Indiana Tribüne, Volume 23, Number 329, Indianapolis, Marion County, 17 August 1900 — Page 2

o Jndiana Tribüne, Freitag, den 17. August 1900. Si

SchMtzgraver auf Actien. ' Giitt Schatzgräber ' Actiengesell schaft hat sich kürzlich in Tunis gebilfotL E handelt sich um nichts weniger lls darum, den sagenhaften Schatz des : Eschmun, das ist der Name eines puni- - schen Gottes, der unter den Römern - zi.m Saturn wurde, zu heben. Der- ' selbe besteht us Goldmünzen und 'Goldbarren, goldenen Säulen und Statuen, und hat einen Werth von nicht unter 400 Millionen Francs. Im : Wolke sind über denselben unö überPerfönen, die ihn gesehen haben, eine Menge Legenden und Erzählungen im Umlauf, in denen man Wahres und 'Erfundenes schwer unterscheiden kann. -Schon unter Kaiser Nero war von die sem Schatze die Rede. Sueton in seintm Leben Nero's und Tacitus in sei7ien Annalen, 16. Buch, berichten übereinstimmend, daß Nero eine Flotte nach Karthago abgeschickt habe, um sich des Schatzes der Dido, wie er damals hieß, zu bemächtigen, dessen Vorhandensein hm ein aus Kqrthago gebürtiger Ritter. Cesellius Ca.ssus. glaubhaft gemacht hatte. Als man ihn aber nicht fand, nahm sich Cesellius das Leben. Den Schätzen der Dido gesellte man später auch d'e Schätze der Karthager zu, welche sie vor der Eroberung ihrer 'Stadt in einer .unzugänglich gemachten Nekropole geborgen haben sollten. Die letztere aber liegt unter dem Hügel Sldi-bu-Haffan, südwestlich von Turas. am Salzsee; ein durch den letzteren gelegter Tunnel , verband sie mit KarLhago. Hier mag gleich erwähnt werUn, daß beimBau des Hafens von Tunis die Ingenieure bei ihren Sondirungen das . Vorhandensein eines gemauerten Gewölbes unter einer 55 Fuß tiefen Schlammschicht auf die ox,. i An rurha s-74sj,M,n 9Tf

.,uiiyv wu aw jvitv w jv vvv m dem Hügel, so berichtet eine Legende, iwurde der Marabut Sidi-ben-Hassen, von dem er den Namen führt und der eine Zauia dort erbaut hatte, von einem ihm zürnenden Bey nebst 40 Gefährten lebendig eingemauert. Als der Bey aber sich des Anblickes der todten Feinde erfreuen wollte, war in dem Geiafe keine Spur derselben ,sichtbar. sie Hatten sich durch unterirdische Gänge bis an's Meer geflüchtet und waren nach Egypten gegangen. Vor 40 Iah.ren machte sich ein Marokkaner in Tunis dadurch bemerkbar, das er Gold init vollen Hänft ausstreute, obgleich er bisher ganz arm gewesen war. Von ihm hieß es. daß er sich mit einem andsmann, von einem alten Manu.script geleitet, durch einen Luftschacht in die Todtenstadt hinabgelassen und sich dort sein Gold geholt habe. Beide verließen dann Tunis, und erst nach 15 Jahren .kam der zweite zurück, in der Absicht, sein seitdem vergeudetes Vermögen in der Todtenstadt zu erneuern Da er sein Ziel allein nicht erreichte, warb er mehrere Genossen an, darunter einen gewissen Embarek. und mit ihrer Hilfe gelang es ihm, bis an das Thor eines unterirdischen Tempels zu gelangen, in welchem die Schätze lagen. Bei einem Streite darüber, wer zuerst eintreten sollte, kam es zum Blutvergießen, zwei Kameraden, darunter der Marokkaner, blieben todt und die übrigen, von wahnsinnigem Entsetzen -erfaßt, entflohen, nachdem sie den Eingang zugeschüttet, sich gegenseitig das tiefste Geheimniß gelobend, um nicht i3 Mordes angeklagt zu werden. Alles bis jetzt Erzählte könnte bloße Erfindung sein. Das Merkwürdige ist xlber, daß vor zwei Jahren Embarek, der bis nach Marokko geflohen war, von dort zurückkam und seine Kameraden von damals wieder aufsuchte, um die Expedition zu wiederholen, daß er auch zwei derselben noch am Leben und sehr geneigt fand, ihn dabei zu unterstützen, daß sie ferner nächtlicherweile einen Versuch machten, in den Schacht zu dringen, daß sie aber angesichts der veränderten Verhältnisse die Unmöglichkeit einsahen, denselben, ohne Aufrnerksamkeit zu erregen, durchzuführen, . und daß sie sich deshalb endlich an einen durch seine Studien und Nachforschungen über punische Nekropolen bekannten tunesischen Gelehrten, Herrn Medina, wandten und ihn um seinen Beistand ersuchten. Herr Medina zog ien bekannten Eorrespondenten der Akademie von Paris. Baron Anselme de Kuisaye, hinzu, sie ließen sich von Embarek genau den Hergang seiner ersten Expedition erzählen, von dem hohen gewölbten Gang, in den er zuerst kam, von den Seiteng'ängen nach dem See und in das Innere des Berges zu, von den in die Wände eingeschnittenen Wohnungen, von demPlatz endlich, auf welchem zwei Opfertische standen und dessen eine Seite der mit einem großen metallenen Thore verschlossene Tempel bildete, und sie erhielten auf ihre eingestreuten Fragen jedesmal, ohne Zögern vorgebracht, derart sachgemäße, mit anderen Beobachtungen, im Einklang stehende Antworten, daß sie die Ueberzeugung bekamen, der Bericht be.ruhe auf Wahrheit. Demgemäß handelnv, wandten sie sich an die Regierung. in diesem Falle durch die Herren Millet und Gauckler vertreten, und erhielten die gewünschte Ermächtigung zu Nachgrabungen an der bezeichneten Stelle auf ihre eigene Kosten. Doch beanspruchte der Staat die Hälfte vom Werthe der zu entdeckenden Gegen'stände und es wurde sogar die Bildung einer Commission von fünfMitgliedern in Aussicht genommen, welche diesen Werth festzustellen hätte. Die Ausgrabungen begannen, hatten aber bis jetzt noch keinen besonderenErsolg. Obgleich Kln.barek und Genossen ohne Zögern

an dem Orte, der ohne sie nicht zu sin den gewesen wäre, den Eingang wiederfanden, obgleich sie ohne Anspruch auf anderen Lohn als ihren Finderantheil. den zu verkaufen sie sich trotz hoher An erbietungen weigerten, eifrig mitarbeiteten, fand sich der angeblich 24 Fuß hohe aewölbte Gang nicht mehr vor. Man stieß auf Wasseradern, die bewältigt werden mußten, fand auch Galcricen. die aber verschüttet waren, und in ihnen menschliche Gebeine und punische Lampen und Topfgefäße, aber die vorhandenen Mitte! waren erschöpft, ohne daß man den gesuchten Tenipel fand, und deshalb hat sich der Baron d'Anselme entschlossen, einen Theil, und zwar 59 Procent, des ihm zukominenden Anspruches zu veräußern, wel eher am Ende der Arbeiten unter die Unterzeichner von 100 Anteilscheinen zum Preise von 100 Francs vertheilt werden soll.

Tintenfifch'Nederschwemmung. ' H Die Tintenfische ode: richtiger Tintenschneckn sind an den Mitteleuropasschen Meeresküsten gewöhnlich seltene Gäste. Erst im Jahre 1874 tauchte eine größere Zahl dieser Thiere an der Küste der Bretagne auf, aber erst seit drei Jahren rotteten sie sich in solchen Massen zunächst in den südcnglischen Theilen des Eanals zusammen, daß sie zu einer wahren Plage wurden. Sie begaben sich dann auf die Wanderschaft und rückten allmälig nach Süden und Westen vor. Im Sommer vorigen Jahres belagerten sie zahlreich die Küsten der Bretagne, zunächst bei Roscoff, und gingen dann immer weiter westlich und südlich über die Reede Don Brest hinweg, über das Ziegencap hinaus nach der Bay von Douarnenez, um in diesem Jahre schon in der Umgebung von Audiere das Gestade unsicher zu machen. Vor einem Jahre waren die Verhältnisse an der nordfranzösischen Küste infolge der Belagerung mit Tintcnschnccken so unangenehm geworden, daß die dortigen Luxusbäder stark darunter litten, noch mehr aber Ixe Fischereibevölkerung. Es ist kürzlich eine Denkschrift über den Schaden, der dadurch verursacht ist. veröffentlicht worden. Besonders merkwürdig und zugleich unangenehm waien die Zustände auf der kleinen Insel Äatz im Bezirk von Morlaix. wo die .Tinienschnecken nicht ur Monate wng den Frschzug unmöglich machten, sondern sogar noch nach ihrem Tode lästig winden. Im April strandeten auf dem Nosduser der Insel so große Mengen von Leichen dieser Thiere, daß die Bewohner den Ausbruch einer Seuche infolge der AnHäufung faulender Körper befürchteten. Der Bürgermeister ordnete an, die todten Tintenschnecken zu beseitigen, und es wurden daraufhin 120 Fuhren Thierleichen im Dünensands vergraden. Sie waren sehr groß, und Die Fangarme erreichten allein eine durchschnittlich Länge VON über einen Metcr. Die ersten Tintenschmckcn hatten sich auf der Insel Batz vor etwa einem Jahre gezeigt und zwangen die Bewohner in kurzer Zeit, die Fischerei auf Hummern und Langusten aufzugeben, da die Köder von ihnen gestohlen und die Fische aus den Netzen weggeholt wurden.' Ein Fischer von RoscLff zog ein ganzes Netz von Tintenschneckcn in's Boot und konnte noch froh sein, als er die Thiere, die sich mit den Fangarmen um seine Beine schlangen, sammt dem Netz wieder losgeworden .war. nachdem er sich mittels eines Messers von den an seinen Beinen haftenden Saugarmen befreit hatte. In den letzten Wochen erst hat sich in diesen den Erwerb der ganzen Küstenbevölkerung bedrohenden Mißständen eineBesserung gezeigt, wenigstens insofern, als man. auf die Beseitigung der Tintenschnecken mit ziemlicher Sicherheit rechnen kann. Es haben sich nämlich an jenen Küsten große Mengen von Delphinen eingestellt, die denTintenschnecken auf's Gierigste nachstellen. Leider jedoch scheint der Teufel mit Beelzebub ausgetrieben zu sein, denn die Delphine haben sich in Folge des reichlichen Futters derart vermehrt, daß die Schädigung der Fischere! kaum geringer geworden ist. Nicht nur die Küsten der Bretagne, sondern auch die der Normandie und weiter südlich die Meeresgegend von Bordeaux bis hinunter nach der sparnschen Grenze sind jetzt so von Delphinen belagert, daß die Bewohner sich in einer von vielen Unterschriften bedeckten Petition an den Marineminister gewandt haben, damit etwas gegen diese neue Geißel der Fischerei und der Seebäder geschähe. Die Delphine sind nämlich auch große Liebhaber von Sardinen und Anchovis und haben bereits eine merkliche Verringerung dieser werthvollen Fische verursacht, die sich noch vergrößern wird, sobald die Gefräßigkeit der Delphine nicht mehr in der Hauptsache durch Tintenschnecken gestillt wird. .Der französische Marineminister wird wohl einige Regierungsdampfe? auf die Delphinjagd entsenden. Während der soeben beendeten Saison wurden ca. 17.000 Waggonladungen h 360 Kisten Orangen von Ealifornien versandt. Das seltene Fest ihres 72. Hochzeitsjubiläums feierten Herr und Frau S. R. Hopkins im Town' Dale, Outagcmie Ccunty. Wis. Herr Hopkins ist 93 Jahre alt und feine J-.-au um 3 Jahre jünger.

China und die Mächte.

Der frühere langjährige deutsche Gesandte in Peking.Herr M. von Brandt, spricht sich in einemArtikel in folgender Weise über die gegenüber China zu be, folgende Politik aus. Anknüpfend an das Programm" des Grafen Bülow sagt er. daß dasselbe mit allen Programmen den Nachtheil habe, daß es in seiner allgemeinen Fassung leichter verständlich als in den Einzelheiten ausführbar erscheint. Eine Entschädigung taun China nur zahlen, wenn es eine Anleihe aufnimmt, und eine Anleihe ist nur unter Garantie der Mächte möglich. Die Zinsen und die Amortisaticn dieser Anleihe können abtx nur von dem fremden Handel und Verkehr ?nit und in China aufgebracht werden. Eine Bestrafung der wirklich Schuld!Hen ist bisher nie möglich gewesen, weder 1860 noch 1870. obgleich die Anstifter der damaligen -Grausamkeiten und Metzeleien wohl bekannt waren. Dann heißt es in dem Artikel wörtlich weiter: Wn so Sühn:m? und Genugthunng für das Begangene bei der Durchführung schon erheblichen Schwierigleiten begegnen dürften, wird es mit den anderen Punkten, der Wiederherstellung der Sicherheit der Person, Eigenthum und Thätigkeit der fremden Staatsangehörigen und der Wiederherstellung geregelter Zustände unter einer geordneten chinesischen Regierung, nicht besser und leichter bestellt sein. Der Fehler, der von fremder Seite asiatischen Staaten gegenüber gewöhnlich gemacht wird, besteht darin, daß man an sie Anforderungen stellt, die über das Niveau ihrer Civilisation hinausgehen und die man selbst, mutatis iimtandis, nicht zu erfüllen bereit ist. Wenn morgen ein fremder Unterthan in Deutschland beraubt oder ermordet wird, so fällt es dem Staate nicht ein, dafür eine Entschädigung zu leisten; erfolgt aber etwas derart in einem der Länder, die wir als minder civilisict anzusehen pflegen, so erfolgt eine Entschädigungs - Forderung fofort, und sie wird oft mit Mitteln durchgesetzt, welche die Regierung des inFrage !olmenden Staates schwächen, anstatt sie stärken muß. was doch allein die Möglichkeit der Verhinderung der Wiederkehr ähnlicher Zustände gewähren könnte. Auch China gegenüber wird man jetzt voraussichtlich in ähnlicher Weise vorgehen und anstatt Alles zu thun, um eine möglichst starke und unabhängige eingeborene Regierung zu schaffen, an die vorhandene oder neu zu schaffende Regierung Chinas Anfärberungen stellen, die sie dem eigenen Lande gegenüber compromittiren und schwächen und dadurch für den Schutz der Fremden weniger fähig machen werden, als sie sein müßte, wenn sie den an sie gerichteten Forderungen auf die Dauer nachkommen soll. Mit dem Schutze der Person, Eigenthum und Thätigkeit der Fremden wird es sich ähnlich verhalten. Ein erfolgreicher Schutz nach dieser Richtung hin kann überhaupt nur ausgeübt werden, wenn durch die Thätigkeit der Fremden keine vitalen Interessen der eingeborenen Berölkerung geschädigt oder bedroht werden, und gerade nach dieser Richtung hin ist seit der Eröffnung Chinas für die Fremden durch den Frieden ?on Nanking und noch mehr seit dem Abschluß des Friedens von Simonoseki vielfach gefehlt und gesündigt wordn. Während der Missionär die geistigen Güter des Chinesen und seine Civilisation sein Glaube und sein Aö.'cglaube sind für ihn hohe Güter, was immer wir von ihnen denken mögen bedroht und angreift, erfüllt das Vorgehen der Fremden auf dem Gebiete des Handels, des Verkehrs und der Gewcrbethätigkeit weite Kreise des chinesischen Volkes und gerade die Arbeitsamsten und Aermsten unter ihnn mit nicht unberechtigten Besorgnissen. Daß wir davon überzeugt sind, daß die Einführung von Dampfschiffen und Eisenbahnen diejenigen eingeborenen Kreise, welche bisher von TransPort von Waaren zu Wasser und zu Lande gelebt haben, nicht ernsthaft oder wenigstens nicht auf die Dauer schädigen werde, daß wir in dem Ersatz der Hausindustrie durch die Fabriksthätigkeit keinen Schaden sondern einen Vortheil für die Bevölkerung sehen, schafft die Bedenken und Befürchtungen der Chinesen nicht aus der Welt, und die Art und Weise, wie der Fremde solche Aenderungen zu verlangen und ins Werk zu setzen pflegt, ist im Allaemeinen wenig geeignet, die eingeborene Bevölkerung mit den fremden Ideen und Methoden auszusöhnen. Die Lage wird aber noch schlimmer, wenn z. B. bei Eisenbahn- und BergWerks - Concessionen die berechtigten Ansprüche der Eingeborenen ignorirt werden und der fremde Unternehmer, eventuell der fremde Staat einfach als Ausbeuter erscheinen und auftreten. Es ist viel, vielleicht zu viel verlangt, nach den Greuelthaten in Peking und nachdem die Rebellion dem ganzen Auslande den Handschuh hingeworfen '.md die chinesische Regierung sich unfähig gezeigt hat, auch nur das Leben der Fremden zu schützen, von dem 'uslande zu verlangen, daß dasselbe an die eigene Brust schlagen und sich fragen soll, welche Schuld es an den jüngsten Vorgängen trage, aber es kann für denjenigen, der die chinesischen Verhältnisse ruhig und unparteiisch betragt?:. ; keinem Zweifel unterliegen, daß da 3 . 'ÄULland. wenn es nicht China geg?n, ; über seine Methoden ändert, sich naH

Ux Niederwerfung de? jetzigen Bewegung in wenigen Jahren einer neuen Krisis cegenüder befinden wird, weiche die gegenwärtige an Umsang und Schärfe weit übertreffen dürfte.

Die Bevölkerung Chinaö. Angaben in geographischen Compcndien us der Mitte des' 19. Jahrhunderts über die Einwoh:erzahl Chinas lauteten auf 480500 Millionen. Die Beobachter, auf deren Schätzungen diese Zahl beruhte, gingen tabä von der außerordentlich starken Bevölkerung einzelner großen Küstenstädte und ihrer Umgebung aus; ein Maßstab. der natürlich sehr trügerisch ist. In den letzten Jahrzehnten, nachdem das Innere desReiches leichter zugänglich geworden, und auch amtliche chinesische Angaben bekannt geworden sind, ist man zu wesentlich niedrigeren Zah len gelangt, die für das eigentliche China, d. h. die 19 Provinzen. 36 Millionen in .der Regel nicht überschreiten, während man für die Nebenländer (Mandschurei. Mongolei. OstTurkestan. Tibet) etwa 12 Millionen anzunehmen pflegt. Nachforschungen in chinesischen Statistiken und Staatshandbüchern haben zu einer ziemlich klaren Anschauung .über die historische Bewegung der Be Völkerungszahl .des chinesischen Reiches geführt. Es ist dort von Schätzungen und Zählungcn zu Steuerzwcckcn die Rede, und man kann annehmen, daß der ausgedehnte Beamten-Apparat des Reiches wohl in der Lage war. einigermaßen sichere Ergebniffe zu erlanoen Danach hat 711 n. Chr. die Bcvolkerung des damaligen China 48 50 Millionen Seelen betragen. Drei Angaben aus der Zeit von 13801580 bewegen sich zwischen 60 und 63 Mi!lionen. Das würde also eine ganz geringe Zunahme bedeuten; doch muß man die ungch-eurcn Opfer an Mensch:nleben in Rechnung ziehen, die die Mongolenkriege des 13. Jahrhunderts gefordert haben. Für die Jahre 16621711. also zu? Zeit des Beginns der Mandschu5)errschaft, tritt eine neue erhebliche Verminderung ein; denn die Angaben chinesischer statistischer Bücher schwanken zwischen nur 21 und 28 Millionen. Es ist zwar möglich, daß diese Zahlen nur die steuerpflichtigen Bewohner rcpräsentiren, auf die es in älteren Perioden der chinesischen Regierung bei ihren Zählungen allein ankam; doch waren das auch sehr blutige Zeiten, da Bürgerkriege daS Land verheerten, und ungezählte Millionen wurden dahingerafft, da es üblich war, daß der jeweilige Sieger alles ohne Gnade abschlachten ließ. Es folgten dann lange friedliche Zeiten, narnentlich ab kamen die südlickn und westlichen Provinzen hinzu, und so hatte nach einem chinesischen Staatshandöuch 40 Jahre später die Bevölkerung des Reimes der Mitte bereits die Zahl von 103 Millionen. 80 Jahre später (Volkszählung von 1792) von 307 Millionen erreicht. Die Volkszählung von 1812 ergab 360 Millionen für die damaligen 18 Provinzen, eine weniger zuverlässige Schätzung von 1844 367 Millionen. Wiederum um eine ungeheure Zahl verringerte sich die Bevölkerung während der furchtbaren Taiping-Revolu-tion von 1851 65. Sie wüthete gerade in den am dichtesten bevölkert?: Theilen des Reiches, z. B. am unteren Vanatsekiang, und sowohl die Truppen des Rcbellenkaisers wie die der Pekinger Regierung machten ausnahmslos alle Bewohner der eroberten Städte und Gebiete nieder, einschließlich Frauen und Kinder. Im Gefolge davon kamen Epidemien und Hungersnöthe. Es trat deshalb ein Stillstand in der Bevölkerungszunahme ein, und so ist es denn erklärlich, daß, wie erwähnt, die neuesten Schätzungen und eine Zählung von 1882 nur von 360 Millionen sprechen, einerBevölkerungszahl, wie sie China bereits in der Zeit von 18121841 gehabt haben soll. In einer Arbeit Zur Bevölkerung--frage Chinas", die unlängst in der Deutschen Rundschau für Geographie erschien, kommt allerdings E. M. Kchler zu einem wesentlich höheren Ergebniß. Er glaubt unter sorgfältiger Berüäsichtigung aller die Zunahme hindernden und fördernden Momente für das eigentlicke China 350 Millionen und für die Nebenländer 70 Millionen Seelen nnehmen zu müssen, doch ist zweifellos die Zanl für die mit Ausnähme vielleicht der Mandschurei doch seh? dünn bewohnten Nebenländer viel zu hoch; sie dürfte höchstens 20 Willisnen betragen, so daß man für das gesammte China unter Annahme de? Köhler'schen Zahl fü? die 19 Provinzen auf 400 Millionen kommen würde. Das würde sich auch mit einer Schätzung des Jalres 1897 ziemlich genau decken, die für das eigentliche China 386 Millionen, für das gesammte China 402 Millionen herausbekommt. Die am zahlreichsten bevölkerten Provinzen sind nach der Volkszählung von 1882 Kiangfu mit 38 Millionen. Szetschwan mit 35. Anhui mit 34 und und Tschekiang mit 2926 Millionen Einwohnern, während Fünnan und Kweitschou mit 5.8 bezw. 5.6 Millionen an unterster Stelle stehen. Relativ am dichtesten bewohnt sind folgende .Provinzen: Kiangfu mit 332 Einwohner auf den Quadratkilometer. Anhui mit 276. Tschekiana mit 259. Petschili mit 186 und Schantung mit 174 Ein-' wohnern; am dünnsten Kweitschou mit 32 und Mnnan mit 20 Einwohnern.

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