Indiana Tribüne, Volume 23, Number 333, Indianapolis, Marion County, 22 August 1900 — Page 7

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( Rcman von M. E. Vraddon. (Fortsetzung.) ' er trat in das verdunkelte Zimmer. Der Groom errieth, weshalb sein Herr gekommen war. und schlug schweigend das weiße Tuch zurück, welches dasGeficht des Verstorbenen bedeckte. In der stillen Feierlichkeit des Todes erschien das Gesicht, das im Leben so schön getteseii, noch schöner. Dr Baron blickte einige Minuten auf die wie aus Mar.mor gemeißelten Zuge. Armer Mensch dachte er. .Es ist bitter, so jun? sterben zu müssen. Wäre er doch nie hierher gekommen. Ich wünschte, Nora hätte mir vertraut und mir übertragen, mit dem Menschen wegen ihres Geheimnisses zu unterhandein, es ihm abzukaufen und ihn weit fortzuschicken. Ihr Geheimniß? Wahrscheinlich ein Geheimniß ihres Vaters. Welches Geheimniß hätte sie haben können, das ein Reitknecht zu entdecken vermöchte? Vielleicht ein kaufmänni- , sches Unternehmen, das zur Kenntniß des Burschen gelangte und den alten Mann in die Gewalt seines Dieners brachte. Es würde meiner herrlichen Honora ganz ähnlich sein, die Last auf ihre eigenen Schultern zu nehmen und tapfer durch jede Prüfung zu tragen.Die gerichtliche Todtenschau wurde in einem in der Nähe des Parkes gelegenen Wirthshaus, einem kleinen, stillen Gehöft, abgehalten.' Der Krönanwalt und die Geschworenen waren in einem langen, kahlen Zimmer dersammelt, als zu vernehmende Zeugen Dr. Harper. Tom Nack. der Kutscher aus dem Wirthshaus zum Rennthier erschienen. Baron von Mellis und Oberst Maddison wohnten der kurzen Verhandlung gleichfalls bei. Das Zeugenverhör brachte nichts an d'en Tag, was zur Aufklärung des Geheimnisses dienen konnte. Anton von Mellis wurde zuletzt vernommen und beantwortete die ihm vorgelegten Fra2?n kurz und bündig, nur In einem Punkte war er außer Stande, AusJurist zu geben. Dr. Hüser, der Krönanwalt, der so viel wie möglich von der Geschichte des Ermordeten zu erfahren wünschte, um dadurch auf die Spur des Mörders geführt zu werden, wollte hören, ob Lambert ledig oder verheirathet gewesen sei. Ich vermuthe, daß er unverheirathet war," erwiderte der. Baron, .da Boeder er selbst, noch Patrick je etwas erwähnten, was auf das Gegentheil schließen ließe. Würde er verheiratet gewesen sein, so hätte er sicher seine Frau mitgebracht." ; Nach Ihrer Ansicht. Herr Baron, hatte er sich in der Nachbarschaft keine Feinde gemacht?" Jch halte das beinahe für unmög- ' lieh." Und welcher Ursache schreiben Sie seinen Tod zu?" Einem unglücklichen Zufall. Der Weg durch den Wald und den Park wird als eine öffentliche Straße betrachtet, und es wimmelt dort von Wilddieben. Es war schon zehn Uhr Abends vorüber, als der Schuß gehört wurde, und ich möchte annehmen, daß der Schuß von einem Wilderer herrührte, der in dem nächtlichen Dunkel sein -Ziel verfehlte." : Sie vergessen. Herr Baron." bemerkte der Kronanwalt, daß der Ver,storbene durch eine Pistolenkugel getobtet wurde, kennen Sie Jemand unter Ihren Leuten, den Sie einer sol- , chen Gewaltthat fähig glauben? Ist einer von Ihren Dienern besonders rachsüchtigen Charakters?" Nein." entgegnete der Baron mit großer Entschiedenheit. Ich kann für alle meine Leute einstehen,' wie für mich selbst. Lambert war ihnen ganz fremd. Welchen Grund sollten sie gehabt ha ben, ihn niederzuschießen?" Hm." murmelte der Kronanwalt. So können auch Sie nichts zu der Lösung dieses dunklen Räthsels beitragen. Herr Baron?" Nicht das Mindeste. Ich habe an Patrick geschrieben, bei dem der Verstorbene früher einmal gedient hat, ihm - den traurigen Vorfall gemeldet und ihn gebeten, den Verwandten Lamberts von dessen Tode Mittheilung zu machen. Morgen erwarte ich eine Antwort von ihm und werde mich glücklich fchätzen, sie Ihnen vorzulegen." Vor der Zeugenvernehmung waren die Geschworenen in die Wihnung Lamberts geführt worden, dessen sterbliche Ueberreste zu besichtigen. Dr. Harper hatte sie begleitet und 'ihnen auseinander gesetzt, welche Richtung die Kugel genommen, und wi? nach seiner Ansicht die Kugel abgefeuert sein mußte. Die zur Entscheidunq der schauerlichen Frage zusammenberufenen Geschworenen waren schlichteLandleute. kleine Handwerker und Krämer, die sich über die ihnen aufgenöthigte Versäumniß ärgerten und bereit waren. jede Lösung des Räthsels gelten zu lassen, die ihnen der Kronanwalt vorlegte. Sie eilten nach dem goldenen Löwen zurück, hörten die Zeugenaussagen und die Anrede des Kronanwal,tes in ehrerbietigem Schweigen an. begaben sich zur Berathung in ein anstoßendes Gemach, wo sie sich etwa 10 Minuten aufhielten, um eine Entfcheidung abzugeben, die der Kronanwalt In den Wahrspruch zusammenfaßte, es liege ein vorsatzlicher Mord vor, dessen Urheber unbekannt sei.

Von dem Verschwinden des fremden Seemannes, der die Kunde von dem Geschehniß in das Schloß aebracht hatte, war kaum die Rede gewesen,Niemand dachte daran, daß die Aussage dieses fehlenden Zeugen das Dunkel aufhellen könnte, das den Tod Lamberts umgab. So behutsam und verdächtig des Fremden eilige Flucht einem wohlgeschulten hauptstädtischen Polizeibeamten erschienen sein würde, so wenig Wichtigkeit legten die ländlichen Behörden dem merkwürdigen Umstände bei. Auch Honoras Name war während der Verhandlung nicht erwähnt, noch ihrer früheren Bekanntschaft mit Georg Lambert gedacht worden. und Anton von Mellis athmete erleichtert auf, als er den Goldenen Lowen verließ. Das Räthsel seines Todes und die Geheimnisse seines Lebens sollten jetzt mit dem Ermordeten begraben werden, und der Baron durfte mit-feiner Frau reisen, wohin es ihm beliebte. Zunächst will ich mit ihr in die Ferne ziehen," dachte er, und wenn wir weit fort sind von dem Schauplatz 'ihres Geheimnisses, werde ich mich ihr zu Füßen werfen und sie beschwören, sich mir zu vertrauen." Schaudernd ging ei an der Wohnung Lamberts vorüber. Schon war er dicht an dem großen eisernen Thor, durch das er in den Park eintreten wollte, als eine heisere Stimme ihm zurief, stehen zu bleibe. Er drehte sich um und erkannte Tom Rack. der mit schleichenden Schritten auf ihn zukam. Von allen menschlichen Wesen war außer dem Einen, der jetzt kalt und regungslos in dem verdunkelten Zimmer des Pförtnerhäuschens lag, dieser Tom der allerletzte, den zu sehen er Verlangen trug. Mit zornigem Stirnrunzeln trat er auf denScbwachsinnigen zu. der sich mit dem zerfetzten Zipfel seines Halstuches den Schweiß vom Gesicht trocknete. Was gibt's?" herrschte der Baron ihn an. Was wollen Sie von mir?" Der' Kronanwalt." krächzte Tom Rack, und der Herr Pfarrer wünschen mit Ihnen im Goldenen Löwen zu sprechen," .Worüber?' Weiß ich nicht.- flüsterte Tom mit schauerlichem Grinsen. Der Herr Pfarrer war ganz verstört, und ich sollte Ihnen bestellen, er möchte Sie sofort im Goldenen Löwen sprechen, wo er auf Sie wartet." Ich werde kommen," antwortete der Baron zerstreut und kehrte wieder zu der Schänke am Wege zurück. Tom sah ihm nach, bis er ihm aus den Augen verschwunden war. Ich weiß, was sie gefunden haben," murmelte er, und ich weiß auch, was sie von ihm wollen. Er wird eine Weile dort oben aufgehalten werden, ich will drum durch den Park zu ihr und es ihr erzählen. Ja," kicherte er, und sein

häßliches Gesicht verzerrte sich so, das; man vs nicht ohne Grausen ansehen I konnte, ja. jetzt werde ich mein Müthchen an ihr kühlen." vt-$ ' 7. Capitel. Der Herr Kronanwalt und derHerr Pfarrer sind drüben im Kasfeezimmer. Herr Baron," begrüßte der Wirth den Gutsbesitzer. Wollen Sie die Güte haben, hier einzutreten?" Er ösfnete die Thür eines ziemlich großen Zimmers, in dem der Kronanwalt Dr. Hüser und der Pfarrer Roß au einem der langen Tische saßm, während der Polizeidiener Robert Dork. mit der Mütze in der Hand und einem nicht zu verkennenden Ausdruck von Besorgniß in dem stark geratheten Gesicht, vor ihnen stand. Dr. Hüser und der Pfarrer waren auffallend bleich. Was ist geschehen? Weswegen haben Sie mich rufen lassen?" fragte der Baron. ' Bitte, nehmen Sie Platz. Herr Baron." stotterte Dr. Hüser. Ich ich habe nach Ihnen geschickt auf auf den Rath des Herrn Pfarrers, der als Geistlicher meinte, es sei meine Pflicht " Pfarrer Roß legte mit warnender Gebärde seine Hand auf den Arm des Kronanwalts. Dr. Hüser hielt einen Augenblick inne, räusperte sich und fuhr dann in verändertem Tone fort: Ich habe leider Anlaß gehabt. Robert Dork wegen einer Pflichtwidrigkeit zu tad?ln, . die er, wie ich gern glauben will, zufällig und unvorsätzlich beging " Ganz gewiß verhält es sich so, Herr Anwalt." versicherte der Polizeidiener, .hätte ich wissen können " Die Sache ist die, Herr Baron, als Dork in der Nacht, wo Lambert ermordet wurde, die Kleider des Todten untersuchte, entdeckte er ein Papier, das der Unglückliche unter dem Futter seiner Weste versteckt hatte. Das Papier war von dem Blute, d's den Vordertheil der Weste durchtränkt hatte, so befleckt, wß Dork keine Silbe der darauf stehenden Worte zu entziffern im Stande war. Er hatte deshalb keine Ahnung von der Wichtiakeit des von ihm aufgefundenen Schriftstückes, und in der Ueberbürdung mitArbeiten aller Art, 'die ihm die beiden letzten Tage brachten, vergaß er das Papier bei der gerichtlichen Todtenschau vorzulegen. Unmittelbar nach dem Wahrspruch sah er sich veranlaßt, einige Bemerkungen in sein Notizbuch einzutragen, und dabei erinnerte er sich des von ihm inVerWahrung genommenen Blattes, mit dem er sofort zu mir kam, sich meinen Hath.m dieseunangenehmen Angele-

Jndiana Tribüne, Mittwoch, den 22. August 1900.'

genym zu eromen. Jq pruste das Schriftstück, und nachdem ich es so viel Wie möglich vom Blut gereinigt, glückte t2 mir. den größten Theil des Inhalts zu entzisfern." Das Schriftstück ist also von Wicbtigkeit?" fragte der Baron. dessenAngst und Bestürzung mit jeder Minute unerträglicher wurden. Weshalb hatte man ihn zurückgerufen? Was ging ihn dieses Schriftstück an. Ja, Herr Baron," erwiderte Dr. Hüser. das Schriftstück ist in der That von Wichtigkeit. Ich habe es dem Herrn Pfarrer gezeigt, um seine Mei nung in dieser Angelegenheit zu hören. Dork damit bekannt zu machen, fand ich überflüssig, doch behielt ich ihn noch hier zurück, damit Sie von ihm selbst erfahren, wie und wo er daS Papier entdeckte, und weshalb es bei der VerHandlung nicht vorgelegt wurde." Darf ich das Papier fehen?" Gewiß. Sie wünschen von Dork selbst die Einzelheiten der Aufsindung nicht zu hören?" Nein, nein, ich will nur das Papier sehen." Dann können Sie gehen. Dork," sagte Dr. Hüser ruhig, und erwähnen Sie gegen Niemand eine Silbe von der Geschichte. Es ist eine Privatangelegenheit. die mit dn Mord in keinem Zusammenhang st)t." Der Polizeidiener entfernte sich, sehr froh, so leichten Kaufes davongekommen zu sein. Dr. Hüser überreichte dem Baron das Papier, der damit an das Fenster trat und die verwischten Schriftzüge zu entziffern bemüht war. Es dauerte lange, ehe er den Sinn der Worte zu fassen vermochte. Endlich wurde ihm die Bedeutung der unseligen Urkunde klar, und mit einem lauten Schmerzensschrei sank er in den ihm zunächst stehenden Sessel. O. mein Gott," stöhnte er, das habe ich mir nicht denken können." Weder Dr. Hüscr. noch der Pfarrer sprachen. Was hätten sie dem Gebeugt:n zum Troste sagen können? Meine Herren," rief der Baron nlch einem langen, tiefen Schweigen, das den Freunden, die seinen Schmerz und seine Erschütterung mit anzusehen gezwungen waren, endlos vorgekommen war, ich gebe Ihnen mein helltges Ehrenwort, daß die Tochter Rupert Hamdens, als sie mich heirathete, glaubte, Georg Lambert sei todt." Und das blutbefleckte Papier in die Brusttasche seines Rockes steckend, verließ er das Zimmer, aber nicht, um nach Hause zu gehen. Ein Wiesenweg gegenüber demÄoldenen Löwen führte zu einer mit dürftigem braunem Grase bedeckten Einöde. Diesen Weg entlang wanderte Anton von Mellis, bis er den selbst an. diesem hellen Sommertage trübe und einsam erscheinenden Gemeindeanger erreichte. Als er das Thor, das den Feldweg von dem Anger trennte, in das Schloß warf, war es ihm. als hätte tz das Thor der hinter ihm liegenden 'Weit für immer abgeschlössen und stände allein mit seinem namenlosen Kummer unter dem sönnenlcscn Himmel. Die düstere Landschaft vor ihm und die gewitterdroh?nden Wolken über ihm stimmten wunderbar mit seinem leidvollen Gemüth. Der schilfumsäumte Pfuhl, dessen Wasser kein Lufthauch kräuselte, das spärliche Gras, die blumenlose Haide. alles, worauf sein Auge fiel, nahm von seiner eigenenVerzweiflung eine düstere Färbung an und machte ihn nur noch trostloser. Das verwöhnte Kind des Glückes, der allgemein beliebte junge Gutsherr, dem in beinahe zweiunddreißig Jahren nie ein Wunsch versagt geblieben war. der zärtliche Gatte, der so stolz auf den Besitz feiner Frau gewesen. sah sich plötzlich aller Freuden beraubt. Er warf sich auf das Gras, zog das zerknüllte Papier aus der Tasche. faltete es auseinander und strich es glatt. Es war ein Trauschein, der bezeugte, daß am 2. Juni 1886 Georg Lambert. Sohn des verstorbenen Omnibuskutschers Joseph Lambert und seiner Frau Susanne, geborene Norbert. und Honora Hamden. Tochter des Bankiers Rupert Hamden. in der Pfarrkirche zu Dover getraut worden waren. 3.'Eapitel. An dem Tage der gerichtlichen Todtenschau saß Honora in dem Arbeitzimmer ihres Mannes am offenen Fenster und sah nach dem Weg hinüber, auf dem der Baron wahrscheinlich heimkehren würde. Sie hatte die Gesellschaft Amanda von Walters ohne alle Umstände zurückgewiesen, um mit sich und ihren Gedanken allein zu sein. Jeder Lufthauch trug ihr die niederfallenden Blätter . der vollerblühten Rosen zu. und ein Schwärm, von Schmetterlingen umgaukelte sie. In dem schweren Kummer, der sie bedrückte, wagte sie nicht, hilfesuchend die Hände nach denen auszustrecken, die sie liebte, um die Theuren nicht mit in den Abgrund zu ziehen, der sich vor ihr aufthat und sie zu verschlingen drohte. , wenn ich allein leiden könnte," dachte sie, wenn ich all den Jammer allein erdulden dürfte, wollte ich mich klaglos in mein Schicksal ergeben, aber die Schmach, die Erniedrigung, die Angst wird die Anderen och schwerer treffen als mich. Wie grausam werden sie zu leiden haben.wenn der Wahn sinnige Jugendstreich der Welt bekannt werden sollte." Die Liebe zu ihrem Mann hatte die Liebe zu ihrem nachsichtigen, zärtlichen Vater, dem' ihre an Irrsinn streifende Thorheit so bitteren Kummer bereitet.

mqi avgeiazwacyl. Jeder Schmerz, den Honora im Hinblick auf den Kummer Antons empfand, verdoppelte sich bei der Vorstellung von dem Leid, das ihres Vaters graues Haupt beugte. Wenn wenn bei der Beziehmung vor dem Kronanwalt die Wahrheit an den Tag käme." dachte sie, könnte ich Anton nie wieder vor die Augen treten, ihm nie wieder in's Gesicht blicken. Ich würde fliehen bis an daL Ende der Welt und mich auf ewig vor ihm verbergen." Sie hatte Anton von Mellis getäuscht, in der Hoffnung, der Schleier des Betruges werde nie entzweireißen, und der Mann, den sie liebte, von bitterem Kummer und grausamer Schmach verschont bleiben, doch die böse Saat, die sie in den Tagen ihres Ungehorsams gesät hatte, war aufgegangen und umwucherte sie von allen Seiten, und ihr fehlte die Macht, sich durch das Unkraut Bahn zu brechen. Der Baron hatte das Schloß kurz nach neun Uhr verlassen, und jetzt war es beinahe zwei Uhr. Er hatte Honora gesagt, die Verhandlung werde in wenigen Stunden beendigt sein, und dann werde er sofort nach Hause kommen. um ihr das Ergebniß mitzutheilen. Welche Fragen mochten vorgelegt, welche Beweise durch einen unglücklichen Zufall entdeckt worden sein, die sie bloßstellten oder verriethen? In einer dumpfen Betäubung wartete sie auf ihr Urtheil. Wie würde es ausfallen, würde es ihr Verdammung oder Erlösung bringen? Wenn ihr Geheimniß unenthüllt blieb, wenn Lambert die Geschichte seiner kurzen Ehe mit in's Grab nahm, welche Befreiung für die Unglückliche, deren größte Schuld es war, einen schlechten Menschen für einen guten gehalten zu haben. Es war halb drei Uhr, als schleppende Fußtritte von der Veranda her sie aufschreckten. Das fahle Gesicht des Schwachsinnigen zeigte sich am Fenster. Was wollen Sie hier?" fragte sie erregt. Ihr Herr ist todt, und Sie haben keinen Vorwand mehr, sich in meiner Nähe blicken zu lassen." Ich komme vom Verhör kmWirths-. baus drüben und will Ihnen in bester Absicht melden, wie es abgelaufen ist." Äonoras 2 klovfte unaenüm Legen die schmerzende Brust. Sie hatte keine Ahnung, wie viel dieser Mensch von ihrem Geheimniß ausgespürt haben mochte, aber ste wußte, daß er sie haßte, und fühlte, daß er .genug argwöhnte. um zu ahnen, wie sehr es in seiner Macht lag, sie zu quälen. Ich habe Ihnen etwas ganz Besonderes zu sagen," fuhr er fort, denn ich weiß alles, was im Wirthshaus drüben vorgegangen ist. Der Herr Baron, der schon eine Weile fort war,

mußte wieder zurück nach dem Goldenen Löwen. Doctor-Hüser und der Pfarrer haben ihn rufen lassen, weil sie ihm was sagen wollten was von Ihnen," zischte er schadenfroh, die trockenen, blutlosen Lippen dicht an Honoras Ohr. Es ist nämlich , alles herausgekommen, und sie erzählen jetzt dem Herrn Baron, was Sie dem Verstorbenen waren." Ein leises Stöhnen entrang sich dem Munde der unglücklichen Frau. Tom Rack hatte sich seine Rache nicht entgehen lassen und weidete sich an ihrer Qual. Mit triumphirendem Blick schielte er ihr in's Gesicht. Sie haben den Trauschein gefunden," rief er. Er hatte ihn im Futter seiner Weste eingenäht." An den Trauschein, an die Eintragung in das Kirchenregister hatte Honora nicht gedacht, sie hatte immer nur die Gegenwart. Lamberts gefürchtet, der plötzlich wie aus dem Grabe erstanden war, um ste zu peinigen und zu verfolgen. Sie hatte auch gefürchtet, daß ein Brief, ein Bild unter den Habseligkeiten des Ermordeten gefunden werden konnte, nicht aber diesen unwiderleglichen Beweis des Geschehenen. Die Urkunde, welche ihre Verheirathung mit dem Reitknecht ihres Vaters bescheinigte, war im Besitz des Barons von Mellis! Was wird er von mir. denken?" fragte sie sich. Würde er mir jemals glauben, wenn ich ihm fagte, daß ich schon ein Jahr vor meiner zweiten Verheirathung die bestimmteste Kenntniß von dem Tode Georg Lamberts zu haben wähnte? Wie könnte er es mir glauben? Ich habe ihn zu grausam getäuscht, um auch jetzt noch auf sein Vertrauen rechnen zu dürfen." Sie bemühte sich, ihre Selbstbeherrschung wiederzugewinnen und über die' nächsten Schritte, die sie zu thun hatte, einen Entschluß zu fassen, doch sich der gierigen Augen erinnernd, die in boshafter Genugthuung auf ihr ruhten, wendete sie sich mit strengem Blick Tom Rack zu. Sie haben mir jetzt alles gesagt, was Sie mir zu sagen hatten," rief sie. Gehen Sie jetzt Ihrer Wege." Der Schwachsinnige zog sich gehörsam zurück. Ich Hab's ihr heimgezahlt," murmelte er, im Schatten der Bäume verschwindend, ich Hab's ihr ordentlich beimaeaablt." (Fortsetzung folgt.) 615 Millionen Tele, Phonanschlüsse hat die Nationale Telephongesellschaft in England in ihrem letzten Geschäftsjahr vermittelt, also etwa 2 Millionen an jedem Werktage. Es ist. bemerkenswerth, daß diese Zahl die der Telegramme, die vom Generalpostamt befördert wurden, um das Neunfache übertrifft.

Täglicher Marktbericht.

Viehmartt. Indianapolis Union Viehhöfe, 22, Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1360 Pfd. und aufwärts 55.40 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 5.00 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Psd 4.90 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.... 4.75 Mittlere bis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd 4.50 Gute bis gewählte Rinder. 4.25 Mittlere bis gute Rinder. 3.65 Gewöhnliche leichte Rinder 3.00 Aug. 5.75 5.40 5.35 5.10 5.00 5.00 4.40 3.50 4.35 3.60 3.00 6.25 5.00 4.25 3.75 3.85 56 30 Gute bis gewählte Kühe.. 3.75 Mittlere bis gute Kühe.. 3.40 Gewöhnliche alte Kühe.. 4.75 Kälber 4.00 Schwere Kälber 3.00 Prima bis fancy Export Bullen 3.90 Gute bis gewählte Schleich ter Bullen 3.50 Gewöhnliche bis yutcBullen 3.75 Gute Kühe mit Kalb $35 GcwöhnlicheKühe mit Kalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mittlere und schwere 55.35 Gemischte, schw. Packing 5.25 Gute bis gewählte leichte 5.40 Gewöhnliche leichte. .... 5.30 Pigs 4.50 Roughs 4.00 Schafe. Spring Lambs $5.25 Gute bis gewählte Schafe 3.00 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.25 Gute bis gewählte Jähr. linge 4.50 Gewöhnliche bis mittlere Jährlinge 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 5.40 5.35 5.45 5.40 5.45 5.25 5.75 4.25 3.75 5.00 3.75 3.25 3.00 Früchte und Gemüse.' Früchte. Psirsiche, $1.25 per Crate, 6 Körben; 60c 65c für 4 Bushel Korb. Tomatoes, einheimische, 30c per Bushel. Orangen, California Navels 4.00. Citronen, $5 für 300; 5.50 für 360. Acpfel, neue, 50c-75 per Bushel Box. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln. Persische 5c-6c per Pfund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per Hundert. Ananas, 3.50 per Uafe 30-36. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. (läse. Canteloupcs, 75c per Crate; südliche Jndiana 25c per Korb; Tcckcrs Littel Gems 25c per Korb. Trauben, per Crate von 6 Korben $1. Heidelbeeren, 1.75 Per 1 Ot. Caje. Birnen, h:enge, 75c per Bushel. Wassermelonen, $10 per Hundert. NeueGemüse. Kraut, 25c per Faß. Radieschen, 15c per Dutzend Bunches. Zwiebeln, 8c per Dutzend Bunchcs; Neue Bermuda 2.00 Per Crate; Neue Louinana 54 per Faß. Rothe Rüben, 15c per Dutzend. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Gurken, 20c per Dutzend. Neue Kartoffeln, 1.15 per Faß. SommerCclery, 15c per kl. Bunch. Korn, 3c per Dutzend. Alte Gemüse. Parsnips, 1.25 per Faß. Sauasbes, 518-22 per Tonne. Kartoffeln, Burbanls und runde weiß 42c per Bushel. Zum Versandt berett 5c mehr. Zwiebeln, Gelbe Denvers 50c per Bushel, rothe Globe 75c; weie Globe 52 ver Faß. , Weifte Rüben. Ungewaschene 1.25 1.50 per Faß; gewaschene 1.50-1.75; Canada Rutabagas 1.10-1.25 per Faß. Rothe Rüben, 51.25 per Jaß. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Qualr tät: 20-18 Pfund ; 15 Pfund 12c; 12-10 Pfund 12zc; Zweite Qualität 20-18 Pfund ; 15 Pfund llc; 12 Pfund 12c; 10 Pfund 12c. Californisch? Schinken 6 bis 8 Pfund 8c; 10 bis 12 Pfund 8s c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13$c; 6-7 Pfund im Durchschnitt 12$c; 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt c; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt 11c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 11c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, llc Speck, Engl. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, llic; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 10Zc. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf im Durchschnitt, 9c; Klare Seiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 9c; Klare Bellies, 25 bis 30 Pfd., c; 18 bis 22 Pfd., 10c; 14 bis 16 Pfd., lOjc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 94c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 10c. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt, c; 16 Pfund

im Durchschnitt, 9$c; 10 bis 12 Pf'und 9C

Gedörrtes RindfleisÄ . Schinken, rea. Sets, 13c; Außenseiten 10c; Innen etten 15c; Knöchel 15c. Schmalz, tn Tierces, 1. Qualität 8c; 2. Qualität 82c; 3. Qualität. 8ic Gcpöckeltcs Schweinefleisch, Knochenses ftancü Via 517.75: Klares Bearr 17.25; Family 16.25; Short Glear 15.75; Rumpf 15.75. Wunte, Geräucherte Bratwurst 74er Frankfurter 74c: Wicnerwurst 74ct Knackwurst 7Zc; Bologna in Därmen 6$C, M Uch 6C. Butter, Eier und Geflügels Händler bezahlen folgende Preise : .Butter, frische, 12k Eier, 10c$ per Dutzend. Hühner 7c, Spring Chickcns 7c Pfd Turkcy Hennen 6c, junge Hähne 5c,. alte yahne 4c; unten 5-8c; Gänse wer en verlaust zu 3.75-4.2o per Dtzd. Getreide. 2ÖCH en-7!o. 2 rother 72c auf dett Geleis, en , 72c von der Mühle ; No. 3-8-70c; August 72c auf .den. rother GeleN, ttorn2 "4') Kolben X 41C er-No. 2 weißer 244c; No. 3. ' f5Hr Y?n 9 nrrrti OOli haf meiner I "2V rfV. d JV11LV4VV i2V 3 gemischter 244c "Ho. 5 14. cu-altcs No. 1 Timothy 13.00-cu-altcs No. 1 Timothy 13.0000; neues No. 1 Timothy 511.5012.50; altes No. 2 Timothy 512.00--512 12 ,50; neues No. 2 Timothy 11.00,50. 11 Groccrics. Zucker Dominoes 6.67c; Stückzucker 6.82c; pulversirter 6.52c; XXXX pul. vcrisirter 6.57c; Standard granulirter 6.42c; seiner granulirter 6.42c; granu lirter in 5 Pfund Säcken 6.52c; granu lirter m 5 Pfund Cartons 6.52c; extra feiner granulirter 6.52c; Cubcs 6.57c? Mold A 6.67c; Confectioncrs' A 6.22c? Columbia A-Kcystone A 6.07c; 2. WindsorA-AmericanA 6.04c; 3 Ridge wood A-Ccntcnnial A. 6.07c; 4 Phönix A-California A 6.02c; 5 Empire AFranklin B 5.97c; 6 Ideal Extra Gol. den C-Kcystone B 5.87c; 7 WindsorExtra C-American B 5.77c; 8 Ridge wood extra C-Centcnnial B 5.72c; 9 gelber extra C-California B 5.67c; 10 gelber C-Fran!lin extra C 5.62c; 11 gclbcr-Kcystone extra C. 5.57c; 12 gclber-American extra C 5.52c; 13 gel ber-Ccntcnnial extra C 5.52c; 14 gelber -California extra C 5.52c; 15 gelber 5.52c; 16 gelber 5.52c. 5iaffee. Folgendes sind die Indianapolis'Preise : Gcwöhnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. JnDackctcn: Ariosa 512.75, Lion 11.75, Jersetz12.75, Caracas 12.25, Tillworth's 12.75, Dutch Java Blend 16.50, Mail Pouch 11.75, Gates Blendcd Java 11.75. Käse. Engros Verkaufspreise, Jmportirter Schwcizerkäse.27c per Pfund; einhei Mischer Schweizcrkäse 17c; Wisconsin Cream Käse 10c-12c; New York Ched Zars 12c; einheimischer Limburger 12c; Brick 13c. Sämereien. Kaufpreise: Klecsamen, Rother, 54-54.25; eng lischer, je nach Qualität 54-4.50; Al. syke 5-7.00; Alfalsa 5.50-6.00 per Bushel. Timothy 51.20-51.30. Detail'Prcise : Kleesamen, alter, prima, 54.75 neuer 55.00. Timothy, gewählter 51.50; prima 51.45. BlueGras, FancyKcntucky 51.25 per Bushel; extra reines 65-75c per Bushel. Kohlen. Tonne Tonne Anthracits 57.00 3.65 Pittsburg 4.25 2.25 Kanawha 4.25 2.25 Winisrede 4.25 2.25 Raymond City 4.25 2.25 Jackson 4.25 2.25 Brazil Block 3.25 1.80 Island City Lump u. Egg 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Island City Domestic Nut 2.75 1.50 Mine Run 2.75 1.50Slack ... 2.00 1.15 Bloßburg...... '5.00 2.65Rauchlose 4.50 2.40 Lump Coke 11c per Bushel. 53 per 25 Bushel. Zerkleinerter Coke 12c per Bushel 53 per 25 Bushel. Wolle. Folgendes sind die Preise für Wagen ladungen : , Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20c; feine Merino 15-17c; unge reinigte, von 3c bis 5c weniger; zuberge waschene 28-30c.