Indiana Tribüne, Volume 23, Number 228, Indianapolis, Marion County, 6 May 1900 — Page 6
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ßine HenZraMüche. r Vor Kurzem ist in Berlin die erste 'Zentralküche eröffnet worden und daß dieselbe ein längst gefühltes dringendes ZZedürfniß befriedigt, erhellt aus dem Anklang, den das Unternehmen gesunden hat. Man müßte sich wundern, schreibt ein Berliner Correspondent, daß es nicht schon längst in den Großstädten gemeinsame Küchen , für eine Igrößcre Zahl von Haushaltungen gibt, tocnn man nicht wüßte, daß Niemand Neuerungen abholder ist als die Hausfrauen, und daß sich .Reformen mrgends schwerer einführen lassen als auf dem Gebiet der Hauswirthfchaft und
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Kartoffelschäler. des Haushalts. Die Vortheile, die die neue Einrichtung gewährt, indem man sein Mittagessen fix und fertig" aus einer Anstalt bezieht, anstatt es nach eitern Brauch selbst im Hause zu bereiten, sind ebenso groß wie zahlreich. Unzweifelhaft kann das Essen von der Anstalt billiger geliefert werden, .als man es sich im einzelnen selbst herstellt, denn der Anstaltsunternehmer kauft im Großen aus erster Hand die RohMaterialien und um das Doppelte und Dreifache billiger als die Hausfrau, die ihre kleinen Quantitäten auS dritter Hand für das Mittagessen einzeln einkauft. Das Essen ist aber in der Anstalt auch kräftiger und nahrhafter, denn die Speisen werden in Dampfkochapparaten zubereitet, das Fleisch Zommt in großen Stücken in die Kessel und bleibt dadurch saftig und wohlschmeckend. Aus dem halben Pfund Fleisch, das nicht nur die Arbeiterfrau, sondern auch nicht selten in der Großstadt die Hausfrau des Mittelstandes sür das Mittagessen in den Topf bringt, läßt sich beim besten Willen und selbst bei Anwendung der großartigsten Kochkunst weder etwas Kräftiges noch besonders Wohlschmeckendes machen. ' Verkauf in der K'üche. Eute Ernährung gibt aber Gesundheit, loährend die jetzige Ernährung bei der Einzelküche nur zu oft in minder gut situirten Familien eine der Ursachen Häufiger Krankheiten ist. Man spart seiner bei dem Bezug der Speisen aus der Centralküche im einzelnen Haushalt die Feuerung für das Mittagessen. 33 werden durch die Feuerung für das Mittagbrot in der Großstadt jährlich Millionen von Mark durch denSchornstein gejagt und zudem die Luft über der Stadt in hohem Maße verschlech- . "iert. Im Sommer bringt die Mittagkocherei auch noch den Nachtheil, in den kleinen Wohnungen eine zu dieser Iahreszeit recht lästige Hitze zu erzeugen. Die Hausfrau muß jetzt den ganzen Vormittag am Herd stehen und kann sich während dieser Zeit Zveder den Kindern noch anderen wichtigen Haushaltungspflichten widmen. Sie wird durch die Centralküche ohne lle Frage nicht unwesentlich entlastet. Die Arbeiterfrau braucht dem aus der Zentralküche sich versorgenden Manne nicht mehr das Essen nach der oft so entfernten Arbeitsstelle zu tragen, wobei sie nicht selten schon um elf Uhr Mittag in der Küche. Vormittags aufbrechen muß, um unter Benutzung der Straßenbahn und mit Ausgaben dafür rechtzeitig bei dem Manne zu sein, der dann nicht einmal immer warmes Essen bekommt. Der Unternehme: ist der Kaufmann und Armeelieferant Höhnke. Glücklicherweise scheint sich auch die neue Centralküche sehr gut einzuführen; es kommt ihr zu statten, daß der Unterehmer. Namens Höhnke, ein Fachrnann, . Kaufmann und Armeelieferant ist. der seit 23 Jahren Menagelieferunzen sür verschiedene deutsche Armeecorps hat und mit der militärischen Mannschaftsküche genau vertraut ist. Nach dem Muster der Militärküche ist such die Berliner Centralküche eingerichtet, die sich vorläufig am äußersten iEnde der Greifswalder Straße im Nordosten Berlins befindet. Auf ei'nein größeren Grundstück sind hier inehrere einstöckige Gebäude aus Wellblech und Fachwerk errichtet, in denen um zwölf Uhr Nachts die Arbeit beginnt. . Um diese Zeit werden die vorbereiteten Speisen in die Kessel gethan, tit theils mitDampf, theils mit Stein-
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kohlen gereizt werden und 6000 Portionen fassen. Di Portion ergibt drei tiefe Teller Suvve. Alle Speisen wer
den in Suppenform verabreicht, das Fleisch ist in Würfel geschnitten. Es koerden gekocht: Erbsen, Kartossein und Scbweinefleisck: Mobrrüben mit jungen Erbsen, Kartoffeln und Rind n T t nrt v 1 .tt.f . . W jicijcn; grüne zoynen, jtanoiycin unv Hammelfleisch; Weißkohl, Kartoffeln und Scbweinefleisck: Graupen mit Pflaumen Kartoffeln undRauchfleifch. Um zehn Uhr Vormittags fahren die ersten Wagen tn die Kundschaft. Jever Waaen hat einen Fahrer und zwei Jungen, die das Essen ausgeben und den Abnehmern bis an die Hauslyur bringen. Der Wagen enthält einen mit vatentirter Vorrichtung gebeizten Kes sel, der 8C0 Liter faßt. Aus dem Kessel wird das warme Essen mit großen Schöpflöffeln unmittelbar in die Gefäße der Kundschaft geschüttet. In verschiedenen Fabriken fährt der Wagen auf den Hos und gibt hier an die Ein Speisewagen. Arbeiter das Essen aus; bisweilen wird auch der ganze Kessel in den Speisesaal der Arbeiter geschoben. Gegenwärtig sind täglich während der Mittagszeit sieben Wagen zu je 800 Liter unterwegs. Gekochtes Fleisch wird auch besonders verabreicht. Die Portion desselben hat 70 Gramm und ist vollständig knochenfrei; der Preis von 10 Pfennig dafür ist außerordentlich niedrig. Der Unternehmer versorgt vorläufig nur den Norden. Nordosten. Osten und Südosten Berlins, wird aber seinen Betrieb bald auch auf andere Stadttheile ausdehnen. Er beabsichtigt später auch Portionen zu 25 Pfennig, Braten, Sauce und Kartoffeln, zu geben und wird damit vielen kleinbürgerlichen Familien eine billige und bequeme Ernährung ermögliehen. ' Gegen zwei Uhr Nachmittags kehren die Waen aus den Revieren zurück. Der Nachmittag und der Abend wird in der Centralküche zu Vorbereitungen sür den nächsten Tag, Kartoffelschälen, Gemüfeputzen u. f. w.. verwendet. In der Kücke selbst wird Vormittags ebenfalls Essen portions weise an Kundschaft abgegeben, die es gleich hier verzehrt. Das Unternehmen findet natürlich auch viel Anfeindung, da ja den auf Arbeiter angewiesenen Gastwirthen durch die Centralküche viel Abbruch geschieht und noch mehr entstehen wird. Doch darf nicht übersehen werden, daß selbst die werthvollsten Neuerungen gewissen Erwerbsklassen fast stets Sckaden verursachen während sie nichtsdestowenige'r der Allgemeinheit sehr nützlich sind." Schmeichelhaft. . . .Ein Thiermaler hat Sie ge malt?" Jawohl! Der hat bisher nur Thiere malen können Ich bin der Einzige,' den er bisher zsamm bracht hat!" V o r G e r i ch t. Richter: Sie sind freigesprochen. Angeklagter (zum Vertheidiger): .Ick iratullere!" Empfindlich. Schwieger mutter (auf der Promenade): Bitte, Herr Schwiegersohn, Sie brauchen da nicht nach dem Sarg-Maqazin so hin überzuschielen .... den Gefallen thu' ich Ihnen noch mcht! Holder' Ausgleich. Kun de: Die Dame, die Sie. mir empfeh len, hat aber Haare auf den Zähnen! Vermittler: Ja, aber das aleicht sich aus; sie hat desto weniger auf dem Kopse!" D i s c r e t. Student A.: Kann man dem Commilitonen Spund etwas anvertrauen?" Student B.: O ja! Ich habe ihm 'mal zwanzig Mark ge liehen, aber er hat niemals mehr dar über gesprochen!"
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ifyf& i.m 1 Vlfc yrf. . T . 1W4. - m .0$ H,gCltol m$fa c--tcmiCKt Nvo nnAHlCH Zn Pretoria. Still ist es in d?r sonst recht lebhaften, blühenden Stadt Pretoria geworden, recht still. Wer Pretoria vorJahresfrist verlassen hat, der würde es heute nicht wieder erkennen. Damals reges Treiben in allen Straßen; EquiPagen und Reiter, radfahrende Herren und Damen in oft beängstigender Menge, Cabs, welche sich die rufenden Fahrgäste in rasender Karriere abzujagen trachteten, schwerfällige Boerenwagen mit sechzehn, achtzehn Ochsen, Eseln oder Mauleseln, in langer Doppelreihe bespannt, der Leitkaffer v?rweg, der Boer mit seiner unendlich langen, bambusstieligen Riemenpeitfche nebenher, die Thiere lauten, unartikulirten Tones zu schärferer Gangart anfeuernd; zwischenher hastende Fußgänger, Arbeiter, Handwerker, Kaufleute, Advokaten und Lehrer, Beamte und Agenten, Kaffern und Asiaten, Männer, Weiber und Kinder in immerwährendem bunten Wechsel, WWLMIMÄMMiiW u Regierungsgebäude. und heute? Dumpfe ' Stille überall. Selbst die lange Kerkstraat und die Marktstraat, die Hauptgeschäftestraßen der Stadt, deren Kaufläden sich an Reichthum und Pracht der Auslagen den größten Läden europäischerHauptstädte ebenbürtig zur Seite stellen können, sind verödet. Der Kerkplaats vor dem Regierungspalaste, auf dem sich sonst allsonnabendlich ein lautes Handein und Schachern abspielte, und der Marktplaats an der Kerkstraat im Osten der Stadt, auf welchem sonst tagtäglich die dem Orte von den Farmen zugeführten Landesprodukte öffentlich verkauft wurden, sind nur noch spärlich besucht. Was die Boerenweiber auf den Farmen ernten, das wird den kämpften Vätern, Gatten, Brüdern und Söhnen gesandt. Die großen Kaufhäuser haben ihr Personal auf die Hälfte und noch foirüb hinaus vermindert. Und diese Minderzahl sieht noch unbeschäftigt in den Ladenräumen herum. Kleinere Läden haben ganz und gar geschlossen, oder nur für wenige Tagesstunden auf. Selbst die Krämer, welche mit Viktualien und dergleichen handeln, auch, denn infolge mangelnder Zufuhr haben sie zum großen Theil ausverkauft. In Schlossereien, Tischlereien und anderen Handwerksstätten, welche sonst sogar mit Dampf arbeiteten und zwanzig, dreißig Gesellen beschäftigten, sind höchstens ein, zwei Invaliden thätig mehr mit Aufräumen, als mit anderen Arbeiten. . . M a r k t st r a a t. Die jungen Männer sind mit den Boeren inS Feld gezogen, und die a lt e n, soweit sie noch waffenfähig sind, leisten Sicherheitsdienst. Die englischen .Civilbewohner sind geflüchtet, aber an ihre Stelle sind Tausende von englischen Kriegsgefangenen getreten. Die Officiere sind in der neuerbauten Staats-Musterschule untergebracht, in welcher sie geradezu prachtvolle Wohnräume und alle sonstigen Bequemlichkeiten haben. Die Solbaten dagegen liegen westlich von der Stadt in der Nähe des neuerbcmten Pietersburger Bahnhofes auf der sogenannten Race - Court, einem großen, kahlen Platze, der zuRennzwecken dient. Diese Leute haben sich Zelte aufschlagen dürfen und scheinen sich recht wohl zu fühlen. Sie treiben allerhand Kurzweil, 'wie . sie es daheim in England kaum fröhlicher vermögen dürften. Von einer moralischen Depression ist ihnen nichts anzumerken. .Sie werden aller-'
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jitiJc-- ."--r " j Ethnologie - Gebäude. r i din'gs auch auf das beste vonSeiten der Transvaalregierung verpflegt. .Auch die braunen, asiatischen Unterthanen Ihrer britischen Majestät haben sich aus dem Staube gemacht; ihre Vorstadt ist entvölkert, und in den Straßen der Stadt, in denen sie ihre Verkaufshallen hatten, gähnen die Baracken dem Passanten leer und dunkel entgegen. Inzwischen hat der britische Ober - Befehlshaber Roberts sein Hauptquartier in Bloemfontein aufgeschlagen und bereitet dort seinen Zug gegenPretoria vor. Ob ihm dasselbe zu einem Moskau werden wird? Alle Boerenfreunde hoffen es. Weiterjchicßen. Zur Zerstreuung drohender HagelWetter bringt man in Steiermark seit langer Zeit Böllerschüsse in Anwendung. Trotz mannigfc.cher dagegen, sowohl unter der Kaiserin Maria Theresia wie auch in neuerer Zeit, selbst noch im Jahre 1875, ergangen Verbote hat man namentlich in Untersteiermark von dem alten Herkommen nicht lassen wollen. Seit den Versuchen, die. Bürgermeister Stiger von Windisch Freistritz vom Jahre 1896 an mit neuen, von ihm erfundenen Schießapparaten.vorgenommen, hat man in den weitesten Kreisen dem Wetterschießen seine Aufmerksamkeit zugewandt, und es hat sogar das österreichische ReichsKriegsministerium eine eigene ComMission entsandt, um an Ort und Stelle den eigenartigen Versuchen beizuwohnen. Der Apparat, dessen man sich jetzt bedient, besteht im Wesentlichen aus einem 2 Meter hohen, aus 2 Millimeter starkem Eisenblech angesertigten, an der oberen Oeffnung 79, an der unteren 20 Cenllweter weiten Trichter, der auf einen aus starkem Eichenholz angefertigten Klcch aufgeschraubt ist. Das Innere des Klotzes ist ausgehöhlt, so daß in dasselbe auf Schienen ein Mörser eingeführt werden kann. Die Wirkung der aus diesem Apparat abgegebenen Schüsse besieht in der Erzeugung von Luftwirbeln, die vertikal aussteigend sich bis zu Verticalschießen. beträchtlicher Höhe verbreiten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die WetterWolken von diesen Luftwirbeln stark beeinflußt werden. Thatsächlich ist in den Gegenden, wo das Wetterschießen wieder aufgenommen und consequent durchgeführt worden ist, bis heute kein Hagelschaden mehr vorgekommen. Die staunenswerthe Energie der durch die Stiger'schen Wetterkanonen erzeugten Luftwirbel zeigte, sich namentlich bei Schüssen, die versuchsweise mit horizontal gerichtetem Geschütz abgegeben wurden. Es war eine Reihe eigenartiger Scheiben in 40, 60, 80 und 100 Meter Entfernung aufgestellt worden. Wo die ringelnden Wirbel diese Scheiben, trafen, warfen sie die aufgestellten Stangen mit den sie beschwerenden Leinwandlappen herab, zerrissen die aus dickem Papier (mit einem Zerreißungswiderstande von 12 Kilogramm) gefertigten Scheiben, rissen angenagelte Leisten los, ja brachen 3 Centimeter breite und 1,5 Meter hohe Leisten ent lMMMM Ma r? - i ' i..: i Horizontalschießcn. zwei und schleuderten die Bruchstücke weit auseinander, einmal 18 Meter weit. In dieser mechanischen Kraft des .Luftwirbels ist jedenfalls eine Energie gefunden, welche die Möglichkeit varbietet, eine Ursache für die Beeinflussung des Hagelbildungsprocesses abzugeben. Leider kenn:n wir den Hagelbildungsproceß noch, zu wenig, um uns die Wirkungsweise dieser LuftWirbel, die sicher über 1500 bis 2000 Meter hoch hinauf noch elne erhebliche
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jgvm V-' I l ü M, Energie bewahren, genügend zu erklaren. Erschütterungen können sie in den Wolken jedenfalls hervorbringen, und es ist wohl denkbar, daß derartige Erschütterungen Wirkungen ausüben, die den Hagelbildungsvorgang stören oder ganz ausheben. Eine neue Mordmaschine. Seit Kurzem hat die deutsche Feldartillerie neben dem neuen Feldgeschütz auch eine Haubitze, um gegen feldmäßige Verschanzungen wirken zu können. Dieselbe ist um ein Geringes schwerer als das alteFeldartilleriematsrial, so daß das Haupterforderniß, die Veweglichkeit,den mit ihr ausgerüsteten Batterien gewährleistet bleibt. Auch Fertig zum Schuß. die Bedienung beider Geschütze ist im Großen und Ganzen dieselbe. Die Wirkung des Geschützes, sowohl mit Flachbahnschuß gegen alle Ziele, wie die Minenwirkung mit dem Steilfeuer (hoher Bogenschuß) gegen eingedeckte Ziele ist eine so kolossale, daß sie alle Erwartungen der Truppe übertroffen hat. - Schwedische Anreden. Die äußerst höflichen Bewohne? Schwedens lassen es sich nie zu Schulden kommen, Demjengen, mit welchem sie sprechen, den ihm zukommenden Titel zu versagen. Demzufolge suchen sie, sobald es nur irgend möglich ist, den Rang und Stand eines Fremden zu erfahren, um ja nicht gegen die Sitte zu verstoßen. Unsere Anrede Sie" fehlt nämlich im Schwedischen, und der Schwede muß daher Denjenigen, welchen er nicht dutzt, in der dritten Person anreden. Man sagt z. B. nicht: Wollen Sie so gut sein," sondern: Will der Herr Doktor, der Herr Oberst so gut sein." Ist. der Titel unbekannt, so sagt man je nach dem Geschlecht: Wollen der Herr, die Frau so gut sein." Auch wenn man sich dutzt.geht man von de'r Anrede der dritten Person doch nicht ab, nur daß an die Stelle des Titels die Bezeichnung Bror", d. h. Bruder" tritt. Will Bruder so artig sein," heißt es nun. Duzen sich ein Aelterer und ein Jüngerer, so heißt jener Fzrbror", d. i. Onkel", dieser Bruder". Der Jüngere fragt: Hat Onkel heute einen Spaziergang gemacht?" Rein, Bruder," ist die Antwort des Aelteren. Wirkliche Vrllder pflegen bei gegenseitiger Anrede wohl zu sagen: Süßer Du 'Lieber Du", oder: Hör', süßer Bruder!" Das Ihr" wenden nur H'öhergestellte im Verkehr mit Geringeren oder Unterebenen an. Rechtzeitig eingelenkt. A. : . .Vor ca. 4 Jahren sah ich ein, daß ich zu viel Geld für Cigarren ausgab, und beschloß daher, das Rauchen auszugeben, um zu sehen, wie viel ich dadurch ersparen könnte!" B. : Eine famose Idee!" , A.: So dacht' ich damals , auch. Ich rechnete also aus. was ich ungefähr per Woche an Cigarren ausgegeben hatte, und bracht' die gleiche. Summe jede Woche auf die Bank, welche mir ein Conto eröffnete!" B: Und wie viel kam heraus?" A.: Am Ende des vierten Jahres fand ich. daß ich 3200 Mark auf der Bank hatte!" "' B.: Sehen Sie mal an, ein nettes Sümmchen! . . . Könnten Sie mir vielleicht"' A.: Und denken Sie sich, ein paar Tage später, am letzten Dienstag, verkrachte die Bank. . . Haben Sie veilleicht zufällig eine Cigarre bei sich?" Ein Glückspilz. A.: So, der Meier hat einen bedeutendenMünzfund gemacht?" B.: Ja, er hat sich mit einem reichen Mädchen verlobt!" Nette Sorte. Wirth: Meive Weinberge sind bis jetzt noch immer von der Reblaus Derschont geblieben!" Gast (trocken): Das wundert mich nicht!" Stoßseufzer eines älteren Fräuleins (welches soeben einen Herrenstehkragen findet): Schicksal, lasse mich endlich auch den Mann dazu finden .
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Ein Künstlerheinl. Waö die Münchener Künstlerfchast seit langen Jahrzehnten erstrebte:ein eigeyes Heim zu erhalten, das hat sie nun erreicht, in eine: so glänzenden Weise, daß wohl kein anderes deutsches Künstlerhaus sich mit dem am Mazimiliansplatz gelegenen Prachtbau des genialen Gabriel Scidl messen kann. Dort, wo der von der Bahn hereinkommende Fremde zuerst die Frauenthürmc über der Herzog Maxburg aufsteigen sieht, dort steht der kleine Renaissaicepalast, mauerumgeben wie eine Feste in ruhig ernsthaften Formen. Oeffnet man aber das schwere eiserne Thor, so steht man, aus'-s Anmuthigste überrascht,, in einem Hofraum, dessen
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DasKünstlerhaus. Architektur eine Fülle von Heiterkeit und mannigfachster Gliederung zeigt. Links von dem prächtigen Hauptportal des Erdgeschosses liegt ein getäfeltes Sitzungszimmer von ruhiger Vornehmheit, weiterhin kommen als abgefchlossenes, der geistigen Erholung gewidmetes Reich das Lesezimmer, die Bibliothek und, in großen Schränken geordnet, die unendlich werthvollen Sammlungen von Erinnerungen an Künstlerfeste und sonstige Erlebnisse. Die ganze andere Seite des Erdgeschosses nimmt ein großes Restaurationslokal ein, hell getönt, lustig ausgemalt, mit dem Ausblick auf einen Riesenherd und die trostreiche Nische wo die Bierquelle fließt. Ein Stockwerk höher liegt ein herrlicher Prachtsaal von gewaltiger Größe.- Vor diesem Saal zieht sich eine Terrasse hin mit dem wundervollsten Fernblick über die Anlagen und Gebäude des großen Platzes, während nach dem Willen seines Erbauers kein Blick der Vorübergehenden heraufdringen kann. Nicht nur die Künstler sind glücklich über dies einzig schöne Heim, auch die Stadt München begrüßt Gabriel Seidls Kllnstlerhaus als ein neues Juwel in ihrem an prächtigen Architekturbildern schon reichen Besitz. Ein moderner Tanz. Allgemeine Aufnahme hat in Deutschland der amerikanische Tanz Washingtonpost" gefunden und zwar wegen seines lebhaften Temperaments. Die Aufstellung des tanzenden Paares ist in unserer Abbildung wiedergegeben. Dame und Herr strecken den rechten Fuß seitwärts und hüpfen hierbei leicht auf dem linken Fuß, ziehen den rechten Fuß wieder heran und hüpfen auch hierbei auf dem linken. Diese Bewegungen werden noch einmal wiederholt. Der Herr stellt sich hiernach zur Washingtonpost. andern Seite der Dame auf und führt mit seiner Dame die soeben vollzogenen Pas mit dem linken Fuß aus; der leichte Sprung geschieht jetzt auf dem rechten Fuß. Der Herr begibt sich wieder in feine erste Stellung zurück und chassirt mit seiner Dame viermal mit dem rechten Fuß in schräger Richtung nach vorne. .Dieselben Pas cliasstfs werden nun nach links getanzt. Der Tanz ist hiermit beendet und wird nach Belieben wiederholt. ? Vorahnung. LX:li,t V Klaviervirtuose (zum Hausherrn): Gestatten Sie, daß ich den Herrschaften etwas vortrage? .... Ich lasse es Ihnen morgen wieder stimmen!" Modern. Frau A.: Wird es Ihnen auch so schwer, ein Dienstmädchen zu finden?" Frau V.: Das kann ich nicht sagen, ich habe in den letzten 14 Taqen fünf gehabt." . O weh! Gattin: Du hast ja furchtbaren Lärm gemacht, alö , Du diese Nacht die Treppe herauf kamst." Gatte: Das war nicht, als ich tzeraufkam. das, war, als ich herunterfiel.".
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Ein tüchtiger Reisender.'
lÄ .fiod2i (?,M ySTiA 'i 'Z. if - I ' . Die Sängerzunft Konkordia macht einen Ausflug. Im kühlen Waldesgründ angelangt, wird das fchöne Lied Harmonie hält uns zusammen" intonirt. Kaum sind die letzten Töne dieses herrlichen Liedes verklungen, da tritt aus des Waldes Dunkel der Reisend: Moritz Silberstein der Firma Rosenblüt & Söhne" und spricht: Harmonie hält ja ganz gut, besser aber hält der von uns gelicferte Gummileim!" Spricht's und überreicht einige Proben! Nur! Mama", sagt die kleine Nelly triumphirend, als sie von einem Gang zurückkehrt, bei dem sie den neuen Burschen begleiten durfte, ich habe auch Bier getrunken!" Die Frau Majorin nimmt den Burschen in's Gebet. Sie sind eingekehrt, Wilhelm?" Dat wohl!" Haben Sie am Ende gar auch meiner Nelly Bier gegeben?" I keene Idee! Ick hab' ihr nur so 'nen ganz kleenen Kümmelschnaps jekooft!" E n t r ü st u n g. Herr Meier, a armer Reisender wär' drauß'n und that bitt'n um an Beitrag zum Mittagessen." Wos, Mittagessen? So a Frechheit! Ich hob selm no net gess'n." Quälender Zweifel. I . . . . Du, Lotti, Dein Mann scheint heute aber sehr schlechter Laune zu sein!" Ach ja das ist ein Kreuz! Gestern hat er einem Bekannten Geld geliehen; jetzt istr wieder so lange grantig, bis er's zurück bekommt, oder bis er g'wiß weiß, daß er's nimmer kriegt!" Ein besorgter Familienv a t e r. Er: Man hat seine liebe Noth, die Familie von schädlicher Schlemmerei abzuhalten. Das vieleEssen und Hauptsächlich das Trinken ist einmal nicht gesund ..." Besuch: Da that' ich meine guten Lehren vor Allem bei mir selbst anwenden!" Er: Da kennen S' mich schlecht! . . Gelt, Alte, mei' Sorg' is mir vor Allem: daß d' Famili g'sund bleibt!" m m m Stolz. Bettler: Erbarmen Sie sich meiner, Madame, meine zwei Kinder sterben vor Hunger!" Dame: Hier bab:n Sie einen Dollar, jetzt führen Sie mich aber zu Ihren Kindern!" Bettler (stolz): Waö fällt Ihnen ein? Ich zeige meine Kin. der nicht für Geld!"
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