sein wollen, so resormiren Sie nicht nur den Betrieb seiner Fabrik, nicht nur den Gang seiner Geschäfte, sondern auch die Grundsätze und die Lebensführung seiner Kinder. Mein Papa hat Augen und Ohren nur im Geschäft es war in diesen Zeiten ja nur zu begreiflich, daß er für nichts andres mehr offene Sinne hatte. Meine Mama ist nur mehr ein flackerndes Licht, das im Winde 'zittert und bei jedem heftigeren Anhauch zu erlöschen droht. Immer schwach gegen ihre Kinder, ist sie jetzt im Unglück schwächer denn je. Und ich, die die Pflicht gehabt hätte, den Jüngeren gutes Beispiel und gute Lehren zu geben, ich reichte ihnen Gisi statt Brod. Nun gehen die Folgen auf und erschrecken mich. So gut Bernhard veranlagt ist, er kann üppiger Gesellschaft nicht widerstehen und kann diese gefährliche Gefellschaft nicht mehr entbehren. Er schlemmt, er spielt, er läßt sich im geraden Fühlen und streben irre machen . . . Scraphine . . . . O, sie denkt frech und unmeiblich. Und auch daran bin ich schuld. Ich! Es ist entsetzlich!" Wildheim fuhr auf: Sie übertreiben Schuld und Uebel, dünkt mich. Seraphine, dies blond: engelhafte Geschöpf, das drein sieht, als wisse es nicht, was Sünde fei, mit dem süßen Kinderlächeln, vor dem kein Ära besteht! ... Es wird mir schwer, Ihnen zu glauben." Mathilde sah ihn einWeilchen stumm an. dann sagte sie: Wollte Gott, daß Sie recht bätten . . . Heirathen Sie Seraphinen, das wäre vielleicht das Beste und ein braver fester Mann ihre sicherste Rettung für Leib und Seele. Heirathen Sie Seraphinen!" Sind Sie hierher gekommen, mir diesen Vorschlag zu machen . . . ? Nach dem, was Sie mir kurz vorher über Ihre Schwester gestanden haben, müßt' ich doch Bedenkzeit erbitten." Ich habe in meiner Angst vielleicht zu viel gesagt ... ich habe übel von der eigenen Schwester gesprochen. Sie se hen, wie schlecht ich bin . . . Aber ich möchte, daß Sie Gewalt über meine Geschwisier gewonnen, nachdem ich Ansehen und Gewalt über sie preisgegeben habe. Seien Sie auch ihnen ein Freund . . . und was den Seraph betrisst . . ." Sie stccktc und sah zu Boden. Ich will thun, was ich darf." unterbrach sie Wildheim. Behring zuliebe. Ihnen zuliebe." Sie sah ihn fragend an, und er wiederholte: Ja. Ihnen zuliebe, zu rechter inniger aberwitziger Liebe. Daß Sie's wissen und mir nicht wieder vorschlagen, ich sollte jemand Anders lieben und heirathen. Ich fühle für Sie heute wie damals. Aber Ihrer Dankbarkeit will ich Sie nicht verdanken. Als Entgelt für eine Waghalsizkeit im Geschäft oder sür einen etwas kühn aufgedrungenen Freundschaftsdienst mag ut) Ihr Jawort nicht. Ich mag es überhaupt nicht, es wäre denn von einem liebenden Herzen gegeben. Ja, mein Fräulein, so bin ich. Eingebildet und stolz und anspruchsvoll. Ich will geliebt werden. Und iÄ bilde mir noch dazu ein. es zu verdienen. Sie aber' lieben mich nicht. Sie wollten Ihrem Vater sich zum Opfer bringen, wider Ihr innerstes Gefühl. Das ist edel von. Ihnen, groß, bewundernswerth. Ich aber wäre ein Tropf, wenn ich das Opfer annähme. Und wenn ich mir die Stunde ausmale, da ich Sie von Gott und Rechts wegen mein nennen dürfte und Sie mir nichts mehr zu versagen hätten, auch ohne Liebe nichts, und ich rührte sie nur mit den Händen, ja nur mit meinen Gedanken an . . . Schande über solchen Mann! Könnte mich die Leidenschaft so weit verblenden, ich glaube, ich risse im ersten Augenblicke der Ernüchterung den Revolver von der Wand und machte vie wieder jicj.
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Sie sah ihn staunend an. Dann schloß er beruhigter nach so heftigem Ausbruch innersten Denkens: Also auf gute Freundschaft!" Sie nickte bejahend und sagte: Dank sür Alles. Auch sür die letzten Worte. Und nun ade. Es ist Zeit." Gedulden Sie sich nur. mein Fräulein, bis ich Ihnen einen Wagen holen lasse. Es sänat zu dämmern an und Ihr Weg ist weit." Er ging in's Vorzimmer und schickte dcn Diener nach einer Droschke. Als er in den Arbeitssaal zurückkam, stand Mathilde noch an derselben Stelle und sann vor sich hin. Er blieb schweigend, wie ihrer weiteren Befehle gewärtig, zwischen ihr und der Thüre stehen. Da sah sie aus ihrem Brüten auf und sprach: Das Abenteuer, wovor mir so herzensbange war, ist beendet, so schön beendet,, wie ich es mir nicht habe träumen lassen. Ich gehe von Ihnen und sage mit beglückender Ueberzeugung: Sie sind ein wahrhaft guter vornehmer Mensch. Gott lohn' es Ihnen! ... Ich kann Ihnen heute noch nicht lohnen, wie Sie es allein wollen. Ich darf Ihnen beute nicht vorlügen, daß ich Sie liebte. Das wäre eine Unwahrheit, gemein und albern und unter unser Beoer Würde . . . . Aber ich begrase, daß man Sie lieben kann, licben und oereren, anbeten . . . Ja. das begreif' 'ich! Ich habe nichts, Ihnen zu danken, Sie haben mich auI3er Stand gisetzt. Ihnen zu dankn, und auch dafür möchte ich Ihnen danken. Wie?" Sie zuckte die Achseln und besann sich. Hören Sie mich an. Wenn Leute, die sich in Freundschaft verbunden haben, dessen ein äußeres Merkmal tragen wollen, so kctten sie sich ein Armband an, hängen sich ein geheimes Zeichen um oder dergleichen . . . Nun denn hiermit gelobe ich, Ihnen, dem Retter meiner Familie, in Allem zu gehorchen, was Sie rathen und anordnen werden, und insbesondere nur dem Manne zu gehören, dessen Wahl Sie billigen werden. Und dieser Unterordnung, dieses Gehörsams, dieser unbedingten Treue will ich ein äußeres Zeichen geben. Ring und Kette habe ich nicht mehr zu verschenken . . ." Sie ging auf ihn zu: Lieben Sie mich wirklich noch?" Ja," sagte er. Dann küssen Sie mich und denken Sie in diesem Augenblick, ich liebte Sie, wie ich denken will, daß ich Sie liebte. Der Kuß sei das Zeichen, daß ich eine unsichtbare Kette trage, daran Sie mich fortan lenken mögen wäre es auch für immer ohne Liebe!" Sie lächelte kaum bemerkbar bei den letzten Worten und neigte sanft das Haupt zurück, ihm die Lippen entgegen. Er fah ein Weilchen staunend, zögernd, entbehrend auf das fchöne blasse Gesicht so nahe vor dem seinen. Da packte ihn die Leidenschaft, er ergriff Ihren Kopf sachte mit beiden Händen und drückte seine Lippen innig auf di: ihrigen. Vtux wenige Sekunden, dann schob sie ihn mit der Hand vor seiner Brust zurück und sprach: Genug! Und so trag' ich das Zeichen der Knechtschaft auf meinen Lippen mit fort, die nie mehr ein andrer Mann berühren soll . . . obwohl ich Dich noch nicht liebe . . . und so trag' auch trotzdem Du das Deine. Eine Andre, als ich gekommen fci. rc : cvri a; u vuu yuiuui. III A,noier, als Du gekommen bist, bleibst Du zurück. ... Gute Nacht. AdelSie hatte sich ihm entwunden und huschte eilig hinaus. Wildheim war wie von einem Zauber überwältigt; dann wollt' er ihr nach. Sie aber hatte den Schlüssel draußen im Schloß umgedreht und er hörte, die Hand an der Klinke, wie der Wagen aus dem Hof und über den Kies des Vorplatzes hinausfuhr. N Er ging langsam durch den Salon in's Vorzimmer, um. ehe der Diener dessen gewahr wurde, die Thüre zum Arbeitsraume wieder aufzuschließen.' Dann setzte er sich auf den Stuhl am Fenster andachtsvoll und glückselig, und ließ es dämmerig, und ließ es dunsei werden. In scinemJnnernwar es so helle wie in einem Festsaal. Ihm war, zZ fühlte er ihre süßen schwellenden Lippen noch auf den . seinen, und schweigend wiederholte : Dein Herr und Dein Knecht für Zeit und Ewigkeil und Du der meine! (Fortfctzung folgt.) " Wä'hre'nd sie im Dickicht Beeren pflückte wurde die 18Jhre alte Tochter von Jacob Zeillinslr von Aflton. Nb., von dem gleichalterigen John Schroll in Folge eines Versehens erschossen. Schroll sah, daß sich etwas im Gebüsche bewegte, konnte jedoch die Gestalt des Mädchens nicht sehen und gab Feuer. Frl. Zeillinski wurde in die Brust getroffen und war, aus der Stelle todt. Der junge Schroll stellte slÄ d-m.Sberiff. . Jn einem Gehölz bei Twin Lakes. in Pike County. Pa.. erlegte Lewis Äan Äken aus acrawaxen einen Adler, dessen Flügelfpannweite 7 Fuß 6 Zoll betrug. 3,066.154 an Dividenden für den verflossenen August bezahlten die Metallminen - Gesellschaften unseres Landes und während der ersten acht Monate des laufenden Jahres belief sich die Gesammtsumme der bezahlten Dividenden auf 827,193.530 d. h. auf eckt Vrouni der.Actiencavitalien.
Täglicher Marktbericht. Viehmarkt. Indianapolis Union Vichhöfe, 15.Sept. Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und aufwärts ?5.50 5.90 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 5.00 5.50
Auserlefene bis prrma Stiere 1150 bis 1300 ?sd Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Bfd. Stiere Mittlere öis gute Sture 900 bis 1100 Pfd 5.00 5.50 4.75 5.00 4.50 5.00 4.85 4.10 3.50 4.40 3.60 3.00 7.00 5.25 Gute bis gewählte Rinder. 4.25 Mittlere bis gute Rinder. 3.C0 Gewöhnliche leichte Rinder 3.00 Gute bis gewählte Küke.. 3.75 Mittlere bis gute Kühe.. 3.00 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 Kälber 5.00 Schwere Kälber 3.25 Prima bis sancy Export Bullen.... Gute bis gewählte Schläch tcr Bullen 3.80 4.25 3.50 3.75 Gewöhnliche bis cuteBullen 2,50 3.35 Gute Kühe mit Kalb GcwöhnlicheKühe mit Kalb 530 15 40 25 Schweine., Gute bis gewählte, mitt lere und fchkrcre 55.50 5.525 (Gemischte u. fchw.PacklNg 5.40 5.50 5.52 5.50 5.40 5.10 Gute bis gewählte leichte 5.50 Gewöhnliche leichte 5.40 Pigs 4.75 Roughs 4.75 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.75 5.25 4.50 3.25 3.75 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 Gute bis gewählte Schafe 3.00 Ordinäre bis gute Schafe 2.50 stockcrs 2.00 3.75 3.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 Früchte und Gemüfe. Früch te. Pfirsiche, $1.25 per Crate, 6 Körben; 50c für i Bufhel'Korb. $1.25-1.50 per Bufhel. Tomatoes, emheiMi che, 40c per Bufhel. Citronen, $5 für 300; 5.50 für 360. Aepfel, neue, 75c per 100 Pfund 25c i Bufhel Box für faucy rothe. Feigen, 12c-15c. . v Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pfund. Kokusnüsie, 3.50-4.00 per Hundert. Ananas, 3.50 per Cafe 30-36. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. Cafe. Damfon $1.50 per Faß. Canteloupcs, Rockn Ford 1.50 per Crate; einheimische $4 per Faß. Trauben, per Pfund 4c. Birnen,' hiesige, 75c per Bufhel. Wassermelonen, $10-12 perHundcrt. Gemüse. Kraut, 75c per Faß. Zwiebeln, 8ßc per Duncnd Bunchcs; Neue Bcrmuda 2.00 per Crate; Neue Louisiana $2 per Faß; rothe Globe 75c per Bushel; weiße Globe $2 per Faß. Rothe Rüben, 15c per Dutzend. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Gurken, 20c per Dutzend. Neue Kartoffeln, 1.35 per Faß; pnma Burbanks und runde weiße 45c per Bushel; zum Versandt gepackt, 5c mebr. Süßkartoffeln-Jersey $3.25 per Faß. Sommer'Celery, 15c per kl. Bunch. Korn, 3c per Dutzend. Geschlachtetes Vieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 7-7; hiesige Stiere 8-8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Psund 7c-7fc; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6c; Kühe 550 bis 650 Pfund 7c; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 10c; Rind Hinterviertel 9c; Rind Vor derviertel 6c; Kuh Vordcrvicrtcl 5c; Kuh Hinterviertel 8c. Frisches Kalbflcifch KälberlOc; Hin tervicrtel 12c; Vordcrviertel 8c. Irisches Schasfleisch Kammer per Pfd. 9Zc; Schafe 8c; Schenkel lOc; Racks, kurz, 16c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Curcd Schinken Erste Quali tät: 20-18 Pfund Ilse; 15 Pfund 12c; 12-10 Pfund 12ic; Zweite Qualitä 20-18 Pfund HZc; 15 Pfund llc; 12 Pfund 12c; 10 Pfund 12c. kalifornische Schinken 6 bis 8 Pfund 81c; 10 bis 12 Pfund 81c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer Englifh Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 13c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt 12c 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt llßc 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, Ilse 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, Ilse Svcck. Enal. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 12c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 1lc. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf im Durchschnitt, 9c; Klare Seiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Psd., 10c; Klare Bellics, 25 bis 30 Pfd., 10lc; 18 bis 22 Pfd., lozc; 14 bis 16 Pfd., lOc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9i; Rücken 12 bis 16 Pfd., 10c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., los c. schultern, Enal. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt. c; 16 Pfund im Durchschnitt, 9ic; 10 bis 12 Psund 91c
Gedörrtes Rindfleifch, Schinken, req..
CcjS 101s fls?Pftif.Mtri C,f Ctnciten 14c; Knöchel 14c. " . x Mpninm J v ) Schmalz, m Ticrces, 1. Qualität 8c; 2. Qualität 8c; 3. Qualität. 8c. Würste, Geräucherte Vratwunt 73c;. Frankfurter 7zc; Wicncnvurst 7$c; Knackwurst 7c; Bologna in Därmen 6jc, in Tuch Cic Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 12c per Dutzend. 5Mner7c, Spring Chickcns 8c Vfö. Turkcy Hennen 6c, junge Hahne 5e. alte yayne 4c; nten ö-8c; Gänse er en verlaust zu 3.75-4.25 per DZd. Weizen u Kreisen. "---1 ' roioer 1 (deleiZcn; ßßm-( 421c; N 5y-4ic; Vio. 2 wein gemischt 41c: Ro. 3 w weiß gemischt 41c; No. 4 weiß. gemischt 38-40c; No.2 Qdb 42c; No. 12c: No. 4 nrlh ?Ai-inU 6 geio Vio. 2 41c: , - - - vw . IV) , gemischt 41c; Zlo. 3 gemischt' . ä r , . . - ' n 'lv. 4 ccmi ni an Kolben 41c :-No. 2 weißer 24c; No. 3 O ? r ff) .' . . I 7 k l 1 1 - . haft weiter v., viv. .i yiuiijUJll Atj gemischter 20k l-altes No. 1 Timothy 11.75. Timoüm 10.75-11 5 No. 3 Öcii No. 2 Groeeries. Zucker Dominocs 6.72c; Stückiucker 6.87c; pulversirter 6.57c; m pul. verisirter 6.62c; Standard granulirter 6.47c; seiner aranulirtcr 6.47c: aranu lirter in 5 Pfund Säcken 6.57c; granu lirter rn 5 Pfund Cartons 6.57c; extra scmer aranuhrtcr 6.57c; Cubes 0.62c: Mold A 6.72c; Confcctioncrs' A 6.27c; 1 Columbia A-Kcvnone A 6.12c: 2 WindsorA-American A 6.09c; 3 Ridae. wood A-Centcnnial A. 6.12c; 4 Phönix A-California A 6.07c; 5 Empire AFranklin B 6.02c; 6 Ideal Extra Gol. den C-Keystone B 5.92c; 7 Windsor Extra C-American B 5.82c; 8 Ridae wood extra C-Centcnnial B 5.72c; 9 gelber extra C-California B 5.57c; 10 gelber C-ranllm extra C 6.62c; 11 gelbcr-Keystone extra C. 6.57c; 12 aclber-American ertra C 6.52c; 13 ael ber-Centennial extra C 5.52c; 14 gelber -California extra C 5.52c; 15 gelber 5.52c; 16 a.clber 5.42c. Eingemachte Früchte Blackberries. 3 Pfund, 90c: Peachcs Standard, 3 Pf., $2-2.25; Seconds 3 Pfund $1.50 $1.65; Pie $1.40-1.50; , Ananas, Standard, 2 Pfund, $1.65-1.90; See onds, Z Pfund, $1.25-1.45: arüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, 51; Bahama Ananas $1.90-2.25; Gcncbtc Eröfen $1.10-$1.75; frühe Juni $1-1.25, Marrow 95c, einaeweichte 55c 80c: Tomatoes, 3 Pfund, 85c-$1.00;Zuckcr lorn 80c $1.40; Apselvuttcr, per Dutzend, 3 Psund, 95c. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packeten: Anosa $12.75, Lion 11.75, Jersev 12.75, Caracas 12.25, Dillmorth's 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blended Java 11.75. Köfe. Engros Verkaufspreise, Jmportirter Schweizerkäse '27c per Pfund; einhei Mischer Schweizerkäse 17c; Wisconsin Cream Käse 10c-12c; Rcw York Ched dars 12c; einheimischer Limburger 12c; Brick 13c. Sämereien. Kaufpreise: Kleesamen, Rother, $4-$5.00; eng lischer, je nach Qualität $4-5.00; Al syke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6.00 per Bushel. Timothy $1.30-$1.40. Detailpreise : Kleesamen, altrr, prima, $5.50; neuer $5.00-6.00. Timothy, gewählter $2.25; prima $2.00-2.10. Blue Gras, Fancy Kcntucky $1.25 per Bushel; extra reines 50-65c per Bushel. Wolle. Folgendes sind die Preise für Wagen ladungen : Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20c; seine Merino 15-17c; ungereinigte, von 3c bis 5c weniger; zubcrge waschene 28-30c. - Kohlen. Tonne Tonne Anthracits ....$7.00 3.65 Pittsburg 4.25 2.25 Kanawha 4.25 2.25 Winlsrcde 4.25 2.25 Raymond City 4.25 2.25 Jackson......... 4.25 2.25 TO;T Q K 1 Qf Island City Lump u. Egg 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Island City Domcstic Nut 2.75 1.50 Mine Run. 2.75 1.50 Slack 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Rauchlose 4.50 2.40 Lump Coke 11c per Bushel. $3 per 25 Bushel. Zerkleinerter Coke 12c per Bushel. $3 per 25 Bushel.
Getreide. -No. .2 rother 76c auf den 76c von der Mühle ; No. 3
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