Indiana Tribüne, Volume 23, Number 228, Indianapolis, Marion County, 6 May 1900 — Page 7

Weltfern. Bon Olga Cerfifeldt. Es ist ein Kloster meine Bttl 5w stilles, abgeschied'nes Hus, Und int Gedanken gehen wie Mönche Auf leisen Sohlen ein und aus. Rein Laut vom fernen Welrgetricbe Dringt iirjbie kleinen Zellen ein. Doch ob vergittert auch die Fenster Fällt oft ein Sonnenstrahl hinein Es wandelt durch die Gänge leise 23 Friedensengels Lichtgestalt. Und in der Abendstunden Schweigen! Sein süßer Weihgesang, erschallt; Und seine Stimme klingt und tönet Und füllt des Tempels Hallen ganz; Auf dem Altare glüht indessen Der Opferflamme heil'ger Glanz. Da flücht' ich hin in bangen Stunde?, Da kniee ich, da ruh' ich aus, Im stillen Kloster meiner Seele, Im fernen, abgeschied'nen Haus. Wei der weisen Irau. Humoreske von Max HirschfelÄ. . Frau Babel hatte, seitdem peWittwe geworden war, schon auf die eischiedenste Art versucht, sich und ihre vier Würmer durch's Leben zu schlagen. Sie war Masseurin, Gemüsefrau, Gettürzkrämerin und Äermiethcrin geweJen, und als es mit dem letzten Gewerbe Dicht so recht gehen sollte, machte sie sich auf den Weg zur weisen Frau", um von dieser einen Rath zu erbitten. Die weise Frau schlug ihre Karten auf, prophezeite ir erstaunten Frau Babel, daß sie im Laufe desJahres einen schönen und reichen jungen Mann heirathen werde, und berechnete diese erfreuliche Weissagung zu dem übern schend billigen Preise von zwei Mark. Frau Babel ging heim und hungerte init ihren'Spröblingen das ganzeJahr hindurch in steter Erwartung des .Wunderbaren" und als dieses nie eintraf, kam sie auf den gefcheidten löesanken, für den Preis von zwei Mark .pro Person ebenfalls schöne und reiche Äräutizams zu prophezeierUnd schon .nach einjähriger Ausübung desselben Zvar ihre Familie, sie selbst eingeschlosJen, .dick, fett und rund. Eines Tages ließ sich der Fleischer zneister Bulicke bei Frau Babel melden. -Sie empfing ihn, die Karter in der Haud mit vielverhsißendem Lächeln. .Bitte, setzen Sie sich, mn Herr. Meine Karten lügen niemals, .und ich ererbe Ihnen sogleich Nee, dadrum handelt es sich .nicht," erwiderte der ehrsame Meister, das mit Yit Karlen ist ja recht schön, aber mir geht es ganz gut, etwas Glückliches brauche ichllso nicht, und das Unglückliche ?. Möchten Sie nicht gern Hören. Sehr veiftändiz, mein Herr. Aber ich könnte Ihnen vielleicht in betreff Jhrir übrigen Familie " Stimmt!" ' unterbrach sie Bulicke, 'ich komme nämlich wegen meiner Frau. Bor einiger Zeit kamen zwei Freier zu uns, und meine Frau schwankte, wen sie wählen sollte Die Freier kamen natürlich meiner Tochter wegen. Was nun mein Lieseken ist so heißt nämlich meine Tochter, die möchte gern den Provisor Möller heirathen, einen forschen, schlanken Menschen, 'noch dazu Sohn eines guten Freundes von mir. Was aber meine Frau ist, die hat sich in den Kopf gesetzt, unser Lieseken soll den Rendant Klein heirathen, weil der nämlich, die Moneten hat und meiner Frau zu schmeicheln versteht. Der Rendant ist ein kleiner, häßlicher Kerl, und meine Tochter und ich, wir nennen ihn unter uns nicht anders, als den Kleinen". Meine Frau ist allerdings immer wüthend, wenn wir ihn so nennen. Wir haben meiner Frau so lange zugesetzt, bis sie schwankend geworden ist, und da hat sie sich zuletzt vorgenomrnen, zu Ihnen zu gehen, Frau Babel, und Sie sollen Ihr aus den Karten sagen, welcher von den Beiden der Richtige ist. Nun möchte ich Sie doch recht schön bitten, zu sagen, der Provisor wäre der Rechte Mein Herr," entgegnete Frau Babel mit gekränkter Miene, ich bin meinen Kunden gegenüber ganz unparteiisch. ich deute nur aus, was in denKarten sieht und " In diesem Augenblick legte Herr Buliefe ein Zehnmarkstück auf den Tisch. dahingegen," fuhr sie sanfter fort, bin ich keine Spielverderberin nicht, und Sie werden mit mir zufrieden sein, mein Herr. Wie sieht denn Ihre Frau Gemahlin aus?Ein bischen dicklich, ungefähr wie Sie. Frau Babel, und ein schönes, ?othes Gesicht hat sie." Wenige Stunden nach dem Besuch des Fleische?meisters erschien bereits eine Dame, welche nach der Beschreibung wohl Frau Bulicke sein konnte, in der That aber die Bi?rbrauerswittwe Krause war. ' Was diese herführte, war die Sorge um die Zukunft ihres sechs Monate alten Knaben, oder vielmehr der Wunsch, daß aus ihm einmal ein berühmter Mann werden sollte, durch dessen Berdienste der Name Krause einst vor der ganzen Welt im strahlendsten Lichte erscheinen sollte. Ich komme meines Kindes wegen " begann Frau Krause. . Ich weiß schon, ich weiß schon alles," fiel die Wahrsagerin ein, die natllrlich Frau Bulicke vor sich zu haben glaubte." . Frau Krause r'ai über den prophetischen Geist der Kartenlegerin erstaunt und entzückt. Jtht war sie sicher, vor die rechte Schmiede gekommen zu sein. Allerdings ween des Kleinen," lächelte sie. Würden Sie mir etwaZ Über seine Zukunft mittheilen können?" . ,Tlt größte Vergnügen rief

Frau Babel und begann gleich ihre Karten aufzuschlagen, sehen Sie, da5 ist er der Herzlönig , aber was muß ich sehen , ach, ach!" ' Er wird also nicht berühmt werden?" Der und berühmt werden! DaS schlagen Sie sich nur aus dem Kopf, gnädige Frau." Aber .es sind doch alle Anzeichen vorhanden." Ich will Sie nicht kränken, werthe Frau.- fiel Frau Babel wehmüthig ein, ich kann ja nur sagen, was ich vor mir sehe. Der Herzkönig ist von lauter schwarzen Karten umgeben, Sie werden selbst zugeben, daß dies ein'schlechtes Zeichen ist. Wenn ich Ihnen einen Rath geben soll, sorgen Sie dafür, daß Ihnen der 7 Kleine aus dem Hause kommt. Es wird für Sie am besten sein, wenn Sie ihn niemals wiedersehen." - Nicht für eme Million würde ich das thun," rkf die Brauerswittwe entrüstet. Jetzt ist er gerade an die Flasche gewöhnt Da haben wir es ja, verehrte Frau, er ist ein Trinker und ein Spieler, das steht ja auch deutlich in den Karten. Ueberhaupt möchte ich Ihnen rathen, über sein Vorleben Erkunvigungen einzuziehen." Was? Was reden Sie da?" O, da werden schöne Geschichten an's Tageslicht kommen," rief Frau Babel, die nun einmal in Eifer geraihen war, Sie werden auch von einer gewissen weiblichen Person erfahren, die immer um ihn ist " Meinen Sie vielleicht die Amme?" Nun ja, Sie wissen es also auch schon. und noch dazu eine Amme! Denken Sie sich diese Schande! Ein gebildeter Mensch sollte sich doch nicht mit -einer Amme einlassen." Jetzt wurde der Brauerswittwe die Situation unheimlich. Die Frau war offenbar geistesgestört. Andererseits fiel ihr dabei auch em Stein vom Herzen. Dann brauchte sie also auch auf ihre düsteren Prophezeiungen nichts zu geben. Inzwischen fuhr Frau Babel foxi: .Folgen Sie meinem Rath ! Bei der nächsten Gelegenheit werfen Sie den Kleinen" vor die Thüre." Ja. ja, ja," sagte die Frau Krause begütigend. Und dann nehmen Sie den andern, den auch Ihr Fräulein Tochter haben will." Tochter? Ich habe gar keine Tochkr." Keine Tochter?" fragte die Kartenlegerin verwirrt, aber Ihr Herr GeWahl meinte doch " Mein Mann ist vor acht Monaten gestorben. Dann sind Sie am Ende auch nicht die Frau Fleischermeister Bu7ke?" . Das habe ich auch .licht behauptet." Durch weiteres Fragen wurde Frau Babel endlich aufgeklärt, und es gelang ihr nach erneutem Kartenlegen, die Brauerswrttwe durch Prophezeien einer glänzenden Zukunft für ihren Sprößling zu versöhnen, wie sie auch bei späterem Erscheinen der Frau Fleischermeister Bulicke diese so zu beeinftussen wußte, daß sie die Einwilligung zur Heirath ihrer Tochter mit dem geliebten Provisor gab. ZZerlincr Schukaufsätze. Da P fehrd. Das Pfehrd ist ein Tier. Derselbe hat fier Füse, an jeden einen Huf und hinten runter einen schwantz. Ein junges Pfehrd nenn! mann einen Fühlen weil es jung ist. Ein weibliches Pf-hrd ist ein Stuhte, ein männliches Pfehrd ist ein Henkst. Man benutzst die Pfehrde zum laufen, fahren, Ziehen, und kann auf sie reiten, wer reiten gelernt hat. Die Pfehrde haben auch Verstant und sind treu wenn gut behandelt, sonst schlagen sie aus und gehn durch und schmeissen den reiter ab. Wenn die Pfehrde zu alt sind werden dieselben von Pferdeschlechter geschlachtet wo sie nicht schon vorher verendigt sind." DieJareszeiten.' Früling, Herbst, Sommer und Winter sind die vier Jareszeiten. Welches die schönste sind weiß ich nicht, weihl alle schön sind. Denn in Früling da blühet alles auf, in Sommer gibt es die großen Feehrien in Herbst ist mein Geburtstag und im Winter Weihnachten und Eisbahn wo ich sehr gerne draus lausse. So hat eine jede Jareszeit was schönes." . Wien. Wien ist die Hauptstadt von Esterreich, dieselbe liegt an die Dohnau die ein sehr großer und schöner Fluß ist und von Ufer unsäumt wird die viele Naturschönheiten haben, wie sie an die Hasel bei Potzdam um Wannsee und Schildhorn unsere Augen die sich an ihre Herrlichkeiten ' ergötzen, entzücken wenn wir mit den Dampfer dieselben hinauf fahren. In Wien wohnen die Wiener was ein freundlicher Menschenschlach ist und schöne Baulichkeiten die in neue Straßen die breit und mit Bäume reich bepflanzt sind stehn und viele Parks wo der größte? der Prater heist und in Berlin die.Hasenhaide genannt wird. Der Kaiser von Wien heist Franz Josef und lebt mit uns in Dreibund." ' He UnsereLandparthie. Unsere Landparthie ist das Herr lichste Vergnügen in unserer schönen Vaterstadt, und machen wir immer sehr gerne. Da geht es schon früh morgens hinaus an Wald und Wasser und wenn der Kremser, zu voll ist, denn nimmt sich Onkel Emil mit Tante Berthan eine Droschke und sahj ren nach. Und wie schön ist es draußen in die herrliche Natur. Wo die

j Vöglein singen und man packt d!e mitaebrachten Eier aus und es rauschen

die Bäume und Onkel Thedor sticht das Achtel an. Ach der schöne deutsche Wald. Aufgebaül so hoch da droben. Und da kann man so diel essen, daß es immer nicht reicht, so daß Schwester Olga immer weint, weil sie noch eine Stulle essen will, die Mutter den Onkel Eduard gegeben hat. der doch gar nicht eingeladen war, weil er nichts mitgebracht hat. Und dann giebt es Haue von Muttern. Aber Vater reißt ihr die Olja weg und giebt ihr von seine eigene Stulle, und dann ist alles wieder gut. Ach der schöne deutsche Wald. Und dann die herrliche ,Rüa, fahrt. Da schlafe ich immer so schön und Olja auch. Und wenn Mutter sie aufweckt, dann schreit sie und denn giebt es wieder Haue von Muttern. Aber bloß unbedeutend, denn sie kriegt sich mit Vätern das Zanken. Und denn nimmt er Olgan und bringt sie zu Bette. Und wir träumen die gantze Nacht von die herrliche LandPartie. Ach der schöne deutsche Wald." Nero. Nero war ein alter König, und sehr grausahm. Und er lebte in Rom und war sehr grausahm. Und alle seine Feinte lies er von wilde Löven, Panter und andere Biester zerreisen und war sehr grausam. Und weil er sehr grausam war da hatte man ihn einen Tirannen genannt, denn Tirannen das ist ein grausahmer Mann der sehr grausahm ist und auf einen Tron sitzt, wo alle vor ihn zittern müssen weil er sie zerreisen läßt wenn sie mucksen. Und wie Nero starb da wurde er wahnsinnig und grausahm bis er tot war in Wahnsinn." UebrdiDichter!" Was ist ein Dichter?- Ein Dichter ist ein edler Mann, der unsere Seele bis in den Himmel erheben oder bis in die Tiefe, erschüttern kann und unsere Herzen in raschen Athemzügen schlagen läßt, wenn er in die Leyer greift. Diese Leyer ist sinnbildlich zu verstehen, denn nur zu alten Zeiten griff ein Dichter in eine solche, jetzt giebt es dieselben nicht mehr, denn die Dichter schreiben nieder, was' sie singen und lassen es drucken. Und wenn es gute Dichter sind, verdienen sie auch Geld, soviel sie brauchen, entgegen früher, wo die Dichter, besonders die deutschen, oft großen Hunger litten und starben. Ein Dichter ist etwas unendlich Edles, das man, ob alt oder jung, verehren und lieben soll.gleichviel, ob er von außen schön oder häßlich ist, denn etz läßt sich nicht lernen. Das Talent ist eine hohe Gabe Gottes, und wer es hat, der ist von Adel. Um solche Dichter zu nennen, so nenne ich Goethe, Wolfgang von, und Schiller, Friedrich von und viele andere, die alle schon todt sind, aber noch immer leben, weil sie sich unsterblich gedichtet haben; aber auch noch lebende sind . so unsterblich wie die todten, ich nenne bloß Paul Heyse und andere, die zu nennen zu weit führen würde. Es giebt aber auch Dichter, die keine sind. Die machen auch Verse, die sogar mit Klavier und Leierkasten gesungen werden. Jedoch dieselben sind Abarten, die wohl leichtsinnigen Gemüthern zum Ergötzen dienen, aber nicht die hohe heilige Begeisterung in der Menschenbrust hervorzaubern, die den wirklichen Dichtern zu eigen ist, welch Lehtere allein die herrliche Gabe besitzen, den irdischen Menschen in himmelische Gefilde zu erheben." Die ZJlutttv im Sprichwort. Die Denkweise eines Volkes liegt in seinen Sprichwörtern, und es ist in der That rührend, welche hohe Werthschätzung der guten, Mutter aus den Sprichwörtern aller Völker hervorleuchtet. Es giebt keine solche Mutter,, sagt der Spanier, wie die, welche ihr Kind getragen hat. Einer Mutter Liebe ist die beste von allen, heißt es in Hindostanisch. Der Bergamesk sagt: Mutter mein, immer mein, möge reich oder arm sein, und der Venetianer: Mutter! Mutter! Wer sie hat, ruft sie, wer sie nicht hat, vermißt ' sie. Der Deutsche hat über den Werth der Mutter die köstlichsten Sprichwortperlen: Muttertreu ist täglich neu. Ist die Mutter noch so arm giebt sie doch dem Kinde warm. Wer der Mutter nicht folgen , will, wird endlich dem Büttel folgen. Besser inen rei chey Vater verlieren, als eine . arme Mutter. Was der Mutter an's Herz geht, geht dem Vater nur an's Knie. Tr Russe sagt sehr poetisch: Das Gebet der Mutter holt vom Meeresgrund herauf. Der Tscheche und Lette sagen:' Mutterhand ist weich, auch wenn sie schlägt. Was die Mütter leiden müssen, drücken die Italiener mit den Worten aus: Mutter will sagen: Märtyrerin. Ohne Mutter sind die Kinder verloren, wie die Bienen ohne Weisel, spricht der Russe. Wenn die Mutter stirbt, löst die Family sich, sagt der Jndier. Ist die Mutter todt, ist der Vater blind. der Italiener. Darum, ihr Mütter, reich oder arm, könnt ihr stolz sein auf den Schmuck dieses Namens, wenn ihr ihn rechtsertigt durch die That. Tüchtiger Geschäftsmann. Jainkef (in der Nacht einen Dieb in seinem Laden ertappend):. Wenn Se mer jetzt ich' gleich was abkaufen, zeig' ich Se an!" Ah so! A.: Nun, wie ist Ihnen die Kur in Carlsbad bekommen?" B.: (corpulent): Nicht gut; ich habe zuletzt 14 Becher getrunken und doch nicht abgenommen." A.: A, da hätten Sie mit mir nach Monte Carlo kommen müssen. Ich war nur 2 Tage da. habe gar nichts getrunken und sie ba- . wv . en mx mies aogenvmmen.

SiciNaniscye Sitten.

Vei uns geht die sprichwörtliche Rede: eifersüchtig wie ein Italiener; in Jtclien: eifersüchtig wie ein Sicilianer"; in Sicilien:' eifersüchtig wie ein Araber". Eifersucht ist in Wirk-' lichkeit bei südlichen Völkern eine bäufige Erscheinung. In diesem Punkte ist es in Sicilien arg genug bestellt und es stünde damit noch schlimmer, wenn nicht eben in der gesellschaftlichen Absperrung der Frau ein vorbeugendes Mittel gefunden 'wäre. Selten nur wird ein Sicilianer einen Mann in sein Haus laden; geschieht es dennoch, so wird der Besucher der Dame deö Hauses nicht ansichtig werden; diese treten auf den Plan nur, wenn der Gast in Begleitung seiner Frau erscheint. Wer kinem Ehepaar begegnet, grüßt bloß den Mann, die Dame ignorirt er mit Absicht, um dem Manne seine Achtung zu 'bezeugen. Eine solche Sitte konnte doch nicht aufkommen, 'wenn der Grüßende bei dem Andern nicht Eifersucht voraussetzte! Ausländische Damen sind durch ein solches Verhalten der Sicilianer anfangs verletzt. Die Absperrung der Mädchen von der Außenwelt wird indeß heutzutage nicht mehr so systematisch durchgeführt wie noch um die Mitte dieses Jahrhunderts. Damals galt es noch als Dogma, daß man Mädchen der besseren Stände mit den Gekeimnissen des Lesens und Schreibens'nicht bekannt machen dürfe; denn diese Kenntnisse könnten leicht zu unerlaubten Verstand!gungen mit Männern mißbraucht weren. Die Abschließung der Mädchen ist jedoch nur eine äußerliche. In Sicilien lebt man sozusagen auf der Gasse: ebenerdige Wohnungen mit stets offenen Thüren gibt es eine Menge, und die Fenster in den Stockwerken öffnen sich zumeist nach dem Balkon, wo die Mädchen zu arbeiteu pflegen. Wie sehr wird nun nicht durch diesen Umstand der ehrbaren Annäherung" Vorschub geleistet! In der That werden in Sicilien die Ehen nicht im Himmel geschlössen, sondern meist vom Balkon aus. Hier beginnen die harmlosenPlaudereien; von hier aus lauschen die Schönen den ihnen dargebrachten Ständchen; hier werden nächtlicherweile die Briefchen an Schnüren aufwärts befördert; von hier aus erfolgt die Beantwortung. Freilich gestattet dieses System nur den Austausch der Seelen. Aber Noth kennt kein Gebot. Der Sicilianer liebt heiß, .die Sicilianerin nicht minder. Ist die Einwilligung der Eltern nicht zu erzielen, so kommt es nicht selten vor, daß das Mädchen entflieht. Dann pflegt der Segen der bestürzten Eltern auf dem Fuße nachzufolgen. Auch der Raub öder die gewaltsame Entführung des Mädchens wird wie in alten Zeiten in's Merk gesetzt. Das Mädchen spaziert an der Seite seiner Mutter oder einer anderen Begleitung, da stürzen auf einmal der Bewerber mit zwei oder drei Freunden auf sie zu; der Eine versichert sich der Begleiterin, die Anderen bringen das Mädchen nach dem in der Nähe haltenden Wagen, der rasch davonfährt. Die beiden Frauen, die das Opfer eines Mordanfalles zu sein vermeinen, lassen weithinertözzende Schreckensrufe vernehmen. Das Mädchen, wenn es dem Räuber gewogen, beruhigt sich, fobald ihm der Sachverhalt klar geworden; der Begleiterin und den auf das Geschrei herzugeeilten Personen bleibt gewöhnlich das Nachsehen. Wenn der Streich gelingt, d. h. wenn der Mantel der Ehe sich über diese Missethat breitet, dann wohl dem Räuber. Mißlingt er aber, dann sucht der junge Mann in der Regel sein Heil in der Flucht. Die gewaltsame Entführung ist aber nicht leicht zu bewerkstelligen: es gilt, dem Mädchen auf einsamen Pfaden zu begegnen; man bedarf mehrerer Mitwisser, die nicht immer zuverlässig sind, und dergleichen: Der Sicilianer ist jedoch um ein Auskunftsmittel nicht verlegen und greift manchmal zu anderen Gewaltmitteln. Zu dem Ende sucht er sich dem Mädchen zu nähern und versetzt ihr mit einem Messer eine oder mehrere Schnitte in die Wange. Die Wunden lassen Narben zurück. So entstellt, denkt er, werde sie nicht leicht einem anderen Manne gefallen; .er aber ist bereit, sie zu ehelichen. Solche Fälle führen thatsächlich öfter zur Ehe. Das Mädchen erblickt nämlich in dieser wilden Aeußerung der Leidenschaft den untrüglichen Beweis der Liebe ihres Verehrers. Wehe aber, wenn der Fall nicht die gewünschte Losung findet! Das Gesetz, das diese barbarische Unsitte ausrotten will, ünterwirft diese schwerer Ahndung. Aber auch die gefährliche Drohung erweist sich als wirksam. Der Mann bedeutet dem Mädchen, daß sie mit ihm fliehen müsse, sonst würde er sie tödten. Das Mädchen willigt öfters darein, sei es aus Neigung zu dem ungestümen Werber, sei . es aus Furcht; denn über den Ernst einer solchen Drohung ist ein sicilianischesMädchen nicht im Zweifel. Will sie dem Manne aber durchaus nicht angehören, so wird die Aufsicht verdoppelt und das Mädchen für längere Zeit in ein Kloster gebracht oder an einem unbekannten Orte verborgen gehalten, in der Erwartung, daß inzwischen die Liebesgluth sich herabstimmen werde. Man meine indeß nicht, daß Fälle wie die hier angeführten sich selten ereignen. Neben Naubanfällen begegnet man ihnen häufig genug in der Lokalchronik, freilich nicht so häufig wie vordem. Wenn ein Weib auS Emanzipation alle Eitelkeit abgestreift hat, dann ist sie eben darauf wieder eitel, j ,

Das Rech! vcs Ziarkeren.

von H. v. Endorff. Ein Frühlingsnachmittag lag son rengoldcn über der düsteren Stadt, ün die blaue Luft stieg der schwarze Rauch der Schlote und trieb zerstiebend über die Dächer hin. Das erste junge Laub begann ein blaßgrüner Schleier die Böschungen und Sträucher des Festungswalles zu überziehen. Die Luft ging kühl trotz der hellen Frühlingssonne, die, ein Vorbote nahenoen Regens, stechend heiß herniederbrannte. Im Westen lagerte eine schwarze Wolkenschicht. Längs des FestungswalleZ führte ein breiter, ungepflasterter Weg. an dessen anderer Seite eine Reihe Häuser auf ragte. Entlang dem schmalen Trottoir zog sich ein tiefer alterthümlicher Rinn stein hin' wie ein klaffender Graben. Die primitive Gasse überbrückte, da sie sonst nicht zu überschreiten war' gegen, über der Thür oder Thoreinfahrt jeden Hauses ein grobgchauener Quaderstein. Eine Anzahl Knaben hatte . sich auf dem sandigen Fahrdamm eingefunden und spielte dort unten Springen. La chen und Rufen. Dichter Staub, von den raschen Füßen der Kinder empor gewirbelt, umhüllte die jugendliche Schaar. . Sieversuchten.Exerzirübungen nachzu ahmen, die sie im Hof der nahen Kaserne wohl beobachtet hatten. Einige mar schirten, Kommandos' erschallten, die Stöcke wurden in Ermangelung von Gewehren regelrecht präsentirt. Die Gesichter glühten vor Eifer Wärme und Vergnügen. Auf einer der breiten Fliesen, die über den Rinnstein gelegt waren, saß im hellsten Sonnenschein ein kleiner, etwa sechsjähriger Knabe. Der Stein diente ihm zum Sitz; die Beine mit den großen Füßen baumel ten über der trüben, lauen Flüssigkeit der, Gosse, der ein widerlicher Dunst entstieg. Er war ärmlich angezogen und trotz der grellen Sonne ohne Hut. Auf den Knieen hielt er ein kränklich aus sehendes Kind von ungefähr zwei Iahren, das in ein schmutziges, graukar rirtes Wolltuch eingewickelt war. In sich zusammengesunken, theilnahmslos, starrte das kleine Geschöpf mit seinem Gesicht in die Welt, während über sein Köpfchen hinweg die großen dunklen Augen des Knaben sehnsüchtig aus die spielenden Gefährten schauten. Es lag etwas in diesen mageren Zü ben, ja in dem ganzen Wesen des Knagen. was unwilltürlich anzog. Eine schützende, sorgsame Zärtlichseit, die zu dem jugendlichen Alter in keinem Verhältniß stand, verrieth sich in der Art, wie er den einen Arm um das winzige Wesen geschlungen hatte nnd jetzt mit der anderen, freien Hand das dürftige Tuch, das sich ein wenig gelockert haben mochte, vorsichtig über der Brust des Kindes zusammenzog. Die Blicke der Vorübergehenden streiften gleichgültig die kleine Gruppe. Nur eine deS Weges kommende Dame hemmte beim Anblick der Kinder den Schritt und beugte sich zu, dem Knaben hinab:. .Ist Dir's nicht zu heiß hier? E? sah erstaunt zu der unbekannten Dame empor. Ja,ist serr heiß,"entgeg nete er apathisch, abgestumpft durch die Gewohnheit, alles willenlos hinzuneh men. .Setz' Dich doch in dm Schatten dort, da ist's besser sür Euch beide!" Geht nicht! Schwester war krank und soll in Sonne stden, sagt Mutter." Aber Kind. Du bist ohne Hut! Hol' Dir den wenigstens !" rieth die Fremde. Darrf Schwester nicht allein lassen und kann sie doch nicht steile Treppen hinauftragen!" ; Würde nicht einer Deiner Freunde Dir den Hut holen?" ' Des Knaben Augen flogen za den umhertollenden Gefährten - hmitter. Nix mir holen, spillen grad." sagte er leise in seinem gebrochenen Polnisch Teutsch. ' Wo ist denn Deine Mutter?" Zu Kausmann, will bald zurückkommen!" ' ' Eine Vorkosthändlerin, die zwischen Gemüse, Käse und Eiern von der Thür ihres Kellers aus die Gruppe neugie rig beobachtet hatte, trat jetzt dreist Ar zu. Beim Kaufmann, sagt sie? Jjr der Kneipe sitzt Deine Mutter! -Du weißt'S, also sag's nur!" rief sie barsch.. Der Knabe wurde glühend roth.' Hat gesagt, zu Kaufmann," beharrke er. Jawohl, zum Kaufmann, wo nur Bier und SchnapS verkauft wird! Und so lange," fuhr sie fort, sich zu der Dame wendend, .muß der arme Junge Tag für Tag mit dem Kranken, das doch wohl nicht mehr lange macht " Lassen Sie doch, gute Frau!"' Umsonst, der Redefluß ging unaufhaltsam weiter. Sitzen muß er hier in der Sonne oder drin in der Stube und selbst so'n Wurm das andere hüten. Nicht mal rumsvringen darf er Nachmittags wie die Anderen. Sehen Sie, die zwei dort, das sind meine Jungens!" Sie wies auf die jungen Sol datenspieler am Wall. Die Dame folgte mit den Augen der Richtung des ausgestreckten Fingers. Ach, rufen Sie einen Ihrer Söhne mal heran!" bat sie plötzlich. ' Die Kellerbewohnerin lächelte ' ge schmeichelt. ES gab ihren harten, ver arbeiteten Zügen einen verzerrrten. son derbaren Ausdruck, als sei die spröde Haut nicht gewohnt, sich in freundliche Falten zu legen. Karl, Karl, herkommen!" schrie sie über die Straße. Ein rothhaariger Bngel mit unan genehmem Au -druck in' dem som mersprossigen Gesicht kam langsam, wider willig herbei. Die Unterbrechung sei neS Spieles warihm auscheineud lästig. Würdest Du nicht Deinem Kamera den hier seinen Hut holen?" fragte die Dame. Der Junge grinste halb verlegen, halb nnverschämt.

Was setzt er nicht die kranke Kröte

hin und holt ihn sich selber?" gab er zurück. Schwester keine Kröte!" entfuhr eS dem anderen, dabei schlang er zärt lich beide Arme um das kleine Ding auf s;.nen Knieen. Die Fremde zog das Portemonnaie. Hier, zwanzig Pfennige, wenn Tu ihm den Hut yollt!" Er kann ohne Schlüssel nicht rein," bemerkte die Frau. Eine Pause. Dann wandte sich die Dame an das Kind. Hast Du den Schlüssel zu Eurer Wohnung?" Hab Schlüssel, aber Mutter sagt, darf nicht wegglöm!" Auch nicht sür 'einen Augenblick! Du bekommst ja sonst Deinen Hut nicht! . . Mutter sagt: an Niemand geben, nicht eine Minute!" Ach, sie denkt wohl, man stiehlt ihr was, wo nichts zu holen-ist?" lachte die Händlerin auf. Die Dame nagte nervös an ihrer Lip pe: wohlzuthun aus dem Stegreif war verwickelter, als sie gedacht hatte. Doch ihr kam ein rettender Gedanke. , Sie nahm ein Zweimarkstück aus der Börse. Dies bekommst Tu." schlug sie dem Rothkopf vor, wenn Du mir Deinen Hut giebst." Der Vengel machte ein verblüfftes Gesicht; dann lachte er er kapirte. Eilig riß er seinen schäbigen Stroh Hut herunter und hielt ihn ihr hin. Darf ich?" Das galt der Mutter. Gewiß, gewiß!" Sie streckte schon die Hand aus, um das Geldstückzu cm Pfangen. D.e Dame gab es, nahm den Hut und setzte ihn ihrem Schützling auf. Sie war sichtlich erfreut über den genialen Ausweg. Der kleine Knabe sah verwirrt zu ihr empor. Danke, so ferr viel besser!" murmelte er leise. Lächelnd nickte sie ihm zu und ging befriedigt davon im erhebenden Gesühl, eine Wohlthat erwiesen zu haben. Der Knabe mit seinen: kranken Schwesterchen auf dem Schooß blickte ihr ' dankbar nach. Dann, als eine Wendung 3 Weges sie ihm entzog, ließ er die dunklen Augen wieder ver langend zu den Altersgenossen am Wall hinüberschweifen. Ob er wohl auch einmal dort wie die anderen spielen und laufen dürfte? Selbst der Karl ohne Hut war eigentlich besser dran wie er. Aber er empfand doch wohlthuend den Schutz des breiten, wenn auch verbo genen Geflechts. Karls schriüe Fistelstimme ließ ihn jäh auffahren. Athemlos und erhitzt stand der Nothhaarige vor den Kindern. Er lachte boshaft und schrie: Du glaubst wohl, Du wirst den Hut behal ten und ich soll in der Sonne braten. Was?" Hast Du doch Geld gekriggt!" meinte er schüchtern. Die Mutter, jawoll! Aber ich seilten Böhm! Das gilt nicht! Her da mit! So!" Dabei riß der Schlingel den Hut vom Kopf des Wehrlosen, stülpte ihn sich wieder auf und lief la chend zu seinen Kameraden zurück. Des Beraubten Blicke folgen ihm. Thränen deS Zornes schössen in die Kinderaugen. Wie unerträglich doch die Sonne stach! Jetzt, nachdem er die flüchtige Wohl that der schirmenden Kopfbedeckung ge kostet hatte, empfand er doppelt die Sonnenwärme, die, er vorher kaum zu spüren meinte. Ein leiser unvernünftiger Groll stieg plötzlich in des Knaben Herzen auf. Warum hatte die fremde Damö mit dem Geschenk nicht auch die Mög lichkeit, es zu halten, ihm gegeben? i m m 1 Dke Dienerin als Herrin. Von Otto Crich Hsrtleoen. ' Es NX!? einmal ein sckichtcs Mädchen aus dem Vclke, das fand - unter den Dummen einen Reichen, oder wie Andere wissen wollten, unter den Reichen einen dummen Mann, der es heirathete. Und da sie nun dessen Frau war, zog sie schöne Kleider 'an, putzte sich und meinte, nun sei sie etwas Rechtes. Da konnte sie sich nun selber Dienstboten halten, und weil sie nun doppelt gut zu wissen glaubte, wie man mit solchen zu verfahren habe, theilte sie gern ihre Lehren unv ihre Erfahrungen auf diesem Gebiete Änderen mit. Auch mir hat sie Manches anvertraut, und ich will es nicht engherzig für mich behalten. Als sii? schon einen siebenjährigen, aufgeweckte!? Knaben zum Sohne halte, kam sie eines Abends von einem Da mencafe heim, zu dem sie gern ging, weil man dort willig uf sie hörte. Da erzählte ihr ihr siebenjähriger, ausgeweckter Knabe, daß in ihrer Abwesen heit ein Grenadier zu Besuch dagewesen sei. Sofort klingelte sie elektrisch, und als Anna erschien, fragte sie streng: .Was war das mit dem Grenadier?" Anna erwiderte: Der- war für " 4s Sie . Für wen?" fragte die Frau in einem ungläubigen Ton. Für Sie." wiederholte Anna. Da machte die Frau ein Gesicht, als ob sie nicht gut hören könne und fragte noch einmal, ganz befremdet: Für wen. sagen Sie?", Nun: für die gnädige Frau!" stam melte Anna verwirrt. Ah so!" Endlich verstand die gnädige Frau", und mit Hoheit abwinkend, sagte sie: Merken Sie sich das. Anna!" Naa dem Grenadier fragte sie nicht mehr, aber aus Anna ist später ein sehr tüchtiges Mädchen geworden. - n. Die gnädige Frau hatte uch eine Flickmamsell. Die kam jede Woche ei nen Tag zu ihr und erhielt einen Lohn von einer Mark und fünfzig PfenmZen. . , Eigentlich hatte die gnädige Frau schon immer eine andere nehmen wollen, denn sie hatte in Erfahrung gebracht, dajj diese.Person zu Hause einen drei.

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. v vju.bt:? w U 13 aus Mitleid wie sie mir selber fagk' und weil sie doch auch so vorurtheilslos sei, hatte die gnädige Frau die Flickmamsell behalten. Außer dem Lohne für ihre Arbeit erhielt die Flickmamsell noch tagsüber freie Verköstigung. so daß sie ihren gesammten Lohn Abends mit nach Hause, nehmen konnte. Nun war die Flickmamsell eine sehr' riMrfsJV.t m . T v r . . , "i", iu man oraucyie Tmt ihr Ynrrn K co . " n : . : : ; v" vt- tvillgunJ niazl viel Umstände zu machen-. Als sie das -erste Mal dagewesen war, hatte die -gnadige Frau Anna mit dem Mittag, essen auf einem Teller in die Kammer ITt Wr fr frf.tl ,:.:-.-ri:ji I ' ' 1""'bk ujlUi UiiiJ i fr... t r . f - iuöwi vu ic ticver ein l5ias Wein oder lieber eine Flasa Bier dazu haben wolle. -Wenn sie um ein Gläschen WeirT bitfcn dürfte, hatte die Flickmamsell antworten lassen. ' Darauf hatte die gnädige Fran Anna noch einmal hineingejchickt uni lhr sagen lassen, sie möchte es sich doch überlegen, ob es gut sei, des Mittags Wein oder Bier zu trinken. Sie könnte danach doch leicht müde werden rnrt nachher nicht mehr so gut arbeiten. .Darauf hatte dann die Flickmamsell nichts mehr zurücksagen lassen, sondern seitdem Mittags nur ein GlaS Wasser getrunken. Sie ist auch seit, dem lmme? fleißiger geworden uifo hat sich in keiner Weise dem Trunke ergeben. Der kluge Johann. De Herr Forstmeester gung in sin Stuw op un dal und red' denn mal eins mit seck slllwsten; dat kennt sin Fru und harr seck dünn makt, dun; wenn hei't so mit de Gedanken harr, kunn hei hellschen falsch warden. Mil eenmal schreg hei Johann!" un nah fiw Minuten noch mal, un hci harr't noch nich veermal schregen. do kem Jehann all un seggt: Mat schall'!?" Jehann wür dat, wat een up Hoch dütsch een Faktotum näumt: hei müßi för de Fru Forstmeistern Bä'ndsel und Bänker halen und Eier un Kes' tx(f drägen, müßt' de Teben wat gew, de Farken sniden un för dat Jungvolk de Leiwsbreif besorgen. Hei wür 'rein utpulstert mit Dugenden, un Snaps drunk hci ok. De Forstmeester seggt also to em: Do hcww'k in dat Blatt lesen, in Hamborg is'n Perfessor, de will dc Hunn'n spreken lieren. Hier sünd fiwDahlers för den Perfessor un fim so: Di; nümm us' olen Karo" und bringen na Hamborg to den Kierl Un Jehann ded't, dat heit, hei kem nich bei na Hamborg; hei harr dat ganz Geld unnerwegs versapen und den olen Karo- harr bei to'n Sluß ok ver süppt in de Beken. Hei säd man to'n Forstmeester: Jn'n Wekener veer sall'k'n wedder halen." Na, in veer Weken kreg' Jehann wedder tein Dahlers un schickt se achter de iersten tein her, un dun kem hei torügg.- De Forstmeester fröggt nah den Teben un Jehann mutt ja woll leizen, wenn hei bestahn wull. So seggt hei denn: .Ja. dat's en gans trurige Geschicht, Heil Forstmeester. Eck klopp bi den Perfesser an de Dör lis an un denn noch mal, dc schriggt en insid: Mal' doch up, dumm Bur", un as eck rinkem, do was't uS Karo V dei wür' Puttjeh (Portier) bi den Perfesser. Na, eck heww'n mi (mit) nahmen, un in Harborg seggt Karoto meck: Jehann. will'n ein nümeu. Hei rep den Weert un bestellt ,seck. v Bifstück un den Kierl da (un .'damit meint hei meck) giwen's man tu Snaps.Eck drunk den Snaps, hei- fret dak Bifstück, un as de Weert Geld hewwer? wull, meint hei ganz grotspuriz: De da betalt" un eck heww bethalen mößi för dat Beist. Unnerwegs fröggt heZ nach düt un dat, und eck wür' ja aXf . hellschen falsch up em wegen dat Bet len, as hei mit enmal seggt: Hü? mal, Jehann, küßt denn de Herr Forstmecster jümmer noch de lütte Susann, de in de Kök de Dellers wascht?- Heri Forstmeester, do lip meck de Gall ower: eck dacht'so wat derf nich unner deLüd kamen un dat Beist vertell't ja wol! jedwierein. Eck heww'n Steen an 'n Hals bunnen um 'n in de Bek versüppö. und da liggt hei nu." De Herr Forstmeester gung tweema? in de Stuw op un dal, kek Jehann an un toletzt slog hei em ulde Schuller un seggt: Da hast Du recht daran Qjt than, Johann". Voreilig. " Zu einem berühmten italienischen Chirurgen kam eine Mutter, um ihni zu danken für die glücklich gelungene Operation, welche er an ihrem Sohne ausgeführt hatte. Ich bitte Sie. diese kleine Arbeit von mir als Zeichen meiner ewigen Dankbarkeit anzunehmen", sagte die Dame, ihm eine von ihr gestickte Börse reichend. Ich danke Ihnen sehr" antwortete der Chirurg ich nehme sehr gerne Ihr Geschenk, aber natürlich, ohne deshalb .auf mein Honorar von 2000 Lire zu verzichten. Dann entschuldigen Sre erwiderte die Dame die Börse nochmals zurückziehend und ihr zwei Tausendlirebillette entnehmend, es waren viertausend Lire und es ist doch recht und billig, daß unsere Rechnung in Ordnung sei." Verliebt. Hm, Meyer heißt Dein Bräutigam? Ja; aber er ist der Meyer aller Meyer!" Willy's Auffassung. Vater: Das ist das Modell zu einer ganz neuen Dreschmaschine. Die ist für die landwirthschaftliche Hochschule bestimmt!" Willy: Ei weih, kriege die Studenten da denn auch noch Dsöe?1" - -