Indiana Tribüne, Volume 23, Number 193, Indianapolis, Marion County, 1 April 1900 — Page 9

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Ludicma Wibüus.

Veuags.

Zwei Kranke KMer. Von R. BartolomSuS. (53 ist Abend! Kein Fenster im Schlöffe ist erleuchtet, wenigstens nach der Seite zu, nach welcher die Wohn und GesellschaftSrüume liegen. Nie ir.anb zeigt sich in der Thüre; eS ist todtenstill und nur der alte Diener in semer gewöhnlichen Livree erscheint von Zeit zu Zeit, sieht hinaus, horcht auf, schüttelt den Kops und verschlvindet im Innern. Auch dort ist eS still; nichts rührt sich und man hört deutlich das Ticken der alten Uhr aus dem Diener zimmer am Ende der Halle. DaS schmucke Köpschen einer Kammerzofe beugt sich über daS Geländer der eiche nen Treppe, welche in das Stockwerk führt. So leise ist sie herabgekommen, daß man sie nicht gehört hat und so stille ist eS, daß der Diener in seinem Zimmer deutlich hört, wie sie ihn flü sternd rüst. Er erscheint schnell; sie sieht ihn fragend an er zuckt die Ach sein und begiebt sich wieder aus seinen Posten an der Hausthüre, indeß daS Mädchen schweigend hinauöeilt. Er forschte lange vergeblich hinaus in die Dunkelheit, vergaß aber da? Hinausgehen und blieb auf seinem Po sten stehen. Er wartete und wertete. bis auch er, der an daS stille W arten gewöhnt war, anfing ungeduldig zu werttn und auf und niederging. Er wartete ziemlich lange;dann hörte er sich wieder bei Namen rufen. Es ist die gnädige grau," sagte er zu sich selbst. Noch immer nichts!" fragte diese. .Nichts, gnädige Frau!" Mein Kottl Ich meine, er müßte schon längst hier sein." ,, Wenn der Kutscher ihn getroffen hat, ja!" ..Du machst mir Angst!" aber wer weiß, was die Ursache ist. daß er so lange ausbleibt?" " Ob wir vielleicht noch einmal schicken?" Vorläufig nicht, gnädige Frau l Es wäre umsonst! Jetzt, da ist er!" ..Nein. eS fährt vorüber!" Aber jetzt! DaS sind unsere Pferde!Ja, sie sind eS Gott sei Dank!" Die ftnrn blieb neben dem Diener stehen, und beide warteten auf die An kunft deS sich nähernden Wagens, ohne cm Wort zu sprechen. ES war wlrlllch der erwartete er lenkte in den Park ein, fuhr vor, hielt an, der Schlag öffnete sich und der Arzt stieg heraus; die ffrau eilte ihm entgegen. Willkommen, Herr Doktor," sagte sie leise. ..wir . warten mit Angst und Sorge auf Sie." ttonnte beim besten Willen nicht eber kommen, gnadwe Frau," entgeg trete der Arzt. Nach der Beschreibung Ihre? Briefes hielt ich's für geboten. meinen Kollegen mltzubrlnzen. um nicht allein einem schwierigen Fall ge genüberzustehen." r stellte einen Herrn v?r, ver in zwischen dem Wagen entstiegen war und schwelgend neben beiden stand. Sie erschrecken mich, Herr Doktor," sagte die Frau ängstlich. Vor allem den Muth nicht verlie ren, gnädige Frau! Noch ist nichts verabsäumt, und eS ist keine Frage, daß wir die ranke durchgingen." Sie schritten die Stufen hinan, in deß der Wagen lautlos verschwand. Der Diener war den Herren beim Ab legen der Mäntel behilflich, und dann gingen sie unter Führung der Frau die Treppe hinaus. Em welcher Teppich war von unten hinauf bis über den Gang gebreitet, an dem daS Zimmer der Kranken lag; niemand sprach ein Wort und an der Thüre deutete die Mutter durch ein Zeichen an, daß sie erst hören wollte, ob alles ruhig sei. Man vernahm nichts; still öffnete sie und n i. i i 1 aue orel iraien ein. ES war ein schöner ' Saal, dessen Fenster und Thürvorhänge herabgelallen und fest zusammengezogen wa ren. Eine Ampel, die von der schön gemalten Rosette in der Mitte der Decke herabhing, verbreitete ein sanftes Halb dunkel, so daß auch abgesehen von dem Schirm, den sie trug die Geaen stände im Zimmer nur schwach zu erkennen waren. Die Kammeriungfer. welche bis dahin die Kranke bewacht. erhob sich und ihre Herrin sank vor dem Bette aus die Knie nieder. Wie geht's dir, mein Lieblina?" K sagte sie zärtlich. Besser, liebe Mutter!" erwiderte j die Kranke, sanft die Augen aufschlü' gend. Ihre Mutter strich die braunen Locken anS dem blassen Gesicht und küßte sie auf die Stirn. Nicht wahr? Sie hat, schon etwas Farbe?" fragte sie ausstehend die bei den Aerzte, die beobachtend neben ihr standen. Sie erwiderten nichts; der eine trat an das Bett, untersuchte den Puls, stellte einige Fragen und sah sich dann naü seinem Collkgen um, der seine Zustimmung durch ein leichtes Kopfnicken ju erkennen gab. Tann besprachen sie sich leise in einer Zim merecke. v Der Herr Kollege." erklärte dar .aus der Arzt, wird zunächst bei der klei- . nen Patientin wachen. Ich will etwas verschreiben. Schicken Sie, bitte, so fort nach der Stadt, gnädige Frau. .Der Bote kann warten, bis eö gemacht !ift. Ich löse dann den Herrn Kolle gen ad." Der letzte nahm seinen Posten am ,Wette ein; die Mutter küßte ihre Toch. . ter noch einmal, empfahl der Dienerin d'e größte Vorsicht und Sorgfalt und bkgab sich mit dem andern Arzt nach thcem Wohnzimmer im Erdgeschoß. Die Verordnung war bald geschrieUn; ein reitender Bote, der inzwischen

gesattelt hatte, nahm sie nach der Stadt und der Diener kündigte an, daß daS Abendeffen aufgetragen sei.

ES ist Nacht. DaS kleine Hofzimmer ist nothdürftig erhellt durch die ArbeltSlampe ohne Glocke, welche auf einem, von Alter und Staub schwarz gefärbten, mit Handwerkszeug bedeckten Tische am Fenster aufgestellt ist. So gut hat der Mann, welcher neben ihm arbeitet, die Nader seiner ammsägeMaschine geschmiert, daß sie fast gar nicht zu hören sind, wenn er sie durch den Tritt mit dem Fuße leise in Be wegung sedt und nur ein leiseS Zischen läßt sich vernehmen, wenn er daS Horn stück an die Schneide anlegt. Auch das ift ihm zuviel; er läßt deshalb die Ma. schine langsamer geizen, so wenig i friedigt er auch ist, wenn er dem Hau fen Kämme aus dem Tische einen prüsenden Blick zuwirft. , .Bater!" läßt eS sich hören. Selbst der ausmerksamste Beobachter Hütte nicht sagen können, wo das Kind sei, das diesen Rus vernehmen ließ. Käthe!" sagte der Vater, stand auf und ging in die Ecke des Zimmer, in welcher . ein dunkelfarbiger Vorhang angebracht war, wie man wahrnahm, als er sich beim Veiselteschieden faltig gegen die staub und rauchgeschwärzten Wände abhob. Dahinter sah man eine kleine Bettstelle, die augenscheinlich aus einer größeren zusammengezimmert war, denn die Höhe und Stärke der Pfosten und die Breite des Gestells stand in keinem Verhältniß zu der Länge der Ruhestätte; auch waren die Betten zu groß für das Lager und den kleinen Körper, der sich jet)t mühsam aufzurichten versuchte. Käthe, mein Kind!" sagte der Va. ter, die Kleine in das Kopskissen sanst zurücklegend, du sollst doch liegen bleiben! Sonst kannst du nicht gesund werden, sagt die Nachbarin. Ich lege mich auch schon, Vater ich will dich nur sehen, und was du machst. Schieb den Vorhang nicht zu rück!" Käthchen! Da kannst du ja nicht einschlafen, wenn du siehst, wie ich ar beite, und es obendrein hörst!" Ich kann viel besser schlafen, Va ter, wenn ich dich sehe, und wenn das Rädchen schn.iirt " Wir wollen sehen, obdu einschlässt! Willst du trinken?" setzte er hinzu. i&r mit der umaekebrten Hand die 'Stirn besühlend. Nein, Vater!" (5r ging an seine Arbeit, und bald begann das Rad sich wieder zu drehen und die Hornplatte zu zischen. ..Vater!" Käthe, was hast du?" fragte er und hielt mit seiner Arbeit lnne. Hast du gegessen, Vater?" Warum?" Ich kann nicht einschlafen und träume immer davon " Ach. Unsinn, Kind! , Ich werde schon zu effen kriegen eS steht schon auf dem Herd!" Gewiß, Vater?" Ganz gewiß! Ich .muß erst mit diesem Hundert fertig sein, dann esse ich mein Abendbrot!" Ganz gewiß?" Kannst dich darauf verlassen nun schlaf aber ein, Kind! Du mußt ge fund werden und ich muß arbeiten." Wieder begann die Maschine zu schnurren und der Hausen der einge zahnten Hornplatten mehrte sich sicht sich. Ter Mal: hielt einen Augen blick inne und sogleich erwachte das Kind. Vater!" Käthe!" Kommt die Mutter gar nicht wieder?" Nein die kommt nicht wieder!" Wenn ich nun auch nicht wieder komme k" .Tu bist noch hier, Kind daran mußt du nicht denken!" .Ich muß daran denken, Vater ich kann nicht dafür!" Ach. das laß nur!" Er setzte den itup aus das Trittbrett. .Vater!.Run?" .Ja, aber wie wird eS dann mit du werden?" .Wie?" Ich meine wer soll denn sür dich sorgend .Ach, du Dummchen! WaS denkst ou oennk .Glaubst hl?" Nun, freilich! Ich Hab'S doch so viele Jahre gethan, eh' du da warst." waxi ou eyer oa als ia)f" Freilich!" Auch die Mutter?" ..Natürlich! Schlaf nur. Kind! Du mußt schlafen und ich muß arbeiten!" Das Rad setzte sich wieder in Bewe. gung. Vater? Nun?" sagte der Mann und hielt ein. Hast du gegessen?" Nein! Kind, wenn du mich immer störst, dann kann ich nicht arbeiten und komme gar nicht zum Sssen!" Ctbr' ich dich. Vater?" ..Ja, Käthchen! Du mußt mich ar betten lassen nicht soviel reden: da ist dir nicht gut!" Hat dich die Mutter auch gestört? e i . v o i iragie oas oeyarrncye lnv. ,.Nein, mein Kleines die tbat alles, was ich wollte und war niemals gegen mich!" Ach. Vater! Setz dich her hier! Ich kann dich nicht recht sehen nimm dein Esten und iß hier neben meinem Bett ich möchte es gern sehen." Der Mann war zwar einen Auaen blick unwillig: aber die Bitte des Kin des vermochte er Nicht abzuschlagen, ur legte die Hornplatte beiseite, die er schon in der Linken hielt und zog den Fuß vom Trittbrette. Dann ging er in die andere l?cke des Zimmers zum Herde, auf besten erkaltender Platte ein Topf mit Esten stand, zog eineit Löffel au dem Einschnitt des SckrankS da

neben uiib fetzte Nch neben das Bett seines KindeS. Käthe hatte alle Be wegungen ihre? Vaters mit großen, offenen Augen verfolgt.

Ealz steht im Schrank rechts. Va. ter!" sagte sie. Der Mann erhob sich, arm in das Salzfaß und streute eS r den Topf, fast ohne darauf zu achten. Nicht soviel, Vater!" mahnte daS Kind. Er schüttete den Rest in das Salzfaß und setzte sich. So ist eS schön, Vater," sagte daS Mädchen, sich schauernd. Sie legte die Hand auf seine Knie, wie um sicher zu sein, daß er da sei und ihn sestzuhal ten, bis er gegessen, und sah ihm zu, blö ihr die Augen zufielen. Die Goldprobe. Von Karl Pauli. Und nun sollst du auch erfahren, warum ich deinen freundlichen Besuch erbeten habe,- sagte der Baron Edgar von Bogner zu fernem Freund, dem Artilleriehauptmann Senius, nachdem er ihn durch alle Räume seiner vor nicht zu langer Zeit gekauften Villa geführt hatte. Ich denke," erwiderte der Angere dete, du wolltest mir dein Besitzthum zeigen!" Ja, gewiß, das auch, aber eigent lich handelt es sich um was anderes, ich will nämlich eine Goldprobe veran stalten !- Dann hättest du dich bester an einen Chemiker gewendet!Ach, du verstehst mich nicht!- rief lachend der Baron, eS handelt sich nicht um kaltes Metall, eS handelt sich um ein viel kostbareres Gold, um das Ver trauen!" .Wieso?Höid Du kennst doch meine Frau! Du weißt, daß sie in jeder Weise voll kommen ist. aber sie hat einen kleinen Fehler, sie ist nämlich etwa? abergläu bisch!" DaS sind die meisten Frauen!Gewiß, aber alles muß seine Gren zen haben, und deshalb will ich meine kleine Frau auf die Probe stellen, ob ihr Vertrauen zu mir oder ihr Aber glaube stärker ist!" Ich bin gegen jedeS ,AufdieProbe stellen', was Frauen anbetrifft!" sagte mit eigenthümlichen Lächeln der Haupt mann. Kannst du daS Experiment nicht allein aussühren?" Nein,- entgegnete der Baron, dich, gerade dich brauche ich dazu, du bist alS gewissenhafter Mensch bekannt, als Tugendfpicgel beinahe verschrien, meine Frau hat zu dir ein unbegrenztes Ver trauen , Und?" unterbrach ihn der andere. Und dieses Vertrauen soll ihr die Absichtlich'eit deS kleinen Scherzes ga rantiren, denn, wer kann mit du wirst mich schon verstehen!" Damit zog er den Freund fort und ließ ihn nicht eher los, biS sie in dem reizend einge richteten Boudoir der jungen Frau standen. Dort nahm der Baron ein Kästchen maurischer Arbeit vom KaminsimS, öffnete eS und zeigte dem Hauptman ein kleines Fläschchen, das eine wasterhelle fV " ?T ? !l h tfl üiiilligini enigicii. Siehst du dieses Fläschchen?" fragte er. Da ich nicht blind bin," gab der Hauptmali zurück, muß ich es wohl sehen!Wei't du uuch, was es ist?" Rein!" Ein Talisman!" Ein Talisman!" Jawohl, Elli und ich haben dieses Flüschm aus unserer Hochzeitsreise gelauft." In Spanien?" Ganz recht, in Spanien. In Granada, in den Ruinen der Alhambra wurde es uns von einem alten Ziaeu vermeide zum Kauf angeboten. , Diese P"W r - i w rw i . wa e. agle o;e viue. .enthalt cm Zauberwasser. Solange die Treue in Ihrem Hause wohnt, wird der Inhalt der Flasche hell und klar bleiben, bricht aber eins der Ehegatten dem anderen die 'Treue, wird er schwarz wie Tinte!" Und bis jetzt ist es klar geblieben?" fragte der Hauptmann. Natürlich!" entgegnete der Baron. Oder zwelselst du an memer Gewis senhaftigkeit als Ehemann!" Nicht im mindesten! Im übrigen glaubst du doch nicht an solchen Unsinn?" Bewahre! Ich weiß, daß eS einsa. ches Wasser oder höchstens Spiritus ist. womit uns die alte Hexe betrogen hat. aber Elll glaubt daran, und deßhalb will ich sie eben von dieser Schwäche kuriren oder mich wenigstens über'eu gen, ob ihr Aberglauben stärker ist oer ihr Vertrauen zu mir!" Und was soll ich dobei?" Tu sollst der Zeuge meiner zeßigen Handlung sein und sollst mir den Bor gang vor'meiner Frau bestätigen!" Wie denn?" Paß nur aus!" sagte der Baron. öffnete das Zauberfläschchen und goß seinen Inhalt m die Asche des Kamins. Dann zog er eine Flasche voll Tinte aus der Tasche, füllte daS fläschchen mit der schwarzen Flüjngkeit. legte es wie der in das maurische Kästchen und stellte dieses an seinen alten Platz aus dem Sims deS aminZ.' Verstehst du nun?" sragte er. So halb und halb!" Morgen nun, fuhr der Baron, ohne den Einwurf deS HauptmannS zu beachten, fort, kommt meine kleine Elli von ihrer zweimonatlichen Som. merreife zurück, sie wird natürlich nach ihrem Talisman sehen, findet das Wasser schwarz und hält mich für den schwärzesten Verräther. Jch werde ihr selbstverständlich von dem heute Ge schehenen nichts sagen, fondern sie nur im Hinweis auf meine sonstige Zuverläfsigkeit zu beruhigen suchen. Glaubt sie mir nicht, so erscheinst du, denn ich rechne darauf, daß du morgen mein Gast zu Tische bist und erzäblst. waS

heute rer vorgegangen ijt, da muß "sie

sich doch schämen? wie?" Ja, daS münte sie wohl eigentlich!" entgegnete der Hauptmann trocken. Also ich kann auf dich rechnen?" Morgen zu Tisch? Gewiß. - Mit einem kräftigen Händedruck schie den die beiden Freunde. Am andern Tage stellte sich der Hauptmann pünktlich zur Tischzeit ein. Nach der offiziellen Begrüßung nahm lhn der Baron beiseite. Sie hat noch nichts gesagt," slü sterte er. Vielleicht hat sie noch nicht nachge sehen," gab der Hauptmann zurück. Ter Baron nickte nur, da er be merkte, daß die Blicke seiner Frau auf ihn gerichtet waren. TaZ Diner verlief in angenehmster Weise, die junge Frau war reizend und gab in allerliebster Weise einige kleine Reiseabenteuer zum besten. Nach dem Kaffee konnte eö deS Baron nicht mehr aushalten, unter dem Vor. wand, dem Freunde die Einrichtung der Villa zu zeigen, führte er ihn trotz des Sträubens der jungen Frau in de ren Boudoir. Ah!" rief er dort, als käme er beim Anblick des maurischen Kästchen? plöß lich aus einen Einfall, sag Elli. hast du denn schon deinen Talisman be fragt, ob ich dir denn auch in der langen Zeit treu gewesen bin?" Wie hätte ich das nöthig," lachte die junge Frau, mein Vertrauen zu dir ist unbegrenzt!" Edgar warf dem Hauptmann einen Blick voll glücklichsten Gattenstolzes zu; seiner Frau gegenüber aber legte er sein Gesicht in ernste Falten und er widerte: Ueberzeugung ist bester als Vertrauen überzeuge dich doch!" Wie du willst!" entgegnete Frau Elli, nahm das Kästchen herunter und hielt daS Fläschchen gegen das Licht. Die beiden Freunde wechselten einen kurzen Blick maßlosen Erstaunens, der Inhalt des FläfchchenS war hell und klar wie Krystall. ES trat eine kleine Pause ein, die der Hauptmann benuhte, um sich wegen dienstlicher Angelegenheiten zu emvfeh len. Der Baron begleitete ihn bis zur Treppe. Weißt du," sagte er, bis jetzt habe ich immer den Aberglauben ver lacht, aber hier stehe ich doch wirklich vor emem Räthsel!" Fürstliche Handwerker. Die Mitglieder der vornehmsten Familien lernen heute oft genug ein Handwerk, und selbst gekrönte Häupter verschmähen es nicht, ihre Muftestunden , einer solchen Beschäftigung " zu widmen. , Im Hause der Hohenzollern muß nach altuberknmmener Ueberlreferung redes mannliche Mitglied der Familie ein Handwerk erlernen. Kai ser Wilhelm II. hat eine bestimmte Lehrzeit der Kunst Gutenberg's qewid: met. Die Hand, die sonst das Scepter trägt oder den Degen führt, soll am Setzerkasten in dem krausen, Gewirr der Buchstaben vortrefflich Bescheid wissen. Des Monarchen Vetter und Schwager, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, hat das Schlosserhandwerk erlernt; auch er versieh sein Fach meisterhaft, und manches gute Stück wurde von ihm zur Freude feines Vaters, des tapferenReitergenerals Friedrich Karl, in der Esse geglüht, ' um dann auf dem Ambos unter der Wucht des Hammers für einen bestimmten Zweck hergerichtet zu werden. Es mag nicht überall gerade Hausgesetz sein;' aber das steht fest, daß auch in andern fürstlichen Häusern das Handwerk wiederholt eine Stätte gefunden hat. Auch bei den Habsburgern blühte es als selbstgewählte Liebhaberei in der alten Kaiserburg. Die ermordete Kaiserin Elisabeth war eine sehr geschickte Schriftsetzerin. Die Gedichte, in denen sie die von ihr so innig bewunderte und geliebte Natur besungen. wurden von ihr stets selber gesetzt und auch mit Hilfe einer für sie eigens construirten Maschine gedruckt. . Aus diese Weise war sie wenigstens davor sicher, daß keinSterblicher sie mußte es denn selber wollen! Gelegenheit fand, den ihr so verhaßten Einblick in ihr Gemüths- und Geistesleben zu gewinnen. Kaiser Alexander III. von Rußland fällte . leidenschaftlich gern Holz. Sein Sohn, der jetzige Zar, kennt auf das genaueste alle Handwerksmäßigen Einzelheiten der LandWirthschaft. Er pflügt, er eggt, er säet, er mäht; er weiß sogar Kühe zu melken. Und von König Humbert von Italien erzählen die Nachkommen des Cicero und Horaz mit Begeisterung, daß er ein überaus tüchtiger Schuhmacher sei; und zwar versteht" er mit Leisten und Ahle nicht allein dann umzugehen, wenn es sich um ein nietnagelneues Schuhwerk, sondern auch wenn es sich um eine Flickarbeit handelt. Nicht jeder, der hoch steigt, ist Jrei von Schwindel. E s könnten viele sich und anderen das ganze Jahr hindurch frohe Stunden bereiten, wenn sie Nicht meinten, daß nur zu Weihnachten die Zeit des Gebens sei! Eine Schlaue. Frau A.: ..Meine Kinder gehen um acht Uhr zu Bett und stehen um neun Uhr auf." Frau 8.: Ach Gott, die armen Kinder, dann schlafen sie ja nur eine Stunde." Eine sonderbare Er k l ä r u n g. Lehrer: Wir haben soeben ein Lied mit dem Titel Festlied" gesungen. Hans, was ist ein Fest?" Hans: Fest nennt man alles, wobei was los ist." Erklärlich. A.: Freund Kurt ist ganz betrübt, das wundert mich, er hat um die Hand der Tochter von unserem Stationsvorsteher angehalten und B. (einfallend): . d:r hat ihn absabren loJTen."

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tCX0'O0OCö Sprüche. Rumänisch. Du traust dem Schein, Der viel verhieß? DaS Wörtchen Honig Macht noch nicht süß. Serbisch. Was sorgst Du viel, was stört Dir Deine Ruh? Glaub, weiße Milch gibtauch die schwarze Kuh. . M a s u r i ch. Die Dummen braucht man nicht zu säen, Sie werden schon von selbst erstehen. ' Chinesisch. Nicht wie Dir's genehm ist! Nicht wie Dir's bequem ist! Wer Distel will säen, Darf barfuß nicht gehen. Deutsch. Frische Thaten gebt, Nur kein träumend Rasten! Wer vom Hoffen lebt, Stirbt gar bald an Fasten. Wle'S gemacyt wird. Der Schulinfpector H. hielt im Dorfe V. die jährliche Schulprüfung ab. Diese fiel vortrefflich aus, denn kaum hatte der Lehrer eine Frage gestellt, so hoben alle Schüler den Arm. Als die Prüfung zu Ende war, lobte der Hrr Schulinfpector Lehrer und Schüler mit warmen Worten. Auf dem Heimwege ging der kleine Johannes neben seinem Vater her, der auch der Prüfung beigewohnt hatte. Johannes," sagte der Vater, Du hast alles gewußt, warum hat der Lehrer Dich nicht gefragt?" Ich habe nichts gewußt," entgegnete der Knabe. Aber Du hast ja bei jeder Frage den Arm aehoben." Den linken Arm, Vater Was soll das heißen?" fuhr der Mann sein Kind an. Dieses sah erstaunt zu dem erzürnten Vater auf und erwiderte: Der Herr Lehrer hat gesagt, der der Prüfung heben alle Schüler den Arm. Wer die Antwort weiß, den rechten, wer nichts w nß, den linken. Ich habe tZ recht ge macht." Galvanisirtes , Poultry Drahtgewebe 1 Netting in allen gangbaren Breiten mit $ bis 2 Zoll Maschen sür Hühnerhöse, sowie Stachelzaun-Drah t und Drahtgewebe zum Einfriedigen von Waiden und Gärten, empfiehlt i großer Auswahl zu den billigsten Preisen. fonnegut Hardware Co. 120124 OK Washingionftr. tT Telephon S28. m Harzer und 5t. Andreasberger Canarien Vögel Papageien, Amseln, Drosseln, Stieglitze, Hänflinge, Spottvögel, Rothvögel usm. Spottvogelfutter. Bogelsaamen, 3 Pfd. 20e Goldfische, Aquaria, lobe, Fischfutter, Wasierpftanzen usw. ?. F. Klepper 9 123 Wfl4frt Itmi, poi$t Braust in Vti4ia etxrfrt. Mllklt Dig Dein Auge reiße e lcht aui, nd werfe e tcht v, )x jdkrkwedeDtch an o man Dir für D'i Uuge da nötilge las anfertiat. Sünälich ugk werden schmerzlo etngesktzt. QeNleu erde ach den heften rethod lir Kngen an icafct. Zu vsrmiechen : Zimmer im 5.Ze3t.iv Es'böZMs zu reduzirteu Naten. DaZ'feinste Office'Sebaude in d CtaM. Vollständig Feuer sich. Ochnelle Fahrstühle und alle modernen VequemlichkeUen. Nachzufragen bei GREGORY Cz APPEL, Cen, f2, die L?di---?5lU Cti C.

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Eisenbahn -Tabelle

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