Indiana Tribüne, Volume 23, Number 331, Indianapolis, Marion County, 20 August 1900 — Page 2

I Jndiana Tribüne, Montag, den 2. August 1900.

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Das Lazarethschiff Vera" J Wilhelmshaven, Anfang Nugust. ? Während in Bremerhaven sich die Ausreise der großen TruppentransPorte vollzog, wurde im hiesigen Kriegshafen für die ostasiatische Flotte die Ausrüstung deI LazarethschiffeZ cra" bewirkt. Während die zum Truppentransport dienenden Dampfer des -Nordd. Lloyds und der HamburgAmerika Linie sich in ihren Einrichjungen nicht von den mit den Seebataillonen unterwegs befindlichen Schiffen Frankfurt- und WMrfrnd" unterscheiden, bietet die Einrichtung und Ausrüstung des Lloyddampfers Gera" als Lazarethschiff allgemeines Interesse. Die Gera ist ein Passagierdampfer von 6000 Reg. Tonnen und 2200 Pferdekräften, der bisher auf ler australischen Linie verkehrt hat, dahe? für den Tropenaufenthalt schon an und für sich eingerichtet ist. Seine Wahl ols Lazarethschiff ist aus diesem Grund schon eine durchaus zweckmäßige. Die Einrichtung ist aus schließlich nach den Dispzsitionen des Chefarztes. Oberstabsarzt 1. El. Dr. Arendt getroffen und das Reichs-Marine-Amt hat die Arbeit des Leiters des Hospitalschiffes durch Bewilligung von Geldmitteln in wahrhaft generöser Weise unterstützt. Tr Salon 1. Kajüte, der schönste und luftigste Raum im ganzen Schiff, ist als Operctionszimmer eingerichtet, wo sich durch das Oberlicht und die großen Seitenfenster ein gleichmäßiges Licht verbreitet. In dem Raum selbst befindet sich ein Röntgcnapparat größter und vollkommenster Construktion von Siemens & Halske zur schmerzlosen Untersuchung von Verwundeten. An der Backbordseite des Operationsrauines liegt, durch eine Holzwand getrennt, der Raum für Verbandstoffe, welcher mit den neuesten Mitteln ausgestattet ist. sowie der Raum zur Aufdewahrung der chirurgischen Jnstrumente. Die von dem Operationszimmer durch eine dichte Holzwand getrennten Kammern 1. Kajüte sind mit geringen Ausnahmen in Krankenkammern für Offiziere umgewandelt und zwar ist aus den Kammern mit Doppelkojen die obere entfernt. Sammt liche Eingänge zu diesen Kammern münden außen. An der Backbordseite hinter den ' Krankemäumen ist die Schiffsapotheke eingerichtet, die von dem hiesigen Ctationslazareth mit den neuesten in den Kliniken unserer Universitäten erprobten Mitteln und Arzneiformen ausgestattet und von dem Apotheker Dr. Grathe vom hiesigen Ctationslazareth verwaltet wird. Vor der Apotheke liegt ein kleines Laboratorium zur Vornahme von chemischen und bakteriologischen Umersuchungen.

Die Hauptlazarethräume liegen im Zwischendecke vor und hinter den Ma-schinen-und Kesselräumen und zeichnen sich durch reichliches Licht und gute Ventilation aus. Die drei Niedergäuge zu diesen Räumen sind mit Fahrstühlen versehen, sodaß Schwerkranke nach unten transportirt werden können. Das Lazarethschiff ist für 300 Kranke eingerichtet. Für Schwerkranke sind 200 Schwingeöetten aufgestellt, die in Reihen mit genügend breiten Gängen stehen und in erster Linie belegt werden, während man sich der feststehenden Betten erst im Nothfalle bedienen wird. Die auf dem Hinterdeck als Campagne ausgebildete 2. Kajüte ist quasi als Jsolirbaracke für ansteckende Krankheiten zu betrachten. Hier stehen 6 Schwingebetten. Der in der Höhe des Oberdecks liegende Damensalon wird, sobald das Lazarethschiff in Aktion tritt, der Aufenthalt für reconvalescente Officiere, während der jetzige Rauchsalon 1. Kajüte das Speisezimmer für die Aerzte und den Capitän des Schiffes bildet. Alle Kranken- und zum Lazareth gehörenden Räume sind mit dickem Linoleum belegt und haben einen weißen Lackanstrich. Zur Lüftung einzelner Räume sind nicht weniger als 30 verstellbare Zimmerventilatoren vorhanden. Abgesehen von zahlreichen kleiuen Sterilisationsapparaten ist, oStn auf demAufbaudeck ein großer Dampfdesinfektionsapparat neuester Construktion aufgestellt, der namentlich zur Desinfektion von Kleidungsstücken und Wäsche dient. Vorn unter der Back ist ine vollständige photographische Einrichtung mit Dunkelkammer, und in demselben Schiffsraum auch eine Leichenkammer eingerichtet. Zur Erzeugung von Frischwasser ist ein kräftiger Meerwasserdestillirapparat aufgestellt und zur Herstellung von Eis und zur Conserbirung von FleischProviant eine Eismaschine von großer Produktionsfähigkeit vorhanden. Chefarzt des Lazarethschiffes ist. Wie schon erwähnt, der Marine - Oberarzt Dr. Arndt. dem auch gleichzeitig der Oberbefehl über das Schiff über- . tragen ist. . Es ist dies zwar eine unge--wohnliche, aber eine ganz gerechtfertigte Maßregel. Der Führer des Schiffes ist der Lloydcapitän v. Borell. ' Dem Chefarzt zur Seite stehen die Marine - Stabsärzte Dr. Nenninger für die innere Station und Dr. Wiemann für die äußere Station. Stabsarzt Nenninger hat erst vor kurzem ein zweijähriges Commando an der Universitätsklinik in Breslau beendet. Stabsarzt Wiemann war bis jetzt - Vorstand der chirurgischen Abtheilung des Knappschaftslazareths Königsbütte. Es ist außerdem eine gemischte Station für äußere und wnereErkran-

kungen ei?.Zc:lcht:!. Zum Stäbe des Sanitätscorps des Lazarethschiffes gehören ferner: Stabsarzt Dr. Gappel. Marine Oberassistenzärzte Dr. Fontane, Dr. Heinemann, Assistenzärzte Dr. Jftner und Dr. Günther. Außer einer Anzahl Sanitätsoffizieren und Mannschaften der Marine sind dem Chefarzt 42 freiwillige Krankenpfleger vom Rothen Kreuz zugetheilt. Die Kleidung der freiwilligen Krankenpfleger besteht aus dem Khakianzug mit Ledergürtel, weißer Schirmmütze, auf dem weißen Spiegel der Kragen ist das rothe Kreuz. Von einer weiblichen Krankenpflege ist abgesehen worden. Die einzigen an Bord eingeschifften weiblichen Wesen sind zwei ältere Frauen, die für die Instandhaltung der Wäsche zu sorgen haben.

Lluch eine asiatische Compagnie. Die ersten Anfänge deutschen Handelsoerkehrs mit China bestanden vor nunmehr 150 Jahren. In Berlin hatte sich eine Gesellschaft gebildet, die speciell mit Kanton regelmäßigen Verkehr pflegen wollte. An der Spitze dieses Unternehmens stand der später zum Geheimen Commercienrath ernannte Banquier Friedrich Wilhelm Schütze, der Besitzer des den heutigen Vewohnern der Reichshauptstadt als Ausflugsort allgemein bekannten Dorfes Schöneiche. Friedrich der Große, ,der sich für den Plan interessirte, gab im September 1750 seine Einwilligung, die Gesellschaft erbielt den Namen Asiatische Compagnie und sollte den Hauptsitz in Emden haben. Betreffs des Handelsverkehrs mit China war man sich aber nicht recht klar, man wollte. daChina keine Silberbergwerke hatte, Silber gegen Gold austauschen, das wieder gewonnen werden sollte durch den Austausch der Waaren mit Spanien. Zu diesem Zweck sollten aus Pommern, Preußen, Schlesien und Mecklenburg Holz. Pech. Harz. Hanf und Getreide bezogen werden, die man gegen Wein, Branntwein, Zucker, Kaffee, Oele, spanische Wolle u. s. w. umsetzen wollte. Vier Schiffe, die nach dem König und seinen Brüdern Friedrich. Wilhelm, Heinrich und Ferdinand den Namen zu führen bestimmt waren, sollten in Stettin gebaut werden und von Emden aus ins mittelländische Meer segeln. Aus dem Erlös dieser Waaren sollte dann der Verkehr mit China unterhalten werden. Trotz aller aufgewandten Mühe wollte das Unternehmen nicht vorwärts kommen, darum bewarb sich 1751 ein gewisser Heinrich Thomas Stuard um die Erlaubniß. jährlich zwei Schiffe von Emden nach Kanton zu senden und erhielt dieselbe vom Könige auf 10 nacheinander folgende Jabre. Jedes Schiff sollte die Länce von 140 Fuß haben und mit 30 40 Kanonen ausgerüstet sein, die Besatzung wurde mit 100 bis 110 Mann anzenzmmen. Die GelaTimtkosien waren auf rund 300.000 Thaler veranschlagt. Die erste Ausfahr! würd: auf December festgefet. Lon Neuem wurden Bekanntmachungen reröffentlicht und Zu? Betheiligung aufgefordert. In allen größeren preußischen Städten wurden Sammelstellen tu tet und Antheilscheine ausgegeben., selbst in' Hamburg, Bremens Frankfurt a. M. und Antwerpen waren Zneigbureaur errichtet. Die Höhe des Antheilscheines betrug 500 Thaler, zahlbar in Friedrichsd'or. Die Abfahrt des Schiffes verzögerte sich jedoch um einige Wochen, am 17. Februar 1752 segelte das erste Schiff, das den Namen König von Preußen" führte, nach China, speziell nach Kanton ab. Jetz: war die Begeisterung für die neneHandelsverbindung so groß geworden, daß die Prägung einer besonderen Denkmünze beschlossen 'wurde. Dieselbe war aus Silber und batte einen Werth von 1 Thaler 8 Groschen. Auf der einen Seite sah man das Brustbild des Königs mit der Unterschrift Friedericus Borussbum Nex. auf der anderen das Wappen der Compagnie, ein in die See gehendes Kauffahrteischiff. Ucb:r dem Wappen befand sich der preußische Adler mit Jnsiznien und dem Königlichen Namen-zue. Die Schildhalter waren zur rechten Hand ein wilder Mann, zur linken ein Cbinese. der einen Ballen Stoff unter U:a Arm trug. Neben die sem stand eine Thcekist? nebst zwei da-

raufzestellten Porcellan - Vasen. Um j ze tcn 1SG0 verzehnfacht, und jene der Asiatischen Compagnie" größeren j leiden Elemente, die sich so lange unter Erfolg zu verschaffen und dieselbe ge- ( sich bekriegt, beabsichtigten jetzt, uns ihr gen die Concurren.z des Auslandes zu j Land zu rerschl!?ßen. Sie wiesen unschützen, erließ Friedrich II. im Jabr:! str? Cirilisat::. die iijr.en zu cfi in 1755 eine Verordnung des Inhalts. j unzünsiigen Farcen erschienen sei. zudas; die Einfuhr aller Waaren aus xM, verabscheuten die europäischen China, vornehmlich von Thee und Vor-1 Neuerungen und wollten China unöezellan, in Preußen nur durch die Com j dingt abschließen. . Älury schildert pagnie erfolgen dürfe. Trotzdem konnt: ; dann die bedeutendsten gehnmcnÄeselldieselbe auf die Dauer nicht bestehen. j schaften. Die Weiße Wanerlilie", die Im Jahre 1765 erreichte sie ihr Ende, j vorwiegend c.usLandleuten bestehe und 'Nachdem alle vorhandenen Effecten ! viele Frauen zu Mitgliedern zähle, und Bestände zu Gelde gemacht waren. habe ihre vollständige militärische und kamen auf jeden Anteilschein im e-1 bürgerliche Rangordnung, die es ihr

trage Den 500 Thaler nur ntr u. 13

Thaler zur Verkeilung. Die "Asiat!-; ganze Staatsleitunz zu übernehmen, sche Comvagnie" hatte sich aufgelöst. ; und' besitze sogar in jeder Provinz einen Heute gehen leistungsfähigere Com-! König", der so selbständig sei. daß pagnieen nach Cbincl, aber nicht unter ' heut: z. V.. wo die Weiße Wasserlilie dem Schutze des Merkur, sondern des I sich fast überall erhoben, einzelne PoMars. ' j vinzen sich noch nicbt an dem Aufruhr m m m beteiligten.' Die Voxcr erhielten im Gegensatz zu der Wasserlilie aus der Bei WilliamstoWN. & t., Pr.fc;Wr;sf,r;ir.-r 1?ir.en

wurde Laura Stanley, die 16 Jahre alte Tochter ds Farmers Joe Stanley, während eines, fürchterlichen' Ge-! witters vom Blitz getroffen und aus der Stelle g-ödtet.

Ncgicrung und (Schcimbünde in 5k,ina.

Ueber die geheimen Gesellschaften und die Regierung in China vcröffentlicht die Pariser Revue des Revues" eine bemerkenswcrthe Abhandlung des ehemaligen französischen MarineCommiMrs Francis Mury. Der Verfasser leitet die Arbeit folgendermaßen ein: In dieser wunderlichen Gegend, wo nichts wie in Europa geschieht, wo die Linke der Ehrenplatz ist, wo man vor seinen Vorgesetzten die Kopfbedeckug nicht abnehmen darf, wo man von rechts nach links liest, wo die Suppe zu Ende und das Obst zu Anfang der Mahlzeit genossen wird, wo der Mann, der sich um den Staat verdient gemacht hat, mit allen seinen Ahnen den Adelstitel erhält, während seine Nachkommen kein Recht auf diese AusZeichnung haben, wo das Stillschweigen in den Schulen als ein Beweis der Faulheit bestraft wird: in diesem Landc muß ver Reisende mit seinen eingewurzelten Begriffen, Sitten und Vorurtheilen fo schnell wie möglich aufräumen, oder er wird von dem, was er um sich sieht und hört, nicht verstehen. Diesem Umstände schecibt Mury es zu. daß die meisten Europäer aus ihrem Aufenthalt in China keinen Nutzen zu ziehen verstanden hätten. Da die Himmlischen anders dächten und handelten als wir, so habe man sie immer als Leute einer minderwertigen Rasse betrachtet und nicht zugegeben, daß einzelne ihrer Ansichten und Gebräuche denselben Werth hätten wie die unser!gen. und die Chinesen durch den Umtausch ihrer Gewohnheiten gegen die vielgcrühmten europäischen in mancher Hinsicht geschädigt würden. Anderseits betrachten uns die Himmlischen als Wilde, weil sie unsere Civilisation ebenso wenig verständen wie wir die ihre. Daß China uns noch immer so fremd sei wie zur Zeit Marco Polos, beweise die von Europa gegen es verfolgte Politik. Man habe die 400 Millionen Chinesen durch Aufwand von Truppen einzuschüchtern und gefügig zu machen versucht, aber da Gegentheil erzielt. Jeder Einfall der Europäer in China habe die Verachtung und den Haß der Eingeborenen gegen die Fremden gesteigert, denn nichts verabscheuten die Chinesen mehr als den Krieg und die Kriegsleute. Die chinesischen Heere beständen nur aus Raubgestndel. das sonst nirgends unterkommen könne. Ihre Vorgesetzten seien fast sämmtlich ungebildete Menschen, die nur wegen ihrer physischen Gewandtheit zu ihren Stellungen gelangt seien und von den Civil - Mandarinen gänzlich verachtet würden, denn ein chinensches Sprichwort besage, daß man zu einem Nagel kein gutes Eisen und zu einem Soldaten keinen rechtscbaffenen Mann nehme. Bei dem Feldzug gegen China im Jahre 1860 habe das franz'ösisch-britische Erpeditionsccrps überall geplündert und gcbrandschatzt. Die Himmlisck,en hätten den Europäern die Verbrennung 'd:Z mit Recht als ein Wunderwerk betrachteten laiserlichen Sommerpalastes nb v:?göen. irnh i ;v 2 m "! s Yntv.rt r?, vTi h:$Wf 3 Mil V i j . V V VW V V V j i V Massen gegen die Fremden aufzuhetzen, werde an die Zerstörung erinnert. Während der Occupaiion Pekings und Ticntsins habe Niemand daran gedacht, den Eingeborenen zu zeigen, daß die fremden Befehlshaber außer So!daten auch Gelehrte wie die Mandarinen seien. Die europäischen Offie'.sre hätten die Gelegenheit unbenutzt gelassen, sich die Achtung der Eingeborenen zu erzwingen, und nach dem Abzüge der von diesen rerwünschten Truppen habe sich der Haß gegen die Teufel aus dem Westen" immer mehr gesteigert. und ihre Vertreibung aus China ri das Hauptziel der im Lande wimmelnden geheimen Gesellschaften geworden. Nachdem diese bis dahin alle möglichen Aufstände gegen die eigene Regierung heraufbeschworen, hätten sie sich nunmehr mit letzterer gegen die Feinde des himmlischen Reiches verbündet. In China habe man mit zwei ganz verschiedenen (Elementen, und zwar mit den geheimen Gesellschaften und dem mit der Regicrunz verfchmolzenen Mandarinentbum zu rechnen. Dieses bestehe seit der Gründung des chinesisckien Reimes, während diegeheimen Gesellschaften reuern Ursprungs seien. Die ab! diese? Gesellschaften KzH sich seit dem unverständigen s-eld-ermögliche, von heute auf morgen dic Ihr: ersten Anhänger seien Kleihändler, umherziehende Kaufleute und Schiffer gewesen,' bald' aber hätten' sich dazu Marktschreier. Kulis und öescndrs Soldaten, d. h. der Abschaum der

Levölkerung. gesellt. Heute wurden auch Straßenräuber als Mitglieder zugelassen. Die Zukunft der Gefellschaft verlange eben Leute, die zu Allem bereit seien. Die Führer der' Boxer seien arme Gelehrte, die das Warten auf eine Anstellung in der Verwaltung satt hätten, entlassene Mi-litär-Mandarinen, usw. Mit Unrecht wird indeß behauptet, daß die Bozer von Hof-Mandarinen geleitet würden und Prinz Tuan selbst, ker Vater des muthmaßlichen Thronerben, das OberHaupt des Tsai-Ly sei. Erfindungsreiche Zeitungsschreiber hätten gar berichtet, daß die Kaiserin-Wittwe vor Eröffnun der Feindseligkeiten mehrere Unterredungen mit den An führern der Voxer gehabt, aber solche Märchen verdienten keinen Glauben. Gewiß stehe heute fest, daß die chinefische Regierung mit den Boxern einverstanden sei und Vertraute unter ihnen besitze, allein zwischen einem Mandarinen mit dem Crystallknopf und einem Chinesen aus dem Volke bestehe eine so unendliche Klift, daß Bloßstellungen der gedachten Art von seiien der Hofleute undenkbar crschienen. Die Uebernahme der Leitung des Tsai-Ly wäre für den Prinzen Tuan

gleichbedeutend mit einer wahren Tegradation gewesen und hätte seine sofortige Verweisung vom Hofe zur Folge gehabt. Das einzige Band, das die ganz volkstümlichen geheimen Gesellschaften mit der aristokratischen Gelehrtcnclasse verbinden könne, sei der Haß gegen die Fremden; denn an und für sich verachteten die höhern Beamten das Volk um so mehr, als sie größtentheils aus ihm hervorgegangen seien. Grade das Mandarinenthum sei die Geißel, die jeden Aufschwung im Lande hemme, jeden Fortschritt derbiete, und so lange das Mandarinenthum nicht gänzlich umgestaltet werde, bliebe China dem europäischen Einfluß verschlossen. Inzwischen hätten einzelne wenige gelehrte Chinesen durch Reisen nach Europa oder täglichen Umgang mit Europäern mit Bangen erkannt, daß China infolge seiner Versiarrung in der Reihe der Mächte den letzten Rang einnehme und seine SonVerstellung aufgeben müsse, wenn es nicht den Ausländern wehrlos zur Beute fallen wolle. Bestärkt worden seien diese Befürchtungen durch den Krieg mit Japan, der China an den Rand des Verderbens gebracht habe. Um ihr Land zu retten, hätten jene Einsichtigern nun Alles auf einmal reformiren wollen, aber in der Ueberstürzung die Leute übersehen, die unkeinen Umständen Reformen haben wollten. Einen Anhänger hätten die Verbessere? von vornherein in dem vernünftigen, aber energielosen jungen Kaiser Küangsü gefunden, der sie jcdoch 'nur habe ermuntern können. Kanzyuwei, ein Mann von seltener Bedeutung, sei die Seele Jung-Chi-nas" gewesen. Voll Bewunderung für Japan, habe er auch in China die Reformen einführen wollen, welche dem Nachbarstaat zu einem so schnellen Aufjchwung verholfcn hätten. Kanzyuwei habe den Erlaß vom 12. Juni 1893 verfaßt und von Küanzsü unterzeichnen lassen, der die Revolution am Hofe hervorgerufen habe, und in dem cs heiße: ..Geben wir die eitlen, unnützen und trüzerischenGrundsätze auf. die unsern Aufschwung hemmen, und schreiten wir wacker zur Arbeit! Erwachen wir aus unserer Betäubung und schütteln wir die fesselnden Ketten ab! Ersetzen wir die Dinge, die uns bisher zu nichts genutzt haben, durch znecckmäßiges Handeln! Auf solche Weife werden wir uns den übrigen Mächten gleichstellen, während hete zwischen dem. was diese und was wir sind, ein gewaltiger Unterschied besteht." Nicht genug hiermit, habe Kangyuwei überall verkündet, daß der Kaiser nach dem Beispiel Japans seinem Volke eine Charte und ein Parlament geben werde. Diese Erklärung babe das Pulver entzündet. Unt er oen in ihren Interessen bedrohten Mini stern und hohen Beamten sei eine Verschwörung zustande gekommen. Die 5taiserin-Wittwe habe sich bereit gefunden. die Gewalt wieder zu übernehmen, und so sei der 5iaiser in der Nacht vom 21. 5 um 22. September aus seinem Palast entführt und in einer Residenz der 5caiserin außerhalb Pekings untergebracht worden. Seinen sämmtlichen Günstlingen aber habe man Tags darauf den liopf abgehauen, mit Ausn.'lr.ne Kanavuw'.is, dem es zur großen Bestürzung "der Kaiserin gelungen sei, zu entkommen. Ueber die Kaiserin seien seit Beginn :cr Wirren alle mögl'.chen Fabeln ausgetaucyt. an Habs sie al: ? " z ' I T, I ! 3 luv -l.iVv I ''.'.'T !1 als eine jjii i; tva ;u.i.ta i.iw;in.i.. vni' ',7 rir;-.r 3. c-.i1ot :Tri moyltch iet es ja nicht, dazz i dem I Bruder ihres Saiten, dem Prinzen j Kling,, der während ihrer Negierung ; ihre .Hauptstütze gewesen sei, ihre Gunst ! erwiesen hace. zumal sie bei dem Tode ' ihres Gatten, des Kaisers Hienfenz. ' erst 26 Jahre alt gewesen sei. Wenn j aber ein Verhältniß zwischen ihr und , Kung jemals bestanden habe, so sei es , völlig geheim gehalten worden. Jedenfalls aber hakc Prinz Kung keine ! ihm gefährlich scheinenden Nebenbubler ! zu beseitigen gehabt, denn nie würden ! die Chinesen einer s?rau die Regierung ! in Händen geladen haben, deren SiitrN I Anstoß erregt hätten. In China sei ! der Ehebruch äußerst selten und das Gesetz gegen Unsittlichst der Frauen, j selbst derWittwen. seh: streng. Dann ! scheineaber auÄ. - wi: alle Europäer, die in Asien gelebt hätten, aus Ersah- ; ruunz oder aus vertraulichen. Mitthei-

The Eminent Kidney and Bladder Specialist,

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Hie Disccvtrer es Swamp-Koct &t Work la Eis Latoratory. There is a ciseae prevailing in this country most öangerous because so deceptive. Many sudden deaths are caused by it heart cisease. pneumonia, heart failure er apcplcxy are eftea the result of kidney disease. If kidney trouble is .llowed to advance the kidney-poisoned blocd will attack the vital organs, er the kidneys themselves break down and vaste avay cell by cell. Then the ric'rfness of the blocd the albumen leaks out and the sufferer has Eright's Disease, the werst form cf kidney treuble. Dr. Kilmer's Swamp-Root the new discovery is the true specific for kidney. bladder and urinary troubles. It has cured thousands of apparently hcpeless cases, akter all other efforts have failed. At cruggists in fifty-cent and dollar sizes. A sample bottle sent free by mail. also a beok tellir.g about SwampRcot ar.d its wcnderful eures. Acdress Dr. Kiimer & Co., Binghamtoa, N. Y. sx.d mentien tiiis paper. Innren ter Eingeborenen küßten, die Sinnlichkeit beim weiblichen Element im Orient geringer u sein als im 'ndland. T:e Kaiserin würde unter diesen Verhältnissen im Himmlisehen Neich als eine Ausnahme, als ein Monstrum dastehen. Zum Schluß erörtert Mury die muthmaßlichen Folgen der gegenwärtigen Kämpfe in China. Er glaubt, daß die betheiligten Mächte, nachdem ihnen mit großen Opfern die scheinbareWiederherstellung der Ruhe gelungen sein werde, sich aus gegenseitigem Mißtrauen mit kleinlichen Entschädigungen abfinden lassen würden. Nach Abzug der internationalen Truppen würde dann die Erbitterung der Chinesen gegen die Fremden mit Gewalt von Neuem erwachen und einige Jahre später, wenn sich mit der Zeit dt Ueberzeugung festgesetzt habe, daß in Wirklichkeit sie, die Chinesen, die westlichen Teufel ver jagt hätten, ein neuer Massenmord ein neues Einschreiten erheischen. Mury hält es für ein Verbrechen, unter solchen Verhältnissen nochAusländer nach China zu entsenden, Utci diesen auch wirksamer Schutz gesichert sei. Wenn Europa, Japan und die Vereinigten Staaten sich nicht einigten.China umzuwandeln", so bleib: nichts übrig, als es seinem Wunsche gemäß mit einem unüberschreitbarcn Kreis ?u umziehen. v?n der Welt aö;nfchlicß:n und von in fvi.":"vTT u 4 .v lrvil Katheder-Blüthen Eine der unerschöpflichsten Quellen des Humors sind die vom Katheder hcrab verkündeten Aussprüche zerstreuter Professoren und' Lehrer, die, ganz ernst gemeint, bei näherer Betrachtung das Bizarrste sind, was an unfreiwilligcr Komik produzirt wird: die sögenannten Katheder-Blüthen. Die Schüler einer Gymnasialklasse haben sich den Spaß gemacht, im Laufe des letzten Schuljahres alle diese KathederBlüthen zu sammeln und stellen nun das umfangreich: Material zur Verfügung. Wir geben die gelungensten Späße aus der köstlichen Sammlung nachstehend wieder: Wer einen Schirm sehr selten trägt, läßt ihn sehr häufig stehen. : Selten findet man ein leeres Schneckenhaus, in dem nicht ein Krebs drinnen ist. Kein Mensch will freiwillig einen Bandwurm nehmen, damit das Geschlecht, nicht ausstirbt. Die Insekten haben sechs Füße, so daß sie nach allen Seiten zugleich kriechen tönncn. Alle Ninder sind nicht congruent. Aus Korallen mackt man Per:cn. Die Heuschrecken haben gewöhnlii) nur ein Fühlyorn. weil das zweite abgebrochen ist. Ein Instrument, mit dem man in di: Ferne schaut, zum Leifviel Milroslop oder Telephon. . . Dem Pessimisten erscheint Alles im schwarzen Licht. Benehmen Sie sich anständig, oder gar nicht. Die meisten Stuarts endeten durch den Tod. So oft ich den Mund aufmache, hört mat ein dummes Gc schwätz. Den Scipio Afrieanus nannten seine Mitbürger zur Unterscheidung von dem s'r.k ? Q?rfn-jr (5 rk n2 Tf?,r r u.i..; .QCjiou civ.1.1. Jl s. LlUs j cr". Der Name Kartoago, das damaks Iunonia hieß, hatte einen üblen n r i . i juang. uiz cnaiorenpariei stürmte unter Vorsitz des Scipio aus das Forum. Bei der Vertheilung des Landes bekam Jugurtha seine bessere Hälfte wieder. Denken Sie sich, ein Todter ringe eben mit dem Leben. Columbus gründete Amerika. Machen Sie keinen Lümmel, sonst gewohnen Sie sich's an und thun's auch in anständiger Gesellschaft." Daß Karl den Sachsen ihre Rechte ließ, das haben wir schon im Jahre 790 gehört. Die Wilingerschiffe hatten Schnäbel, wie die Pferde. Ihre Meersahrten unternahmen sie zu Wasser und' zu Lande. Unsere wichtigste Aufgabe Heuer wird sein, uns anzumerken, was wir zu nehmen haben und was nicht. Haben Sie noch keinen Ochsen gesehen? Kommen Sie nur näher. Im Krieg ist's nie ganz sicher; jeden Augenblick kann eine Patrone um die Ecke geflogen kommen.

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