Indiana Tribüne, Volume 23, Number 333, Indianapolis, Marion County, 22 August 1900 — Page 2

Jndiana Tribüne Mittwoch, den 22. Slttgust 1900.

WeltattSstelluns-ÄNd Congressv.

' IlZuiiZ, im 2Tu$riJt Die Weltausstellung ist in diel: Sagen ganz uiü gar in das Zeichen Äer internationalen zngresse eingetreten. Man sieht es :!nraiich äußerlich jcxu Mnter den Besuchern herrschen" in-tellectuellen-Gesichter vor und die ÄePalten, die den Berufsmenschen meinem .kundigen Beobachter schon in seinem -Aeußern verrctthen: dn PolitUe?. den belehrten, den höhern" und .niedern" Schulmeister, 2n Arzt u. s. Q. Der Weruf gibt dem Menschen auch in seintm äußern Habitus eine gewisse EiJenart, die, Don internarionalnn Chauakter. 'sich -höchstens in nationalen. Müancen verschieden zeigt, im Wesen aber gleich.ift. Man gehe z. 23.:iiCbte Interparlamentarische Friedensconfeitenz. wo neunzehn Parlamente und 'Nationen vertreten sind, ftudKe'.dieKöpfc, Gestalten und Kleider. Der aufznerkfame Beobachter wird Lei allen im gewisse Gleichartigkeit im Ausdruck. der Zuge der BewegWg:n, selbst der .Kleidung, erkennen, die zwar den Spanier noch immer als Spunier den Engländer als AnglosachsendenDeutschen als Germanen zeigen, 7aber für Ue zusammen doch auf die Diagnose Politiker" hinauskommen. Mun erst yar die' Philosophen! Fast xeder ist ein Typus" seines Berufes, seines innern Menschen. Und ist das bei den Schulmeistern nicht grade so? 'Sie' sind erst noch im Anzüge, aber wenn sie beisam?nen sind in ihren Congressen für primären, secundären u. s. Unterricht, so ist es sicher, daß man nuch ihren universellen Berusstypus' erkennen Zvird. Es ist das alte deutsche Wort: das Auge .ist der Spiegel Äer. Seele, das auf den innern Berussmensck:n -verallgemeinert sich bewahrheitet. Ein besonders interessantes Beispiel von der Rückwirkung des innern MenZchen auf den äußern kann LQN..-neben-bei bemerkt, bei einer besondern KateHvrie von Menschen in Frankreich erleimen. Daslind die Ritter 'r er EhrenLegion, .besonders der rothbebänderte Bourgeois von Paris und erst recht der Provinz. Sie haben alle einen gewisjfen Zug im Gesichte, in -den AngenwinZeln, in denen ihr rothes Bündchen, die Wollbefriidigung ihres durch Jahre erstrebten und nun mit -gesättigtem Stolze getragenen Zieles, sich widerspiegelt. Ich habe einen Friund. der Ritter der Ehrenlegion ist aber da 'ikothe Band nur bei hochoffizellen Gelegenheiten sozusagen pflichtmäßig geÄwungen ansteckt, aus Furcht das häu,figere Tragen könne ihm uuch jenen Zug im Gesichte, von dem er behauptet, er habe quelque chose d'abruti" cn sich, beibringen. Es ist also eine Art Bandwurm-, n dem diese Species ton Franzosen leidet. Nur em äugenblicklich auc international congressistisch anwesender Beruf ist in seinen individuellen Variationen so verschieden und mannigfaltig, daß für ihn die

psychologische Diagnose Nicht Stich j hält: der Zeitungsschreiber. Die Er- j klärung dafür ist aber einfach. Der ; Beruf an sich ist nicht fest abgeschlossen nnd geregelt in bestimmten Borbedingungen für seine Ausübung, fondern ein wild überlaufenes Feld aller möglichen, in Erziehung und Bildung, selbst im Geschlecht so grundverschiedenster Individualitäten, daß von vornherein die Vorbedingungen fehlen, die auch ihm, dem Zeitungsschreiber, die Einheitlichkeit eines gewissen äußern Wesens aufprägen könnten. Hingegen kann man ihn in seiner Collectiverscheinung ethnologisch gliedern, insofern als in ihm das semitische und das arische Element nach Nationen wesentlich von einander abweicht. So ist das semitische Element bei den Deutschen nnd Russen sehr stark, bei den Franzosen und Italienern ziemlich, bei den Engländern und Amerikanern aber fast gar nicht vertreten. Wie viele interne tionale Congresse tagten nun im Laufe einer einzigen Woche zu gleicher Zeit? Ihrer dreiundzwanzig, um es gleich herauszusagen; hier sind sie: der intrnationale Congreß für Bühnenkunst, für medicinische Elektrologie und Radiologie, für Schifffahrt, für Chronometrie. der Presse, für socialwissenschaftlichen Unterricht, der Architekten, für höhern Unterricht, für Zollregulirung, für öffentliches Armenwesen und private Wohlthätigkeit, für vergleichendes Recht, für den mittlern'Unterricht. Zur Philosophie, für Verbesserung des Loses lxr Blinden, für den Elementarunterricht, für Pharmacie, für Termatologie und Syphiliqraphie. der Handelsmarine, für Medicin, der Colonialcongreß. das internationale ColonialInstitut, die interparlamentarischeFriedensconserenz und the last not the least der internationale Gelehrtenbund. Die wenigsten Theilnehnehmer dürfte der letztere aufweitn, nämlich neben den sechs französischen Vertretern der Akademie der Wissenschasten. der Akademie der Inschriften und schönen Literatur und der Akadewie der moralischen und politischen Wissenschaften von Paris neunzehn Vertreter ausländischer Akademien, in Summa nur fünfundzwanzig. Aber diese Fünfundzwanzig vertreten sie Summe der ganzen Wissenschaft des ausgehenden Jahrhunderts und der Zweck ihrer diesjährigen ersten und später regelmäßigen Zusammenkünfte ist die internationale Vereinigung ihrer Heifiigen Schaffenskraft zu Werken wie die Herausgabe einer Encyklopädie des Islam, die Vermessung eines Meri5ianbogens im Mittelpunkte Asricas

und anderer. ?rm'Werih 'un7gänglich sein wrrd. Aber von thnui spricht man kaum. .HJchftens'die ganz großen Blätter geben ?ür einer verstohlenen Ecke davon tone. Welche Ströme von Tinte werlM'über über'ande?. vergossen, der Leistungen für das Wohl der Menschheit .?rade imumgekehrten VerHältnisse zudem-Lärm unddem Aufheben stehrn. "den wandere, und "den 'sie selbst von Jxäf machen. Ströme von Tinte, Strom? von Reden, und Ströme von Champagner, alle! drei fließen über sie zu : gleicher Zeit. Denn, was ein .riHttZer" Kongreß '.ist.hat' auch seine nöthrgenEmpfänge, Ehrentrünke und Bankette, 'private .und' offizielle seitens ex Behörden, der Minister, der Präsidrnten'.der, Kammenind' des Senats und schließlich des StaatsoberhaupteL, micht - zu vergessen dazwischen durch euch noch seitens "der 'Hochwohlweisen Stadtväter von Puris. Alles naturlich oaufKosten. der .Steuerzahler', die selbst michts davon abtriegen. Das .Abkriegen" besorgen aber für ' sie ' die Congresslsten. .So gut,".dnß:nach dem Eifer zu iurtheilen. mitdeni Vergleichsweise ifte 'sich zu den Sitzungen. und Berathungen meistens, einfinden oder vielmehr nicht einfinden und7anderseits sich zu den Festen und an' die üppigen Buffets ihrer Gastgeber hernndrängen beides natürlich nur von wegen der furchtbaren Hundstagshitze , für viele Congresse und Congressisten 'die Feste die Hauptsache zu sein scheinen und.der berufliche Lweck Nebensacke und das Mittel für jene. Diese Congreßbuf-fetophilen-sie sind überall gleich stark vertrkien, 'bei den Dermatologen wie bei den Philosophen, den Colonialmenschen wie den Blindenvätern, den Sckulmeißern wie den Friedensconferenzlern und bei den Journalksten haben sich die Aufforderung des Horaz an die Asigenossen" zum Motto genommcn: Nimc bibendun.'Dtr Ge neialcommissär Picard hat schon einmal auch das Nunc pede libero pulsanda tellus" ihnen nochdazu gegeben, indem nän der großen Festhalle mit dem Empfange und den Büffets ein großes Massentanzvergnügen bei feiner Einladung verband. Er hoffte, au' diese Weise das Problem zu lösen, die 20,000 Personen umfassende Riesen.alle einmal ziemlich angefüllt zu sehen. Aber es zog nicht. Vielleicht wird er noch auf die Idee verfallen, zum Schluß der Ausstellung einen allerletzten internationalen Congreß zu veranstalten, den Weltcongreß der Busfetophilen. der noch einmal alle umfassen würde, die auf d Bühne der bisherigen Congresse an den ichbesetzten Tafeln Mariannens sich labend vorüberzogen er würde sein Problem lösen, die Festhalle würde angefüllt sein, bis auf den letzten Platz. ' ,

,i Tätowiren alS Mode. ' frr . ii Erst kurze Zeit ist es ber. da es Ui uns in gewissen, nicht beruflich beschränkten Kreisen förmlich Modesache geworden ist, sich auf Arme oder sonstige Körpertheile Bilder eintättowiren zu lassen. Früher war dergleichen fast nur bei Matrosen vorgekommen oder bei Solchen, welche diese Liebhaberei aus anderer Herren Ländern mitgebracht hatten. Aber Besucher unserer fashionablen Badeplatze, wo man doch besonders gute Gelegenheit zu solchen Beobachtungen haben sollte, versichern, daß dieses Jahr die Zahl der tättowirten Männer und Frauen eine ungewöhnlich große sei. An manchen dieser Badeplätze halten sich direct Tättowirungskünstler auf, um ihrem Handwerk nachzugehen, und manche derselben sollen ein schönes Stückchen Geld verdienen. Sie tättowiren auf, Wunsch in sieben verschiedenen Farben, während . manche Japaner es auf neun Farben gebracht haben. Ihre Preise sind je nach der Feinheit der Arbeit und der Größe und Vielfarbigkeit des Bildes verschieden;' sie schwanken etwa zwischen 3 und 533. Für den ersteren Preis machen auch die besseren Tättowirungskünstler schon einen ganz hübschen Schmetterling; für 510 bis 525 sind schon brillante größere Hautbilder zu haben; aber der höchste Preis wird natürlich für Gruppenbilder verlangt. Für eines dieser, das ein vollständiges Bild der Seeschlacht von Manila darstellt, mit der Unterschrift Dewey hat's gethan." und die ganze Brust bedeckt, hat der Betreffende genau 535 geblecht. Man geht kaum fehl, wenn man da Aufkomm'n dieser Mode jetzt ebenfalls mit dem spanisch - amerikanischen Krieg in Verbindung bringt; das letztgenannte Beispiel steht durchaus nicht vereinzelt da. obwohl Gruppenbilde? verhältnißmäßig selten sind. Matrosen der Flotte, und auch Soldaten, welche schon von früher her solche Tättowirungen trugen, erregten damit nach ihrer Heimkehr vom Kriege mehr Beachtung. als früher, und Heldencultus und Nachahmungssucht thaten das Ueonge. ' 1. 1

In der Gemeinde Rzendziany, Gouvernement Siedlec, verlor eine Frau Swincka einen Proceß, den sie gegen die Familie Wyszinski angestrengt hatte, sie schwur den Wyszins. kis Rache, und es gelang ihr auch, sich in die Wohnung derselben einzuschlei chen und kurz vor demMittagessen Gift in die Speisen hineinzuthun. Die ganze, aus sechs Personen bestehende Familie Wyszinöki ist nach qualvollen Leiden gestorben. Die Mörderin wurde verhaktet.

Die gelbe Nace w Tibirwn.

Bei der gegenwärtigen Äage An Dst Asien sei auf die zieanlich unbekannte Thatsache hingewiesen, -da.ß der Zufluß von Chinesen nach Sibirien in den letzten Jahren außerordentlich stark zugenommen hat. Die .heftigen .Klagen darüber steigerten .sich derartig, daß man aus Petersburg eine desondere Commission eutsendete,. u:m Erhebungen anzustellen. D :hat .sich erwiesen, daß bei Weitem miehr Chinesen sich im Amurgebiete .befinden, als von der russischen Beo'Tde .registrirt sind, beziehungsweise cegistrirt .werden konnten, denn sie tierstehen .sich er , Controlle überaus raffinirt zu entziee hen. Eine solche Controlle bei den langen Grenzstrecken on der Mandschüre! und am Amurgebiete maturgemaß sehr schwer dAichzusühren. Unser Land vermochte die Chine,sen-Ein-Wanderung sehr einfach .zu verhindern, indem es seine Hä,fui Segen hk gelbe Seuche sperrt; das liezt aber .im asiatischen Rußland ganz anders. Vor -Beginn des Baues der Ostsibirischen Bahn gab es auf russischem 'Gebiete fast gar keine Chinesen. Aber mit einem Schlage änderte sich daH, .sobald der Bahnbau in Angriff genommen wurde. Es erschienen chinesische ,Händler, Kleinhandwerker und besonders massenhaft Arbeiter, welche die Tussischen Arbeiter bald zu verdrängen vermochten, da sie mit einem weit geringeren Taglohn zufrieden waren. Die beim Bau der Transbaikal-Bahn für Holzbauten, Stein- und Eidarbeiten ausgeworfenen Voranschläge konnten beträchtlich herabgesetzt werden, da die Chinesen für den vierten Theil des veranschlagten Lohnes die Arbeit Äbernahmen und, was besonders in's Gewicht fiel, in wenigen Tagen in zeder gewünschten Zahl auf dem Arbeitsorte zur Verfügung standen. Das .Artel"Wesen (Arbeitsgenossenschaft) ist den .Chinesen sehr wohl bekannt. Ein Chi-nesen-Artel ist aber von vornherein emem russischen schon dadurch überlegen, daß er ganz gut einige Moncrte lang ohne Arbeit bestehen kann, was bei russischen Artels gänzlich ausgeschlössen ist. Trotz des so geringen Lohnes machen die Chinesen doch noch Ersparnisse, was bei ihrer sprichwörtlichen Bedürfnißlosigkeit nicht wundern kann etwas Reis oder ein Stückchen gedörrter Fisch oder einige Rüben genügen vollständig zum Unterhalte. Die Frage, ob der Zufluß ton Chinesen in die russischen Gebietstheile dem russischen Handel schaden und den Volkswohlstand erschüttern wird, ist ohne Zweifel sofort zu hejaYen. aber die Frage nach Abhilfe durchaus nicht kurzerhand zu lösen. Auf der ganzen Strecke von Jrkutsk bis Vogorodsk kaufen die Chinesen heimlich und natürlich zu einem äußerst niedrigen' Curs das an den russischen Fundorten illegal gewonnene sögenannte Raubgold auf und bringen es nach China. Hiedurch wird Rußland und seine Bevölkerung doppelt geschädigt, allgemein volkswirtschaftlich und direct finanziell. Ein weiterer Uebelstand ist der Vertrieb von chineschemBranntwein, dem Chansin". der, halb so theuer als der russische Schnaps, sich von diesem nur durch einen anfangs etwas widerlichen Geruch unterscheidet, an densich aber der wenig wählerische russische Arbeiter bald gewöhnt. Ganz selbstverständlich sind unzählige größere und kleinere Spitzbübereien, in denen die geriebenen Schlietzaugßn ja Meister sind, und ebenso selbstverständlich sind, wohin in aller Welt Chinesen kommen, das Einschleppen ekelhafter. ansieckenderKrankheiien und schändlicher, demoralisirender Laster. Das sind so einige Mißstände. Der gefährlichste Umstand,' der Hauptpunkt, bleibt das billige Arbeitsangebot der Chinesen, wodurch bei dem sonst so phlegmatischen russischen Arbeiter ein wilder, grenzenloser Haß gegen die Concurrenten von der gelben Race erzeugt wird. Der Chinese unterbietet jedes europäische Arbeitsangebot und jeden Preis sei es als Taglöhner, als Hausirer, Flickschuster cder sonstwie. Geholfen gegen die chinesische Einwanderung haben bisher alle Maßregeln so gut wie gar nicht, selbst, nicht die echt russischen Illtima ratio, daß, wer von den gelben Burschen ohne Paß gefaßt wurde, furchtbar geprügelt über die Grenze flog; sobald der biedere Li oder Pa oder Chin nur wieder kriechen kann schleicht er sich über die Grenze an einer anderen Stelle wieder ein. Fest absperren könnte man höchstens vielleicht das Transbaikal-Gebiet, bei der Mandschüre! ist das aber völlig unmöglich. Schon vor Jahr und Tag sprach man in russischen Regierungskreisen ganz unverhohlen von einer chinesischen Gefahr, und welche Wichtigkeit man in Petersburg der Sache beilegte, geht daraus hervor, daß man der Untersuchungs - Commission Männer beigab, wie zum Beispiel I. Lewitow, den bekannten Rational-Oekonomen. Die Erhebungen sind sehr gründlich durchgeführt, aber sie haben eben nur die Thatsachen klargestellt; irgend , einen greisbaren guten Rath oder aussichtsvolle Vorschläge zur Abhilfe hat die Commission auch nicht zu geben vermöcht. Man. hofft allerdings, daß durch das Zuströmen und Ansässige werden von Europäern im Amurgebiet und im Transbaikal-Distrikt die Chinesen schließlich doch zurückgedrängt werden. Die Einwanderung von Russen in diese Gebiet wächst von Iah? zu Jahr; die immer wiederkehrenden

Vihautungen - vom Gegentheil sind

tendenziöse. Unwahrheiten, meist aus englischen 'Quellen, deren Beweggründe klar liegen. 1897 betrug die Zahl der -Einwanderer 86,575, 1898 schon 205,'615 und '1899 sogar 223.981. Kürzlich siüd auch noch wieder in dieser Hinsicht neue Verfügungen ergangen, beträchtliche Erleichterungen für EinWanderer, wie zum Beispiel nur ein Viertel Bahnfahrt. Bauholz, Saatgut, Geräthe, sogar Maschinen auf Credit vom Staate u. dgl. m. So 'dürste 'sich die Einwanderung in diese ffo außerordentlich cultursihigen und aufgewendeten Fleiß reichlich lohnen'den weiten Gebiete sicherlich stark weier 'heben. Schließlich wird ohne Zweisei auch der jetzige Kri'g nicht uner'heblich dazu beitragen und wird auch ganz gewiß in der Chinesen-Frage irgendwie 'klärend reinigend möchte man sagen wirken. BaU'Sedräuche der Navajos. Me zahlreichen Mvajo - Indianer New Mexico's und Arizona's gehören bekanntlich in manchen Dingen durch--ans nicht zu den rückständigsten Rothhäuten und sind namentlich in kleinen uind in großen Angelegenheiten tüchtige Geschäftsleute. In ihren Vorstellungewund Bräuchen bezüglich des Wohnungsbaues dagegen sind sie sich seit vielen Jahrhunderten bis zum Tüpfelchen auf dem i gleich geblieben, und oh und primitiv, wie uns diese Häuser" die Navajos nennen sie .bopins" erscheinen mögen, sind alle betreffenden Einzelheiten durch ein umfassendes Ceremoniell geregelt, wie s in solcher Vollständigkeit und getreulichen Befolgung heute nur bei wenigen Stämmen noch vorkommt. Es sind Tausende solcher bemertenswerther Wohnhäuser auf der Navajo - Reservation zu finden, und noch jedes Jahr werden Hunderte neuer hinzu gebaut. Für manchen Reisenden, welcher durch diese Gegend gekommen ist, mag diese Angabe überraschenk genug klingen; denn er ist vielleicht tagelang gereist, ohn? mehr als ein Dutzend derartiger Hogans zu Gesicht zu kriegen, und hat am Ende den Eindruck bekommen, daß dieses Land so gut wie unbewohnt sei, und doch zählt dieser Stamm reichlich 12.000 Köpfel Ein Navajo wählt aber stets entweder einen gedeckten Winkel auf einer Mesa ode? einen südlichen Abhang am Saume eines Haines als Baustätte aus. Wahrscheinlich rührt dieser Brauch, die Wohnung halb zu verstecken, noch aus den Tagen her. als die Navajos von Plünderung lebten und jeden Augenblick auf BergeltungsMaßnahmen chrer Opfer gefaßt sein mußten. Nachdem die Stätte für die zu errichtende Wohnung gewählt ist, zieht das Familien - Oberhaupt in feierlichem Zuge dorthin, mit Ponies, Schafen, Ziegen und Rindern, und seine Schußwaffen zur augenblicklichen VerWendung gegen nächtliche Angriffe durch Coyoten bereit haltend; die staubbeschmierte Squaw mit den Kleinen schließt den Zug ab. So ist es Vorschrift. Dann wird nach passenden Bäumen für Boden- und Wandbalken gesucht; drei der Bäume müssen in sich gabelnden Aesten enden, während zwei andere, die für den Thürrahmen bestimmt sind, vollkommen gerade laufen müssen. Dieses sind die fünf Hauptballen. Die drei ersteren Baumstämme werden, mit den gabeligen Enden zusammen, ungefähr in der Gestalt eines T auf den Boden gelegt, wobei höchst sorgsam darauf gesehen wird, daß das dicke Ende des einen Stammes genau nach Norden deutet, dasjenige des anderen nach Süden und dasjenige des dritten nacb Westen. Dann werden, nach Osten zu, die beiden geraden Thürbalken angebracht. Die übrigen Arbeiten werden mit kleineren Pfählen und Baumästen gemachs, sind aber gleichfalls durch den Brauch genau vorgezeichnet. Zuletzt wird der ganze Bau mit Ceder-Rinde und etwa 6 Zoll Erde bedeckt, wodurch er vollkommen wind- und wasserfest wird; auch fällt er nach außen sehr wenig auf, wozu, wie gesagt, schon ohnehin die Lage viel beiträgt. - Für den Rauch - Abzug ist durch eine Oeffnung gesorgt, welche sich stets nach der abfallenden Seite hin, unter dem flachen Dach, befindet. Merkwürdig ist noch, daß die Thür - Oesfnung nach unseren Begriffen noch am ehesten an ein Dachfenster erinnert. Es kommt heute hin und wieder vor, daß ein Navajo - Haus in der Nähe einer Quelle oder eines sonstigen Gewässers errichtet wird. doch sind solche Fälle verschwindend selten. . r Die Stadt Lauenburg in Pommern ist von einem schweren Brandunglück heimgesucht worden, welches einen Schaden von über einer halben Million verursacht hat, Derselbe entstand in einem Hintergebäude des Bäckermeisters Koch in der Stolperstraße und bei starkem Winde wurden die Flammen den Nachbargebäuden zugetrieben, wobei 25 Gebäude vollständig niederbrannten, dabei der ganze Gebäudeblock von der Straße vom Kloster bis zur Gerberhofstraße bis auf zwei Gebäude. Besonders haben kleine Leute schweren Schaden durch den Brand ihrer Mobilien erlit-

The Eminent Kidney and Bladder Specialist.

fJl(j,Sj.6gfc-s: r S fs. at l-ao-W- J SCU1 ilL

The Discovercr of Swimp-Boot t Work la Eis Labcratory. There is a disease prevailing in this country most dangerous because so deceptive. Many sudden deaths are caused by it heart disease, pneumonia, heart failure er apopleiy are often the result of kidney disease. lf kidney trouble is ailowed to ad vance the kidney-poisoned blood will attack the vital organs, or the kidneys themtelves break down and waste away cell by celL Then the richness ot the blood the albumen leaks out and the sufferer has Brighfs Disease, the worst form of kidney trouble. Dr. Kilmer's Swamp-Root the new discovery is the true specific for kidney. bladder and urinary troubles. It has cured thousands of apparently hopeless cases, alter all other efforts have failed. At druggists in fifty-cent and dollar sizes. A sample bottle sent free by mail, also a book telling about SwampRoot and its wonderful eures. Address Dr. Kilmef & Co., Binghamton, N. Y. and mentien this paper. Ballon und Brieftaube in China. Schon lange Zeit wird die Brieftaube in den Dienst der Kriegführung gestellt. Dort, wo kein anderes Mittel der Verständigung bleibt über den Belagerungsgürtel einer eingeschlossenen Festung oder über ein von überlegenen räuberischen Horden insurgirtes Land, fliegt die Taube in raschem Fluge hinweg und bringt Meldungen, Berichte, ganze Skizzen, über die momentane Situation. Leicht hätte man die in China exponirten Posten der Europäer mit Brieftauben versehen, täglich hätten die- in Peking einaeschlossenen Gesandten Nachrichten geben können, und rhre zur Sicherheit doppelt abgeschickten und eventuell auf mikrophotographischem Weg verkleinerten Depeschen hätten, zweifellos ihr Ziel erreicht. Mit geringem Aufwande an Mühe und Kofien hätten Taubenstationen in Peking. in Taku und Tientstn. dann in Tschifu, Kiaotschau, Port-Arthur und Weihaiwei errichtet werden können. Mer bürgt dafür, daß die Operationen der verbündeten Mächte schlankweg gelingen. Wie leicht kann diese oder jene von ihnen besetzte Position cernirt und von der Außenwelt gänzlich abgeschlössen werden? Deßhalb wäre die Einleitung von Taubenposten bei den alliirten Truppen geboten. In Cbina und in Japan gibt es eine ganze Mcnce von Taubenarten, von denen eine Race für den Brieftaubendienst allerdings in sehr kleinem Umfange. Verwendung findet. Es wäre leictt und vortbeilhaft, die chinesischen Tauben nach vorhergcganener Schulung zu benutzen, denn das Ueberführen und Heimisch, machen unserer europäischen Brieftauben ist sehr zeitraubend, weil erst die anOrt undStelle ausgebrütetenJungen verwendbar sind. Während des deutsch - französischen Krieges wurden in Paris 63 Ballons hochgelassen, welcbe 400 Brieftauben aufnahmen. Nebst diesen Tauben verließen auf demselben Wege 91 Passagiere mit 2 Millionen Briefen die belagerte Stadt, und es mag h-er Erwähnung finden, daß von dieser stattlichen Anzahl 57 Ballons ihre Aufgabe vollkommen erfüllten; nur fünf fielen den Belagerern in die Hände, zwei sind verunglückt und verschollen. Dieses Resultat ist umso bemerkenswerther, als sich damals in Paris nur fünfzehn Menschen befunden haben scÄen. welöe aeronautische Kenntnisse besaßen. Man sollte sich diese Pariser Erfahrunaen jetzt in China zunutze macben. S?e:iell für den Fesselballon bietet sich jetzt auf dem chinesischen Kriegsschauplatz ein weites Feld der Thätigkeit: dcrt wo die Aufklärung so wichtig uno bei dem Mangel an Cavallerie fürrößere Verhältnisse fast unmöglich ist. Dabei fällt fckwer in's Gewicht, daß z die Chinesen den Alliirten keine Ballonabibeilung gegenüberstellen können, es fehlt ihnen an Luftschiffer - Officieren, an geschulter Mannschaft und an fertigem Material; deßhalb würde zu ren E.fclgkn, die der Feffe'bal.'on durch Reccgncsciren der Stellung, Stärke und Waffengattung) sowie der Bew:gungen des Gegners leistet, noch das moralische Element kommen, die heprimirende Wirkung auf die ckinesischen Truppen, welche die feindlichenVallons vor sich hoch in den Lüften sehen, ohne Kampfmittel zu besitzen, ihnen entsprechend entgegentreten zu können. Es wird für die chinesischen Anführer niederschlagend sein, wenn s. ihre Absichten, jede Umgebung und jehen Ueberfall durch die hochgestellten Observationsposien der Verbündeten verrathen sehen. JnTarnapolerschoßder Lakai Kasimir Zimski seine Dienstgeberin, eine junge Wittwe Namens Severine Kowalska. die mit ihm ein LiebeSverhältniß unterhielt, und tödtete dann sich selbst. Frau Kowalska hatte ihn entlassen und aus Rache verübte er die That, trotzdem zur Bewachung de? Frau ein Gendarm beigegeben war.

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