Indiana Tribüne, Volume 23, Number 214, Indianapolis, Marion County, 22 April 1900 — Page 3
Der esolT MMy,
Kriminalroman von Friedrich ThikM. (10. Fortsetzung.) (Sie kann also hingehen, wohin sie Kill?"' Sie wird gefragt werden, wohin sie tiünsportirt sein. will. Die Wahl des Landes steht ihr frei. Sie kann nach England. Frankreich, Belgien, Oester(eich, ganz nach Belieben; da jedoch zu befürchten steht, daß sie dem Ausweisunzsbefehl nicht Folge leistet, sondern sich ihm zu entziehen und sich hier zu verbergen sucht, bis sie ihre Pläne verwirklicht hat, so wird ihr nicht einfach das Verlassen des Landes innerhalb einer bestimmten Zeit anheim gestellt, sondern sie. wird auf den Schub gebracht. Soviel ich weiß, hat sie sich, da si? ohne Subsistenzmittel ist, bereits für die Rückkehr nach Rußland entschieden; noch heute Abend oder spätestens morgen früh wird sie in Vegleikung eines Polizeibeamten nach der russischen Grenze abgeführt werden." So geschah es, wie ich später erfuhr, in der That. Sophia Wassiloff verschwand aus Berlin, plötzlich wie sie gekommen, und ihr Geheimniß nahm sie mit sich von dannen. Wer sie war, was sie zu erzählen hatte und was in Rußland aus ihr werden würde wer tonnte es sagen? Vielleicht würden wir nie wieder von ihr hören! Ich fand meinen Freund so schwach, daß meine Nachricht kaum einen Eindruck auf ihn hervorbrachte. Der Arzt war von Neuem gerufen worden und hatte eine stärkende Arznei verordnet, welche der Diener eben aus der Apotheke besorgte. Noch immer befand er sich in Unklarheit über die Natur des Leidens; möglicherweise, betonte er, liegt ein eigentliches physisches Uebel gar nicht vor, da die bis dahin zu Tage getretenen Symptome ebensogut auf eine heftige Gemüthsaffection schließen ließen als auf irgend etwas andres. Ich ging von ihm, als eben die Medizin gebracht wurde. Jrmgard nahm sie in Empfang, um ihm einen Löffel davon einzuflößen, daher nickten wir uns zum Abschied nur freundlich zu. Michaela stützte den Kopf des Patienten. Hinter mir her klang ihr wohl lautendes Organ, sie bat mich, morgen früh so bald als möglich wiederzukehren, ich sei ja der liebste Freund Arthurs und sein und ihr, sowie- Jrmgards bester Trost in dieser Noth. Von ganzem Herzen sagte ich Ja", worauf ich. recht erschöpft von all den Aufregungen der letzten Tage, nach Hause fuhr, um sofort mein Lager zu suchen. Ich empfand ebenfalls das dringende Bedürfniß nachStärkung und lag bald in tiefem, erquickendem Schlaf. - 5 Ich bin kein Freund der Träume. Freilich erscheinen sie uns vielfach als anmuthige Elfen, die aus ihrem magischen Spiegel liebliche' Bilder vor unser inneres Auge zaubern; weit öfter kommen sie aber als unheimliche Dämonen, die uns mit phantastischen, verzerrten Gesichtern quälen, uns mit schrecklichen Catastrophen peinigen und uns den Athem stocken und das Herz schlagen machen. Ein gesunder Schlaf ist mir lieber als die süßesten Träume der Welt. Entweder sind sie Zeichen eines unruhigen, aufgeregten Schlummers oder die Symptome langsamen Einschlafens und Erwachens. Selbst im guten Fall locken sie uns fast immer nur mit ihrem berückenden Zauber, den wirklichen Genuß aber enthalten sie uns vor. Wir trinken Eimer Wasser aus, ohne das Gefühl der Erquickung zu empfinden; wir schauen Berge von .köstlichem . Kuchen und gelangen nie zum Essen, verführerisch Frauengestalten hauchen vor uns auf, aber wir vermögen die immer Zurückweichenden nie zu umfassen. Alles in allem ein tolles ZauberWesen, das mir widersteht. Trotzdem träume ich häufig und lebhaft. Die Träume fragen eben nicht nach meiner Neigung, sie treten als ungebetene Gäste vor mich hin und äffen mich oft mit so grausamen Visionen, daß mich das Erwachen eine wahre Rettung und Wohlthat dünkt. In jener Nacht schlief ich ein, ohne durch Träume behelligt zu werden. Und doch schenkten dieKobolde mir auch diesmal ihren Besuch nicht, aber sie überrumpelten mich nzitten in der Nacht. Irgend ein Geräusch, das meinen Schlaf störte, rief die immer Lauernden herbei, und so befand ich mich plötzlich mitten in einem fürchterlichen Feuer, während rund um mich die Sturmglocken ihr schrilles Geläut erschallen ließen. Eine entsetzliche Situation! Wild streckten die feurigen Arme sich nach mir aus, überall züngelten die Flammen wie glühend Schlangen, die Balken krachten, die Wasserstrahlen zischten. eine dichtgedrängte Menschenmenge brüllte und rafte. Mit verzweifelter Kraft klammerte tch mich an em Fen sterkreuz an. von dem ich hilflos herabhing, in Gefahr, jeden Augenblick in die Tiefe hinabzustürzen. In graß lichster Angst ließ ich meinen Hilferuf ertönen. Immer lauter tobte der Lärm, der Wirrwarr von Signalen, Geläut und Geschrei immer lichter wurden aber auch meine Gedanken, der traumhafte Character des Bildes kam mir immer deutlicher zum Bewußtsein: Sonderbar das Rufen und Läuten dauerte fort, auch als ich schon wach genug war, um mir über meine wahre Lage klar zu werden. Was war das? Hörte ich nicht sogar meinen Namen rufen? In der That, man pochte an meine Thür, man läutete meine Klingel, rief meinen Namen. Mir selbst galten die Stimmen und Geräusche, die meinen
qualvollen Traum veranlaßt hatten. Mir dieser Thatsache bewußt werden und aus dem Bett springen, war eins. MeinenSchlafrock überwerfend, stürzte ich nach der Entreethür und riß sie mit der Frage, wer da sei und was man wolle, stürmisch auf. Draußen stand der Kutscher des Bankiers ... , Erschrocken taumelte " ich zurück. Was ist geschehen?", Der Herr Commissionsrath ist ist Todt doch nicht todt?" ' Nein, nicht todt aber er liegt im Sterben. Wie es zusammenhängt, weiß ich noch nicht. Ein furchtbares Unglück ist geschehen, die gnädige Frau schickt mich; sie läßt den Herrn Doctor bitten, sofort hinauszukommen. Den Wagen habe ich mitgebracht." Einen Augenblick sah ich dem Unglllckspropheten starr in's Gesicht. Das Entsetzliche brach zu jäh über mich herein, als daß ich sofort im Stande gewesen röäre, es zu verarbeiten. Sobald ich den Inhalt jedoch gefaßt, hielt ich mich nicht mit Fragen auf, sondern hieß den Boten einen Augenblick warten, kleidete mich mit . nervöser Eile an und folgte ihm nach der Equipage, derselben, welcher gestern Michaela in prunkvoller Toilette entstiegen war. Unterwegs blieb mir Zeifr genug zur Befriedigung meiner Wißbegier. Der Kutscher vermochte mir nur ungenügenden Aufschluß- zu ertheilen. Während des Abends hatte sich das Befinden des Herrn Commissionsraths anscheinend gebessert. Zur regelmäßigen Zeit begab sich die Dienerschaft zur Ruhe. Gegen Mitternacht entstand auf einmal Geschrei und Lärm im Hause, Thüren wurden zugeschlagen, die elekirischen Klingeln ertönten laut und anhaltend, eilige Schritte polterten auf den Treppen. 'Kaum war er aus dem Bett gesprungen, als Fräulein Jrmgard schon vor der Thür seiner Kammer stand und ihm ängstlich befahl, sofort den Arzt herbeizurufen. Der nur wenige Häuser entfernt wohnende Doctor folgte dem Boten auf dem Fuße; die gnädige Frau stand Händeringend auf der Treppe, ihn zu empfangen. Sie, Herrmann," rief sie dem Diener zu, spannen sofort an und fahren zu Herrn Doctor Kainz ich lasse ihn bitten, auf der Stelle zu uns herauszukommen, ein furchtbares Unglück hat sich ereignet. Bitten Sie ihn, wenn möglich, gleich mit Ihnen zu fahren eilen Sie um Gottes willen, schonen Sie Wagen und Pferde nicht." Herrmann zeigte sich sowohl auf der Hin- als auf oec Rückfahrt als eifrigen Bediensteten, er trieb die schönenThiere zu'wahrhaft rasendem Lauf an. Trotz
alledem flog meine Ungeduld weit voraus, ich wartete kaum das Stillstehen der Equipage ab, im Nu stand ich auf dem Trottoir, und in wenigen Secunden legte ich die zwei Treppen bis zum Schlafzimmer meines Freundes zurück. Em ungluckverheißendes Zeichen : die Thür der Krankenstube stand weit offen. Helles Licht strahlte daraus hervor: außer der prachtvollen Bronzelampe brannte noch eme gewohnliche Schirmlampe auf einem Seitentisch. Am Bett stand Doctor Blüthner. eine Flasche in der Hand, mit lauter Stimme seine Anordnungen durch das Zimmer rufend; Jrmgard bereitete auf der Theemaschine irgend m heißes Getränk; Michaela lag tief in einen Sessel zurückgeworfen, das Antlitz in den Händen vergraben. Der ersten Scene Rechnung tragend, dachte ich nicht an eine ceremonielle Begrüßung. Ich trat sofort an das Bett, meinen Freund zu betrachten. Aus den Maßregeln, die man traf. hatte ich bereits erkannt, daß ich keinen Todten .finden würde. Der Unglückliche bot inen traurigen Anblick. Das Hemd vorn aufgerissen, so daß die nackte Brust hervorschaute, lag er da, mit starren, irren Augen, entstellten Zügen, verzerrten Lippen. Das zerzauste Haar hing ihm über die Stirn herab. Sein Athem war unregelmäßig und schnarchend, die Arme hingen schlaff am Körper herunter. Alles deutete auf einen schrecklichen Kampf, auf eine Einwirkung lebenmordender Art. Die .scheinbare Ruhe, in der ich ihn bei meiner Ankunft fand, täuschte mich nicht. Der Anfall war vorbei, eine allgemeine Erstarrung hatte den Kranken ergriffen ob als Vorbote 'des Todes oder als Genesung, wußte ich nicht. , , Herr Doctor. wie steht es?" , Es stand sehr schlimm, aber jetzt hege ich .wieder Hoffnung." Gott sei Dank um was handelt es sich?" , Um eine Vergiftung." Also doch! Sein Aussehen hatte mir den Gedanken bereits aufsteigen lassen. Nur begriff ich nicht, wie ein solcher Fall hatte eintreten können. Eine Vergiftung?" Doctor Blüthner, der gerade damit beschäftigt war, dem Kranken Senfteig auf die Brust zu legeh, nickte ernst ; nach einer Weile setzte er leise hinzu, indem er mit einem Finger auf die in dem stuhl hockende Gestalt der Herrm des Hauses deutete: Morphium Verwechslung sie selbst. Betroffen blickte ich nach ihr hin. Welch ein neuer, befremdender Ztot schenfall! Wahrlich, dieses Weib schien zum Unglück geboren! Wie war das möglich?" .fragte ich ebenfalls im Flüsterton. Die alte Geschichte ' der Com missionsrath vekam gegen Mitternacht einen heftigen Kleveransall. Seine Ge mahlin, die tü ihm wachte, griff hastig nach der von mir verschriebenen Medi zin, in ihrer Aufregung gießt sie ihm den Löffel aus der Morphiumflasche voll statt aus der andern. Zum Gluck hat der Kranke den veränderten Geschmack sofort wahrgenommen und den
größten Theil der Tropfen wieder von sich gegeben, sonst möchte er wohl nie wieder zum Leben erwachen." -
Armer Freund!" Ich berührte theilnehmend seine Stirn mit meinem Aber woher kommt das Gift? Hatten Sie welches verschrieben?" Er schüttelte den Kopf. Es stand schon da. Wie sich bei diesem Anlaß herausgestellt hat. ist die, Frau Commissionsräthin Morphinistin. Um sich in ihrer Alteration aufrecht zu erhalten, brachte sie sich kurz vorher eine Injektion bei." Also Morphinistin wer hätte das vermuthet!" Dieses Laster grassirt in vornehmen Frauenkreisen in weit intensiverer Weise, als man sich gewöhnlich vorsteut. Die nervöse Entartung unsers Zeitalters, die ihren Hauptgrund meiner Ansicht nach m einer unbeschrankten Genußsucht hat, bringt es hervor. Früher setzte der durch die natürlichen Hindernisse beschränkteVerkehr der Genußsucht des Individuums Schranken, die weder Machr noch Geld zu überspringen im Stande waren; heutzutage stehen dem sich mit der ungehinderten Befriedigung immer steigenden Bedürfniß die Reiz- und Genußmittel aller suns Welttheile zu Gebote. Wer da über die Mittel verfügt, jeden erwachenden Drang zu befriedigen, bcdarf einer ungeheuren Selbstdisciplin, sich ihrer nicht zu bedienen. Und diese Selostdlsciplln finden Sie gerade rn den Kreisen der vornehmen Frauenwelt selten." Seine Erklärung klang natürlich und überzeugend. . Aus ihr erkannte ich. daß der gute Doctor an der Thatsache einer Verwechslung keinen Augenblick zweifelte. Warum auch ? Solche Verwechslungen kommen häufig vor, der größte Theil aller MorphiumVergiftungen entsteht aus dieser Ursache. Insofern mußte ich ihm ja zustim men. )vti einigermaßen excentrische Character der jungen Frau ließ den Umstand, daß sie dem Laster des Morvchiumgenusses huldigte, wohl glaubhaft erscheinen. Es erschien auch ganz einleuchtend, daß sie diesen ihren krankhasten Hang vor der Welt, ja vielleicht sogar vor ihrem Mann, aeheim hielt. Sicher hatte mein Freund von dem Vorhandensein einer solchen Neigung bei seiner geliebten Michaela nichts geahnt. So weit war die Sache m Ordnung. Die Möglichkeit war vollständig gegeden, sogar die Wahrscheinlichkeit. Warum sollte ein Irrthum, der sich so haung ereignete, mcht auch m Hause des Bankiers möglich sein? Michaela war em Weib und mcht über menschliche Mißgriffe erhaben. Und doch regte sich, sobald ich von dem traurigen Unfall erfuhr, ein durch die früheren Ereignisse gerechtfertigtes Mißtrauen in mir. Ich erhob Vorwürfe gegen mich selbst, daß ich die unglückliche Frau einer so gräßlichen That für fähig hielt, und hoch gelang es mir absolut nicht, des Verdachtes Herr zu werden. Von Neuem befrachtete ich sie. Unsägliches Unglück sprach aus ihrer formlos hingesunkenen Gestalt. Jede Bewegung verrieth Reue und Kummer. Seit dem Augenblick, wo Arthur auf der Treppe in meinen Armen zusammenbrach, offenbarte sie eine an Leidenschaft grenzende Zärtlichkeit, eine Hingebung, die fast der Aufopferung gleichkam. Selbst mir, den sie als ihren Gegner kennen gelernt, bewies sie die ganze Liebenswürdigkeit ihrer Natur; sie selbst rief mich an sein Krankenlager, weil sie wußte, wie theuer ich ihm und er mir war. War das alles nichts als schale, nichtswürdige Komödie? Dann gab es keine Aufrichtigkeit mehr in der Welt Und doch stimmte gerade diese Zärtlichkeit und Hingebung meiner Auffassung nach nicht recht zu ihrem sonstigen Stolz, zu ihrer Kaltblütigkeit und Sicherheit. Freilich, wer kann ein Weib ausforschen? Die Verhältnisse formen in derselben Stunde ein feigherziges Lamm und eine todesmuthige Löwin aus ihm es flieht aufkreischend vor einer Raupe und stürzt sich kühn in die tosende Iluth. um ein theures Kleinod den Klammern des Todes zu entreißen. Plötzlich richtete sie sich auf, blaß wie eine Marmorfigur. aber auch schön wie sie. Erst jetzt schien sie meine Gegenwart zu empfinden. Ihre Augen, verschleiert wie durch einen Flor halbgetrockneter Thränen, riefen mich durch einen Blick. Durch diesen Blick weicher gestimmt, trat ich vor sie, bot ich ihr die Hand. Sie wissen alles?" flüsterte sie. zu mir aufschauend. Alles." Ein Verhängniß schwebt über mir," hauchte sie schwermüthig. Was habe ich schon unter diesem Laster gelitten, immer stand ich im Kampf mit ihm, ohne die Kraft zu besitzen, seiner Herr zu werden." Ich nickte mechanisch. Was mich betraf, so hatte ich noch vor einer Stunde geglaubt, diese Frau müsse alles können, was sie wollte. Wer hätte denken können, es wurde noch einmal die Ursache eines so entsetzlichen Unglücks werden! Gefährlich dem Theuersten, was ich auf Erden besitze. Denn erst seit ich fürchten muß. ihn zu verlieren, weiß ich. wie unendlich ich ihn liebe. So viel Güte, so viel Milde, so viel Gerechtigkeit o, lieber Doctor, Ihnen darf ich mich ösfnen, Sie sind sein Freund alles auf das Spiel gestellt durch einen unseligen Irrthum. Was kann der Mensch, ohne zu wollen, ohne sich oe en vewunl zu werven, m einer ein zigen. Minute bewirken! Ein einziger Mißgriff bildet den Hebel. vessenAuö Hebung ein Gebäude von Unheil über uns zusammenbrechen macht.
Arthur wußte nichts von Ihrer
Krankheit?" fragte ich leise. Nein und hatte me etwas davon erfahren. Ich schämte mich meines Lasters wie einer Todsünde. ! Ich ahnte, 'daß Gottes Fluch .darauf , ruhe meine Ahnung hat sich graßlich erfüllt." Wildes Schluchzen rang sich mit einemmal aus ihrer Kehle, sie raufte mit den weißen Fingern ihr braunes Haar und preßte den Kopf gegen das Polster ihres Sessels. Trösten Sie sich, gnadige Frau der Himmel lenkt ja alles noch zum Besten. Arthur ist auf dem Wege der Besserung er wird nicht sterben." Sie faßte sich mühsam und faltete die Hände auf der Brust. Einen Augenbllck schien sie zu beten. Dank dem Ewigen, der das Aergste von mir wendet! O, wie wird die Welt mich schmähen, mich besudeln! Ich, die Fremde, die Ausländerin, ich bin der Dorn ,:m Auge Aller, die ihn kennen. Was man einer anderen verzeiht, wird bei mir zur Schuld. Was bei einer anderen ein Mißgriff ist, ist bei nur ein Verbrechen. Mir flucht man, wo man eine andere bemitleidet." Ich fühlte den Vorwurf in ihren Worten, aber seltsam gerade ihre letzen Worte verhärteten mich wieder. Einen Schritt zurücktretend, sagte ich in beinahe trockenem Tone: Was' bedeutet das Urtheil der Welt, wenn man sich frei fühlt m semer Seele." Nicht wahr!" rief sie, iah aunpringend und mich fest anblickend. Das habe ich mir auch gesagt. Dann näherte sie sich dem Bett, ihren Gatten zu betrachten. Ein milder Glanz unendlichen Wehs senkte sich aus ihren braunen Sternen auf das todtbleiche, eingefallene Antlitz herab. So ist er gerettet, Herr Doctor?" Außer Gefahr, gnädige Frau morgen früh wird er feine Umgebung und sich selbst darin wiederfinden." Ich stand an ihrer Seite, sie wandte sich halb nach mir und flüsterte: Er ist gerettet, und ich auch denn ich wäre mit ihm gestorben." Mit diesen Worten verließ sie leise das Zimmer. Mehrere Stunden vergingen in ge räuschloser, aber fieberhafter Thätigreit! Wenn der Feind auch besiegt war. so mußten doch alle Reserven in's Feld geführt werden, die Entscheidung sicherzustellen. Tropfen mußten eingeflößt, Umschläge erneuert, kalte Uebergießungen vorgenommen werden. Der Arzt voll beruflichen Eifers, Jrmgard voll sorgender, stiller Liebe, ich Mit der Treue des langjährigen Freundes, so walteten wir alle mit- und nebeneinander, als hätten wir einen Bund gegen den Tod geschlossen. Der Morgen brach goldig durch die zurückgezogenen Stores, daZ matte Lampenlicht verblaßte vor seinem Glanz. Da kehrte Michaela zurück, müde, gebrochen, wie sie gegangen, mit demselben gramvollen Ausdruck auf den leidenden Zügen. Wann wird er erwachen, Herr Doctor?" fragte sie mit tonloser, schleppender Stimme den Arzt. .Ich denke, in höchstens einerStunde wird das Bewußtsein zurückkehren," versetzte Doctor Blüthner, der sich zum Gehen anschickte. Meine Anwesenheit'ist nun nicht mehr erforderlich. Herr Doctor Kainz hat meine VerHaltungsmaßregeln. Sie, gnädiges Fräulein," wandte er sich an Jrmgard, thun -am besten, sich ein paar Stunden Schlaf zu gönnen; es besteht nicht die geringste Gefahr mehr." Jrmgard bestand jedoch darauf, anwesend zu bleiben, bis der gute Papa wieder vollkommen zu sich gekommen sei. Sie sei gar nicht müde und werde ihn unter keinen Umständen verlassen. Ich billigte im Stillen ihren Entschluß. den ich mir ebenfalls zum Vorbild nahm. Ihr instinktives Gefühl und mein bewußtes Mißtrauen gipfelten in demselben Resultat. Die Stunde verging. Der Kranke begann mehr und mehr Zeichen des zurückkehrenden Lebens' zu verrathen. Bald rang sich ein leiser Seufzer aus seiner Brust, bald hob sich ein Arm zu einer kurzen, mechanischen Bewegung. Auch die Augen öffneten sich endlich, ohne daß der Leidende aber in Wirklichkeit sah. diese Fähigkeit kehrte erst allmälig zurück, wie auch das gewußtsein seiner eigenen Identität ganz allmälig wieder in ihm erwachte. Ein schwerer Traum hielt ihn gefangen, ein schmerzhafter Druck lastete auf seinem Kopf. Der Kopfdruck war das erste Gefühl, dessen Empfindung ihm wieder aufging. Langsam wurde nach und nach aus einem Fremden wieder ein Ich, und dann war es noch, weit entfernt, die Gegenstände umher in sich aufzunehmen und zu beurtheilen. Die Mittagstunde schlug, als der Banquier beim Vernehmen derGlockentöne den ersten Blick wiederkehrenden Verständnisses von sich gab.. Derselbe bestand nur in einem sekundenlangen, blitzartigen Zucken seiner Augenbrauen, dann sank der Unglückliche wieder in seine vorige Apathie zurück. Ungesäumt beugte ich mich über ihn, indem ich mit leiser Stimme seinen Namen nannte. Arthur Arthur kennst Du mich?" . , Ich ergriff seinen Arm und rüttelte daran, den Ruf seines Namens mehrmals wiederholend. . Da erschien das blitzartige Zucken zum zweiten Male, ein Erfolg, der mich veranlaßte, meine Anstrengungen fortzusetzen. . Arthur, kennst Du mich? Ich bin es, lieber Arthur hörst Du?" . Noch , einige Minuten flössen dahin, als ich bei Gelegenheit eines erneuten Ermunterungsversuches ein flüchtiges Lächeln über seine bleichen Lippen gleiten sah. , s Jrmgard. komm, er wacht, auf sieh, ob er Dich erkennt." Die junge Dame folgte meiner Wei-
sung, und auch Michaela trat an das Bett. Die Bewußtseinsstörung wich sichtbar zurück, bald bemerkte man, wie der Kranke wieder Ausdruck in seine Ilugen legte; er bemühte sich offenbar, sich auf das zu besinnen, was mit ihm vorgegangen war. Seine Gattin schlang jetzt ihre runden Arme um seinen Hals, drückte, den vollen Oberkörper über ihn gelegt, einen Kuß auf seine kalten Lippen und rief mit aller Weichheit und Innigkeit, denen ihr flötenreines Organ fähig war, in unendlich süßen Lauten .seinen Namen. Arthur, theurer Arthur erkennst Du mich, Deine Michaela? O, lieber Mann, eine Schuldbewußte, kniee ich vor Dir, ich kann den Moment nicht erwarten, wo Dein Mund sich zu dem Wort Verzeihung für mich öffnet." Der Patient starrte, die auf ihm Ruhende wie verwundert an, er schien nicht zu verstehen, was sie meinte. Die. junge Frau setzte in einschmeiHelndem Ton ihre Versuche, seineAufmerksamkeit auf sich zu lenken, fort. Lieber Mann-, blicke doch auf zu mir sieh mir in die Augen, aus denen Dir meine Liebe entgegenstrahlt. Beinahe hätte das Schicksal das Werkzeug des Verhängnisses aus mir gestaltet, das Dich zu verderben gedachte. Furchtbarer Gedanke, den ich nicht auSdenken mag! So unschuldig, wäre ich doch bald so schuldig gewesen schuldig und unschuldig zugleich aber ob bewußt oder unbewußt, der gräßliche Ausgang bliebe derselbe. Gott hat mich gnädig vor einem so grauenvollen Geschick bewahrt." Während sie sprach, prägte sich in den Zügen meines Freundes ein bei jedem Wort steigendes Interesse aus. Kein Zweifel, sein Unheil gehörte ihm wieder, er sah, hörre, verstand und folgerte. In dem blitzartigen Aufleuchten seiner Augen, durch welche ein elektrischer Strahl hindurchzugehen schien, zeigte sich die Wiederkehr seines Gedächtnisses Er schaute Michaela an, immer verständnißvoller, durchdringender und plötzlich verdüsterten sich seine Blicke, ein unerbittlicher Ernst lagerte sich auf seinen Zügen. Und wieder plötzlich so jäh. daß nicht allein Michaela wie von einem Schlag getroffen zurückwich, fondern wir alle das Ereigniß wie das Platzen einer Bombe empfanden fuhr ein
Blitz grimmigen Hasses von feinem Gesicht zu der schönen Frau hinüber; mit der Aufbietung aller seiner eben erst wiedergefundenen Kraft stieß er sie von sich, und das grollende Gewitter seiner Brust entlud sich in dem .vernichtenden Fluch, den er der bisher so Geliebten wild entgegenschleuderte: Giftmischern! fort von mir!" Armer Freund! Die Seifenblase seiner Liebe, so prächtig schillernd in der klaren Herbstsonne seines Lebens, ie war zerplatzt, um sich me mehr zu armen dahin, dahin! Er selbst prach in drohender Erregung dieBan!erotterklärung seiner zweiten Ehe aus schuldig oder nicht, vermochte Michaela einen Mann nicht mehr zu überzeugen, der sie mit dem ersten Laut seiner zurückkehrenden Intelligenz zur Verbrecherin, zur Mörderin gestern pelt! Wir prallten unwillkürlich zurück, Jrmgards. Rosen verblaßten zu Lilien, ein Schein unbezähmbaren Entsetzens ging von ihr aus. Die schöne Frau schauderte zusammen. Tödtliche Angst malte sich einen Augenblick in ihrem Antlitz, alle ihre Empfindungen concentrirten sich in einem verzweifelten, qualvollen Starren der fönst 'so hoheitsvoll blickenden Sterne. Gleich darauf richtete sich ihr Haupt mit dem alten Stolz empor. Der Orkan der heftigsten Empörung hob ihren Busen in fiebernden Wellen . Unendlicher Zorn flammte aus den zu Feuerkugeln verwandelten Augen eine Racheg'öttin stand sie vor ihm, die den Dolch auf ihr Opfer zückt. Ihre Lippen bewegen sich, aber kein Laut drang zwischen ihnen hervor, dann preßten ihre Zähne sich fest aufeinander, als wollte sie der Stimme ihrer Wuth den Weg versperren. Und nun: ein verächtliches Lächeln, eine Miene voll unsagbarer Geringschätzung. Sich halb abwendend, erklärte sie stolz, sie, verzichte auf jede Erwiderung auf diesen Vorwurf, der an ihr abprallte wie ein Pfeil an dem Panzer eines Kriegers. Ich habe hier viel erdulden müssen," sprühte sie entrüstet nach uns hin, aber für das stehe ick doch wohl zu hoch. Nur ein Mensch, der seiner Sinne nicht mächtig ist, kann mir das im Ernst zu sagen wagen. Jrmgard und ich beharrten in er wartungsvollem Schweigen, obwohl der Sturm unserer Gefühle sich in unfern Blicken und unsern Bewegungen zur Genüge verrieth. Was würde der nächste Augenblick wohl bringen? Die Sehne war auf's äußerste gespannt der Pfeil abge schnellt würde nicht der Bogen selder dröhnend zerspringen? Noch gab Michaela nicht alle Hoff nung auf, ihre Position auch diesmal zu behaupten. Das Feuer in ihren Augen dampfte sich zu emem milden, wärmenden Licht, .wie der hereinbrcchende Abend die segnende Sonnen aluth in stille, ruhige Schönheit wan delt. Ein Schimmer von Wehmuth leuchtete mitleiderweckend daraus her vor, und mit verzeihender Liebe sprach sie halblaut: Der arme Arthur weiß noch nicht, was er spricht. Seine Vernunft ist noch nicht wuder ganz bei ihm. Der Kranke stieß ein bitteres Gelächter aus. Laß die schale Komödie. Weib ich weiß, daß Du mich hast morden wollen Gott sei Dank, es ist Dir nicht gelungen, noch bleibt mir
Kraft und Zeit, Dich zu entlarven, elende Schauspielerin!"
Ich verzeihe Dir Deine harten Worte, Arthur. Die Todesangst pricht noch aus Dir, Du hast den chweren Kampf um das Leben, den Du gerungen, noch nicht verwunden. Alle, die hier stehen, wissen und Doctor Blüthner kann es Dir bestätigen , daß Du und ich beide Opfer eines unseligen Mißgriffs geworden sind m der Ausregung verwechselte ich die Flaschen und flößte Dir Mortchmm statt der Medizin des Arztes ein. Und wie kam das Morphium auf jenen Tisch?" fragte finster der Banquier. Ich hoffte, es Dir nie gestehen zu müssen, Arthur. Ich bin dem Morphiumgenuß ergeben. Das Gift ist meinem Körper so nothwendig wie Speise und Trank. Von der Furcht beherrscht, Dich zu verlieren, fühlte ich Mich matter als je. und das Verlangen nach dem gewohnten Reizmittel trat ungestümer hervor. Ich brachte mir eine Einspritzung bei sieh hier. wettn Du mir Nicht glaubst, daö Fläschchen und die Spritze. Arthur," fugte sie m immer eindringlicherem Tone hinzu, und hier" sie entblößte ohne Zögern ihren vollen Arm und wies auf emen kaum bemerkbaren rothen Punkt auf dem weißen Fleisch - hier sieh die Verletzung, die sie zurückgelassen." Der Commissionsrath holte tief aus seiner Brust heraus Athem. Also Du bist Morphinistin hahaha wie vielseitig Du bist. Hast Du noch mehr so freudiger Ueberraschungen für mich?" Arthur, bedenke, zu wem Du redest und daß wir nicht allein sind," crwiderte Michaela gereizt. Dir kann ich Alles vergeben, aber laß mir wenigstens die Schonung zu Theil werden, die ich als Deine Gattin beanspruchen darf. Ist es wohl ein Wunder, wenn, eine Frau, durch die Ereignisse fieberhaft aufgeregt, in der Aufwallung ihrer Verzweifung , sich eines Irrthums schuldig macht? Ist das eine Schuld, die Du mir so hoch anrechnen darfst? Bin ich nicht schon hart genug gestraft durch die furchtbare Thatsache an sich muß ich nicht lebenslang bei dem Gedanken erbeben, welchen Ausgang meme Verblendung hatte herbeifuhren können?" Dem Kranken versagte die im ersten Paroxismus verschwendete Kraft. Er hielt nicht zurück mit seiner Antwort. aber die gräßliche Anklage rollte nicht mehr gleich einem zürnenden Donner von seinen Lippen, er zischte das Folgende mehr als, er es sprach, und wir alle hattenMühe, seine Aeußerungen zu verstehen. Ja. hart gestraft," höhnte er. hart gestraft, weil Du Dein schwarzes Ziel nicht erreicht hast. Versuche nicht, mich wieder zu betrügen habe ich doch selbst gesehen, wie Du mit prüfendem Blick die beiden Flaschen betrachtetest, da mein Auge mit dem Interesse, das ein Leidender an dem Thun seiner Pfleger nimmt, Deinen Bewegungen folgte. Allerdings ahnte ich nicht, zu welchem Zweck Du Dich erst so genau überzeugtest, welche Phiole die richtige sei wer hätte auch ein so teuflisches Bubenstück für möglich halten sollen! Von Hast und Reizbarkeit, von einem Affekt, der die Sicherheit und Klarheit der Entschließung momentan ausschloß, habe ich nicht das geringste wahrgenommen. Dagegen fiel der veränderte Geschmack der Mixtur mir sofort auf, als ich den Trank in den Mund bekam leider hatte ich nicht die Kraft, sie vollständig wieder von mir zu speien. Die Wirkung trat rasch genug ein aber nicht die von Dir gewünschte. 1 Und ehe ich sie verspürte, hörte ich noch Deinen trlumphirenden Ruf, erblickte ich das 'Lächeln der Vefriedigung auf Deinen Lippen." Arthur, hegst Du wirklich in Deinem Innern einen so schrecklichen Verdacht gegen mich? Ich kann es mcht glauben, nicht denken Du stehst noch im Bann DeinerMorphiumphantasien. Hast Du mich in der That beobachtet, so mußt Du auch wissen, daß ich mich schon die ganze Zeit in einer unerhörten Gemüthsspannung befand; die Sorge um Dich raubte mir alle. Denksahigkeit, alle Ueberlegung! Schweig ich begreife jetzi den ganzen Sachverhalt!" ächzte derKranke in unerhörter Qual. Laß es genug sein für jetzt, Ar thur," bat ich ihn beschwichtigend. Du bist noch zu schwach verspare die Auseinandersetzung bis nach der Genesung. (Fortsetzung folgt.) ' B o s b a f t. A.: Die Braut des Max ist ja' buckelig!" B.: Ja, der , schwärmt sur alpine schonyelten! Boshaft. Student:' Diese ?Iackt bin ick doch mit dem Bett durchgefallen! Hauswirthin: Dahaben Sie jedenfalls wieder vom Examen geträumt!" Erbsenpur. Die geschälten Erbsen kocht man bis zum Zerfallen weich, vermischt sie mit einer Einbrenne. aus reichlich Fett und wenig Mehl bestehend, läßt sie etwas kochen, salzt sie dann, rührt sie durch ein Haarsieb, laßt sie zur Breidicke einkochen und übergießt sie vor dem Anrichten mit in Fett gerösteter gehackter Zwiebel. Ueberlistet. Ein jüdischer Hausierer kommt zu einem Bauer, einem langjährigen Kunden, der ihm jedoch diesmal durchaus nichts abkaufen will, indem er als Grund anführt, daß er plötzlich Antisemit geworden sei. Wie haißt. Antisemit?" ruft der Händler. Habe ich hier echte, antisemilische Hosenträger, die können Se doch gebrauchend . Das leuchtet dem Bauer ein, worauf er für sich und seine Söhne Hosenträger kauft. ,
Kür die Küche. Kräutersuppe. Fleisch-Ab. fälle, Knochen, Geflügelstückchen bringt man mit kaltem Wasser, Salz, je einem Stückchen Sellerie, Oberkohlrabi. Blumenkohl, Suppengrün auf's Feuer, kocht Alles recht aus. . seiht es durch, giebt gewiegte Petersilie dazu, macht von einem frischen Ei, Mehl, Salz, Muskat, 2 3 geriebenen rohen Kartoffeln einen steifen Teig, zerkleinert dies mit einer Gabel und läßt eZ . in der Brühe fünf Minuten aufkochen. Fleischbrötchen vonKalbs braten. Kalbsbraten wird fein ge wieg: und von einigen Eiern mit fein gewiegte: Zwiebel oder Chalotte ein Rührei gemacht, fein gewiegt und mit dem Fleisch vermengt. Man giebt noch etwas Bratensaft oder Butter bei nebst emem ganzen Ei und vier fein gewiegten Sardellen und etwas geriebener Semmel. Aus dieser Majse formt man längliche Brötchen, hüllt dieselben von allen Seiten in fein geriebene S:mmel und backt sie in glühender Butter zu schöner Farbe Gefüllte Kalbsbrust. Ein halbes Pfund gehacktes Schweinefleisch; fünf Unzen eingeweichtes Brod (letzteres ausgedrückt und fein zerrührt); 1 2 Eier; eine fein geschnittene Zwiebel in Butter weichgedämpst; Salz, Muskatnuß, Thymian und Majoran. Alles dies wird gut vermischt und der Braten wird, nachdem er gefüllt ist, zugenäht. Die vom Fleischer
ausgetoltenZtnochen laßt man stch geben kocht sie tüchtia aus und füllt damit den Braten immer nach. Croquettes von Huhnes fleiscb. Bonden aekockten Qübnern löst man alles Fleisch aus .Haut und Knochen uno fchneim es m ueine Würfel. Eine arofte fein aewürfelte Zwiebel schmort man in Butter ganz ... . jr. . z n i cm.tr i iüciu;, gicoi eine xucnigicu :utci, ? Unzen Liebias Fleischextrakt, den Saft einer ha-lben Citrone, 6 Stück entgrä tete butterfein gehackte Sardellen, 1 Dutzend große, gleichfalls fein gewürfeite Champignons. Glas Weißwein und das Hühnerfleisch dazu. Nachdem letzteres, dabei ist. darf die Masse nicht mehr viel gerührt werden. Ist sie ganz aus dem Kochen gekommen, so verdickt man die. Mischung mit 2 bis 3 Eidottern und läßt sie erkalten, wobei sie ganz fest werden muß. Erreicht man dieses nicht, so nimmt man 510 Blatt weiße Hausenblase, löst sie in einigen Tropfen kochend heißem Wasser auf und fügt dies unter die Masse. Bor dem Anrichten sticht man von derselben mit einem Löffel Würstchen ab. rollt diese einmal in Mehl, wälzt sie dann in Ei und Panierbrot und bäckt sie in Fett zu schöner brauner Farbe, worauf sie abtropfen müssen, ehe man sie auftragen kann. Kartoffelpuffer. Rohe Kartoffeln werden geschält, gerieben und in einem Säckchen ausgequetscht. Dann schält man eine halbe altbackene Semmel, weicht sie in Milch auf und läßt sie auf dem Feuer zu einem dicken Brei verrührt, zum Kochen kommen. Dieser heiße Brei wird mit den geriebenen Kartoffeln, einem Ei (auf 10 bis 12 große Kartoffeln) und dem nöthigen Salz zu einem lockeren Teig verrührt, mit ganz wenig Mehl bestäubt und mit Schmalz in Cotelettsorm schön goldgelb gebacken. Salat von Rindfleisch. Man schneidet das Fleisch in kleine Würfel und giebt einen gleichfalls in kleine Würfel geschnittenen sauren Apfel nebst einer in seine Scheiben geschnittenen Zwiebel dazu. Lsuch gekochte Sellerieknollen in Scheiben geschnitten, ebenso einige in Essig einge machte Tnaten kann man dazu geben. Dies alles wird mit etwas Salz und Essig nebst hinreichendem Oel gut durcheinander und in eine Schüssel gethan. die man nach Belieben noch mit Pfeffergurken oder sauer eingekochtem Obst garniren kann. Gemischter Salat. Rothe Rüben. Salzgurken, weichgekochte Sellerieknollen und in der Schale gekochte Kartoffeln, alles zu gleichen Theilen, werden in Scheiben geschnitten und mit folgender Sauce gemischt: Hartgekochte Eigelb werden mit Essig, Salz. Senf und ein wenig Zucker fein gerührt, dann Oel und dicker, saurer Rahm, aus je ein Ei etwa einen hölzernen Küchenlöffel voll, sowie das kleingeschnittene Eiweiß hinzugefügt. Salat vo'n Brunnenkresse. Die Zubereitung dieses Salates ist verschieden. Jene nehmen Essig dazu, wogegen Andere Citronenfast vorziehen. Die Brunncnkresse darf beim Waschen nicht gedrückt werden. sondern das Wasser darf nur herausgeschwenkt werden. Der Salat kann einfach mit Oel. Essig und Salz angemacht werden, doch eine feinere Zubereitungsweise ist folgende. 13 hartgekochte Eier (je nach der Quantltät Salat) werden mU einigen Löffeln feinstem Olivenöl zervrual. can thut dann noch 1 oder mehrere Löffel Essig dazu und würzt mit Pfeffer und Salz. Mischt den Salat leicht darin und servirt sofort. Ein anderes Rezept ist: Man reinige die Brunnenkresse sorgfältig, wasche sie aus, drucke darüber Citroncnsast, gebe dazu eine Kleinigkeit Oel und etwas feingehackte Zwiebel. Alles wird gut gemengt und etwa 23 Stunden stehen gelassen; Essig ist streng zu vermeiden. Gefüllte Eier. Man kocht die Eier ganz hart, schält sie und schneidet vorsicktia mitten durch und nimmt ! das Gelbe heraus. Nun drückt man dasselbe mit emem Losset ganz sem. thut etwas Oel dazu, gewiegte Sardellen, Essig und fein gestoßenen Pfeffer, alles unter LfteremProbieren, und ver menFt alles zu einer feinen Masse. Mit dieser füllt man wieder die indessen warm gehaltenen Eier und richtet die selben mit Petersilie hübsch verziert an. Als Abendspeise paßt feiner, grüner Gc&l gut iazu.
