Indiana Tribüne, Volume 23, Number 329, Indianapolis, Marion County, 18 August 1900 — Page 6

Jndimlll Tribune, Samstag, den 18. Jlttqust 1900.

Uleut au Ttaiut und Heilkunde.

! Ein neuer Farbstoff. 1. Auf Uz Insel Neu - Caledonien ist Las Vorkommen eines neuen minerali schen FarbstoffeZ entdeckt worden. Nach der von dein RezierunzZ - Chemiker Moore ausgeführten Analyse besteht derselbe aus 66,52 Proc. Eisenoxyd, 5.93 Proc. Aluminium, 2,56 Proc. EhromseZquioxyd, 1,17 Proc. Kobaltund Nickelozyd, 0,33 Proc. Magnesia. 10,86 Proc. unlöslicher Kieselsäure und Chromeisen, 11.44 Proc. Wasser, chemisch gebunden, sowieSpuren von Kalk und Manganoryd. Das Mineral, ' dem man den Namen mineralischer Ocker" gegeben, hat eine gesättigte Lraune Farbe; um es als Farbstoff zu verkrenden, hat man es nur mit einem gekochten Oel zu mischen. Angeblich übertrifft der neu entdeckte Stoff die .besten Ocker und Mennige. Vom Pilzgift. 'Die Eigenschaften deZ.Pilzgiftes hat Prof. Pellegrini aus Pisa auf Grund der Ergebnisse seiner eingehenden Forfchungen in den Rivista d'Jgiene besprechen. Sie lassen sich in folgende Sätze zusammenfassen: Das Gift der lilze löst sich leicht in Wasser, und eine solche wässerige Lösung bewahrt ihre Giftwirkung fast 11 Monate lang. Sie wird weder durch vorherige Trocknung der Pilze noch durch Hitze verringert. Säugethiere und Vögel stnd gegen das Pilzgift, schon wenn es in geringer Tn3 uA!l . &.rt mhflKiua uciuuciu,i iuiw, ijvu,i .uipmvlich, während es den Reptilien und den kaltblütigen Thieren im allgemeinen .nicht schadet. Tie Wirkung des Giftes -tritt jedoch hervor, wenn es unter die Haut eingespritzt wird; solche Jmpfungen, an Thieren vollzogen, sind daher das sicherste Mittel, die Giftigkeit oder Unziftigkeit frischer oder getrockneter 'Pilze im Handel festzustellen. Vei Thi.'ren, die solche Impfungen häufig erlitten haben, entsteht eine gewisse GistFestigkeit. Das Serum, solcher Thiere kann in Vergiftungsfällen als Heilmitiel dienen. Das Pilzgift wird durch das Serum nicht verändert, sondern nur in seiner Wirkung beeinträchtigt. , DieSambesi-Quellen. In London sind die ersten Nachrich'Un von dem Erfolg der Expedition unter Major Colin-Harding. die die obeTun Stromstrecken des Sambesi und seiner Nebenflüsse erforschen sollte, eingetroffen. Die interessanten und beinerkenswerthen Nachrichten wurden durch einen Expreßboten nach Nykatoro unb von dort nach London übermittelt. s?rhVntTrm nrst?fe im Uhitrx NorTiJ IV Afc'VV W V y w w w m wr em&tr die Viktoria - Fälle und gelangte -in Booten der Eingeborenen

inach den Marunda-a-ma-Kesh-Was- Medicinalrath Dönitz stellte in der letzserkällen. deren Lage sie in 11.33.55 t:n Sitzung der Gesellschaft der Cha-

ffüdl. Breite und 23.53.0 östlicherLänge seitstellten. Sie erreichten diesen Ort

. erst nach den äußersten Beschnxrden. verabfolgt worden war. Beide zeigten .Jwei ihrer Boote kenterten, so daß die nach zwei- bezw. dreimonatiger Ve- - Gesellschaft ohne Fleisch und fast ohne Handlung eine bemerkenswerthe Besse-

Munition zurückblieS, und dies unter . 'jt,t tth'nsnmrt bte firb ntmt als t iiv vvvvi;jf 7 - - - ? - ' 1 sehr freundschaftlich gesinnt erwies. 'Da sie kein Wild schießen konnten, wa--ren sie gezwungen, sich pon Mangofruchten und Maniok zu ernähren. Die Marunda - Wasserfälle, die früher noch nicht in ihrer Lage bestimmt waren. werden zwar als klein, aber w br landschaftlichen Scenerie als einer der

schönsten Punkte am Sambesi beschrie- dien in Gemeinschaft mit der Mittel,'ben. Die Gesellschaft ließ die Boote an tt-, Aria- und Sicrllanlschen Clen- , 1 " , T f . r . rf r t . ei Ort r . . Y . Ort

' diesem Punkt zurück und rückte zuJuß crn linken Ufer des Flusses vor, wobei - ihr Vormarsch durch heftige Regen.güsse, gefährliche Moräste und die Schwierigkeit, von den Eingeborenen Nahrung zu erlangen, sehr erschwert wurde. Sie erreickten endlick ein Vla-

ieau in einer Höhe von 4950 Fuß. Hier Mosqmtonetze geschützt werden, wie es entdeckten die Forscher zu ihrer freudi- schon im vongen Jahre aufzwn Eigen Ueberraschung im Schatten gigan- ftnbahnlln:er t rnti großem Erfg getischer Laubbäume sieben sprudelnde fäefcn xt Aehnlrche Versuche sollen Quellen, die sich vereinigend dieQuelle zunächst gemacht werden auf den Lldes gewaltigen Sambesistromes, der men Zwljchen oggra unb Barletta. 1200 englische Meilen durch Afrika Regzw undBattipaglia. m den Prntifließt, bildeten. Nach einer sorgfältizen mzchen Sumpfen und ln Sizilien. In Berechnung wurde die Lage dieser den Krankenhausern von Mailand und Quelle in 11.33.45 südl. Breite und Cremona. werden außerdem systemati:20.51.0 östl. Länge festgestellt. Die W Untersuchungen des Blutes von Messungen an der Quelle des Sambesi Malaria - Kranken vorgenommen werwurden zwar ohne einen Chronometer den, um den Verlauf des Fiebers ,n .gemacht, man hält sie jedoch für völlig der Lombardei zu studiren. Weitere genau. Von hier gelangten die Reisen- Untersuchungsstattonen sollen ferner den nach Nyakatoro, wo sie sich trenn- errichtewerden rn Cunugnano am ien; Major Harding wandte sich West- Navizliö in der Provmz Cremona für Uich nach dem portugiesischenGebiet und das Studium der Malaria mit Bezug

N. H. Harding. sein Secretär, kehrte aus Die wiereioet unom oer Provinz nach dem Königskraal in Barotseland Ferrara für das Studium der Krankin 9inim aitrü. hell mit Bezua auf bracklsche Wasser

in Lialui zurück. Von der Luft. Die Welt hat in den letzten Jahren "die Erfahrung machen müssen, daß ihr Wissen von der Zusammensetzung der -Luft, diesem unentbehrlichsten aller 'Lebensmittel, bisher recht unvollstän dig war. indem in der Atmosphäre neue -Elemente entdeckt wurden', von deren 'Vorhandensein man bis dahin keine Ahnung gehabt hatte. Es scheint aber , f 1- f f f .1 -1 11 ."7 .Erforschung, der Atmosphar beginnt, ?'V!Ä senschaft entsprich '.und we bes ders auch rn . hyzienischerBeziehung bedingt nothwendig ist. Der fuhrende rtum in St,fr ttthmrr ist kiuktsLck-

lich der Pariser Chemiker Armand Ernährung durch dreHaut. Gautier. der sich nun schon seit mehr Eine eigenartige Art der Ernahals einem Jahre fast ausschließlich da- rung ist in den letzten Jahren immer

mit beschäftigt, die genaue Zusammenfekuna der Luft an allen möglichen verschiedenen Orten zu bestimmen. In! der letzten Sitzuna der Pariser Acade--wie der Wissenschaften hat er wiederum einige wichtige Forschungsergebnisse

mitgetheilt. Danach ist die Luft der Städte und Wälder durch einen erheblichen Gehalt an Kohlenwasserstoffverbindungen ausgezeichnet, die auf den hohen Bergen verschwinden, wo nur noch einige verkümmerte Pflanzen wachsen und' wo der Boden ausschließlich aus festem Fels besteht. In der Hochgebirgsluft sind nicht viel mehr als 2 Cubikcentimeter Kohlenwasserstoffe auf 100 Liter Luft enthalten. Dagegen ist die verhältnißmäßig große Menge von reinem Wasserstoff auffallend, die 17 bis 24 Cubikcentimeter oder etwa zwei Zehntausendtel beträgt. Immerhin geht auch im Hochgebirge eine langsame Zersetzung des Bodens infolge tt mageren Pflanzenwuchses und der überall vorhandenen Bakterien vor sich, und daraus ist das geringfügige Vorhandensein von Kohlenwasserstoffen zu erklären, die übrigens wohl auch aus den tiefer liegenden Thälern aufsteigen. Es lag nahe, anzunehmen, daß die Seeluft den geringsten Gehalt an solchen Verunreinigungen irdischen Ursprungs, wie man die Kohlenwasserstoffe nennen könnte, besitzen wücde. Um über diese Frage Klarheit zu erlangen, setzte sich Gautier mit dem Director des Leuchtthurmwesens in Verbindung und stellte seine Apparate auf den ganz vom Meere umgebenenLeuchtthurm der Roches - Douvres, zwischen den Canal - Inseln und der Küste auf. Der Leuchtthurm erhebt sich 56 Meter hoch auf einer Granitklippe in einer Entfernung von 40 Kilometer von der Küste. Der Chemiker suchte sich nun die Zeit eines starken Nordwestwindes aus. da bei solcher Windrichtung die Luft am wenigsten über Landstriche hinweggeweht ist, also die möglichst große Reinheit der Oceanluft darstellt. Das Ergebniß zeigte, daß der Gehalt an Kohlenstoff noch geringer war als in der Hochbirgsluft, während er an freiem Wasserswff ebenso groß ist. Daraus folgt die neue Thatsache, daß reine Luft zu etwa zwei Zehntausendtel ihres Raumgehaltes aus freiem Wasserstoff besteht. Dieses Verhältniß mag geringfügig erscheinen, ist aber im Gegentheil zweifellos recht bedeutsam. In den Großstädten und in den Wäldern wird eben der freie Wasserstoff theilnxise zur Bildung von giftigen Kohlenwasserstoffen aufgebraucht. Ein Lepramittel. Ein exotisches Heilmittel gegen Lepra ist in dem Berliner Institut für Jnfectionskrankheiten bei zwei schwerkranken Frauen mit auffallendem Erfolge angewandt worden. Es handelt sich um das von uns schon erwähnte sogenannte Chaulmoogra - Oel, das aus dem Samen von Gynocardia

Odorata gewonnen wird. Geheimer rite - Aerzte in Berlin zwei lepröse grauen vor, denen das Otl innerlich rung in ihrem Aussehen. Auch andere Sortir mhmtit das Mittel das vieli ' r r leicht dazu bestimmt ist. den Bann dieser für unheilbar gehaltenen Seuche zu brechen. DieMalariainJtalien. Im kommenden Herbst, so berichtet dieAllgemeine Zeitung, wird die italieNische Gesellschaft für Malaria - Stuoaon - 2)cicuajax neriuaze zu? Verhütung der Malaria unter den Eisenbahn - Beamten in den Fieberdistrikten Italiens in großem Maßstabe anstellen. Auf allen Stationen, die wegen ihrer Fieberhäufizkeit berüchtigt sind, sollen d' Bahnwärterhäuschen durch uti mit jvuu uui wtuutuv cuu und der Zersetzung von Faserpflanzen. Ferner wird ein: Station in Trinitapolls in der Provinz Foggia zum Studium der Malaria in Suditalien und wahrscheinlich auch noch eine im Bezirt von Venedig engerichtet werden. Ein ähnliches Vorgehen wird für Sizilien und Sardinien beabsichtigt. Durch diese planmäße und über das ganze Land vertheilte Arbeit hofft man HUI UlilUUb WiUVUUUU VVii Wk tiuiv nalen Vertheilung und den örtlichen Einheiten der Malaria in Italien zu erhalten und Mittel zu ihrer Abwehr Verhältnissen in den vermiedenen Theilen des LandeZ an- - fc JScPaBX lveroen louen. eine genaue Vorstellung von der regwmehr rn Ausnahme gekommen als Er satz für die natürliche Zufuhr derNah rung vom Munde aus. Es giebt Fälle, in welchen die natürliche Ernährung durch bösartige Krankheitsprocesse im Bereiche des Magendarmkanals od

durch schwere Verdauungsstörungen rollkommen behindert wird. In solchen und ähnlichen Fällen hilft man sich in der Weise, daß man gewisse Nahrunzsstoffe unmittelbar unter die 'Haut spritzt; vom Unterhzutzellzewebe aus werden wie mehrfache Untersuchung gen festgestellt habn diese Stoffe glatt und ohne Störung aufgenommen und dem Organismus zur weiteren Verarbeitung und Nutzbarmachung zugeführt. In der letzten Sitzung derBerliner medicinischen Gesellschaft zeigte der Kliniker, Geh. Medizinalrath Professor Ewald ein?n von ihm ersonnenen Apparat, welcher es ermöglicht, Oel in größeren Mengen innerhalb einer bestimmten Zeit unter die Haut zu spritzen. Olivenöl ist ein vorzügliches Ernährungsmittel. Um es aber für die Zwecke diese? originellen Behandlunzsmethode geeignet zu machen, muß es vorher sorgfältig ausgekocht wer den, um von etwaigen Krankheitsklimen befreit zu sein. Das Oel wird gewöhnlich unter die Hau! des Oberschenkels gespritzt. Statt des Oeles sind auch andere Stoffe benutzt worden, zum Theil sogar bei kleinen Kindern, und auch hier mit günstigem Erfolge. Ermüöung des Gehirns. In einer Abhandlung und besonders in einem kürzlich erschienenen Werk L'uorno sulle Alpi" (Der Mensch auf den Hochalpen) hat der Turiner Physiolog? Angelo Mosso die Lehre von der Ermüöung entwickelt. Es gibt nur eine Ermüdung die nervöse. Aus ihr leitet Mosso alle die Erscheinungen ab, welche auftreten, sobald d:r Körper die physiologischen Grenzen seiner Leistungsfähigkeit überschreitet. Nichts ist demnach verkehrter, als sich, wie es so häufig geschieht, von einer geistigen Ueberanstrengung in die physische Arbeit, von eine: Ermüdung in die andere flüchten zu wollen. Vor allen Dingen darf man, wie Mosso hervorheöt. nicht den Zustand der Ermüdung" mit dem der Ermattung" ve:wechseln. In de uns wohlbekannten Zustande derErmüdung haben wir eine Summe von vagen Empfindunzen, die sich schwer definiren und noch weniger abschätzen lassen. Als Ermattung" aber bezeichnen, wir jenen Zustand der Erschöpfung, der uns Ermüdungsempfindungen geringerer Jtensität fühlen läßt undder fortdauert, nachdem wir uns beriets ausgeruht haben. Die Ermattung überfällt uns manchmal auch ohne vorherige Anstrengung des GeHirns oder der Muskeln. Besonders geschieht dies bei Hysterischen und bei Personen, welche eine große nervöse Reizbarkeit besitzen. Die gute und die schlechte Disposition, die gute und die üble Laune, von denen man so oft reden hört, sind keine Kaprizen des Organismus, sondern sind wie das gute und schlechte Wetter auf natürlicheUrfachen zurückzuführen und in. schwer erkennbaren Störunzen des Nervensystems zu suchen . . . Für Menschen und Thiere, welche unter natürlichen Bedingungen leben, also keinen gewaltizen Energieleistungen zu entsprechen genöthigt sind, ist es übrigens, wie Mosso treffend bemerkt, nur ein Vortheil, bei dem Energieverlust, dein sie in dem Kampf ums Dasein ausgesetzt sind, nicht durch eine Sinnesempfindung belästigt zu sein. Der Schmerz, der die Ermüdung begleitet, ist wie ein Sicherheitsventil, das sich nur öffnet, um ein Alarmzeichen zu geben, und bis zu diesem Momente können wir ruhig arbeiten. Leider funktionirt diese Sich?heits klappe nicht in allen Fällen und nicht bei allen Menschen gleich gut. Gerade in den Fällen großer Aufregung. Ueberanstrengung und Er-

schopfung versagt sie zuweilen vollstendig. Wie viel Procent? Ein eigenthümlicher Nachrichten dienst findet in Berlin an den Tagen statt, an denen eine Aenderung des Discontosatzes derReichsbank bekanntaeaeoen wiro. ajv oie Aenoeruna rn einer Erhöhung oder Ermäßigung be steht, ist im Voraus bekannt, nicht aber, ob es sich um ein ganzes oder ha!bes Procent handelt. Die Bankinstl tute, denen daran gelegen ist, ihre Kundschaft in den Provinzen so rasch als möglich von der Aenderung zu benachnchtlgen, rüsten n solchen Fallen ihre Boten mit der nöthigen Anzahl von Telegrammen für beide Fälle aus und die Boten stellen sich vor dem Ein gange zum Haupttelegraphenamt auf. 5lm Reichsbankaebaude befindet sich tm Beauftragter der Bankgeschäfte, dr die Verkündigung der Discontänderung mit anhört. Sobald die Venundi gung stattgefunden hat, eilt er vor das Gebäude und macht einem andern Beaustragten, der an der sogenannten aleichailtiaen Ecke" aufgestellt ist. durch ein verabredetes Zeichen mit den Finqern von der Höhe der Aenderung Mittheilung. Dieser Beauftragte gibt die Nachricht durch ein gleiches Zeichen an die vor dem Hauptielezraphenamte aufgestellten Boten weiter, die alsdann die entsprechenden Telegramme sogleich aufliefern. Seitens des Haupttelegraphenamtes sind für ivlche Falle glelq m 1 1 Y - . raus vie nolylgen orielzrunn getroffen; denn es handelt sich immer um etwa 2000 Telegramme. Da die Gebühren erst nach der Abtelegraphirung berechnet werden, vollzieht sich die Beförderung außerordentlich schnell. meinen itrunuin errennen, heißt unter Menschen noch 'lange Nicht, sich zur Wahrheit bekennen.

Vom Auö lande.

l5 i n e n groben V ertrauensöruch beging der bei der Firma Heidmann u. Höttges in Barmen angestellt gewesen: Buchhalter HugoRuttk?mp. Seit 1894 in dem Geschäfte thätig, genoß er so großes Zutrauen, daß er zu sämmtlichen Fabrik- und Comptoir - Räumen Schlüisel besaß und selbstständig v:e Geschäftsbücher und Kasse führte. An Gehalt bezog er jährlich 3000 Mark. Da er aber noblen Passionen huldigte, sich einReitpferd hielt und auch für eine Geliebtt viel Geld vergeudete, reichte sein Einkommen bald nicht mehr aus. Im Jahre 1893 vergriff er sich deshalb an der Kasse seiner Prinzipale und eignete sich daraus nach und nach 12,000 bis 15.000 Mark an. Die Untecfchleife verdeckte er lange Zeit 'dadurch, daß er auf der einen Seite der Bücher Beträge für angebliche Waaren - Lieferungen als bezahlt buchte. Die Strafkammer, vor der sich Ruttkamp zu verantworten hatte, ahndete den groben V?trauensöruch mit vier Jahren Gefängr.ii Eine neue Anwendung für Elektrizität ist in dem Kirchspiel Runwell in Essex gefunden worden; vor Kurzem hat man dort einen Apparat construirt, die Kirchenglocken mit Hilfe der Electricität zu läuten. Der Pfarrherr, der keine Lsute dazu finden konnte, mußte selber die Glocken drei Monate hindurch läuten. Um sich die Mühe zu ersparen, die mit dieser Arbeit verbunden ist, erfand er einen Automatenläuter" und stellte den Apparat in dem Kirchthurm auf. Er verband die Maschine mit dem elektrischen Strom, der schon in Benutzung war, um die Kirche und das Pfarrhaus zu erleuchten, und die Glocken läuten jetzt mit der vollkommensten Präzision. Der 33jährige Sohn des berühmten Malers Böcklin, der in Zürich als Kunstmaler lebt, jedoch keine feste Existenz hat, unterhielt seit zehn Jahren mit der 23jährigen Nosine Vaterlaut ein Liebesverhältniß, welchem ein heute 7jähriger Sohn entsprossen ist. Zwischen Böcklin und seirer Geliebten kam es zu wiederholten Skandalscenen, bei welchen die. Polizei interveniren mußte. Böcklin wollte das Mädchen ehelichen, was dieses, mit dem Hinweis auf seine unsichere Existenz ablehnte. Die Eltern verboten Böcklin den Besuch ihres Hauses, doch kamen die Beiden trotzdem wiederholt, zusammen. Neulich Naazts wußte sich Bocklin Eingang zu, seiner Geliebten zu. verschaffen. d:e er durch mehrere, Messerstiche schwer verletzte. Auf die Hilferufe des Mädchens eilte, der alte Vaterlaut herbei, der. Böcklin durch Hiebe, mit einem Todtschläger betäubte, worauf Böcklin. der .Vvliiiei überleben wurde. ... . H. m Vom Jnlandc. Im County - Gericht zu Portsmouth. Va.. rief ein ungeladsner- Revolver eine große Pamk hervor. Der Proceß des Negers W. H. Jenkins wegen des Mordes des Negers George Williams m Norfolk County war im Gange. Jnkins befand sich auf dein Zuaensiande und der Staatsanwalt R. C. Marshall handhabte den ftchskainmerigen Revolver, rnit den? angeblich das Verbrechen verübt lvor den war. und versuchte den Geschwzrenen zu zeigen, wie d Schrenerer sich zugetragen habm könnte. Jenkins errnaönte den Staatsanwalt zur Vorsicht. doch antwortete dieser: Keine Gefahr, keine Gefahr!" Er hatk kaum diese Worte ausgesprochen, als der Re volver sich entlud und die Kugel in di: Wand des GerlchtS,nmrners, gerade über Um Kopfe des Richters Pcrtlock. einschlug. Eine Untersuchung ergab. d,i fünf Patronen, der Ladung abgeschofjc.'. waren und eine sechs rn der Kammer verblieb. Als sie nach beendetem Gottesdienst vor der Sakristei in Eo lurnbus, S. C.. plauderten, wurden Henry N.Simpson und T. N. Noll von einem Blitzstrahl getödtet und Rev. Al. A. Terrill tödtlich verletzt. Zu dersel ben Zeit wurden die auf dem Heimwege von der Kirche befindlichen George Meecham undSamuel White nahe Rock Hill ebenfalls vom Blitz erschlagen. In demOrteWunnewood, I. T.. qofe ein Kind der Frau B. L. Millard Kerosinöl auf ein Feuer, damit dieses besser brennen sollte. Es erfolgte eineEzplosion und Frau Millard und zwei ihrer Kinder rrn Alter von 3 und 13 Jahren wurden so furchtbar verbrannt, daß sie bald nachher starben. Auch die anderen Kinder wurden verbrannt. werden aber mit dem Leben davonkommen. DurcheineKugelaus der Flinte seines Bruders wurde William Gilmore in Hamilton. Ind.. getödtet. Die beiden Brüder. 79 resp. 74 Jahre alt. schössen nach einer Scheibe und William war eben im Begnss, an der selben etwas in Ordnung zu bringen. als sein Bruder feuerte. Die Kuge drana ibrn in das Gehirn. Der unglücklich Schütze wohnt in Wisconsin Die Brüder Hermann ufcd Willie Klabunde. im Alter von 6 resp 8 Jahren, sind südlich von der Stad Olhkosh im Wlnnebaao - See ertrun !- ken. Sie fuhren in einem alten Boo auf dem Wasser und der Wind, welcher vom Lande weg wehte, trieb sie aus den See hinaus. Da sie sahen, daß si nicht an's' Ufer zurückrudern konnten sprangen sie über Bord, um an's Land zu.schwi.m,me.n. ertranken aber.

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