Indiana Tribüne, Volume 23, Number 228, Indianapolis, Marion County, 6 May 1900 — Page 2

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Das Lied dorn Schwiegervater,

Ein HoSzeitS'Cantu?. von Edwin Bonnann Viele tausend Tichterzungen Eabcn Lob und Preis und Ruhm -eit Jahrhunderten gefungeu ' Auf das Cchwieger - Mutterthum. ' Laßt uns jeht der Welt zu Freuden . Mit der Seele ganzer Kraft Auch mal Poesie vergeuden . Aus die Schwieger - Vaterschaft. Freilich, Alles herzuzählen, ; Was für ihn, den Edlen, spricht, Hieß' Geduld und Muse quälen, Meterlang würd' mein Gedicht. , Tret von allen Eigenschaften (Trei schon! Hörst du's, Schwiegersohn?) Tie sein theures Ich behaften, , Machen ihn zum Wunder schon. Erstens hat der Ehrenfeste, Mustergültig allerwärts, Unter tadelloser Weste ' Auch ein dito Vaterherz, i Als vor ihm die Tochter kniete, : (Schwiegersohn, vergiß es nie!) . Aief dies Herz: .Tu meine Giete! . Toch gleich drauf: Hier haft du sie! i : Tann besitzt er einen zweiten : !örprtheil, der weltbekannt. ' Aus dem tfracf, dem benedeiten, Nagt die dito Vaterhand. Tiefe Hand, sie that uns locken Her zum Schmaus au8 Fern' und Näh', Morgen greift sie unerschrocken Tsür tief iu's Portemonnaie. Toch das Tritte, und das Beste, Eitzt, bedenkt man es genau, ?!eben Frack und neben Weste, j Und ist eben doch die Frau. ' Ist's nicht klar wie flüff'pe Butter, ! (Schwiegersohn, hier heißt's Respekt!) (frft als Mann der Schwiegermutter Merkt die Welt, was in ihm steckt.Ja, so ist er, Feftgenossen, Tr uns heute her. entbot. Toch nun sei das Lob beschlossen, Tnn sonst wird vor Scham er roth. : Laßt die Gläser aufwärts schieben, Jauchzt und julxlt: Glück und Heil! ' Schwiegervater, Tu sollst leben .' Und mit Tir Tein bestes Theil! Ui. . n llanöversrcunden. Humoreske von T. Resa. Aus Haus Arnoldshöhe, bei Herrn von und zur Mühlen, lagen der Herr Major von Äsndelov genannt: Der schöne Bandelov", und sein Adjutant, Walter von Arnim, im Quartier. Nach einem fast unerträglich schirrn len Tage war es ndlich zur Nacht etwas kühler geworden. Die Herren hatten' ihre Bowle auf die breite, von wildem Wein umrankte Veranda getragen, und machten es sich hier, nach dem vortrefflichen Abendessen, in Faullenzern und Schaukelstühlen bequem. Die glimmenden Cigarren leuchteten wie Glühwürmchen durch die immer tiefer sinkende Dunkelheit. Ein Hausmädchen brachte die rothverschleierte Lampe, bei deren Schein man constatirte, daß sowohl der Adjutant als das Haustöchterchen eigentlich war es nur ein auf Besuch weilendes Hausnichtchen, fehlten. Die beiden promenirten ein wenig abseits der Veranda, da wo die alten dichten Ahorn- und Kastanienwipfel die Dunkelheit noch vertieften, und hin und her ein welkes, raschelndes Blatt, wie einen Gruß, herniedersandten. Walter' von Arnim war auf das freudigste überrascht gewesen, die schöne Wallt ttersten hier anzutreffen. 3r kannte sie seit einem Jahr, seit er in der neuen Garnison weilte, hatte ihr den Winter über, gleich den anderen Kameraden, eifrig den Hof gemacht, ohne doch ihr näher getreten zu sein. Denn sie wurde sehr gefeiert. Ihr Vater war als Millionär bekannt und das Töchterchen mithin eine gute Partie. Nebenbei aber war sie ein reizendes, liebes, natürliches Kind, das Walter heimlich anbetete. ' Bot einem Rundell hochstämmiger Nosen, die noch in voller Blüthe standen, blieb Walter stehen. Wissen Sie wohl noch, mein gnädigcs Fräulein sagte er, und neigte sich ein wenig zu ihr, um ihre Gesichtszüge besser zu erkennen, daß wir voriges Jahr dieselben Tage zusammen verlebt haben? Morgen vor einem Jahr da tanzten wir zusammen und Sie trugen dabei gerade solche Rosen im Gürtel, wie diese hier." Wallis' Erröthen verbarg die DunZelheit. Gewiß!" rief sie das war auf Onkel Selliens Erntefest. Und wissen Sie auch noch, wie Sie geneckt wurden, weil Sie eine ganze Schüssel Wafseln aufgegessen hatten?" 0, Fräulein Walli gnädiges Fräulein wollte ich sagen die Waffeln haben mir blos so gut geschmeckt, weil Sie dieselben gebacken haben . wollten neckte er. Oho!" unterbrach sie ihn entrüstet, Sie Haben's wohl nicht geglaubt?? Das ist also der Dank dafür, daß ich rnich stundenlang an den Herd stelle, blos um Ihnen zum Geburtstag tmt Freude " Fräulein Walli!" rief er entzückt Sie machen mich überglücklich! Mir zuliebe hatten Sie das gethan und meinen Geburtstag ..haben Sie nicht dcrczrssen?" Walli erschrak heftig da hatte sie sich ja schön verrathen. Aber das half nun nichts. Möglichst gleichmuthig beugte sie sich über eine La FranceRose und sog den Duft ein.' Na Sie haben ihn damals doch genügend angekündigt" meinte sie fo kaltblütig wie möglich. Nun verleben wir morgen den Tag wieder zusammen. Ich werde also Gnade vor Necht ergehen lassen und Ihnen zu diesem Ehrentage dieselben Waffeln backen zum Beweis meiner Kochlunst." Das wäre zu schön gewesen" Fräulein Walli so schön, daß es nicht hat sollen sein!". Wir müssen früh um fünf Uhr schon aufbrechen und kommen spät Abends wieder in's Quartier. So ist alles ein schöner Traum: Geburtstagss!eier in Ihrer Gegenwart Waffeln alles. Soldatenlos mein gnädiges Fräulein!"

, O!" r!ef Walli betrübt. ' ' . Thut es Ihnen ein bischen leid um den armen Landsknecht?" flüsterte er, und zupfte an der La-France, die sie gebrochen hatte und in der Hand hielt. Ich meine nur es ist blos wegen der Waffeln" stammelte Walli ver-. wirrt. Blos wegen der Waffeln gar nicht um das arme Geburtstagskind?" schmeichelte er und saßte nun auch das Händchen, das die Rose hielt. Walli!" rief von der Veranda her des Hausherrn Stentorstimme. Walter und Walli fuhren auseinander. Ich muß hinauf," sagte sie hastig. Bitte, lassen Sie mich los, Herr von Arnim!" Er zog ihre beiden Hände zu langem Kuß an die Lippen morgen Abend, wenn ich wiederkomme , darf ich Sie da um ein Geburtstagsgeschenk . bitten 'ein sehr sehr unbescheidenes?" flüsterte er heiß in ihr Ohr Zwölf Uhr, , meine Herrschaften!" rief jetzt der schöne Major und beugte sich weit über die Brüstung der Veranda. Arnim wir müssen morgen unangenehm früh aus den Federn das Flirten können Sie morgen Abend fortsetzen." Walter und Walli tauchten in gemessener Entfernung voneinander, und ganz harrn los, im Lichtkreis der Lampe auf. Es gab ein allgemeines Händeschütteln zum Abschied. Dann ging es sporenklirrend die att Eichentreppe in die Höhe. Noch einmal flog von oben Walters dunkler Blick nieder und tauchte heiß in zwei goldbraune Mädchenaugen. ' Dann fiel die Thüre zu und bald lag tiefe Stille über Haus Arnoldshöhe. Oben, in dem niedrigen Gastzimmer, warf sich der schöne Bandelov unruhig auf seinem Llger hin und her. Endlich hielt er's nicht mehr aus. Wenigstens sollte einer mit ihm leiden. Arnim!" rief er in das anstoßende Zimmer können Sie schlafen? Nee? na! doch ein Trost. Ich brate! puh! ist das ne Temperatur in dem vollen Kasten reineweg zum Explodiren! Und muffig riecht's hier hier müssen Aeppel wo liegen!" Walter von Arnim seufzte leise er hatte gar so süß geträumt mit offenen Auge?. Riechen Sie's nicht?" , rief der schreckliche Major wiedtt. Herrgott, Sie müssen schon keine Nase haben und wie stellen Sie das an, zu schlafen, bei dieser Bruthitze an mir ist kein trockener Faden. Liebster Arnim bitte, öffnen Sie die Zwischenthür' auch die Fenster, vielleicht nützt 's." Arnim erhob sich , machte im Schutz der Dunkelheit eine sehr reglementwidrige Faust nach der Gegend seines Vorgesetzten und Inallte dann die Zwischenthüre derartig auf, daß die verquollene Tapetenthüre wte eingemauert in die Ecke fuhr. Darauf riß er alle Fenster auf. Danke! " meinte der schöne Vandelov helfen thut's zwar wenig, aber man sieht doch den guten Willen. Na nun schlafen Sie nur, wenn Sie

das Knnststuck fertig bringen. Eine Weile blieb es nun still, dann strich es, wie ein leichter Flügel, die Decke entlang und der Lärm ging von neuem an. Arnim! hören Sie doch es flattert was das muß so ein Vampir von Fledermaus . sein nee! Das halt' ich nicht aus Fledermäuse sind mir ein Greuel! Die muß 'raus. Arnim! Sie können unmöglich schon schlafen?!" Walter von Arnim imi tirte ein fanftes Schnarchen. Bestie, vermaledeite Rackerzeug!" schrie der schöne Bandelov und sprang mit beiden Beinen zugleich aus dem Bett 'raus! .will sie wohl! 'raus!" . Arnim schnarchte stärker. Eine ganze Weile tobte der schöne Bandelov herum außer der unglückseligen Fledermaus flogen", noch andere Gegenstände, Stiefeln, Kissen und Socken im Zimmer umher endlich zog die Verfolgte vor, aus dem Fenster zu huschen, und der dicke Major warf sich fluchend und stöhnend auf sein Lager. Uebrigens riecht's nach Pilzen nich nach Aeppeln," constatirte er noch. Natürlich ist der Schwamm in der Bude!" Endlich aber wurde auch der schone Bandelov müde und es trat Ruhe ein. tiefe Ruhe. Nur der Nachtwind fang sein leises Lied in den Wipfeln der alten Bäume. . . Melde gehorsamst, daß ich dem Herrn Major seine Hosen nirgends nich finden thun kann." Diese fürchterlichen Worte wecktm im ersten Morgenstrahl den schönen Bandelov aus seinem fchwererkämpsten Schlummer. Mit etwas schnödem Gesichtsausdruck starrte er in das große runde Gesieht sewes getreuen Burschen Buddik, ehe x den ganzen Inhalt, dieser Meldung begriff. . . Wa was? sind Sie verrückt. Vuddik die Fledermaus wird si wohl nicht gefressen haben und fönst ist Niemand im Zimmer gewesen." Zu Befehl, Herr Major aber ich kann sie- nirgends nie nich finden thun!" Na da hat sie eben einer zum Ausbürsten geholt." . Hat sie keiner nie nich geholt hab ich schon überall gefragt" meinte Buddik traurig. Arnim!" brüllte der schöne Bandelov und lief vor Wuth kirschroth an, haben Sie Ihre Hosen?" Walter von Arnim in jeder Hand eine BürstZ, mit denen er soeben sein Haupt bearbeitet hatte, erschien in der offenen Thüre. Mn Hosen?" fragte er erstaunt ich bin sofort fertig!" ; Der Esel kann meine Hosen nicht

finden haben Sie doch die Güte, ihm suchen zu helfen." Ist denn Jemand im Zimmer gewcsen?" fragte Arnim. Zu Befehl, Herr Lieutenant eine Fladdermaggi." Was? " lachte Arnim. Eine Fladdermaagi, Herr Lieutenant!" Nee, Fledermaus meint das Rhinoceros," fchrie ' der Major. Buddik ich bring' Sie um, wenn ich in fünf Minuten nicht meine Hosen habe " Ein wildes Suchen begann. Arnim kroch auf allen Vieren und schaute und angelte unter allen Möbeln das Resultat blieb: die Hosen waren weg. Soll ich sie in der Finsterniß dieser Kanaille von Fledermaus zum Fenster hinaus geworfen haben?" stöhnte der Major und hat sie draußen einer gestohlen? es ist fast die einzige Lösung; aber ich kann doch unmöglich mit Buzen nach ihr gefeuert haben " Dazwischen klopfte es. Hoffnungsvoll stürzte Buddik heraus, tuschelte draußen ein' Weilchen mit irgend Jemand und trat dann mit strahlendem Gesicht in Arnims Zimmer : in einer Hand einen herrlichen Strauß Rose,n, darauf noch der Morgenthau schimmerte in der anderen eine silberne Schüssel, hochgethürmt voll goldgelber, duftender, zuckerbeschneiter Waffeln und jede war in Herzform gebacken. Das gnädige Fräulein läßt dem Herrn Lieutenant zum heutigen Tage Glück wünschen . und die Waffeln hätt' s soeben stlbst gebacken und die Rosen hätt' sie gepflückt und " Hosen!" schrie der schöne Bandelov, ich höre doch was von Hosen!! endlich! schnell geben Sie her, Buddik!" Rosen bitte sehr, Rosen, Herr Major," berichtigte Walter und hielt dem Erbleichenden das Bouquet unter die Nase. Das ist eine Gemeinheit," stöhnte der Major. Wie kann man sich unterstehen, Rosen zu senden, wenn ich Hosen brauche. Sie überschüttet man mit Luxus während mir das Nöthigste fehlt, meine Blöße zu decken es ist zum Aufhängen es ist zum Wahnsinnigwerden was thu' ich denn jetzt?" und der schöne Bandelov sprang aus dem Bett, stampfte mit den Füßen und tanzte verzweifelt einen wahren Kriegstanz. Von Arnim biß sich die Lippen blutig vor unterdrückten Lachkrämpfen der schöne Bandelov war hinreißend komisch in seinem Engelskostüm und in seiner Verserkerwuth. Allerdings verzweifelt lag der Fall. - Einen wilden Blick warf der dicke

Maior aus die schlanken Beme ' des Adjutanten nein der konnte ihm nicht helfen in dessen Hosen kann er nicht hinein es blieb ihm nur noch ein letztes Mittel. Runter mit die Vuxen!" schrie er Buddik an. Der verbküsste Buddik glotzte unendlich dumm erst den Major und dann seine grüne, fleckige, geflickte Kommißhose an die aufgesetzte Ledertaschen hatte, und'mit der er sich in die Blaubeeren gesetzt hatte und . rührte sich nicht. . Runter mit die Buren!" brüllte der schöne Bandelov, soll ich vielleicht als Badeenqel auf den Gaul?" Mit dem Gesichtsausdruck eines hypnotisirten Hammels trennte sich Buddik von seinen schönen Unaussprechlichen und stand nach zwei Sekunden in demselben Kostüm da, wie vorher der Major. ' Mit entsetzten Blicken und spitzen Fingern hob dieser die schreckliche Hose hoch und betrachtete sie schaudernd von allen Seiten. Kerl! Mordsdonner ! wie sieht denn der Boden aus sind Sie unter Räubern und Mördern gewesen?" Zu Befehl, Herr Major nur mang die Blaubeeren," grinste Buddik, die Finger stramm an der Stelle, wo in besseren Momenten sich eine Hosennaht befunden hatte. ' Der schöne Bandelov stöhnte wie ein sterbender Gladiator darauf fchloß er seine Augen und stieg schaudernd in die liebliche Hülle sie erwies sich oben zu kurz und unten zu kurz. Auch das noch! Arnim Sie müssen sie an den Trägern festnähen." jammerte der schöne Major. . Buddik erschien mit seinem Vorrath von Hanfzwirn und Nadeln und Arnim und Buddik nähten im Schweiße ihres Angesichts hinter dem Rücken des Gestrengen, so gut es ging, ihr ungeheures Vergnügen über den Anblick versteckend. Au! schrie Bandelov Arnim Sie pieken mich Buddik sind Sie verrückt? schnappt die . Bestie nach mir wie ein toller Hund was fällt Ihnen denn ein?" Wollte ich blos den Faden abbeißen thun,- vertheidigte sich der gekränkte Vuddik. . Der fchöne Bandelov sonst bekannt alS der geschniegeltste Offizier im ganzen Regiment, fah himmlisch aus Walter von Arnim nahm alle seine Kräfte zusamme, um ernst zu bleiben besonders die getupfte Kehrfeite machte sich großartig. . Draußen im Sand scharrten ' die Pferde eine Tasse Kaffee noch hastig im Stehen getrunken und fort dann es war die höchste Zeit. Einen verzweifelten Blick warf Walter von Arnim nach seinen Waffeln nach den Rosen. O Poesie des Lebens wo bleibst du, wenn einer Hosen annähen muß! Buddik" flüsterte er rasch gehen Sie nachher sofort zum gnädigen Fräulein das heißt, wenn Sie' Hosen anhaben sagen Sie ihr ich ließe ganz verbindlichst danken, für die Rosen und die Waffeln am allermeisten aber für die Form hören Sie das vergessen Sie ia nicht ganz besonders für die Form!"

und er streifte die Waffelherzen mit tU nem begeisterten Blick. Zu Befehl, Herr Lieutenant am allermeisten für die Form!" wiederholte Buddik werd 's sofort bestellen, sobald ich 'runter kann." Walter stürmte die Treppe hinab, der schöne Bandelov saß schon im Sattel und bei jeder Bewegung knaxte es bedenklich. Himmel! Arnim Sie haben doch feste genäht wenn die Pastete nich hält " Beruhigen Sie sich Herr Major es hält wie Stein und Erz " dabei flog Walters Blick die Fensterreihen entlang. Aber Walli stand gut versteckt hinter den Spitzenstores und so winkte er nur einen Gruß zurück nach dem schlafenden Haus. Heut' Abend!" dachte er still und heut' Abend" flüsterte auch Walli und fragte sich, ob er den Herzgruß" wohl verstanden hat? Das Manöver war zu Ende. Trotz der großen, drückenden Hitze und dem erstickenden Staub war alles wie am Schnürchen gegangen. Die Offiziere, die zur Kritik um den Brigade-Eom-mandeu: versammelt waren, hörten fast nur Worte des Lobes. Manches hätte vielleicht auch anders gemacht werden können z. B. Herr Major von Bandelov wollen Sie mir Ihre Auffassung 'mal klarlegen aber bitte kommen' Sie ' doch näher," sagte wohlwollenden Tones der Commandeur. Der schöne Bandelov hatte sich ganz seinem sonstigen Verhalten entgegengesetzt, zu allerhinterst gehalten jetzt aber half nichts er mußte vor der Kreis der Offiziere öffnete sich und tiefes, staunendes Stillschweigen trat ein. Der Brigade - Commandeur machte einen langen Hals plötzlich aber fing er an zu lachen und ein donnerähnliches Gelächter brach über den armen Bandelov aus der sich, unter knaxendem Geräusch, unglückselig auf seinem Gaule wand. Jetzt sollt' die Pastete noch platzen!" dachte er schaudernd. Alle seine Worte gingen ungehört in dem immer von neuem losplatzenden Gelächter zu Grunde. Ich danke, meine Herren!" pustete der Commandeur. .Der Kreis löste sich -r- und alsbald umringte eine johlende Gesellschaft den schönen Bandelov. um seine Leidensgeschichte zu ver-

nehmen. Ueber Haus Arnoldshöhe sank die Dämmerung. Stärker dufteten die Rosen und mit kühlem Hauch bewegte der Abendwind die Blätter der Bäume. Walter von Arnim reitet, wie auf i Flügeln der Liebe, dem Hause zu springt vom Notz wirst mt Jugel dem herbeieilenden Vuddik zu und steht in zwei Minuten vor der Haussrau, die ihn mit kühlem Blick bewillkommt. Der Herr Major ist nicht mit Ihnen gekommen?" fragt sie steif. Er wird erst spät eintreffen und bittet durch mich, sich keineswegs durch ihn stören zu lassen." meldet Walter. (Der schöne Bandelov würde sich ja eher rädern lassen, als in dem Aufzug vor die Dame des Hauses zu treten.) Darf ich dem gnädigen Fräulein guten Abend sagen?" bittet Walter, da Frau von und. zur Mühlen nur stumm genickt. Meine Nichte ist nicht wohl und hat sich bereits zur Ruhe begeben" sagt sie steif. Mein Gott doch nichts Ernstliches?" stammelt , Walter erschrocken. Die Dame zuckt die Achseln. Ein paar Tage völlige Ruhe werden wohl genügen, sie wieder herzustellen," erwider sie kühl. So werde ich das gnädige Fräulein gar nicht' mehr sehen?" ruft Walter schmerzlich. '. Bei uns wohl allerdings kaum," bedauert die Dame ceremoniell. Walter versteht. Er bittet, sein Zimmer aufsuchen zu dürfen und verabschiedet sich, bis zum Abendessen, mit tiefer Verbeugung. Oben steht er blaß usd still am Fenster. Sie hat es wohl verrathen, sein kühnes Werben und die Tante hat ihr Veto eingelegt. Fahre wohl, schöner Traum!" . In der Thüre erscheint Buddik. in einer schwarz und weiß karrirten Hose und hält triumphirend die Hosen des schönen Bandelov Walter hin. . Melde gehorsamst, daß die Hosen hinter der Thür' hängen thun thaten war sich aber die Thür so eingeklemmt, daß -wir ihr übersehen thun thaten." So. so!" sagt Walter zerstreut. Richtig die Thüre habe ich so ein-geknallt.-weil der Herr Major Nachts Luft wollte. Legen Sie sie nur hin, Buddik, der Herr Major kommt erst, wenn's ganz dunkel ist übrigens, Buddik wo sind denn meine Rosen - und die, Masseln?" ' Buddik macht ein unsagbar verblüfftes, mordsdumnies Gesicht. Der Herr Lieutenant haben doch die Waffeln nicht gewollt." Was?" fragt Walter was soll denn das heißen?" , Der Herr Lieutenant haben - doch sagen lassen, Sie ließen ganz ergebenst danken und das hab' ich auch ganz richtig bestellt und hab' die Waffeln und die Rosen, dem gnädigen Fräulein selbst wieder gebracht!" . Walter starrte ihn entgeistert an: Hab's richtig bestellt," nickte Vuddik gekränkt und der Herr Lieutenant ließe besonders für die Kuchenform danken ja und der Herr Lieutenant hätte sie nun 'mal durchaus nich gewollt." Walter griff stöhnend nach . seiner Stirn. Und. das gnä' Fräulein, is ganz blaß geworden und ' der Teller is Gunter gefallen und der Lump das is der Jagdhund hat die Herren gefressen ja! und dai gnä' Freu-

lein hat sie ihm alle mit dem Fuß hingeschubbst ja, und jetzt sitzt sie schon den ganzen Nachmittag im .Gemüsegarten und thut nichts wie heulen thun ja!" Im nächsten Augenblick verging dem armen Buddik hören und sehen, so wurde er geschüttelt. Kerl!" stöhnte Walter Ihre einzige Rettung vom Tode ist, daß Sie mir die Bohnenlaube zeigen Herrgott im hohen Himmel wo ist - der .Gemüsegarten?" Vuddik Zeigte mit dem Daumen eine Richtung die Sprache hatte er noch nicht wiedergefunden. Im nächsten Augenblick stürzte Walter die Treppe hinunter riß eine Magd um und flog wie ein Pfeil den Gartenweg herunter. Das niedere Gitter, das den Park vom Gemüsegarten trennte, war von innen verriegelt. Er übersprang es mit einem Satz und sah von fern ein weißes Kleid durch grüne Ranken schimmern. Er sagte nichts. Zu Wallis Füßen kniete er und zog ihr die Hände von dem verstörten Gesicht. Meine Geliebte meine Süße, welch ein furchtbares Mißverständniß ist zwischen uns. Was soll ich thun zur Sühne. Sieh ich kann dir nur ein Herz bieten wirst du es auch mit dem Fuß von dir' stoßen?" Sie stieß es nicht fort. ' Ueber ihr verweintes Gesichtchen zog es wie Sonnenschein, als er ihr die Dummheit des Burschen erklärte. Sie beugte sich zu dem Knieenden und legte die Arme um seinen Hals. . ' So muß ich wohl abermals Gnade vor Recht ergehen lassen und dir noch

emmal em Herz schenken?" flüsterte sie schelmisch. Jetzt aber halt es fest. Liebster! und laß es die letzten Herzen gewesen sein, die heute morgen durch deine Schuld gebrochen worden sind. Das Herzbrechen das mußt du dir von nun an abgewöhnen!" Er sprang empor und drückte mit einem Jubellaut sein junges Glück fest an die Brust. Zur neuen Wohnung. Von B. Herwi. Wagen aller Art polterten und rasselten noch immer über das Pflaster, bald die ganz unbedeckten Gefährte der Armuth, mit dem germgen Hausrath, den eingebundenen Bettstücken, den bestaubten Gummibäumen, bald die, auf elastischen Federn sich wiegenden, gewaltigen Ungethüme, in denen dieCrystallkronen an den Decken hängen und die kostbaren Oelgemälde und Trumeaux sorgsam in Kisten verpackt an den gepolsterten Wänden lehnen. .... So, Lieseken, schiebe man noch die zwei Stühle zusammen und binde se feste an, det der Schusterschemmel noch Platz hat. Der muß' ruff, det ick heite Abend noch de Reparatur vor'n Assesser machen kann. . . So. . . . siehste de woll, mehr können wir mit unsere Beene heite ooch nich verdienen, als det ick jetzt Pferd spiele und Du nachschiebst. Nu jieb den Besen mal her, mit dem Du noch jründlich ausjefecht hast den lejcn wir quer rübcr. . . ." , Willem, wird 'n ooch de Nähmaschine vorne nich rutschen? Det' die bloß nicht kaput jeht, die is mein Jeldsplnde oder mein Klavier, det Kostbarste, wat ick hab . . ." Ohne Sorge, Lieseken, allens feste jeschnütt, uff die Art kennen wir bis nach Afrika jondeln .... aber.weeßte, eh's nu losjeht, möcht ick noch ne kiehle Blonde riskiren, so det Spinde uff'n Puckel die vier Treppen runtertragen, det hat's in sich . . . ." Die Frau band sich eine faubere ge- ! druckte Schürze um und sah den Mann freundlich an. Willem," sagte sie, weeßte, ick möcht' nich mehr jern in den Keller jehn, dann sieht mir unser Karl, der doch nu so jut vor de Nacht bei die Lete unterjebracht is, und denn ,will er mit mir mit ... Draußen ins neue Loschieh is ooch unten en Bums, da traktir ich Dir denn jleich und en par Würstchens dazu ..." Ooch gut, Lieseken ... nanu fertig ist de Kiste, nu kann's losjehn ....", Er setzte den Kalabreser auf, hing sich das breite Gurtband um Hottehüh." rief er sich selbst zu. Frau Liese stand hinten am Wagen. ' Willem," schrie sie plötzlich auf, meinen Jeranium hätt' ich ja beinah verjessen, un jrade, wo er schon Knospen hat, der bringt Jlück in die neie Wohnung, das sollst Du mal sehen!" Na, denn spute Dir und hole Deinen Jarten her, aber denn dalli!" Der Wagen polterte über die unegalen Steine des Hofes. Freundliche Abschiedsworte schallten noch aus den geöffneten Fenstern nach ,nun waren -sie auf der Straße ... da plötzlich .... ein Halt. Mutta! Mutta!" schrie eine Kinderstimme. . Karlchen wars, der auf die Kellerstufen geklettert war und nun die ZiehEquipage vorbei rollen sah ... Mutta, ick will mit!" - Wie mit einem Ruck hielten sie an. Na, da hast de den Salat," lachte der Vater, weeßte, Lieseken, nimm en man mit, denn sind wir doch alle zusammen, der Bengel würde uns doch riesig fehlen." Mutta," brüllte Karlchen und iorkelte auf die Straße. ... Es daunte nich! lange, da saß er vergnügt ' zwischen Schusterschemmel und Geramum.' ' Er schlug in die dicken Händchen und schnalzte mit der Zunge. Frau Liese sah ihn strahlend an. , Dann rasselfe der schwerbeladene Wagen weiter seinen Weg. GuteReplik.Dame: Ich sage Ihnen nur: die Ehen werden im Himmel geschlossen.". Junggeselle: Deshalb hetrathe ich auch 'nicht ' bei Lebzelten.'

Vcrurtyeitt. Ckizze von M. Gröhlert. Lautes Stimmengewirr, fröhliches Plaudern und Lachen erfüllte die warme Abendluft. Auf den Promenaden am Strande und im Gehölz herrscht buntes, bewegtes Leben. Die Badesaison hat ihren Höhepunkt erreicht. . Zwischen den dunkelnden Kiefern schlendern zwei junge Leute in lebhaftem Gespräch. Und Du hast noch nicht die geringste Ahnung gespürt, wer unter der Gesellschaft Deine Mutter sein könnte?" Nein, Bruno, nicht die geringste Ahnung. Die sogenannte Stimme der Natur scheint nur eine Romanphrase zu sein, denn noch heute schreibt mir mein Vater, daß meine Mutter auf das Bestimmteste zwei Wochen hier weilt. Und ich hätte darauf geschworen, daß ich sie auf den ersten Blick herausfinden würde." Aber Du mußt doch auch bedenken.

Kurt, seit zehn Jahren hast Du sie nicht gesehen." Ach. was heißen zehnJahre für eine schöne Frau. Und meine Mutter war fchön, als sie meines Vater Haus vor zehn Jahren verließ, um dem Maler Sarotti zu folgen. Ich war damals acht Jahre alt. alt genug um mir ihr Aussehen unverlöschlich einzuprägen. Und wenn ich weiter nichts von ihr wieder erkennen würde, ihr reiches, bernsteinhelles Haar macht sie unter Tausenden kenntlich." Beide schweigen eine Weile. Dann fragte Bruno: Wann erwartest Du Deinen Vater?" Papa schreibt von keinem bestimmten Zeitpunkt; die Geschäfte lassen ihn noch nicht frei. Ich glaube, er wird uns überraschen. Das ist seine Art so. Wenn er nur erst da wäre, daß ich dieser quälenden Ungewißheit enthoben würde! In der nächsten Nähe der Mutter zu sem, nach der man sich zehn Jahre lang gesehnt hat, und sie doch nicht zu kennen, das ist schrecklich!" Mich wundert nur, daß Dein Vater zu einer Aussöhnung mit ihr bereit ist. Die Scheidung geschah doch aus seine Veranlassung." Oh, glaube auch nur nicht, daß . es leicht war, ihn zu diesem Wiedersehen zu bewegen. Aber zehn Jahre ist eine lange Zelt, und wenn t em Kind beharrlich nach der Mutter verlangt hat. so war ich's. Auch urtheilt er über ihren Fehltritt schon anders; das Leid ließ ihn menschlicher denken, zudem hat er unbestimmte Kunde, daß sie allein und elend ist. Doch still! Da kommt die Saisonkonlgm mit ihrem Hof staat." Eine elegante Herrenschaar. die das Gepräge des Internationalen trug. führte in ihrer Mltter em üppiges, schönes Wew mit herrlichem, rothblon dem Haar. Sie schien zwar schon im Hochsommer des Lebens zu stehen und Zdie Kunst mußte ihrer Schönheit schon merklich nachhelfen, immerhin konnte sie noch fesseln, wenn auch nur vorf i uoergeyeno. Allmählich verklang ihre ungenirte laute Unterhaltung ihr gemacht helles Lachen unter den schwarzen Kiefern, aus deren Schatten sich ein Mann losloste, an dem die Kavalkade vorbeigekommen war. Bleich leuchtete sein Ge .sicht durchs Dunkel. Sie ist's!" murmelte er und stand mit schlaff herabhängenden Armen. Da wurden die Stimmen Kurts und seines Gefährten laut, und instinktiv barg sich der Mann im Farrenkraut. Eben sprach Kurt:Weißt Du, Bruno, so bizar es 'klingen mag, dieses auffällige, kokette Weib erinnert mich jedes Mal, wenn ich sie sehe, an meine schöne, vornehme Mutter. 'Lächerlich, nicht wahr? Aber ihre Stimme bringt mich jedesmal in Unruhe, besonders, wenn lch ihre feuerrothen Haare und lhr gräßlich ge schminktes Gesicht nicht sehe. Pfui doch, der Gedanke, es könnte trotzdem die Mutter sein! Lieber wünsche ich sie dreimal todt! Wenn doch der Vater erst hier wäre! Er ist schon da!" sprach der einsame Mann in den Farren leise und ging langsam den beiden nach, er ist da, aber das erwartete Gluck bringt er Dir nicht, mein Sohn. Du wirst Deine Mutter me mit wissenden Augen sehen Oh, ich hätte ihr alles verziehen, auch dies,um ihres Sohnes willen; doch er hat selber ihr Urtheil gesprochen : Lieber dreimal todt! Wohlan, Kurt, Deine Mutter ist todt." Am nächsten Tag fuhren Vater und Sohn nach der Heimath zurück. Der witzige Papst. . Zur Zeit PiusIX. lebte in Rom eine vornehme Französin, die ihrer zahllosen kleinen. Uebertretungen des sechsten Gebotes wegen, von denen ihr meist' in Paris weilender Herr und Gc-bieter kaum etwas ahnte, allgemein bekannt und gemieden wurde. Eines Tages mitten im übermüthigsten Carnevalstaumel fiel es der sündigenSchönen ein, um eine. Audienz bei dem Papst nachzusuchen. Diese wurde ihr 'gewährt und Pius fragte siem Laufe des Gesprächs, wie lange sie noch in Rom zu bleiben gedenke. Ich wart: nur das Ende des Faschings ab, um hier in der ewigen Stadt und wenn möglich aus Euer HeiligkeitHänden die Asche zu empfangen", entzegnete mit bezauberndem Lächeln die Tochter Galliens. Mit vollkommen ernster Miene sagte der Kirchenfürst: Ware'es nicht besser, wenn Sie nach Neapel gingen, Madame? Der Vesuv ist gerade in Thätigkeit und da würden Sie vielleicht genügend Asche vorfinden, was hier kaum der Fall sein dürfte." '' Das schnellste Mittel, populär zu werden, ist: sich blamiren.

Attr unsere Kinder. Frilz und Emma. Wie ist es, Kinder", fragte de?

yapa am Freitag Abend, wollt Ihr morgen Großmama besuchen? E5 bietet sich gerade eine gute Reisegelegenhe:t. Und am Samstag hole ich iucy wieder ab. Ach ja!" riefen da Fritz und Emma. wie aus einem Munde. Aber bitte, lieber Papa, laß uns nicht hinfahren Großmutterchens Farm tst ja in emer Stunde zu erreichen. Da möchten wir lieber gehen. Emma ist ja schon zehn, und ich bin. bereits fünf Jahre alt", fügte Fritz hinzu. Da nehme ich meine Schultasche mit. Das Wetter ist ja so schön, und der Weg trocken." Und ich nehme auch einen Schirm mit; den brauchen wir gegen Sonnenschein und Regen", bemerkte darauf die bedachtsame Emma. Nach einigem Besinnen ertheilten die Eltern ihre Erlaubniß, und so machten sich denn die beiden Kmder am andern Morgen auf den Weg. ' Die Sonne schien recht warm, un ehe eine Stunde vergangen war. saßen die Geschwister schon bei Großmama. Wie prachtig das Frühstück nach dem Marsche schmeckte. Großmama freute sich sehr, ihre Enkel bei sich zu sehen, und den Kindern verging die Zeit auf der Farm gar zu schnell. Am Sonntag - Nachmittag rüsteten sie sich zum Aufbruch. Als sie Abschied nehmen wollten, schenkte Großmama den Kleinen noch so viele Aepfel, datz der kleineReisekorb dieselben kaum fassen konnte. Alle ihre Taschen mußten sie noch mit zu Hilfe nehmen. Auch einen großen Kuchen bekamen sie mit. Lluö dem Aussatz eines SchulMädchens. Ueber Edison, de großen Erfinder. Als Thomas E. Edison, ein kleiner Knabe von sechs Jahren war, da hatte er mitunter schon drollige Einfalle. Einst wurde er von seinen Eltern überall gesucht. Sie hatten die ganze Nachbarschaft nach ihm abgelaufen.da wurden sie plötzlich auf den Stall aufmerksam, wo er sich so gern herumtrieb. Richtig, da saß der kleine Schelm über einem Körbchen mit Eiern, über die er behutsam sein Röckchen hielt. Zu beiden Seiten batte er Futter aestreut. .Auf die Frage der verwunderten Eltern, was er da mache, erzählte er tynen: Er wolle nur sehen, ob er nicht im Stande wäre, seine Hühner selbst auszubrüten. Wenn sie dann alle aus den Eiern herauskröchen, könnten sie gleich losfressen. ' - Seine beiden Eltern waren Lehrer. Mit zwölf Jahren verdiente er schon sein eigenes Brot. . Er las sehr viel in seiner Jugend. Er errettete als Junge' ein kleines Kind vom Tode. Einem Freunde sagte er einst: Ich weiß eine gute Art und Weise eine Nachricht ohne Draht weiter zu befördern. Auf die Antwort, das ist nicht möglich.erwiderte er spaßend: Ich stecke sie in einen Briefumschlag und gebe sie dem Briefboten. Das GlaS mit dem dreifarbigen Inhalt. Gießt man mit Vorsicht Wein auf Wasser, hält der Wein sich bekanntlich über dem Wasser; hier werden wir lernen, wie es umgekehrt gemacht werden kann, also der Wein das Wasser trägt, ohne daß beide Flüssigkiten sich mit einander mischen. Man verwerthet hier bei die ungleiche Dichtigkeit des Wassers in kaltem und warmem Zustande. ' Man gießt kochendes Wasser in ein Glas (wähle ein solides Glas, damit e3 nicht zerspringt); mit Hülfe eines' Trichters, der bis an den Boden des Glases reicht, gießt man Wein, den man vorher gut mit Eis abgekühlt hat, in das Glas (Fig. 1). Gehst Tu mit Vorsicht zu Werke, wird der Wein am Boden des Glases eine deutlich abgesonderte rothe Schicht bilden. Ter Triche ter wird langsam entfernt, und aus dl Oberfläche des Wassers gießt man vor sichtig (indem man z. B. ein Stück Papier oder eine Brotschnitte auf dem Wasser schwimmen läßt) eine bläuliche Flüssigkeit, die lichter als Wasser ist, z. B. mit Tinte gefärbter Spiritus (Fig. 2). Man hat dann ein Glas, dessen Inhalt die französischen oder nor wegischen Nationalfarben wiedergiebt; stellst Tu eine brennende Kerze hinter das Glas, werden die drei Farben aus die Wand oder Thür geworfen. Läßt Tu das Wasser im Glase sich abkühlen, oder, um das Ziel schnelle? zu ctteichen, setzest Du das Glas in einen Behälter mit kaltem Wasser, wirft Tu sehen, daß der Wein in feinen rothen Fäden durch das Wasser hinaufsteigt (Fig. 3). alle drei Flüssigkeiten mischen sich allmählich mit einander, und die aufsteigenden rothen Streifen bieten im Verein mit den herabsinken den blauen Streifen ein sehr eigenthüm liches Schauspiel dar. . Wie nützlich wäre es doch oft für dfr Dummheit, wenn sie svein könnte!

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