Indiana Tribüne, Volume 23, Number 339, Indianapolis, Marion County, 27 August 1900 — Page 1

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JllZslnnd Depeschen DcKittgs Kaiferpalast , . 2M) ichl Don iicii ücröiinMcii örsfftL Letztere warten auf In-

ftruktionen. ' -Die Kaiserin Wittwe auf der Flucht m Starke Boxer-Abtheilungen ziehen gegen Peking. Li Hung Chang und die Fricdcnöver' Handlungen. TiÄmerikancr siegen auf der Welt-auZstcllilngZ-Ncgatta in Paris. S Friedrich Wilhelm Nitzsche von seinen Leiden erlöst. Kaiser Wilhelm nimmt ein Geschenk ciucS Amerikaners an. Die Lage in China. London. 27. August. Die neuesten Nachrichten von Peking lassen die Situation unverändert erscheinen. Die kaiserliche Stadt wird noch belagert, ist indessen noch nicht eingenommen. Die Verbündeten hatten sich bei Abganz der letzten Depeschen noch nicht dazu entschließen können, anzugreifen und warteten auf Instruktionen ron ihren Regierungen. Man erwartete einen Angriff von 30,000 Boxern und um diesem zu be Leonen, wurde das ganze amerikanische Kcntingent und die britische Artillerie auf der äußern Stadtmauer postirt. Die Borer sollen sich in starken Massen rcm Süden b:r nähern. Ueber das Gefecht vom 19. August, in welchem die Amerikaner. Briten und Japanesen eine große Streitmacht der Bor:r auf's Haupt schlugen, berichtet der'kommandirende General Dorward, in einer Depesche vom 25. August Folgendes : Du Kommunikationslinien in der JZähe von Tien Tstn sind jetzt vor jeder Unterbrechung sicher. Unter den Dorfbewohnern haben die Boxer fürchterlich geHaus: ; mehrere kopflose Leichen wurden bei ihren Lagern gefunden. Die Landleute fliehen jetzt in Schaaren nach Tien Tsin ; im Durchschnitt kommen e:wa 1000 täglich in der Stadt an. Da wir nur für einen Monat Vorr'athe haben. so ist ein: Hunzersnoth in der nächsten Zeit zu erwarten." Diese drohende Hunzersnoth. welche onrch das zahlreiche Zuströmen der geplünderten Landbevölkerung in Tien Tsin und anderen Städten verursacht :oud. birgt ein neues Element der Gefahr in sich. Depeschen aus Schanghai melden, das; die Nachricht von der angeblichen Gefangennahme des Kaisers Kwang Su durch japanische Kavallerie auf einen Irrthum beruhe, da man einen ser Gefangenen für den Kaiser hielt. Es wird bestimmt versichert, daß die Kaiserin-Wittwe mit einer Eskorte von 1500 Mann nach dem Westen geflohen ist und da wegen des gebirgigen Cha cakters des Landes die Verfolgung besonders mit Artillerie sehr erschwert wird, so glaubt man, daß von einer Verfolgung der Kaiserin Abstand genömmen werden wird. Von anderer Seite wird indessen oom 24. August gemeldet, dah eine flieMde Kolonne von 1000 Russen. Deutschen und Japanern von Peking -abgegangen ist. um die Kaiserin-Witt-xt zu verfolgen. Am Freitag hielten die Generäle und Gesandten in Taku eine Konferenz ab und beschlossen, das Schicksal der 2er botencn Stadt" der Entscheidung ihrer Negierungen anheim zu . stellen. Die japanischen Truppen sind im Be sitz der Mauer um das- Innere der Verbotenen Stadt", sind aber wegen Mangels - an Verhaltungsmaßregeln nicht bis zum kaiserlichen Palast vorgedrungen. da sie auf Instruktionen von ihrer Regierung warten. Li Hung Chanz soll wieder einmal seine Abreise nach dem Norden verschcben haben.' Die Japaner haben Ma--rinetruppen in Amoy gelandet'Und halitn dort die Ordnung aufrecht. Aus Peking wird gemeldet, daß die Vesetzung des kaiserlichen Palastes nur ourch die Japanesen erfolgen wird. Die japanische Regierung hat wiederholt die Versicherung gegeben, daß sie die Per son des Kaisers und der Kaiserin beschützen wird. In Tat Vuen Su sind sieben Mis sionäre und 30 einheimische Christen ermordet worden 'jv2r.';e Rrunz ha! .Li-

Zzung-ang oenachrichtigt. vatz VsrHandlungen nicht eber möglich sind, bis Bevollmächtigte, die den Mächten genehm sind, ernannt sein werden. Japan bringt die Vizeköniae von Nankinz und Wu Chang. sowie Li Hnng Chanz in Vorschlag. Falls diese ernannt werden und China volle Entschädigung zusichern will, so wird Japan sein Bestes thun, um den Frieden zu sichern. St. Petersburg. 27. August. General Grodokoff. derKommandeur des Gouttrnements Amur, meldet unter dem 24. August, daß Kam Ni und Tchz .chan von den Russen besetzt worden sind. Die Chinesen sandten einen Parlamentär zu" General Rennenkampf und ließen um Waffenstillstand bitten. Ihr Gesuch wurde jedoch nicht bewilligt. Der Krieg in China. Peking, 19. Aug.. via Taku. 24. August. Im Süden und Süvwesten ist man auf Abtheilungen bewaffneter Chinesen gestoßen, die sämmtlich gut verschanzte Lager haben. Die Bengal Lancers stießen in einem, vier Meilen von hier in südwestlicher Richtung gelegenem Dorfe auf eine vorzüglich verschanzte Abtheilung. Man glaubt allgemein, daß die fähigsten chinesischen Befehlshaber das Kommando über diese Trupps führen. Abtheilungen der Alliirten haben im Laufe des heutigen Tages verschiedentlich Rekognoszirungsritte unter nommen. Die kaiserliche Stadt und die verbotene Stadt" werden auf das schärfste von den Verbündeten bewacht. Heute Vormittag fand ein Dankzottesdienst statt, dem die Mitglieder der amerikanischen und englischen Gesandtschasten, sowie dic Missionäre beiwohnten. t F. W. Nietzsche, f W e i m a r . 27. Aug. Professor Friedrich Wilhelm Nietzsche, der bekannte Philosoph ist hier am Schlagfluß gestorben. Er war seit dem Jahre 1889 dem unheilbaren Wahnsinn versollen. Friedrich Wilhelm Nietzsche, philoso ohischer Schriftsteller, geboren 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen, Sohn des dortigen Pfarrers, der zeitig starb, wurde dann von seiner Mutter in Naumburg a. S. erzogen, besuchte die Landesschule Pforta und studirte von 1864 67 in Bonn und Leipzig klassische Philologie. Frühreif, ein bevorzugter Schüler Ritschl's. erhielt er noch vor seiner Promotion (1869) einen Ruf als außerordentlicher Professor der klassischen Philologie an die Universität Basel, wurde 1870 schon ordentlicher Professor, welche Stellung er bis

1879 bekleidete. In diesem Jahre nothlgte lhn ein. schweres Augenleiden, verbunden mit Ueberreizung des Gehirns, sein Amt aufzugeben, nachdem er schon den Winter 187677 in Sorrcnt zugebracht hatte. ' Von da ab führte er, beständig schriftstellerisch äußerst thätig, ein Wanderleben, hielt sich mit Vorliebe in Venedig, in der Schweiz, in Turin, Genua. Nizza, bisweilen auch in Leipzig und Naumburg auf, bis er im Frühjahr 1890 in Turin nach übermäßiger geistiger Anstrengung und zu starkem Gebrauch von , Schlafmitteln geisteskrank wurde. Kürzere Zeit brachte er in der Heilanstalt in Jena zu. wo ihm keine Genesung wurde; . seit Jahren lebte er wieder bei seiner Mutter in Namburg. Mit Richard Wagner war er längere Jahre eng befreunbet brach aber den Verkehr später mit ihm ab. Im persönlichen Umgange sehr gewinnend, aber doch die Einsamkeit liebend, ging er in seinen Schriften schonungslos gegen alles ihm nicht Gefallende vor. Als Stilist ist er in der Gegenwart unübertroffen, seine Sprache hat oft einen geradezu bestrickenden Zauber, und ihr ist zum Theil die große Wirkung seiner Werke zuzuschreiben. Nietzsche hatte in seiner Philosophie mit aller sittlichen und religiösen Tradition gebrochen, war nicht an Vorurtheile, nicht an diesogenannten ewigen Gesetz: der Vernunft gebunden, namentlich nicht an die christliche Welt- und Le bensanschauung. von der diese unsere Welt im Gegensatz zu einer erdichteten jenseitigen mißachtet werde, bei der die natürlichen Triebe des Menschen nicht zu ihrem Rechte kämen, aber die Schwäche der Unterwerfung für dai Höhere gelte. Der Mensch muß nach Nietzsche seine Instinkte möglichst befriedigen, sich selbst zum Zweck seines Daseins seken. diesen nicht außer sich, nicht in selbstlosen 5zandlungen suchen, er muß sich selbst leben, den Willen zur Macht, den er bat. möglichst zur Erfüllung bringen; die Tugenden nicht über sich stellen, nicht ihnen dienen, sie vielmehr als sein Machwerk betrachten. So zeichnet Nietzsche die Gestalt dei Uebermenschen". der nur sich selbst will und sich seine Welt gewinnt, für den nur gut ist. was er will, der weltfreudig und stark ist in seinem Wollen und Alles, wtts sich ihm entgegenstellt, niederwirft. Gegen die Anarchisten. -Wien. 27. August. T:: Politisch: Correspcndenz" mlldet. dak die fran-

zonzcre negierung d:rett' ist, sich mit des i Mächten ins Einvernehmen zu setz-n. um

scrarser: Maßregeln gegen die Anarchlsten zu ergreifen, da die jetzigen Gesetze nicht mehr genügend seien. Die Unaarisch? Reierunä fahndet I auf eine Anzahl Anarchisten, deren B:j schreibung gegeben wird. Man glaubt, daß diese Maßregeln dtt Folgen einer Mittheilung der italieni, schen Regierung sind, daß zwanziaAnarchisten die Vereinigten Staaten verlassen haben, um die europäischen Souverän zu ermorden. Kettelers Ermordung. , Berlin, 27. August'. ' Einer de: mit den Truppen nach Peking gekcmmenen deutschen Berichterstatter, Hauptmann a. D. Dannhzuer. der sich schoi im Transvaal einen' guten Namer schuf, hat sich sofort daran gemacht, dit Details über die Ermordung des deutschen Gesandten, Freiherrn v. Ketteler. zu sammeln und hierher zu berichten Er kabelt aus Peking: Freiherr n Ketteler ist nicht von Boxers", sonder? von chinesischen Polizisten ermordei worden, und zwar auf - höbe? Wunsch", wahrend er sich in einem Pa lonkin nach dem Tsung-li-Famen begeben wollte. In der Sänfte sitzend, wurde er von einem Schuß in den Hinterkopf getroffen. Seine Leiche ist nahe der Mordstätte begraben worden. Nach der Einnahme von Peking zeigte ein in der Nähe des Begräbnißplatzes wohnender Chinese die Stelle, wo der Ermordete begraben worden ist. Seescldaten öffneten das Grab und dzn Sarg. Geschenk für den Kaiser. Berlin: 27. August. Herr Otto Wißner aus Brooklyn bat durch den Oberhofmarschall Grafen von Eulenbürg den. Kaiser um die Erlaubniß, ihm als ein Zeichen .seiner Bewundcrung und zur Erinnerung an das Brooklyner Sängerfest. einen Konzertflügel aus seiner Fabrik in Brooklyn überreichen zu dürfen. Der Kaiser hat das Anerbieten mit vielem Dank ange nommen. Spanien's Finanzen. Madrid. 27. August. Der Wochenbericht der Bank von Spanien ist wie folgt : Goldöilanz unverändert ; die Silberbilanz hat um 265.300 Pesetas zugenommen ; die im Umlauf beEndlichen Noten haben um 6.721.000 Pesetas abgenommen. Gold wurde ge stcrn mit 23.65 quotirt. V i r ch o w ' g e e h r t '. V e r l i n . 27. August.',, Professor Rudolf Virchow, diese hervorragendste Zierde der Berliner Universität, feierte Freitag fern von Berlin sein goloenes Ehejubiläum. Die Feier fand, dem bescheidenen Sinne des berühmten Gelehrten entsprechend, im engsten Familicnkrcise statt, und zwar auf Schloß Wilhelmshöhe, in der Behausung des ältesten Sohnes des Gelehrten, welcher dort die Stellung als königlicher Ober gärtner bekleidet. DieRebellion in Colombia. Kingston, Zamaica, -27. August. Postnachrichten aus Cclon, Colombia. melden, daß es bei Carthagena zu Kämpfen mit d:n Aufständischen 'gekommen ist. Die Reellen haben dort in der Hoffnung ausgehalten, daß ihnen von Seiten der neuen konseroatioen Parte? Unterstützung zu Theil würde. S o u s a k o m mt zurück. ' A m st e r d a m . 27. Aug. Sousa'ö europäische Konzerttournee erreichte hew te Abend mit einem Konzert im Jndu striepalast ein Ende. Die Bürger vor Amsterdam haben Sousa eine seidem niederlänzisch: Fahne geschenkt. Mor gen fährt Sousa mit seiner Kapelle nack London und wiro am amstag mit deir Dampfer St. Louis" von Southamp ton aus die Heimreise antreten. Eine Schmach. Berlin. 27. August. Ein Extrazug von Vliessingen brachte fünfzig au dem Transvaal ausgewiesene Deutschi nach der preußischen Grenzstation Go im Regierungsbezirk Düsseldorf. Jh, Empfang dort gestaltete sich zu eine, großen Ovation. Die Ausgewiesener beklagten sich bit'ilich über die ihnen seitens der Engländer zu Theil gewordene Vebandlunz : sie seien wie Ver. brecher behandelt'worden, aber nicht wu in einem zioilisirten Lande, sondern so. daß sie glaubten, sie befänden sich in der Gewalt chinesischer Boxer. ' Des Kaisers Glückwunsch Berlin, 27. August. Der aise, hat an die deutsche Gesandtschaft in Peking ein Telegramm gerichtet, in lvci cöem er derselben Glück zu ihrer Erreltung aus großer Gefahr wünschte unt dem Legations - Sekretär v. VelowSaleske .der seit deinTode des Frhr. v. Ketteler die Geschäft: , intermistisck iührt, für sein tapferes Aukharren.der Rothen Adler 4. Klasse mitiSchwerterv verlieh und zugleich denselben aufford:rie, sofort Voischläg? wegen weiter:: Dekorirunzen für daö Personal der Gesandtschaft und der Schutztruppe zu machen. , j

Inland Depeschen.

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Das Heerlager der ZZcte rancn der G. A. N. in Chicago. Zllit einer eittdrucksvollcn pa triotischcn Zcicr eröffnet. ' Lebensmüde ehemalige Nonne be geht Selbstmord auf hoher Tee. ; Feldlager der umsormirtcn Pythia? rittcr in Tetroit. Lleine Negcrkrawalle in New Fort an der TagcZordumlg. ' Konvention der G. A. R. . Chicago, 27. Augnst. Trotzdem as Werter außerordentlich ungunpiz war. es regnet: und war naßkalt, war das Coliseum heute Abend als die pa. triotische Feier daselbst stattfand, bis aus das letzte Plätzchen gefüllt. Schon lang, vor ach! Uhr. der zum Beginn der Feie, angeseZten Zeit, war eine' gewaltig, Volksmenge vor dem Gebäude versam melt und hielt trotz des strömenden Re. gens geduldig aus. Als die Thüren ge öffnet wurden, hatte die Polizei eine Karten Sjand und nur dem enw'fl Borgehen der Beamten ist es zu verdgn. ken. daß'Niemand vorletzt wurde.. Du Zahl der in der Halle Anwesenden wiri auf 15.000 geschätzt. .Bischof Samuel Fallows führte den Vorsitz. Außer ihn hatten auf der Platform Platz genom men: Commander-in-chief Shaw., Rev. Thomas C. Jliff aus Salt Lake City. General Daniel E.' Sickles. Rabbi'Tr. E. G. Hirsch und eine Anzahl Departe. mentcommanders. Nachdem die Kapelli eine Ouvertüre gespielt hatte, etete Va. stör Frank Gunjaülus aus öhicaaö daö Vater '-.Unsers worauf Bischof FaUowZ die . Veteranen willkommen hieß. Ali erster Redner wurde dann Commander in-Chief Shaw vorgestellt.,', der üöei Wahren Patriotismus" sprach. , .Rafr brner Dr. Hirsch hielt auch eine patrio tische Ansprache und Rev.T. D. Wallau sprach dann das Schlußgebet. Außer dem wurde noch ein sehr genußreiche! musikalisches Programm durchführt. Am Nachmittag fand im Coliseum eir Kindergottesdienst statt, dem. etwa. 10.. 000 Personen beiwohnten. . Im Laufe des Tages sind nach de, Schätzung der Eifenbahnöeamten mindestens 75.000 Personen zum Feldlaze, hier eingetroffen. Trotz' des heftigen Regens kampirter die Veteranen in großer Zahl in den Lager im Lincoln Park. Dort ist da Lager der Veteranen des Allegheny Po. stens No.' 123 und anderer Posten auZ Pennsylvanien. Im Ganzen sind ei 400 Mann, die dort ihre Zelte aufge. schlagen haben. Frau Clara Burton vom Rother Kreuz traf heute hier ein. Allem Anschein nach wird Major Ltt Raisseur aus St. Louis zum Commaw der-in-Chief erwählt werden. Gutes Resultat. . B o st o n. 27. August. - Das Kriegs, schiff Alabama- traf heute Nachmittag von New Fork in President Roads ein Das Schiff hat auf der Fahrt durch, -schnittlich zwischen 16 und 17 Knote, zurückgelegt Konvent der Farbigen. Minneapolis. 27. Aug. In Laufe dieser Wocbe werden bier Negerkonventionen stattfinden. Morge? beginnen die Sitzungen des 20. Konoentt der Afro-American Preß .Association Die Vereinigung wurde im Jahre 188( in Louisville. Ky.. gegründet. Wie ver. lautet, wird der Antrag gestellt werden das nationale republikanische Ticket z indossiren. 'Am Donnerstag nimmt die dritte Na. tional-Konvention des Afro -Americar Council. die im Sitzungssaal, des Sfc nats tagen wird, ihren Anfang. G rausam leiten d e r Filipi. n o s. Em po ria, Kan.. 27. Aug. Leui. nant Wm..Weaoer vom. 32. Freiwilliien, Regiment.' der vor einigen Mona' ' gen Kränklichkeit seinen Ab'i:d mußte, ist von den Philippinm eingetroffen. ' Nach seinen Angaben behan. deln die Filipinos, mit Ausnahme du Macabbes, alle Amerikaner, die in ihn Hände fallen, mit der' ausgesuchtestes Grausamkeit. In dem Gefecht bei Di. nalupijan wurden auf, amerikanisch Seite sechs Mann qei'ödtet'ud als'c Amerikaner die Leichen il?rer K2merZd:!i Vom Schlachtfeld! bolten. war 'ein jed: von mindestens zebn Kuaeln durchbohrt Die Todten waren außerdem von der Filipinos aller Kl'duna beraub! -un:

außerdem war auf die Ärust d? Leicher dürres Gras , gehäuft und angezünd worden. Hilfe für Indien, New York. 27. Aug. Die amerifanische Gesellschaft vom Rothen Kreu hat die. Erklärung abgegeben, daß di Gesellschaft kraft der ihr vom Kongreß verliehenen Vollmacht unverzüglich An. stalten treffen wird, um die Hungersnot in Indien zu lindern. Im Laufe dtf morgigen Tages wird ein Hauptquariitt zur Entgegennahme von Liebesgabeuiu diesen Zweck eröffnet werden. Erklärt sich. für trcx rrne ij. Chicago. Jll., 27. August. Der ölchtbare Charles Denby von Jndiana, oer seinerzeit Gesandter der Ver. Staaten in China war und auch der' ersten Philippinen - Kommission angehörte, bisher ein begeistertes Mitglied der demokratifchen Partei, hat ein offenes Schreiben erlassen, in welchem er die Erwählung des Präsidenten McKinley befürwortet. Das Schreiben, das von dem republikanischen Nationalkommit tee der Oeffentlichkeit übergeben wurde, ist betitelt: Bryan's Verhalten den Philippinen gegenüber. Der Inhalt des Schriftstücks ist etwa folgender: Am 17. April 1900 erklärte Senator Hoar in seiner im Senat gehaltenen Rede, daß er es nie vergessen könne, daß Herr Bryan, seinen gesammten Einfluß und seine Macht verwandte, um die Retifizirung des Pariser Ver träges durchzusetzen. Für die Ratifizirung stimmten 17 demokratische Senatoren.' Eine Zwei-drittel-Majorität war erforderlich und der Vertrag wurde mit einer Stimme ratifizirt. ' . Heir Bryan hat ohne Zaudern die Ratifizirung für sein Werk erklärt. Wir hatten Manila am 13. August 1893 eingenommen. ' Im Dezember 1893 trat Spanien laut eines damals abgeschloss enen - Vertrages die-Inselgruppe an uns ab und wir hielten die Inseln bis zum 5. Februar 18899 besetzt. . An diesem Taae begann Aam

naldo seinen Krieg'gegen üns.und unsere Truppen mußten ihr Leben gegen die Angriffe der Filipinos vertheidigen'. Der Pariser Vertrag wurde am 7. Februar ratifizirt. Hez? Bxyan forderte seine . Freunde im Senat auf. für den Vertrag zu' stimmen, -nachdem die Schlacht .am 5. . Februar . geschlagen worden, war. Er wußte damals sehr wohl, daß ein Krieg ausgebrochen war, der allerhand Verwicklungen im Gefolge haben konnte. Damals hätte er von der Emwilligung der Regirten" sprechen sollen und nicht jetzt. Da Herr Bryan laut, seiner eigenen Angabe die Macht hatte, die Ratifizirung des Verträges zu verhindern und er trotzdem dafür war, so sollte ihm jetzt unter seinen Umständen gestattet werden, poli-tische-Kapital aus der Verurteilung eines Vorgehens, zu dem er selbst rieth, zu schlagen. .... Was veranlaßt nun wohl: Herrn Bryan, in so energischer Weise gegen die i Expansionspolitik,, die stets von der demokratifchen Partei befürwortet wurde, Front zu machen? Hier ist die Antwort. Herr Bryan erklärt: Ich zlaube. daß toir nunmehr weit eher im Stande sind, in erfolgreicher Weise den Imperialismus bekämpfen zu können, als 'wenn der Vertrag nicht, ratifizirt worden wäre. Hier ist die Lösung deö Räthsels. Um das Angstgespenst des Imperialismus" schaffen zu können, befürwortet Herr Bryan die Ratifizi rung des Vertrages. Ware der Vertrag nicht ratifizirt. worden.' so waren wir mit den Filipinos fertig geworden. Dieses hätte Herrn Bryan aber absolut nicht gepaßt, da sein Plan dahin ging, einen Kampf gegen den Jmperialismus zu führen. Hierzu schuf Herr Bryan den Imperialismus" und ist somi! der Vater dieses Schreckgespenstes; und jetzt will er sein eigenes Erzeugniß abschlachten . ' ' Herr Denby weist . dann auf ' die ; Thätigkeit, d beiden PhilippinenKommissionen hin und fragt, ob eZ nicht recht und billig wäre, die Resultäte der am 1. September in Kraft tretenden Regierung abzuwarten. Im weiteren Verlaufe seines Schreibens weist Herr Denby darauf Hirt, daß daZ aufständische Element sich der Hoffnung hingiebt, daß falls Bryan erwählt werden sollte, die Philippinen für unabhängig erklärt werden. eine Möglichkeit, die auch nicht ausgeschlos. sen ist. da Herr Bryan, fallZ er erwählt würde, als Oberbefehlshaber der Armee die Truppen jeder Zeit von den Philippinen abberufen und die Inselgruppc den Rebellen überlassen könnte. die dann dort eine Schreckensherrschaft führen würden. Zum Schluß erklärt Herr Denb'. daß er absolut nicht die republikaniscye Partei vertheidigen will, sondern nur den Präsidenten McKinley, der für sein korrektes Verhalten im Interesse des Landes so sehr geschmäht und angegrif. fen worden ist. Der Brief schließt mit d,n Worten: .In der Diplomatie zeia

te Präsident McKinley die denkbat größte Fähigkeit und , in militärischen Angelegenheiten stand -das -Kid ihm zur Szite. Er verdient, ganz' entschied -den wiedergewählt zuwerden." König Humbe'rt's Anden -k - ken- t Kansas City, 27. Aug. Hier fand heute eine Gedenkfeier für König Humbert statt, an der sich 3000 Jtaliener betheiligten. An einen Umzug durch die Hauptstraßen , der Stadt schloß sich eine kirchliche Feier in der -Holy Rosary Church an. . . Serbstmord auf hoher See. , New York. 27. August. .Wie. der Kapitän des heute eingetroffenen fran zosischen Passagierdampfers L'Aquitaine meldet, hat am 23. August 'ein. weiblicher Passagier Selbstmord beganzen. Margaret Minnehan. eine ehemalige Nonne, sprang über Bord und tx trank, ehe ihr Hilfe gebracht werden konnte. Die Leiche wurde geborgen und mit kirchlichen Ehren der See wieder übergeben. Ein an 'Bord befindlicher' katholischer Priester segnete die Leiche ein, -Me Frl. Minnehan mehreren anderen , Passagieren im Vertrauen mittheilte, war sie aus dem Kloster ausaetreten, weil sie .in Liebe zu einem junaen Manne entbrannt war. Sie ' bereute diesen Schritt aufs Tiefste, da sie der Ansicht war. daß sie durch ihren Austritt auS dem Kloster Schande über ihre Ange hörigen gebracht hatte. Die Lebensmüde befand sich ihrer Angabe nach auf der Reise zu einem Bruder, der Priester in Pennsylvanien ist. .. Wollen Adlai, Stevenson. Chicago. 'Jll.. 27. August. AlZet-Wahrscheinlichkeit nach wird im Laufe des .heutigen Tages Adlai E. Stevenson an Stelle von Charles A. Towne als Kandidat der Populisten, für die Vtzepräsidentschaft '. erklärt -werden. i -f iVllVWl , . , V Neger kraloalle. New Fork,27. Aug.. . Jm.Laufe ' des heutigen Tages kam es wiederholt zu ' allerdings ziemlich - unbedeutenden Negerkrawalln.. ,Die Ursache zu 'diesen Zusammenstoßen bildete eine Schießerei, die sich Samstag Abend' zugetragen hatte. Der Botenjunge. John Brennan, ein Weißer, war von-dem-Farbi gen' John Davis, alias Lamplighter", dutch 'Zwei Revolverkugeln, schwer verwundet worden und liegt in - nahezu hoffnungslosem Zustand im Hospital. Brennan. und eine Anzahl anderer Burschen hatten Davis so lange ge foppt und. gehänselt, bis derselbe' die Geduld verlor und verschiedene-Schüsse auf sie abgab. Bennan wurde von zwei Kugeln getroffen. Diese Schießerei, die sich an der 62. Straße zutrug, wurde sehr bald bekannt und das weiße Rowdythum benutzte dieselbe als Vorwand, um sein Müthchen an den Negern zu kühlen. Kurz vor Tagesanbruch wurde der Farbige James Arnold von einem weißen Strolche an

der 64. Straße angefallen und verknüppelt. Aehnlich erging es kurze Zeit später .dem Farbigen Alexander Vallentine in derselben Nachbarschaft.Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. . Gegen 10 Uhr Vormittags stürmte eine Bande weißer Strolche ein von Negern .bewohntes Tenementhaus . an der 59. Straße und hatte bereits alle Fenster demolirt und die Insassen auf die Straße gejagt, als die Polizei erschien und den Rädelsführer Frank McPike und einen anderen Strolch in Haft nahm Eine Anzahl Farbiger versuchte gestern Abend einen Rassegenössen Na- -mens William Hobson. der in Haft genommen worden war, in, der West 60. Straße zu befreien. Es kam zu einer . Prügelei, bei der einem Polizisten übel '- mitgespielt wurde. Der Hauptradaumache? wurde in der Person eines gewissen George Meyer in Haft genommen. " '. Aehnliche Excesse wiederholten sich zu . häufigen Malen und die Polizei hatte l alle, Hände voll zu thun, um überall Frieden zu stiften. : 'Blutiges Rencontre. Da l las, .Tex... 27. August. Zwei ' Todte.' zwei tödt.ch Verwundete und ein leicht Verwundeter ist die KriminalStatistik des heutigen Tages in Dal- -las. John Daniels, . welcher einer Schießerei zwischen ein paar Raufbolden zuschaute, wurde in die linke Seite . geschossen und ' tödtlich verwundet ; , James 'Boston stach Jennie Lepaw aus Eifersucht ins rechte Auge, welches völlig zerstört wurde. - Boston ist im Ge fängnisse und die. Lepaw im Hospital. John Trasher. der einen Jungen auf ; einem Straßenbahnwaggon schlug, wurde von dessen 'Vater in den Rücken gestochen und tödtlich verwundet. ,Der Wirtb. Gus Roeöel begingSelbstmord, intia er sich eine Kugel durch den Kopf jagte. 'John Albert, ein Kontraktor, starb am Sonnenlticb. Weitere Tcpeschen auf 1

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