Indiana Tribüne, Volume 23, Number 331, Indianapolis, Marion County, 20 August 1900 — Page 1
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Jahrgang 23.
ÄicutT ' ' i ßine andere Wendung! Nimmt die Lage in China durch den Widerstand der Zopfträger. Die PaiserM'Mtttwe soll sich noch in Peking besinden. Berichte von blutigen Kämpfen zwischen Russen und (Chinesen. In Rom sind Nachrichten über Stra ßelllampse in Peking cinzetroffeu. General Lincvitch crdält den ZI Gcorgsordcn dritter Klasse. Tcntschland cxportirte für 8,150,000 Mark Kriegsmaterial nach China. Erzbischof Jrelaud über die amcrikani schcn Katholiken. Lord Roberts führt im Transvaal ein schärferes Ncgimcnt ein. Teutsche Finanzblüttcr nennen New Jork das Lanlhaus dcr Welt. Schlimme Aussichten. London. 20. August. Vize-Ad miral Bruce's Bericht über die andauernden Kämpfe in Peking verleiht ver Lage in China ein hier allgemein erwartetes Aeußere. Es scheint, als ob die Kaiserin-Wittwe noch in Pekinz ist. obwohl üb:r Shanghai Nach, richten über ihre Abreise eintreffen. Tro der Niederlage sind die Chinesen augenscheinlich entschlossen, nicht nur in ihrer alterthümlichen Hauptstadt, sondern auch in anderen Theilen des Kaiserreichs einen verzweifelten Kampf zu wagen. Chang Chi Tung. der Vicekcnig in Hankow und Liu Kun ?)!. der Lrcekönig in Nanking, haben den Kon suln gedroht, ihre bisherige freundliche Haltung zu ändern, wenn die Person oer Kaiserin-Wittwe nicht respektirt wird. Eine andere Shanghai'er De pesche kündigt den Tod von Li Ping Hong, Cheng und Chang Liu Lui an, die bei den Kämpfen vor Peking sieen. Die Mandarine in den südlichen Provinzen haben, einer Depesche an die hiesige Daily Expreß" zufolge, eine Proklamation erlassen. in 0er sie die Einnahme Peking's als eine gerechte Strafe für reaktionäre Beamte bezeichnen. Sie warnen das Volk davor, 'oen Ausländern Hindernisse in den W:g zu legen, fügen aber hinzu, daß die Mächte sich darauf beschränken sollten, die Voxer zu bestrafen und dann den Frieden wieder herzustellen. Der Kaiser von Rußland hat dem General Linevitch. dem Kommandeur der russischen Truppen, telegraphisch seinenGlückwunsch für die schnelle Einnähme Peking's ausgesprochen und ihm den St. Georgsorden dritter Klasse verliehen. General Grodokoff meldet, dafr er am 16. August den Cbinzan-Pa nach einer blutigen Schlacht erstürmte. Die Chinesen sollen dabei schwere Derlusie erlitten und fünf Kanonen verloren haben. Russische. Kavallerie nahm die Verfolgung des fliehenden Feindes auf. Große russische Zeitungen sagen, Rußland solle seine militärischen Qperationen auf die Grenze und die Eisenbahn in der Mandschurei beschränken, da der Zweck, die Gesandten zu retten, erreicht sei. Rom. 20. August. Eine Depesche dorn 18. August aus Taku. via Chefoo, lautet: .Die Kämpfe in den Straßen Peking's dauern fort und die Verbündeten bombardiren den Theil, der noch Widerstand leistet. Prinz Jung ver hinderte die Abreise der KaiserinWittwe." Aus dem deut'scken Reich. Berlin. 20. Aug. Wie alle deutschan höheren Kommandostellen wird auch das Oberkommando des Grafen Waldersee eine Flagge führen, die im Gefecht und auf dem Marsche anzeigen soll, wo Meldungen den Kommandirenden erreichen können. Dieselbe wird eine Art vergrößerte Ulancnflagge sein, mit vier gleich großen Feldern, die adwechselnd schwarz und weiß und von einem breiten rothen Saum umgeben sind. Die sich zu einer Tournee durch die Wer. , Staaten rüstende Schauspielerin Helene Odilon beabsichtigt, in Wien eine neue Ehe mit dem ungarischen Groß grundbesitzer Stephan Rakovsky einz2 eehen. ; An der Börse hat der große GoldExport von New York bedeutende Auf. merksarnkeit erregt. Die Presse sagt in Verblödung dzmit. daß NeA TM M
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st"7LZf v: 7V, immer größerer Schuldner der Ser. ! r-i,, a;. s,uc cm-,., v,;. ! Staaten wird. -Die letzten l'ionate alt-, r,3 (NÄc..3 w.rv.- m, r-iiTs.-ses zahtt werden die Cchuldm noq vergrößern m Folge der BaumwolleAusfuhr. Man befürchtet, daß Nero ; v nrr nnr v nirrnr npe -enni v -t W P L. . - "."hra -..
ÖolD von England und Deutschland zu.! ' Hrr von Brandt der früher GesandrMtnr hfrS i tir tn Chma war, haust tn einem Ar-
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Die preußische Regierung vergieöt zu: I der .Chriztliche Welt den großZeit Aufträge für 480 Lokomotiven. i f" ?wl der Schuld an dem AufIn Folge des Krieaes importirt Deutsch stand in China auf die Mlsslonare. Er land jetzt direkt Woll: aus Süd-Afrika. sagt u. A : Zttdnttel aller Arbeiten MknttiZsk Krttn. h sonst üöer Lon- der Gesanotschaften und der Konsulate
' ' i i , . ? i i don gekommen wären, kommen jetzt m Hamburg an. In dem rnjt dem 31. Juli beendeten Jahre produzirte Deutschland 1.680.)00 Tonnen Rohzucker gegen 1.520.000 Tonnen im Jahre vorher. Die Ausfuhr von Kriegsmaterial nach China belief sich auf 8.150.000 Mark gegen 3.430.000 im Jahre 1838. Scharfe Maßregeln. P r e t o r i a . 20. Aug. Lord Roberts hat eine Proklamation erlanen, in der er sagt, daß die Bürger des Transvaal die bisher angewandte Milde in Fällen von Neutralitätsbruch nicht zu würdigen wüßten. Alle Bürgre, welche den Treueid nicht geleistet haben und in von den Briten besetzten Distrikten wohnen, sollen als Kriegsgesangene angesehen werden und armHäuser, welche dem Feinde oder seinen Kundschaftern Unterschlupf gewähren. stehen in Gefahr, dem Erdboden gleich gemacht zu werden. Die Rebellio nv o r ü b e r . C o l o n . Colombia, 20. Aug. General Alban, der Zivil-Gouverneur und Militär-Kornrnandcur des Departernents Panama, meldet, daß er eine Depesche von Socorro erhalten hat. wonich die Rebellen sich ergeben haben. Jreland über die am erikaNischen Katholiken. R o rn , 20. Aug. Sonntag war das Fest des Hl. Joachim, des SchutzPatrons des Papstes, und in Folge dessen hatten sich viele Kardinäle. Bischöfe und Präsidenten von Gesellschaften im Vatikan eingefunden. Der Papst, der bei bester Gesundheit ist. hielt eine kurze Ansprache und lud den Erzbischof Ireland ein. über Amerika und die BeZiehungen der Außenwelt' zum Hl. Stuhl zu sprechen. In einer 20 Minuten dauernden , und häufig durch. Applaus unterbrochenen Ansprache rühmte Mgr. Jreland die Anhänglichkeit der amerikanischen Katholiken an die römische Kirche und den Hl. Stuhl. Er verließ Rom Sonntag Abend, nachdem er am Freitag noch eine letzte Audienz beim Papst hatte.' Nur ein Gerücht. Var is . 20. Aua. Depeschen aus ! Ostende 'behaupten, daß kein Grund zu den Gerüchten vorhandenes!. 'daß ein Attentat auf den Schah von Persien gemacht worden fei, wie Echo de Paris" !und Stecle" meldeten. Gesandter Pichon geehrt. P a r i s, 20. Aug. Der Minister d:S Auswärtigen. Herr Delcasse, besuchte Sonntag die Mutter des französischen Gesandten in China, Pichon, meldete ihr. daß ihr Sohn in Sicherheit sei und händigte ihr das Abzeichen der Ehrenlegion ein., K a b e l b e i e f aus Deutsch land. B e rl i n. 19. August. Die Flucht d:r Kaiserin - Wittwe und das Vec scbwinden des Kaisers von China werden hier als viel wichtigere Faktoren als die Einnahme Pekings angesehen und die eventuell daraus hervorgehenden Komplikationen werden von der Presse und. in politischen Kreisen eifrig besprechen. Die vorherrschende Meinung ist, daß, da alle Mächte übereingekommen sind, eine starke Zentralregierung in Peking zu schaffen, es nöthig ist, die flüchtige Regierung zu zerstören odt? doch wenigstens unschädlich zu machen,, da sie für die ganze Eruption veran!wörtlich ist. DaHer. so wird behauptet, ist es nöthig, die Flüchtlinge zu verfolgen und gefangen zu nehmen. Dies wird wahrscheinlich weitere größere Truppenmassen erheischen. Vermuthun g?n darüber, cb die Ver. Staaten. Großbritannien und Japan vazn bereit sind, oder die AufgabeRußland, Frank reich und vor Allem Deutschland überlassen wenden, füllen jetzt die Zeitungen'. Die- deutsche Regierung bleibt dabei, daß vollkommene Harmonie bezüglich des sofortigen Vorgehens in China unter den Mächten herrscht. Eine Anzahl Oppositionsblätter sind sehr unzufrieden mit der gänzlichen Jznorirunz des Reichstages uud überhaupt mit des Kaisers Politik in China und erklären, er überschreite bedeutend die Grenzen. d:e Graf ocn Bülow, der Minister des Auswärtigen, in seinem Rundschreiben dom 11. Juli an die deutschen Fürst-n beschrieb. Bei den? Dw:.dZat.k?-Wilhelm
Indianapolis, Ind.. Montag, den 20. Angnst 1900.
. in Wna all ihren . 3 ' - i W n von dem Haiier, ienrarafHi. Wtr n flT;;nftr-rn.f,M--t dem pursten ?lUN ler-)ernevurg, -Dr. o..,.? scf,? w tw.; Lucanus, dem Uhef des UMiavmeti . . dem Admiral edrichs . S, ' lr 'VM'"" in China würben durch dieBeschwerden, Forderungen und Ansprüche der Missionäre verursacht. Die Presse bespricht den Geburtstag des Kaisers Franz Joseph von Oesterreich und das Militär - Wochenblatt macht darauf aufmerksam, daß die Teutschen und Oesterreicher jetzt in China zum ersten Male st't 1804 Seite an Seite kämpfen. Die meisten Zeitungcn rühmen Oesterreich als den bandhaften Verbündeten Deutschlands Die Flotten - Manöver erregen dleses Jahr allgemeines Interesse, weil sie zum Theil, in den Tagen vorn 10. bis 14. September, in Verbindung mit der Zlrrnee stattfinden werden. Aus einer Anzahl in den Zeituncen ?eröffent!ZchtenBriefen geht hervor, daß )ie Lage auf Samoa durchaus nicht zuriedknstellend ist. Wenn auch offene Feindseligkeiten vermieden werden, so bestehen doch große Meinunzsverschi;?enbeit?n. Dr. Sudt. der preußische KultusNinister, wird in der ganzen Zenk'sten- und polnischen Presse heftig anzegriffen, weil er anordnet hat, daß )er Religionsunterr'ck.t m der Provinz 'osen von jetzt ab ausschließlich in ?eutfchr S&r-cfce ertheilt werden muß. Die Kölnische Volkszeitunz droht mit :inem neuen Kulturkampf, wenn der Lrsehl nicht widerrufen wird. Der Vorwärts meldet, daß eine National - Konvention der Sozialisten :uf den 17. September nach Mainz einberufen ist. Samstag begannen die Schwimmkonteste, für die der Kaiser ei neu Ehrenpreis ausaesetzt hat. Es betheiligen sich. 143 Schwimmer daran. Graf Waldersee vom Kaiser geküßt. ' ' -C a s s e l . 18. Aug. Im Thron zimmer des Palais überreichte der Kaiser Samstag Mittag dem Grafen Waldersee. der vor seinem Stäbe begleitet war, einen Marschallsstab und hielt dabei eine Ansprache, auf die der Feldmarschall antwortete. Bei dem darauf folgenden Diner brachte der Kaiser einen Toast auf den Kaiser von Oesterreich aus. Gegen 4 Uhr fuhr Graf Waldersee nach Berlin ab, nachdem der Kaiser ihn umarmt und auf die linke Backe geküßt hatte. Der Kaiser gratulirte in seiner Rede den Offizieren, daß sie dazu ausersehen seien, unter .unserm bewährten und erprobten Feldmarschall" dienen zu dürfen und fuhr dann fort: Mein lieber Graf Waldersee. ich freue mich, Sie als den Befehlshaber der Vereinigten Truppen der zivilisirten Welt begrüßen zu können. Es ist sehr bezeich nend. daß Ihre Ernennung von Anfang an die Gutheißunz des Kaisers aller Reußen gefunden hat, jenes mäch tigen Herrschers, der seine Gewalt in ganz Asien fühlbar macht. Dies zeigt wieder, wie stark die alten WaffenTraditionen dieser beiden Reiche sind. Ich begrüße mitFreuden die Thatsache, daß auf den Vorschlag des großen Kaisers hin die ganze zivilisirte Welt Ew. Excellenz das Kommando über ihre Truppen anvertraut hat. Als preußische Offiziere dürfen wir mit Recht stolz darauf sein, da unser Militärwesen dadurch Anerkennung 'findet. Im Interesse unseres Volkes hoffe ich, daß die Expedition zu einem gegenseitigen Frieden für die europäischen Mächte enden wird, sodaß, was d 3ar auf einem anderen Felde letztes. Jahr versuchte und was wir in Frieden nicht erreichen konnten, jetzt vielleicht mit d'crr Waffen irr der Hand erzielt wird." Graf Waldersee erwiderte, da. ser lange n stark genug' sei. den Feldmarschallstab zu halten, der Befehl zurr Rückzug nie über seine Lippen kommen' würde. (5i n 'E x - P r a s'i'd'e n't' gestorb e n. Caracas. Venezuela. 18. Aug. Dcr frühere Präsident Andueza Palacis ist gestorben. - ' -- i. Unglückstag"fü.r ZUttsbu rg: Pittsburg. Pa., 20. Aug. Chris. Pfaffenbach, ein 50 Jahre alter Mann, und der acht Jahre alte Edward E. Brillinger ertranken' im Allegheny Fluß, während James Gallagher und. Hugh McGrady, zwei junge Burschen, im Monongahela Fluß beim Schwimmen umkamen. Frau Mary C. Voyd erlag Verletzungen, die sie sich bei der Explo sion von Gasolin zuzog.
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Ans Peking 3somrnl nuc esjlttüoniilc D& jpstlje ddu ilm. ttTjnlff. JapattischcQvucttcttZttfolge wird diö innere Stadt dombardirt. Die pcrluste'd:rAmcriknttcrvgr Peking nur ncht Zlermundetc. Calcb Powers bezeichnet seinen Prozeß als eine Faree. Er richtet einen Vricf an das Publi kllN!. Bei Tclawarc, O., wcrdm Vater und ohn gctödtct. In Alcrandria, Ind., verursachtem' Feuer einen Schaden von ' OQAst ststA 8800,000. Gcdächtnlßscicr zu Ehren des cr:nor deten KöilZS Hnmbcrt. Die an China zn Mcii&eu Echaben-erfatz-Anspriichc Bilden den Gegenstand einer nicken Berathung. infor:E hasse macht Meldung. Was hing ton, 25. (.. 20. Aug. Das Kriegsdepartement erhielt Sonntag vom General Chaffee. eine amtliche Bestätigung des Falles von Peking und der Rettung der belagertenMfandten. Die Nachricht wure'mitmverhohlener Freude aufgenommen. Der Umstand, daß der General seit seiner Depesche aus Matow vom 11. August nichts von sich hören ließ, wird durch eine Depesche des Admirals Remey erklärt, welche besagt, daß die telegraphische Verbindung zwischen Taku und Peking unterbrochen I ist. Herrn Remey's Depesche besagt ferner, dan die innere Stadt von den Älliirten bomöardirt wjrd und di? ZZaiselin Wittwe sich noch dori befindet. Die beiden Depeschen lauten wie folgt: Taku. 18. Aug. Die telegraphische Verbindung mit Peking ist unterbrochen. Aus japanischer Quelle stammt die Information, daß die KaiserinWittwe vom Prinzen Jungede 'in der unteren Stadt, welche von den.Alliirten bomhgrdirt wird festgehalten wird. Ehaffee meldet, daß - crote Gesandtschaften am Abend des 14. August erreichte. Acht Verwundete während des Tages.' Sonst ist alles wohl. ' Remey Dem Kriegsdepartement ging folgende Depesche zu: Chef .o o. 19. . August. Peking. 15. August: Wir-erreichten die Gesandtschaften um 5 Uhr gestern Abend mit dem 14. Regiment und der leichten Batterie. Acht. Verwundete während des Tages. Chaffee." ' Die Depeschen wurden dem Präsidenten : ' im Weißen Hause übermittelt und Herr McKinley war besonders froh über die geringen Verluste der Amerikaner. Obwohl des 9.: Infanterie - Reaiments und de? Marinesoldaten' keine Erwähnung' gethan.' wird'. - so glaubt man hier doch, daß' auch sie in Peking sind. Vielleicht kamen sie bei dem Sturm nicht zurVsrwcndung und wm den außerhalb der Mauern gelassenem das Entkommen der' Chinesen zu verhindern. General Chaffee hat nur zwei Bataillone vom 14. Regiment unte. sich, sodaß er mit nur etwa ein Drittel seiner Truppen am 15. August in Peking einrückte. Die Beamten des Kriegsamtes glauben. daß das Pekinger Datum der 16. August sein sollte, da alle früherenMeldüngen besagen, daß Peking am 15. August genommen wurde. . Washington. 20. Aug. Jetzt, da das' vorläufige Ziel der Verbündeten die Besetzung Pekings und die Entsetzung. der belagerten Gesandtschaften erreicht ist. fängt man sich in offiziellen Kreisen damit zu beschäftigen an. waö nun zunächst geschehen soll. Welche Schritte man zu ergreifen gedenkt, ist bis jetzt natürlich nur, eine Sache der Vermuthung und wird über diesesStu-' dium auch nicht 'heraustreten, ehe die Absichten der anderen interessirten Mächte nicht klar zü, Tage getreten sind.! Wahrscheinlich ist jedoch, daß zunächst ein Waffenstillstand abgeschlossen wird und zwar seitens der Generale in denzenlgen Theilen des Reiches, wo die Feindseligkeiten roch nicht - erngestellt sind. Dies würoe dann eventuell zu Friedenspräliminarien führen und die Bedingungen, unter denen F?de
zu schließen Ware, die Hohe der zu zahlenden Entschädigungen etc. würden dabei an eine aus den kriegführenden Parteien zusammengesetzte Kommission verwiesen werden. Seitens der chine sischen Regierung ist Li Hung Chang bereits mit dieser Aufgabe :traut worden.' Im Ganzen sind jnf Nationen durch die Vorgänge in Chma mehr oder weniger geschädigt worden und alle werden von der chinesischen Regierung einen angemessenen Schadenersatz verj langen. Zwischen dem Präsidenten und dem Kabinet haben bereits mehr ,äche Besprechungen über die Art un!) )ie Höhe des zu verlangenden Schaden:rsatzes stattgefunden, doch ist man, bis !etzt zu. keinem definitiven Resultat ge-. !ommen. Die Depesche des Admirals Remey bringt, die Nachricht, daß in den Stragen Peking's noch gekämpft wird. Die innere oder . verbotene Stadt ist von :iner über 20 Fuß hohen, festen Steinziauer umgeben und es ist nicht zu verDundern, daß die Chinesen sich dort zur Wehre setzen. Bisher war angenommen worden, daß die Kaiserin-Wittwe und der Kaiser mit ihren Gefolgen Peking verlassen hätten und der Gesandte
Wu bleibt auch dabei, daß dies der Fau Er sagte Sonntag Abend, daß er amtlich in Kenntniß gesetzt sei. daß die imS hr $ntlr in ht Kaiserin-Wittwe und der Kaiser in die Provinz Shen-Si verzogen seien. Daß die Kaiserin-Wittwe vom Prinzen Jungedo festgehalten werde, will er nickt alauben. Aungedo sei kein chinesischer Name, sagte er. und er glaube, sie sei in Sicherheit. -' Der japanische Gesandte erhielt Sonntag Abend ehenfallZ eineDepesche aus 'okko. in der ihm mitgetheilt wirddaß die Japaner 100 Mann an Todten, bei dem Sturm auf die Stadt hatten und daß die Gesandten in Sicherheit, sind. ' Powers spricht. " Georgetown Ky.. 20. August.. Caleb Powers hat Sonntag Abend den folgenden offenen Brief an das Publikum gerichtet : ' '' . - Man frägt mich um meine Ansicht über meinen Prozeß und den Wahrspruch der Geschworenen. Könnte ich mehr wie eine Ansicht haben? Kann irgend ein rechtlich denkender Mensch dieses Staates anderer Ansicht sein? Daß eine der größten juridischen Far cen, von der män in der Geschichte weiß, in meinem Prozeß unter der Formalität der Gesetze vollführt worden ist. kann kein gut informirter Mensch bezweifeln. Unschuld ist kein Schutz imt N00.000 und den Veröden des Campbellthüms gegen "Einen. Daß man sein ganzes Leben lang rechtjchassen gewesen ist. bedeutet nichts. Man sagt. Taylor ist schuldig, weil er in seiner Office war und daß ich schuldig bin. weil ich meiner Office fern war. Dieser Prozeß ist durchweg ein politischer gewesen, für politische Zwecke begönnen und von . der demokratischen Varlei ist nie ein größerer Fehler ge macht worden, seit sie. uns hg A;mter beraubte, für die wir vom Volke erwählt waren. Es giebt viele gute Männer und ehrenwerthe Frauen in der demokratischen Partei Sie sind nicht alle schlecht. Das zu sagen sei ferne von mir. Sehr v:ele von lynen heißen den Raub der Staatsämter nicht aut. Noch viel weniger werden sie Die sen Scheinprozeß, diese Prostituirung der Gerichte zu gewissen Zwecken in dossiren. Vom Anfang der Kampagne -. i i i-c n. w. -!.. an o!s iey! orc? nw öiöcu iuu zu Gebote siehenden Kräft für die Frei heit des Volkes eingetreten. - Das ist mein Verbrechen. Das ist dasetnztge Vergehen, das ich begangen habe. Das ist das Einzige. waS bewiesen wor den ist. Ich habe das selbst in meiner Zeugenaussage, beschworen. Ich hatte nie und habe auch jetzt sehte Entschuldigung dafür anzugeben, daß ich das Amt treulich verwaltete, das mir von einer Majorität der Stimmgeber des Staates anvertraut wurde.' Die Ge schichte . wird ihre dunklen Linien um Diejenigen ziehen, die mir Unrecht gethan, Schande auf das Justizwesen ge häuft und die Geschichte des Staates verdunkelt haben. Mit Hochachtung, CalebPowers." Gegen die Cigarette. Kansas City. Mo.. 20. Aug. Die Rock. Island Bahn-Gesellschaft ist dem Beispiel der Union Pacific. Bahn gefolgt und hat das Cigarettenrauchen verboten. Die. Angestellten der Gesellschaft in den Armourdale Yards, welche Cigaretten rauchen, müssen entweder ihre Posten oder die Cigaretten aufgeben. ' ' Tüchtiger Schwimmer. A p p l e t o n. Wis.. 20. Aug. Hanö Hohl, der erst vor Kurzem aus Deutsch land hier eintraf, durchschwamm Sonntag auf eine Wette hin den Winnebago See. Er legte die neun Meilen m nun ''Stunden zurück. Dies ist daö erste Mai. idah der See durchschwömmen wurde.
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Cuba's vierz'ig Preise. Washington, D. E.. 20. Aug. Die Insel Cuba hat auf der Pariser Weltausstellung einen großen Erfolg errungen und nicht weniger als 40 Preist erhalten. Der Kriegssekretär erhielt Sonntag von Senor Quesada, dem di: cubanische Abtheilung der Weltausstel. lung unterstellt war, die folgende Depe. sche: Großer Erfolg; vierzig Preise. Bitte übermittelnrSie dem Präsidenten ind dem Kabinet Cuba's Dank für das Interesse und die Unterstützung, welche es ermöglichten, daß wir unsere Hilfs' quellen und unseren Fortschritt zeige konnten." Die cubanischen Lehrer. W a s h i n g t o n. D. C.. 20. Auz Mit Hurrahrufen für Cuba, die Ver. Staaten, . den Präsidenten McKinler. und die Bevölkerung des Distrikts Co lumbia, deren Gäste sie gewesen waren, verließen Sonntag Nachmittag um 1 Uhr die 1400 cubanischen Lehrer die Stadt, um nach New Jork zu fahren. Herzlich begrüßt wurde von ihnen Ge neral Cisneros, der frühere Präsident von Cuba. der sich zur Zeit hier aufhält. Viele umarmten ihn und. bedeckten das bärtige Gesicht mitmüssen. Bei Hochs, die , auf ihn ausgebracht wurden, würd er der nächste Präsident von Cuba ge nannt. Die ganze Gesellschaft ist seh, erfreut über die freundliche Aufnahme, die ihnen überall, besonders auch beiir Präsidenten McKinley zu theil wurde. Geronimo will heirathen. G u t h r i e. O. T. 20. August. Geronimo. der bekannte Indianer, Häuptling, von dem es, kürzlich hieß, e, sei wahnsinnig geworden, will sich jetzt angeblich mit einem jungen Mädchen ' yerheirathen, das ein Bank-Konto vo 540.000 hat. Der alte Krieger soll bei denkbar bester Gesundheit sein . .Den' Manen König Hum l I:. berj's. -i's !' W ashingto n, D. C.. Ü0. Auas In Gegenwart des Presidenten de, Ver. Staaten, der Kabinetsmitglieder. von Offizieren der Armee und der Ma thu," der Gesandten und Botschafte, und vieler anderen .Persönlichkeiten wurde Sonntag die Feier zum Anden ken an den ermordeten König Humöert von Italien in der St. MatthewsKirchk abgehalten. Die Offiziere. Attaches u. f. w. waren in voller Uniform und bo ten einen großartigen Anblick in bet prscMoll dekorirten Kirche. Ein Kata falk war aufgestellt worden und Baron Fava empfing ' am Eingang zur 'K!tthe hie hohen Ankömmling.?. Rev? Bart zelebrirt die Messe, ia Kardina! Gibbons nicht rechtzeitig vom Süden, wo er sich aufhielt, eingetroffen war. Böhmische Turner. C l e v e l a n d, O.. 20. August. Die 21. Jabresversammlung deß böhmischen Turneröundes tagen ' Sonntag. Schon Md 150 MlttateL.. eingetroffen und ZMervÄiMilwaukee. Chicago.Omaha und St. Louis werden sicb an den TurnÜbungen am Montag und Dienstag be tyelllgen. . !: '... 'Jii.U Die Typographen. Milwaukee, Wis., 18. Aug. -Die JnternationaleTypographen-Union welche am Samstag ihre JahresKon vention beschloß, hat eine Resolutioi angenommen, wonach die ' Unionen be der Aenderung der Lohnskala stets ver. söhnliche Maßnahmen in Anwendun; bringen sollen. Ferner sollen sie die. selben vor der Annahme allen interessir, ten Herausgebern unterbreiten und di, Internationale Typographen-Union sol einem Vertreter der American Newspa, per Association auf Wunsch stets Geh geben. Schisssnachrichten. Southarnpton, 19. Aug. Ang' .Aller" von New York. Abgeg.: Gro. ßer Kurfürst", von Bremen nach Neu Kork bestimmt. S c i l l h. 19. Äug. Passirt: South war.", von Antwerpen nach New Jor bestimmt. Q u e e n s t o w n. 19. Aug. Abgeg Umbri", von Liverpool nach New Jort bestimmt. N e w I o r k, 19. Aug. Abgegangen: Kaiser Wilhelm II.- nach Neapel unl Genua. H a m b u r g 18. Aug. Angekonv men: Columbia, von New Aork vii Plymouth. L ioerpooll8.Aug. Angekommen: .Campania" von New Aork, 33c vic" von New Jork. Abgegangen! Georgic- nach New York, Umbna.' nach New York. B r c rn t n , 18. Aug. Abgegangen: Großer Kurfürst- nach New York. C h e r b o u r g , 18. Aug. Abge. gangen: New'Aork- (von Southamp. ton) nach New Jork. Genua. 16. Aug. Angekommen, JSQjua" von New Jork. via Neavel.
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