Indiana Tribüne, Volume 23, Number 337, Indianapolis, Marion County, 26 August 1900 — Page 6
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Bon Gustav alte. Wo die dunklen Wälder liegen, Sb die Wipfel ernst und schwer Wie im Traum sich leise wiegen, kommt's wie Märchenlockung her. Wo die stillen Felder strecken Slch in's dunkle Land hinaus. Wo die wilden Rosenhecken 3H Düfte strömen aus. Wo die Nacht auf weichen Füßen Wandelt am umbuschten Fluß, Welch ein Winken, welch ein Grüßen, And ich folge, weil ich muß. , die Stille in den Weiten! ilarnn ein Hauch, der .mich berührt Und mir ist, als ob mein Schreiten Nnsichtbar ein Engel führt. Was ich Tags empfand und dachte. Was jetzt wie ein Schauer geht Ä)urch die Seele, wandelt sachte 5bitt Stunde zum Gebet. Franenlist. HumoreZke von Eugen FröhlkS.1 Sanitätsrath Klein hatte seine 'Sprechstunden. Siebzehn Patienten, meist Patten tinnen. hatte er bereits hinter sich, und nun befahl er. ganz erschöpft, dem Dieuer, eine Pause zu machen. Die nächste Nummer nach einer Viertelstunde!" rief er ihm zu. Als der Sanitätsrath allein war, trat er an's Fenster und ballte die Muste. Da kommen diese Damen nun in .glänzenden Equipagen angefahren, um mich bei dieser Hundstagshitze zu quälen. Keine hat eine ernstliche KrankHeit. Und ich muß mich gewohnheitZmäßig zu einer Fälschung herbeilassen und ihnen bescheinigen, daß sie erholungsbedürftig sind und so früh als möglich dieses oder jenes Bad oder irgend einen Kurort besuchen oder irgend eine Reise antreten müssen. Ingrimmig wandte er sich ab. Lieber Spitalarzi sein, als Moderzt." Die Hände auf dem Rücken schritt er Hin und her. In meiner eigenen Familie dulde ich so etwas freilich nicht," setzte er sein v-elbstgespräch fort, ein paar Wochen im Vorort, das ist Alles, was ich ihnen zugestehe. So lange man gesund ist " Der Diener zeigte sich in der Thüre. Was gibt es denn?" ,, Das Vorzimmer kann alle die Dani gar nicht mehr fassen " Also denn weiter imText! No. 18!" 'DwTMriefer Diener. Eine tiefverschleierte, feingekleidete Dame trat ein und nahm auf die Aufforderung des Arztes hin PlaZ. Vergebens suchte der Sanitätsarzt unter der dichten schwarzen Hülle ihreZüge zu erkennen. Mit wem habe ich die Ehre?" Frau Bankier Groß," krächzte die Verschleierte mit einer merkwürdig heiseren Stimme. Aha. Erkältung!Ob die Dame lächelte oder ob die "Falten um die kaum sichtbaren MundKinkel vom Schleier, herrührten? Wollen Sie nicht ablegen, meine Gnädige?" Ich danke! Es wird nicht nöthig sein." Wo fehlt's, meine Gnädige?" Die Dame hauchte einige leise Worte in. Wie beliebt? Ich habe nichts verstanden." Die Dame deutete auf ihren Hals. Ah. Sie sind heiser, haben sich erältet? Nun, tch werde mich bemühen. lu verstehen." Und er neigte sein Ohr zu ihn hinab. Mich plagt eine schreckliche Mi gräne, Herr Sanitätsrath, außerdem t jc r - 3 r r cn - v i - l leg 10 ncxcos, oag icg icacgis icrn iitlfiittt fnnn m quiiiuu tutu; Datf ich Ihren Puls fühlen?" Nie Dame streift den langen seidenen Handschuh ab und hält das zarteHändchen dem Arzte hin. ,?Hm! hm! Allerdings sehr bedenklidn" ' - 'Und dann sieht es auch mit meir.eni Appetit schlecht aus. ich glaube, in "den nächsten. Tagen werde ich verhungern Und ohne eine Aufforderung abzu ioariin, streckte sie ihre kleine Äunae herau. . Sie sieht zwar nicht schlecht Qvs, öber-der Sanitätsrath versteht fich au!f Patienten und murmelt: Trübe, sehr trübe! Und nun will ich Ihnen etwas sagen. Gnädigste, Sie müssen in ein Bad." In ein Seebad, nicht wahr?" Sie haben es errathen." Nach Ostende." Ganz meine Meinung." Er antwortete ganz mechanisch, denn so war er es bei seinen schönen Patientinnen gewöhnt. Zuerst stellte er die Fragen, am Schluß jene. Er hatte nur zu bestätigen. Hätte er sich einmal einen Widerspruch erlaubt, er würde nicht nur seine Praxis, nein, eine ganze Gesellschaft fcc: Kundinnen verloren haben. Zähneknirschend mußte er seinen Ruf als Modearzt wahren. Gehen Sie nur zu Sanitätsrath Stltin," rieth eine der anderen, der findet an der Göttin der Gesundheit selbst eine Krankheit heraus." Denken Sie sich. Herr SanitätsTzit," flüsterte die verschleierte Dame, hinein Mann ist dagegen. Er will inich überhaupt in kein Bad senden." Hat er es denn nicht dazu?" Er verdient viel G?ld." So ist es eineGrausamkeit. gnädige ??rau, wenn er bei Ihrem lebenden Zustande " Nun sprang die Dame auf. schlug iihren Schleier zurück und rief mit auf--allend starker Stimme: Und dieser, grausame Mann ist kein
anderer als der Sanitätsrath Klein, was sagst Du nun. Du Barbar?" Meine eigene Frau!" murmelte der Unglückliche, auf seinen Sessel zurücksinkend. ' Wo hatte ich nur meine Augen und Ohren! Aber, mein Kind, wenn Du glaubst, ich würde Dich nach Ostende " Wie? Nachdem Du selbst gesagt hast, daß es grausam wäre, mich nicht nach Ostende zu schicken?" rief bv Räthin mit funkelnden Augen. Der Sanitätsrath sagte nichts, a)er er dachte bei sich: O, mein Portemon-naie!"
Aschaffenburg. Unter den bayerischen Städten am Main nimmt Aschaffenburg eine tyx oorragende Stelle ein. Aus vollem Baumschmuck treten die Thürme des massigen Schlosses, der Marien- und Stiftskirche hervor. Ganz unter Grün versteckt, lugt das bescheidene Capuzinerklösterchen heraus neben dem reich verzierten Pavillon des Schloßgartens und dem rebenumsäumten Pompejanum. Herrliche Villen prangen am erhöhten Ufer des Stromes. Harmonisch verbinden sich du Farbentöne der aus rothem Buntjandstein neu aufgeführten Brücke mit den silbergekräuselten Fluthen des Flusses, der sich an dem üppigen Grün der Gartenstadt" liebkosend vorüberschlängelt. Das sogenannte schöne Thal", welches Aschaffenburg einst als Festungsgraben vom Main zum Main umgürtete, ist jetzt ein schmuckes grünes Band geworden, und die Würzburger Straße, die sich 5 Kilometer weit in gerader Richtung gegen den Spessart Stiftskirche. zu zieht, zeigt stadtwärts mehr als ein Fünftel dieser Länge mit den herrlichsten Neubauten geschmückt, darunter über der Miltenberger Bahn die stattliehen Jägerkasernen. Ein vornehmer Straßenzug, der das neue Villenviertel durchschneidet, reicht bereits bis mitten an die Fasanerie. An Stelle der alten Caserne erheben sich Kaufund Wohnhäuser. Die noch vor wemgen Jahren freien Bauplätze von der Friedrichs- bis zur Maximiliansstraße sind bereits alle nutzbringend besetzt. Neben dem Neuen ist aber auch das ehrwürdige Alte geblieben. Majestätisch erhebt sich die Stiftskirche auf dem höchsten Punkte der Stadt, von wo aus ihr Thurm die ganze Umgebung beherrscht. Ungcmein malerisch wirkt der stets belebte Stiftsplatz, in dessen Mitte der gothische Pilgerbrunnen 1873 neu errichtet wurde zur Erinnerung an den 900jährigen Bestand des Gotteshauses. Rechts und links schauen die alten Stiftsgebäude auf den verjüngten Platz, und besonders das ernste Capitelhaus fällt unter ihKgl. Schloß. uen auf mit seiner weit vorspringenden Galeriebrllstung, deren Abschluß ein zierliches Freich'örlein die Pilgerkanzel bildet. Im Hintergrunde aber führt eine doppelte Freitreppe hinauf zu dem energisch vortretenden, aus rothem Sandstein aufgeführten Querbau der Mariaschneecapelle, in den romanischen Kreuzgang, der, eine heilige Idylle im stillsten Raume", die Kirche auf drei Seiten umzieht. Sie selbst zeigt wohlgegliederten Bau. und am Ende der wunderschönen Säulenarcade des mit Grabmonumenten reich geschmückten Bogenganges strebt der mächtige Thurm nach oben. Erfolgreich haben die früheren geistlichen Fürsten auf dem Gebiete der Profanbauten in Aschaffenburg gewirkt. Schon 'frühe stand hier ein kurfürstlich mainzisches Jagdschloß, das heutige Forstamtsgebäude. Der kunstlieberlde Brandenburger, Erzbischof Albrecht, ließ unfern dieses Jagdschlosses einen KMUMW ! Schloßhof. Neubau als Residenz aufführen, der aber ten Stürmen des Schmalkaldener Krieges zum Opfer fiel. Da jedoch die
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Verlegung ber Residenz von dem Sitze des Erzstiftes immer mehr Sitte wurde, . so sollte Aschaffenburg für Mainz das werden, was Bonn für Köln, was Koblenz für Trier geworden. Und so faßte Johannes Schweikard von Kronberg den Plan zur Aufführung des stolzen Schloßbaues. der in den Jahren 1G05 bis 1614 erstand und nicht nur zur schönsten Zierde der Stadt zählt, sondern auch eine Perle des Frankenlandes ist. Zierliche Giebel grüßen von der Mitte
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5 V.kKv Pompejanum. der Seitenflächen im Schloßhofe. In den Winkeln erheben sich prachtige Erkerthürmchen als Vorbauten für die vier Wendeltreppen mit kleinen Kuppeldächern. Der äußere Schmuck der einzelnen Geschosse ist in Buntsandstein ausgeführt und gleicht dem der Außenseiten des Schlosses, wo sich an den vier Ecken mächtig hervortretend die vier gewaltigen Thürme erheben. Quadratisch in ihrem Grundrisse steiLen sie in acht Stockwerken empor bis zu? freien, von prächtigen Masken getragenen, rings sich herumziehenden Galerie. Es folgt eine achteckige Verjüngung, und mit einem geschweiften Kuppeldache und einer Laterne darüber endigt jeder Thurm in einer Höhe von 200 Fuß. Durch den herrlichen Schloßgarten führt ein Weg zum Pompejanum. Einzig in seiner Art prangt dieses für König Ludwig 1 in altrömischen Formen erbaute Haus auf einer Terrasse über dem Maine. und alljährlich besuchen Tausende diese originellen Räume, welche der in Pompeji ausgegrabenen Casa del Quesiore" nachgebildet sind und die zugleich eine Umgebung haben, welche lebhast an Italien erinnert. Mit Pinien. Eypressen. Eedern, Feigen und Rebengewinden ist das altrömische Wohnhaus umfriedet. Die Stadt hat ihrem Wohlthäter Ludwig einen prachtvollen Monumentalbrunnen errichtet und ihre schönste Straße nach dem Prinreenten Luktpold benannt. Luitpoldstraße. Das im römischen Stil durchgebildete Werk steht so. daß die Hauptseite gegen die Luitpoldstraße gerichtet ist, während die beiden Brunnen in der Rtch tung der Schönthalanlagen angeordnet wurden und die Rückseite mit der Widmungstafel zur Weißenburger Straße herabsieht. Zwei Treppenanlagen ühren zu den Brunnen hinauf. Eine wohlgetrofsene Marmorbüste König Ludwigs I krönt den mit Lorbeer verzierten Hermenpfeiler. Rechts und links in den Flächen des Hauptbaues stehen die allegorischen Figuren der Bavaria und Historia, während die Bildwerke der Schmalseiten den Obstbau und die Mainfchisssahrt, den Handel und die Spessartjagd versinnbildlichen. In die oberen Becken strömt das Wasser aus zwei antiken Masken, und je zwei weitere Wasserspeier, durch Laubfrosch und Eidechse, Kröte und Schildkröte dargestellt, leiten dasselbe in die halbkreisförmigen Bassins des Unterbaues. Ueber diesem rechteckigen Baukörper erheben sich vier pompeianische Säulen, die Gebälk und Dach tragen und zugleich den vertieften Hintergrund für die K'önigsbüste bilden. Das Gebälk umzieht ein mit antiken Festons geschmückter Fries. Das Dach, aus goldglänzenden Metallplatten Iergestellt, krönen zwei LöwenkLpse. So erhebt sich der Monumentalbrun nen als künstlerischer Abschluß der neuen Straße, welche sowohl durch ihre öffentlichen, wie privaten Bauten euqniß ableqt von dem kräftigen Aufstreben der Stadt. Prachtvoll ist Aschaffenburgs Um gebung. Zwei königliche Parte, die gleich an das Schonthal sich anschlie ßende Fasanerie" und der jenseit des Mam sich hinziehende Schonbusch stehen an erster Stelle. Wem aber die Spaziergange in den Anlagen nicht ae nügen. wer Höhen ersteigen will in unmittelbarer Nahe der Stadt und Aus sicht genießen über sie und ihre Umge bung, der tritt aus der Fasanerie heraus beim Geiger'schen Felsenkeller Zum letzten Hieb", und besteigt die Felsenkanzel des Gottelsberges. Die von Baumanlagen durchzogene Stadt mit Umgebung liegt hier wie auf einer aroßen Zeichnung vor ihm. Der Main, der einst seine gerade Ricktuna bei Rilkh:im aufgab, um dn Fuß der neugegründeten Stadt Aschaffenburg zu netzen, findet die Fortsetzung dieser Richtung erst wieder unten am Guten Mann" und bildet so die Form einer Lyra, zu welcher die beiden geradliniaen Buschalleen als Saiten aufgelvannt ersckinen. Oder man wandert dur-i die AndwinN?? fx im Schweizer Stil erbauten malert vijtn flüchelberghaus, das nichr nur berrliche Umsicht, sondern auch ferni Aussicht bis zu den Höheu des TaunuS bietet. : ... ....
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Eine feuchte Ecke. Am 1. Juli wurde in Dresden die Deutsche Bauausstellung er'össnet, die in sieben Abtheilungen zerfällt und namentlich eine große Reichhaltigkeit an Zeichnungen und Modellen ausweist. Dem Beschauer wird die Bauweise von Schulen. Easernen, Gerichtsgebäuden, Gefängnissen, Brücken, Bahnhöfen, Kriegsschiffen durch Bild oder Modell vorgeführt. Auch ist ein vollständiges Musterbauerngehöft. errichtet worden. Ein der Bauausstellung angefügtes Vergnügungscck forgt in ausgiebigster Weise für die Erquickung und UnterHaltung der Besucher. Dasselbe zerfällt in zwei verschiedene Abtheilungen: eine stilvolle germanisch-römische Ansiedelung und eine Anzahl sogen, moderner" oder besser gesagd Phantasiegebäude mit vielen bunten Farben und zum Theil recht eigenartigen Formen. Ueberragt wird diese bunte Stadt, in deren Straße ' namentlich während der Abendstunden ein sehr lebhaftes Treiben herrscht, von dem 65 Meter hohen Reichsthurm, einem in Weiß und Gold gehaltenen Bau mit Terrassen, der in eine bei einbrechender Dunkelheit durch elektrisches Licht er leuchtete riesige Kaiserkrone ausläuft und an den Außenseiten mit dem Bilde mächtiger Eichenstämme geschmückt ist, m deren Zweigen die bunten Wappen der einzelnen Staaten des Deutschen Reichs hängen. Vor dem hohe und Altdeutsches Thor. lustige Schankräume enthaltenden Thurm erstreckt sich ein See, und hinter ahm reihen sich die verschiedenen Bier- und Weinschänken an, deren weibliche Bedienung in bunter Gewandung mit dem Eharacter der betressenden Erholungsstätten harmonirt. Sie stellen Industrie und Bergbau, Handel und Schifffahrt, Eolonie und LandWirthschaft dar. In dem Gebäude der Colonien ist z. V. alles chinesisch, im Jndustrietempel dagegen herrscht der Humor vor, wenigstens in dem Wandschmuck, und dieSchifffahrtshalle, ausgestattet als Eorallennische, ist an der Außenseite durch einen mächtigen, mit der Figur einer Frau verzierten Schiffsschnabel kenntlich. Im Restaurant Bergwerk tragen die Kellnerinnen Vergmannsuniform, in der EolonieHalle chinesische Gewänder und so fort, der reine Sommercarneval, ein buntes Eostümfest für die Welt der Bier- und Weinheben von heute. Abgeschlossen wird diese Abtheilung durch einen römischen Thorwall, wo man auch zechen und schmausen kann. Hinter ihm liegt die germanisch-römisch Ansiedelung. Hier gibt es germanische und römische Figuren und Eostüme, Deco rationcn und Bauten, unter anderem eineSiegfried-Schmiede und HundingHütte. In letzterer fehlt auch der grünende Baumstamm mit dem hineingeDie Siegfrie d-S ch m i e d e. stoßenen Schwerte 'nicht. Die Krone der Germanenbauten bildet ein altger manischer Komgsbau. In dem weiten, hallenartigen Königssaal mit dem mächtigen Gemälde eines altdeutschen Edelhofs an der Hinterwand schwingt die junge Welt das Tanzbein. Bon der offenen Terrasse vor der Königshalle erblickt man anstoßend ein romi schesThor mit zwei Wachtthürmen und aus dem Platz ein Wachtzelt. Drüben auf der anderen Seite aber liegt der malerische und imposante Bau eines ehemaligen römischen Castells, wo ein vornehmer und gediegener Weinschank im römischen Geschmack etablirt ist; die Bedienung erfolgt durch 12 römische Sklavinnen, das appetitliche und reich haltige Büffet erhebt sich auf der Estrade im Hofe der Rotunde. Bor dem Castell auf dem weiten Platz fin den von Zeit zu Zeit unter lautem Ge löse und Geschrei germanische und rö mische Waffenspiele statt. Durch die sich dort am meisten stauende Besucher menge in moderner Kleidung drängen sich chinesische Palankintrager mit einem Passagier oder mehreren, germanische Hünengestalten und römische Soldaten. Das ganze bunte Treiben im Bergnügungseck gewährt einen recht anziehenden Anblick, namentlich nach Eintritt der Dunkelheit im Glänze der überall aufleuchtenden elektnschenLicht körper. , Auf der Studienreise. Hotelier: Wann wünschen Sie morgen früh geweckt zu werden?" Student: Sobald, wie's erste frische Faß angesteckt wird! Verlockend. Jda: Was für einen Mann wünschest du dir denn' am liebsten. Elfe?" Elfe: Ra, ant liebsten halt so einen lenkbaren 2uftschiffer!" ,
Engländer und deutscher Fürst. Auf seinem Schloß Rosenau ist
Prinz Alfred Ernst Albert von GroßBritannien ud Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha einem Herzschlag erlegen. Der Herzjcyiag. der iyn yinwegraffte, ersparte dem Herzog emen qualvollen und langsamen Tod, denn erst kürzlich conslatirten in Wien zur Consultation berufene Svezialärzte. dak ein Krebsgeschwür die Zunge des Prinzen angegriffen hatte. Außerdem litt er seit Jahren an Epilepsie. Obwohl er selbst seinen Zustand nicht kannte, wußte ferne Familie langst, daß er dem Tode entgegen siechte. Trotz des Svricbworts De inortuis nil nisi bene" läßt sich von dem todten Fürsten, . , ri-.i. r er r . y nicyi mzi i2)uics jagen. zi jou ein Herzog Alfred. Opfer der Trunksucht geworden sein und in Coburg hieß es, daß er jede Nacht bewußtlos bezecht in sein Bett geschleppt worden sei. Der Verstorbene war als zweiter Sohn der KoniginVictoria von England am 6. August 1844 l.. Wlndsor Eastle geboren und folgte seinem kinderlos gestorbenen Oheim Ernst II. am 22, August 1893 auf den Thron. Sein Nachfolger ist der noch minderjährige Herzog Leopold Carl Eduard von Albany und bis zu dessen Großjährigkeit wird sein Vormund, der Erbprinz von Hohenlohe - Langenbürg, die Regierung über das Herzogthum Sachsen - Coburg und Gotha führen. Ans dem Pciho. Bei den militärischen Operationen der Miirten gegen China ist der Peihofluß von großer Wichtigkeit. Der Peiho entspringt an der Grenze der Mongolei, geht dreimal durch die Große Mauer und fließt südöstlich in einer Entfernung von 12 Meilen an Peking vorüber. Bei Tientstn nimmt er den Ein Mandarinenboot. bon Nordwesten kommenden Whenho und von Süden her den Junho und Hutanho mit dem in letzteren einmündenden Kaiserkanal auf. An den Pe'.hofluß grenzen die europäischen Settlements von Tientsin. Der nur bis Tientsin für See-Dschunken. fahrbare Fluß ist schmal, aber ungemein belebt von Dschunken und kleinen Dampfern. Boshaft. Stationsauffeher (zum Passagier): Beugen Sie sich mit Ihrer rothen Nase nicht so über das Eeleis. wie leicht kommt em falsches Signal her aus!" Kann gut weroen. Fremder (im Dorfwirthshause zur Wirthin): Wer sind die beiden dort, die so saufen? . .Der eine ist der Bürgermeister. der w'.ll stch einen Zahn ziehen lassen und der andere ist der Bader; die trinken sich nun beide Courage an!"
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Ein Monumental-Brunnen.
Kaiser Wilhelm H. hat Stambul einen prachtvollen Monumental - Brunnen zum Geschenk gemacht. Der Brunnen hat die Gestalt eines Achtecks; aus einem Reservoir im Innern des Brunnenhauses fließt das Wasser nach den Hähnen ab, die an den Außenwänden angebracht sind. Die Fontäne" hat mit den Brunnenbauten Ähnlichkeit, die in den Vorhön der Moscheen stehen, und deren Wasser nur zu den im Islam vorgeschriebenen Fußwaschungen dient. Der Bau findet daher sein Vorbild sogar in unmittelbarer Nähe seines zukünftigen Standortes, nämlich im Harem der Moschee Sultan Der Brunnen. Achmeds, welche im Süden den Hippodromsplatz begrenzt. Der Brunnen wird aus dem alten Cirkusplatz. dem Atmeidan. zu Stambul aufgestellt. Dieser Platz liegt ganz in der Nähe der Agla - Sopia und wird wegen der berühmten Denkmäler, die er enthält, von jedem Touristen besucht. In der Mitte des einst etwa 1400 Fuß langen Hippodroms erhebt sich der noch heute trefflich erhaltene egyptische Obelisk, den Theodosius der Große hier auffiellen ließ; südlich davon befindet sich die berühmte Schlangensäule. dasGeschenk der Sieger von Platää an den delphischen Apollo und noch weiter südlich, in der Nähe des Janitscharenmuseums. die sogenannte gemauerte Säule", ein Ueberbleibsel aus dem Anfang des zehnten Jahrhunderts. Verschnappt. Mann: Ich weiß gar nicht, wozu Du so viel Geld für Schönheitsmtttel ausgibst die nützen ja doch nichts!" Frau: Oh! Hast Du mich denn schon ohne diese Mittel gesehen? Ein guter Bruder. Herr: Himmeldonnerwetter, das ewige Kindergeheul, nicht einmal mit Ruh' kann man seine Zeitung lesen!Bub: Geben Sie mir zehn Pfennig', dann hau' ich ihm eine 'nauf!" Ein Verschwender. Schauspieler (einer Schmiere zum Helden, der von einer Wurst die Haut abzieht): ' Hast wohl tn Benefiz in Aussicht?" ' Der Minister. Das 'Regieren versteht et aus dem Fundament; so oft ich komme, laft, r l." . .
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Ein Fraulein auf der Wiese stanb. Gebückt in sich und unbekannt, Es war ein ält'res Mädchen. Orakelblllmchen zupft' das Kind," Die Blättchen tanzen fort im Wind Surr, surr surr, surr Hilf Gott es will nicht werden! Jf LVJr v r Ein Lieutenant vor dem Spiegel stand. Höchst stramm und allgemein bekannt. Der sagte: Donnerwetter! Die Schulden drucken fürchterlich Und auch die Haare lichten sich 'S ist Zeit na ja. Ich werde mich rangiren! Da kam der Herbst ins Land herein Und die Manöver fielen drein, Die Lieutenants einquartieren .... Das Fräulein auf der Wiese stand Und bei ihr, schwefelnd, der Lieutenant Aha! Na ja Den beiden ist geholfen! Zweierlei. Sie haben da einen reizende Dackel, hört er denn auch?" Hören thut er ausgezeichnet, aber folgen nicht!" Zur Welt aus nenung. Resl, du drahst net wenig auf, dö Brüllünt'n. das seidene Klllftl! Da wer'n dö Pariserinnen schaug'a!" Gelt, da spitzt! Des is alles von der Zuawag runterg'schunden!" 'er älteste deutsckx Paptcrvries. Das Aachener Stadtarchiv enthält einen Fehdebrief, der nachAnsich! Mancher der älteste deutsche Papierbrief sein soll. Er stammt aus dem Jahre 1302 und hat folgenden Wortlaut: Wyst (wisset) Burgerm:ist:r.Schef. fen ind Rait (Rath) der Stat von Aich: , Aachen), dat ich. Jchan van Buren, umb des Unreichtz wille (wegen des Unrechts), dat ir an Hern Johan Balnritzer van Muelenarken geleiert ('m Sinn von: rerübt) Hai! ind noch hud: dlz dages keiert, ur Viant (Feind) sin will ind all der ghnnre (derjenigen), ü'u ich up uch veden mach (die ich auf Eurer Seite finden mag), ind will, dez (daß) myn Ere bewart Hain mit d:sem offenen Breive (Briefe). Gegeben int Jair (im Jahr) duselt druhundert ind zwey Jair onder Segel Heren Johanz vurschreven, dez ich gebruchzen up dese Zijl (das ich gebrauche zu dies -
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