Indiana Tribüne, Volume 23, Number 332, Indianapolis, Marion County, 21 August 1900 — Page 7
xiöft Roman von M. E. Vraddon. (JortsehunJ.) Bit glauben also nicht, daß er sich selbst erschossen hat?- fragte der Baron. O, daran ist nicht zu d.nken. dcch darüber können wir gleich Gewißheit erlangen. Wenn er sich selbst erschoß, muß die Waffe ganz in der Nähe licgen. Holt ein loses Brett aus den: Pavillon und bettet die Leiche darauf befahl er den beiden Dienern. Das Brett wurde gebracht. Die Diener hoden die Leiche Lainberts vom Boden auf und legten sie auf die Planke. as schöne Gesicht des Hingeschiedenen, das dem mondhellen Nachthimmel zugekehrt war, zeigte die Spuren des jähen Todcskampfes. Der Baron und der Oberst durchstöberten das schlüpfrige Gras am Rande desPfuhles und tasteten ln dem Blattergewirr der Farren umher, doch ohne Erfolg. In einem ziemlich weiten Umkreise um die Leiche war nirgends eine Waffe zu entdecken. Mittlerweile war auch der Polizeibeamte mit dem Diener, der ifcrt geholt hatte, eingetroffen. Der Polizist schrieb das Verbrechen einem Wilddieb zu. Die Bahre mit ihrer schauerlichen Last wurde in die Wohnung des Versterbenen getragen. Alles war so ruhig vor sich gegangen, daß die Kunde von d;m Vorfc.II noch nicht über den Vereich des Parkes hinausgedrungen war. .Es wird eine Todtenschau stattfind?n." reite Horaz Oliven, und ich werd: mein Zeugniß abgeben müssen. Ich möchte nur wissen, welche Fragen man mir vorlegen wird Äus dem Wohnzimmer des Versiorbenen schimmerte ein matterLichtstrahl. Das Gartenthor war geschloffen, doch der vorgeschobene Riegel war leicht zurückzuziehen. Die Träger machten mii ihrer Bahre Halt, ehesie den Gart?n betraten, und d:r Polizeidiener näherte sich dem Barm, um mit ihm zu spre- ' chen. Wo5nt Jemand in diesem HäZ chen?" siegle 'er. Ja, Lambert hotte sich einen hc'S blödsinnigen Menschen, Tom Rock, zur Bedienung angenommen." So ist es wahrscheinlich dieser Mensch, der das Licht brennen hat. ?ch werde hineingehen, um mit ihm sprechen. Warten Sie hier, bis ich wieder hcrauskomme gebot er den Trägern der Bahr:. Der Polizeidiencr öffnete die nur eingeklinkte HauZthür und trat in das Vcrderzimmer. Auf dem Tische stand ein Leuchter mit einer brenncndenStearinkerze, dan:b.'n eine halb mit Branntwein gefällte Flasche und ein Glas, aber das Zimmer war leer. Der Pclizeidiener zcg sein: Schuhe au- und schlich die Treppe hinauf. Das obere Stockwerk enthalt zweiRäume, ein ziemlich großes, hübsch eingerichtetes Zimmer und eine Kammer. In dem Zimmer befand sich Niemand, die Thür zu der Kamm:? war nur anzelebnt, und der Jcamt: hörte den regelmäßigen Athem eines fest Schlafenden. Er klopfte. J&ei ist da?" fragte eine Perscn in der .Kammer, sich vom Bett erhebend. Sind Sie es. Herr Lambert?" ..Nein." erwiderte der Polizeidienrr. ich bin es, Rcbert Dork aus Melsing. Ich habe mit Ihnen zu sprechen." Ist was vorgefallen?" a. Wilddiebe?" Vielleicht, aber beeilen Sie sich, Freund." Gleich, gleich, ich will mich nur anzichcn." Der Polizeidiener sah zu, wie Tom seine Sachen zusammensuchte und sich ankleidete. Einige Minuten späte? erschien Tom. Um welche Zeit hat Ihr Herr da? Haus verlassen?" fragte Dork. Es schlug gerade halb acht, als er fortging." Und seitdem habün Sie ihn nicht wieder gesehen?" Nein, er sagte mir, er würde spät nach Hause kommen, ich brauchte nicht auf ihn zu warten. Aber ist denn etwas Schlimmes passirt?" Dork würdigte den Schwachsinnigen keiner Antwort. Er ging vor die Thür und winkte den Trägern, in's Haus zu kommen, und si: brachten die Bahre in das hübsche, freundliche Zimmer, in dem Georg Lambert wenige Stunden zuvor rauchend und trinkend gesessen hatte. Doctor Harper. der Arzt aus dem nächsten Dorfe, ordnete an, daß die Leiche auf zwei nebeneinandergerückte Tische niedergelegt werde. Er ist seit ungefähr einer halben Stunde ioH." erklärte Doctcr Harper nach einer kurzen Untersuchung der Leiche. Der Schuß wurde von hinten auf ihn abgefeuert, doch ist die Kugel ihm nicht bis in's Herz gedrungen, sonst hätte keine Blutung stattgefunden. Vor dieser Untersuchung hatte Toctor Harper dem Polizeidiener geholfen, dem Ermordeten Rock und Weste aus zuziehen.- Der vordere The'.l der Weste war von dem Blut getränkt, das dem Ermordeten aus Nase und Mund ge- ' flössen war. Dorks Aufgabe war es. diese Kleidungsstücke einer genauen Durchsicht zu unterwerfen. Er wendete zuerst die Taschen des Rockes und der Weste um. In der einen Rocktasche fand er einen Beutel mit etwas Silber-
geio. m oer anveren eine 'zervrocr.ene Meersckaumpfeife, in einer der Westentasche'n die silberne Uhr des Verstorbenen. Unter allen Dingen war nichts, das Licht auf den gehcimnißvcllen Mord zu w fen geeignet war. Der Polizeidiencr hatte noch die Weste in der Hand, im Begriff, das blutgetränkte Kleidungsstück umzukehren, denn während er dessen Taschen geleert, hatte er einen dickeren Gegenstand unter dem Futter gefühlt, einen Gegenstand. in dem er ein zusammengefaltetes Papier vermuthete, doch war es ihm noch nicht gelungen, es hervorzuziehen. Plötzlich stieß er einen unterdrückten Ausruf der Ueberraschung aus. Er hatte die Lösung des Räthsels gesunden. Das Papier war zwischen Futter und Oberzeug eingenäht. Das Futter näher betrachtend, entdeckte er. daß ein Stück der Naht mit gröberen Stichen und einem Faden von anderer Farbe genäht war, als dem zu den übrigen Theilen der Weste benützten. Erwartungsvoll trennte er die Nah! auf und zog das Papier heraus, das so blutbefleckt war, daß die darauf erkennbaren Schriftzüge für den Augenblick unlesbar.waren. Ich will vorläufig noch nichts davon sagen, es mitnehmen und später dem Kronanwalt zeigen," dachte er, der wird schon wissen, was er damit anzufangen hat, und wenn etwas Besondercs dabei herauskommt, werde ich vielleicht für meine Bemühung belohnt." Während der ganzen schauerlichen Scene hatte der Schwachsinnige alles ruhig beobachtet. Verstohlen waren seine Blicke unter den buschigen Brauen von einem Gesicht zum anderen gewandert. Niemand beachtete ihn. und nachdem der Polizeidiene? sich bei ihm erkündigt hatte, wann der Ermo:dc!e seine Wohnung verlassen, wurde keine Frage mehr an ihn aeriöt. Haben Sie etwas gefundenLork?" rief der Baron, als der Polizeidiener aus dem Hause trat und sich zu den draußen Harrenden gesellte. Nichts Besonderes, Herr Baron. Ich muß jetzt wieder in's Dorf zurück. Wenn Sie Jemand hier wachen lassen wollten?" .Ja, ja," erwiderte Anton von Mellis, einer meiner Diener soll hier bleiden." Ich will nur noch rasch die Namen der Zeugen aufschreiben, die bei der Todtenschau zu vernehmen sind, und morgen bei Zeiten den Kronanwalt aufsuchen." Ach ja. die Zeugen. Wen brauchen Sie?" Zunächst Tom Rack, denn er scheint der Letzte gewesen zu sein, der den Verstorbenen noch am Leben gesehen hat, ferner den Herrn, der die Leiche entdeckt, und den Kutscher, der gleichzeitig mit ihm den Schuß gehört hat. Wo ist der Herr nur ? Mein Gott, er ist verschwunden. und er muß unbedingt vor dem Kronanwalt erscheinen." Vor einer Viertelstunde war er noch hier." versicherte Oberst Maddison. Weiß Jemand, wo er ist?"
Nein. Niemand wußte etwas von ihm. Er war so geheimnißvoll erschienen, als wäre er der Erde entstiegen. um mit oer cyreaensiunoe. ote er brachte. Entsetzen und Verwirrung zu rerbreiten. Einer der Anwesenden erinnerte sich, daß Richard Travis. der Kutscher aus dem Gasthof zum Rennthier, den Eapitän gefahren und von ihm den Befehl erhalten hatte, am nördlichen Thor des Parkes mit dem Wagen auf ihn zu warten. Der Polizeidiener lief zu jener Stelle, aber das Gefährt sammt dem Kutscher und dem Eapitän waren fort. Wenn Sie mir eines Ihrer Pferde und einen Wagen anvertrauen wollen. Herr Baron." redete Dork den rathlosen Gutsbesitzer an, werde ich nach Doncaster fahren, vielleicht kann ich den Herrn im Rennthiergasthof auffinden. Seine Aussage ist unerläßlich." Anton von Mellis war mit diesem Plan einverstanden. Er ließ einen seiner Diener in Gesellschaft Tom Racks bei dem Todten zurück und trat mit Oberst Maddison den Heimweg an. Es schlug zwölf, als sie das Schloß erreichten. Wir wollen den Damen nicht mehr von der Geschichte erzählen, als unumgänglich nöthig ist." sagte der Baron zu seinem Begleiter. Wir regen sie nur unnütz auf, wenn wir ihnen die volle Wahrheit berichten." Ueber das seltsame Verschwinden des Eapitäns dachte Anton von Mellis nicht weiter nach. ' Er kannte denMann nur als den Ueberbringer einer Botschaft, die ihn in tiefster Seele erschüttert hatte. Daß gerade dieser Lambert. gegen den er eine so unüberwindliche Abneigung empfunden, von unbekanntt Hand geheimnißvoll ermordet worden war, war ein so wunderbares, so schauerliches Ereigniß, daß es ihn für einige Zeit aller Denlkraft beraubte. Wer hatte diesen blutarmen Taugen'chts getödtet? Wer konnte einen Beweggrund zu dieser That haben? Wer? Der kalte Schweiß trat ihm auf die Stirn. Wer hatte dieses Verbrechen begangen? Das Werk. eines Wilddiebes war es nicht. Lambert war erst seit einer Woche auf dem Gutshof und hatte weder Zeit noch Gelegenheit gehabt, sich verhaßt zu machen. Wer also hatte die Tyat begangen? Das Werk nnes Wilddiebes war sie ganz bestimmt nicht. Nur eine Person gab es. die einen Beweggrund hatte, den Menschen .loswerden zu wollen:
Nr.dicma Tribune, Tienftag,
eine Perion, zur'Äer?wcwu'ng gerne den, durch unerträgliche Seelenpein, vielleicht unentrinnbar in das höllische Netz verstrickt, mit dem ein Schurke sie umgarnt, mochte in einem Augenblick des Wahnsinns . Nein, selbst angesichts jeden Beweises, den die Erde bieten konnte, wider alle Vernunft, wider das eigene Urtheil und allem zum Trotz, was er mit eigenen Augen gesehen. mit eigenen Ohren gehört hatte, würde er immer behaupten, was er jetzt behauptete: Nein, es ist unmöglich! Sie war unschuldig! Sie hatte ihrem Mann in's Gesicht geblickt, das klare Licht ihrer strahlenden Augen war ihm wie ein elektrischer Strom in's Herz gedrungen, und er hatte ihr vertraut. Ich will ihr auch bis an's Ende vertrauen." sagte er sich. Wenn alle lebenden Geschöpfe auf dieser weiten Erde ihre Stimmen zu einem einzigen Schrei der Anklage vereinigten, würde ich ihr unentwegt zur Seite stehen und ihnen Trotz bieten." Honora und Irma waren in ihren Sesseln eingeschlummert. Frau von Walter aber ging leise auf und ab, der Botschaft harrend.die ihr eine genauere Kenntniß von dem Verderben brachte, daß dieses einst so glückliche Heim getroffen hatt:. - Ba dem Geräusch der Schritte ihres Mannes, der jetzt das Zimmer betrat, sprang Honora von ihrem Sessel auf. Ach, Tony," rief sie, ihm entgegeneilend und ihm die Hand auf seine Schulter legend, Gott sei Tank, daß Du wieder zurück bist. Erzähle mir alles. Tony, ich bin auf alles gefaßt. Es ist kein gewohnlicher Unfall. Der Mann, den der Schuß " Ihre Augen standen weit offen, und der auf ihn gerichtete Blick sagte deutlich: Ich kann mir denken, was gescheben ist." Der Mensch ist schwer verwundet, Nora," erwiderte der Baron aelassen. Welcher Mensch?" Der mir von Patrick empfohline Gestütsaufseher." .Honora blickte den Baron schweigend an. Ist er todt?" fragte sie nach einer kurzen Pause. .Ja." Ruhig kehrte sie zu dem Sessel zurück, aus dem sie sich erhoben hatte. Es thut mir leid um ihn." sagte sie. Er war kein guter Mensch, und ich bedauere, daß ihm keine Zeit ver-' gönnt war. seine Schlechtigkeit zu bereuen." Sie kannten ihn also?" fragte Irma Maddison. Ja, er stand vor einigen Jahren in meines Vaters Diensten." Schon seit elf Uhr wartete der Wagen des Obersten, und Irma war nur zu froh, sich von Honora und dem Baron verabschieden und nach Hause fahren zu dürfen. Anton von Mellis durchmaß mit langsamen Schritten das Wohnzimmer, in dem es jetzt sehr still geworden war. Honora starrte zerstreut vor sich hin und Frau von Walter arbeitete emsig an ihrer Stickerei. Die Wittwe hielt es für ihre Pflicht, hin und wieder eine Bemerkung zu machen und sprach ihr Bedauern über die unangenehme Katastrophe im Park aus. besonders häufig kam sie auf den Umstand zurück, daß die Baronin zur Zeit des Mordes in den Anlagen war. Es thut mir nur leid, gnädige Frau, daß Sie gerade um die Stunde draußen waren." sagte sie, und nach der Richtung, in der Sie von hier fortgingen, müssen Sie sich ganz in der Nähe der Stell: befunden haben, wo den unglücklichen Menschen der Tod ereilen sollte. Wie peinlich für Sie, bei der Todtenschau zu erscheinen." Bei der Todtenschau erscheinen?!" rief der Baron, stehen bleibend, und die Wittwe zornig anblickend. Wer sagt, daß meine Frau vor dem Todtenschaugericht zu erscheinen haben wird." Ich hielt es nur für wahrscheinlich. oan Es ist nicht Ihre Sache, so etwas für wahrscheinlich zu halten." erwiderte der Baron ziemlich unhöflich. Mein: Frau wird nicht erscheinen. Wem sollte es einfallen, Sie vorzuladen? Was hat meine Frau mit dieser Angelegenheit zu schaffen, oder was kann sie mehr davon wissen, als Sie oder ich oder irgend ein Anderer im Hause?" . Ich glaubte, daß die Frau Baronin durch ihre frühere Bekanntschaft mit dem Unglücklichen vielleicht im Stande wäre, einigeAufklärungen über die Gewohnheiten und die Beziehungen des Verstorbenen zu geben." Frühere Bekanntschaft!" brüllte der Baron. Welche Bekanntschaft sollte meine Frau mit dem Stallburschen ihres Vaters gehabt haben welches Interesse könnte sie an seinen Gewohnheiten und Beziehungen haben?" ' Weshalb, ereiferst Du Dich über diese Geschichte so sehr, mein guter, ungestllmer Tony?" fiel ihm Honora in's Wort. Wenn ich als Zeugin vorgeladen werden sollte, werde ich alles aussagen, was'ich von dem Tode Lamberts weiß, was nicht mehr ist. als daß ich einen Schuß fallen hörte, während ich in den Anlagen war." ' Honora war sehr blaß, aber sie sprach mit einer ruhigen Entschlossenheit, das Schlimmste, was das Schicksal für sie noch in Bereitschaft halten mochte, muthig auf sich zu nehmen. Frau von Walter stand auf, legte CHii40t r ,, 4tYti9 0s 2 . i tiit wnnn it im flinnuji aivtUB körbchenund entfernte sich vnxt einem
den 21. August 1900.
i'eqe gqtuumen: Hute Nacht, rnetn Herrschaften." Gott sei Dank, daß sie endlich fort ist!" rief Anton von Mellis. als die Thür sich leise hinter der Wittwe schloß. Ich hasse diese Perscn. Nora. ich hasse sie. und es wird mir nicht mehr lange möglich sein, ihre Anwesenheit zu ertragen." Mein armer Tony!" sagte Honora mit leiser sanfter Stimme, deren schwermüthige Zärtlichkeit ihrem Manne tief zu Herzen ging, wie glücklich waren wir eine kurze Weile zusammen, wie sehrglücklich!" Immer, meine süße Nora. immer, immer." Nein, nein! Nur eine kleine Weile. Welch ein grauenvolles Verhängniß hat uns verfolgt! Welch ein Fluch lastet auf mir! Der Fluch des Ungehorsams. Anton, der Fluch des Himmels für meinen Ungehorsam. Denken zu müssen, daß dieser Mensch hierher geschickt wurde und " Heftig zitternd schmiegte sie sich, wie Schutz suchend, an des Barons treue Brust. Anton von Mellis führte seine Frau in ihr Zimmer, sie der Obhut ihres Kammermädchens übergebend, und zog sich in das anstoßende Kabinet zurück. Tief bekümmert warf er. sich in einen Sessel, sich fragend, ob Honora und er je wieder miteinander glücklich sein könnten, in banger Furcht, daß die un hcilverkündende Wolke, die drohend an ihrem Horizonte aufstieg, nie wieder verschwinden werde. Ich bin nicht gut genug gewesen, ich habe mein Glück nicht verdient." seufzte er, sein (öestcht :n den özanren vergrabend. rJ k 6.Capitel. Erst gegen zwei Uhr Morgens erreichte der Polizeidiener Robert Dork die Stadt Doncaster und das'WirthsHaus zum Nennthier, das schon seit mehreren Stunden geschlossen war. Nicht ohne Mühe verschaffte er sichEinlaß und Gehör bei dem verschlafenen Wirth. Der Kutscher, welcher den Capitcin nack, Mellishof gefahren hatte, wurde gleichfalls geweckt, um dem Beomten Rede zu stehen. Er hatte den Fremden. dessenNamen er nicht kannte, nach dem Bahnhof bringen müssen, wo der Seemann den schon nach wenigen Minuten abgehenden Zug bestieg. Das war die ganze Auskunft, die Dork erlangen konnte. Weshalb in aller Welt hat dieser Mensch sich nur so schnell aus dem Staube stacht?" brummte der unerfahren.: -nUiche Beamte. Ra. es wird i u ' ,ne ihn gehen. Sie werden ziemlia? dasselbe aussagen können, wie er," wendete er sich an den Kut scher. Sie hörten den Schuß auch und waren nicht weit von der Stelle, wo er die Leiche fand, und Sie werden vor dem Kronanwalt alles zu erzählen haben, was Ihnen von dem Vorfall bekannt ist." Es war ein unbeschreiblich trauriger Tag, welcher der Mordnacht folgte. Honora lag auf dem Sopha in ihrem Zimmer, den Kopf in die Kissen gedrückt, in dumpfer Betäubung und zu Tode erschöpft. Der Baron erschien jeden Augenblick, um nachzusehen, wie es ihr gehe. Eine Menge von Besuchern war herbeigeströmt, denn die Kunde von dem schauerlichen Ereigniß hatte sich mittlerweile meilenweit im Umkreise verbreitet. Der Schloßherr konnte den Neugierigen nur versichern, daß auch 'ür ihn das Verbrechen in ein ebenso großes Geheimniß gehüllt sei, wie für alle Anderen. Hatte Jemand einen Beweggrund für diesen Mord?" Das war die Frage, die alle wiederholten. Wie konnte er ihnen antworten? Wenn auch 20 Personen einen Beweggründ gehabt haben mochten, Lambert bei Seite zu schaffen, so konnte doch die 21. Person, der jeder Beweggrund zu dem Verbrechen fehlte, die That begangen haben. Der Baron wünschte, das Verhör vor dem Kronanwalt wäre erst vorüber, damit er mit Honora fortziehen und die liebe, alte Heimatb verlassen könne, die ihm verhaßt war, seit. Lambert ihre Schwelle überschritten hatte. Wenn die Verhandlung vorüber ist, gehen wir nach dem Süden Frankreichs," sagte er zu seiner Frau. Du sollst den Schauplatz all dieser schmerzliehen Erinnerungen verlassen. Das Vergangene sei vergangen. Wir wollen das Leben von neuem beginnen." Gott gebe, daß wir' das thun können," erwiderte Honora ernst. Ich kann nicht sagen, daß ich den Tod diefes Mannes bedauere. Wäre er vor zwei Jahren gestorben, wie ich glaubte, wie vielen Kummer würde er mir erspart haben!" Der Baron konnte den krankhaften Wunsch nicht unterdrücken, einen Blick auf die leblose Gestalt des Mannes zu werfen, dessen Anwesenheit ihn mit einer so eigenthümlichen Unruhe, einer so unerklärlichen Angst erfüllt hatte. Der Schwachsinnige lehnte cm Gartenzaun, und einer der Reitknechte stand vor der Thür des TodtenzimmerS. Morgen früh um 10 Uhr 'wird die gerichtliche Leichenschau im Goldenen Löwen'stattfinden." sagte der Baron zu den Beiden. Sie. Tom, werden vor dem Kronanwalt Ihre Aussagen zu machen haben." .... (Fortsetzung folgt.) Philip und Leo M. Rappaport, Ad. vrkaten, Zimmcr 730 und 731 Law Building. SicucS Telephon 3345..
Täglicher Marktbericht. Vichmarkt. Indianapolis Union Vichhöfe, 21. Aug. Rindvieh. Auserlesene bis prima Slicre, 1350 Pfd. und
aufwärts $5.40 Gute bis mittlere Stiere 5.75 135 Pfd. und aufwärts Auserlesene bis prima Slicre 1150 bis 1300 Pfd 5.00 5.40 4.90 5.35 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Pfd. Stiere.... 4.75 5.1g Mittlere bis ernte Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 4.50 Gute bis gewählte Rinder. 4.25 Mittlere bis gute Rinder. 3.65 Gewöhnliche leichte Rinder 3.00 Gute bis gewählte Kübe.. 3.75 Mittlere bis gute Kühe.. 3.40 Gewöhnliche alte Kühe.. 4.75 Kalber 4.00 Schwere Kälber 3.00 Prima bis fancy Export Bullen 3.90 Gute bis gewählte Schlich tcr Bullen 3.50 Gewöhnliche bis gutcBullcn 3.75 Gute Kühe mit Kalb $35 GcwöhnlichcKühe mit Kalb 15 Schweine. Gute bis gewählte, mitt lere und schwere $5.25 5.00 5.00 4.40 3.50 4.35 3.C0 3.00 6.25 5.00 4.25 3.75 3.85 56 30 5.30 5.25 5.37 5.30 5.37 5.15 Gemischte. schw.Packing 5.20 ! Gute bis gewählte leichte 5.30 Gewöhnliche leichte 5.25 3.50 4.75 Pigs Roughs Schafe. Spring Larnbs $5.25 Gute bis gewählte Schafe 3.00 Gewöhnliche bis mittlere 5.75 4.50 Lämmer Gute bis gewählte Jähr linge Gewöhnliche bis mittlere Jährlinge Ordinäre bis gute Schafe Böcke, per 100 Pfd 3.25 3.75 4.75 5.25 3.25 2.50 2.00 3.75 3.25 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, $1.25 per Crate, 6 Köiben; C0c C5c für i Bushel Korb. Tomatocs, einheimische, 30c per Bushel. . Orangen, California Navcls 4.00. Citronen, $5 für 300; 5.50 für 360. Aepfel, neue, 50c-75 per Bushel Box. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln. Persische 5c-ec per Pfund. Kokusnüsse. 3.50-4.00 per 5)undcrt. Ananas, 3.50 per Case 30-36. Johanncsbccrcn, 1.00 per Case. Rotbc Pflaumen, 4.00 per 24 Ot. Case. Wassermelonen. 514 per Hundert. Brombeeren, 1.25 per Case. Cantcloupcs, 75c per Crate; südliche Indiana 25c per Korb; Dockers Littel Gcms 25c per Korb. Trauben, Alabama, per Case von Körben $1. Heidelbeeren, 1.75 per 1 Qt. Case. N eue Gemüse. Kraut, 25c per Faß. Radieschen, 15c per Dutzend Bunches. Zwiebeln, 8c per Dutzend Bunches; Neue Bermuda 2.00 per Crate; Neue Louisiana $4 per Faß. Rothe Rüben, 15c per Dutzend. Gelbe Rüben, 75c per Dutzend Bun ches. Gurken 20c per Dutzend. Neue Kartoffeln, 35c per Bushel. ' Sommer-Celery, 15c per kl. Bunch. Korn, 3c per Dutzend. Alte Gemüse. Parsmvsz.25 per Faß. Squsyes, 518-22 per Tonne. Kartoffeln. Burbanks und runde weiß 42c per Bushel. Zum Berpndt bere: 5c mehr. Zwiebeln, Gelbe Denvers u0c per Ausfiel, rothe Globe 75c; weine Globe $2 per Faß. Weine Rüben. Unaewaschene 1.251.50 per Faß; gewaschene 1.50-1.75; Canada Rutabagas 1.10-1. 2s pcran Rothe Rüben, 51.25 per Faß. t Geräuchertes Fleisch. Suaar Curcd Schinken Erste Ouall tät: 20-18 Pfund ; 15 Pfund 12c; 12-10 Pfund 12zc; Zweite Qualitä fWl8'.N?imd : 15 Pfund 114c; 12 Pfund 12c; 10 Pfund 12c. Californische Schinken 6 bis 8 Pfund 8c; 10 bis 12 Psund 8c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer Cnglish Cured -14c; gewählter Sugar Cured 13zc; 0-7 Pfund im Durchschnitt 12jc 8 bis 9 Pfund im Durchschnitt c; 10 bis 12 Pfund, im Durchschnitt 11c 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 11c 6 Pfund im Durch chnitt, schmal, llc Sveck. i?nal. Gewählter. 8 bis 10 Dfund im Durckscknitt. lllc; 10 bis 12 Pfund im Durchschnitt, 10Zc. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf im Durchschnitt, 9c; Klare Seiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 9c; Klare Bellies. 25 bis 30 Pfd., c; 18 bis 22 Psd., 10c; 14 bis 16 Pfd., 101c; Klare Rücken. 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 9$c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 10c. Schultern. Enal. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt, e; 16 Psund
im Durchschnitt, 94c; 10 bis 12 Pfund
95c. Gedörrtes Rindfleisch, Schinken, reg. Sets, 13c; Außenseiten 10k; Innen eilen 15c; Knöchel 15c.Schmalz, in Tierces, 1. Qualität 8c; 2. Qualität Sfe; 3. Qualität Sie Gcrcckcltes Schweinefleisch, Knochen oscs Zvanctz Pia 517.75: Klares Bean 17.25: Family 16.25; Short Clear 5.75; Rumpf 15.75. Würste, Geräucherte Bratwurst 74c; Frankfurter 74c: Wicnerwurst 74c; Knackwurst 7c; Bologna in Därmen 6jc,in Tuch 6c. Butter, Eier und Geflügel.' Händler bezahlen folgende Preise : Butter, frische, 12c Eier, 10c per Dutzend. Hühner 7c, Spring Chickens 7c Pfd. Turkcy Hennen 6c, junge Hähne 5c, alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Ttzd. Getreide. Wenen-No. 2 rotbcr 73c auf den Geleisen, 73c von der Mühle ; Ro. 3 rother 69-71c; August 73c auf den Geleisen; agcnwelzen 73c Korn-Ro. 1 wein 412c: No. 2 weik 44Zc; No. 3 weiß 41Zc; No. 4 weiß 38i-40Zc; No. 2 weil; gemischt 40Zc; No. 3 weiß gemischt 40Zc; No. 4 weiß gemischt 37f-39c; No. 2 gelb 411c; No. 3 gelb 41jc; No. 4 gelb 38-40jc; No. 2 gemischt 40Zc; No. 3 gemischt 40c; No. 4 gemischt 37f-39c; an Kolben 41c Vafer-No. 2 meiner 244c: No. 3 weißer 234c; No. 2 acrnischtcr 22c: No. 3 gemischter 24$c Heu-altcs No. 1 Timotlnz 13.0014.00: neues No. 1 Timotbn 511.50- - 112.50; altes No. 2 Timothy 12.0012.50; neues No. 2 Timothy 11.0011.50. Groccricö. Zucker Dominocs 6.67c; Stückzucker 6.82c; pulvcrsirtcr 6.52c; XXXL pul vcrisirter 6.57c; Standard granulirter 6.42c; feiner granulirter 6.42c; granu lirter in 5 Pfund Säcken 6.52c; granu lirtcr in 5 Pfund Cartons 6.52c; extra feiner granulirter 6.52c; Cubcs 6.57c; Mold A 6.67c; Confectioncrs'A 6.22c; 1 Columbia A-Keyüone A 6.07c; 2 WindsorA-Amcrican A 6.04c; 3 Ridge wood A-Centcnnial A. 6.07c; 4 Phönix A-Calisornia A 6.02c; 5 Empire AFranklin B 5.97c; 6 Ideal Cxtra Gol den C-Keystone B 5.87c; 7 Windsor, Extra C-American B 5.77c; 8 Ridge' wood cxtra C-Ccntcnnial B 5.72c; 9 gelber cxtra C-California B 5.67c; 10 gelber C-Franklin cxtra C 5.62c; 11 gelbcr-Kcystone cxtra C. 5.57c; 12 gclbcr-Amcrican extra C 5.52c; 13 gel bcr-Centennial crtm C 5.52c; 14 gelber -California cxtra C 5.52c; 15 gelber 5.52c; 16 gelber 5.52c. 5Zaffce. . Folgendes sind die Indianapolis Preise : Gcwchnl. bis guter 12c-18c; prima bis gewählter 20-22c. Fancy 26-27c; Golden Rio 23-26; Java 28-31c. In Packctcn: Aiiofa $13.25, Lion 12.25, Jersey 13.25, Caracas 12.25, Tillworth's 13.25, Dutch Java Blcnd 16.00, Mail Pouch 12.25, Gates Blendcd Java 11.75. Käse. Engros. Vcrkaussprcise, Jmportirter Schweizerkäse 27c per Psund; einher Mischer Schweizcrkäse 17c; Wisconsin Cream Käse 10c-12c; New York Ched. dars 12$c; einheimischer Limburgcr 12c; Brick 13c. Sämereien. Kaufpreise: Klcesamen, Rother, .Z4-.Z4.25; eng. lischer, je nach Qualität $4-4.50; Al syke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6.00 per Bushel. Timothy $1.20-$1.30. Tctail.Preise : Klcesamen, alter, prima, $4.75; neuer $5.00. Timothy, gewählter $1.50; prim $1.45. Blue Gras, Fancy Kcntucky $1.25 pe, Bushel; cxtra reines 65-75c per Bushel, Kohlen. Tonne Yt Tonne Anthracits $7.00 3.65 Pittsburg 4.25 2.25 Kanawha 4.25 2.25 Winisrede 4.25 2.25 Raymond City 4.25 2.25 Jackson 4.25 2.25 Brazil Block 3.25 1.80 Island City Lump u. Egg 3.00 1.65 Indiana Lump 3.00 1.65 Island City Dornestic Nut 2.75 1.50 Mine Run .. 2.75 1.50 Slack 2.00 1.15 Bloßburq 5.00 2.65 Rauchlose 4.50 2.40 Lump Coke 11c per Bushel. $3 per 25 Bushel. Zerkleinerter Coke 12c per Bushel. $3 per 25 Bushel. Wolle. Folgendes sind die Preise für Wagen ladungen : Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20c; feine Merino 15 17c; ungereinigte, ton 3c bis 5c N'enirr; 'uberge wasch ene 2L-30c.
