Indiana Tribüne, Volume 23, Number 339, Indianapolis, Marion County, 27 August 1900 — Page 7
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Noman von M. (? Vraddon. (Fortsetzung.) honora suyr icyzuocind zusammen. Fern von Mellishof hatte sic nur das Bewußtsein gehabt, daß sie jetzt wieder frei aufathn-.en dürfe, doch hier, an dem Schauplatz des grauenvollen Verbrechens, vergegenwärtigte sie sich wieder, auf welche Weise ihr die Erlösung gelominen war, und diese örlnnerung lastete noch schwerer auf ihr, als ihr altes Geheimniß, die einzigc Sorge ihres Lebens. Nie hatte sie an dein Ermordeten auch nur eine versöhnende Eigenschaft entdeckt, ihn nie einen edlen bedanken dussprechen hören. Sie hatte ihn als einen Lügner, einen gemeinen Schwindler, einen selbstsüchtigen Verschwender, einen engherzigen Bösewicht erkannt, nachdem ihre jugendliche Schwärmerei für seine Llpollogesialt und sein hübsches Gesicht verflogen war. Hätte, sie nach der Entdeckung der Untreue ihres ersten Mannes die Hilfe des Gesetzes angerufen, würde es ihr leicht geworden sein, sich der verhaßten Ketten zu entledigen, die si sich so thöricht selbst geschmiedet hatte, und es dem jetzt Verstorbenen unmöglich gemacht haben, sie zu peinigen und zu verfolqen. aber sie hatte sich mit ärmstliaen Auskunftsmitteln beqnüa.:. Frau von Walter hatte'Schloß Mel. Zis nicht den Rücken gekehrt, ohne an .Honora Rache zu nehmen, und durch "Winke und 'Andeutungen viel abscheukichere Dinge ahnen lassen, als sich in Wahrheit zugetragen hatten. Das Unrecht, das sie Honora zugefügt, konnte jetzt nur noch durch das Vorlegen jener blutbefleckten Trauungsurkunde, die
sich m lxs Barons Besitz befand, und die offene Darlegung der ganzen Geschichte unschädlich gemacht werden. Die Wittwe hatte bei der Dienerschaft den schnödsten Verdacht gegen .die Baronin erweckt, und froh in dem Bewußtsein, sie in den Augen der eigenen Leute herabgewürdigt zu haben, und mit der bestimmten Absicht, noch weiteres Unheil zu stiften, war Frau von Walter in die Ferne gezogen. Wie blaß Du bist, Honora", sagte der Baron, seine Frau bei Tisch gegenüber sitzend, Du bist sicher krank, die Geschichte ist zu viel für Dich gewesen." .Es ist ie Lust hier, die mich zu ersticken droht, Anton", erwiderte Honora. Während ich fort war, hatte ich das grauenvolle Ereigniß beinahe vergessen, jetzt, wo ich wieder hier bin und finde, daß die Zeit, die mir durch Gram und Kummer so lang erschien, in Wirklichkeit nur wenige Tage umfaßte und der Ermordete sich noch in unserer nächst: Nähe befindet, fühle ich mich unsäglich bedrückt. Ich werde erst meinen alten Frohsinn wiedergewinnen, wenn die Beerdig vorüber ist." Arme Nora, ti war Unrecht von tn:r,. mit Dir hierher zurückzukehren. Ich würde es auch nicht gethan haben, NcnnIngram mir nicht versichert hätte, es wcire nothwendig für uns, an Ort und Stelle zu sein, für den Fall, daß neue Ungelegenheiten wegen des Mordes auftauchten." Welche Ungelegenheiten?" rief Honora wie entgeistert. Sie wußte nur zu gut, daß keine , Untersuchung des schauerlichen Falles vorgenommen werden konnte, ohne ihren Namen in Verbindung mit dem des Ermordeten in die Oeffentlichkeit zu bringen. Wieviel hatte sie erduldet, um ihr schmachvolles Geheimniß vor der Welt zu verbergen, wie viel geopfert, ihrem Vater diese Demüthigung zu ersparen. Und jetzt, wo sie endlich gedacht hatte, das dunkle Capitel ihres Lebens sei geschlossen, zeigte sich die Wahrscheinlichkeit, daß neue Vorkommnisse ihren Namen und ihre
Geschichte in alle Zeitungen bringen würden. O, Anton, Anton", schluchzte sie. ihr Gesicht mit den Händen bedeckend, treibe ich immer wieder von dieser Sache hören müssen, werde ich niemals von den Folgen meiner unseligenThorheit befreit werden?" In diesem Augenblick trat der HausHofmeister ein. Honora stand haftig auf und ging an das nächste Fenster, um dem Diener ihr thränenüberströmies Gesicht zu verbergen. Verzeihung, Her? Baron," sagte der alte Maitiu Es ist etwas im Park gefunden worden, und ich dachte nur, Sie würden vielleicht wünschen " Was hat man gefunden?" rief der Baron zerstreut. Eine Pistole. Herr Baron. Einer von den Stallknechten hat sie vor wenigen Minuten aufgefunden. Er war mit noch einem jungen Menschen in den Park gegangen, um sich den Ort anzusehen, wo der Lambert erschossen wurde. und dicht am Wasser, unter Schilf und Gestrüpp verborgen, hat er sie bemerkt. Wer sie auch dort hingeworfen, hat sicher geglaubt, sie sei im Pfuhl versunken. Ich glaube bestimmt, daß es die Waffe ist. aus welcher Lambert der Todesschuß traf. Eine Pistole!" rief de? Baron. Zeigen Sie her." Der Diener reichte ihm die Waffe. 3 war eine sehr zierlich gearbeitete. H mit Silber ausgelegte Pistole. Tagelang dem Regen und dem Tau lusLesetLt, .war sie- .Üark, . .mit Rost
uoerzog5n,'oocy ver Baron erkannte sie sofort denn sie war sein Eigenthum und immer in dem kleinen Arbeitszimmer aufbewahrt worden, wo Honora am Tage des Mordes mit dem Wegräumen seiner Waffen beschäftigt gewesen. 15. Capitel. Wenige Tage nach Antons und Honoras Heimkehr trafen der Rittmeisier und seine Frau in Schloß Mellis ein. Lucie." hatte Stephan von Ingram unterwegs zu seiner Frau gesagt, ich habe Deiner Cousine einmal sehr großes Unrecht gethan, ich möchte es jetzt wieder gut zu machen suchen und, wenn irgend ein unvorhergesehener Kummer über sie hereinbricht, ihr alsFreund zur Seite stehen. Hältst Du diesen Wunsch für berechtigt, meine Theuerste?" Natürlich, Stephan." Aus. dem Gutshof schien alles wie ausgestorben, als die Gäste anlangten. Die Herrschaften haben Sie erst rM dem späteren Zuge erwartet", sagte der Diener, der dem Rittmeister und seiner Frau die Thür des Salons öffnete. Lucie trat an das offene Fenster, durch das die Strahlen der Mittagssonne sich ergossen, und blickte nach dem Saume des Parkes hinüber, w?
Stephan ihr seine Hand angetragen,! hatte, desselben Parks, der seitdem durch ein schweres Verbrechen entweiht worden war. Jener Mensch ist wohl schon begraben, Stephan?" fragte sie. Wahrscheinlich." Wenn ich Honora wäre, würde ich vorziehen, anderwärts zu wohnen." Nochhe Lucie den Satz ausgesprochen hatte, trat Honora ins Zimmer, ihre Gäste so herzlich und liebenswürdig zu begrüßen, wie immer, doch Ingram entging es nicht, daß sie sich während der kurzen Zeit ihrer Heimkehr furchtbar verändert hatte. Konnte sie gehört, konnte ihr jemand Veranlassung zu der Vermuthung gegeben haben, daß ? Sie sind leidend Honora", sagte er, ihr die Hand reichend. Das schwüle Wette? macht mir Kopfweh." Ich bedauere, Sie so leidend zu sinden, wo treffe ich Anton?" Ich ich weiß es nicht." stammelte sie verlegen. Er ist draußen, ich werde ihn rufen lassen." Nicht doch, ich werde selbst gehen, ihn zu suchen. Lucie wird froh sein, mich los zu werden und mit Ihnen ungestört plaudern zu dürfen." Lucie nickte zustimmend. Die Wandlung in Honoras äußere Erscheinung und ihrem Wesen beängstigte sie. Wie todtenblaß Honora aussieht", dachte der Rittmeister auf dem Wege zu den Stallgebäuden, wo er jemand aufzutreiben hoffte, der ihm emen genaueren Bericht über das Verbrechen im Park geben konnte, als er ihn bis jetzt erhalten hatte. Noch jemand anders, -alZ Honora," fagte er sich, muß einen Grund gehabt haben. denMenschen bei Seite zu schaffen, Rache, Habgier, irgend etwas, worauf bis jetzt noch niemand gekommen ist." Ingram sand keineGelegenhcit, seine Nachforschungen anzustellen, denn im Stallhofe begegnete er Anton von Mellis, den er noch entsetzlicher verändert fand, als Honora es war. Die blauen Augen des Gutsherrn hatten ihren Glanz, sein Schritt die Elasticität verloren, das Gesicht war eingefallen und abgemagert, Und unverkennbar wich er den Blicken Jngrams aus. Mit der Miene eines Menschen, der weder weiß, noch sich darum kümmert, wohin er geht, begleitete er den Rittmeister. Wollen wir ins Haus?" sragte er. auf feine Uhr sehend. Ihr werdet nach der langen Fahrt einen tüchtigen Hunger haben. Ich hatte den ganzen Vormittag in den Stallungen zu thun gehabt." Ingram sah dem Freunde fest ins Gesicht. Sie waren mittlerweile in einen schattigen Weg eingebogen, de? durch dichtes Gebüsch dem Schlosse zuführte. Anton", sagte er, Du bist nicht offen gegen Deinen alten Freund. Du hast etwas auf dem Herzen, das Du mir zu verbergen suchst." Mellis wendete den Kopf ab. Ja. ich habe etwas auf dem Herzen," erwiderte er ruhig. Wenn Du mir helfen könntest, würde ich wir ohne Zögern Deine Hilfe erbitten, aber, Du kannst mir nicht helfen." Wenn ich nun doch überzeugt wäre. Dir helfen zu können?" rief Ingram. Wenn ich entschlossen wäre, es zu thun. Du magst wollen oder nicht? Ich glaube eirathen zu können, was Dich drückt, dachte aber. Du wärest ein tapferer Mann, der sich nicht gleich niederbeugen läßt und stark und edel den Kamps siegreich zu Ende führt." Du kannst errathen. Du hast gedacht? Was, Stephan? Hast Du kein Erbarmen mit mir? Siehst Du nicht, daß ich fast von Sinnen bin, und Du Deine Zeit schlecht gewählt hast, mir Deine Theilnahme aufzunöthigen? Willst Du, daß ich mich selbst verrajhen. daß ich verrathen soll ." Er hielt plötzlich inne, als wenn ihn die Worte erwürgten, stampfte mit dem Fuße auf den Boden und ging hastig weiter. Das sonst so gemüthliche Speisezimin sah traurig, genug aus. denn nie-
JudZana Tribüne, Montag,
mand war va, c;e istntieterffcen zu begrüßen. Müde ließ sich der Schloßherr am Tische nieder, einem Diener den Be fehl ertheilend, die Damen zu rufen. Schon nach wenigen Minuten kehrte der Bote mit der Meldung zurück, die Damen würdennicht erscheinen. Die beiden jungen Frauen saßen auf dem Sopha in Honoras Zimmer. Lucie war es sehr schnell gelungen, den Schlüssel zu 5zonoras Leid zu finden. Anton aufgehört, Dich zu lieben!" rief Lucie, Honoras Worte wiederholend. Unmöglich!" Es ist wahr, Lucie". versicherte Honora voll Verzweiflung. Er liibt mich nicht mehr. Jetzt, nachdem alle Geheimnisse zwischen uns hinweggeräumt sind, steht eine finstere Wolke trennend zwischen uns. Es ist nur zu natürlich, daß er die Erniedrigung so tief empfindet. Wie könnte er mich ansehen, ohne sich zu erinnern, wer und was ich bin! Die Wittwe seines Reitknechts! Darf ich mich also wundern, wenn er mir ausweicht?" Dir ausweicht, Honora?" Ja. er weicht mir aus. Seit den? Abend unserer Heimkehr haben wir kaum ein Dutzend Worte miteinander gesprochen. Unterwegs war er so zärt lich gegen mich und versicherte mir immer wieder, seine Liebe für mich sei unvermindert die alte, und die furchtbare Prüfung der letztenTage habe ihm nur zum Bewußtsein gebracht, wie tiefgewurzelt und stark seine Zuneigung für mich sei, doch kaum waren wir hier angekommen, als er plötzlich ein ganz Anderer wurde. Er ist mir auf ewig entfremdet." Das alles ist unmöglich, Honora, und nur das Ergebniß einer krankhaften Einbildung." Meiner Einbildung!" rief Honora bitter. Du weißt nicht, wie ich Anton liebe, wenn Du glaubst, daß ich mich in einem seiner Blicke oder Worte täuschen könnte. Ist es meine Einbildung, daß er mich nicht ansieht, wenn er mit mir spricht, meine Einbildung, daß er wie ein umgehender Geist durch die Zimmer irrt? Wenn alles das Einbildung ist, dann muß ich wahnsinnig sein." Lucie schrak zusammen, als sie ihre Cousine anblickte. War es möglich. daß die Aufregungen der letzten Wochen ihren Verstand verwirrt hatten? Arme Honora", murmelte sie, die laut Weinende umarmend. In dem krampfhaften Schluchzen, in dem sich der langverhaltene Schmerz Honoras Luft machte, verlor sie alle Selbstbeherrschung. Sie hatte in den letzten Tagen schwerer gelitten, als je zuvor. Lucie begriff das alles. Sie wußte, wie sie ihre Cousine behandeln mußte, und in weniger als einer Stunde nach diesem leidenschaftlichen Schmerzensausbruch lag Honora bleich und erschöpft, aber 'in friedlichem Schlummer auf ihrem Bett. Sie hatte die Last ihres Kummers fo lange schweigend getragen und in schlaflosen Nächten über ihr trauriges Schicksal gegrübelt und sich der' schwersten Schuld geziehen. Ihre Unterredung mit Lucie hatte sie unbewußt erleichtert, und nach dem Aufruhr, der ihr Herz durchtobt, schlief sie sehr sanft. Lucie blieb eine Weile an dem Bette ihrer Cousine-sitzen und schlich sich dann fort, um ihren Mann aufzusuchen und von seiner Weisheit Rath zu holen. Sie fand ihn im Salon allein. Anton von Mellis hatte ihn wieder verlassen. Im Schloß war es außerordentlich still. Seit der Heimkehr der Guttherrschaft war noch keiner der Nachbarn zum Besuch erschienen. Ein entsetzliches Gerücht hatte sich in der ganzen Umgegend verbreiiet, und man sprach von dem Baron und seiner Frau nur noch in feierlichem Flüsterton. Lucie erzählte dem Rittmeister alles, was Honora ihr mitgetheilt hatte. Das dachte ich mir." seufzte In gram. Was dachtest Du Dir. Stephan? Daß der Bruch zwischen Anton und Honora ein ernster je:. Unsere Aufgabe muß ?s sein, sie wieder zu vereinigen. Du mußt es übernehmen, Honora zu beruhigen, und ich werde Anton zur Vernunft bringen. . Ingram küßte seine kleine Frau und ging ungesäumt daran, seinen Vorsatz auszuführen. Er sand Anton ,n im selben Zimmer, aus dem die mörderi sche Wasfe entwendet worden , war. Wenn auch der Baron die kleine Pistole in einem der geheimsten Fächer seines Schreibtisches verschlossen hatte, ließ sich die Thatsache doch -nicht wegleugnen. Du mußt mich in den Park begleiten, Anton, sagte der -Rittmeister aebieterisch. Ist es recht von Dir. mir Deine Freundschaft und Dein Vertrauen zu entziehen, obwohl' ich nur in der Absicht hergekommen bin. Dir und Honora als Freund zur Seite zu ste hen? Weshalb sträubst Du Dich, mir Vertrauen zu schenken? fW i . V w n AV. lepoan, wozu mn BU :n dieses gottverfluchte Haus gekommen? rief Mellis. . Du weißt nicht, daß es vervehmt ist, wie seme Bewohner, dafi es von aller Welt gemieden wird, wie die Pest? Kehre so schnell wie möglich ncch London zurück. Nicht eher, als bis Du mir andertraut hast, was Dich bedrückt, Anton. Setze Deinen Hut.auf. und .führe mich
den 27. August 1900.
zu ver stelle, wo ver moxv vegangen wurde." Nur widerstrebend fügte sich Mellis dem Wunsch des Rittmeisters. Schweigend wanderten die Freunde dem Th:il des Parkes zu. wo Lambert seinen Tod gefunden hatte. Schon waren sie ganz nahe bei dem Platz, wo Oliven in jener Nacht des Schreckens seine Nichte und ihren Begleiter beobachtet hatte, als Ingram stehen blieb und seine Hand auf des Gutsherrn Schulter legte. Anton", sagte er in entschlossenem Ton. ehe wir die Stelle erreichen, wo jener Bösewicht sein Leben verlor.mußt Du mir gestehen,was auf Deiner Seele lastet." Warum marterst Du mich. Stephan? Ich kann es Dir. ich kann es.I keinem Menschen anvertrauen. Wenn ich Dir den grauenvollen Gedanken mittheilte, würde es Deine Pflicht sein, zum , o Stephan, sei barmherzig, g:y und laß mich allein, ich " Er stampfte wüthend mit dem Fuß, als wollte er seine feige Verzweiflung niedertreten, derentwillen er sich selbst verachtete. Wie gebrochen lehnte er sich an einen Eichenstamm und weinte laut. Stephan wartete, bis der Unglückliche wieder ruhiger geworden war, dann zog er den großen, starken Mann beinahe so zärtlich an sich, als hätte er es mit einer trosibedürftigen, schwachen Frau zu thun. Gott sei Dank, daß das Eis zwischen uns gebrochen ist, Anton", sagte er. Ich weiß, was Dich bedrückt, weiß aber auch, daß Deine Befürchtung vollkommen grundlos ist. Erhebe Dein Haupt und blicke zuversichtlich in eine glückliche Zukunft. Ich kenne den schwarzen Gedanken, der an Demer Seele nagt: Du glaubst, daß Honora den Stalldiener ermordete." Mellis zuckte zusammen. Nein, nein, wer wagt das zu beHäupten?" rief er schaudernd. Du, Anton, Du glaubst es und thust ihr das grausamste Unrecht, das je einer Frau zugefugt wurde, ein schmachvolleres als ich vor Jahnnob? wohl ich ihr damals zutraute, sie habe sich zu einem leichtfertigen, Liebesverhältniß erniedrigt." Du weißt nicht, Stephan," stammelte Mellis. Ich weiß alleZ, Anton, und sah voraus, was kommen würde, lange, ehe Du die am Himmel hinziehende Wolke bemerktest, aber so etwas habe ich nicht geahnt. Ich war darauf vorbereitet, das beschränkte Landvolk werde Deine Frau beargwöhnen, wie die Leute immer ein Vergnügen daran finden, ein Verbrechen demzuzuschreiben, von dem es ganz besonders verabscheuungswürdig erschiene, aber daß Du. Du Honora eines Meuchelmordes fähig halten könntest, wäre mir nie eingefallen." Woher weißt Du, daß der Mensch ermordet wurde?" brauste Mellis auf. Vielleicht hat er sie mit schnöden Worten gereizt, bis sie es nicht länger ertragen konnte und in verwundetem Stolz, in der Leidenschaft wilden Zornes mag sie die Pistole, die sie zufällig bei sich hatte " Welche Pistole?" unterbrach ihn Stephan. Du sagtest mn, die Mordwaffe fei nicht aufgefunden wo?den!" Am Abend unserer Heimkehr wurde sie ausgesunden. Aber weshalb brinast Du diese Vistole mit Honora in Zusammenhang? Weshalb behauptest Du. die Pistole sei m ihrem Besitz gewesen? Weil o mein Gott. Stephan, weshalb entringst Du mir diese furchtbaren Dmge?" Zu Deinem eigenen Besten und zur Rechtfertigung Deiner unschuldr gen Frau. Fürchte Dich nicht, auf' richtig gegen mich zu fein.. Nichts in der Welt könnte mich je verleiten. Honora ein solches Verbrechen zuzutrauen. Mellis wendete sich plötzlich nach dem Freunde um. warf sich ihm an den Hals, legte den Kopf 'an feine Schulier und weinte zum zweiten Male laut und heftig. Möge Gott Dich dafür segnen, Stephan . schluchzte er. Der Himmel ist mein Zeuge, daß ich selbst in der Todesqual der Zweifel und des Grauens niemals aufhorte, Honora Mit aller Gluth meines Herzens zu Ixt ben." . ; ' MWti Du mir nicht endlich Aus schluß über den Grund Deines Argwohnes aeben, alter Freund?" . Sie standen jetzt vor dem hölzernen Pavillon, am Rande des Pfuhls, wo Georg Lambert vom Tode ereilt wurde. Der Rittmeister setzte sich auf einen Haufen loser Bretter, wahrend Mellis. zwischen Pavillon und Pfuhl hin- und hergehend, die Geschichte von der Auffindung der aus semem Zim mer entwendeten Waffe erzählte. Noch an dem Tage, an dem das Verbrechen verübt wurde, hatte ich die Pistole m der, Hand gehabt . sagte er. Ich erinnere mich dessen genau, denn ich reinigte an jenem Morgen gerade meine Waffen und hatte sie in Unordnung liegen l'assen, während ich zu Lamberts Wohnung ging, um mit ihm zu sprechen. Als ich zurückkam " Nun?" Hatte Honora meine Gewehre und alle die anderen Massen weggeräumt." Und darauf hin glaubtest Du Dich berechtigt, anzunehmen. Deine zfrau iabe die .Pistole vx sich aelteckt ;.. (Fortsehung folgt.)
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Täglicher Marktbericht. ' Vichmarkt. Indianapolis Union Viehhöfe, 27. Aug. Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und aufwärts $ Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts Auserlesene .bis prima Stiere 1150 bis 1300 Psd Gute bis mittlere 1150 bis ..50 5.82 5.50 5.10 5.00 5.50 4.75 5.10 1300 Pfd. Stiere.... Mittlere öis gute 'Stiere 900 bis 1100 Pfd.... Gute bis gewählte Rinder. Mittlere bis gute Rinder. Gewöhnliche leichte Rinder 4.50 4.25 3.65 3.00 3.75 3.40 4.75 4.00 3.00 5.00 5.00 4.40 3.50 4.40 3.60 3.00 5.75 5.00 Gute bis gewählte Kühe.. Mittlere bis gute Kühe.. Gewöhnliche alte Kühe.. Kälber Schwere Kälber Prima bis fancy Export Bullen 3.90 4.25 Gute bis gewählte Schläch ter Bullen 3.50 2.75 $35 15 3.75 3.35 50 30 Gewöhnliche bis guteBullen Gute Kühe mit Kalb.'. .. GcwöhnlichcKühc mit Kalb Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere $5.40 5.45 5.35 5.45 5.37 5.40 5.10 Gcmischteu.schw.Packing 5.30 Gute bl? gewählte leichte 5.35 Gewöhnliche leichte 5.25 Pigs 4.50 Roughs... 4.50 Schafe. ' . ! C ... V n O r r r gering zumos $ö.zd 5.75 4.25 Gute bis gewählte Schafe 3.00 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.25 3.75 Gute bis gewählte JährImge 4.50 4..75 3.75 3.25 Gewöhnliche bis mittlere Jährlinge 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.50 Böcke, per 100 Pfd 2.00 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, $1.25 per Crate, 6 Körben; 60c 65c für i Bushel Korb. Tomatoes, emheiMi che, 30c per Bushel. Citronen, $5 für 300; 5.50 für 360. Aepsel, neue, 50c-75 per Bushel Box. Feigen, 12ic-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5$c-6c per Pfund. Kokusnüffe, 3.50-4.00 per Hundert. Ananas, 3.50 per Cafe 30-3. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. Case. Canteloupes, 75c per Crate; einhei mische $4 per Faß. Trauben, per Crate von 6 Körben $1. Birnen, hicnge, 76c per Bushel. Wassermelonen, $10 per hundert. Neue Gemüs e. Kraut, 25c per Faß. Radieschen, 15c per Dutzend Bunches. Zwiebeln, 8c per Dutzend Bunches; Neue Bermuda 2.00 per Crate; Neue Louisiana $4 per Faß. Rothe Rüben, 15c per Dutzend. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Gurken, 20c per Dutzend. Neue Kartoffeln, 1.15 per Faß. Sommer Celery, 15c per kl. Bunch. Korn, 3c per Dutzend. Alte Gemüse. Parsnips, 1.25 per Faß. Squashes, $18-22 per Tonne. Kartoffeln, Burbanls und runde -weiß 53c per Bushel. Zum Versandt bereit 5c mehr. Zwiebeln, Gelbe Denvers 50c per Bushel, rothe Globe 75c; weiße Globe $2 per Faß. Weiße Rüben, Ungewaschene 1.251.50 per Faß; gewaschene 1.50-1.75; Canada Rutabagas 1.10-1.25 Per Faß.' Rothe Rüben, $1.25 per Faß. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Quali tät: 20-18 Psund ; 15 Pfund 12c; 12-10 Pfund 12c; Zweite Qualität 20-18 Psund ; 15 Pfund llc; 12 Pfund 12c; 10 Pfund 12c. Calisornische Schinken 6 bis 8 Pfund 8c; 10 bis 12 Pfund 8s c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 14c; gewählter Sugar Cured 131c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 12jc; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt c; 10 bis 12 Pfirnd im Durchschnitt 11c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 11c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, llc. Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, llc; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, lOZc. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9ic; Klare Seiten, 30 bis 40 Pfd ' im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Psd., 9c; Klare Bellies, 25 bis 30 Pfd., c; 18 bis 22 Pfd., 10c; 14 bis 16 Pfd., lOc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 9$c; Klare Rücken 6 bis 9 Psd., 10c. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt, c; 1b Pfund im.Durchschnitt, 9jc; 10 bis 12 Pfund 9c-.
Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. ets, 13c; Auncnscitcn 10k: Innen
scitcn 15c; Knöchel 15c. Schmalz, m Ticrces, 1. Qualität 85 c; 2. Qualität 8c; 3. Qualität H c. Gevockeltes SckwelNffleisÄ . Knacken. loses Fancy Pig $17.75; Klares Bca ju.zo; üamuy iu.2ü; Syort lilcar 5.75; Rumpf 15.75. Würste, Geräucherte Bratwurst 71c; Frankfurter 7c; Wienerwurst 7c; Knackwurst 7c; Boloona in Därmen 6c,in Tuch 6c. Butter, Eier und Geflügel. Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 10c per Dutzend. Hühner 7c, Spring Cbickens 7c Pfd. Turkcy Hennen 6c, junge Hähne 5c, alte Hahne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Dtzd. Getreide. MeiZkN-??a. 9. rnikrr 7Ar i,k " "j-- ' v - v wu vviv Keleisen. 74c fcnn hrr ? T . j , " . " J V V . J rother 70-72c; August 74c auf den Geleisen; Wagenweizen 74c. Korn-No. 1 weiß 41Zc; No. 2 wciö 4ffc; no. 3 weiß 4ifc; "Jio. 4 weiß 3840fc; No. 2 weiß gemischt 405c; No. 3 weiß gemischt 40c; No. 4 weiß . . ... ! r Js. 1 n O n r O ftl -v Y . rv gcmi,ll)i sz-öc; vio. 2 geiv4ic; vio. 3 npf iUf A ntU 'QlIAl.. No. 2 gemischt 40Zc; No. 3 gemischt 40c; No. 4 gemischt 37-39fc; an Kolben 41c Hafcr-No. 2 weißer 24c; No. 3 weiner 23c: No. 2 oemisckter 2Ue: No. 3 gemischter 20c Yeu-altes No. 1 Timothy 13.0014.00: neues No. 1 I-imatkm 511 50--$12.50; altes No. 2 Timoihy $12.00n c r n - or . j iz.ou; neues vio, z imolyy 11.OÜ11.50. Groeeries. Zucker Dominoes 6.67c; Stückzucker 6.82c; pulversirter 6.52c; XHi pul. verisirter 6.57c; Standard granulirter 6.42c; feiner granulirter 6.42c; granu lirter in 5 Pfund Säcken 6.52c; granu lirter in 6 Pfund Cartons 6.52c; extra feiner granulirter 6.52c; Cubes 6.57c; Mold A 6.67c; Confectioners' A 6.22c; 1 Columbia A-Keystone A 6.07c; 2 WindsorA-AmcricanA 6.04c; 3 Ridgewood A-Ccntcnnial A. 6.07c; 4 Phönix A-California A 6.02c; 5 Empire AFranklin B 5.97c; 6 Ideal Extra Gol den C-Keystone B 5.87c; 7 Windsor Extra C-American B 5.77c; 8 Ridge wood extta C-Centennial B 5.72c; 9 gelber extra C-California B 5.67c; 10 gelber C-Franklin extra C 5.62c; 11 gelbcr-Kcystone extra C. 5.57c; 12 gelber-American extra C 5.52c; 13 gel ber-Ccntennial extra C 5.52c; 14 gelber -California extra C 5.52c; 15 gelber 5.52c; 16 gelber 5.52c. Kaffee. Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packcten: ' Ariosa $12.75, Lion 11.75, Jerset.. 12.75, Caracas 12.25, Dillworth's! 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blendcd Javce 11.75. Kase. Engros Verkaufspreise, Jmportirter Schweizcrkasb 27c per Pfund; einhei Mischer Schweizerkäse 17c; Wisconsin Cream Käse 10c-12c; New York Ched dars 12c; einheimischer Limburger 12c; Brick 13c. Sämereien. Kaufpreise: Kleesamen, Rother, $4-$4.26; eng lischer, je nach Qualität $4-4,50; Al syke 5-7.00; Alfaifa 6.50-6.00 per Bushel. Timothy $1.20-$1.30. Detail.Preise : Kleesamen, alter, prima, $4.75; neuer $5.00. Timothy, gewählter $1.50; prima $1.45. Blue Gras, Fancy Kcntucky $1.25 per Bushel; extra reines 65-75c per Bushel. Kohlen. Tonne Yi Tonne Anthracits ..$7.00 3.65 Pittsburg.... 4.25 2.25 Kanawha 4.25 2.25 Winifrede... 4.25 2.25 Raymond City 4.25 2.25 Jackson.. 4.25 2.25 Brazil Block 3.25 1.80 Island City Lump u. Egg 3.00 1.65 Jndiana Lump.... 3.00 1.65 Island City Domestic Nut 2.75 1.50 Mine Run 2.75 1.50 Slack 2.00 1.15 Bloßburg 5.00 2.65 Rauchlose 4.50 2.40 Lump Coke 11c per Bushel. $3 per 25 Bushel. Zerkleinerter Coke 12c per Bushel. $3 per 25 Bushel. Wolle. Folgendes sind die Preise für Wagen ladungen : Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20c; seine Merino 15-17c; ungereinigte, von 3c bis 5c weniger; zuberge waschene 28-20c.
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