Indiana Tribüne, Volume 23, Number 336, Indianapolis, Marion County, 25 August 1900 — Page 1
. Ort-. . - Hr - v Mit J Eonlttags? K W s. Ui . i VsM;-Vf r viuu V lOrpefEJoe "V ryr LVVW U V 1 K. . .v V v Vrscisciiit cdctt Jtadjmittao nd Sonntng rgriis. Jahrgang 23. Indianapolis, Ind.. Sainstag,'dcil 25''Agnst 1900. No. 38
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Zlttslaild Depeschen Die Verbündeten
tollen sich zur läiigkrm Jte schllilg ooil Miig mi Die Kommandcure warten - : 'f Instruktionen von Ali', ihren Regierungen. Prinz. Tuan soll .in Peking geschm worden sein. Tie Leiche des Barons von Netteler In einem chinesischen Fricdhos in Pe fing aufgefunden. Leul. Cordni von dcr TranZvaal Artillerie 'Wegen Theilnahme an dem Komplott gegen Lord NobcrtS Am Freitag von den Briten erschossen. " .7 Verschiedenes aus dem deutsyen Reich. D i e Lage in China. SL o n b o n , 25. Aug. 500 ameri4 anische Truppen nahmen an einem Gefecht außerhalb Tien Tsins am 19. August Theil, welches mit einer vollständigen Niederlage der Boxer endete. Äußer den Amerikanern waren noch 375 Briten und 200 Japaner engagirt, lfle unter dem Oberkommando des britischen Generals Dorward. Das Ge fecht fand bei einer kleinen Ortschaft sechs Meilen südwestlich von Tien Tsin statt, wo die Alliirten auf eine starke Abtheilung der Borer stießen, von de- , nen über 300 getödtet wurden und 54 verwundet in die Gefangenschaft der -Alliirten geriethen. Letztere wurden lach 'hm Hospitale geschickt. Die Ort scherst wurde niedergebrannt. Die Alliirten hatten folgende Verluste: Die Amerikaner fünf Verwun dete und die Japaner sechs, während oon den Briten Niemand verletzt wur de. Hunderte von unverwundeten öorern, Flaggen, Speeren und Schwertern fielen den Siezern in die Hände. Aus Shanghai wird berichtet (und l deshalb mit Vorsicht aufzunehmen), baß die Kaiserin-Wittwe Peking verließ, aber nach der ersten Tagesreise durch die Plünderungen und das dro . hende Benehmen ihrer Eskorte so erschreckt wurde, daß sie nach Peking zu rückkehrte. Eine Depesche aus Tsianse meldet, daß Prinz Tuan von einem Detachemcnt dcr Alliirten gefangen genom inen sei. Anderen Nachrichten aus chi.lesischen Quellen zufolge steht die Biloung einer provisorischen Regierung ourch die Alliirten in Peking bevor, doch wird dies nur eine militärische Maß icchine sein und nur ein .anderer Name für die Absicht, die Stadt in bestimmte Sektionen zur besseren polizeilichen Ueberwachunz zu theilen. Li Hung Chang hat Nachricht erhal ien, daß die Alliirten Peking so leicht Annahmen, weil die Truppen des Gezerals Tung Fuh Siang sich peremplorisch weigerten, den Alliirten entgezenzutreten. Da Li Hung Chang jetzt :insieht, daß es unmöglich sein wird, ?ie Fremden aus China zu vertreiben, ?o hat er sich jetzt zur Neform-Jdee belehrt wenigstens sagt er so. In Shanghai soll eine offizielle chi zesische Depesche eingetroffen sein, daß oer Kaiser Kwang Sich von den Japanern gefunden und in Sicherheit gebracht wurde. Aus Tien Tsin wird große Sterb . lichkeit unter den dortigen amerikanischen Pferden gemeldet, besonders in Folge der großen Hitze. Verspätete Depesche an Reuter's Vuceau aus Peking (vom 14. August) be tätigen die Nachricht von dem verrätherischen Verhalten der Chinesen in ocr Nacht vor der Einnahme Pekings. Darnach waren die Gesandtschaften offiziell benachrichtigt, daß Befehl erlassen sei. das Feuer einzustellen und kurz zarauf erfolgte ein desperater Angriff aus die Gesandtschaften. Die Lage war in diesem Augenblicke eine verzweifelte, bis Kanonendonner vor den Thoren der Stadt ihnen die Nähe de? Freunde anzeigte und dadurch ihren Muth belebte. Die Chinesen gaben selbstu. bei den verschiedenen Angriffen auf die Gesandtschaften 3000 Mann verloren zu hab. Die Rationen der Belagerten in den Gesandtschaften waren schon auf ein Pfund pro Tag, meistens Pferdefleisch und Reis, duzirt worden . Als je V-.tvAz-zx -tfcSiavt an
grasen, konzentrirte stch o:e gesammte chinesische Streitmacht gegen dieselben. Hierdurch ließen sie das Sha Ho Thor unbewacht, worauf die Briten eindrangen. ohne auch nur einen Mann zu verlieren. Peking ist jetzt völlig unter der Kontrclle der Alliirten und das Plündern wird systematisch betrieben. Die Franzcsen und Russen haben den Theil deZ kaiserlichen Palastes besetzt, von dem man glaubt, daß dort die kaiserlichen Kleinodien vergraben sind. Die Japaner haben 500.000 TaelZ in Silber erbeutet. P e k i n g , 16. Aug.. via Shanghar. 23. August. Die verbündeten Truppen haben die kaiserliche Stadt umzingelt und Posten an den Thoren aufgestellt. Sie haben vorläufig den Einmarsch in ven Palastbezirk aufgeschoben und warten auf Instruktionen von ihren Regierungen. General Chafsee. erklärt, daß die Kämpfe zu Ende seien. Die japanischen Trugen hben den Belagerten in der Pei Tang Kathedrale Hilfe gebracht, wo fünfzehn f anzösische Nonnen und vierziq französische uns italienische Marine-Soldaten zwei Mo nate lang belagert wurden. FünfMann oon den Truppen waren getödtet worden. Kapt. Reilly vom 5. Artillerie-Regi-ment. der in den Kämpfen am 15. Aug. ictödtet wurde, ist in dem Hof der onu rikanischen Gesandtschaft beerdigt warden. General Chaffee. die britischen und japanischen Generäle und viele Cizilisten wohnten der Beerdigung bei.' Die amerikanischen Truppen lagein in dem Hof des Himmels-Tempels. . Der Korrespondent des Standardmeldet aus Tien Tsin. daß die Kommunikationslinie mit Peking schlecht ge deckt sei und die noch verfüzbarenTrupsen nicht hinreichten, den Verkehr offen zu halten. In chinesischen Kreisen in Shanghai wird versichert, daß die Kaiserin-Witt roe und Prinz Tuan gefangen genommen worden seien. Der Kaiser soll sich bei den verbündeten Truppen in Peking befinden. Rußland hat jetzt die ganze Mandschüre! in seiner Gewalt. Der Et. Petersburge? Korrespondent der Daily Mail- erklärt, daß die Unterjochung de: Mandschurei vollständig sein wird, wenn Zizikar und Mukden von den Küssen erstürmt worden sind. L o n d o n , 25. August. Die verbündeten Truppen in Peking warten jetzt aus Instruktionen von ihren Regierun gen in Bezug auf die zunächst zu ergreisenden Maßregeln. Da der Telegraphenverkehr sehr viel zu wünschen übrig läßt, werden ohne Zweifel Taqe vergehen, ehe einiges Licht in die Lage gebracht wird. Mit der Rekonstruktion der Eisenbahn nördlich von Fang Tsin geht es langsam vorwärts, der Transportdienst auf dem Peitto Fluß ist aber mehr befriedizend. Eine vom 23. August datirte Depesche aus Tschifu sagt, daß weitere Kämvse in der Nähe von Tien Tsin stattgefunden hätten. Die Chinesen versuchten die Kommunikations - Linie zu unterbrcchen, wurden aber zurückgeschlagen. Die Verbündeten erlitten nur geringe Verluste. Nachrichten aus Tokio zusoW haben die Verbündeten den Palast des Prinz:n Tuan niedergebrannt. Aus Hcng-Kong wird unter dem Da tum vom 24. August gemeldet, daß die Provinzen Fu Kien und Kiang Su von aufständischen Pöbelhaufen verwüste! würden. Ein Mandarin ist am 23. August mit 300 Soldaten von Amoy abgegangen, um die Ordnung wieder herzustellen. Marine-Soldaten von dem französischen Kreuzer Comet- haben alle aufrührerischen Elemente aus den Straßen ?on Swatow vertrieben und die belagerten Priester errettet. Eine Depesche aus Shanghai, vom 23. August datirt, sagt, daß acht Ueberle öende von den 14 britischen Missionären, sie zusammen die Provinz Shan Si verließen, nachdem sie furchtS'.re Leiden ausgestanden. Hankow erreicht haben. Aus dem deutschen Reich. B e r l i n . 25. Aug. Wie heute auS iener Quelle bekannt wird, ist die EinPrüfung des Reichstags im Hinblick zuf die chinesische Krisis nun doch von zer Regierung in's Auge gefaßt. Sobald die Lage in China sich so weit geklärt, daß die Entwicklung derselben hinsichtlich finanzieller Anforderungen zesser als bisher übersehbar ist. soll die Volksvertretung über dieselbe informirt werden. Auf der einen Seite wird riefe Nachricht' mit Genugthuung aufgenommen, da sie zeigt. JDaß die Rezierung die Befugnisse des Reichstags !n keiner Weise beeinträchtigen will, auf ser andern sieht man darin ab?r auch sen Beweis, daß eine lange Kampagne in China Ä unvermeidlich betrachtet ! Zierde. ! Berlin. 25. Aug. Die Nachrichien aus China, die während des Tages hier .eingetroffen .sind waren sehr wi-
serprechend. und die Regierung weiß licht, was sie glauben , soll. . Die osfiziellen Nachrichten 'sind sehr Mangelzaft. . .. Eine Spezialdepesche des Lokalanzeizers aus Tschifu sagt, daß die Leiche zes Barons von Ketteler. des ermorde:en deutschen Gesandten, in einem chinesischen Friedhof in Peking gefunden worden sei. Am Samstag wird eine solenne Leichenfeier stattfinden. . Dr. Wachmann, von Shanghai, versichert in der Gegenwart"., daß der Kaiser Kwang Hsu am Halskrebs leide znd unfähig sei. zu regieren. , Dr. Deihere. ein französischer Arzt, und Dr. Sheng Liang Feng. die beide den Kai'er untersucht haben, sind derselben Ansicht. . ' Eine Anzahl Zeitungen veröffentlichen, Briefe von deutschen Soldaten in Thina. In einem dieser in einer Elberfelder Zeitung erschienenen Epistel :rklärt der Schreiber, daß die deutschen Truppen während der Kämpfe in Tien Tsin die sämmtlichen chinesischen Gefangenen. die Russen aber alle Chinesen ohne Ausnahme. Männer, Frauen ind Kinder getödtet hätten. In einem tn etner Creselder Zeitutiz veröffentlichten Brief wird behauptet, daß die Russen und Japaner alle Chinesen tödteten. denen sie begegneten; die sämmtlichen Briefschreiber - stimmen aber darin überein, daß die Chinesen alle verwundeten und gefangenen Aus länder. die ihnen in die Hände fallen, auf die schrecklichste Weise ermorden und verstümmeln. - Herr Ernst von Hesse Wartezg befürwortet in einer Reihe von Artikeln, die in der Nationalzeitung erschienen sind, die Abschaffung der Jnteressen-Sphä-ren in Chinas die Abschaffung der chinesischen Jnland-Zölle. die Verstärkung der Central-Regierung unter gemeinschaftlicher Aussiebt der Mächte und eine gründliche Reorganisation der chinesischen Finanzen. Er besteht auch dc.rauf, daß China alle Häfen im Innern dem Welthandel eröffnen soll. Eine offizielle Depesche kündigt die Ankunft der deutschen Truppen-Abthei-lung. am 13. Auaust. in Peking an. . Professor Rudolph Virchow. dcr ausgezeichnete Pathologe, -feierte am Freitag seine goldene Hochzeit. Der Profes. sor wird im nächsten Monat den Manövern bei Stettin beiwohnen. Professor Theodor Mommsen befürwortet in einem in die Nation- erschienenen Artikel die gänzliche 'Abschaffung der Feier des Sedan-Tages. '. General William Ludlom. von der Ver. Staaten Armee, wird binnen Kur zem nach Paris und dann nach London abreisen. Er hat die Organisation des Generalstabs, des Kri:asministeriums und der Kriegsschule 'stuoirt und die Unteroffiziersschule, 'd:: ' Infanterie,
! Schießschule, die Kädetten-Schule und eme ganze Anzahl Kasernen besichtigt. Die deutschen Behörden haben ihm allgemein das größte Entgegenkommen bewiesen. General Ludlow sah zu, als die Soldaten darin unterrichtet wurden, zur richtigen Zeitlöhne besonders dazu kommandirt zu werden, zu schießen. Das außerordentlich schnelle Feuern der Truppen beim Angriff machte einen tiefen Eindruck auf ihn.! am meisten er-' staunte ihn aber die Fähigkeit der Offi ziere, die Theorie im Praktischen zu verwerthen. Er ist überzeugt, daß in vielen Punkten der deutsche Generalstab ' -als Vorbild für die in den Ver. Staaten zu schaffende ähnliche Organisation genom men werden wird. ; Offiziers -Prüfunge n'. L o n d o n , 25. Aug. Zwölf Front dienst thuende Offiziere wurden nach Aldershot beordert, um, betreffs ihrer Fähigkeit, ein, Kommando , zu führen, geprüft zu werden. Militärische Kreise sehen darin die erste Folg: der scharfen Kritik, welche Lord Wolseley kürzlich über die in Aldershot zusammengezogenen Truppen fällte. , Aus Südafrika. London, 25. Aug. " Eine Depesche aus Pretoria sagt, daß der General Lord Roberts das über den Leut nant Cordue von der TransvaalStaatsartillerie verhängte Todesurtheil gutgeheißen hat. Der Leutnant war schuldig befunden worden, an dem Komplott zur Entführung des, Generals Roberts betheiligt gewesen zu sein. London. 25. 'August., Die folgende Depesche ist im Kriegs-Peparte-ment von Loro Roberts eingetroffen : Pretoria. 23. Auault.'' Gen. Baden Powell befreite am 22. August in Warm Baths einhundert britische. Gefangene, und er nahm 25 Boeren und einen deutschen Artillerie-Offizier gefan. gen. Buller's Verluste am 21. Auaust beliefen sich auf sieben Todte, einen Offizier und 21 Mann an Verwundeten und fünf Vermißte. . - - ; Am 22. August verlor Kitschen acht Mann'auf einer Rekognoszirungs Tour. Im Komabi Thal entdeckte General Rundle 140.000 Patronen die vergraben waren. -
Inland Depeschen.
Sie ijcfflQlslii!c Des Cnnöcs. Peck, der Neger, , Dessen Berbrechcn den Krawall in ' Akon verursacht hat, Auf Lebcnszcit m's Zuchthaus geschickt ' - Und bereits i Columbus einge troffen. TaS ganze Verfahren nahm nur ve nige Vttnuteu in Anspruch. " . Bcvölkcrnngs - Statistik. 0 . In Washington au? China ciuge - troffen. Der Stand der Geschäfte. New York. 25. Aug. R. G. Dun '&'Co.'s dieswöchentliche Uebersicht über den Stand der. Geschäfte, in den Ver. Staaten lautet wie folgt: Der Himmel ist nicht ohne Wolken, die Laae bat sich aber während der WoI che, keineswegs verschlechtert.- Was dem ' rr r t cn - . . ! n - lazasl waqreno oer xuoaze am meinen geschadet hat. ist die ungeheure Hitze, die in vielen Theilen des Landes geherrscht hat. Die Ernte-Aussichten sind nicht ungünstig, die Lage im Arbeitsmarkt hat sich aber 'nicht gebessert. Preise. sind im Allgemeinen- stätiz, sie neigen sich aber immer noch langsam abwärts.. Die Preise von Stahlschienen sollen, dem Vernehmen nach, demnächst so .bedeutend reduzirt. werden, daß die Eisenbahnen ohne, Zweifel Willens sein werden; bedeuten Bestellungen zu machen. . . . Die Nachrichten aus den großen Ei-sen-Centren lauten mehr ermuthigenv und . die Nachfrage seitens Brückenbauer. Fabrikanten von Ackcrbau-Geräthschaf-ten und Anderen hat bedeutend zugenommen. : Die Preise werden behauptet uyh . neigen, sic in einigen Fällen' aufwärts. Dr? isenmartt ist überhaupt stä'tiger wie in benutzten Wöchem Die Reduktion in der Produktion übt im Norden den gewünschten Einfluß aus. im Süden sind die Vorräthe aber immer noch sehr groß und es wird viel Klage über die hohen Frachtraten nach der Seeküste geführt.. Die. Ankaufe für auswärtige Rechnung sind sehr bedeutend." und . man erwartet, daß das ExPortgeschäft beständig zunehmen wird. Die Coke-Proouktion ist in der Cönnelsoille Region auf 143.930 Tonnen zurückgegangen. Zinn ist auf 30jc gefallen. Kupfer ist j aber fest. Weizen ist am Samstag weiter zurückgegangen und hat den niedrig- , sten Preis seit Anfang Juni erreicht. i Der Preis 'ist von seinem höchsten Stand t wi.r.M itam Um. mdi crr 4 . in uuCi ui uu, uui jiuii juivuui.il. um 15 Zc gefallen. Die, Farmer bringen große' Vorräthe auf den Markt und die Zufuhr in westlichen Märkten belief sich in den letzten' dr.i Wochen auf 19.999.980 Bu.. gegen 10.633.051 Bu. im letzten Jahr. Die Ausfuhr ist dabei eine verhältnißmäßig schwache. Welschkorn tst stätig. der Preis ist aber nur um 4c höher wie zur selben Zei! im Jahre 1893. Die Wolloerkäufe Miesen sich in den drei Hauptmärkten des Landes während der Woche auf 5.052.500 Pfund, gegen 4.231.800 Pfund in der vorigen Woche. 'Inhaber sino aber nicht sehr begierig zu verkaufen. Einige Händler, schicken Wolle mit der bestimmten Instruktion nach dem Osten, nichts mehr vor der Wahl zu verkaufen. ,. Im Osten sind die Schuh- und Stiefelfabriken nur theilweise beschäftigt und es ist ersichtlich, daß die an Hand befindlichen Vorräte noch sehr bedeutend sind. Die Bankerotte beuefen sich ,n den letzten 24 Stunden in den Ver. Staaten auf 171. gegen 163 im letzten Jahr und in Canada auf 29, gegen 16 im letzten Jahr. Der Neger Peck ver urtheilt. A krön. O 25. Aug. Der Neaee Wm.jßeck, der Schändung eines sechsjährigen Mädchens angeklagt, wurde um halb .vier Uhr am Freitag , Nachmittag hierhergebracht. Er wurde schnell in .'ne am Bahnhof bereit stehende Kutsche und dann nach dem Gerichtsgebäude gebracht, wo er schon, drei Minuten später dem Richter Ny: vorgeführt wurde. Die Anklage wurde dann verlesen, worauf Peck sich ohne Weiteres schuldig bekannte. Er erklärte, nichts zu sagen zu haben und bat nur : um die Gnade des Richters. Der letztere verurtheilt: . ihn darauf prompt 'zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe, w Bezahlung d?r Kosten' deö Gerichtsverfahrens u.iour Einsperrung in tincr Dunkelzil Mährens der ersten drechlg Tage. .
Gleich darauf wurde Peck nach oe. Center Straße Kreuzung der Cleoeland. Akron und Columbus Eisenbahn und an Bord eines Zuges gebracht. Der Sheriff Kelly brachte den Gefangenen nach Columbus. Ehe die Bewohner der Stadt auch nur erfuhren, daß Peck hierhergebracht worden sei, war der Neger schon verurtheilt und aus der Fahrt nach Columbus. ' Auf der Fahrt von Cleveland hierher bat Peck wiederholt den Gefängnißwärter Washer, unter dessen Obhut, er sich befand, ihn sofort zu erschießen, wenn ein Pöbelhaufen in Akron am Bahnhos versammelt sein sollte. Peck hatte eine ungeheure Furcht vor dem Pöbel, die zunahm, je, mehr der Zug sich Akron naherte. , . Bevölkerungs -Statistik. . Washington. D. C., 25. Aug. Die Bevölkerung von St. Louis beträgt, der neuen Censusaufnahme zufolge. 575.238 Seelen. Im Jahre 1890 betrug die Bevölkerung 451.470. die Zunahme beträgt demnach in den letzten zehn Jahren 123,463 Seelen oder 27.33
Prozent, ti r: r-njar Dit Bevölkeruna von Rochester. N. I.. beläuft sich auf 162.345. gegen 133.896 im Jahre 1890. eine Zunahme von 23.539 oder 21.31 Prozent. , Die Bevölkerung von Indianapolis. Ind., beträgt 169,164, gegen 105.436 lm Jahre 1390. eine Zunahme von b4, 723 oder 60.44 Prozent in den letzten zehn Jahren. Nachrichten aus China. Washington. D. C.. 25. Aug. Der Ver. St. Konsul Johnson in Amoy. China, hat an das Staatsdepartement telegraphirt, daß dort am Donnerstag ein Pobelhaufen den japanischen Tempel zerstört habe und spater upanlsche via rinesoldaten gelandet worden seien, uu die. ppamschen Beamten zu beschützen. Washington, D. D., 25. Aug. Die folgende Depesche ist am Abend von dem Ver. St. Konsul ffowler auö Tschifu. China eingetroffen: Die Japaner ' berichten, daß dtt Kaiser und. die Kaiserin am .lchten Pe king verlassen haben, inWau-Shou-Shan ruhten und wahrscheinlich im Be griffe waren, sich nach Tai - Auen - Fu in.derPtyvinz She' Si zu begeben. r Prinz Chung soll sich angeblich in Pe I .fiL- o: rn:ung oeslnoen. ci ""iJ lll Dtc halbe Bevölkerung hat. Peking ver lassen. ,..-..,. ' P e k i n a. 17. August. Via Tschi fu. 23. August. Die Japaner beHerr schen die Thore der kaiserlichen Stadt. und sie erwarten Instruktionen, ob die selbe nur besetzt gehalten oder zerstört werden soll. Prinz Tuan, der Anführer der Insurrektion. soll in der Stadt gesehen worden sein, und es wird eifrig nach ihm gesucht. . . Chinesische Kavallerie, ist in d Nähe von Tung Chow aufgetaucht, und eine Schwadron Sikhs und amerikani sche Kavallerie sind zu ihrer Verfolgung abgeschickt worden. Man glaubt, daß die KaiserinWittwt sich nach der. alten Hauptstadt, SianFu, begeben hat. Die chinesische Frage. Washington, D. C.. 25. Aug Ueber die Lage in China ist während des Tages wenig Neues eingetroffen. Ein Mitglied des Kabinets erklärtk während des Tages, daß das Gerücht. Rußland habe sich von denMächten los gesagt und unabhängig Krieg gegen .China erklärt, die Regierung nicht im Geringsten beunruhige, da nicht das Geringste davon bekannt sei. Der Ge währsmann fügte aber hinzu., daß. wenn wirklich Uneinigkeiten unter de? Mächten entstehen sollten, die Ver. Staaten wie vom Anfang an daraus bestehen würden, daß keine Theilung von China stattfinde. Es wird indeß darauf hingewiesen daß wenn doch schließlich eme Theilung China's stattfinden sollte, die Ver. Staa, ten in Anbetracht der wichtigen Rolle, dfc sie bei der Erretwng der Gesandtschafte? gespielt haben, als Minimum vollstän. dige Handelsfreiheit in China vcrlanger können. K7; Huntington'sVermächtniß. New York, 25. Aug. Da! Testament von C. Puntington würd, am Freitag veröffentlicht. Danach er hält seine Adoptivtochter.. die Fürstii Hatzfeld. ie Nutznießung von $1.000. 000, da5 Kapital verbleibt ihren Kindern. Die Wittwe, Frau Huntington erhält die Nutznießung von $500,000 welche nach ihrem Tode an Archer B Huntington, seinen Adoptivsohn, fallen Außerdem erhält FrauHuntington nock zwei Drittel der Southern Pacifii Bohn Aktien und Henry Edward Huntington das andere Drittel; doch soll! keines Das Recht haben, dieselben 31 j verkaufen, mit Ausnahme gegenseitige' j Zustimmung.. Folgende Legate sind außerdem n dem. Testament enthalten: Hamptm Institut. Va $100,000: Cfapm üon.
sor tye Aged and Jnsirm tn der Stad! New York. $25.000; Metropolitan Museum, alle Bilder nach dem Tode de, Wittwe; dem Aale' College das Wohn . haus an der 57. Straße nebst Einrich tung. Im Ganzen sind $2.465,000 i . ' Baax als Legate ausgesetzt.' 'Schiffbruch. Philadelphia, 25. Aug. De, britische Trampdampfer Jndra", Ka pitan F. L. 'Vurkell. - welcher am 16, Juni mit einer Labung Zücker von Sourabaya. Java, nach Philadelphia . in See ging, strandete am 13. Augusi vei Gardafni an der Küste von Afrikt und ist ein totales Wrack. Von der Besatzung von 33 Mann wurden 29 gerettet, die übrigen ertranken entweder oder wurden von den .Eingeborenen als . Gefangene weggeschleppt. . Der Dampfer hatte einen Werth von ; $350,000, die Ladung von $75.000. Brutaler Mord. ' Vuffalo.N.V.,25.Aug. Paul ; Adams, ein 29 Jahre alter Schankkell ner. hat Marv O. Arien, die Besitzerin elneZ tlewen Hotels, bei he? er jKdjw -t stet war,' erschossen und dann Selbst mord begangen. . . Frl. O'Vrien hatte , Adams als unverbesserlichen Trunkenbold ins Arbeitshaus schicken lassen unl! als er entlassen wurde, rächte er sich, in, dem er Frl. O'Vrien. die ihm Jahrl lang geholfen hatte, todtschoß. Freie Postablieferung im Lande. Washington. D. C., 25. Aug ' Das Post-Departement hat angeordnet, daß vom' 1. September an im Distrikt von Granville, O.,' alle Postsachen im Lande frei abgeliefert werden sollen.
SchissSnachrichten. , New )ork. 24. Aug. Angek.: Friedrich der Große- von Bremen; Kaiser Friedrich" von Hamburg; Norge- von Stettin.- ' . - G l a s g 0 w. 24. Aug. Abgegangen;. State. of Nebraska- nach New York. Southämpton, 24. Aug. Abg.: Columbia", nach New Fork. Moville. 24. Aug. Abgegangen: Tunesian. von Liverpool nach Mon treal bestimmt. ' ' . . Telegraphische Nottstn. ; William und Joshua Levering, Vettern und Mitglieder einer promi nenten Familie von Lancaster, Pa., sink bei Safe Harbor im Susquehanna Fluß ertrunken. Tom Sharkey. der Faustkämpfe, und ehemalige Matrose, ist in New Dort in einer Preisboxerei ' von Diobert Fitz, simmons in der zweiten Runde besiezt worden. . Vom ermordeten König Humbert plaudert einRom-Korrespon-dent: Frau Edmond Adam, die gro ße Feindin Bismarck's. ließ sich nach eine Reise in Süd-Jtalien dem italie Nischen- Königspaare vorstellen. Sie erging sich mit ihrer ganzen Beredsam keit über den Zauber, den die öde Cam pagna auf sie ausgeübt hatte. Als sie geendet, sagte der König trocken: Jcjene Gegenden sind' voll Poesie, aber weniger Poesie und mehr Kartoffeln wären mir lieber Humbert war von stattlichemAeußern,' aber völlig ergraut. Vergebens suchte ihn die Königin zu bestimmen, sich doch Haare und Schnurrbart zu färben, wie weiland Viktor Emanuel; der König wollte da von nichts wissen. Da ließ sich die Kö nigin Margherita das allerfeinste Haarfärbemittel aus Paris kommen, und eines Tages fand. Humbert ein säuberlich verpacktes Flacon sammt Gebrauchsanweisung auf seinem Toi lettetisch stehen. Nun hatte die Köni gin einen wunderschönen schneeweißen Pudel. Wie erstaunt war sie aber, als ihr vierfüßiger Freund sich kurz daraus mit rabenschwarzem Fell bei ihr einstellte. Wer hat -Dich so zugerichtet, armer Tropf?- rief Königin Marghe. rita aus und schlug die Hände zusam men. Und Dein Mann" unter, brach sie der König lachend hätte sich so zurichten, lassen sollen?" Von da an drang Margherita nicht weiter auf die Anwendung von Schönheits Mitteln. Falsche Anarchisten. Kürz, lich war nai Weißenfels die Meldun; gekommen. .t zwei Anarchisten (Italic ner und Franzose) mit dem gegen 1 Uh, Mittags . einlaufenden Schnellzuge auö Thüringen von Koburg eintreffen wür. den. und daß ihr: Verhaftung erfolge, . solle. Diese unterblieb, da die Zeit su, die Stellung des nothigen Polizeiaufge. bots zu kurz war. Sie erfolgte aucß nicht in Halle, sondern erst in Berlin. Hier entpuppten sich durch Ausweise d'n . beiden Verfolgten aber als Zeitungskor. ' respondenten, -die im Auftrane ihm ' Blätter, der Londoner Morning Post' und des Daily Erpreß", den Trauer. fperliHkeiten in Koburg beigewohnt hat ten. . '. . ..
