Indiana Tribüne, Volume 23, Number 329, Indianapolis, Marion County, 17 August 1900 — Page 7

Indiana Tribüne, Freitag, der 17. August 1900. 7. Erlöst.

Roman von M. E. Braddon. (Fortsetzung.) "O, es käme mir auch auf die zwanzigfache Summe nicht an," erwiderte der Bankier langsam, doch von leidenschaftlichem Schmerz übermannt, rief er: "Ach, Honora, weshalb behandelst Du mich so schlecht? Bin ich ein so grausamer Vater gewesen, daß Du mir nicht vertrauen kannst? Wozu braucht Du das Geld, Kind?" Ich kann es Dir nicht sagen, Papa." erwiderte sie mit ernster Entschlossenheit. "Wenn ich Dir sagte, was ich zu thun beabsichtige, würdest Du mich daran verhindern. O, Papa, theuerster Papa, ich bin von allen Seiten von Schwierigkeiten und Gefahren eingeengt, und außer dem Tod bleibt mir nur noch ein Ausweg. Wenn mir dieser verschlossen wird, muß ich sterben, und ich bin zu jung und zu glücklich, um gern freiwillig zu sterben. Gewähre mir die Mittel, die mir ein Entrinnen ermöglichen." "Du meinst das Geld?" "Ja." "Du bist von einem seiner alten Bekannten, einem seiner Gefährten behelligt worden?" "Nein." "Was ist es sonst?" "Ich kann's nicht sagen, Papa." "Weshalb thust Du nicht den klügsten und den sichersten Schritt, Honora? Weshalb gestehst Du Anton nicht die volle Wahrheit? Jede Gefahr wäre damit beseitigt, jede Schwierigkeit überwunden. Wenn Du von diesem gemeinen Gesindel verfolgt wirst, wer ist besser geeignet, für Dich einzutreten als er? Gestehe ihm alles, Honora, alles, alles." Nein, nein, nicht um die Welt," stöhnte sie, ihr Gesicht mit den Händen bedeckend. "Honora," rief der alte Mann mit einer Strenge in den Zügen, die das wohlwollende Gesicht wie mit einer Wolke überschattete, "ich muß darauf bestehen, daß Du mir bekennst, es sei nicht eine neue Bethörung, nicht ein neuer Wahnsinn, der Dich verblendet und ---" "Vater," ächzte Honora mit glühenden Wangen, "wie kannst Du eine solche Frage an mich richten? Neue Bethörung! Neuer Wahnsinn! Habe ich zu wenig für die Thorheit meiner Jugend gelitten, einen zu geringen Preis für meinen Irrthum bezahlt, daß Du mir heute solche Worte entgegenschleuderst? Bin ich von so schlechtem Stamm, daß Du so etwas Niedriges von mir denken kannst?" Und laut ausschluchzend warf sie sich dem Vater zu Füßen. "O, erbarme Dich meiner, Papa, erbarme Dich meiner!" "O Kind, was würde ich nicht für Dich thun, um Dir nur die Pein eines Augenblickes zu ersparen! Wenn ich Dir mit meinem Lebensblut helfen könnte!" "Du wirst mir das Geld geben, Papa?" fragte sie, ihn durch ihreThränen liebevoll anblickend. Ja. Kind, morgen früh." . In Banknoten?" Wie Du es wünschest, liebes Kind. Doch weshalb unterhandelst Du mit diesen Leuten? Weshalb hörst Du auf ihre schmachvollen Forderungen? Weshalb nicht ossen bekennen, was geschehenist?" Ja, weshalb nicht, theurer Papa? Frage mich nicht weiter, sondern gib mir morgen das Geld, und ich verspreche Dir, das soll das letzte Mal gewchn sein, daß Du von meinen eilten Kümmernissen hörst." Sie gab ihr Versprechen so zuversichtlich, daß dem alten Mann ein Hoffnungsstrahl aufleuchtete. Früh am anderen Morgen rief Rupert Hamden seine Tochter in das kleine Arbeitszimmer. "Ich habe nach dem Gelde telegraphirt." sagte der Bankier. "Wenn wir mit unserem Frühstück fertig sind, wird einer der Buchhalter schon hier sein." Rupert Hamden hatte Recht. Noch während er am Frühstückstisch saß, wurde ihm die Karte eines Herrn Albert Marlitt überreicht. "Bitten Sie Herrn Marlitt, einen Augenblick in meinem Arbeitszimmer zu warten," befahl der Bankier seinem Diener. Von Honora begleitet, begab er sich dorthin. Der junge Buchhalter schloß die Ledertasche auf, die er an einem Riemen über der Schulter hängen hatte, und zählte die Banknoten auf, wogegen er die Quittung des Bankiers in Empfang nahm und sich empfahl. 11. Juli 1900. Rupert Hamden setzte sich an den Schreibtisch und tauchte eine Feder ein. "Was hast Du vor, Papa?" fragte Honora. "Ich schreibe mir die Nummern der Banknoten auf." "Ach, das ist ganz unnöthig." "Es ist immer nöthig, geschäftsmäßig zu verfahren," erwiderte der Bankier, die Nummern der Noten in sein Buch eintragend. "Ich werde die Liste hier behalten, denn würde ich sie Dir geben, so würdest Du sie höchst wahrscheinlich verlieren. In zwanzig Jahren, sollte ich bis dahin leben, würde ich dieses Verzeichniß noch immer vor-

legen konnen, wenn es nöthig sein sollte." "Das wird wohl nie der Fall sein, Papa. Jetzt sind meine Kümmernisse, so Gott will, zu Ende," jubelte Honora, den Vater umarmend. "Ich muß Dich heute schon wieder verlassen, Du darfst mich aber nicht fragen, weswegen. Du mußt mich nur lieben und mir vertrauen, wie mein guter Anton mir unwandelbar vertraut."

m, l 20. Capitel. Während Anton von Mellis mit seiner Frau nordwärts fuhr, dampfte ein anderer Schnellzug von Liverpool nach London. Unter Un Reisenden dieses Auges befand sich ein Mann von ungefähr fünfzig Jahren, mit leicht ergrautem Haar und so dunkler Gesichtsfärbe, daß man ihn kaum für einen Engländer halten konnte, doch erzählte er in behaglicher Redseligkeit, daß er in Liverpool geboren und Capitän eines Kauffahrteischiffes und sein Vater gleichfalls Capitän eines Handelsschiffes gewesen sei. Capitän Horaz Oliven war auf dem Wege, seine Nichte Honoia von Mellis zu besuchen, die er noch nie gesehen hatte. Vor mehr als vierzig Jahren war er seinem strengen Vater entlaufen und hatte sich auf ein Fahrzeug geflüchtet, bessert Capitän sich seiner mit aroker Güte annahm. Die Trennung von der Heimath war ihm nur um der kleinen Schwester willen, die er mehr liebte, als sein Leben, ' schwer geworden. Das Schicksal hatte es gefügt, daß er bisher nie wieder nach Liverpool gekommen war und die Ge--legenheit nicht gefunden hatte, sich nach feiner Schwester Elise zu erkundigen, die als Kind einer Tante zur' Obhut übergeben worden war. Diese Tante, eine Schwester seiner früh verstorbenen Mutter, beschloß Horaz Oliven aufzusuchen, als er endlich wieder den hei-' mischen Boden betrat. Tante Ma.tha wohnte noch in demselben Hause, in dem sie vor vierzig 'Jahren gewohnt, und hielt noch denselben kleinen Kramladen. Der Capitän stellte sich der plten Dame vor, die ihn zuletzt als zehn jährigen Knaben gesehen hatte. , Tante Martha erzählte ihm, daß Elise schon seit einundzwanzig Jahren todt sei. daß sie, nachdem sie das wenig einträgliche und sehr langweilige Vlurnenmachen aufgegeben, Schauspielerin geworden war und mit neunundzwanzig Jahren einenBanki geheirallzek hatte, der irgendwo in Kent auf seinem Herrliehen Landsitz lebte. Tante Martha wurde von ihrer Nichte dringend eingeladen, sie in Erlenwald zu fesuchen und den Sommer über bei ihr zu bleiben, aber während die schwerfällige Krämersfrau die Vorbereitungen zu der Reise traf, erhielt sie die Nachricht von dem Tode Elisens und der Geburt ihres Kindes. Bankier Rupert Hamden hatte sich gegen die Tante seiner Frau immer sehr großmüthig benommen und sie alle zwei, drei Jahr' besucht und sie so gestellt, daß sie ihr Geschüft recht gut aufgeben konnte, aber die brave Alte würde sich ohne ihren Laden zu sehr gelangweilt haben. Capitän Oliven kam gegen Abend in Beckenham an, miethete einen Wagen, fuhr nach Erlenwald und ließ sich bei Kuvert Hamden melden. Der Bankier hieß den Seemann herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, Sie zu sehen," rief er. Sie sind der durchgegangene Bruder meiner verstorbenen Frau. Elise hat mir sehr oft von Ihnen erzählt. Sie haben ganz die Augen meiner Elise. Sie und alle die Ihrigen werden mir immer liebe Gäste sein." Der Capitän dankte seinem Schwager gerührt und sagte ihm, daß er nichts Anderes erbitte und wünsche als die Erlaubniß, seine Nichte Honora zu begrüßen, und war sehr bestürzt . zu hören, sie sei verheirathet und wohne in ver Nähe von Doncaster; wenn er nur zehn Stunden früher gekommen wäre, würde er sie in Erlenwald angetroffen haben. Der Bankier setzte seinem Schwager tini r?:!ezen aus einander, wieso Tank Martha nicht von der Verlirathung ihrer Großnichte nit dem Baron Anton von Mellis benachrichtigt worden sei. Tr Capitän theilte ihm seine Absicht mit, früh am nächsten Morgen nach Doncaster weiter reisen. Glauben ie nur nicht, daß ich mich zhrer Tochter aufdrängen werke. sagte er, als ahne er. wie unangenehm diesem Besuch dem Bankier sein werde. Ich weiß, daß sie im Range über mir sieht, -obgleich sie das einzige Kind meiner Sckwester xt. Ich mochte sie nur einmal seyen und sie ausrufen tien: Bist Du aber ein wunderlicher Kauz, lieber Onkel." Zweiter Theil. ' 1. Capitel. Georg Lambert fand es auf dem einsamen Gut recht langweilig. Seit der Gewuternacht war eine sehr auffallende Veränderung in feinem Wesen vorgegangen. Er gab sich nicht mehr den Anschein großer Geschäftigkeit, die er nach seiner Ankunft zur Schau getragen hatte, und überließ sich ganz offen dem Müßiggang, vollkommen gleichgiltig gegen die Meinung der Leute, die er anfangs für sich zu gewinnen bemüht gewesen war. Nach einer Unterredung mit der Baronin 'chien er auf jeden Wunsch verzichret zu jaben, seiner Umgebung zu gefallen, und wurde plötzlich so ruhelos und un- ! zufrieden, daß er selbst dem schwach- ! sinnigen Tom mit seiner LaunenhafI tiakeit das Lehen jccbi sauer machte.

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Tom ertrug das veränderte Wesen seines neuen Herrn mit wunderbarer Geduld. vielleicht zu geduldig, mit der klaglosen Geduld, die sich Vergeltung für die gegenwärtige Fügsamkeit vorbehält und eher zu Kränkungen und Beschimpfungen herausfordert, als sie vermeidet, sich über Alles freuend, was die Rechnung anschwellt, die im kommenden Unwetter 'ausgeglichen werden soll. Der Rothhaarige war ein Mensch, der seinen Haß und seine Rache aufsparen konnte, seine bösen Leidenschaften in den dunkeln Winkeln seines armen, zerrütteten Geistes verbarg und nur in der, Stille der Nacht zum Vorschein brachte. Lambert verhöhnte und verspottete den schwachsinnigen Diener, den er in einem Anfall von Aerger hündisch und feige nannte, der die empfangene Züch tigung von Frauenhand wohl verdient hätte. Der Arme wendete sich mit einem Kichern wilder Freude ab, war fortan noch unterwürfiger als sonst, dankte demüthig für die Cigarrenstummel. die sein Herr ihm zuwarf, und aehorchte jedem seiner Befehle mit größtem Eifer. An diesem glühendhein fünften Juli verließ Lambert sein Zimmer nicht ein einziges Mal, um nach den Pferden zu sehen, sondern saß den ganzen Tag, rauchend, trinkend und seine Rennlisten studirend, auf dem Fensterbrett. Frau von Walter, die trotz der großen Hitze einen Spazierganz durch dieAnlagen machte, nahm ihren Weg an demPförtnerhäuschen vorüber und blieb elmge Minuten vor dem Fenster Lamberts stehen. Die Anwesenheit Toms, der die Thürstufcn fegte und die Wittwe mit vertraulichem Grinsen anstarrte, brachte sie einigermaßen in Verlegenheit. Sie sprach ihr Erstaunen darüber aus, Lambert m dieser bescheidenen Wohnung untergebracht zu sehen, aber er fiel ihr gähnend in's Wort und bat sie, ihm die neueste Nummer der TimeZ zuzuschicken. Die Wittwe stand viel zu sehr unter dem E'.nsluß der anmuthigen Unverschämtheit seines Benehmens, als daß sie ihn zurechtgewiesen oder sich weigert hätte, ihm seine Bitte zu erfüllen. Mit höflichem Gruß wanderte sie welter. Gege? Abend warf Lambert feine Thonpfeife mit ungeduldiger Bewegung auf den Tisch und befahl Tom. ihm Hut und Stock zu bringen. Sieben Uhr. murmelte er, erst sieben Uhr. Wie langsam der Tag verstreicht." Mit verdrießlichem Stunrunzeln, das feine schönen Brauen zusammenzog, sah er zum Fenster hinaus. Das Bild sommerlicher Pracht, das sich vor ihm entrollte, ließ ihn sehr gleichgiltig. Ich werde heute Abend nach Doncaster gehen, Tom," wendete er sich an seinen Diener. Kann ich einen Wagen bekommen? Ich würde es vorziehen, hinzufahren." Tom erwiderte. eS siehe. in Korb wagen, den die Dienerschaft benutze. um die Einkäufe in Doncaster zu besorgen, zu seiner Verfügung. Nein, lassen Sie mir den Phaeton de Barons anspannen, den Korbwagen mag ich nicht." Der Phaeton ist nur für den Herrn Baron," wendete Tom mit dem Ausdruck großer Angsr-ein. Ach was, stiaer Hund, schalt LamUzt, ,.ich sage Ihnen, daß ich in des Barons eigenem Waaen fahren will. Wäre seine Frau nicht ein solcher Teusel, wurde ich den lieben Baron schon zwingen, sich zu ducken. Von Rechts wegen müßte dieses Schloß und dieses Gut mir gehören. Ich ersticke vor' Wuth, wenn'ich denke, wie nahe ich daran war. Besitzer einer Million, zu werden. Holen Sie den Phaeton, sage ich Ihnen, und tummeln Sie sich!" Er hinkte in's Freie, sich mit seinem breitrandigen Hut Kühlung zuwehend und sich die Schweißtropfen von der Stirn wischend. Tummeln Sie sich, tummeln Sie sich, Tom," wiederholte er. Ich habe mich ordentlich in ein Fieber hineingeredet, das nur durch eine schnelle Fahrt geheilt werden kann." Tom ging, so schnell es in seinen Kräften lag. Noch nie hatte ihn Jemand laufen sehen. Sein Schritt hatte eine gewisse 'Ähnlichkeit mit dem Schleichen eines tückischen Reptils. Lambert hinkte auf dem Rasenplatz vor seinem. Hause hin und her. Zweitausend Pfund!" murmelte er. Erbärmliche zweitausend Pfund!- Nicht die Jahreszinsen des Vermögens, welches mir zugefallen sein würde, wenn In diesem Augenblicke erschien Tom mit dem befohlenen Gefährte Georg Lambert stieg ein, nahm - Tom die Zügel aus der Hand und zündete sich eine Cigarre an. Sie brauchen nicht aufzubleiben und auf mich zu warten, Tom," sagte er, ich werde erst spät nach Hause kommen." Ich werde es doch thun," brummte Tom, dem entschwindenden Wagen nachblickend. Zweitausend Pfund ! Ein Haufen Geld! Er sprach etwas von zweitausend Pfund!" kicherte er, die Cigarrenenden aufrauchend, die sein Herr ihm im Laufe des Tages zugeworfen hatte. Schon war das letzte rothe Licht der untergehenden Sonne auf dem fernen Wasserstreifen erlosehen und dem nächtigen Dunkel gewichen, aber-immer noch saß Tom rauchend und grübelnd auf der Thürschwelle. Nach zehn Uhr hörte er Rädergerassel, doch als der Wagen durch das kleine, eiserne Thor sauste, bemerkte er. dak es dr zum Emrf7.na

v-, . den 17. August 1900.

Ws, Barons und seiner Frau aus ven Bahnhof geschickte Landauer war. . Ein kurzer Besuch in London." knurrte er. Ich möchte wetten, daß sie dort war. das Geld zu holen." Es war lange nach Mitternacht, als Lambert zurückkehrte, offenbar stark angetrunken. Er stolperte über Tom, der noch immer auf der Thürschwelle kauerte. Sie sind ja doch noch wach." schalt O?. 5Rrtnrtn tan Unnn in Remise und führen Sie die Pferde in ven Stall." Tom gehorchte dem Befehl seines Herrn, der schnarchend im Bette lag. als der Diener sich in das Haus schlich und die umhergeworstnen Kleidungsstücke aufhob. Ich werde sie lieber gleich abbürsten," sagte er, damit der Wütherich sie morgen beim Ausstehen schon sauber vorfindet." Er nahm die sehr vollgestaubten Sachen über den Arm und ging in die Küche, wo er eine Bürste ergriff und tapfer darauf losbürstete. Plötzlich hielt er inne und betastete die Weste, die er eben in der Hand hielt. Da ist zwischen dem Oberstcff und dem Futter ein Papier eingenäht," rief er. Ich will die Weste auftrennen und nachsehen, was es ist." Er nahm sein Messer aus der Tasche, schnitt einen Theil der Naht auf und zog ein doppelt zusammengefaltetes Papier hervor, das 'zum Theil bedruckt, zum Theil beschrieben war. Das Blatt in der Hand, näherte er sich dem Licht und las langsam und mühevoll den Inhalt des Papieres, jedem Wort mit dem plumpen Zeigefinger folgend. Jetzt weiß ich alles," kicherte er. Nun kann ich mir alles zusammenreimen. Sie giebt, ihm die zweitausend Pfund, damit er von hier fortgehen und von der Geschichte nichts verrathen solle." Er faltete das Papier wieder zusammen, schob es zwischen das Tuch und das Futter, holte aus seiner Tasche ein Päckchen hervor, in dem sich Zwirn und Nadeln befanden, und nähte die aufgetrennte . Naht ziemlich geschickt wieder zusammen. :v f 2. Capitel. Georg Lambert frühstückte am Morgen nach seinem nächtlichem Ausflug im Schlafzimmer, und Tom hatte ihn dabei zu bedienen, seine üble Laune mit der unerschöpflichen Geduld ertragend, die diesem buckligen Stallknecht mit der heiseren Stimme eigen zu sein schien. Bnnaen Sie mir die Pfeife," befahl Lambert, sich auf dem Sopha ausstreckend. Die Fahrt nach Doncaster hatte seine Stimmung nicht verbessert. Seine Augen waren trübe und gläsern, seine Hände zitterten, und der Kopf war ihm bleischwer. Sind sie nach Hause gekommen, Tom?" fragteer. Wer?" Der Baron und seine Frau, Ein faltspinsel!" erwiderte Lambert grimmig. Um wen sonst sollte ich mir den Kopf zerbrechen? Kamen sie gestern Abend an, während ich fort war?" Tom berichtete, einen Wagen vorüberfahren gesehen zu haben, er vermuthe, daß die Herrschaften darin gefesten hätten. Wenn Sie Ihrer Sache nicht ganz sicher sind, gehen Sie auf's Schloß und überzeugen Sie sich, ob der Baron und die Baronin zurück sind." Ich soll in's Schloß?" Ja, Feigling. Denken Sie vielleicht, die Baronin werde Sie auffressen?" Nein," erwiderte Tom finster, aber ich möchte das Schloß lieber nicht betreten." Aber ich sage Ihnen, daß ich wissen muß, ob die Baronin zu Hause ist, und ob Gäste eingetroffen sind, verstanden ?" ! Es ist leicht genug, das zu verstehen, aber sehr schwer, es zu thun. Wie soll ich es ausfindig machen, und wer wird mir Auskunft geben?" Wäre., ich nicht so krank, daß ich mich nicht aus dem Zimmev rühren kann, würde ich selber gehen und mich mit Ihnen nicht in ein so unnützes Geschwätz einlassen." Tom Rack murmelte eine Entschuldigun'g und entfernte sich, Lamberts Augen folgten ihm mit finsterem Blick. Mein Kopf dreht sich mit mir, als wäre ich an Bord eines Dampfers," sagte er sich, und meine Hand zittert so, daß ich meine Pfeife kaum halten kann, ein hübscher Zustand, um mu ihr zu sprechen. Als wenn ich ni.cht meine ganze Kraft' zusammennehmen müßte, um ihr gewachsen zu sein." Die Sonnengluth und das Summen der Jnsecten peinigten ihn, bis er einschlief, aber einer der Stallburschen weckte ihn aus seinem Halbschlummer. Der Baron wünschte ihn augenblicklich zu sprechen. -. (Fortsetzung folgt.) , " L enrer A e r tu cy. Photo aravb: 5?rau. wenn Du mich noch lange ärgerst, photographire ich dich mal vor Deiner Morgentoilette! Unter Eheleuten. Sie: .Um mich haben sich seiner Zeit sehr viel Männer beworben." Er: Und ich hatte das Unglück, der Glückliche zu sein." Ein Dämpfer. Ob ich Eböes rlskir, wenn ich um die Rahel bei Commerzienraths anhalte?" Nein, Sie risüren nichts, aber der .Ecmmerzienratd!"

Täglicher Marktbericht. Viehmarkt. Indianapolis Union Viehhöfe, 17. Aug. Rindvieh. Auserlesene bis prima Stiere, 1350 Pfd. und

aufwärts............$5.40 $5.75 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und auswärts 5.00 5.40 Auserlesene bis prima Stiere 1150 bis 1300 Pfd................ 4.90 5.35 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Psd. Stiere.... 4.75 5.10 Mittlere bis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd.... 4.50 5.00 Gute bis gewählte Rinder. 4.25 5.00 Mittlere bis gute Rinder. 3.65 4.40 Gewöhnliche leichte Rinder 3.00 3.50 Gute bis gewählte Kühe.. 3.75 4.35 Mittlere bis gute Kühe.. 3.40 3.60 Gewöhnliche alte Kühe.. 4.75 3.00 Kälber........ 4.00 6.25 Schwere Kälber ........ 3.00 5.00 Prima bis fancy Export Bullen .............. 3.90 4.25 Gute bis gewählte Schlächter Bullen .......... 3.50 3.75 Gewöhnliche bis gute Bullen 3.75 3.85 Gute Kühe mit Kalb .... $35 56 Gcwöhnliche Kühe mit Kalb 15 30 Schweine. Gute bis gewählte, mittlere und schwere ..... $5.25 5.32 1/2 Gemischte u. schw. Packing 5.20 5.25 Gute bis gewählte leichte 5.30 5.35 Gewöhnliche leichte ..... 5.20 5.27 1/2 Pigs ................ 4.00 5.35 Roughs .............. 4.75 5.15 Schafe. Spring Lambs .......... $5.25 5.75 Gute bis gewählte Schafe Gewöhnliche bis mittlere Lämrner !.00 3.25 Gute bis gewählte Jähr linge 4.75 5.25 Gewöhnliche bis mittlere Jährlinge 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.50 Böcke, per 100 Pfd. 2.00 3.75 3.25 3.00 Früchte und Gemüse. Früchte. Pfirsiche, $1.25 per Crate, 6 Körben; 60c L5c sur i Bushel Korb. . Tomatocs, einheimische, 30c per Bushel. Orangen, California Navels 4.00. Citronen, $6 für 300; .00 für 360. Aepfel, neue, 50c-75 per Bushel Box. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 54e-6c per Pfund. Kokusnüsse, 3.50-4.00 per Hundert. Ananas, 3.50 per Cafe 30-36. Johanncsbecren, 1.00 per Cafe. Rothe Pflaumen, 4.00 per 24 Qt. Case. Wassermelonen, $14 per Hundert. Brombeeren, 1.25 per Case. Canteloupcs, 75c per Crate; südliche Jndiana 25c per Korb; Tcckers Littcl Gcms.25c per Korb. Trauben, Alabama, per Case von 4 Körben 50c. Heidelbeeren, 1.75 per 16 Qt. Case. Neue Gemüse. Kraut, 25c per Faß. Radieschen, 15c per Dutzend Bunches. Zwiebeln, 8c per Dutzend Bunches; Neue Bermuda 2.00 per Crate; Neue Louisiana $4 per Faß. Rothe Rüben, 15c per Dutzend. Gelbe Rüoen, 75c per Dutzend Bun ches. Gurken, 20c per Dutzend. Neue Kartoffeln, 35c per Bushel. Sommer-Cclcry, 15c per kl. Bunch. Korn, 3c per Dutzend. Alte Gemüse. Parfnips, 1.25 per Faß. Squashcs, $18-22,per Tonne. Kartoffeln, Burbanks und runde weiß 42c per Bushel. Zum Versandt bereit 5c mehr. Zwiebeln, Gelbe Denvers 50c per Bushel, rothe Globe 75c; weiße Globe $2 per Faß. Weiße Rüben, Ungewaschene 1.251.50 per Faß; gewaschene 1.50-1.75; Canada Rutabagas 1.10-125 per Faß. Rothe Rüben, $1.25 per Faß. Geräuchertes Fleisch. Sugar Curcd Schinken Erste Quali tät: 20-18 Psund ; 15 Pfund 12c; 12-10 Psund 12k; Zweite Qualität 20-18 Psund ; 15 Pfund llc; 12 Psund 12c; 10 Pfund 12c. Californische Schinken 6 bis 8 Psund 8s c; 10 bis 12 Pfund 8s c; 12 bis 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13r, 6-7 Psund im Durchschnitt 12c; 8 bis 9 Psund im Durchschnitt c; 10 bis 12 Psund im Durchschnitt 11c; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, 11c; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, llc. Speck, Engl. Gewühlter, 8 , bis 10 Psund im Durchschnitt, llic; 10 bi 12 Pfund im Durchschnitt, 10Zc. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt', 9jc; Klare Seiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, c; Klare Seiten, 20 bis 30 Pfd., 9c; Klare Bcllies, 25 bis 30 Pfd., c; 18 bis 22 Pfd., 10c; 14 bis 16 Pfd., lOc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd., 9jc; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd., 10c. Schultern, Cnal. Cured, 10 bis 20 Psund im Durchschnitt, c; 16 Pfund

im Durchschnitt, 9e; 10 bis 12 Pfund 9sc. Gedörrtes Rindfleisch. Schinken, reg. Sets, 13c; Außenseiten 10; Innen seiten 15c; Knöchel löc. Schmalz, in Ticrces, 1. Qualität 8Sc; 2. Qualität 8c; 3. Qualität 8ic. Gcpöckcltcs Schweinefleisch, Knochen loses Fancy Pig $17.75; Klares Bcan 17.25; Family 16.25; Short Clear 15.75; Rumpf 15.75. Würste, Geräucherte Bratwurst 7Zc; Frankfurter 7jc; Wicncrwurst 7c; Knackwurst 7Zc; Bologna in Därmen ezc, in Tuch 6c.

Butter, Eier und Geflügel.' Händler bezahlen folgende Preise : . Butter, frische, 12t Eier, 10c per Dutzend. Huhne? 7c, Spring hickcns 7c Pfd. Turkey Hennen 6c, junge Hähne 5c. alte Hähne 4c; Enten 5-8c; Gänse wer den verkauft zu 3.75-4.25 per Dtzd. Getreide. Weizen-No. 2 rother 74c auf den Geleisen, 74c von der Mühle ; No. & rother 70-72c; August 74c auf den Geleisen; Wagenweizcn 75c Korn-Ro. 1 weiß 41s c; Ro. 2 weiß 44s c; No. 3 weiß 41fc; No. 4 weiß 38-40; No. 2 weiß gemischt 40Zc; No. 3 weiß gemischt 40Zc; No. 4 wci gemischt 37Z-39c; No. 2 gelb 41c; No. 3 gelb 414c; No. 4 gelb 38-405 No. 2 gemischt 402c; No. 3 gemischt 40fc; No. 4 gemischt' 37-39c; an Kolben 41c Hafcr-No. 2 weißer 244c; No. 3 weißer 23c; No. 2 gemischter 22jc; No. 3 gemischter 24c Heu-altes No. 1 Timcthy 13.0014.00; neues No. 1 Timothy $11.50--$12.50; altes No. 2 Timothy 512.0012.50; neues No. 2 Timcthy 11.0011.50. Groceries. Zucker Dominocs 6.67c; Stöckzuckcr6.82c; pulversirtcr 6.52c; XXXX pul verifirter 6.57c; Standard granulirtei7 6.42c; feiner granulirter 6.42c; granu lirter in 5 Pfund Säcken 6.52c; granu lirter in 5 Pfund Cartons 6.52c; extrafeiner granulirter 6.52c; Cubcs 6.57c; Mold A 6.67c; Confectioncrs' A 6.22c; 1 Columbia A-Keyftone A 6.07c; 2 WindsorA-Amcrican A 6.04c; 3 Ridge wood A-Centennial A. 6.07c: 4 Phönix-A-Califcrnia A 6.02c; 5 Empire AFranklin B 5.97c; 6 Ideal Extra Gol den C-Kcystone B 5.87c; 7 Windsor Extra C-American B 5.77c; 8 Ridge wood extra C-Ccntcnnial B 5.72c; 9 gelber extra C-California B 5.67c; 10 gelber C-Franklin extra C 5.62c; 11 gelbcr-Keystone extra C. 5.57c; 12 gclber-American extra C 5.52c; 13 gel ber-Centennial extra C 5.52c; 14 gelber -California extra C 5.52c; 15 gelber 5.52c; 16 gelber 5.52c. llaffce. Folgendes sind die Jndianapoli Preise : Gcwöhnl. bis gutcr 12c-l?c; prima. bis gewählter 20-22c. Fan:y 26-27c;. Golden Rb 23-26; Java 28-31c. In Packctcn: Ariosa $13.25, Lion 12.25, Jersey 13.25, Caracas 12.25, Dillworth's 13.25, Dutch Java Blcnd 16.00, Mail Pouch 12.25, Gates Älcndcd Java 11.75. lläsc. Engros Verkaufspreise, JmportirterSchweizcrkase 27c per Pfund; einhei mischcr Schweizcrkäse 17c; Wisconsin . Cream Käse 10c-12c; New York Ched dars 12c; einheimischer Limburgcc 12c;. Brick 13c. Sämereien. Kaufpreise: Klcesamcn, Rother, $4-$4.25; cng lischcr, je nach Qualität $4-4.50; Al syke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6.00 per Bushel. j Timothy $1.20-$1.30. t Tetail-Prcife : Klcesamcn, alter, prima, $4.755, neuer $5.00. Timothy, gewählter $1.50; primg' $1.45. Blue Gras, Fancy Kentucky $1.25 pcl Bushel; extra reines 65-75c per Bushel. Nohlcn. ( Tonn: Yt Tonne Anthracits $7.00 3.65 Pittsburg 4.25 Kanawha 4.25 Winifrede 4.25 Raymond City 4.25 Jackson 4.25 Brazil Block 3.25 Island City Lump u. Egg 3.00 Jndiana Lump 3.00 Island City Tomcstic Rut 2.75 Mine Run 2.75 Slack 2.00 Bloßburg 5.00 Rauchlose 4.50 2.25 2.25 2.25 L.25 2.25 1.80 1.65 1.65 1.50 1.50 1.15 2.65 2.40 Lump Coke 11c per Bushel. $3 per 25 Bushel. Zerkleinerter Coke 12c per Bushel. $3 per 25 Bushel. WoUe. Folgendes sind die Preise für Wagen ladungcn'': Ungewaschene mittelmäßige Wolle 19-20:; scinc Merino-15-17r: unge rriniate, ron3c biö i: wcnigcr: :uö.rge ! waschcnc !.8-0:.

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