Indiana Tribüne, Volume 23, Number 207, Indianapolis, Marion County, 15 April 1900 — Page 3

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3er M IJemöassßq.

ßriminalromcn von Friedrich ThiM. (9. Fortsetzung.) Das ist russisch." sagte ich 'überrascht. Ja. Die Schreiberin vermag sich vermuthlich im Deutschen nicht schriftlich auszudrücken." Kannst du es übersetzen?" So ziemlich. Der Inhalt ist dem Sinne nach folgender: Sehr geehrter Herr! Wenn Sie den Wunsch hegen, die Wahrheit über Michaela Rawinska und Varon Wardoff zu vernehmen, so kommen Sie nach der Pension Göpel, K'önniggrätzerstraße, und fragen Sie nach der gestern Abend angekommenen Dame aus Petersburg. Nur ich allein vermag Ihnen das Räthsel zu lösen. Halten Sie meine Zuschrift streng geheim, vor allem vor Michaela. I 8. Ich darf Sie nicht selbst aufsuchen, da ich mich sonst der Gefahr einer Entdeckung aussetze und dann befürchten müßte, daß man Mittel suchen und finden würde, mich mundtodt zu machen. Kommen Sie nicht vor drei Uhr Nachmittags, da ich den Vormittag zur Einholung von Erkundigungen verwenden will, an denen mir viel gelegen ist." Das Billet trägt keine Unterschrift?" Nein." Wer hat es gebracht?" Vor einer Stunde kam es mit der Rohrpost." Und was hältst du davon?" Der Bankier ließ einen ärgerlichen Ausruf hören. Ich möchte nichts davon halten, sondern den Wisch vollständig ignoriren, wie man in der Regel anonyme Sendungen ignorirt. Aber " Nun?" ' Wider meinen Willen regt der Vorfall mich auf. Wer zum Teufel ist die Dame, die gestern Abend aus Petersburg hier eingetroffen ist? Auf welche Weise erhielt sie Kenntniß von der Ezistenz eines Geheimnisses zwischen mir und meiner Frau; woher kennt sie diese und den Baron Wardoff? Alle diese Details lassen auf eine intime Vertrautheit mit den VerHältnissen und Personen schließen, deren sie gedenkt; meinst du nicht auch?" Allerdings." Nun also, wie sollte ich da nicht stutzig werden? ch hoffte, die ärgerlich Angelegenheit mit heute endgültig erledigt zu sehen, da gerade tritt die Sache anscheinend in ein neues Stadium. Was ist. deine Ansicht soll man die Fremde aufsuchen oder nicht?" Aufsuche auf jeden Fall." Aber wenn es eine Falle ist?" ' - Das glaube ich nicht. Was für eine Art Falle könnte man dir denn hier stellen? Höchstens läge die Möglichkeit eines Erpressungsversuchs vor, den weisest du energisch zurück und bist dann nicht schlimmer daran als vorher. JedenfallZ iff es gut, zu hören, was man weiß und wodurch man es weiß; du würdest vielleicht später bereuen, den schritt ungethan gelassen zu haben." Kann wohl sein. Willst du mich begleiten?" Hm" Ich zögerte. Nicht?" Offen gestanden, ich wollte eigentlich auch mit der ärgerlichen Angelegenheit nichts mehr zu thun haben. Ich habe Unglück gehabt mit meinen Nachforschungen, sowie meinen Rathschlügen." ; Du bist empfindlich." Nein, nur der Sache . überdrüssig. Indessen, aus Freundschaft für dich und weil diese unerwartete Botschaft mir die Aussicht eröffnet, der mysteriösen Angelegenheit doch noch auf den Kern zu fühlen, will ich dich begleiten." Danke, Walter." Indessen du reisest ja ab?" Ich verschiebe die Reise bis nach dem Besuch in der Pension." Bravo! Was ich mit allen meinen Bemühungen und Warnungen nicht erreichte, bringt nun auf einmal diese . simple Scriptur zuwege. Freilich spricht sie russisch mit dir, während ich meine Argumente nur in schlichtem, trockenem Deutsch vortragen konnte." ; Spotte nicht mir ist wahrlich nicht leicht zu Muthe." Kann ich mir vorstellen, lieber Arthur. Nichts liegt mir auch ferner wie Spott oder Scherz. Mich überrascht nur die Eigenthümlichkeit dieses Zusammentreffens. Just in dem Moment, wo ich alle Hoffnung, dich von dieser unglückseligen Reise zuruckzu halten und das Dunkel dieser Ereianisse mit dem Licht der Wahrheit zu durchleuchten,' an, den Nagel hänge, wirft mir ein seltsamer Zufall dies kleine Billet in den Weg, das nicht nur die augenblickliche Ausschabung deine . Fahrt bewirkt, sondern auch die ersehnte Aufklärung verspricht. Ist denn rm' . , 1 t rCir JCX..C . Z i. . Wiiafatia mu ozmzm Hliuug cuiici standen?" .Ja." Aber natürlich nur mit feiern kur zen Aufschub?" Nur mit einer Verzögerung bis morgen. Morgen habe ich ihr geloben müssen, unter allen Umständen mit ihr abzureisen." Du hast ihr doch nichts von dem Vriefchen gefaßt?" Der Commissionsrath lächelte verlegen. Leider ja, ließ ich mich im ersten Augenblick dazu hinreißen. Michaela war gerade bei mir im Zimmer, als ich die Sendung erhielt. Wir standen im Wegriff in die Stadt zu fahret?; sie, um einige Besuche zu machen, ich, um im Geschäft noch einige Anordnungen zu treffen."

Das ist fatal." rief ich ärgerlich. Du, hättest die Mahnung der Briefschreiberin besser beherzigen sollen, vermuthlich hat sie gute Gründe, die Geheimhaltung vor deiner Frau zu empfehlen." Genau dasselbe habe ich mir nachher auch gesagt, da war es aber leider zu spät. Bei der ersten Lectüre rief die Mittheilung heftigen Unwillen in mir hervor. Immer und immer wieder das arme verfolgte Weib", dachte

ich, und um ihr mein Vertrauen zu beweisen, las ich ir ba3 edriftnücf gleich vor und fragte, ob sie eine Ah nung habe, von wem es ausgehe." Was erwiderte sie darauf?" Sie'wisse es nicht. Sie kenne Nie mand. der ihr nachstelle, als den Ba ron Wardoff. Möglicherweise habe die tT sm ,,, kz-i. s.;, es ; v. IbV -WVUHil WWM UIV htiiW HUllV tu VI l I a.t. I,.f,.s ut.?ä ivu.. Mtvuijms, vyu.iuf sin nhfrfvv irf dir in Vtnm wZ, ju'a! ... vvivu w in Mkwm Jntertffc. dit Briefschr. l.... ,.z v.:.r.. vvtwi xtu 3 g vtiiiit i fflcfcifc unsre Reise bis moraen verschieben. Sie selbst also gab dir den Rath?" .Sie selbst ist das nicht ein Zeichen dafür, , daß sie die Verleumdung nicht zu scheuen braucht? w,m in nZ,ss,?ckt " nWmu ick nachdenklich. Hat sie das Billet auch r.ftn of..ifj:.:ciü 4 in auüc tyci gcuuuuucu noM

Hast du nicht bei dem Anblick der warf ich nachlässig hin. um nicht Schriftzüge oder beim Vorlesen der 3" viel Oe in das Feuer der WißbeZeilen irgend ein Symptom des Er- Sr der guten Vermietherin zu gießen.

schreckens an ihr bemerkt?" fflnr nickt Nicht ein Zucken der Lippen, inen . . N' . . J.T ' I r v ? ii..infn " uiimiiu vta uuiuuituisit I mm SslS mSnst..Wo ist sie jetzt?" Allein ausgefahren, da ich mich danach nicht mehr aufgelegt fühlte, sie zu begleiten ? ' Vr& Su nz Wa Stillschweigens verletzt hast," sagte ich verdrießlich, indem ich mich jetzt erst niederließ. Wenn nur nickt daran tniWr rA?tri JVr strtsT nirS vitvi (i mm i. so immer mysteriöser. " 9 ' 1 I Wieso? Ich erzählte ihm die Verhaftung und Wiederfreilassuna Doctor Gembalskys. Sonderbar,", äußerte- Hartwig, nachdem er mir aufmerksam zugehört. Welch ein Labyrinth von UnerklarNchkeiten! Ich fanae nachaerade an. a mir selbst zu zweifeln, so sehr derwirrt mich die heikle Affaire. Gestern war ick so hrrt?rnt W, ft,",t rnick VW IV VbUIHH lMfl IllkW I ' 1 P 9 ' . u . T7 I ein neues Ereigniß in die alte Dunkelheit und Sorge zurück. Wenn ich nur das einzige Mal Klarheit bekäme ich werde noch krank, wenn dieser Zustand der Ungewißheit andauert." Ich schaute ihn an: er sah :n der That angegriffen aus. Arthur, nimm dich zusammen, ermahnte ich ihn voll Theilnahme. Du m f,f6 ,,k ,,f.rlr vJr QyZiM naat an dir. selbst wenn du dick für "! ' uuli)k"b'i v'kM ;Ut,. hnix.u itr ,iw MVlW. ,uuuua iu,i4.w häl st- Du liebst sie mehr als ich wäbnte armer freund. . Rt sckrtt itnH .mrttrS Hck Tt , , u . Zck snf s.;. VmS Nck nnrh fls,tn ttnv vuttv.v itu uvi uvv 5 "f v..n, Vu"v V4 yv beweoen. um eine Tbräne des Kckmerzes von den Wimpern zu entfernen. Als er sich wieder gefaßt hatte, sagte er hastig: Willst du mir emen Gefallen thun. Walter?" Mit Vergnügen muß iekt unbedingt in's Geschüft - würdest du nicht einmal nach der Pension fahren, die der Brief angiebt, und nach der Fremden Erkundi- . . ucv . m

uttur,tz tiuAiti;cii or vtiutut vi . r . , . , Ungeduld, zu erfahren, ob wenigstens ß langsam ruckten die unerbittlidie äußeren Angaben des Schreibens &ltl v"warts!

zntresfenk Knb " 0"""l I Mt I ' I Ich übernahm bereitwillig den Auftraa Die Venüon fand ich leickt. die Inhaberin. Madame Göpel, empfing 9 r' mich mit der sprichwortlichen Liebenswürviakeit aller Mermietbcr. KastWirthe und Hotelbesitzer. Meine Frage, ob die am Abend vorher zugereiste Dame aus Petersburg zu sprechen sei, beantwortete Ne. wie vorauszuseben. verneinend. Sie ist in die Stadt gefahren und ur w fc.m 5:.. ,,.ri; will utiik uu xuuv. l Sckade sie bat mick rnif krei Ns,r M,m h ick Mi? Jrrrr J w v I Wrft mnckt finfff ick hi WnrtTnnf.tf ;;r :i ic: ,r?: Sie smd der steiY den sie beute mck,; TVnnrMt" Jtuutiil uiuu liivaiu. . Q,,wn"ann fsAtonr ick um fn m,nr t ver"aebttck. Bemübnna. Die Dame schien hohen Werth auf die Zusammen kunft zu legen; wenn ich sie recht verstand, ist sie gens deswegen aus Ruß land nach. Berlin gereist. In der That? Um so gespannter bin ich, ihre Bekanntschaft zu machen. Sie kennen sie noch Nicht? Der Brief war russisch geschrieben, und ich bin diese? Sprache nicht mächtig genug, dcn Inhalt völlig zu entziffein. Selbst der Name erwies sich als so undeutlich, daß ich ihn nicht I sen konnte." ; Wie man sieht, klopfte ich bei der gu ten Pensionsinhaberin nur auf den Busch. Ich wünschte vor allem zu er fahren, wie die Fremde hieß oder wie sie sich nannte. Wußte die Wirthin zufällig, daß das Billet keine Unterschrift trug, so riskirte ich weiter nichts dabei. 3 i" ' .v vuvvif da ich die Schrift eben nicht vollständig zu entziffern vermocht hatte. Ich zweifelte aber, dan sie auch nur im Gerina. sten in's Vertrauen gezogen worden war. Ihre Erwiderung bestätigte meine Vermutbuna, denn sie bestand einfach in der philosophischen Glosse es sei wirklich ost schwer, unsre rzodcr nen Handschristen zu entziffern. Wie heißt denn die Dame? er kübnt, ick mich nun au fraaen. Sie hat sich in unser 'Fremdenbuch unter dem Namen Sophia Wassiloff eingetragen."

Aus Petersburg?" .Ja." Wie lange gedenkt sie zu bleiben?" Sie sagte, das hänge von den Um-

ständen ab. Vielleicht einige Tage, villeicht einige Wochen " .Ist sie jung?" Jung und hübsch wenn auch ihre Reize vcn der Art sind, daß nicht Jedermann Geschmack an ihnen finden möchte." Warum nicht?" ,(5ie hat eins jener Gesichter, die so s?jf cnittcn. j",115"..1"1! Kühne Formen, nichts Graziöses und Liebliches, daoei ist sie keineswegs groß und voll, sondern eher klein und mager." Ist ihr Auftreten vornehm?" . Wenn man in Anschlag bringt, daß ne eine Russin ist ia." antwortete t ''. , " . , . , . Madame Göpel etwas gedehnt. Sie - . . ... M ' passt wie ein Stadtsoldat. . r m rr , , m . r I I . ..Alle Rusimnn, thun bat," Mtfett tu) lackend. JJtiit die Qualität der J . . 1t . r r e u Sorte macht den Unterschied. In diesem Punkte bin ich leider nicht sachverständig," bemerkte diePensionsinhaberm mit leisem Spott. Alles :n aSem erscheint mir die Dame interessant genug, meine Reise zu verschieben," schloß ich, mich erhe: bend die Unterredung. Muthmafr lim oik itrau DDtr J.nitr eines ie-Yl-tiVt " C r l. r schaftsfreundes oder so etwas ahnlr " w i Mem Freund zeigte sich wenig befriedigt : rn Ergebniß meiner Mission. I Ir ftT iMtrrnrtti r str VTtrtHAmmV. tiv vutufittun 1 1 kii 4J4ivu.kvuu i . ' r . wir, wie ich ihm den Rapport abstat: tete. Seine Lippen und Hände verbethen durch ein leises nervöses Zucken Mia 'i1 c Ich bin nicht im Stande, eher nach Hause zu gehen, bis ich die Dame ge Essen Nicht auf Nlich ZU warten braucht. Ich f geschäftlich abgehalten. Wenn ,ri r jyr r r . , ... vri r du Mir Gesellschaft leisten willst, so Y VV i M M V AM T lk A A miuiui tun in ciucüi tu ixt jiuyc Endlichen Restauratlonsgarten ein paar Bissen zu uns. Mit diesem Vorschlag einverstanden. folgte ich ihm gegen ein Uhr in das bezeichnete Restaurant. Von fast thurmhohen, bis hoch hinauf mit wildem Wem überwucherten Riesen mauern emgej chloren, gewahrte ver mit Linden und Castanien bestandene 5"" -1" 7ttttf GaitkN INtN sv stillkN, V0M Tagisg r f , r. T , , . j K T r st tt V)TtfntKTt Vnt in uv TA v p wie man ihn - mitten im Verkehrsaewühl des Centrums Berlins wohl nimmermehr zu finden erwartet hatte. Kein Laut drang von der. geräuschvollen Straße herem, nur die massenhaften Sperlinge brachten ein wenig Leben in die friedliche Abgeschiedenheit des Ortes. Wir fanden hier nicht nur vorzugliches Pilsener, sondern speisten auch recht i'hjc , : n . -a t ijt , wcui3icn lann vu uirn mir behaupten, denn was Arthur beif.srt w3 4"rV. "V ülc 4vtl5. r,rr iuun um uuui uu . tf . cr gcgen iraul er oas Zier IN gieii 0iUrt tV T --Cti.gen Zügen und sog mit krankhafter Hast an seiner Cigarre. Der arme Bankier! Für einen Fremden erschien sein Anblick, wie er, seine avanna schmauchend, in. den Gartenst das lu3' 1''':$ "t v nug. 1" D0X1 j? hv uunij. o und immer wieder befragte er seine goldene Taschenuhr um die Minute NVIiQ war 5 Daiö DZt wir r . F . ronmen ausvrecyen. me zvn,q oeforderte uns an unjer m. Jcy zog die Klingel der Pension, mein Freund n l i l y ri r y. i llano mil vieicyem zeucyr uno uo psenoem erzen mnier Mir. Zu meiner Verwunderung verging einige Zeit, bis die Thür von innen mehr aufgerissen als geöffnet Wurde, Eine alte Frau tauchte hinter der Schwelle auf, in. einem Zustande der Auflösung, als habe sie sich von einem gewaltigen Schrecken noch Nicht vollt -r 1 1 crry r r c kommen erholt. Mißtrauisch und mürrisch zugleich erkundigte sie sich I m CQ W Nach UNlttM egey?. .mit wünsn die Dame zu spchen, die gestern Abend aus Petersburg cinslettomn ist. n-r. Au rrs.' r I rsr i rr Wen?" Die alte Frau horte ossenNicht gut und brüllte uns ihre Frage mit wahrer Commcndostimme entaeaen. Madame Wassiloff," schrie ich ihr in's Ohr. die Dam ' aus Petersburg!", Madame Wassiloff?" krächzte die ?lte mit fast wüthendem Lachen. Da kommen Sie zu spät. Warum ist sie abgereist ? forschte ich bestürzt. Abgereist nicht, aber abgeholt." ' Von wem denn?" Von der Polizei." Ein vanl er scvrecien aina mir durch alle Glieder. Der Bankier ath mete tief, er mußte sich an die Wand des Hauses lehnen, um nicht zu fallen. Von der Polizei?" setzte ich, mich beherrschend, mein Verhör fort. .Wa rum denn? Was ist vorgefallen?" Das wissen die Götter, ich nicht. Nein, so ein Scandal die Anstalt , Y i i v v r. n memer Tochter kommt dadurch in V. ruf auf Iahn hmaus. Daß uns das auch gerade passiren muß! Wo ist Ihre Frau Tochter kann ich sie sprechen?" - ' Sie ist noch auf der Polizei, wird wohl auch vor einer Stunde nicht zurück sein." ' Wer hat denn die Dame verhaftet?" Sie sind wohl mit ihr verwandt, dah Sie das wissen wollen?" Verwandt nicht, aber bekannt.' Die ! Sbarat hatte unö . hierher bestellt, un VnS eine wichtige Mitteilung zu cia

chen. Erzählen Sie uns, wie alles gekommen ist, liebe Frau, vielleicht vermögen wir etwas für die Unglückliche zu thun." Die Alte bedachte sich einen Augenblick, dann siegte ihr Mittheilungsbe-' dürfniß; sie wischte sich den auf ihrer Stirn haftenden Angstschweiß ab und berichtete: Gerade als die Dame aus der Stadt zurückgekehrt war und sich eben an den Tisch setzte, um ihr Diner, einzunehmen, sprach ein militärisch aussehender Herr vor, der mit der Russin zu reden begehrte. Die Dame ließ sich seinen Namen sagen, und als dieser ihr fremd war, wies sie ihn zurück. Statt aber seines Weges zu gehen, legitimirte sich der Mann als Beamter der politischen Polizei und drohte, wenn die Fremde ihn nicht empfangen wolle, sie abführen zu lassen. Beide zogen sich darauf in das Zimmer der Russin zurück, wo sie etwa zehn Minuten in angelegentlicher Conversation verblieben. Danach ertheilte der Beamte Auftrag, eine Droschke zu holen, und fuhr mit der Dame und ihrem sämmtlichen Gepäck nach der Polizei. Eine halbe Stunde später kam ein Schutzmann, um. meine Tochter behuss Ertheilung einiger Auskünfte ebenfalls dahin zu bestellen." Eine merkwürdige Geschichte. Folgte denn die Russin dem Beamten gutwillig?" ,

Was wollte sie machen? Widerstand wäre doch unnütz gewesen' und Flucht unmöglich, da beide Ausgänge des Hauses besetzt waren. Sie weinte, als sie in den Wagen stieg. Das arme Geschöpf that uns leid aber lieber Gott, wer weiß, was sie verbrochen hat. Gewiß ist's eine Nihilistin oder so etwas." Sprach die Dame denn deutsch, konnte sie sich mit dem Beamten verständigen?" Ach nein, sie wußte nur . wenige Worte. In französischer Sprache vermochte sie sich ' dagegen eher auszudrücken, und Französisch wird wohl der Polizeibeamte verstanden haben." Die alte Frau begann darauf, den Schaden, welcher ihrem Institut aus dem Vorfall erwachsen könnte, so eingehend auszumalen, daß ich weder Stimmung noch Zeit hatte, ihrer Redseligkeit weiter Stand zu halten, sondern mich kurz empfahl und meinen Begleiter nach unserm Gefährt mit fortzog. Das Aussehen meines Freundes flößte nrir Besorgniß ein. Er liebte Michaela mit aller Kraft seines Herzens, die Liebe war die Mutter jener Hoffnung, die ihn so lange allen Anfechtungen zum Trotz sest im Glauben an seine Gattin erhalten hatte. Noch gestern wähnte er alle Zweifel aus dem Feld geschlagen, nun traf ihn ein neuer Schlag, schwerer und folgenreicher als die andern, denn das . sah er wohl ein, die.Briefschreiberin hatte in der That Nachrichten von Bedeutung zu überbringen. Fieberhaft war seine ErWartung gespannt,. als wir uns nach der Pension begaben, endlich hoffte er Klarheit zu erlangen, Klarheit im Guten oder im Bösen, gleichviel, wenn es nur Klarheit war, denn die peinigende Ungewißheit der letzten Tage drohte ihn zu vernichten. Und wieder sah er sich in seiner ErWartung, seinem Verlangen enttäuscht: Wahrheit m sich verschloß Welch em Unglück," stammelte, er. als wir wieder im Wagen saßen. Ich ergriff mitleidsvoll seme Hand sie zitterte merklich. Armer Freund du mußt unver züglich nach Hause und dich mederlegen. Du bist kränker, Arthur, als du glaubst." Ich fühle es, Walter." Nun wohl, fo folge nur diesmal meinem Rath und leg dich zu Bett. Laß den Arzt rufen; wenn mich nicht alles trugt, steht der Ausbruch eines nervösen Fiebers bevor." Ich will es, Walter. Nur nur", er ließ plötzlich den Kopf auf die Brust fallen und erstickte ein klägliches Stöhnen m seiner Kehle nur sage mir in aller Welt, wie das wieder zufammenhängt." Wie es zusammenhängt, weiß ich nicht doch nehme ich für gewiß an, daß hier wieder ein Streich des Barons vorliegt. Er hat von der AnWesenheit der Dame gehört und sofort Schritte gethan, die Ausführung ihrer Äbstcht zu hintertreiben. Daß der seltfame Mensch die geheimnißvolle Macht dazu besitzt, hat er an sich selbst genugsam bewiesen. Glaubst du, daß daß Michaela ihm die Mittheilung von der Ankunft der fremden bat zugeben lassen? Ich glaubte es. Warum sollte ich es verbergen? Ich bin überzeugt davon, erklärte ich nachdrücklich. Und doch es kann nicht sein. es kann nicht sein," wimmerte er. Sie hat mich gerettet sie ist so schön, so gut sie liebt mich aufrichtig! O Gott, o Gott!" Beruhige dich. Arthur. Ich bringe dich nach Hause, dann eile ich nach dem Polizeigebaude und versuche, die Erlaubniß zu einer Unterredung mit der Russin zu erlangen. Vielleicht kommen wir auf diese Weise doch noch zum Ziel Der Bankier nickte, antwortete aber nicht.. Seine Züge nahmen immer .lehr, den Ausdruck einer deunruhigen den Verstörtheit an. Als wir vor der Villa im Westend aus dem Wagen stiegen, vermochte er sich kaum mehr aufrecht zu erhalten. Mit Aufbietung aller Kräfte geleitete ich ihn die Treppe hinauf; er wünschte nicht, daß ich um Hilfe rief, da er jedes Aufsehen vermeiden wollte. Unterwegs verließ ihn jedoch die mühsam behauptete BeHerrschung er sank ohnmächtig in meinen Armen zusammen in demselben

Augenblick, als seine glänzende Equivage unten vor dem Hause hielt, um seine eben zurückkehrende Gattin aussteigen zu lassen. Stolz rauschte Michaela in einem hocheleganten Visitenkleid von mattgelber Seide, mit schwarzen Spitzen besetzt, die Treppen hinauf. Die junge Frau sah wie eine Fürstin aus, ihre Haltung, ihre Gestalt, ihre Toilette hätten sie an dem vornehmsten Platz zu einer aufsehenerregenden Erscheinung erhoben. Da fiel der Blick ihrer braunen Augen auf den zusammengebrochenen Mann in meinen Armen. Heilige Jungfrau, was ist geschehen?" rief sie erschreckt und faßte mit der behandschuhten Hand das Treppengeländer. , Arthur ist unwohl, .gnädige Frau." Unwohl doch nicht todt?" stammelte sie erbebend. Beruhigen Sie sich, er ist nur ohnmächtig. Rufen Sie, bitte, die Dienerschaft, wir wollen ihn hinauftragen." Michaela gehorchte mit jener seltenen Geistesgegenwart, welche einen hervorragenden Characterzug dieses immerhin außerordentlichen Weibes ausmachte. Meine Augen ruhten mit liebevoller Trauer auf meinem Freund, aber

selbst in dieser Situation unterdrückte ich den Verdacht nicht, daß sich hinter der anscheinenden Bestürzung der schönen Frau in Wahrheit eme andre (ömpfindung als die der Angst um eine geliebte Person verberge, denn das Wort todt" entglitt ihrem Munde, mit so eigenthümlicher Betonung es floß r "i . .... -n. . C . 1 fl san wie em .riumporus von ign Lippen. Nein, ich that ihr unrecht. Soeben huschte sie, von der todtblassen Jrmgard und dem Diener begleitet, wieder die Stufen herab, und. als gleich darauf der Bankier in seinem Zimmer auf dem Sopha ausgestreckt lag, sank sie Mit einem schrillen Wehschrei an seinem Lager nieder, erfaßte seine Hände, preßte sie mit der Innigkeit der Verzweiflung und stöhnte mit zitternder, schmerzdurchdrungener Stimme: Arthur, mein Arthur o rettet ihn, rettet ihn!" Während der Diener nach dem Arzt telephonirte, strengten wir unsan, den CD C lf f.. S 0svv ntvitrf nini JtiVUßUUtU IH jumujumfen, was nach wenigen Minuten gelang. Verwirrt schaute der Kranke um sich, dann erkannte er uns Attd seine Umgebung. Schwach lächelte er mir und Jrmgard zu, und als sein Auge dem thräncnvollen Antlitz Michaelas begegnete, zuckte es wie der Widerschein tiefen inneren Wehs über seme Zuge. . .. .. Q, du lebst mir wieder, theurer Mann!" rief Michaela entzückt, indem sie, sich wild über ihn werfend, leinen Mund, seine Wangen, seine Stirn mit glühenden Küssen bedeckte. Ich habe dich wieder o, was hab' ich um dich gelitten in den wenigen Minuten!" Wirklich?" fragte der Kranke matt. Du zweifelst an mir?" rief sie mit vorwurfsvoll-klagendem Blick. O, das ist das Werk jener Elenden, die unsre Herzen voneinander reißen wollen. O, mein Arthur, wie glücklich waren wir bis vor wenig Wochen! War ich dir nicht ein treues, hingebendes Weib, ehe du durch eine entsetzliche Verkettung der Umstände meiner Liebe m i r nr V V. den Glauven verjagten k 'cun vin leg schuld an deinem Leiden, um meinetwillen duldest du, liegst du auf dem Schmerzensbett! Und doch bin ich so schuldlos daran, denn, beim ewigen Gott, ich habe dir nie Anlaß zum Mißtrauen gegeben." , Und nun rang es sich aus der Brust Michaelas wie mit elementarer Gewalt, Ton für Ton ein Wehgestöhn; krampfhaft wogte die gelbe Seide ihres Busens; wie ein Diamantregen perlten die Thränen die sammetnen Wangen herab. Was ich auch von ihr gedacht, ich konnte jetzt nicht anders als sie tief bemitleiden. Ich hätte dieser ruhigen, selbstbewußten, majestätischen Frau die Fähigkeit eines so heftigen Gefühlsau-bruchs nicht zugetraut. Wenn nicht alles Rührende auf Erden zu Lüge und Schein zerstob, so mußte Wahrheit in diesem Schmerz sein das fühlte auch Jrmgard, und hinge rissen von ihrem edeln Sinn, warf sie sich theilnahmsvoll an die Brust ihrer Stiefmutter, während der Bankier mir einen Blick voll Reue, Ergriffenheit und Vorwurf zusandte, worin sich die stumme Frage aussprach, ob ich nun nicht von der Reinheit und Ausrichtigkeit ihrer Seele überzeugt sei. Zärtlich Preßte er ihre Hand an die Lippen, ihr Jammer war die beste Arznei für ihn. Sei ruhig, Michaela, es war nur ein Anfall von Schwäche, ich werde bald wieder der Alte sein." Bald wieder, theurer Mann du m t w t . ' geml nrn mir rorl von vier, wo man uns unser Glück nicht gönnt; an meiner Seite wirst du genesen zu neuer Lebenswonne. Nicht wahr, die Verleumdüngen der schlechten Person, bei der du warst, haben dich so eingenommen? O, die Nichtswürdigen, was sie nur davon haben!" schluchzte die junge Frau, unfähig, sich zu beherrschen. , Hier erachtete ich es für gerathen, die Bemerkung einzuflechten: Sie irren gnädige Frau, wir haben jene Person nicht getroffen." ' Nicht?" Sie war schon fort, als wir eintrafen, verhaftet von der politischen Polizei." Michaela starrte mich an, als sei sie im höchsien Grade durch meine Worte überrascht. Der Bankier aber flüsterte: Das ist das Werk des Barons du hast ihm von dem Brief gesagt, Michaela." Die junge Frau richtete sich hoheitsvoll empor. Einen Augenblick glitt eö fcfc eisig Hohn über ihr GesiöK.

Ich? Und immer wieder ich? Was

werdet ihr mir nicht noch alles zur Last legen!" Dann loste sich ihr Stolz in Zähren auf. Arthur, du weißt nicht. wie bitter du nur unrecht thust. Doch ich kann es ertragen. Die Zeit wird mich freisprechen!" Der eben jetzt eintretende Arzt un" terbrach die sich wieder änßerst erregt gestaltende Scene. Seine Untersuchung dauerte nicht lange. Anscheinend ist ein Fieber im Anzug," lautete seine Diagnose. Sicheres laßt sich indesscic noch nicht sagen. Möglich auch, daß die starke Natur des Herrn lommimonsraths noch ietzt über den Ansturm der Krankheit den Sieg davontragt. Jedenfalls ist die größte körperliche und seelische Schonung am Platze; alle starken Gemüthsaffecte sind angstlich zu verhindern. Bnngin Sie den Kranken zu Bett, lassen Sie ihn unter guter Pflege allein, halten Sie alles Beunruhigende von ihm fern. Sollte sein Zustand sich wider Erwarten in den nächsten Stunden vcrschlimmern, fo schicken Sie nach mir, wenn es auch in der Nacht ist." Doctor Blüthner wollte sich enifernen Michaela hielt ihn zurück. Ich sah eine bängliche Frage auf ihren Lippen schweben. Lieber Herr Doctor, es ist doch keine Gefahr vorhanden?" wandte sie sich in halblautem Ton an den Arzt. Durchaus nicht, gnädige Frau." Wir beabsichtigen morgen eine Erholungsreise anzutreten - das ist natürlich nun unmöglich?" Ihre Augen hingen in gespannter Erwartung an seinem Mund. Ganz und gar." Und wann wann könnte mein guter Mann daran denken er bedarf so dringend einer einer längeren Ausspannung?" Der Arzt zuckte die Achseln. In einigen Wochen vielleicht früher keinesfalls, eher später." Michaela dankte mit einer leichten Neigung des Hauptes. Doctor Blüthner entfernte sich, ich hielt es im Interesse der Ruhe des Kranken für gut, ihm zu folgen. Mein Freund drückte mir mit einem schwachen Versuch, zu lächeln, die Hand, Jrmgard hielt mich einen Augenblick stumm umfangen. Komm bald wieder," flüsterte Arthur mir zu, ich wünsche zu wissen, was du ausgerichtet hast." ' Ausgerichtet?" Ja auf der Polizei." Ach so." Ich hatte in der Aufregung der letzten Stunde mein Vorhaden total vergessen. Laß das, Arthur, es wird dir schaden denke jetzt nicht daran." Ich muß Nachricht haben, Walter, sonst verzehre ich mich." Nun gut so will ich sofort hin gehen Ich verbeugte mich zum Abschied vor der Frau des Hauses, zu meinem Erstaunen folgte ste mir vor die Thür und bedeutete mich durch erneu Blick, zu warten. Gnädige Frau?" Herr Doctor. es ist mir ein Herzensbedürfniß, Ihnen innig zu danken für den warmen Antheil, den Sie an Arthur nehmen." O, wir sind alte Freunde." Ich weiß es . Sie sind ein edler Mann." Sie ergnff meine Hand. Sie haben zur Zeit erne falsche Mei nung von mir. Sie sollen einst noS besser von mir denken. Sorgen Sie

sich nicht um Arthur, es wird alle! für entfettet den Saft und schlägt ihir ihn geschehen. Ich selbst werde seine- durch ein Sieb, gibt mit Essig oder Pflege übernehmen. Jrmgard wird Suppe noch den nöthigen Geschmack, mir zur Seite stehen." läßt die Sauce aufkochen und dann Ich. wußte nicht, was ich hinauf warm stehen. Das Fleisch kann inerwidern sollte, daher begnügte -ich dessen noch eine Viertelstunde im Ofm mich, ihr mit schweigendem Ernst zuzu- braten, unzugedeckt, wodurch es eine stimmen, dann schritt ich. froh, der mir Kruste bekommen soll, sonst ist dieS peinlichen Begegnung entronnen zu . letzte Braten überflüssig, sein, rasch die Treppe hinab. Orangenreis. Ein halbes Meine Bitte um ewe Unterredung Psund Reis wird am Abend vorher mit Sophia Wassiloff wurde nicht ge- mit heißem Wasser so lange abgequirlt, währt. Meine Versicherung, es handle bis sie klar sind, dann in kaltem Wassich um eine rein private Angelegenheit, ser (ungefähr 2 Quart) über Nacht auf für deren Ausgang die Mittheilungen' den Herd gestellt. In diesem Wasser der Gefangenen von ausschlaggebender ' wird der Reis am. nächsten Tage geBedeutung seien und es stehe das Wohl kocht. Wenn die Körner weich, aber und Wehe einer -Familie - auf ' dem nicht zerfallen sind, wird der Reis auf Spiel, hatte keine Zurücknahme der einen Durchschlag geschüttet, und mit Weigerung zur Folge. ' . kaltem Wasser abgeschreckt. JnzwiWir haben strenge Weisung, jede schen löst man ein halbes Pfund Zucker

mündliche oder schriftliche Aeußerung m dem ausgepreßt:naft. von d Orander Arrestantin zu unterdrücken," lau- gen und 1 Citrone auf, mengt die ab-

tete der unabänderliche Bescheid. Aber ich will ja nur in Gegenwar! eines Aufsehers mit ihr reden." Man correspondirt auch durch Zeichen und Blicke. Oder )n der Ihrigen, Herr spector Thut mir leid, ich darf nicht .Darf ich wenigstens wissen. Jn wa! der Dame zur Last gelegt wird?" Ich bin nicht in der Lage, die Fragc zu beantworten." So darf ich doch hoffen, eine Zusammenkunft mit ihr bewilligt zu tu halten, wenn die Untersuchung abge schlossenist?" Auch das nicht, denn' wir führen keine Untersuchung. Die Dame ist auf Requisition der russischen Regierung verhaftet und ihre Auslieferung beantragt worden." Die Arme" Dem Ersuchen wird nicht stattgegeben wenden, da sie keines gewöhnlichen Verbrechens beschuldigt ist. ' Dagegen wird ihre unverzügliche Auswei.

sung nach den über sie eingegangenen ! ytrm das Wasser im Wallen ist. Meldungen , schon mit Rücksicht aufschlägt man frische Eier rasch hinein.

un ern rui , azen machbar taat eine Maßregel der Nothwendigkeit sein." (Fortsetzung folgt.) Liebes - Corresvondenz. Was. Du stehst mit Deiner polnischen Köchin in lebhafter LiehesKorrespondenz? Aber die kann ja gar nicht deutsch schreiben!" Soldat: Na, muß denn den Würsten durchaus 'as Schriftliches beilieenZ"

?:ür die Küche. C? RotherSelleriefalat. Man wäscht, schneidet Rothkohl oder ! hobelt ihn, bestreut ihn mit Salz, wo mit versehen man ihn eine Si unde lanz hinstellt. Alsdann wird er fest aal gedrückt, mit Oel, Essig und' etwa? uaer burcymengt und mit fertigem Sellcriesalat zusammen servirt. Dampfnudeln. Ein Pfund Mehl wird in eine Schüssel gethan und mit Hese (nußgroß),' die in einer halben Tasse lauer Milch aufgelöst wurde, ein. kleiner Vorteig gemacht (d. h. in der Mitte oder auf der Seite der Schüssel eine kleine Grube in Mehl gemacht und darin mit der Milch ein Teig anerührt). Nachdem dieser zugedeckt und an einem warmen Orte stehend ungefähr eine Stunde gegangen ist, verar bcitet man das Ganze mit 10 Unzen Butter, Milch, etwas Salz, Zucker etc. (beiläufig eine halbe Stunde) zu einen Teig, läßt ihn nochmals ruhen, formt dann mit dem Löffel Häufchen davon, die man auf das Blccb oder in eine flache Kasserolle setzt, deren Boden alsdann mit etwasMilch bedeckt wird, und bäckt sie hellbraun. Ein Stückchen Butter und zwei Löffel voll Zucker der Milch zugesetzt, erhöhen die Schmackhaftigkeit. Meistens wird eine Eiercreme dazu gegeben. Italienische Nudelsuppe mit Tomaten. In zwei Quart auf dem Feuer siedendes Salzwasser Wirft man 2 Pfund breite Nudeln. Maccaroni oder irgend welche andere breite Teigwaaren (am besten iz Zoll lang -gebrochen); sind diese halbweich gekocht, so fügt man einen halben, entblätterten und zerschnittenen Kohloder Wirsingkopf ohne Rippen, vier schöne, sauber ausgeputzte, in Achte! zerschnittene Eonserven - Tomaten, oder.statt deren einige Löffel Tomatenpurce. sowie etwas in Würfel zerschnittene Kartoffeln hinzu und läßt Alles gar kochen, würzt sodann die Suppe mit 2 Unzen zerlassener Butter (eventuell einer Spur Knoblauch), etwas Parmesankäse und ein wenig frischer Butter und gibt vor dem Anrichten daS nöthige Salz hinzu. Schmorbraten. Ein gut abgelegenes Stück Rindsbrust (brisket) wird mit der flachen Fleischhacke geklopft, dann mit einem Tuche rein abgewischt und mit Salz und Pfeffer eingerieben. In einen eisernen Topf gibt man 4 Eßlöffel Fett (es kann Abschöpffett sein), 4 Stück fein geschnittene Zwiebeln, etwas gelbe Rübe und Kopf - Sellerie in Scheiben geschnitten, von jeder'Gattung Gewürz fünf Körner, und wer den Geschmack der Wachholderbeeren liebt, thut noch 5 zerdrückte Beeren hinzu. Darauf wird das Fleisch gelegt, oben wieder mit in Scheiben geschnittenen Zwiebeln bestreut, mit 4 Eßlöffel Fett Übergossen und dann mit einem mit Fett bestrichenen Papier bedeckt. So läßt man das Fleisch, wenn es die Zeit erlaubt, ungefähr zwei Stunden an einem, kühlen Orte stehen, gibt es dann in den Bratofen, wo man es unter öfterem Begießen eine Stunde zugedeckt dünsten läßt. Nach dieser Zeit nimmt man das Fett ab, dreht das Fleisch um. gibt statt d'esem ein Pint Suppe oder Wasser und in 'Stücke geschnittenes altes Schwarzbrot hinzu und läßt das Fleisch noch ungefähr 2 Stunden dünsten, wobei. man den Tops Mit Bugeleijen oe - scbwert. Nach der angegebenen Zeit , nimmt man das Fleisch aus dem Topf, geriebene Schale von einer halben Orange dazu, setzt dies auf Feuer und gibt, wenn die Lösuncr glatt ist, den Reis hinein, den man noch eine halbe Stunde auf einer heißen- Stelle stehen läßt, bis die Körner ganz weich sind. Nach dem Erkalten mischt man ihn mit Jot 0T),tfVr?rr Srtf r trtckt fftf ift V Ulii Xfcl JilVfcltl, vuj) Ifc 411, '" und verziert ihn mit gezuckerten Oran genspalten. , Geschmortes Lammfleisch.. Man schneidet ein halbes Pfund friscben Speck zu kleinen Würfeln und brät ihn in einerKasserole schön braun; dann schmort man fein geschnittene Zwiebeln darin, thut Paprika, Salz und ein rein gewaschenes Lammviertel hinein und läßt dies so lange darin schmoren, bis das Fleisch weich ist. Brühe braucht man nicht dazu zu gießen. weil der nothwendige Saft von selbst aus dem Fleisch entsteht. Gebackene Eier. In einer nicht zu tiefen Kasserolle kocht man zwei Quart Wasser mit einer halben w rr- rr- TT' V ' DlZC.t T ?ss, mia und einem Löffel Salz. damit sich das Eiweiß nicht vom Dot. ter trennt. Die Eier müssen 4 Minuten nur von der Seite kochen. Dann nimmt man sie mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser, schneidet die Ränder glatt, panirt sie mit geriebener Semmel, unter- welche man etwaS Varmesankäse mischt, bäckt die Eier in B:öfctt schwimmend, goldgelb tmb reicht eine warme feine Mostrich-Sauce oder kalte NcmTuladeSauce dzzu.

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