Indiana Tribüne, Volume 23, Number 228, Indianapolis, Marion County, 6 May 1900 — Page 9
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mla Zlctter Emil! Humoreske von A. Flex. ES war Frühling! Die Bäume und die Zungen Mcnschenkinder wurden übermüthig. Zwei Backfische gingen in Frühlingsjackets daher. Wenn wir doch einen Streich machen könnten sagte Elli. Eben, so etwas recht Tolles !" sagte Emmi. Nun muß man anstatt dessen so artig zum Bahnhof hmzotteln und den scrlbadrigen Vetter Emil abholen !" Nanu! Salbadrig? Was ist denn das überhaupt?" Gerade das, was er ist!" Herr, du meine Güte, da pfeift's ja schon! Saus." Kann nicht! Stiefel sind zu engt Meine auch! Au!- "" ' Perronbillets!- schreit im nächsten Nugenblick ein Beamter in ihr Ohr. Aber wir holen doch nur unseren Vetter ab!" Der Mann grinste. Vetter, javoll! Und in so 'ner Eile? Hilft nichts, Freileinchen! Bitte, zehn Pfennig! Langweilig! Ist er das ?- Wer denn Freileinchen?Der Zug von Jena! Wer denn sonst!" fährt ihn Elli an, und dann kömmt er" schnaubend und prustend angerollt. Nein diese Menge Mensch!" Ja. jetzt paß auf!" Elli," schreit Emmi aufgeregt, ich glaub', da ist !" Tlr2 r ? mai i&d midi oer rT v i . ... a . cr.. v in wUlüUüllg? IllLyi UU, AiSU, 44. i ja schneidig!" Ja, wirklich, fast so schneidig wie Emil; der ist wirklich nett! Ach Elli, wenn wir doch einen Streich machen könnten!" .Ich weiß!" Nun?" Eh' Emil unS findet, daS dauert bis dreizehn. Unterdessen remptln wir den Schneidigen an und thun, als ob er unser Vetter wär'!" Aber wie?" Na, wir gehen jubelnd auf ihn loS, strecken ihm vier Hände entgegen und schreien: Wie himmlisch, daß wir Dich wiedersehen, Vetter Emil!" Himmlisch! Denk' Dir die Ver legenheit von ihm: P Pardon ich habe nicht die E E Ehre, Ihr Vetter zu sein!" Und dann fragen wir ihn . gleich nach Nero und seiner gichtigen Tante, und dann weiß er kein Wort davon, himmlisch!" Der stirbt unS ja unter den Händen vor Verlegenheit!" Mach' schnell, jetzt kommt er!" Die beiden Herzen schlugen höher. . Wie himmlisch, daß wir Dich wie dersehen, Vetter Emil!" ertönte ein grelles Duo. Der große Jenenser Teutone stutzte. ein fliegender Blick nach den beiden aufgeregten Gesichtern, und ein sonni geS Lächeln überstrahlte plötzlich Schmisse und Schnurrbart.'- Die blauen Augen? blitzten! Er stellte sich in Pose: Aber aber daS ist ja entzückend! Abgeholt von zwei so reizenden Damen eh hm Cousinen! Ich hin a em beneldenswerther Kerl! Er drückte jeder kräftig eine Hand und hielt sie fest. Aber wie geht eS Euch denn, meine lieben, lieben, lieben Eou sinen! Ihr seid ja zwei wunderhübsche Madchen! Soll ich meinen Kosser v,el leicht gleich hierlassen?" Die wunderhübschen Mädchen standen starr: himmlische Gerechtig keit, so hatten sie sich's nicht gedacht ! Wenn er doch wenigstens die Hände loslassen wollte: sie ruckten und drucksten, unr sie au dem Schraubstockgriff loszubekommen, aber umsonst! He! Dienstmann !" fuhr der Schneidige fort, hier ist .nem Gepäck schein, beeilen Sie sich! Ja wie ist S, liebe Cousmchen, fahren wir, oder soll er meinen' Koffer selbst an's HauS bringen? Ich -ich-" Aber aber " Na. bis der Kerl den Koffer gefunden hat, müssen wir uns erst ein wenig istaurnen, nicht wahr? Ihr erlaubt ooch Eurem Vetter, Euch ein bischen frei zu halten? Hier im Wartesaal scheint'S ja recht gemüthlich zu sein; so. hier ln diesem Eckchen wollen wir uns häuslich niederlassen! Was befiehlst Du. nebeS Cousinchen? Einen Kum mel? Danziger Goldliqueur?" Schlagsahne, bitte!" Und Du. liebc? Cousinchen?" Schlagsahne, bitte!" Mit Vergnügen!" Und fort stürzt er an' Büffet zum Bestellen. Die Beiden puffen sich verstohlen an: Du, daß wir auf diese Weise umsonst zu einem SchmauS kommen, ist fein! Aber, o Himmel, waS fangen Wir an!" DaS. mag der Kuckuck wissen Aber ist er nicht himmlisch?" Gottvoll! Pst! Da kommt er!" O Du, diese großen Portionen, 'sein!' j So. liebeS Cousinchen!" Und mit gefährlich blitzenden Augen sieht der Schneidige zu, wahrend der Kellner i'mlt offenem Hohngrinsen zwei unlfw.;mr;v w;.s.,t;. rrr. iiuuiuv iti.vti'uitiwiii4i via-iuy-sah vor die Backsische stellt. Gott znade den Damen!" denkt der Mann imRetiriren, hoffentlich haben sie gute Maaen!" g Erlaubt Ihr. daß ich ein Gläschen Kümmel aus Euer Wohl leere? fragt der Schneidige, sein Gläschen erhebend. Das ist nämlich mein liebster CchnapS wollte sagen Liqueur!" .Pro IN Kellner, noch einm Küm-
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rnel! So, nun wollen wir aber fr'öy lich sein!" Ach, mit der Fröhlichkeit, daS war so 'ne Sache! Die Schlagsahne war zwar tadellos, aber was half das, wenn sie bei jedem Löffel denken mußien: O Himmel, o Himmel, was soll daraus werden, was werden die nachsten Minuten bringen?" Da da da kam das Unglück heran. Draußen auf dem Bahnsteig, unmittelbar an der Glasthür vorbei schritt ein suchendes Individuum es schien kurzsichtig zu sein und sehr verstimmt, und bog den Kopf suchend und schnüffelnd nach allen Seiten herum! Die Backfischchen zerquetschten einander die Hände vor Angst. Jetzt machte das suchende Jndividuum Halt und guckte zur Glasthllr 'rein. Die Backfische' zertrampelten einander die Füße. Jetzt öffnete sich die Glasthür, das Individuum trat ein. die Backfische schlössen die Augen und gaben sich hilfIc& und hoffnungslos dem Schicksal hin; nun komme waZ da kommen wollte! Kellner, noch einen Kümmel!" rief der Schneidige. Der Suchende kam mißtrauisch und schnüffelnd näher, immer näher, immer näher ihrer Ecke zu. Verzeihen Sie ja seid Jhr's oder seid Jhr's nicht!" Der Schneidige springt auf: Verzeihen Sie, mein Herr,' wir sinls nicht!" Elli folgte schleunigst seinem Beispiel: Nein, wir sind's nicht!" Schaf!" flüstert Emmi und knufft sie in die Seite, der arme, rothe,
echauffirte Mensch, der so lange hatte luchen muffen, thut ihr leid! Guten TaDkbttM sie streckt ihm die Hand entgegen. So na guten Tag es sceut mich nämlich, daß ich Euch endlich gefünde:? habe! Ihr hattet wohl dergessen.'wann mein Zug kam? Ich lauf' nämlich schon etwas lange auf dem Perron herum und such' Euch." Ein fragender, mißtrauischer Blick trisst den Schneidigen. Vetter Emil!" sagt der aufspringend und verneigt sich mit unendlicher Liebenswürdigkeit. Was, Sie kennen mich?" Nein, ich erlaubte mir nur eben, mich vorzustellen!" So o? Hm, kuriose Art! Na. dann erlauben Sie. daß ich mich auch vorstelle: Vetter Emil!" Sehr angenehm!" Bitte gleichfalls!" Und die beiden Vettern Emil stehen einander gegenüber und verbeugen sich krampfhaft. Die Backfische ringen die Hände. Ja. da fährt man wohl nachHaus!" sagt Vetter Emil No. 2 schließlich etwas unbehaglich. Aber, gewiß, mein Koffer wartet ja schon!" sagt der Schneidige. Darf ich Dir den Arm anbieten, liebes Cousinchen?" Und flugs ist er an Ellis Seite und legt ihre Hand auf seinen Arm: Donnerwetter." denkt er, ich werde doch dieses süße Wurm nicht fahren lassen, wenn sie sich mir selbst an den Kopf geworfen hat? Heidi, wozu bin ich ein Studio?" Vetter Emil No. 2 folgt etwas unsicher mit Emmi und guckt verstimmt nach dem Vordermann. Verwandter?" fragt er mißtrauisch. Ganz recht!" sagt der Schneidige, sich umdrehend. Süddeutsche Linie! Verzweigt im sechzehnten Jahrhundert!" Und dann sitzen sie alle vier im Wagen. die beiden Backfische mit blassen Gesichtern im Fond und die beiden Vetter nebeneinander auf dem Rücksitz; und die Droschke rollt davon. Es hilft nichts! Näher und näher, unabänderlich näher rollt sie dem Hause zu. und die beiden Emils rollen mit. Ach wenn doch einer von ihnen iq die Erde sinken möchte, wenn sich doch nur ein Abgrund aufthäte, daß sie nur nicht zwei Vettern nach Hause bringen müßten! So. jetzt ein Ruck, der Wagen hält. Mit schlotternden Knieen steiaen die Backfische aus, zwei Vettern hmter ihnen her. Mit taumelnden Schritten erklimmen sie die Treppe, zwei Vettern hinter ihnen her. Oben an der Entreethür hängt ein großes roth und grünes Willkommen". Ach. wie liebenswürdig!" sagt der von der süddeutschen Linie gerührt. Ein lustiger Quartaner kommt herausgestürzt: Hurrah! Guten Tag. Vetter E ach, Du mein Stroh, es sind ja zwei!" Ein Dienstmädchen erscheint: da?. r, r , r it ' Hiinmer i?i serlig sur oen Herrn na, du mein Wippchen, da sind ja zwei!" Unten vom Keller guckt die Köchin rauf: Ha, ha, ha," lacht sie behaglich und stemmt die Arme in die Seiten, die haben sich Jede einen mitgebracht!" In seinem Studirzimmer hat der Hausherr, der Herr Professor, Stimmen gehört, verstört erhebt er sichaus seinem Bücherwulst; ach, heut' soll ja wohl richtig, da hing ja wohl ein Willkommen" draußen Amalies Neffe, ganz recht ja, da muß man wohl Guten Tag" sagen! Nesignirt putzt er sich seine Brille, geht hinaus und streckt im dunklen Corridor auf's Gerathewohl die Hand aus: Guten Tag, lieber Neffe; ich heiße Dich willkommen! Ja, ganz recht!" Und er will wieder zurück au seinen IRür Aber, Papa, es sind ja zwei!' brüllt der Quartaner. So, fo; na. dann heiße ich Ech Beide willkommen, lieöe Neffen! Ja. ganz recht!" Und er verschwindet wieder durch seine Thür. Ich hatte verstanden, Amalie erwarte nur einen Neffen, fo. fo!" murmelt er nock.
' Famoser Kunde!" denkt derSchne!dige. Schockschwerenoth, wenn öoch die Alte von derselben Gemüthsart wär'!" Denn das Schwerste steht ihnen noch bevor. Feierlich hat sie das Machen in den Salon geführt: Frau Pcofessor käm' gleich!" Und da stehen sie nun an den Wänden herum und warten. Den Backfischen bricht der Angstschweiß aus, der Süddeutsche verbeist ein Lächeln, schielt nach Elli und erählt seinem Namensvetter , er wäre furchtbar nervös und könnte durchaus und unter keinen Umständen Widerspruch vertragen, der Andere verspricht ihm etwas ängstlich, ihn nie durch Wi derspruch zu reizen, der Quartaner hat sich mit gespreizten Beinen vor die Beiden aufgepflanzt und glotzt den Doppelvetter an. Da geht die Thür. Frau Professor kommen hereingerauscht. Ein solch' flehender.' beschwörender Blick trifft den Schneidigen auS Ellis blauen Augen, daß ihm ganz wunderlich zu Muthe wird. Gnädige Frau." sagt er, auf die Alte" zugehend, mit unendlich liebenwürdigem Lächeln, vor allen Dingen muß ich um Entschuldigung bitten, für mein unerlaubtes Eindringen in Ihr werthes Haus. Es war mir vergönnt, Ihren verehrten Fräulein Töchtern am Bahnhof einen kleinen Dienst leisten zu dürfen; bei dem furchtbaren Menschengedränge auf dem Bahnhof herrschte ein solch' fataler Droschkenmangel, daß die beiden jungen Damen hilflos umherstanden und sich umsonst die Augen ausschauten nach einem Gefährt. So erlaubte ich mir, ihnen meinen Wagen, in den ich mich vorsichtiger Weise sofort gestürzt hatte, anzubieten und sie sicher bis an ihre Thür zu geleiten. Ich bin überglücklich. Ihren Fräulein Töchtern diesen kleinen Dienst geleistet haben zu dürfen, und bitte nur um Vergebung." Aber ich bitte Sie" Und wenn Sie mir gestatten wollten, einen dieser Tage " Aber zum Donnerwetter!" Vetter Emil No. 2 läßt sich nicht mehr zurückhalten Mein Herr!" Der Süddeutsche fährt sich nervös über die Stirn. Ich bin sehr nervös, mein Herr, und kann unter keinen Umständen " .Ach richtig! Pardon! Pardon!"
Der Norddeutsche verstummt, wosür ihm Emmi einen schmelzend dankbaren Blick zuwirst. Wenn Sie mir, gn'ädigsteFrau, wie gesagt, gestatten wollten, mich an einem dieser Tage nach dem Befinden der i i - . . gecyatzien jungen Zainen zu ciiunui aen. so würden Sie mich unendlich be glücken. Ich empfehle mich gehörsamstt" Als er fort war, setzte sich Elli an's finster und weinte vor Glück: O der himmlische, edle, reizende Mensch!", während Emmi versuchte, den aufgeregten und wüthenden Vetter Emil No. 2 zu besänftigen. Am nächsten Tage kam der himm lische Mensch", um sich nach dem Be finden der geschätzten jungen Damen zu erkundigen, am übernächsten, um sie zu einer Partie abzuholen, am überübernächsten, um em Taßchen Kaffee bei Frau Professor zu trinken, am demnächsten schon zu einem Löfse! Suppe", und dann einmal an einem schönen Frühlingstage um einen kleinen goldenen Ring an Ellis Finger zu stecken! An dem Tage traf er übrigens mit Vetter Emil No. 2 vor der Entreethür zusammen, und die Beiden maßen sich mit entsetzlich kampflustiger Miene, denn der gegenseitige feierliche Anhalteanzug" stach ihnen gewaltig ln die Augen, aber, Gott sei Dank, die Sache loste sich befriedigend, emer machte dem Anderen die Braut strei tig, und als zwei glückliche Verlobte gingen sie Arm m Arm die Treppe wieder runter. Die Fehde war zu Ende. Die lieben sich plötzlich wie die Lämmer, Tos macht, sie sind zwei Bräutigammer! so na der Quartaner. Den Gang nach dem Bahnhof hat Keiner von ihnen bereut. Die dicke Köchin meinte sogar : Fräulein Elli hat aber einen arg scheenen Brarngam bekommen! I wo, geholt hat sie ihn sich!" sagte der Quartaner. Ach, wer will die Untiefen eines rohen Knabengemüthes in den Prugelzahren ermessen? Im Korbftuhl. Humoreske ton Thesi Boy. . Nachdenklich, doch mit zufriedene: VZiene, die Hände in den Hosentaschen, schlenderte Dr. Tominik Toni im Nord, seebade Sylt, wohin er seine Mutter und Schwester begle'ttet hatte, den Strand entlang. Er nickte ein paar nal vor sich hin wie jemand, der in 'rgend einer Angelegenheit mit sich inh Reine gekommen ist. In der That, es wird nichts Anderes übrig bleiben, er wird sich endlich entschließen müssen und he'.rat?.en. Mut. ker und Schwester stellen ihm dies r ständig als höchste Nothwendigkeit vor klugen, und im Grunde haben sie auch recht; ein junger Arzt, der im Begrire steht, seine PruxZs zu beginnen und sich eine eigene Wohnung einzurichten, der sollte auch wirklich eine Frau haben; da ran gab'S nichts zu deuteln. Dr. Dominik Doni zündete sich eine Cigarre an. Ja, eS wird in der That nicht übrig bleiben." Er setzte sich in einen der bequemen Korbstühle, wie sie am Ufer ringsum stehen, lehnte sich be haglich zurück, schlug ein Bein über das andere und verfiel in Träumerei. Ja, ja, also heirathen, daS war leicht gesagt, aber schwer ausgeführt. Wen sollte er heirathen? Etwa Anna Hauer? Hm. hübsch war sie ja, Geld hatte sie au. aber er lab Ne kürzlich auf dem
Nade, .nein, so etwa UngraziöseS gab'S nicht mehr in ver Welt! . Sie drehte den Kopf wie ein Pfau, und die Arme hielt sie vom Körper abstehend wie zwei Hen sei haarsträubend! Nein, eine Frau, die so ungustiös auf dem Nade saß, das war nicht frin Fall; das machte z. A. Gusti Tumbi fein, ja die war ein sor sches Radelmädcl, sonst aber auögesprochen häßlich und noch dazu mit einer unglücklichen Stumpsnase behaftet; gegen Stumvfnasen aber hatte er eine große Averston. Also weder Anna noch Gusti möchte er mit seiner Hand beglü öen wie wür'S aber mit Edmunda v. Marialva? Ein schöner 9came. hm? Eo schön wie seine Trägerin. Edmun da oder Mündel, wie man sie nannte, war Mutters Liebling: immerund im mer wiederkam sie auf Mündel zu spre chen, auf ihre Klugheit und Schönheit, auf ihre ungewöhnliche Bildung, Haupt sächlich aber auf ihre häuslichen Tugen den, die in der Kochkunst ihren Gipfel erreichten;, sie verstand es bildlich ge nommen aus der Katze- einen Hasen zu bereiten, und ihre Aprikosenkuchen? Ein direktes Kunstwerk!' DaS war nun alles recht schön und gut, aber über all gab's ein Aber sie war doch tU gentlich mager, und letzthin beim Lawntennis, nein, daS wird er im Le ben nicht vergessen! Eine Frau, die den Tennisschläger wie eine Fliegenklappe handhabt, war einfach unmöglich, das muß jeder billig Denkende zugeben. Nein, nein, allen Respekt vor Edmunda v. Marialvas Tugenden, aber seine Frau!?. Wie sah daneben Justine Göl lern auS! Ach, Justine Göllern, ja, das war sein Fall. Das Justerl, das Ju sterl, das lag ihm im Herzen, daS lag ihm im Sinn, aber seine ganze Fa milie war gegen das Jufterl, warum, das wußte eigentlich Keiner anzugeben, item, es war Thatsache, man kochte daS Justerl nicht. Eigentlich brauchte er danach nicht zu fragen, er war sein eigener Herr, er konnte wählen nach Belieben fatal war'S freilich aber Justine war nun einmal sein Ideal; sie war nicht eigentlich schön zu nennen, aber pikant, fesch, chic, mit einem Wort, zum anbeißen. Dr. Donin warf die ausgegangene Cigarre von sich und legte die verschränk ten Hände unter seinen Kopf; er schloß die Augen und ließ die verlockendsten Bilder Revue Passiren. Justine mit dem Tennisschläger, ja, daS war ein anderer Anblick! Davon mußte er einmal eine Momentaufnahme machen, wozu war er ein so anerkannt guter Amateur? Ueberhaupt Mornentausnahmen von Justinen ! Ju stine auf den Rade herrlich ! Ju ttine im Schwimmlostüm superb ! Justine am Billard' hinreißend! Justine zu Pferde großartig! (Zwar würde sie als seine Frau schwerlich in jic Xlsl-.-e kommen, em Pferd zu beflei gen, was i!.n aber nicht hinderte, das Bild, das er sich dav'n entwarf, groß artig zu finden.) Justine in Balltvi ketten entzückend! Justine im Braut kränze himmlisch! erdrückend! Ju stine am Kochherd ! Justine! ach. Justine!! Herrn Dr. Dornn war's ganz heiß geworden. Wo war er nur eigentlich? ' war so finster I;icr so schwül er tastete um sich hr eine Wand, da eine Wand, halt nun httte er bald eine Fla che umgestosen, ach ja, er be sindet sich in der Tun'elkammer, richtig wenn er sich umw.ndet, hat er da) Jen sterch?n mit den rothen Glasscheiben vor sich. Er wußte zwar nicht, wie er hier hereingekommen und was er da wollte. Ja. doch! nein, wie man so jerstrevt sein kann! Er wollte doch die Momentausnahmen, die er von Justine Göllern gemacht hat, entwickeln. Also. ,asch an die Arbeit! Er nahm die Schale vom Wandbrett herunter und goß vorsichtig den Entwickler hinein, dann zog er die erste Platte auö dem Plattenküstchen und legte sie erwar tungsvoll in das Bad; er schaukelte und wiegte die Schale hin und her und war tete gespannt auf die Dinge, die da kommen mußien. Und langsam, viel zu langsam sür seine Ungeduld kommen die Kontouren zum Vorschein, erst schwach und verschwommen, dann stär ker. immer stärker; er nahm die Platte aus der Schale und hielt sie gegen das rothe GlaS ach! wie er erwartete, vorzüglich gelungen! Jubelnd legte er die Platte ins Fixierbad und nahm die zweite vor, dann die dritte und vierte. Er arbeitete und schaukelte rastlos und versetzte sich in einen Zustand der Ver zückung. So vollkommen waren ihm noch keine Aufgaben gelungen; wie scharf, wie deutlich, wie plastisch! und sonderbar, höchst sonderbar, alles hatte Farbe. Er sah'S ganz deutlich, der Schwimmanzug war au? rosa Flanell, mit einem breiten, weißen Matrosenkragen, der ungemein vortheilhaft den entzückendenden Hals einrahmte, und das Bicycle'Kostüm aus weißem Loden mit schwarzen Borden, und wie chic sie die Pumphosen kleideten, und erst daS Käppi aus weißem Stroh mit schwar zem Lacklederschirm, wie saß es so kühn auf dem blonden Kraushaar und die kleinen, schneeweißen Händchen in den Apisledernen! einfach süß! Hier Justine am Billard. Welche Grazie tn der Bewegung der vorne übergebeug ten Gestallt! Wie Sie den Queue handhabte und wie beim Zustoßen die prächtige Form deS Armes zur Geltung kam. Hier das enganliegende dunkel blaue Reitkleid, welche. Kühnheit in der Haltung hoch zu Roß. welche Anmuth in der ganzen Gestalt; daS kecke Cylinderhütchen mit dem flatternden Brüßler! Da Die Braut wie hinreißend! Die weiße Atlasrobe, der duftige Schleier, der leuchtende Blick und die rothen, süß lächelnden Lippen.! Ja" wollen sie sagen, diese Lippen, ja" müssen sie sagen! Hier, Justine im Morgcnlleide nilgrüne Seide mit Cremespiden. DaS flattert und lockt: Aus einer Fluth von Spitzen taucht das Köpfchen heraus und nickt und lächelt so glück verdeibend. 'Fort mit der Nlott,
ls vAx v V V vi vf.' A v4 4 i i . , ' . M i .'i'l' 'fci m k iw 'ä rt, ' fi iL fci ,.w,f.W . .'. .. .z. jtyty t.- -l;r -j.'
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? 's As ff? 'i ' bglekch viele Schmerzen nicht doch die Vtttvtn sehr angreife.
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elch das ganze Eyftem angreift. s'i v4 St. Iakoös 'r k. V) tvT w
ist ein trksameA und promptes Heilmittel dagegen. Es beruhigt die eroen. Keilt die Schmerzen, und bringt dem ganzen System
C7 vi.- ls vsV ' . - rT Tw !? ty-4 .z.5 4..5 "yv y 'T 'T 'TX iss MklerdiZdi vieles Dild m um oett rcnanv zu verlieren!! . Puh. wie erstickend es hier in dem engen Raume ist. Dr. Donin taicte nach dcr Thürklinke nun war er ja fertig mit der Arbeit in der Tunkelkam. mer. Doch halt, fehlte nicht noch ein Bild? Wahrhaftig. Justine am KochHerd! Das hatte er bald vergessen, ge rade dieses Bild! Merkwürdig, er hatte nichts davon in der Erinnerung wie M"w!Zdmi. sah eS nur aus ? aleick baden. l5r ?oa die Blatte der, ; 7 - u n i -f - - vor und verfuhr mit ihr wie mit den anderen, soviel er aber auch schaukelte und zuckte, e wollte mchtS zum Vor schein kommen halt, doch, doch, da kam'S, etwaS Eigenthümliches. & hielt die Platte gegen das rothe Licht was war das? Ein bischen aufsteigen der Rauch, sonst nichts : - ach, daS toax komisch, wie kam das nur ? O weh, wie ungeschickt! Die Platte war seinen Händen entglitten ; er bückte sich und tastete danach, aber seine Hände griffen immer in'S Leere. Donnerwetter l" Bei einem Haar wäre er auS- dem Strandstuhle gefal len ! Er rieb sich die Augen ach. wie lebhaft er geträumt hatte, wirklich, großartig lebhaft ! Aber die letzte Platte, Justine am Kochherd Rauch ? Schade. Er sprang auf, stemmte die Anne ge gen die Wölbung des KorbstuhleS und hob ihn lautlachend über seinen Kops in die Höhe. Aber Domini, was ist mit Dir, bist du plötzlich übergeschnappt?" srug seine eben hinzutretende Schwester. Roch nicht, Mizzi, noch nicht, ich habe nur eben in dem bequemen Strandsessel ein wenig lebhaft ge träumt, der sag', Mizzi, kannst du dir Justine am Kochherd vorstellen?" ' Justine am Kochherd? nein-, lachte 0t 1 MM, Das tarnt la? mir ganz und gar Nicht vorstellen. Ra, siehst du, ich auch nicht.Ja, aber " Da gibt'S kein Aber, Mini, du kennst meine Leidenschaft für Katzen wollte sagen Hasenbraten und Manl, lenkuchen, also, mach dir selbst einen VerS darauf." Brüderlein, Brüderlein, du träumst wohl mit offenen Augen weiter. Keine Spur, Mizzi, schöu bezau bernd schön kann man nur in einem Korbstuhle am Strande der Nordsee träumen aber tröste dich, ich finde die Wirklichkeit auch scdön. Gartengeräthe ! Spaten, Harken, Hacken u. sonstige Serkthe ,um Bestellen de SartenS. Sarteuschlänehe von 8c per Fuß aufm. bestelle zum Oufwickeln von Gummi schläuchen und LlaseN'Mähmaschinen in grober Auswahl, zu den billigst Preisen bei der (fannegut Hardwaro Co. 12128 OK Washingtonstr. ?Ksoäors F. Smither, geschickt und iuvnlksfiger D i ch d e c r. Pech- und Meödächer. Dächer von Sphält und Oilsonit. ,, Hädl i dltu rt ,Dchtri Iii. Seleph, 8ST. 801 7est Mailand St. kd,KIick Mi ms Rtram! m& U Uergert Dig Dkiu Uuge s reib e icht I. und wrf, tcht v, Dt der wende Dich nomm KPtwiSt. mo man Dir für Tm Auge da nStltge Otal anfetttot. Snftttch, ugk wNdk schmer,lo ringe,r,l. Qzl 1 S en erde ach tut lest CTctdtkcrn bet g, eat. harzer und St. Andreasberger Canarien Vögel Papageien, Lmseln, Drosieln, Stieglii, Hänflinge, Spottvögel, Rothvögel usw. Svottvogelfutter, Logelsanen, S Pfd. LSe voldsisSe. Lauana. lobe?. Filchwttn. Oafferpftanzen usw. C IT. Hlcppcr, d CzZizi Cxi,pij:a Crsst UUica tlui.
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nrunst urLdger.g Irr drrzchitdknen Stsen Sahnzuz im ttulrit Texet, JndKnapol!!, . V??dctta. Lkgang Postzuz 7 05 h xxreß n 35 Hm Expreß 12S5Nm Acmodation 7 25 Slm Expreß 4 00 31m Erpreß 7 15 V Änkunft Expreß .... 3 20 u Expreß 4 45Stn Accomodation , 10 00VM Expreß 2 25Stm Schnellzug 7 l)S Vrn TccoMsdsttsn...'. Schnellpostzug 8 20 Nm Cletzeland,. Cincirmati, Chicago nnk St. Louis. SkndianavoliS und Eleveland S)lMftr Msang-Expreß. 4 25 55 Expreß : SSm Expreß 10 60 5m Limtted Elpn? 4 25Srn Ervreb S2SN likunft Expreß 310 9txr Expreß 10 35 V Limited Erpreß 9 45 Vm Zrpnß scnNm Erpreß 11S0N et Louis Division. Abgang Expreß 7 30V Xnrntrt Expreß 11 45 Vn, Expreß 11 20 3ha Erpreß, täglich 4 80 9fon Rnkunft Expreß täglich 5 40B, Expreß 1 30 Vm Limited Expreß 4 05 Nm Erpreß S10V khicago und SwcinnaU Division LfUich Abgang Schnellzug 3 45 Vm Accomodation tägli 7 00 Vm Accomodation 10 50 V Postzug 2 45N Accomsd. snur SonnwgZ). Accomodation 6 20 jfer Ankunft-Rushvills Vccomsdation. Popzug 11 40 m Jnd'pli Acc. (nur Sonnt.). Accomodation 11 50 5 ' Accomodation 6 40 Oi Schnellzug.... 1105Nm Chicago und Eincinnati Diviston vcftltetz Abgang Accomodation 7 45 Vm amell'Poit 11 o i5in Lafayette Accomadatio .... 6 15 N Scbnellma 12 06 V Ankunft Schnellzug 30Lm Lasayette Aecomovanoa . . . 10 45 Schnellpost 2 35 92m Ncconudktion 5 45 53 Veoria Division westlich. Abgang Expreß 725a Expreß 1145 9cm Danville Aettmudation .... 4 35 Nm Expreß 11 15 Na, Ankunft Expreß 3 30 Vm Danvill ccomodano. ... 10 20 V Expreß 2 42N Expreß 6 18 fön Peoria Division Lftlich. Abgang Expreß 5 10 Vm Accomodation Expreß 3L0Nm nkmft Expreß 11 35 C ccomodano Sxpnß..... 10 40 S! YUUl'urg, Cweinnati, Chicago und Ot. Louit. Jndianapolti Didifts. Abgang Eipreb 4 00 Km Kolumbus Accomodation... 7 15 L Vlpreß... S35 Bm Schnellpostzug 5!o. 14 L25Bu, Expreß 7 10 M Ankunft cynezug L lU Nm Expreß 12 25m Accomodaticn 3 45Nm expreß.............. ... gboNm Erpreß.... 10 00 31 Shicago Division via skomo. Abgang Expreß ll 35 Vm Ervrek 11 & , Ankunft Exvreß 3 45 32: 3 20 8m Leuiöville Dtviston. Abgang Expreß S S5 Sm Louisville Accomodation.. . 7 45 Vn Schnellzug 3 30SK Accomodation 4(0 Sk Ankunft Accomodation 10 00 33a Schnellzug 11 80 Vm Accomodation 5 419ha Spezial täglich 12 25 Cweinnati, HamiUo nu!, Dayton. Abgang Mail 1 25 Sa Abgang Expreß 3 5, Cincittnati Accomöd,,tisn . . 10 45 V Expreß 7l.7 Ab Expreh 4 tb Tan Expreß 2 46 3:, Azkunft Accomodation 12 45 m Expreß 1145 V Expnß 3 29N expreß 1U3SR . KO Lm Lnkunft MaU 7 50 51a Cweinnati, Wabash und Michigaa Aigasa -Expreß f. L5L Expreß 11 15 Cs Expreß 4 50 5, A?änft Expreß 9 25V expreß 8 10 Shn CäXCß 8 45 Km .Indianapslis und VineenneS. Aigana-Expreß L15V-, rr BincenneS Accomodatu .. 4 20R Aakmft JincenneS Accamodat n!0 40 L Expnß 460 31 Chicago, Indianapolis und LouUdiLe. LZonon Nostt. Ticket.Ofsice: 25 West Wafhwgton tr. Og-nz-Ehicags Nacht'Txp. S..12 55 Chicago Last ZXatl, es 7 00 in E hicago expreß (dta JDck fll 50 Vm Shicago Vcstikule, P. Ex pre, nur EonntagS ll bO Vm Chicago Vestibüle, täglich ausgenommen Sonntags, D..... 3S3t Mono Accommodation... uinztm Ankunft Chicago Nacht-Cxp. S. 3 80 Vn ( AAA Cf. VTflt MC mm - M VVlaw JJUj JAftll, ü ... w ÖÖ i Chicago Erpreß (vta I D & W, t2 40?lst Chicago Vestibüle, P. Ex. preß, nur Sonntags 4 S7 Nm Chicago Vestibüle, täglich ausgenommen Sonntags, D.P . .onon Accommodation... fiooor-, -Tä;lich ; S-chlafvagen; P-Par'I lorvegen: D-Ewagen: t-auSge.Z ommen vomitazZ.
