Indiana Tribüne, Volume 23, Number 207, Indianapolis, Marion County, 15 April 1900 — Page 9

SneäßnarSrtOüoe.

Ellase. Die Aufternvank. ' ; , . -. . t yon'SophuS Baudiß . " -(55 mx Mittaggesellschaft beim Bür. germcister gewesen ' eine der letzten tiJ JahreZ ,und nun saßen.die Her ren gemüthlich .bei einander, rauchten eine Cigarre und tranken Kaffee und Liqueur. - DaZ Diner selbst, ' d. h. die Speisenfolge, bietet in einer kleinen Provinzstadt selten oder nie ein auögiebigeS Gesprächsthema, denn die Gerichte wie die Gäste, wechseln nur, so weit eZ die Jahreszeit mit sich dringt. TaS Mittagessen beim Bürgermeister bildete indessen eine rühmliche.Ausnahme; man hatte mit Austern . begonnen, und eine so ungewöhnliche .Begebenheit bot für längere Zeit - Gelegenheit zu Betrach tungen und 'Auseinandersetzung. -'Ein charmantes Dinerl- sagte der Masor,lndem er einen Tröpfen 6har treuse aus seinem Barte strich, und die' Austern!!. Man hört die Engel singen, während man sie verspeist, und noch dazu sind sie so leicht verdaulich, die Teufelskerle! ..... - .Ja, unsere alten nordischen Vorfahren haben ,' wahrhastig mehr Ver. stand gehabt, als man glauben sollte, bemerkte der Postmeister, und versuchte, selbst eine möglichst verstündige Miene aufzusetzen, .sie lebten-ja.deinahe aus schließlich von diesen delikaten Echaal thieren, die wir heutzutage kaum mit Gold aufwiegen können. . .Aber warum sind sie so theuer?" fragte, Kaufmann Blok,' ein noch jun ger Mann, der in .mancher Beziehung den Ton . im Städtchen angab. .In ven alten Tagen, von denen der Post meiste? spricht, hat eZ ' hier im Hafen Austern gegeben, wa5' sich noch deutlich nachweisen' läßt, warum giebt es jetzt keine mehr?.Ja, warum giebt eS jetzt' keine mehr?" wiederholte . Consul Petersen voller Entrüstung, und sah sich im Zim mer um, als suche er Einen, an dem er seinen gerechten Zorn' äüSlaffen könne..ES ist ja die einfachste. Sache von der Welt, hier im Hafen eine Austern la.it anzulegen-, fuhr Blok fort, .ein paar Leute aus der Stadt müssen die Sache ln die Hand nehmen und vielleicht Jeder zehn Kronen beisteuern, so ist der verein gegründet, , genugend Betriebs capital vorhanden,' und in einem Mo nat gründen wir die erste Austern dank.- . " .: Nach einem guten 'MütagSesfen pflegt man besonders menzchenfreundlich auf gelegt und jedem' Vorschlag zugänglich zu sein., der dem allgemeinen. VoikS wohl gilt, . deshalb wurden Kaufmann Blok'S Worte - mit .emstimmlaem, Bei fall aufgenommen'. -.Ter Antragsteller setzte stehenden FußeS eine improvisirte Liste auf, und Bürgermeister, Ma,or, .Eonful, Postmeister, PhysikuS und ein 'paar andere Hononatoren .unterschrle den sich ohne Wei'tereS älS Actionäre ! .Aber wer. wird denn nun Vorsitzen der rtcr Dirlktor oder wie man das nennl" fragte der Major-. ' ,i r.Diesen Posten übernehme ich selbst. erwiderte Blok schnell,.. und wenn die Herren mchtS dagegen haben, schlage ich den Doctor und den Major zu'TlrectlonSmitglledern vor danw wollen wir die Sache schon in 3 yfcme bnn gen.- "; " ' Ein paar' Stunden blieb die Gesell schaft noch. bei einander, . aber.'. daS Ge sprüch drehte sich meist. . um städtische ' Verhättlisse, und am. nächsten .Tage hatte die Mehrzahl .der Gäste deS Bür germeisterS fast vergeben, - daß sie die .Gesellschaft zur Förderung der Au sternzucht- gestiftet hatten. " Vinr.:n Kurzem würden sie jedoch er innert Blok ging. mit seiner. Lifte he? rum und zog die. gezeichneten Beiträge ein? er ließ NeiSbündel-und Besen an fertigen, an denen ' die junge Austern brüt sich ansetzen sollte und verschrieb vom Limfjord zwei Fässer, Austern, 'je hundert Stück enthaltend' um sie hier im Haf'.'N an geeigneter Stelle auszu' setzen. Tie Füsser' langten'-an,- und Blockverfehlte nicht, .'dett Actionären mitzutheNen,' daß er am nächsten Tage' mit lemem Lustkutter ansfahren werbe.um die Austernbank zu gründen, und jeder der Herren Actionäre, der Lust habe, die Fahrt mitzumachen, fei an Bord der .Wildente" herzlich willkom men, um der Festlichkeit beizuwohnen und an einem kleinen, bescheidenen Frühstück theilzunehmen. Blok'S Frühstücke an .Bord . der .Wildente" waren berühmt, daher nah men alle Actionäre 'ohne Weiteres diese Einladung mit großem Vergnügen an. AIS aber am nächsten Morgen ein fri scher Wind aus Osten wehte, sielen die Meisten wieder ab nnd nur der allezeit unverdrossene Postmeister ging mit den beiden DirectionSmitgliedern an Bord; die Anderen vergnügten sich damit, an der LandungSbrücke zu erscheinen, und als die .Wildente" sich in Bewegung setzte, folgte iir ein donnernde? Hur rah der Zurückbleibenden. daS von den vier Herren an Bord kräftig erwidert wurde. . Ter Wind stand gerade in den Hafen hinein; so kostete eS geraume Zeit, bis man die Höhe, an der Waldecke erreicht hatte, die man vermöge ihrer Tiese. iher Bodenbeschassenheit und ihrer StrömungSverhältnisse als . sonderlich günstig für die Austernzucht auSersehen hatte, und als lian endlich den Anker auswarf, war die allgemeine Stim mung dafür, erst zu frühstückend ' . .Nein", sagte. Blok entschieden, "erst die Pflicht, dann da5 Vergnügen." Tie R.sbündkl wurden versenkt, die Fässer geöffnet -i- und nun sollte der eigentlichk. festlich: Akt, die Aussetzung, vor sich g?öen. 1 Ter Vlstmeiste: betrachtete mit sicht ttchem Interesse und nicht ohe eint

gewisse Rührung die dicht gepackten

Schalthiere, die m wenigen Augenbli' cken dem Element zurückgegeben werden sollten, dem sie entstammten. . .Herrgott, die herrlichen Thiere!" rief er aus, .soll man die nun auf 'S Ungewisse ins Meer versenken?" .Sie sind doch wobl sriick?" " sraats der Doctor und steckte sein': SJase in das u&ö', ja. ste riechen so delikat, daß mir das Wasser im Munde zusammen läuft." : - .Blok war schon damit beschäftigt, die Austern aus dem Faß zu nehmen und auf'S Verdeck zu legen, als der Junge, der die Bedienung besorgte und den Frühstückstisch in der Cajüte decken soll te, heraufkam und meldete, eS fei kein Rothwein da. .Dummes Zeug", sagte Blok, ohne sich in seiner Beschäftigung stören zu lassen, .die Weinkiste steht in der Steu erbordScajüte." .Ja, aber Rothwein ist nicht drin", beharrte der Junge. .Was soll das heißen? Bring eine Flasche herauf." . Ter Junge verschwand und kam im nächsten Augenblick mit demGewünsch ten. zurück. . ; .Alle Wetter", stieß Blok ärgerlich hervor, daß man sich auch niemals auf einen Menschen verlassen kann! Nun hat uns Mamsell Hansen anstatt deS bestellten RothweinS St. Peray mitge geben. ' Ich möchte wohl wissen, wag sie sich dabei gedacht hat," . . .St. Peray!" klang .es wie aus ei nem Munde von den drei Anderen.' und ihre Blicke suchten in qemeinsamer Zärt Uchkeit die Austernfässer. Einen Augen blick schwiegen sie. dann blickten sie seitwärts auf Blok. Wie die wahren Auguren bestrebten sie sich, ein Lächeln zu verbergen, aber das wollte nicht glücken, und schließlich brachen sie rn em anhaltendes, unverhohlenes Geiach ter ans St. Peray hatte das Band ibrer.unaen aelöst. . , .. .Ja, Tu wirst doch nicht 'so dumm sein, den Wein wieder mit nach Hause zunehmen. Blok?" fragte der.Maior. .Tie Thiere thun mir so leid", wäie eS doch der reine Mord, sie wieder in Wcmer zu werfen." .Und wer kann wissen, ob sie nach dem langen TranSvort noch zu Zucht zwecken zu gebrauchen sind?" bemerkte it 5N w hmf?irn SMifst Utk -fJU4lllllill im iyvit -. i w .Sind sie das nicht, so kann ja das aarne Unternehmen mchtS nützen." .Frisch sind sie." sagte Blok, der sicherheitshalber eine könnet hatte. .aber recht lebendig scheinen sie nicht. denn die, die ich soeben nahm, rührte sich nicht au? meiner Zunae. ES kann schon sein. daß der Postmeister Recht bat und diese Austern nicht mehr be stimmt sind. Nachkommen zu hintr lassen. Thomas, bringe die W?!n flaschen auf alle Fälle herauf!" WaS weiter geschah, ist ein tiefeS Ge jeimniß geblieben, da sowohl der ju gendliche Thomas, als auch der Schiffer Jensen von Blok Befehl erhielten, in der Eajüte aufzuräumen, während die Austern .ausgesetzt" wurden. Und die vier Actionäre selbst haben später nur mit der arönten Zurückhaltung von ie nem ; ereianißvollen Tage gesprochen. So viel ist sicher Blok'S St. Peray wurde getrunken, ehe die .Wildente wieder in den Hafen einlief, und die Aussernfischerei hat in späteren Jadren nicht die gewünschte Ausbeute ergeben. Durch Nachforschungen an dem be stimmten Ort, wo die Reisbündel sich noch Wichtig vorfanden, hat man ein ganzes Theil leerer wchalen gefunden. und dieser Fund scheint die Annahme des Bürgermeisters zu bestätigen, daß die auSae'ektm Austern nicht die Ver pflegung haben vertragen können und deshalb allmählich auSgestorden sind. flie Vrjlchligungsrinne". . Von Ireiherrn v. Ccblicht. Es wird gewaltig gebimmst und gebummsen, denn trotz des Schnees, der .och die Felder bedeckt, steht der militärische Frühling schon vor der Thür und das Fest, mit dem man die Früh jahrswend feiert, ist die Compagniebesichtigung. Die Erde krümmt sich unter den energischen Fußtritten, die viele, viele tausend mehr oder weniger krummer Soldatenbeine ihr täglich bei dem Ezerzieren versetzen, die Erde stöhnt, und mit ihr stöhnen die Krieger, ihnen thut eZ um ihrer selbst willen leid, daß sie die alrna mater so schlecht behandeln müssen. Aber es geht wirklich nicht anders, werfen sie die Beine nicht him melhoch. so wirft der Hauptmann sie in's Loch und anstatt in Speck und dicken Erbsen zu schwelgen, müssen sie sich dann von trocken Brod und Wasser ernähren. Und das ist für d:n, der es nicht mag. kein Hochgenuß. Jeder der es weiß, braucht es nicht ersi durch diese Zeilen zu erfahren, daß die Armee in den letzten Jahren zu wiederholten Malen duch ein neues Ezerzierrezlement, eine neue Fclddienstordnung und eine ' neue Schießvorschrift beglückt worden ist. Aber malgr-6 tout cela, um nicht zu sagen, trotz alledem. ist auch heute noch der Parademarsch die Hauptsache, in dieser Hinsicht stehen wir so ziemlich auf demselben Standpunkt wie anno Toback (man nennt das Jahr' so, weil es damals noch keinen Taback gab) und wie es heute ist, so wird es auch noch vorläufig bleiben. Das wissen die Herren Compagnie chefs, die trokder Behauptung : ihrer Vorgesetzten, daß 'sie keine Ahnung haben, doch nicht, so thöricht sind, wie die hohen Herren manchmal aussehen,ganz genau und deshalb üben sie.wah rend des Compagnie - Ezerzierens den Parademarsch nach .allen Regeln. der Kunst. ; r :; Ich möchte-sagen, der Parademarsch ist der rothe Faden, der-sich durch das ganz: militärische Dasein hindurch m

Der Parademarsch wird geübt in Rotten, Gliedern, Zügen und in der ganzen . Compagnie. Eben erscheint der Herr Major, der. wenn auch schweren Herzens, seinen Winterschlaf unterbricht, um sich den Parademarsch der Compagnie anzusehen und dann desieylt emes ages der Herr Odern: .Morgen werde ich mir den Parademarsch der Compagnien ansehen!" Das ist ja denn nun, wie man zu sagen pflegt, eesig. ab?r es läßt sich leider nicht ändern. Am nächsten Morgen stehen die Bataillone auf dem großen Exerzierplatz zum Parademarsch in der Tiefcolonne bereit, es erscheint der Herr Oberst mit seinem Adjutanten. Die Herren Bataillonscommandeure reiten ihm entgegen, um zu melden, was der Oberst, schon lange gesehen hat. daß die Bataillone zur Stelle sind. Nur Thoren können diese Meldung für überflüssig halten. ' Der Commandeur winkt den Stabs Offizieren ab. er hat noch keine Zeit für sie, gefolgt von seinem Adjutanten rei tet er auf dem Exerzierplatz herum, im ganz kurzen Trab den Blick beständig zu Boden gesenkt. Es unterliegt keinem Zweifel: der Oberst sucht etwas, aber was? - Das weiß außer dem Oberst selbst kein Mensch, 'nicht - einmal der Adjutant, der doch' sonst ' nicht nur Alles weiß, sondern auch Alles wissen muß. denn wozu ist er denn sonst Tinten spion. . ' ' Der Oberst trabt auf seinem Gaul immer noch herum und der Adjutant trabt' mit. ja. auch 'er heftet den Blick zu Boden und sucht mit. obgleich er gar nicht weiß, was er suchen soll. ' .Unbegreiflich'', spricht da der Oberst vor sich hin. Gewohnheitsmäßig legt der Adju tant die Hand an die Mütze, obgleich er

gar nicht weiß, woraus sich . diese Be merkuna bezieht.' Aber mit Freuden constatirt er. daß eS doch irgend etwas auf der Welt gibt. das sein Herr nicht begreift. Die Sache ist mir Ladezu unsan lich. verstehen Sie es?" sragt da der Commandeur. Der Adjutant hat immer noch keine Ahnung, um was es sich handelt, aber daß ist m diesem Falle ja auch ganz gleichgiltig, wenn der Oberst etwas nicht versteht, darf er es, wenigstens offiziell, erst recht nicht verstehen. So zögert er denn auch nicht einen Augen blick, sondern er antwortet mit fester Stimmen .Nein, Herr Oberst!" Diese Worte erfreuen den Comman deur. denn sie zeigen ihm, daß er sich nicht irrte, daß das, was er nicht zu be greifen vermochte, wirklich unfaßlich ist. -w-Im reis e ' umreitet-der Oberst-immer einen Ahornbusch, der sich mitten auf dem Exerzierplatz befindet. Die ses Gestrüpp ist heilig wie die einsame Pappel auf dem Tempelhofer Felde, sie darf, obwohl sie oft sehr im Wege steht, nicht ausgerottet werden, denn sie spielt bei dem Exerzieren eine sehr wichtige Rolle: bald dient sie bei Marschbewegungen als .Marschrichtungspunkt" yo'mt de vue sagt der Deutsche), bald dient sie bei Gefechten als Versteck für die durch eine weiße Flagge markirte feindliche Cavallerie, jeden Tag spielt sie eine andere Rolle, sie ist nicht zu entbehren. .Hier ging sie doch früher vorbei", spricht der Oberst vor sich hin. Bei dem Worte .sie" horcht der Ad juant hoch auf, die .sie" interessirt ihn, er ist ein großer Damenfreund, wie er das dem Rock, den er trägt, schuldig ist. So ziemlich kennt er alle Damen, die irgendwie, sei es bei reellen oder un reellen Absichten für einen Lieutenant in Frage kommen, aber vergebens zer bricht er sich' den 'Kopf darüber, welche .sie" früher hier bei dem Ahornbusch vorbeizugehen pflegte. Und was geht diese .sie" schließlich den Oberst an, der ist doch verheirathet und hat er wachsene Kinder. Allerdings. Alter schützt vor Thorheit nicht und Armuth macht nicht glücklich, das ist eine alte Geschichte. Ich begreife eS wirklich nicht." sagt der Commandeur, .die Besichtigungsrinne kann doch nicht spurlos von der Erdoberfläche, verschwunden sein!" Vor Schrecken und Enttäuschunc sinkt der Adjutant auf seinem Pferd ir. sich zusammen: das also ist des Pudils Kern? Das hätte er nur vorhei wissen soll:n. dann wäre er unter ir gend' einem Vorwand zurückgeblieben und hätte seinen Herrn allein, in der Welt herumreiten lassen. Wegen dieser Lappalie die Beine seines Pferdes anzustrengen, lohnte sich doch wirklich nicht. ....... Aber der. Oberst hat Recht mit dem, was er sagt: die. Besichtigungsrinne ist verschwunden. ; ...... In .früherer Zeit, noch in der vorigen .Saison", führte eine schnurgerade,' Gott weiß wie entstandene Furche über den Theil des Exerzierplatzes, der den stolzen Titel.. hatte: das Parade feld.' Sollte bei Besichtigungen der Parademarsch gemacht werden, so wurde der rechte Flügelmann der Compagnie.so .aufgebaut", daß er mit seinen beiden Hacken auf der Furche stand. Während des Marsches hatte er dann nur darauf zu achten, daß er. stets auf der. für die hohen Vorgesetzten - vom .Pferde herab kaum .sichtbaren Furche blieb, ..Das .. schwierige Problem, geradeäus zu gehen, wurde auf .diese Welse mit spielender Leichtigkeit gelost. Man hatte bisher immer . deswegen hoheS Lob geerntet und nun ist mit einem Mal die Furche, die im Laufe der Jahre den Namen .die Besichtigungs- .? ' U 5 , . . t. . rinne eroauen alle, i purtos von oer Erdoberfläche verschwunden, v ' Wo mag. . wo kann sie nur. geblieben sein? ;--v',. . Der Adjutant 'erinnert.. 'sich dunkel. m emer fugend einmal gebort zu haben daß die Erde vor einiger Zeit

etnmal etn glühender Feuerball gewe-! sen sei. daß sie nach und nach ihr: jetzige Formation angenommen habe, und daß durch irgendwelche Einflüsse, auf die er sich im Augenblick nicht besinnen konnte, die ja aber auch ganz nebensächlich waren, sich auch jetzt zuweilen die Erde noch In ihrem Aeußc ren verändere. s 'Sollten irgendwelche geheimnißvolle Naturkräste ihre Hand im Spiel gehabt haben? ) Aber auch auf einfachere Art konnte man sich das Verschwinden der Besichtigungsrinne erklaren. Vielleicht war ein Bauer, obgleich es bei fünf Mark Strafe verboten war, über den Exerzierplatz gefahren, und die Räder seines Wagens hatten die Furche vernichtet. auch ein starker Regenguß oder der im Winter reichlich gefallene Schnee konnten, der letztere als er schmolz, die Spur verwischt haben. Der Lösungen des Räthsels gab es viele, aber es hatte keinen Zweck, sich hiermit aufzuhalten. Nicht auf die Veranlassung kam es an. sondern auf die Thatsache: die. '.Besichtigungsrinne" war verschwunden und ste kam auch . nicht wieder zunT Vorschein, als der Commandeur sich jetzt sein Monocle einklemmte und mit diesem Vergröße rungsglas die Erdoberfläche absuchte. .Was machen wir denn nun?" fragt der Oberst. ' .Es ist immer die alte Geschichte," dachte der Adjutant, so lange die Vorgesetzten etwas wissen, dürfen wir nicht den Mund aufmachen, dann ist' Alles, was wir sagen, Unsinn, sind sie aber mit ihren Kenntnissen Matthäi am letzten, dann erinnern sie sich gnädigst, daß wir nicht nur ein Amt, sondern zuweilen auch eine Meinung haben. Laut aber sagt er: .Wenn die Desichtigungsrinne, verschwunden, .ist, müssen wir es eben ohne sie versuchen." Der Commandeur versinkt in tiefes Nachdenken, der Rath, den ein Untergebener einem Vorgesetzten gibt, will wohl überlegt sein, denn die VerantWartung fällt immer auf den zurück, der das höchste Gehalt bezieht. .Ihr Vorschlag" hat etwas für sich," sagt der Oberst endlich, .ich glaube, er ist praktisch und . sachgemäß, auch ich sehe keinen anderen Ausweg!" .Aus dem einfachen Grunde, weil es thatsächlich keinen anderen gibt", denkt der Adjutant, dann sagt er: .Könnten wir vielleicht jetzt mit dem Parademarsch, anfangen. Herr Oberst, die Leute stehen sich sonst die Beine in den Leib." So unrecht hat der Adjutant nicht, seit einer halben Stunde und länger stehen die Mannschaften und die Her ren Offiziere auf demselben Fleck Erde und nichts ermüdet auf der ganzen Welt so wie'das Stehen, nicht einmal das diele Schlafen. Der Commandeur stimmt seinem Adjutanten, bei und der Oberst ruft zunächst die Herren Offiziere zu sich heran: .Meine Herren," sagt . er, .gleich mir werden auch Sie sich erinnern, daß hier früher eine Furch: war."

(Den Untergebenen gegenüber vermeldet er das Wort .Bestchtigungsrinne".) Die Furche, die ja in mancher Weise eine Erleichterung für uns bildete, ist verschwunden, nun, meine Herren, es geht auch ohne sie, ermähnen Sie nur Ihre Flügelleute. genau geradeaus zu gehen, auch die Herren Lieutenants bitte ich, bei dem Parademarsch, wenn sie am rechten Flügel sich besinden. recht genau geradeaus zu gehen. Ich bitte Sie. meine Herren Lieutenants, sollten Sie meine Bitte nicht erfüllen, so mußte ich Ihnen grob werden nur ist das einerlei, vielleicht aber ist es Ihnen nicht gleichgültig. Wir wollen jetzt anfangen, meine Herren, ich danke Ihnen." .Es geht auch ohne die Furche," hat der Herr Oberst gesagt, und was . ein Regiments - Commandeur behauptet. pflegt rm Allgemeinen und im Beson deren die lautere Wahrheit zu sein.. Aber trotz alledem geht es doch nicht ohne sie. Es wird gedrängt, geschoben und gestoßen, die Leute torkeln- und fallen, sie stolpern über ihre eigenen Gebeine. Die Richtung geht zum Teufel die Sache ist jammervoll. Der Oberst wettert, schimpft und flucht, daß die Locomotive der Sekundärbahn, die am Rande des ExerzierPlatzes vorbeigeht, es mit der Angst be kommt und davonra?, daß der Locomotivführer sie kaum zu zügeln und zu bremsen vermag. ' Die Unbetheiligten fliehen den Ort ' des Schreckens, die Anderen thäten es am liebsten auch, aber, sie müssen dableiben. Der Oberst ist schon derartig grob, daß er bei, dem besten Willen gar nicht gröber werden kann, trotzdem ruft er beständig: .Wenn es jetzt aber nicht besser wird.' werde ich grob,, darauf können Sie zehn Eide schwören." . Aber 'auch diese Prophezeiung -nützt nichts, es wird nicht gerade ausgegangen.! ' , Da wird.derObttst; energisch und bestraft die sämmtlichen rechten Flügel leute der zwölf Compagnien mit drei Tage Stubenarrest wegen grober Ver. nachtässigung bei dem Exerzieren, , . Aber das hilft auch nichts. .Meine. Herren,..-es muß gehen." fährj der Commandeur seine Haupt leute. an, .mit diesem Parademarsch können wir Se. Excellenz nicht em psangen!'. - ..Das sehen die Herren vollständig ein, iaber besser wird der Marsch ihrer Compagnien deshalb doch nicht. , Es wird weiter geübt, es - wird geb'.mmst und gebummsen. daß es keine reine Freude ist.. Endlich, endlich ruft der Oberst seine Offiziere von Neuem zu sich heran und j sagt : .Meine Herren.- wir 'wollen jetzt -aufhören, aber morgen früh Um dieselbe Zeit sehen, wir unö hier Alle wieLer und ich bitte mir auS, daß -der Parademarsch morgen geht. Und als am nächsten Moraen der

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cMnc recht und cndc recht. ) Siebrauche

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5lopfschmerzen. Zai ist eine richtige Vklzn?lung und eine sichere Heilung.

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Overn nur lernem Adjutanten aus dem. Exerzierplatz erscheint, da geht der Parademarsch wirklich..die rechten Flügelleute marschiren geradeaus, daß es ein Stolz ist. . . Der"Commandeur wendet sich, an seinen 'Begleiter: .Es 'freut mich daß ich gestern einmal gehörig grob geworden' bin und einige Strafen . verhängt habe. Von Zeit zu Zeit ist eine gehörige . Dosis Grobheit sehr angebracht." und den- Leuten ruft -er zu: .Na. warum geht -es denn nun?" Niemand antwortete, auch' nicht der Adjutant, aber ein leises Lächeln umspielt seinen. Mund: er weiß es, aber er verräth es nicht, die .Besichtigungsrinne" ist wieder da, sie ist im Lauft des gestrigen, Nachmittags von fleißigen Soldatenhänden. , die den ' Spaten führten, wieder hergestellt worden. DaS Obstgeflcht. Du bist mir zu viel Obstgesicht Darum begehr' ich deiner nicht! Daß deine Wangen ungefähr Wie Aepfel sind, gefällt mir sehr. , ..... Auch nehm' ich, daß dein Augenpaar Schwarzkirschen gleicht, mit Freuden wahr. . Doct) eine Birne im Gesicht Als Nase : das vertrag' ich nicht! - Kollegialisches Gefühl.'' Onlel: .Kommst Du mit auf die Wildentenjagd?" Studiosus: .Hm, SumpfVögel sollte ich eigentlich verschone' f Ein schlauer Diener. Baron und Baronin N.' fahren nach ' einem Nachbargut. Hinten auf dem Dienersitz sitzt der eben erst engagirte 'Diener in funkelnagelneuer Livree. Unterwegs bricht ein furchtbares Wetter los. Starker Regen mit Hagel fällt. Da über dem .Dienersitz kein Dach ist. gibt die-gnä-digeFrau dem Diener ihren Schirm, Lei Inkunst auf .dem Gute steigt der Bediente pudelnaß, mit verdorbener Livree, ab. Der Kopf. thut ihm weh von den Hagelkörnern. Auf die verwundete Frage der Herrschast, warum er den Schirm nicht aufgemacht habe, antwor tet er treuherzig: .Hab' Angst, g'hübt. dak er Löcber kriegt!" ' Galvanistrtes . Poultry Drahtgewebe ' . Netting in allen ganzkarm Breiten mit i bi 2 Zoll cm . r M m waicgrn für yuyneryose, jctote etaäjeljaun Draht und Drahtgewebe zum Einfriedigen von Waiven und Gürtm, mpftehit in grober nr.. r. . .., 'r'. r Ausioay! ,u oen viuigilea Prelen., . taegut Hardware Co. 120-124 Ost Washington!??. 5 .Telephon 28, . . Aergert Dich Dein Auge llSüiii I? "It5; "nl l, , Ich, m D icht. enbs D 7T nMiiv(H(4iig H . . MMM0 CTW 58 143 'hpekksh o man Dir für D, llge da nStiiae Olal .'","! ü.ftlich. , wd. schm.?.li O rille Q , Wkrdk ach Un bellen Ctotalca bit roet a. . .... 1 - Harzer und St. Andreasberger Canarien Vögel Papageien, Amskln. Drosseln. SUealide. jpauTungt, xonrogei, Slottzvögel usm.' ponvoaeisutter. ogelsaamen, 3 Pfd. A)c Goldfische. Aauaria. lobeS. iscbsuttn. 5vanerxim,en i. ; ., . . .. rm ' 1 ' r w i i w Ö. Xs. JKlcppcr, CI jsa4su u.poi CkoubI Bai ... .) - i?ciiiaa ctxcfc. , Zu vernietysn : '. i- Zimmer im .' 1 ' . . . i Majestie eÄde ; zu reduzirteu Zlattxxl : Ds2. feinste Office.Aebäud in dn Otadt. Vollständig Feun sicher. Cäntüt ffabritüble und c2c modernen BequemlichkeUen. : jw;5p:c2tn rn GREG0HY öAPPDLVßs

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Eisenbahn - Tabelle

Ankunft und Ltgang dn 'derlchtkbenen Eisn dahnzüge im Union Depot, JndtanapoltZ. vandalia. Lbgang Postzug 7 05 Ad xpretz li 55 5ftn Erpreß 12 3SN Aomodation 7 25 öttn Expreß 4 VON Erpreß 715 V Ankunft Exvnß 3 20SJit Expreß 4 45Nn' Accomodation , 10 00 Sm Expreß 2 25Nm Schnellzug 7 05 Cm Lcccmsdsticu Schnellpostzug S20Nm Cleveland, Cineinnati, Chicago uu St. Louis. Indianapolis und Sleveland Dtvtston. ' MsangExpreß. 4 25 V, V5?reß 6 35 Sei Erpreß 10 60 Sm Lrmited Expreß 4 25Lrn Ervrek 6 25 N Airmfft Expreß X 3 10 9hr Expreß 10 35 V Limited Szpnß S45Vm Expreft 6 00 Sdn Er?nß 1130Ra et Louis Divifion. Abgang Expreß 7 30Ca Llmlt Expß 11 45 m Expreß 1120 5ha Erpreß, täglich 4 80 8ha Ankunft Expreß täglich 40m . expreß lOSOBm Limited Expreß 4 05 9ha ' Expreß 610 Zhicags und Swcinnati Division östlich Abgang Schnellzug 3 45 Vm Accomodatuin tsgN 7 00Bm Accomodation 10 50 V ' Postzug 2 45 9ha Accomsd. ln Sonntags). Accomodation 6 23 Jha Ankunft- RusHville Uccomodatton. oitzug 1140 V Jnd'plS Acc. (nur Sonst.). Accomodation 11 50 Vm Accomodariök 640 Ab Schnellzug..... 05 9ha Ehicago und Kincwnatt Division veftltq Abgang Accomodation 7 45 V Ecbnell.Post r Lafayette Accomadation. . . . 515 9! Schnellzug 12 05 1 Ankunft Schnellzug 30V Lafayette Accvmodanon . . . 10 45 r Schnellpost 2 35 9ha Nccomodatisn .V 5 45 9ha Peoria Divifion rsrstlich. Abganq Expreß 7 25 v Expreß ..11 45 9ha Danville Acurnodation. . . . 4 U N Expreß.......:..'. 1115 9201 Ankunft Expreß 3L0V Danville Accouudatton. ... 10 20 V Expreß 2 42 9ha Expreß 616 9ha yeoria Z)iÄifion östlich. ' ' bgsna Expreß 5 10 L . Äccomodätion Expreß 8 0 9ha Ankunft Expreß 11 35 V ' Accomodation Expreß ............ .'. . . . .0 4? 9ha yittli'urg, Ciucinnati, Chicago und 0t. Louis. Indianapolil 5vivtfto. Abgang Expreß 4 03 9ha Lolumbus Accomodation.. . 7 15 V yxpreß 3 35 Vm' Schnellpostzug No. 14 8 25VM Expreß 710 Nm Ankunft cyneuzug . 9 00 9im Llpreß 12 25 Sha Lccomodatuzn 3 4 92 IP"B 6 60 9hP rpreß 10 00 52m EHicago Dioijkn dta'kokemo. Abgang Expreß 11 35 Vm - Frpreß 11 55 9. Ankunft Expreß 3 45 9! Exprß 3 2jrn LoutSvi? Division. Abgang Erpreß S k5 V LouiSville Accomodation. . . 7 4V Schnellzug 3 30 91m Accomodation 4l0 9hn Ankunft Accomodation 10 00 Vm Schnellzug.., -ll 80 Vm Accomodation 5 4 9' Spekial täglich 12 25 S? Cineiunäti, Harnilto nib Dayto Abgang Mail. 8 25 V Adguig Expree 355 5 Cincinnati Accomgttisn . 10 45 Vm l?rk ........ 1 t.T Wfc : Expreß '.: 4 45N . Expreß 24591 Aakunft Accomodation. 12 45 V Expreß 11 45 V expr-ß 3 2S 9! Expreß..... Iu35 3ha erpreß 6 50V Ankunft Mail.... 7 5l V Cineinnatt,' Wadast vttcZigau Vina Expreß 6 35 L ' Expreß 11 15 L ffrnrf 6 a VJ "T"K V Ul Ankunft Expreß S25V tm A T . k IU 7i expreß 8 45 9ha Sntianapclis und Vineennes. .. Abgang Expreß .. 815 8 imrrnncä vs., l an n 3IH nkulft BmcenneS Accomedat ,nlO 40 L 4 60 9h3 Chicago, Indianapolis nnd LouiSville. lonou UvUtt. Tiet..Ofsic: 2S West Wafbwaton Str. Abgang Chicago NachtExp. S..15 55 V fK til j ffl Oll ? F nrfwuBy ijaji 2al, O.... 7U0Vm Ehicago Expreß (via JD ZN.. fll 50 V Ehicago Vestibüle, P. Sz. preI, nur Sonntags 11 50 V Chicago Vestibüle, täglich ausgenommen Sonntags, DP SUkhn CJonstn 9fssomtnfVftti(M u ttn - .. ivtAMU llnrunft Chicago Nacht.öxp. S. Z 80 Vv Rlrrtn tt j r - - m Yv Oul JUMrO.. " OO C8 Chicago Expreß (vta I D & Wj ; . . ........ 2 40 5h Chicago Vestibüle, P.- Ex. preß, nur EonntagS......' 4 37 5! Chicago Vestibüle, täglich ausgenommen Sonntags, ; D.P....... ............ ' Noncn Accommedatisn...tIOOO r -TSglich ; S-Schlafvagen ; P-Par. lorwagen; D-Eßwagen: f-uS2t ommen Sonntags.