Indiana Tribüne, Volume 23, Number 214, Indianapolis, Marion County, 22 April 1900 — Page 2
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Wenn die Liebe kommt.
Ton Ernst r. Wil?enbruch. Wie ein Dieb in der Nacht Jlommt die Liebe ganz sacht. Frage nicht, was sie will, Laß sie thun schweige still. Wenn der Herd dir rwarmt. Skirn dein Haus dich umarmt. Wenn Binder dein Leben Wie Blüthen umgeben Dann nach Jahren, nach Jahren, Was die Lieb gewollt. Dann wirst du's erfahren. Zleöer die Straße. Von H. Waldemar. ' Es war ein dZerer Novembertag, ls Alice Western, seit heute Doktor Alice Western, in ihr Mädchenstübchen zurückkehrte. Wie hatte sie diesen Tag. diesen Augenblick herbeigesehnt und sich im Vorus gefreut auf die Erfolge ihres unblässigen Studiums! Fortan wollte s:e ihre Kenntnisse in den Dienst de: Menschheit stellen, heilen, helfen, lindern, und wo es Noth that, auch seelisch aufrichten. Ihre Phantasie war so sehr rege und geschäftig gewesen und hatte ihr die Zukunft in den rosigsten Farben ausgemalt. Und nun? Blaß und überarbeitet tie sie. als znan ihr verkündigt, daß sie ihre Eza'mina glänzend bestanden, daß ihre Doktor - Dissertation Aussehen erregt hatte, kaum ein Zehntel des Jubels empfunden, den sie glaubte in solch tvichtigM Augenblicke fühlen zu müssn. War es die Ueberanstrengung ollein, die sie gleichgiltig werden ließ? Unentschlossen stand sie nun an dem mit Büchern und Papieren bedeckten Schreibtisch. Man hatte ihr mit den schmeichelhaftesten Ausdrücken Glück gewünscht und ihr eine glänzende Laufbahn vorhergesagt, Eltern und Geschwister erklärten stolz zu sein auf sie und doch diese Leere, diese Oede in ihrem Herzen, das, sie machte es sich selbst kaum klar, bang und doch wieder hoffnungsvoll klopfte. Würde er kommen?. . . Er allein war heute ferngeblieben, rrötzdem sie auch ihm die Nachricht von ihrer Promotion gesandt hatte. Und sie wußte, warum. Von Anfang an hatte er ihre Absicht, zu studiren. gemißbilligt, aber damals war er selbst noch nicht in der Lage, sie als sein Weib zu begehren und somit mußte er schweigen. itnd dann, als er rasch zum Ziele gelangt war, hatte sie selbst ihm diese lange Wartezeit auferlegt, hoffend, daß er sich ihrer Ansicht beZehren würde. Um ihn zu überzeugen, daß auch Frauen Großes erreichen, wenn sie alles dafür einsetzen, hatte sie sich keine Ruhe gegönnt, nur ihr: Studien gelebt. Nun fragte sie sich: Zvar der Erfolg das Opfer werth, das sie gebracht hatte? Werth, daß sie ihre Gesundheit dafür auss Spiel setzte, ihre schönsten Jugendjahre hinter den Büchern sitzend verbrachte, während ihre Altersgenossinnen sich im Tanz ergingen, ihre Jugend genossen?. . . , Es klopfte. Eine heiße Blutwelle flieg in Alices feines Gesicht. Ein tiefer Athemzug hob ihre Brust, ehe sie dem draußen Harrenden die Erlaubniß zum Eintreten gab. Einen Augenblick blieb der Gast zwischen Thür und Angel stehen. Seine hohe, kraftvolle Gestalt hob sich deutlich von dem erleuchteten Hintergrunde erb. . Obwohl Alice den Kopf kaum gewendet hatte, wußte, fühlte sie, daß Gerhards ernster Blick erstaunt auf ihr ruhte. Sie konnte errathen, daß ihn die Frage beschäftigte:' ist dies die Stimmung einer Siegerin? Anstatt in Lust und Jubel, fand er sie in der Dämmerung träumen; anstatt daß sie ihm entgegeneilte und ihm triumphirend von ihrem Erfolge berichtete, erwartete sie stumm seine Anrede, als sei das, was geschehen, etwas Alltägliches. Und weil sie seine Gedanken errieth und doch nicht anders handeln konnte, sühlte sie sich um so elender. . . Nun schloß er die Thür und trat ihr näher. j,Su haben sich selbst übertroffen, Alice, lassen Sie mich Ihnen sagen" Sie hob mit einer raschen stolzen Bewegung den blonden Kopf. Ihr kluge Auge suchte fast trotzig das seine. Sparen Sie sich den Glückwunsch, Eerhard, Sie sollen nicht lügen, ich wills nicht! Was ich erreicht habe, haben viele vor mir ebenso erreicht, und die Zukunft wird von Tag zu Tag deutlicher zeigen, daß Ihr Andern die Fähigkeiten der Frauen doch unterschätzt habt," brachte fix mit erzwungeuer Ruhe hervor. Mag sein,- erwiderte er, seineHand suf die Lehne des Stuhles legend, den sie ihm mit stummer Geberde angeboten, trotzdem gebührt Ihnen Ihr volles Maß Lob, und daran können Sie mich nicht hindern. Und wie denken Sie sich nun die Zukunft?War nicht ein leichtes Schwanken in seiner tiefen Stimme? Alice schien daraus zu lauschen. Als tx schwieg, erwiderte sie: Wie ich sie rair von jeher ausgedacht hatte: ich werde ganz meinem Berufe leben." Eine kleine Vause trat ein..Ist das Ihr unabänderlicher Entschluß, Alice?. . . Haben Sie nie mehr cn die früheren Zeiten gedacht?". . . Warum daran erinnern?" unter.brach sie ihn hastig. Unsere Ansichten grhcn ja so himmelweit ausewand, daß es mir unmöglich scheint, eine Brücke darüber zu bauen." Unsere Ansichten über eine einzelne Lebensfrage vielleicht, Alice. . . . Weil Sie denken, es sei demüthigend und Ätwürdigend für tmt Frau, eines
Mannes Gehilfin zu sein." entgegnete Gerhard mit tiefem Ernst. Ich sehe ein. daß es nutzlos sein würde, an Ihrem Entschluß zu rütteln," fuhr er dann nach einem schweren Athemhölen fort, aber eins möchte ich Ihnen noch zu bedenken geben. Sie glauben jetzt, der errungene Beruf fülle Ihr ganzes Leben aus. die durch ihn erlangten Freunde könnten Sie immerdar ganz befriedigen. Sie mögen für den Augenblick Recht haben. Aber wie wird Ihr Leben in zehn, in zwanzig Jahren gestaltet sein, wenn das Neue, Jnteressante, das Sie jetzt so hervorheben, sich in das Alltägliche verwandelt hat, wenn Alle um Sie her mehr oder weniger Sie verlassen haben wenn Sie älter geworden sind und weniger elastisch? Dann gähnt um Sie eine Leere, die Sie erdrücken wird, eine Einsamkeit, der Sie nicht gewachsen sind." Alice trat von ihm hinweg, an das Fenster. Ich werde alles zu ertragen wissen", gab sie so rasch zurück, als wollte sie eine innnere, warnende Stimme zum Schweigen bringen.' Gerhard erblaßte. Dieses trotzige Beharren hatte er nicht erwartet. Er hatte trotz allem geglaubt gehofft. . . Draußen war es nun fast Nacht geworden. Alice preßte die heiße Stirne gegen die Scheiben. Dabei fürchtete und hoffte sie zugleich, r würde gehen. Sie wurde sich selbst nicht klar, welches Gefühl das mächtigere in ihr war. Das Schweigen um sie bedrückte sie. Deutlich vernahm sie seine, schweren Athemzüge.obwohl er selbst kaum mehr
zu erkennen war. Nur eine Straßenlaterne warf von unten herauf ihren fla- , ckernden Schein durch die Fenster. Ob er sie beobachte? Da flammte in einem Hause über der Straße ein Licht auf. Alice sah es mit abwesendem Blick. Dann aber wurde ihre Aufmerksamkeit gefesselt. . . Die Lampe drüben erhellte ein einfaches Zimmer. Ein Man in Hemdärmeln schob den hohen Stuhl mit einem Kindchen an den runden Tisch, auf dem Kaffeegeräth zierlich zurechtgestellt war. Gleich darauf trat eine junge Frau mit der dampfenden Kanne ins Zimmer, goß die Tassen voll und setzte sich zu dem Manne auf das Sofa, der sie fest und innig an sich zog. Wie glücklich die schienen! Besonders die junge Frau. Ihr Gesicht strahlte vor Glück, wenn sie sich zu dem lustig strampelnden Kindchen herabbeugte, das seine drallen Aermchen um ihren Hals schlang. . . Ein schmerzhaftes Gefühl durchzog Alicens Herz. . . Würde der Schweigsame hinter ihr Recht behalten? Was hatte er gesagt? In zehn Jahren wllrde sie allein sein. Niemand ihr ein liebes Wort gönnen, Niemand sich um sie kümmern. ... Ihre Augen vermochten sich nicht loszureißen von dem Bildchen dort drüben. . . Wurde ihr dort nicht das Gegenstück ihrer Zukunft gezeigt? War es nicht werth, errungen zu werden, werth, daß sie verzichte auf manches, was ihr bisher so unerläßlich gedünkt zum Leben? War wirklich diese Unabhängigkeit, nach der sie gerungen und die sie nun besaß, das höchste Gut das Glück?!... Gerhard", sagte sie leise,' ohne sich umzudrehen. Er trat neben sie und brauchte keine Erklärung. Ein einziger Blick in das erhellte Zimmerchen über die Straße, belehrte ihn, welche Empfindüngen das geliebte Mädchen bewegten. Er 'faßte nach ihrer Hand, die sie ihm überließ. Wie fest und treu sein Händedruck war! Drüben war der Mann aufgestanden, beugte sich zu dem Kind herab und küßte es herzhaft, dabei zärtlich mit der groben Hand, über datz goldige Köpfchen streichend. Dann griff er zu seinem Hut, nahm sein Weib um die Schultern und drückte ihr einen Kuß auf die frischen Lippen. Im dunklen Zimmer diesseits der Straße aber schlang Gerhard sanft den Arm um das Mädchen, schloß sie fest an sich, und bei dem schwachen Lichtschein, der von draußen durch die Scheiben fiel, fanden sich ihre Lippen zu einem langen Kusse. Und wie ein heißes Dankes- und Glücksgefühl durchströmte Alice die selige Gewißheit, daß sie nun niemals einsam sein würde. Türkische Etikette. Sonnenschirme in der Türkei wurden früher nur vom Beherrscher aller Gläubigen und seinem ersten Minister, dem Groß-Vezir, getragen. Neuerdings ist dies anders geworden, doch muß noch heute jeder Moslem, der beim kaiserlichen Palaste lhohe Pforte) vorübergeht, den Schirm schließen, wenn er nicht in die härtesten Strafen ver fallen will. Deshalb bedienen sich die meisten eines Handfächers (Jelpasa) aus Gänsefedern, um sich stets gegen die sengenden Sonnenstrahlen schützen zu können; dr Jelpasa hat einen langen Holzstiel und in der Mitte einen Spiegel. Ebenso durfte bis zum Anfang des vorigen Jahrhunderts ausschließlich der Sultan ein Zeltdach über seinem Kaik (Boot) befestigen. Als de? berühmte Baron d'Argental, der um 1700 Frankreich in Stambul vertrat, diesem Gesetz zuwiderhandelte, brachte er den ganzen Hof gegen sich auf, und war schließlich seines Lebens nicht mehr sicher. Die Folge war seine gs.izliche Abberufung von dem Gesötschaftsposten. . Anzüglich. Hausfrau (zur Köchin): Hlfo das war ein Brude? von Ihnen, der Unteroffizier ... wo haben Sie den denn kennen gelnntZ
Scheidung. Humoreske von Alfred af HedenstZerna. Nein, das ist denn doch zu arg! Nun müssen wir uns unwiderruflich trennen, wie lieb ich auch . . Gerade so weit war sie gekommen, als er die Balkonthüre zuwarf, so daß die Familie Petterlund, die dicht nebenbei auf ihrem Balkon saß, kein Wort weiter hören konnte. Aber hatte ste denn nicht genug gehört! Lundboms, dieses junge und, soweit man wußte, bisher sehr glückliche Ehepaar mit zwei süßen kleinen Kindern und in recht guten Verhältnissen durch das hohe Salair deöMannes, mußten siö scheiden lassen." .Wohin willst' Du, liebe Emilie?" fragte Herr Petterlund seine Frau, als sie eine gute Weile diesen Skandal beredet hatten, und sie in das Entree hinaus ging und ihren Hut aufsetzte, das einzige, was an einem warmen Maiabend für eine Dame zum Ausgang in dem kleinen Städtchen nöthig war. .Ich will zu Laura Rist gehen, ihrer besten Freundin, sie muß das sogleich erfahren!" .Es ist fast neun Uhr. Vielleicht ist sie schon zu Bett gegangen." , .Dann muß sie eben aufstehen. Wenn es das Wohl und Weh unseres Nächsten gilt, muß ein barmherziger Christenmensch nichtauf eine kleine Unbequemlichkeit achten." Herr Petterlund machte weiter keine Einwendungen; er war ja selbst nahe daran, vor Neuzier zu bersten. Laura Rist saß in ihrem Gärtchen und wußte von nichts, wurde aber so furchtbar aufgeregt, daß sie gleich ihre Nerventropfen nehmen mußte, und lief dann zur Nathsherrin hinüber. An diesem Abend drang das Gerücht von der bevorstehenden Scheidüng der Lundboms" wohl nicht weiter, aber" früh um 7 Uhr am nächsten Morgen waren die Damen Petterlund, Rist und die Rathsherrin bereits im vollen Staat und guckten in alle Gärtchen und offenen Fenster hinein, um zu sehen, ob möglicher Weise eine Bekannte schon auf wäre, der man die große Neuigkeit mittheilen konnte. Man hatte in diesen drei Häusern in der letzten Nacht nicht besonders gut geschlafen. Um drei Uhr war Petterlund ein wenig eingedruselt", aber bald darauf durch das heftige Weinen seiner Frau aufgeweckt. Was ist denn, liebe Emilie?" fragte Herr Petterlund. Ach Gott .... ach Gott , ach Gott, was soll blos aus den a . . a . . . armen Kindern werden?" schluchzte Emilie. So um die zwölf Uhr-Zeit, um welche Stunde man in dem Städtchen zu Mittag aß, wußte man überall im Orte Bescheid. Lundbom hatte seit vier Jahren eine Liebschaft mit einer jungen, fchönen Frau mit drei kleinen süßen Kindern draußen an der Eisenbahnstation Lindenburg. Dies Treiben sa.h Lundbom schrecklich ähnlich, der schon in seiner Studentenzeit ein großer Taugenichts geWesen war. Nun-hatte seine Frau von der Sache Wind bekommen und war ganz verzweifelt. Ferner hätte Lundbom, dieser gemüthliche Mann, der bei Gesellschaften niemals einen über den Durst trank, sich zu Hause zu einem Geheimsäufer erster Klasse entwickelt. Eine Frau, 'die auf dem Markt Obst verkaufte, wußte aber ganz genau, daß Frau Lundbom mit einem Civil - Ingenieur, der die neue Sekundärbahn baute, zusammen gesessen hätte, als Lundbom eines Tages zehn Minuten zu früh zum Mittag kam. Das wurde am ersten Tage festgestellt. Dann wuchs es ins Ungeheure. Aber es gab in dem Städtchen nicht nur böswillige und skandalsüchtige Leute, sondern, Gott sei Dank auch lie-be-und mitleidsvolle Menschen. Der Herr Pfarrer ging zu Frau Lundbom und sprach davon, wie schön und erhaben es sei, Nachsicht zu üben mit menschlicher Schwäche auch 'der empörendsten und daß auch ein reines und holdes Glück auf dem Grund des Vergebens erblühen könne. Frau Lundbom sehte ihm Marmelade und Ananaspunsch vor und stimmte ihm bei. Aber was sie selbst anbeträfe, so' wäre sie leider immer die Sündhafteste gewesen und hätte wenig zu verzeihen gehabt. Der Gottesmann versank in tiefe Gedanken. Am Ende hatte doch die Obstfrau recht. Gleich darauf kam die Majorin Dumpel und sprach gezwungen und unzusammenhängend von allem Mög lichen. Als sie sich aber verabschiedete, brach sie in Thränen aus, sank Frau Lundbom um den Hals und schluchzte: Liebste Freundin, denke an Deine Kinder! Ich glaube wohl, daß es schwer für Dich ist aber denke an die Kinder!" J&tä in aller Welt meinst Du damit, liebe Tante?" ' Verzeihe mir! Ich will nicht noch Steine auf den Berg tragen, aber denke an die Kinder und thue nichts, was Du später bereuen müßtest!" sagte Tante Dumpel. Ein älterer College faßte Lundbom nach Comptoirschluß unter den Arm und machte mit ihm einen Spaziergang von einer halben Meile rings um die Stadt und sprach davon, wie genau der Chef ihrer Fabrik in Bezug auf die Führung" des Personals wäre. Auch der Tüchtigste würde schwerlich weiter kommen, wenn bei ihm etwas .Moralisches" nicht in Ordnung wäre. In solchen Fällen wäre der Chef schrecklich' intolerant". Er ist ein Ehrenmann, und ich finde, er thut ganz recht aran," zneinte' Lundbom. 1 mS
Der College schwieg darauf und ging fort, im Stillen empört über so viel Starrsinn. Vierzehn Tage lang sprach man von nichts anderem als von Lundboms traurigem Schicksal. Zwei Mal hatte er seine Frau geschlagen. Das Frauenzimmer vom Lande wäre sogar in seiner Wohnung gewesen, unter dem Vorwand, Wäsche zu holen, und schließlich wären die armen kleinen Kinder von ihren unglücklichen alten Großeltern hinausgeholt, denen dieses furchtbare Leid noch am Grabesrand bescheert würde. Und bald gab es nicht einen unter den 9714 Einwohnern des Städtchens. der noch meinte, es lohne, Lundboms zu warnen oder ihnen Vernunft zu predigen. Nun soll es geschehen!" verbreitete sich das Gerücht wie ein Lauffeuer an einem schönen Frühlingstage durch die Stadt. Kein Mensch fragte, was geschehen sollte. Hatte nicht die Frau Hauptmann Pripp selbst beide Lundboms unten beim Bahnhof gesehen. Bevor 'derZug abging, war die halbe Stadt draußen auf dem Bahnsteig. Ein paar Freunde kamen zu Lundbom hin, drückten ihm die Hand und sagten sehr ernst:' Ein solcher ..... Augenblick .... lieber Freund!" Ja, nicht wahr, es ist ein herrlicher Abend," erwiderte Lundbom. Das erschien ihnen z u frech, und sie wandten ihm den Rücken. Dann kamen ein paar der treuesten Freundinnen und küßten Hedda Lunddom recht herzlich, schielten nach ihrer kleinen Handtasche hin und flüsterten: Hast Du all' das Uebrige aufgegeben?" Hedda Lundbom lachte. Nein, Liebste, ich habe nichts weiter. Es sind nur ein paar Nachtsachen für Karl und mich. Wir kommen schon morgen Mittag wieder zurück!" S ... s .... soll er .... soll Dein Mann Dicn denn begleiten?" Aber natürlich! Wir wollen nach Quastenbrück hinaus, und uns eine kleine Sommerwohnung ansehen, meinen aber, es lohnt nicht, hinaus zu ziehen, bevor die Kinder von den Großeltern in der nächsten Woche nach Hause kommen!" A .... Ach ....So .... aufdie Art .... hm ... . ja, na ..... adieu denn .... glückliche Reise!" hörte man aus dem Kreise in allen Tonarten der enttäuschten Erwartung. Die Coupethür schloß sich hinter dem jungen Ehepaar, als gerade ein Trupp angesehener Personen der Stadt keuchend auf den Bahnsteig gestürmt kam. Ist der Zug schon fort? Ach. das ist doch schade! Wir waren vor wenigen Minuten noch oben auf demMarkt. wo wir es erfuhren!" Sie fahen nur noch die letzte Ecke des hintersten Waggons. Dann raffte die Majorin Dumpel ihre Röcke zusammen und' auch ihre Gedanken und sagte, so daß man es über den ganzen Bahnsteig hörte: Meine Freunde, es ist nichts! Lundboms, die lieben, glücklichenLeutchen, sind nur auf's Land hinausgefahren, sich eine Sommerwohnung anzusehen!" Aber Frau Petterlund. die wußte, was sie wußte, begann ihren armen Kopf zu zergrübeln. Und der Pfarrer und die Majorin Dumpel und Lundboms älterer College und alle anderen, die Mittel und Wege gesucht und Friedensworte gesprachen hatten, fühlten sich' stolz und dankten Gott, daß ihnen die LZersöhnung geglückt war. Am folgenden Abend kehrte das Lundbom'sche Ehepaar froh und zufrieden mit sich selbst, mit ihrem Ausflug, ihrer Sommerwohnung, Gott und den Menschen und der ganzen Welt zurück. Karl war müde und legte sich etwas eilig zu Bett, aber Hedda ging umher und wühlte in den Wäsche- und Kleiderschränken herum. Männchen!" sagte sie schließlich zärtlich, aber gedämpft durch einen ganzenHaufen Kleider, den sie auf dem Arme .trug. Ja, was gibt's denn, mein Goldchen?" fragte Karl. Ja, Du. ich habe hier nur die alte perlgraue Bluse, von der ich neulich sagte, ich müßte mich von ihr trennen, als ich die beiden fürchterlichen Flecke darin gewahrte. Du weißt ja. Aber weißt Du, sie hat sich ausgehängt", wenn ich waS Helles um den Hals und auf der Brust anbringe, wo die schrecklichen Flecken hinkamen, kann sie noch gut draußen auf dem Lande getragen werden."
Die Heimaty der Gavel. Die Sitte, mit der Gabel zu essen, ist in Italien aufgekommen. Ein engllscher Reisender, der Italien au Anfang des 17. Jahrhunderts besuchte, berichtet: Die Bewohner Italiens bedienen sich ' fast immer einer kleinen Gabel, wenn sie ihr Fleisch zerschneiden. Würde Jemand mit Italienern am Tische sitzend das Fleisch mit den Fingern berühren, so würde er die Gesehe der Höflichkeit verletzen. Seltsamerweise kann man niemals einen Jtaliener bestimmen, mit den Händen in die Schüssel m areifen: man aibt als Grund an, daß nicht Jedermann reine 'Hanoe habe. Aoryer aß 'man bekanntlich mit den Fingern, selbst , an Königshöfen. Ludwig XIV. speiste während seiner Jugend noch auf diese Weise. Das französische Bürgerthum entsagte dem Gebrauche der Vater erst j im 18. Jahrhundert. Manche Leute verdienen tnehr Geld, als sie verdienen.- ' ;' .
Aas Kaar. In der Bewunderung und Werthschätzung schönen Haares herrscht allgemeine Uebereinstimmung. Doch was gehört nun zu .dieser Schönheit? Darauf ertheilt uns die gewissenhafte Geschichte die verschiedensten Antworten. Beschäftigen wir uns zuerst mit der Farbe des Haares. Blond? braun? schwarz? Jedes hat seine feurigen Vertheidiger und Lobpreiser gefunden. Die Araber gaben, wie die Orientalen fast durchweg, dem schwarzen Haare den Vorzug und einer ihrer Dichter, Amralkeis, singt: Das lange Haar, das ihren Rücken ziert, ist wie' eine Kohle schwarz, dicht, und wie Palmranken durch und durch verschlungen." Auch Anakreon liebt weiche und schwarze Haare", jedenfalls aber dunkle. Um aber der Wahrheit die Ehre zu geben, so muß man sagen, daß im Occidente im Allgemeinen das goldblonde Haar den Preis der Schönheit erhält. So nahe verwandt der blonden Haarfarbe die rothe ist, so wenig theilt sie mit ihr die allgemeine Beliebheit. Die Einwohner der Admiralitäts - Inseln, die sich ihre Haare brennend roth färben, stehen mit diesem Geschmacke ziemlich allein; denn das purpurfarbene Haar der Jndier, von dem griechische Dichter erzählen, ist wohl eher als schwarz und in der Sonne purpurähnlich schillernd zu denken. War es doch den indischen Brahminen geradezu untersagt, eine rothhaarige Frau zu heirathen, und es hat sich das gewisse populäre Vorurtheil, das den Rothhaarigen entgegengebracht wird, in manchen Volkskreisen ja bis zur Gegenwart erhalten. Den armen Rothfüchsen" bleibt dann glücklicher Weise noch die Zuflucht zu einem jener Haarfärbemittel, w sie bereits bei den Naturvölkern, im alten Orient, bei den Griechen, vor Allem aber in dem kaiserlichen Rom, im Gcbrauche waren. Wie sich Orient und Occident, graues Alterthum und Gegenwart in der Neigung und der Kunst, das Haar zu färben, die Hand reichen, so gehört auch das Pudern des Haares keinesWegs jenem 18. Jahrhundert und den Europäern allein an. Auch SüdseeVölker pudern ihre Haare '. mit Kalk, der sie brennt und dadurch mehr röth-lich-blond erscheinen läßt. Und vom weisen Salomo berichtet Josephus, er habe Goldpuder auf seinem Haare getragen. Aehnliches wird von einigen römischen Kaisern, wie Commodus und Gallinus, berichtet ; der himmlische Glanz, der ihre Häupter im Sonnenscheine umgeben haben soll, erklärt sich auf diese Weise recht irdisch und menschlich. So viel über die natürliche und künstliche Farbe des Haares. Was nun die sonstigen Schönheiten des Haares betrifft, so sehen die meisten Völker in langem Haare, wenigstens bei den Frauen, einen großen Vorzuz. Doch schneiden wieder die Siamesinnen ihre Haare so kurz, daß sie den Kopf bürstenartig bedecken. Bei Männern galt langes Haar den Hebräern für unanständig, und der Apostel Paulus bezieht sich einmal ausdrücklich darauf, daß langes Haar dem Manne zur Unehre gereiche. Auch die Römer schoren sich ihre Haare gewöhnlich kurz. Bei ankeren Völkern aber galt langes Haupthaar als ein Ehrenschmuck des freien Kriegers, o bei den Spcrctiaten, den Galliern, den Macedoniern, vor Allem aber den Germanen, bei denen der freie Mann und der Sklave sich eben durch die Haartracht unterschied. Noch später, als bei den Germanen die kurze Haartracht die lange bereits verdrängt hatte, bildeten doch die wallenden Locken das Abzeichen der Würde der Frankenkönige, und als Pipin den letzten Merowiger schgr, war dessen ' Schicksal entschieden. Ein langes und höchst merkwürdiges Kapitel ist die Geschichte der Damenfrisuren. Welche Kunst, welche Mühe und welcher Scharfsinn sind nicht darauf verwendet worden! Im Mittelalter war das in der Mitte gescheitelte Haar, das zu beiden Seiten 'in Ringellocken herabfloß, die Modefrisui ; gegen die französische Mode, des Haar in einen Knoten zu bilden, wendet sich Walther v. d. Vogelweide. Den Gipfel aller Erfindungen auf oiesem Gebiete bildet die berüchtigte Fontange des 17. .Jahrhunderts, ein Gebäude von mi;men Etagen, das über einem Gerüste von Eisendrähten rrrichtet wurde m'd daher den Schlosser nicht weniger als den Haarkünstler beschäftigte. Nicht ganz so weit haben wir es heutzutage gebracht, doch launisch und unberechenbar ist die Mode, und es scheint ein allgemeines Gesetz, daß ein Volk, das reich geworden und hoch in. der Kultur gestiegen ist, sobald es in Luxus und Ueppigkeit verfällt, auch zu künstlichen und widersinnigen Haartrachten gelangt. v-o kann man mit Recht sagen, daß man die Völker und Zeiten an den Haaren, erkennt.
Parabel Ruhig rollt dahin das volle Faß, Es birgt in sich ein köstlich Naß; Das leere Faß, das poltert sehr, Als ob's was ganz besonders wär.' So macht manch eitle:, frecher Tropf Von sich viel Lärm, hohl ist sein Kops; Doch geht mit still bescheid'nem Sinn Der Philosoph 'durch's Leben hin. Das bessere Theil. ,Abn lieber Freund, bei dem Wetter willst Du doch noch nicht gehen; komm', iß mit uns, und dann spielt Antonie etwas -Klavier." Aber Kinder, laßt mal. so schlecht ist's Wetter doch nicht 1".
Sür unsere Kinder. Im zoologischen Garten. ' Es giebt gewiß eine ganze Menge unter unseren kleinen Lesern, die noch niemals in einem Zoologischen Garten gewesen sind nnd nur wissen, daß es
darin Thiere giebt. Diese Kinder nun ! will tch heut an die Hand nehmen und mit ihnen eine Wanderung durch ei nen ZoologischenGarten machen. Nachdem wir uns am Eingang die nöthi gen Billets gelöst haben, denn umsonst kann man solches Vergnügen nicht haben, treten wir ein, um gleich zuerst den allgemeinen Lieblingen einen Besuch abzustatten. Durch das herrliche Grün der Bäume leuchtet uns ein großes, in indischem Stil gehaltenes, buntfarbiges Gebäude entgegen. Die gewaltigen, in Stein gemeißelten Thierköpfe über btn weiten, bogenförmigen Thüren kennzeichnen es als Elephanten resp. Dickhäuterhaus. Das Haus umgiebt ein freier Platz in verschiedenen Abtheilungen, und eine jede derselben besitzt ein großes Badebassin. Nach dem Garten zu sind diese SpielPlätze für die Riesen unter den Thieren durch eine starke Barriere abgeschlossen, und um diese stehen in dichten Reihen die Zuschauer; denn die Elephanten sind die Lieblinge nicht bloß der Ktnder, sondern sämmtlicher Besucher des Gartens. Und mit Recht, denn es ist wirklich ein Vergnügen, den großen Thieren zuzusehen. Wie die Elephanten aussehen, werdet Ihr aus der Naturgeschichte wissen. Ich kann mir also die äußere Beschreibung ersparen, und nur erzählen, was Euch Spaß machen wird. Daß der Elephant ein gutes, ja edles Thier ist, muß zuerst gesagt sein. Er ist aber auch sehr klug und gelehrig und leb. mit seinem Wärter im besten Einvernehmen. Er gehorcht auf ein leise gesprochenes Wort, ja auf einen Blick, viel, viel besser als manche Kinder! Er zeigt willfahrig den neugierigen Kindern seine kleinen Künste, und er kann deren eine Menge. Er steht auf drei, ja sogar nur auf zwei Beinen, er steigt auf ein rundes Holzklotz, er hebt auf Eommando einen Fuß in die Luft, erspricht und bittet, dv h. er giebt einen bestimmten Ton von sich, er neigt dankend den dicken Kopf und macht einen Kratzfuß, wenn ihm der Wärter eine Rübe gegeben hat. Seinen Rüssel, der ihm Nase,Hand und Finger ist, weiß er mit ungeheurer Geschicklichkeit zu brauchen. Wie vorsichtigt und zart nimmt er ein Stück Brot. Zucker oder sonst etwas aus den kleinsten Kinderhändchen, die, sich ihm furchtlos und zutraulich entgegenstrecken. Kleine Münzen, die ihm das Publikum hinwirft, hebt er aus dem Sande auf und trägt sie zum Wärter, der ihm dafür eine Lieblingsspeise reicht. Und sauber ist er. Ihr glaubt's gar nicht! Er saugt seinen Rüssel voll Wasser, begießt sich den ganzen Körper damit, saßt dann wieder mit dem Rüssel gar geschickt einen Besen und kehrt und schrubbt damit seinen mächtigen Rücken. Wer ihn etwa 'ärgert oder neckt, bei dem revanchirt er sich dadurch, daß er ihm eine Ladung Wasser aus seinem Rüssel ins Gesicht spritzt, aber auch dies ist nicht boshaft, sondern harmlose, gutmüthige Neckerei. Das größte Gaudium ist für unseren Dickhäuter ein erfrischendes Bad. Ihr solltet nur sehen, wie lebhaft und vergnügt der ungeschlachte Geselle in dem Wasser herumpaddelt, wie er sich schüttelt und prustet, man sieht ihm die Lust an! Freilich hat er das Baden auch recht nöthig, denn in den Rissen und Falten seiner Haut haben sich ganze Ansiedelungen von Jnsecten gebildet, die das arme Thier, trotz sei' ner Dickfelligkeit, weidlich stechen und pnd quälen. Will unser grauer Freund einmal recht nett und liebenswürdig sein, so macht er Musik d. h. er bläst uns auf einer Mundharmonika etwas vor. Ihr seht, er kann allerlei, wovon er sich in seiner fernen Heimath, dem schönen Indien oder dem heißen Afrika nichts träumen ließ. Die mei sten Elephanten kommen zu uns aus Indien, seltener aus Afrika; die Indier sind in dem Fang der klugenThiere diel geschickter cl die afrikanischen Eingeborenen. ' -: Onkel Curt. Trau, schau, wem? Ein Fuchs verkündigte den Hühnern und Hähnen, die auf einem Baume saßen, einen ewigen Frieden, der da wäre angestellt mit allen Thieren, also daß fürderhin Wolf und Schaf, FuchS und Hühner ewige Freundschaft und Bündniß mit einander haben sollten. Damit hätte er gerne die Hennen vom Baume geschwatzt. Aber der Hahn sagte: Das hör' ich gern!" und reckte dabei den Kopf auf. Der Fuchs sprach: Was siehst du?" Der Hahn antwortete: Ich sehe einen Jäger mit! Hunden von Ferne." Bcr tfiiu sprach: bleib' ich nicht." Antwortete der Hahn: Harre, so wollen rnch wir zu dir hinab, wenn wir sehen, daß die Hunde mit dir Frieden haben." feer Fuchs sagte: Ei, er möchte ihnen noch nicht verkündet sein; ich fahre dahin." ' Allerlei Heiteres. Der achtjährige Fritz hatte in der Schule die . Aufgabe, erhalten, einen Aufsatz über das Pferd zu versassen. Er entledigte sich des Auftrages in folgende? Weise; Das Pferd ist ein Thier, es hat Vier, Beine, an jedem Eck eins. Hinten hat es auch noch eins, das ist aber keins, das ist ein Schwanz, da sitzen Haare dran, daran kann man ziehen, dann schlagt das Pferd. Vorne hat das Pferd den Kopf zum Aufklappen. Oben auf dem Kopf sitzen di? Ohren. Da Kört das Dkerd mit. Wenn man das Pferd kitzelt, dann legt eö die Ohren an den Kopf, dann lauf ich weg. Hinter den Ohren hat- das Vferd d::
Mähne, raS sind Haare. Das PferS ist unten von Eisen. Wenn das Karrussel kommt, dann sind sie von Holz. Dann kostet es 5 Pfg., das thun wir gern. Wenn der Mann es nicht sieht, dann kostet es nichts. Einige Pferde dienen auch bei den Soldaten. Kleine Pferde heißen auch Ponnies. Einige Pferde gehen todt. Andere werden geschlachtet. Dann werden Matratzen und Wurst aus gemacht. Das Pferd hat vier große Zehen. Da läuft eS mit." In einem anderen Aufsatze über den Igel- hatte Fritz geschrieben: Wenw der Igel von einem Feinde bedroh wird, rollt er sich so' zusammen, da man ihn gar nicht sieht
arafse, Flasa, ut drei Gläser.. ! Man soll eine Karasse mit Wassers eine Flasche Mein und drei Gläser auf: einem Teller tragen, der nicht viel grö' ßer ist, als das eben die Karaffe allem Platz auf ihm hat. ' Zur Ausführung dieses schwierigen Kunststückes brauchst du vier Helfer.! Der Teller mit der Karasse wird auf einen kleinen Tisch gesetzt. Drei der Helfer stehen jeder mit seinem GlaS um' die Karaffe herum, während der vierte eine Flasche halt, worin sich etwas Wein. xUx Wasser befindet. Die drei erstem legen den Fuß ihres Glases auf derr Rand des- Karassenhalses, so daß dir Gläser im Verhältniß zu dem Rande. deS KaraffenhalseS eine symmetrische! Lage erhalten, und die durch ihre Füße.' gehenden Achsen in derselben Ebene lie.. gen. Nun sefct der vierte vorsichtig den' Boden der Flasche auf die drei! Füße der Gläser und untersucht, ob daSGewicht der Flasche groß genug ist, um daS Ganze im Gleichgewicht zu hatten. Ist dieses nicht der Fall, halten die drei Helfer die Gläser in ihrer früheren Stellung, während der vierte mit Hülse eine Trichters so viel Wasser in dieFlasche gießt, daß das Gleichgewicht zu, Stande gebracht wlrd. Nun läßt jeder sein Glas los, die Flasche kann der korkt werden, und die übrige Gesell schast wird herbeigerufen, um die eigen thümliche Aufstapelung zu betrachten.' Es braucht kaum bemerkt zu werden, daß die Füße der drei Gläser genau, denselben Durchmesser haben müssen. Die Figur, welche das fertige Werk zeigt, ist nach einer Photographie ausgeführt. ' . WaS man sich von den Kinder erzählt. Kei Ruah. Bauernjunge, ein nahendes Gewitter betrachtend: Jch, woaß nit, heier kumm ma aus der Angst gar nit 'raus. Im Sommer da dunnert's und im Winter muß ma xrt die Schul'.Er war as die Straße; verpicht. Thomas: Mama, was bekommt Derjenige, der die große Llumenvase im Parlor zerbricht?" Mama (den Jungen scharf an-' sehcnd): .Ich werde ihm eine gute Tracht Schläge verabreichen." Thomas (freudig): m Dann mach' dich fertig Mama, der Papa, hat's gethan." Sie will ihnen aber die Meinung sagen. Onkel war krank und Fred und Charley machten einen Mordsspektakel auf der Treppe, dabei warfen sie einen Ball an die Decke, was den Lärm noch mehr erhöhte. Nun kamen noch mehr Jungen aus der Nachbarschaft dazu. Lieschen half Mama beim Geschirrspülen. Sie. ballte die Faust un! schimpfte auf die rücksichtslosen Buben, denen sie einmal ganz gehörig die Meinung sagen wolle. Beherzt riß sie die Thüre auf und sagte leise und kleinlaut: Bitte, seid etwas ruhiger." Der Tnnz i Meilen. Ein Arzt, der die Statistik liebt, hat die Entfernung abgeschätzt, die ein weibliches Wesen bei einem gewöhnlichen Ballprogramm zurücklegt. Bet einem Durchschnittswalzer, berechnet der Arzt, macht man drei Viertel englische Meilen. Zu einem Figurentanz braucht man eine halbe Meile, ebenso bei der Polka während ein schneller Galopp eine Meile erfordert. Wenn, man nun durchschnittlich zwölf Walzer bei einem Ball annimmt, so macht das allein 9 Meilen, dazu kommen Z Galopps, also ergibt sich daraus schon die Entfernung von 12 Meilen Drei oder fünf andere Tänze,' zu einer halben MfcK berechnet, bringen die ganze Entfernung aus 13 bis 15 englische Meilen. Aus der Landstraße fehlt es nie an Wegweisern, auf einsamem Pfade mußt du dein eigener Weiser ln. & ..ji1
