Indiana Tribüne, Volume 23, Number 193, Indianapolis, Marion County, 1 April 1900 — Page 2

Werwa's Hastspiel. Con Franz Hereeg. Als Herr Kenedy jungst den Nwg Tntlang spazieren ging, fiel ihm ans einer Annoncensäule ein großes Theaterplakat in's Auge, das mit Riesenlettan ein Gastspiel der Frau Melina ankündigte. Da schau, die kleine Melina!" Als er in seine Wohnung krm, dachte er noch immer an sein altes Verhältniß. Er sah den blonden Engel ror sich mit wunderbarer Klarheit, so wie vor etwa zehn Jahren Dann kramte n in den verborgenen Schublädchen seines Schreibtisches herum. Zwischen Qlten Bildern fand er, was er, suchte: einen Brief von Melina das Papier loax schon gelb, toit Elfenbein, die Tinte verblaßt. Liebster! Ich habe Dich gestern nicht gesehen und werde Dich auch heute nicht sehen. Wenn Du bis morgen nicht kommst, dann komme ich selbst zu Dir. Ewig die Deine Melina." Mit herbem Lächeln laS Kenedy die wenigen Zeilen wieder. Wird sich Melina erinnern können, wem sie dieses Vnefchen geschrieben? Gewiß nicht er könnte wetten, daß sie längst darauf rer?effcn hat. . . Er dachte ein wenig nach, ergriff fcanit die Feder und schrieb mit großen Buchstaben auf die Rückseite 'des Briefes: .... . Meine Gnädige! Hundert Gulden setz: ich gegen eine Ihrer leeren Par-fumflasch-n, daß Sie sich nicht mehr erinnern werden, wen Sie einst mit diesen Zeilen beglückten." Den Brief verschloß er dann in ein Courer! und schickte ihn in's Hotel, in dem die Künstlerin wohnte. Es stimmte ihn behaglich, seiner einstigen Geliebten eine unruhige halbe Stunde zu bereiten, und wohlgelaunt vertiefte er sich in das Studium der Zeitung. Er war noch nicht bei den Inseraten angelangt, als im Vorzimmer die Glocke ertönte. Ein langhaariger, junger Mensch trat ein. Mein Herr, ein Brief von Frau Melina," deklamirte der Langhaarige. Dann verbeugte er sich wie Marquis Posa vor König Philipp, warf einen Seitenblick in denSpiegel und verschwand geräuschlos. Lieber alter Freund!" schrieb Frau Melina. Die Frau eines armen Statisten hat einen Knaben zur Welt gebracht. Für diesen nehme ich die hundert Gulden an, die ich von Ihnen geWonnen habe und zur Belohnung verzeihe ich Ihnen die Ungezogenheit in Ihrem Briefe. Noch immer die alte Melina." Melina! Der Theatername klang wie ein Triller in Kenedy's Ohren, wuchs dann zur brausenden Symphonit, bei deren Klängen alte Liebeserinnerungen im Siegeszuge in sein Herz drangen. Die alte Melina!" Herr Kenedy machte mit' Sorgfalt Toilette. Während der umständlichen Manipulation kam ihm in den Sinn, daß er einst eine Thorheit begehen und Melina heirathen wollte. Zum Glück hat er stch's noch rechtzeitig überlegt. . . Zum Glück? Der Mensch weiß, ja nie, welcher Thorheit er sein Glück verdankt. Er stand in Melina's Hotel. Im ersten Zimmer kniete vor einem riesigen Koffer eine hübsche Kammerzofe. , Ist die Dame zu sprechen?" Bitte, in's zweite Zimmer!" ' Ein leiser, lieber. Aufschrei wurde hörbar und Melina stand vor hm. Wie schön sie noch ist! Ihr Haar, das früher blond war, ist wohl jetzt tizianroth, auch ihr Kinn ist runder geworden, doch das macht sie noch hübscher. Ihre Gestalt ist voller, doch in ihren Augen lacht noch die alte unverwüstliche frohe Laune. Sie reicht Kenedy ihre kleine, wohlgepflegte Hand, die er an die Lippen führt. Grüß' Sie Gott, lieber, guter Freund!" Melina!" Und sie 'sitzen auf der Chaiselongue und plaudern leise das heißt nur Melina plaudert, wie gewöhnlich, süße Nichtigkeiten. Es scheint, als wären sie Beide etwas erregt. Als es draußen zu dämmern ansängt, kommen ihnen allerhand närrische Erinnerungen in den Sinn. ' -Denken Sie noch daran?" fragt Einer den Anderen, und das klingt wie der Refrain einer Zauberromanze. Melina. spricht mit ihrer süßen Mollstimme, die die Theaterhabitues vor Wonne erschauern läßt. Ja, ich weiß auch noch, wie es begönnen hat. Es war an einem sonnenhellen Herbsttage, als wir zusammen fcin Wald durchstreiften. Wissen Sie noch? Wir waren so frohen Muthes wie zwei sorglose Schulkinder. Auf dem Heimwege überraschte uns dann der Regen und wir flüchteten in eine kleine Weinschenke. . . Erinnern Sie sich noch an die Weinschenke?" Kenedy blickte erstaunt auf die Künstlerin, die leise weitererzählte. . Als ich in der Weinstube ein Fenfier zumachen wollte brach, es und schnitt mir in den Arm. Ich erschrak und Sie wollten das Blut mit Ihren -Lippen stillen." Sie schürzte den weiten Aermel ihres Neglige in die Höhe und auf der seidenweichen Haut ihres Armes wnrie. eine kleine, halbmondförmige Narbe sichtbar. Erinnern Sie sich noch?" Herr Kenedy fchaute merkwürdig betroffen auf die. Uhr und sprach sein Bedauern aus, daß er jetzt" in's Casmo müsse, wo man ihn erwarte. Er versprach aber, sich bald mehr Zeit 'zu einem gemüthlichen Plausch mit seiner Ln lieben Freundin zu nehmen. , Aus. der Straße angelangt, blieb er

zedankenvoll - stehen. Er wußte bestimmt, daß er mit Melina niemals im Walde, noch weniger in einer Weinschenke gewesen. Noch b:siimm!er wußte er, daß er die Narbe heute zum erstenmale gesehen. Nur das wußte er nicht, mit wem ihn wohl Melina verwechselt habe! Die AttösöhttUttg. Von ?!oscggcr. Wie sich das zugetragen hat. wollt Ihr wissen? Daß wir uns ausgesöhnt haben, der Mathias Kloiber und ich? Na, warum sollt ich's nicht, erzählen? Ist ja allemal, ein' Ehr, ss was. Ist im Grund ein guter Lapp, der Mathias, ein herzensguter! Aber schrecklich begriffsstutzig, manchmal. So gemüthlich' es sich die meiste Zeit mit ihm plaudern läßt auf einmal zwickt ihn derTeuxel, er nimmt krumm, was gar keinen Gedanken d'rauf hat und der Verdruß ist fertig. Gewesen ist's in der vorigen Woche. Ihr wißt es ja, beim Grabenwirth, wie wir den schwarzen Schuster haben geprügelt. Muß nicht der Mathias so eng dabei stehen, daß er auf ja . und nein Eine hat in seinem vorderen Gesicht. Und schießt ihm von der Nase auch schon die roth' Suppen. .Äff', ungeschickter" red' ich ihn d'rauf an, denMathias, siehst es denn nicht, baß ich just bei der Arbeit bin? Was stehst mir denn im . Weg um? Nun ist's Dir etwan nit recht?" sag ich in aller Güte, weil der Mathias Kloiber allcweil mein bester Kamerad ist gewest. Und jetzt denkt Euch, will er aufbegehren, und das ließ' er sich nit gefallen. Und das möcht er sehen, wer Schneid hätt! Halt's Maul!" red', ich . ihm freundlich zu, oder ich reiß , Dir die Haxen aus," sag ich, und schmeiß sie in den Fletzboden, daß sie Dir's heraus stemmen müssen!" - Auf diese wohlgemeinte Ansprach' nun ja, sagen hab' ich es ihm müssen, daß er sich zu richten weiß für ein anderes Mal auf die freundschaftliche Ansprach' geht er mich klagen! Klagen geht er mich, der Tropf! Und haben nachher allzwei die Laufereien zum Gericht gehabt. Na, und so ein Richter versteht natürlich auch keinen Spaß und heißt es jetzt, den Mathias Kloiber hätt' ich beleidigt! Beleidigt?!" frag' ich ganz derschössen. Beleidigt? Ich? Wen? Den Mathias?" Zuckt der Richter die Achsel, was mir eh schon allemal verdächtig ist und sagt: Ja wohl, mein Lieber, Drohung gegen die körperliche Sicherheit!" Na, meiner Seel' und Gott! Hell auflachen hab' ich müssen mitten im Gcrichtssaal. Eine Drohung?! Ah, das ist nit übel, wo ich ihm nur gemüthlich hab' zugesprochen, wie es ein Bruder dem andern nit besser kann. Ja, meint rer Richter, da könnt' er mir nit helfen und liest mir so was Paragraphisches vor, wo ich eh schon allemal gefressen hab. Und sagt, er müßt mich auf ein paar Wochen in den Kotier stecken lassen. Ausgenommen. ich that bereit sein zu einer Abbitt' und der Mathias Kloiber thät' die Abbitt' annehmen. Denk ich ein bissel nach. Abbitt'! Dafür ist er mir auch noch nit feil, der Mathias," sag' ich, denn weil der Mensch mit seinem besten Kameraden grn in Fried und Verträglichkeit lebt

und well's ln solchen Sachen allemal am gescheitesten ist, man verständigt sichut mit einand." Gleich hab' ich mich hingestellt vor den Mathias, hab' ihm die Hand entgegen gehalten: Mathias!" sag' ich freundlich. Mathias! Du bist zwar ein Rindvieh und bleibst ein Rindvieh, aber ich verzeih' Dir!" Die Augen sind ihm naß worden, dem Mathias, um den Hals hat er mich genommen und 'gut ist's g'west. , LluS dem alten Mainz. Jöhann Friedrich Karl Graf von Ostein saß auf dem Stuhle zu Mainz und trug den Kurhut daselbst von 1743 bis 1763 alsNachfolger des Grafen zu Eltz. Ein Bruder des Kurfürsten, Graf Ludwig von Osteim, war 1745 Generalmajor der Cavallerie und befand sich in der Armee, die in demselben Jahre die Stadt Frankfurt und die Kaiserwahl decken mußte. 1753 quittirte er den Dienst als Feldmarschall Lieutenant und nahm 'in Mainz seinen Aufenthalt. Bon seiner außerordentlichen Leibessülle wird mancherlei erzählt. , In der heißen Jahreszeit war es Ostein ganz unmöglich, im Bett zu schlafen. Kam die Nacht, so ließ er sich in seinen Wagen von eigentümlicher Construktion und Raumeintheilung heben und langsam zogen ihn die Pferde durch die Straßen. Das Schaukeln des Gefährts brachte ihm allmälig den Schlummer. Dann 'suchte der Kutscher den kühlenden Schatten irgend einer Platane. und wenn der Graf eingeschlafen, spannte er die Pferde aus und ritt nach Haus. Im Wagen, welcher der Kühlung halber bis auf eine ziemliche Höhe mit feuchtem Rheinsand gefüllt war, blieben der Graf und der ihn behütende Kammerdiener zurück.,. Mit dem ersten Morgenstrahl kamen die Pferde wieder zur Stelle, und langsam ging es nach Haus.' ' m JnderSchule. Fritz, was versteht man unter einer Höllenmaschme?" Ein Klavier." Störend.' Dichter (zu seiner Gattin): Eulalia, nimm doch diesen Käse weg, ich möchte gern mein Gedicht Wiesendust Waldesluft" botlenden!" Zerstreut. Frau: Da ist eine Todesanzeige von Deinem frühe ren Schüler Alex Murmel gekommen !" Professor: So, denkt der auch mal wieder an mich?-. id. :

Iie Vrotcstvisite. Humoreske von Maximilian Krauß. Vier Tage -hatte Hannibal Zirbel. Doctor der Philosophie und Secretär am Staatsarchiv, in seiner neuen Junggesellenwohnung zugebracht, als er eine furchtbare Entdeckung machte. Es war am Abend des fünften Ta ges. Er hatte sich von seinen Abendschoppenfreunden losgemacht, um zum erstenmal die paradiesische Stille seiner Wohnung auszunutzen, einer. Wohnung, die er mit gutem Vorbedacht in einem der villenartigen Häuser im feinsten Viertel der Residenz ausgewählt hatte. Bisher hatte er nämlich in dem ewig unruhigen Centrum der Stadt campiert, und dazu noch bei einer Wittwe, gesegnet mit fünf Vuben, die bis !n den späten Abend hinein einen solchen Lärm machten, daß Hannibal auf jegliches Studium verzichten mußte. Und da nun die fünf Jungens seiner HausWirthin mit zunehmendem Alter sich immer größerer Lungenkrast erfreuten, Hannibal Zirbel aber unbedingt die letzte Hand an sein großes historisches Werk, das er über Götz von Berlichingen und seine Zeit schrieb, legen wollte, so sah er sich gezwungen, der kinderrcichen Wittwe Valet zu sagen. Sein Auszug vollzog sich unter dem Jammern der armen Wittwe, die den mit Geldern wohlversehenen Doctor nur schweren Herzens ziehen ließ, und unter dem Geheul der fünf Buben, die. in rasendem Tempo auf demGelander des Treppenhauses abwärts fahrend, den Orientexpreßzug imitirten. Ein Lieblingsspiel der phantasiereichen Rangen, das den Vortheil hatte, daß das Stiegengeländer stets blank gescheuert aussah, was man fönst von keinem Theil des alten Hauses sagen konnte . . . Run saß Hannibal Zirbel vor seinem Schreibtisch im neuen Heim) Der Dauerbrandofen, der mit seinen rothglühenden Augen in der dunkelenZimmerecke wie ein Fabelungethüm stch ausnahm, strahlte wohlige Wärme aus. Hannibal Zirbel fühlte sich sehr befriedigt. Er zündete eine 5igarre an und machte Licht. Da lag vor ihm auf 'dem Schreibtisch das umfangreiche Manuscript seines geliebten Wnkes. Seines Werkes! Das erfüllte ihn mit Stolz. War es doch die Frucht jährelangen intensiven Studiums. Und nun endlich war er so weit, daß er die letzte

Feile anlegen konnte! Dann dann mochte es hinausgehen in alle Welt und seinem Autor einen ehrenvollen Platz erobern unter den Zunftgenossen. Hannibal Zirbel der Verfasser Götzens! Er sah sein Werk schon in allen historischen Zeitschriften citirt, sah sich schon vorgeschlagen als correspondirendes Mitglied dieser und jener berühmten Academie . . . Und er begann zu arbeiten. Da machte er die furchtbare Entdeckung! Ihm zu Häupten, im zweiten Stock, erklang ein Clavier. Erst leise und zaghat. Ein paar Accorde. Ein paar brillante Läufe. Perlend wie Regentropfen am Frühlingstag. Dann nige Sätze . . . Hannibal legte die Feder weg und lehnte sich in seinen Schreibstuhl zurück. Er lauschte. Famoser Anschlag! Man sah förmlich die Hand des Virtuosen. Oder war es eine Virwosin? Ah! Lohengrin! Hannibals Lieblingsoper! Da das Motiv Einsam in stillen Stunden . . .!" Er summte es ganz leise mit. Ein prächtiger Kerl, dieser Wagner! Jetzt ertönte eine Frauenstimme. Der Clavierspleler schlug die Tasten stärker an. Die Stimme ging mehr aus sich heraus. Einsam in stillen Stunden . . Hannibal Zirbel stand auf und ging unruhig im Zimmer auf und ab. Es war doch eigentlich unangenehm, dieses Singen! , Und nun gar dieses so ost sich wieverholende Ansetzen, dieses Hinaufziehen des Tones! Dann dieses Detonieren! Das ging auf die Nerven. Jetzt war's still, lange still. Hannibal athmete auf. Er setzte sich wieder an seinen Schreibtisch und griff nach der Feder. mm Götz von Berlichingen . . Einsam in stillen Stunden . . Hannibal fuhr mit allen zehn Fingern durch seine Haare. Nun fing sie wieder cm! Und kein Ton kam voll und rund heraus. Das war ein Gequetsche und Geschniekse zum Verzweifeln! Ja, zum Verzweifeln! Und immer dieser Wagner! Hannibal war ein Wagnerfanatiker durch und durch. Aber solch ein Gesang! Das war Wagner in Apothekerdosen verabreicht! Das wr Gift! Gift! Und nach dem Wagner kam Mozart, dann Meyerbeer, dann Gounod alles in Apothekerdosen. Eine Dosis Belladonna, eine Dosis Arsenik, eine Dösis Cyankali ! Hannibal raste durch das Zimmer. Ein Kompendium der kräftigsten Fluchworte Götzens von Berlichingen rasselte über seine Lippen. Er war in ein Haus gerathen, das eine Sängerin und welch eine Sängerin! beherbergte! O arme Wittwe! O ihr fünf Buben! Wie herrlich war eure Orientexpreßzugimitation gegen diese Jammermustk! ' Dann ging's: wieder von vorne an: Einsam in stillen Stunden ..." Heiliger Onuphrius! Wenn den Wagner doch gleich ! Haanibal Zirbel warf einen schmerzlich entsagenden Blick auf seinen dickleibigen Götz, sank stöhnend in einen Fauteuil ind hielt sich die Ohren zu. Umsonst! Die Stille im Hause und auf der Straße war so groß, daß er den Gesang hören mußte, jätte er auch die Ohren mit Wachs

verstopft. Und er hatte diese Stille so ' paradiesisch schön gefunden! Hannibal war außer sich.. Er machte die tollsten Sachen, um denGesang aus der Höhe nicht hören zu müssen. Erst sang er. dann pfiff er die schnurrigsten Studentenlieder aus vollen Lungen: Ei du lieber Augustin!" und Was kommt dort von der Höh'?" und , fftrniä hrt rnuS. Vv n2 Virn 5i,? :

V.UMtf , UU V 14 UUI V W ii IUU da!Einsam in stillen Stunden . ; Immer wieder mußte Hannibal hö ren. daß Elsa einsam war! Er verzweifelte. Wie. ein Tiger stürzte er sich auf seinen Schreibtisch und holte Briefpapier hervor. Meine Gnädigste! Zu meinem Bedauern ..." Er kam nicht weiter. Er wollte an sie schreiben, die ihm die Ruhe raubte, aber es war unmöglich, bei dem Gesang einen vernünftigen Gedanken zu fassen. Wieder raffte er sich auf. Er lachte. Ein Gelächter der Hölle. Xmn begann er Paradeschritt zu üben. Das' war wohl das beste, um von dieser schrecklichen Elsa nichts mehr zu hören. Die Gläser wackelten auf dem Büffett, der Lüster,' der von der Decke hing. schwankte und erzitterte umsonst! Einsam in stillen Stunden ..." tönt's in langgezogenen Klagetöncn aus der Höhe hernieder. ' Hannibal nknmt den Dauerbrand-ofen-her. Die fünf Buben der Wittwe kommen ihm in den Sinn. Was für ein Vergnügen hätte es denen bereitet, hätten sie sehen können, wie er an den verschiedenen Ventilen des Ofens rasselte. indem er sie wie die Register einer Orgel hin und her zog. Er spielte Orgel! Es gab einen Heidenlärm. Elsa ließ sich nicht stören. Er stürmte wie ein Wahnsinniger durch seine Zimmer und - schlug die Thüren zu, daß es donnernd im Hause wiederhallte Elsa sang! Er kehrte in sein Arbeitszimmer zurück und begann Freiübungen zu machen. Arme vor Arme hoch Arme seitwärts , Kniebeuge! Rechtes Bein vor linkes Bein vor beide Beine vor! Donnerwetter! Das geht ja nicht! Er saß am Boden. Und Elsa sang! Schweißgebadet ging Hannibal in sein Schlafzimmer. Ein Mensch, der allen Wünschen entsagt. Die blässeste Resignation'lag auf feinem müden Gesicht. So legte er sich zu Bett. Und als er den gequälten Körper streckte, da verstummte auch Elsa, ud er schlief ein . . . Sieben volle Tage fügte sich Hannibal mit einer Heldenkraft, die feinem antiken Namensvetter alle Ehre gep macht haben würde, in sein Schicksal. Endlich, am achten Tage, raffte er sich zu einem verzweifelten Entschluß auf. Er mußte sie sehen,mußte sie von Angesicht zu Angesicht schauen, sie, die ihn ZUM unfreiwilligen. Genossen aller Schrecken, aller Greuel, allen Jammers ihrer Solorepetitionen machte, die seine Nerven marterte, seine Ohren folterte er mußte es kennen lernen, dieses Schreckniß der Menschheit, diese Sän'gerin! Seine gequälte, überreizte Phantasie malte ihm ein Frauenbildniß vor, entsetzlicher, gräßlicher als das Gesicht der Medusa. Wie sie singt so ist sie! Hundertmal sagte er sich das an einem Tage,' und schließlich stand vor seinem geistigen Auge eine Spottgeburt, die sein Blut in den Adern gerinnen machte. ' Trotzdem er mußte zu ihr ..hinauf. Eine Anklage wollte er gegen sie schleudern, eine Anklage, wie sie fürchterlicher, vernichtender noch nie das Gehirn -eines Staatsanwalts ausbrütete, seit die Welt steht. Und wenn sie nur noch ein Rudimentvon einem fühsenden Menschenherzen im schrecklichen Leibe barg so mußte sie ihn erhören, maßt sie ihm die Abendruhe wievergeben, deren er so dringend bedurfte, um sein Werk vollenden zu können. Und so warf er mit einem tiefen Seufzer noch einen letzten prüfenden Blick in den Spiegel. Es war gut. Der elegante Gehrock saß wie angegossen. Der mächtige Schnurrbart war energisch in die 5)öhe gedreht. Eine blendend weiße Krawatte erhöhte den feierlichen Eindruck, den Hannibal machte. Es war ein Kavalier vom Scheitel bis zur Sohle, der da sich anschickte, Visite in der Höhle der Löwin zu machen. Hannibal ante portas!" dacht Hannibal Zirbel, als er oben im zweiten Stock an der verhängnißvollen Thür stand. Ob sein Erscheinen auf die Sängerin wohl auch einen so tiefen Eindruck machen würde wie - dieser Schreckensruf einst auf die alten Römer? i : Ueber dem Briefkasten an der Thür befand sich eine Visitenkarte. Hannibal las: Frau Hauptmann Lieblich " ' Ein schmerzliches Lächeln glitt über seine Züge. Lieblich hieß also diese schreckliche 'Sängerin! Hannibal und Lieblich . welch eine Tragikomik lag in diesen beiden Namen in diesem Augenblick! ' '' ' Er läutete. Eine ältere, etwas corpulenie Dame mit feinem Gesicht und sreunvllchen Auqen öffnete. Hannibal war, als ob man ihm die eyle zuschnürte. Er brachte nur stot ternd hervor: Frau Hauptmann ' Mit einer liebenswürdigen Handbe wegung lud ihn', die Dame ein, näher zu trenn. Rathe ich recht Sie sind Herr Doctor Zirbel unser jüngster Haus? genösse? Darf ich bitten. Es freut mich unendlich, daß Sie uns die Ehre schenken - Damit öffnete die Dame eine Thür. Hannibal schwindelte. Die Wände tanzten um ihn herum, und er 'sah nichts als das herzbezwingende Lächeln auf den distinguirten Zügen der Dame. ' , Und da saß er nun in dem Salon, einem mit sicherem künstlerischem . Ge

! schmack ausgestatteten Gemach. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Die Dame plauderte auf's anmuthigste in ungezwungener Weise, als ob sie einen guten 'alten Bekannten vor sich hätte. , Hannibal antwortete wie ein Schüler, ; den der Lehrer auf einem bösen Streich ertappte, auf die Fragen, die die Dame an ihn richtete. Und was für Fragen ' waren das! Ob Hannibal das Theater j

liebe? Ob er emWagnerfreund sei? Ob cr auch musicire? Meine Tochter singt auch ein klein wenig. Sie soll Talent haben, sagt man." Hannibal würgte es. Jetzt mußte er sein Herz entladen. Jetzt oder nie! Da rauschte die Portiere hinter ihm. Er hörte das leise Knistern einer Seidenrobe. Meine Tochter Bertha Herr Doctor Zirbel, unser neuer Hausge-nosse!-Hannibal stand wie ein begossener Pudel da. Das war das Zerrbild seiner Träume? Das ist die Sängerin, auf deren Haupt er alles Unheil der Welt herabbeschworen?! Ein niedliches, allerliebstes Frauenzimmerchen mit blondem Lockenhaar und einem entzückenden Stumpfnäschen sah neugierig verschämt zu ihm empor. Und Augen hatte die Kleine, Augen! Ein ganzer Frühling mit all seinem goldenen Sonnenzauber sah draus hervor! Hannibal wußte nicht, wie ihm geschah. Aller Ingrimm, aller Groll gegen die unbekannte Sängerin war mit einem Male aus seinem Herzen, geschwunden. Er schämte sich, jemals den Entschluß gefaßt zu haben, gegen den Gesang seiner Hausgenossin Protest!ren zu wollen. Gewissermaßen den Damen Vorschriften machen zu wollen in ihren eigenen vier Wänden! Und darum saß er doch eigentlich hier! Er, der sonst den Damen, und besonders den jungen Damen nicht zart genug entgegenkommen konnte! War er denn ein Barbar geworden? Ein großer Egoist jedenfalls! Das sagte er sich, als er, von der alten Dame an der Salonthüre aufs liebenswürdigste verabschiedet, im Corridor nach seinem Cylinder und Mantel griff und die Treppe hinabstieg zu seiner WohNUNg ... . In. seinem Studierzimmer ging Hannibal mit großen Schritten auf und ab. Sein Ritt in Feindesland war also glänzend abgeschlagen worden. Er hatte seine Wünsche diktiren wollen. Statt dessen zog er sich mit der wiederholten Versicherung zurück, daß es ihm eine große Ehre, ein unendliches Vergnügen gewesen sei die Damen haben kennen lernen zu dllrfen, daß er sich glücklich schätze, ihr Hausgenosse zu sein.Er hatte sich vor sich selber gründlich blamirt. Und das Schönste an der Sache war: nun war's aus mit dem Protestiren gegen den Gesang im zweiten Stocks Mit gelindem Grauen sah Hannibal dem Abend entgegen. Ob, sie" wohl singen, würde? Jetzt, da er sie kannte, da er sie geseyen, war es ihm doppelt schrecknch, zu wissen, daß sie es war, 'die so schlecht sang. Denn sie war so lieb, so reizend, so entzückend schön! Und der Abend kam. Und sie sang wieder! Hannibal lag in seinen Fauteuil zurückgelehnt und lauschte .... Einsam in stillen Stunden ..." Merkwürdig! Er blieb ganz ruhig dabei. Sie detonirte wie immer. Er kannte jetzt die Stellen ganz genau, an denen sie entgleiste. Aber er blieb ruhig ruhig, so oft sie auch entgleiste. Und eigentlich sie sang gar nicht so übel! Die Stimme hatte vor allem einen natürlichen Klang es lag etwas rührend Einfaches, Schlichtes in ihremVortrag. Ganz wie sie selbst war. Sie! Hannibal hörte den Gesang nicht mehr. . Längst war vor sein Auge ihr Bild getreten, dieses liebliche Bild. Er sah ihr rundes, frisches Gesicht, sah ihr wundersames . blondes Haar, ihre süßen, blauen Augen. Liebes, liebes Mädel!" murmelte er und schloß die Augen. Er träumte einen seligen Traum, während die, von der er träumte, über ihm frisch und falsch drauf los sang ... Ein paar Wochen später hastete er eilig nach Hause. Er war ingeladen, von Frau Hauptmann Lieblich eingeladen. Endlich hatte sich erfüllt, was er mit brennender Sehnsucht erwartet hatte. Es war- ein herrlicher Abend. Nur eine ältere Dame, eine Freundin von Frau Hauptmann, hatte sich noch zu dem Abendbrot eingefunden, das man in dem behaglichen Wohnzimmer im zweiten Stock einnahm. Hannioal w selig. Das kleine, süße Dämchen neben ihm nahm ihn so in Anspruch, daß er kaum Zeit fand, der Küche der Gastgeberin die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen. Nach Tische begab man sich in das Musikzimmer. Hannibal selbst bat Fräulein Bertha, zu singen. Sie sang, ohne Zögern und Zieren. Das unschuldige Kind wußte ja nicht,' wie er einst über ihren Gesang gedacht hatte. Einst! Das war ja nun lange, lange her! Heute hing sein Auge mit Inbrunst an ihren Lippen. Keinen Blick wendete er von ihr. So schön, so wunderschön war sie, wenn sie sang! Helle Freude 'strahlte ihr aus den Kinderaugen. Spendete doch er ihr Beifall, er, den sie so hochschätzte, Hannibal, der Gelehrte! Mama war ent.zückt von ihm. Und die alte Freundin der Gastgeberin? Sie saß still in einem dämmerigen Winkel des Zimmers und sah traumverloren auf die beiden jungen Menschenkinder. ,Die Liebe ist nicht nur blind, sie hört uch nichts dachte sie, als Fräulein Bertha wieder einmal gründlich fehlsang und

Hannibal dazu begeistert Beifall klatschte ... ' .. ' Fünf Monde nach diesem Abend ließ Doctor Hannibal Zirbel seine Vermählungsanzeige drucken. Ein Jahr darauf brachte der Storch den ersten Jungen ins Haus des- Verfassers Götzens von Berlichingen.' Das Werk war fertig geworden, just als der kleine, stramme Weltbürger den ersten Schrei that. Früher hatte Hannibal es nicht vollenden können. Denn in den ersten Monaten seiner jungenEhe hatte seine liebreizende Gattin ihm allabendlich vorsingen müssen. Und sie sang wie eine Nachtigall!

DieWeinprobe. Herr Fleckeles. ein sehr wohlhabender, aber dabei als äußerst geizig bekannte? Herr, hatte unter seinen wemgen intimeren Bekannten einen Kellermeiste?, Herrn Hämmerle, mit dem er auch wirklich auf freundschaftlichem Fuße stand. Jeden .Morgen Punkt neun Uhr machte Herr Fleckeles seinen gewohnten Frühspaziergang und so traf es sich des öfteren, daß Herr Hämmerle gerade damit beschäftigt war, mit seinen Leuten Fässer hinabzuschroten, wenn Herr Flnkeles vorbeiging. Eines Tages bot sich nun die Gelegenheit, daß Herr Fleckeles seinen Freund Hämmerle wiederum bei der Arbeit fand, und redete er den Meister denn auch mit folgenden Worten an: Hören Se, Herr Hämmerle. wäre es denn nicht auch einmal bei unserer treuen Freundschaft möglich, so 'n guten alten, aber 'n wirklich guten Tropfen auf die Zunge zu bekommen? Denken Se doch mal dran." Herr Hämmerle, gern zu Ulk aufgelegt, versprach denn auch seinem Freund Fleckeles, daß er nicht ermangeln würde, ihn bei qünstiaer Geleqenbeit darauf aufmerksam zu machen, ja, er deutete ihm ! an, daß m aller Kurze, m höchstens zwei oder drei Tagen, eine Sendung ganI alter Rüdesheimer abgefüllt würde, und so was käme äußerst selten vor. Nun führte die betreffende Weinhandlung außer ihren anerkannt vorzüglichen Weinen, als Spezialität Provencer Olivenöl", und hiermit dachte Herr Hämmerle seinen Freund Fleckeles gründlich hereinzulegen. Einige Tage waren verstrichen, und nun dachte Fleckeles, du mußt doch mal Hämmerle wieder aufsuchen. Ob er denn nun diesmal Wort hält. Er steuert nun direkt auf den Keller los, wo er denn auch Freund Hämmerle bei der Arbeit findet: Na! das freut mich," ruft Hämmerle. Sie haben aber eine feine Nase nun wollen wir aber auch mal sehen, wie .es mit der 'Weinzunge steht. Kommen Sie vorwärts, ganz dort hinten in der Ecke steht das kostbare Faß noch unberührt aufgesattelt." (Hier lagerte nämlich das Provence? Oel). Fleckeles, dem das Wasser schon im Munde zusammenlief bei dem Gedanken, auf solch billige Art einen kösittchen Tropfen zu erwischen, konnte denn auch nicht schnell genug ja sagen. Das ungewohnte Licht und der Weindunst im Keller machten ihn zwar zuerst stutzig, aber die Neugierde blieb dennoch Sieger. An dem bewußten Fäßchen angekommen, füllte Herr Hämmerle ein Glas goldgelber Flüssigkeit, welches er mit einem kräftigen Prosit" Fleckeles überreichte. Dieser hält das Glas gegen das Licht, riecht daran, trinkt einen kleinen Schluck, trinkt wieder und trinkt zum drittenmal, diesmal bis auf die Nagelprobe, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. Der Kellermeister verbeißt nur schwer dasLachen, platzt aber völlig heraus, als ihm Fleckeles das leere Glas mit den Worten zurückgibt: Besten Dank, lieber Kellermeister, ein feiner Wein, ein guter, großartiger Wein ; aber für unser Art Leut', doch e bißchen zu fett!" OS gibt kein zurück. Die geflügelten Worte sind nun um eines vermehrt. ' Zweifellos wird , die nächsteAusgabe des Büchmann" durch den denkwürdigen Ausspruch Sir Redvers Buller's, des berühmten Geschlagenen von Colenso und vomSpionkop, verzeichnet ein: Es gibt kein Zurück". Es gab aber doch ein Zurück, wenn auch mit mehr als einem blauen Auge. Und darum wird das neueste geflügelte Wort nicht nur den Büchmann nicht schlummern lassen, auch in unserem Wienerwald findet die britische Blamage ihren Widerhall. Der niederösterreichische Dialektdichter L. F. Steinböck schreibt: Ka Z'ruck! Z' Kirchberg, vor ana Wirthshausthür, Do sieht da Weberb ua. Daß s' drinnat raf'n ohne eahm, Dös loßt iahm halt koa Ruah. Do muaß i eini," schreit a hiazt, Es giabt für mi la Z'ruck; Von solch! Buama hau i z'samm Do wohl a etli Stuck." ' Net lang, do liegt da Weberbua Scho' draußt im troßengrob'n, 's giabt do a Z'ruck", so brummt a hiazt. Nur muaß mä d' Schläg' z'nst hoab'n." . Aha! Finden Sie , nicht auch, mein Fräulein, daß ein Kuß ohne Bart eben so fade schmeckt wie Fleischbrühe ohne Salz?" Bedaure, ich habe noch nie..." Na na..", Fleischbrühe ohne Salz gegessen." Eine Rarität. Ehefrau (eine Ansichtskarte lesend): Sieh mal, Arthur; Melitta hat auf ihrer Hochzeitsreise unser . nicht vergessen; sie schickt diese Ansichtskarte und schreibt schlicht: Wir sind im Himmel!" Ehemann: Was, da giebt's auch schon Ansichtskarten?! tt3' mal." ; ,

IKr unsere Kinder. Unser Jan. Grauer Kater, alte: Jan. Siebst mich so mißtrauisch an. ,

luf dem Kissen wieder liegst Du. Wart' nur, tüchtig Prügel kriegst Du.'Runter jetzt! Ich sag' es Dir, Denn gehorchen miißt Du mir. ! So ein böses Katzenvieh i Wie der Jimmie. gab's noch nie. i Ist es Essenszeit, dann kommt er; Wird vergessen er, dann brummt er. Jimmie, bist ein Schlingel ganz. Von dem Scheitel bis zum Schwanz. Wenn die Agnes an Dich guckt. Wird gehauen und gespuckt. Zieht sieDich dann noch amSchwänzek. Giebt es gar ein lustig Tänzel. Das erlaubst Du einfach nicht. Du geduldiger" Bösewicht. Mit der Pfote einz'ger Wehr Treibst Du Agnes vor Dir her. Hast gekratzt Du, droh'n Dir Schläge Gehst Du gnädig aus dem Wege, Bis die Kleine ausgeweint Und die Heimkehr sicher scheint. Schleicht der Abend dann heran. Kommst. zurück Du, alter Ion. Auf dem Tische sitzt Du. bittest; Gar das Salzfaß noch verschüttest; Bis Mamma Dich nehmen muß. Und dann folgt Bersöhnungi'kuß. Emilie L. Krug. Ttr habgierige Fuchs. An einem Winterabend, als der Mond sehr hell schien, gingen zwei, Füchse aus. um Futter zu suchen. Als sie dahin gingen, sangen sie. damit ihnen der Weg nicht so lang werden, sollte. Sie gingen durch den Wald tonnten aber weder Hasen noch Gänse finden. Endlich kamen sie an eines. Farmers Stall am Wege. Sie fandeir ein Loch und schlüpften durch. Zu ihrem Erstaunen sahen sie die schönsten. Hühner darin. Diese waren bald getödtet. Einer der Füchse fraß, bis sein Leib ziemlich gefüllt war. Der andere war klüger und fraß nicht so viel, denn er hatte gemerkt, als er hereinkam, daß das Loch klein war. Er sagtezu sich selbst: Wenn ich zu viel fresse dann komme ich nicht wieder heraus. So verging die Nacht, und als der Morgen kam. hörten die Füchse jemandkommen. Auf einmal öffnete sich die Stallthüre, und sie erschraken und wollten davonlaufen. Der eine kam. davon, aber der habgierige blieb im Loche stecken und wurde vom Farmer getödtet. Ter balancirende Teller. ' Mit Hülfe eines Kochlöffels und des. sen Verwandtem: eines Schaumlöffels, kann man einen Teller mit seinem Ran de aus der Kante eines Flaschen- oder KaraffenhalseS zum Valanciren brin gen. Hänge den Kochlöffel an deir Rand des TellerS und schiebe eine kleineScheibe von einem Pfropfen dazwischen so daß der Löffel weder nach rechts noa nach links schwingen kann. Lege den Teller mit der linken Hand auf den: Rand des Flaschenhalses und hänge den. Schaumlöffel mit der rechten Hand auf nach einigen Versuchen, bei welchen Du den Teller etwas hin und her schiebst, wirst Du dann den Punkt finden, auf welchem das Ganze im.Gleichgewicht ist. Spiele. ' R i n g s u ch e n. Man knüpft die beidenEnden eines starken Bindfadens, auf den man einen Ring geschoben hat, zusammen. Hierauf wird um den 'Suchenden, der in der Mitte stehen, muß, ein Kreis gebildet. Alle fassen den Bindfaden mit beiden Händen, und' einer schiebt dem anderen den Ring, möglichst unbemerkt zu, wobei folgendes gesungen wird: Ringlein, Ringlein, Du mußt wan- . dern Von dem einen zu. dem andern, Und wer sollte dies nicht sehn, ' Ei, ei, ei, das wäre schön." Der Suchende blickt scharf umher wo er den Ring vermuthet, schlägt er leicht auf die Hände, die sich öffnen müssen. Derjenige, bei dem er den Ring findet, rnß dann suchen. Musizirende Thiere. Dir Kinder setzen sich in einen ftreis und geben sich Thiernamen. Einer, der hinausgegangen war, tritt nun herein, begibt sich in den Kreis und spricht: Ich bin der Herr von Jtzenplitz, Verbiete Lachen und Sprechen. Wer lacht und spricht, Ein Pfand'gebricht.", . ' Hierauf ruft er eins der Thiere auf, indem er z. B. saqt: Die Katze soll sich hören lassen!" Die Katze miaut so schön sie kann; nun wünscht Herr von Jtzenplitz ein anderes Thier zu hören, vielleicht den Esel, den Kuckuck oder die Nachttgall. Nennt er ein Thier, das in der Gesellschaft nicht vorhanden ist, so wird er mit dem Plumpsack aus dem Zimmer getrieben. Kindermund. ' Tante Bertha sitzt mit dem kleinen Paul am Tische. Beide essen ihren Pudding. Tante Bertha fragt Paul: Wenn jetzt ein armer hungrigerJunge zur .Thüre hereinkäme, was würdest D? thun?" Paul: Ich würde ihm Derne Yuddinzöen. 4