Indiana Tribüne, Volume 23, Number 335, Indianapolis, Marion County, 24 August 1900 — Page 1

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5 $ K (?ent 2 H Ia3 ? cj. x S . 1 ; r r '...' -Mit- & ' Z! Conntagsv $ B!att '-), lx erWoche fs ß Ä . : i Xl rvo IV VWV r v Erscheint jeden tackiinittag nd Sonntag korgrns. Jahrgang 23. Indianapolis, Ind.. Freitag, den 24. August 190. No. 335

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Zlllsland Depeschen AK Lage in GW. , Wenig Neues vom Osten eingetroffen. . ' ' ' Noch nichts Bestimmtes, -

.Zlcber den pcrbleib des Vaiscrs bekannt. Weitere Einzelheiten über fcSJSin nähme von Peking. Gustave Paul Cluseret, 'Der Krikgsmiuistcr der Pariser Kom Wune gestorbcu. Ter Krieg in Südafrika. Aus dem Teutschen Reich. '6ine interessante Rede dcS teutschen Kaisers. ; Die Lage in China. London. 24. Aug. Die aulmu iizen Konsuln in Ghangljai, die seit dein 17. August keine Nachritten mehr auZ 'Peking tthalten faben, fürchten, daß die -Chinesen in großer Zahl den Verbündeten im Rücken stehen und ihnen die 23er Bindung abgeschnitten haö:n.. Eine verspätete Depesche aus Peking, -vorn 14. August, sagt, daß der biische Gesandte. Sir Claude MacDonalo, krank ist. Der in Hanto versucht:, aber schnell unterdrückte Ausstand verursackt einige Besorgnis. In Shan.i. und Wos Sung sind' jetzt im Gaiizen 27 Kriegsschiffe, mit einer Gesammtbesatzung von 7000 Mann versammelt. Die Antwort der deutschen Regierung .auf die Friedensvorschläze Li Hunz Chang'Z lautet, dah die Rutsche Regierung keine Unterhandlungen anknüpfen könne, da in China keine Regierunzsöehörden ezistirten, die in gehöriger Weise dazu beauftragt seien". Die Daily Mail" veröffentlicht eine .D-pesche aus Peking, in der gesagt wird, daß jetzt ein großes Feuer in der kaiserlichen Stadt herrscht. Der ruf sische General soll sich der Entscheidung der anderen Kommandeure nicht angeschloffen haben, daß die kaiserliche Stadt unbeschädigt bleiben soll. Er macht geltend, daß seine Regierung China den Krieg erklärt, habe und er keine Rücksicht zu nehmen brauche. EZ scheint indeß, daß die Kommandeure sich verständigt haben, denn eine Reuter-Depesche aus Peking sagt, daß Schildwachen im kaiserlichen Palast aufgestellt worden seien, um Plündern zu verhindern. Ueber den Verbleib des Kaisers und der Kaiserin-Wittwe ist noch nichts Genaues bekannt. Der Kaiser scheint gänzlich verschwunden zu sein. In Berlin ist die Nachricht eingetrofkfen daß westlich von Tien Tsin weiter? Kämpfe stattgefunden haben. Man ist daher der Ansicht, daß die Provinz Pe Chi Li erst vollständig pazifizirt werden muß. ehe an Friedensunterhandlung:n gedacht werden kann. Paris. 24. Aug. Der französische Konsul in Hankow telegraphirt, daß dort in der Nacht des 21. August r- Aufstand stattaefunden habe. Ein kaufen Chinesen versuchte, ein Haus in Brand zu stecken, das sich neben dz Zoll-Bank be'findet, die wiederum , an die britische Konzession angrenzt. Die Abcht der 'Chinesen war. die Bank auszuplündern .und das Quartier der Europäer niederzubrennen. Der Vizekoriiq arikk aber sofort energisch ein. ließ die Rädelsführer verhaften und eine Menge Waffen und 'Dokumente fortnehmen. Aus den letzteren geht hervor, daß das Komplott von einer geheimen Gesellschaft angestiftet worden war. Zwei der Haupträdelsfüh, rer wurden enthauptet uns später wurden die Ko?fe in der Chinesenstadt ofsentlich ausgestellt. Zwanzig ander: wurden einaesperrt. Man befürchtet daß es m weiteren Unruhen kommen wird, wenn die Nachricht von der Flucht des Kaisers nach dem Westen, wenn wahr, bekannt wird. Hankow ist eine der größten Städte China's und liegt an der Mündung des Flusses Han in den Jangtse-Kiang. Die Einnahme von Pekinz. London. 24. Aug. General Saseiet, der Kommandeur der britischen 'Truppen in China, hat die folgende De,'pesche an das Kriegsamt geschickt: .Peking, 15. Aug. Am 12. Auanjt wurde in einer Konferenz b:sch!osJen daß sich die Verbündeten am 14. August fünf Meilen von Peking entfernt konzentriren sollten, und daß am 15. Peking angegriffen nx'ren sollte. Der sngii& iii-t q&ir Lto ajn. Jtoan

ce'i. Äuaun und unsere Truppen mußten in der größten Hitze einen' forcirten Marsch von 15 Meilen zurück!;gen. Wir befanden uns auf dem ertre-

rnen linken Flüge! und griffen das südöstliche Thor der Chinesensiadt an. Wir stießen thatsächlich auf keinen Wider stand, da an dieser Stelle kein Angriff erwartet wurde. Die indischen Truppen zerstörten daZ Thor und drangen in -die Stadt ein. Ich schickt? sogleich Kavallerie und In fanterie nach dem Tempel des Himmels ab,, um unleren linken Flüael m dckul. und drang dann mit den anoeren Trup pen nach den Gesandtschaften vor. Um drei Uhr Nachmittags kamen,' wir an dem Kanal bei der Stadtmauer an. von der aus die belagerte Garnison uns sig nalisirte. Mit einem Theil meines Stabes und 70 indischen Soldaten durch schritt ich den fast trockenen Graben und wir, gelangten dann fast ohne Verlust durch dasWasserthor in die Tartarenstadt. da die Amerikaner uns Russen in den Gesandtschaften inzwischen einen Ausfall gemacht und .sich des Thores bemächtigt hatten. Wir fanden, daß in der Gesandtschaft Alles wohl war. Unsere Fel)artilleri: hate inzwischen das mittlere Thor', der Tartarenstadt bomöardirt und die Chinesen hatten sich von dort zurückgezogen. Zwei- Feldgeschütze wuroen in die Gesandtschaft gebracht und die übrigen in den Tempel des Himmels. Um fünf Uhr 'Nachmittags erreichten die Amerikaner unter General Chaffee vie Gesanotschaft. Sie hielten während d Nacht das mittlere Thor der Tartarenstaot besetzt. Am Abend hatten wir ernstlich: Käm pfe bei dem Tempel des Himmels mit den Chinesen zu bestehen, nachdem wir ihnen aber bedeutende Verluste zugefügt, besetzten mir das Südtor der Chinesenstadt St. Petersburg. 24. August. General Linevitch. der Kommandeur der russischen Truppen in der Prooinz Pe Chi Li. hat an das Kriezsministerium wie folgt telegraphirt: Uni zwei Uhr am Morgen des 14. August erstürmten unsere Truppen das östliche Thor von Peking und sie waren oie ersten, die in Staöt eindrangen. Die russische Flagge war die erste, die auf der Mauer aufgehißt wurde. Das Bombar dement desTbores währte 14 Stunden. Die Russen erkletterten dann die Mauer. Die Chinesen hielten aber immer noch den Obse?oatwns-Thurm und andere Thürme besetzt, von denen aus unsere Truppen mit einem heftigen Kreuzfeuer üöerschüttet wurden, bis die Infanterie sie aus ihren Stellungen vertrieb. Unser Verlust beläuft sich: ' an Todten einen Oberst und 20 Mann und an Verwandeten General Wasilowski. Oberst Modl. fünf andere Offiziere und 102 Mann. Die verbündeten Truppen hatten inzwischen ein anderes Thor erstürmt, durch das sie in die Stadt eindrangen. Wir fanden, daß die kaiserliche Regierung geflohen war und die Gesandtschaften sich in der größten Noth befan den." Tokio, 23. August. Aus Pekinz eingetroffenen eDpeschen' zufolge hatten die japanischen Truppen.' die am 15. August abgeschickt worden waren, um den kaiserlichen Palast zu beschützen, den ganzen Tag zu kämpfen, da e den Palast nicht mit Artillerie beschießen wollten. Ein Entscheidungskampf war deshalb nicht möglich. Am 16. aber besetz ten sie das Hauptthor des Palastes. Die chinesischen Truppen hatten die Stadt fast ganz verlassen. Allgemeine Wehrpflicht in Chili. ' Valparaiso. Chili. 24. August. Dr Senat hat fast einstimmig das Gesetz angenommen, demzufolge in der Repuölik die allgemeine zwangsweise Militärpflicht eingeführt werden soll.' Aus Südafrika. London. 24. Aug. Von Lord Roberts ist die folgende Depesche. Pretoria, 22. Aug., datirt, im Kriegsamt eingetroffen: Bullers Division marschirte gestern nach Vanwycksolei. 15 Meilen südlich von Belfort. Sein Verlust beläuft sich auf zwanzig Mann. Paget meldet von Hammanskraal, daß Gen. Baren Powell gestern den ganzen Tag mit der Nachhut v: Gene rals Grobler kämpfte. Baden Powell besetzte die Eisendahnstation am Pincars Fluß. Während des Kampfss gallopirten die Vorhut Baden Powells uns eine Abtheilung des Feindes in einander hinein. Die Rhozesier verloren dabei den Obersten Spreckley und vier Mann an Todten und sieben an Verwunoeten. Die Boeren hatten viele Todt: und Verwundete. Sie befanden sich' heute Morgen bei" Cyferöuil. von Plumer und Hickman verfolgt. . ' Es scheint gewiß, daß De Wet. die Hoffnungslosigkeit einsehen, nach Osten durchzuringen, mit einigen wenigen Verwundeten über den Magaliesberg zurückzezangen ist, mit der Absicht, in den Oranle-Staat zurückzukehren, .Er be-

slnoer ncy ln ganz anderer' Verfassung wie zur Zeit, ln der. er mit' sechs oder acht Geschützen und 2000 Mann von

! Bethlehem abging. Er hat' fast alle seine Geschütze vergraben und seine. .Mannschaft kann nicht mehr als 300' Mann zählen. . . , . C '. Es nzird .versichert daß Steyn mit einer kleinen Leibgarde', den.. Pienaarsfluß überschritten hat und ' ch auf .dem Wege zu dem, Präsidenten 'sirüger . in Mackadodorp befindet. .ff. Die Boeren haben einen Thiil 'der Eisenbahn bei Koetzes Drift, fünf Meilen nördlich von Newcastle. zerstört und die Geleise an einem Punkt dreißig Meilen südlich von Newcästle aufgerissen Aus Besuch in. Wj.lh'esrns.h ö he. . : ' u Berlin, 24. Aug. Der 'Prinz von Wales stattete am Mittwoch Nachmittag dem Kaiser in Wilhelmshöhe einen Besuch ab. Der Kais,.r'fuhr in einem Automobil, das ihm als Modell vom Kriezsministerium geschickt worden war, nach dem Bahnhof in Cassel, wo er den Prinzen in der herzlichsten Weise rr.it2; ihn umarmte und ' ' au! die Wange küßte, während die anwesende Musikkapelle' die englisch' NationalHymne spielte. - Der Prinz reichte dann den Generälen, die sich im Gefolge des Kaisers befanden.- die Hand und inspizirte die Ehrenwache. Nachdem dies vorüber war. fuhr der Kaiser mit seinem Onkel nach 'Schloß Wilhelmshöhe. wo ba.d daraus das Diner seroirt wurde. - Am Abend begleitete der Kaiser den Prinzen wieder zum Bahnhof. Aus dem Deutschen Reich. Berti n. 24. August. Ein Theil der deutschen Presse beschäftigt sich viel mit Graf von Waldersee's politischem Programm in China." Der Korrespondent der Associirten Presse kann aber auf beste Autorität hin versichern, daß diese Phrase durchaus unanwendbar ist. Graf von Waldersee hat kein politisches Programm. Die deutsche Regierung steht in der That fortwährend in diplomatischen Unterhandlungen mit den übrigen Kabinetten, um ein gemeinschaftliches Programm für die Gegenwart festzustellen. An eine zukünftige Politik denkt im Augenblick niemand. Auf jeden Fall besteht die größte Harmonie zwischen i Deutschland und den Ver. Staaten betreffs China's. Die Kölnische Zeitung" antwortet mit einem inspirirten Artikel auf die Forderung einer Anzahl deutscher Jingo - Zeitungen, daß sich . Deutsch land eines großen Theiles des FangtseKianz - Thales bemächtigen solle. Der Artikel schließt - mit. den Worten: Es muß in der. emphatischsten Weise betont werden, daß Deutschland, keine solchen Absichten hat." Herr Richter, der Führer der Freisinnigen, veröffentlicht in der Freisinnigen Zeitung einen, höazst sarkastischen Lettartikel über die China -.Politik des Kaisers Wilhelm' Richter versucht in dem Artikel nachzuweisen, -daß die Po litik des Kaisers von Anfang an eine ununterbrochene Reihe von Widersprüchen gewesen sei. , Die Kölnische Volkszeitun'g" ver öffentlicht den Tert der Rede, die Kaiser Wilhelm an die Offiziere" der nach China abgegangenen rheinischen' Truppen gehalten hat. Der Kaiser' öll demnach gesagt haben, rr fürchte, daß die Wirren in China' eventuell- zu einem Kriege zwischen dem Orient und dem Occident führen würden. Er lobte die Tapferkeit der Truppen aller Nationen in China und rieth den Offizieren, mit denienigen aller anderen Nationen gue Kameradschaft zu halten. Er - sagte auch, daß sich Chili erboten habe,', alle Pferde zu liefern, di:' Deutschland brauche und auch, eventuell. 30.00) Mann senden zu wollen. Auf' dieChinesen Bezug nehmend, sagte er. daß sie feige, aber schlaue - und hinterlistige Feinde seien." ' Nachdem er ihnen gerathen.' sich der strengsten Disziplin zü befleißigen, sagte er:' Schont die Bevölkerung, schont aber nicht Diejenigen, die sich Euch . dort mit den Waffen in der Hanv entgegen stellen. Zeigt den Chinesen, daß es noch eine Macht giebt, die die Absicht hat. alle Verbrechen zu bestrafen, die sie begangen haben." ' , , Die erste Abtheilung von deutschen Korrespondenten ist auf dem Kriegsschauplatz angekommen. Die von 'ihnen geschickten Depeschen werfen aber kein neues Licht auf die Lage. , Die Idee, in diesem Jahre die Feier des Seoan-Tages ausfallen zu lassen, sindet immer mehr Anklang, namentlich m liberalen Kreisen. . : Der Sultan Abdul Harnid hat dem Kaiser. Wilhelm in einer Depesche seine Freude über die Errettung der Gesandt schaften in Pekinz ausgedrückt, wie auch über den Erfolg der Politik des Kaisers. Es wird hier versichert, daß England den Eigenthümern der 'deutschen Barke Hans Wagner", die am Anfang des Boercnkrieges in unzerechter' Weise in Siidalrika voz; dn britischen Behörden

seirgeaiien rouroe; "bUJOü Mark Entschädigung bezahlt habe.' - .Der Kaiser wird wäürend der aro.en

i . Manöoer. die vorn, 7. bis 13. September in der Nähe von Stettin stattfinden, von einer ungewöhnlich großen Zahl von 'De'tektids umgeben sein. Mußten auf Bänden schlav ' fen. , . ; . JP a r i s . 21. Aug. In Folge einer großen Unachtsamkeit oder eines grohen Fehlers waren mehr als hundert Kadetten von dem Ver.Staaten Schulschiff Monongahela" in der letzten Nacht gezwungen, in den Straßen und Parks von Paris zu schlafen. - Das Schiff liegt in Havre und die Knaben kamen. hierher, .um sich zwei Tage lang die Ausstellung ' anzusehen. Es waren Arrangements für ihre Unterkunft in einem Knaben-Kollege getroffen worden, Die' Kadetten lefinden sich unter der Odhut eines Leutnants, als aber der Abend herankam, war der Leutnant Nicht da, um sie nach ihrem Quartier zu lootsen. Da sie der französischen Sprache nicht mächtig uyd nicht im Stande waren, sich selbst zu .helfen, wanderten sie in den Straßen. von Paris herum, bis sie müde wurden. Sie machten es sich dann auf den Bänken in den Boulevards und den Parks bequem. Einige von ihnen wurden von Amerikanern, denen sie begegneten. in, Hotels untergebracht, aber nur wenige waren so glücklich. f Gustave P au l C l u s er e t f Toulon, 23. August. Gustave Paul Cluseret, Kriegsminister, unter der Kommune, ein Mann mit einer außerordentlich bewegten' Vergangenheit, ist hier im Alter von 77 Jahren gesiorben.' ' - Cluseret wurde am 13. Auni 1823 zu Paris geboren, wurde 1843 Unter leutnant. trat bei der Revolution von 1843 als Kapitän in die Mobilgarde und wurde 1855 Kapitän im 8. Jägerregirnent. Mazzinistischen Grundsätzen ergeben, nahm' er 1853 seinen Ab schied und machte unter Garribaldi als Oberst den Zug nach Sicilien und Nea pet mit. Mit demselben Grade trat er 1861 während des Bürgerkrieges in die Armee der Vereinigten Staaten und wurde 1862 Brigadegeneral. Nach Beendigung des Krieges gab Cluseret bis 1864 in New gork eine Wochenschrift ..New Nations" heraus, die Fremonts Wahl zum Präsidenten empfehlen sollte. .. . Seit 1867 wieder in Frankreich, schrieb Cluseret für sozialisiische Blätter und stand mit Bzkunin in Verbindung. Nachdem im September 1870 die Republik erklärt worden war. traf Cluseret in Lyon ein, wo man ihm die Formirunz eines Bataillons Freischützen übertrug. . und versuchte dort, eine Republik nach den Grundsätzen von 1793 und eine Konföderation der südlichen Provinzen Frankreichs Zn's Werk zu setzen. , Am 23. Septem ber 1870 trat er mit seinem Bataillon ins tadtgebäude. erklärte, daß die öffentliche Gewalt fortan dem Kommit tee des öffentlichen Wohls" angehören solle; sich selbst ließ er zum Chef der nationalen Vertheidigung von Lyon ernennen. Die Nationalgarde warf jedoch den Aufruh? nieder; Cluseret ge lang es," zu entkommen. In Marseille scheiterten seine Umtriebe ebenfalls und er floh nach Genf. Kaum war" jedoch Paris im Januar 1871 wieder zugänglich geworden, als er dorthin eilte. Die sozialistische Revolution vorn 13. März 1371, die in Paris die Kommune erklärte, brachte Cluseret empor. Das föderalistische Central-Kommittee von Paris ernannte ihn am 4. April zum Chef der Kriegsverwaltung. Als sol cher oernühte er sich, die militärische Brauchbarkeit der aufständischen Na-tional-und Mobilgarden zu heben, wobei er die Unfähigen . aus. den höheren Befehlsstellen entfernte und das Centralkommittee' mit Berachtung,' behandelte. Er ward' in Folge davon der Bestechung durch ie'Versailler Regierung beschuldigt und. als daZ'Fort Jssy von sein' Besatzung nm'30. April 1871 schmählich geräumt " würde, verhaftet und', wegen .VerralhZ und Unfähigkeit angeklagt. . Da Cluseret keiner Schuld überführt werden konnte, so wurde er, wenige Tage vor de? Erstürmung von Paris durch die Regierungstruppen, in Freiheit gesetzt. , Er entfloh nach England und von dort , nach Mexiko. Das Kriegsgericht zu Versailles verurtheilte ihn im Herbst' 1872 'in contumaciam" zum Tode. Amnestirt,' kehrte er' im Jahre 1880 wieder nach Paris zurück. Im selben Jahre wurde er bei einer Nachwahl, und 1889 bei den allgemeinen Wahlen in die Döputirtenkammer gewählt, der er seitdem ohne Unterbrechung angehörte. ;. m - Worth a. Rhein. Beim Baden im Rhein ertrank der bei. seinen Eltern auf Ernteurlanb hr:r weilende 21jährige Valentin Obermessn, Soldat des 15. Bayerischen Ins. Äets. m Neuburg a. D.". . " ..4.

Inland Depeschen. Ifc 3. Wn ; Zum zweiten Mal von sei ncrNomination.fürdas ; Präsidentenamt benachrichtigt. Diesmal von den Populisten. m Herrn Bryan'S Rede. Interessante Zensus Statistik. . Präsident McKinley

Wird sich uicht nach Chicago zur Reunion der G. A. R. begeben. Zu wichtige Geschäfte zu erledigen. m Keine roeiteeen Truhpen werden nach . China geschickt. , W. I. Bryan'szweiteNotifikation. T 0 p e k a . Kas., 24. Aug. Herr William Jennings Bryan wurde am Donnerstag zum zweiten Mal offiziell von seiner Nomination für das Präsidentenamt benachrichtigt. Diese Notifikation erfolgte von Seiten des Herrn Thomas Patterson von Colorado. Dieser sprach im Namen derPopulisten. Gleichzeitig wurde er von Herrn A. W. Rucker davon benachrichtigt, daß seine Kandidatur vcn.der Monetary League" endossirt werde. Die Zeremonie fand auf dem Platz vor dem Kapitolgebäude und in Gegen wart einer großen Menschenmenge statt. Im großen Ganzen glich die Zeremonie sehr viel derjenigen in Jndianapolis, denn, wie dort, fand sie im Freien statt, war das Wetter außerordentlich heiß und auch hier wurden die Zuhörer so ungeduldig, daß die Reden alle ganz bedeutend abgekürzt werden mußten.. Die ganze Zeremonie war in einer und einer halben Stunde vorüber. Herr Bryan kam"eine halbe' Stunde später wie angekündigt aufdem Platze vor dem Kapital an. Die Menge, die in der glühenden Sonne braten . mußte, und deshalb etwas ungeduldig gewor den war, bereitete Herrn. Bryan dennoch einen recht herzlichen" Empfang. Es wurden bann, einige Bewillkommnungs Reden gehalten und der frühere, populistische Kongreß - Repräsentant Jerry Simpson zum Vorsitzer der Versamm hing ernannt.- .... Herr Patterson. der Vorsitzer des Notifikation - Kornrnittees. hielt zu- , nächst seine Ansprache an Herrn Bryan. Sie war dem Publikum, das' in der Sonne Schwitzen mußte, aber zu ldng und der Redner mußte sich daher, als Zeichen des Unbehagens laut wurden, kurz fassen. ' Nach .ihm sprach Richter A. W.Rucke'' im Namen der Monetary League, uns Herr W. I. Bryan hielt dann eine ungefähr dreiviertelstllndige Rede, die häufig von Beifall unterbrochen wurde. . Die Rede ' lautete im Wesentlichen wie folgt: Im Jahre 1896 war die Geldfrage von höchster Bedeutung und die Verkündeten in jener Kampagne verlangten die sofortige Rehabilitirung des Sil bers im Verhältniß von 16 zu 1. unabhängig von der Aktion anderer Nationen. Sie wurden geschlagen, aber damit war die Frage nicht aus der Welt geschafft. Auch die Demokraten wurden im Jahre 1883 geschlagen, aber das enbete noch nicht die Bewegung der Tarif Reform. Eine Niederlage an der Wahlurne bedingt noch keineswegs das Aufcben eines politischen Prinzips. Nur die Erfahrung, kann, eine solche Frage endgiltig' entscheiden. . ' " ' Falls eine Vermehrung der Cirkulationsmittel seit dem Jahre 1896 die ge schäftlichen Verhältnisse gebessert hat, so spricht diese Thatsache nicht gegen den Bimetallismus. sondern nur für- den Werth vermehrter Cirkulationsmittel. Während nun die republikanische Partei dieses Verdienst erhöhter Umlaufsmittel für sich in Anspruck nimmt, trifft sie' doch keine Vorkehrungen, eine entsprechende Zunahme der Cirkula tionsmittel zu liefern. Und wenn die Populisten von der repuöl:?anischen Partei abfielen, als letz' tere ihre Goldwährungsbestrebungen mit dem dünnen Mantel des internationalen Bimetallismus zu verdecken suchten, so sollten dieselben um so entschiedener sich von ibnen abwenden, je mehr die Partei 'Goldwährung offen auf ihr Pro grumm gesetzt, hat. ' . Es ist richtig, daß d Populisten un-

einlosvares' Papiergeld . befürworten, während' die Demokraten Papiergeld durch Metallgelo einlösen wollen, aber ' die Hauptfrage ist hier, . ob das Papiergeld von der Regierung, oder den Banken ausgegeben werden - soll.- Die repuölikanische Parter befolgt -jetzt ein Geldsysiem. welches eine. fortwährende Schuld zur , Vorbedingung . macht, . während Populisten sowohl, wie Demokraten der Anficht sind, daß die nationale Schuld so bald als möglich abbezahlt werden sollte. .. Demokrrten , und Populisten arbeiten beide für das Prinzip direkter Gesetzgebung. Wenn irgend welche Meinunzs Verschiedenheit darüber herrscht, in wie weit, dies Prinzip durchgeführt werden koll, so kann diese Meinungsoerschiedenselk 1urch die Erfahrung leicht behoben :' werden. . : ; Die Populisten endossiren die Planke der demokratischen Platsorm, welche ein Arbeits -. Bureau mit einem Minister . -an der Spitze verlangt. Ein derartiger : Beamter' könnte die Regierung in direk- ! ter Beziehung zu der arbeitenden Äevölkerung erhalten und in dieserBeziehuna, , viel Gutes thun. Im Jahre 1896 vereinigten sich, die Populisten mit den Demokraten in ihrer Opposiion gegen. die Trusts, obgleich damals diese Frage von nur geringer Bedeutung erschien. Heute umspannt diese Frage den ganzen industriellen Horizont. - Der Farmer hat keinen Antheil an den Profiten irgend eines Trusts, aber er leidet schwer unter der Last derselben. Wenn eine -Privat - Gesellschaft die Produktion einstellen und den Preis des Rohpro-" dukts deiretiren kann, so ist der Farmer machtlos, sich beim Verkauf seiner Produkte zu schützen und wird beim Einkauf beraubt. ' Kann ein Farmer unter solchen Umständen noch irgendwie im Zweifel sein, auf welcher Seite er seine Stimme abaeben will? Die Thatsache, daß die Trusts die republikanische Partei unterstützen, sollte hinreichend Grund dafür sein, daß sie von derselben Förderung ihrer Ziele erwarten. In einem Lande, wo das Volk regiert, kann jeder Uebelstand behoben werden, aber wenn das' Prinzip der Selbstregierung . einmal verletzt und Macht vor Recht gesetzt ist. dann ist eS fraglich. -ob dieses noch ferner möglich ist.--. ' ' ' ' : Eine Kolonial-Politik werde das Volk so mit'der äußeren Polittt beschäftigen, daß Fragen der inneren Politik vollständig in den Hintergrund treten 'würden. Jede Kritik der Regierung' würde mit den Scklagworten Wer will, die Flagge einziehen?" oder Haltet fest an den Präsi denten!" beantwortet werden und unter dem Deckmantel des Patriotismus würden spezielle Privilegien gefordert wer-, den.. . i Es ist leicht verständlich, daß die Po? pulisten dem Militarismus und Imperialismus opponiren, denn beide stehen den ausaesprochenen Prinzipien der Populisten diametral gegenüber. Als ein Produzent, im Gegensatz u dem Spekülanten, erblickt der Populist in dem Militarismus eine fortwährend zunehmende .Belastung' . des' -Steuerzahlers. Der Heerwurm, der dann und wann das Feld des Farmers zerstört, ist bei weitem nichk fo gefährlich, wie ein großes stehendes Heer, welches jides Feld der Industrie heimsucht und von jeder Ernte seine Abgäbe verlangt. - V Wenn 100,000 Mann aus der Reihe der Produzirenden herausgerissen und als eine Last den übrigen aufgebürdet werden, so müssen - diese .naturgemäß schwerer zu tragen haben und der Farmer. welcher diese Lasten zum größten Theil tragen muß. erhält keinen Liefe--rungskontrakt für die Armee, auch wird er keine Gelegenheit erhalten, seinen Sohn in die Stellungen zu bringen, die in Folge von Reichthum oder politischen Einflusses in Washington nur wenigen Privilegirten vorbehalten sind. Wie die Sache jetzt liegt, werden wir für die Armee jährlich etwa halb so viel ausgeben, wie für das ganze Erziehungswesen in den Vereinigten Staaten und diese kolossale Summe wird den Steuerzahlern durch ein System entzogen, welches '.e Armen überbürdet und die Reichen zu wenig besteuert. . .Angesichts dieser Thatsachen und M Bestrebens de? republikanischen Partei, diese Zustände in Permanenz zu erklaren und zu erweitern,' kann da irgend ein Populist noch über seine Pflicht in, Zweifel fein. Auf die Philippinen hinweisend, sagte Bryan. daß die Politik der republikanischen Partei wie in England dahinführen müßte, daß die Regierung des Landes in eine verantwortliche . für die Vereinigten Staaten und eine unverantwortliche für die Kolonien ze'rfallen würde Um acht Uhr Abends reiste Herr Bryan-nach Manhattan. Kans., ab. wo er am Freitag eine Rede halten wird.

Weitere Depeschen auf Seite. S. . - Philip und Leo M. Rappaport ld. aokaten, Zimmer 730 und 731 ?uUding. Neues Telephon 2345. v .