Indiana Tribüne, Volume 23, Number 165, Indianapolis, Marion County, 4 March 1900 — Page 3
3er MKMMy.
ilriminclwman von. Friedrich Thicmc. (3. Fortsetzung.) Der Paß lautet auf den Namen Doctor Nogt aus Zürich ich habe tccn einen Ausländer geheirathet. Wir waren besuchsweise in Rußland; was ist natürlicher, als daß Sie das Verlangen trugen, meine Angehörigen, Ihre neuen Verwandten, kennen zu lernen? Klingt das nicht ganz wahrschlinlich?" Zur Erklärung muß ich bemerken, deß ich im Club fast ausschließlich frc-nzösisch gesprochen und mich nur Michaela gegenüber, die der deutschen Sprache vollkommen mächtig war,meir.i heimischen Idioms manchmal be dient hatte. Die junge Dame ließ mich hierauf allein, um ihre Reisevorbereitungen vollends zu beenden und von ihrenAngehörigen Abschied zu nehmen. Du kannst Dir vorstellen, daß ich die Zeit des Alleinseins in zitternder Erregung hinbrachte. Das Schreckgespenst SU birien" stand rabenschwarz und drohend vor meinen Augen. Dazu die Angst, ob ich nicht aus der Rolle falUn, ob man die Pseudozatten nicht erkennen und anhalten würde. Im Ernst: ich glaubte nicht an das Gelingen des kühnen Wagnisses, ja ich sah es schon hundertmal scheitern, ehe es begönnen hatte; bei jedem Geräusch, das ich vernahm, fürchtete ich das Eindringen der Polizei. Endlich, nach einer qualvoll durchschauertenStunde, starte Michaela in einer Droschke zurück, die wir unverzüglich zur ffahrt nach dem Warschauer Bahnhofe benutzten. Weshalb soll ich versuchen, Dir die Schredtn einer tagelangen Eisenbahnfahrt heraufzubeschwören, welche sich als eine Flucht vor den Kerkern der PeterPaulsfestung oder denEinöden Transdaikaliens charakterisirt? Wie soll ich Dir berichten, wie vielmal mir der Athem stockte, die Gänsehaut überlief der das Herz zu klopfen begann? Wahrlich, ich bewunderte die Kaltblütigkeit meiner Begleiterin, welche wäh,rend der langen Zeit eine Geistesgegenwart und einen Muth bewies, der in der That heroisch zu nennen war. Wie ruhig und sicher antwortete sie auf olle Fragen, die uns vorgelegt wurden, ohne auch nur auf einen Moment ihre Partie zu vergessen." Hier unterbrach ich ihn. Verlangte wan Euch niemals ilt. Pässe ab?" inguirirte ich ihn neugierig. Doch einmal. An der Grenze. Darauf wollte ich gerade kommen. Wir hatten eben Vendzin passirt, als der Zug plötzlich anhielt, um auZ irgend einem Grunde wahrscheinlich handelte es sich um die Entdeckung eines Werbrechens einer Revision unterzogen zu werden. Ein Polizeibeamter ging von Waggon zu Waggon, besichtigte die Reisenden, prüfte die Papiere. Michaela und ich saßen nebeneinander in einem Coupee zweiter Klasse, worin sich außer uns nur noch ein alter Herr befand, der fast die ganze Strecke von Warschau her durchschlafen hatte. Wir erhielten bereits von der Inspektion Kenntniß, ehe der Bevollmächtigte unfern Waggon erreichte. Jetzt nur keck," raunte meine Begleiterin mir zu. Vergessen Sie nicht, daß wir so nahe der Grenze nicht scheiiern dürfen. Ich bin Ihre Gattin, Sie sind Doktor Paul Bog aus Zürich." , .Ich weiß " j Rennen Sie mich du und Michaela aufgepaßt, er kommt. Lehne Dich zärtlich an mich noch dichter. Der Zweck muß in diesem Augenblick das Mittel heiligen." So sprechend rückte sie, die bisher während der langenReise die größte Reserve beobachtet hatte obwohl sie natürlich ihrem Charakter engemessen von aller Prüderie frei war , dicht an mich heran und schlang ihxen edel geformten Arm . um meinen Hals. Dann schmiegte sie ihre Samrnetwange innig an die meine und deuicte zugleich, als beschäftige irgend ein romantisches Luftschloß unsre Phantasie, mit. dem weißen Finger durch das Fenster in die Ferne. Der Beamte mußte uns zweimal suffordern, ehe wir uns stören ließen, worauf ich ihn verwundert ansah, während ich seiner Aufforderung, unsere Legitimation vorzuweisen, Folge gab. Nachdem er sie eingesehen, warf einen flüchtigen Blick auf uns, und ein verschmitztes Lächeln glitt über seine Züge. Der Himmel weiß, was t? gedacht haben mag; vielleicht hielt er mich für einen alten Narren, der sich von einem hübschenLärvchen habe blenden lassen. Eine Viertelstunde später passirte der Wagen die Grenze. . . . Ich war gerettet, durch s i e gerettet. Inbrünstig drückte ich ihre Hand. Michaela, wie soll ich Ihnen danUn," rief ich tiefbewegt, als wir bald darauf allein im Coupee waren. Sie lächelte freundlich. Danken Sie dem Himmel, daß Sie mit einem blauen Auge davongekommen sind." Aber wenn unsere' Flucht nicht geglückt wäre, wenn man uns ergriffen hätte, was wäre dann Ihr Loos geWesen?" Dann hätte ich Ihnen in Sibirien Gesellschaft geleistet " Ich athmete tief und schwer. Warum nehmen Sie so großen Antheil an mir? Womit verdiene ich . dieses Opfer?" ' Michaela antwortete nicht, aber ich sah zum erstenmal eine Thräne in ihren Augen glänzen. Sie wandte sich ab, durch das Fenster blickend. Gleich darauf kehrte sie sich mir wieder 31 ruhig wie immer. In Breölau scheioen sich unsere Wege,- sagte sie anscheinend unbewegt. Das Wort fiel mir wie ein Donnerschlag auf's Herz. Seit unserer ersten Begegnung achtete und bewunderte ich
sie. wie hätte ich nach ihrer so heroischen That weniger als die höchste Verehrung für sie empfinden sollen? Bis dahin ahnte ich nicht, daß mein Gefühl noch eine andere Wurzel besaß. . . . Als jedoch in jenem Augenblick, von dem ich vorhin gesprochen, ihr runder, weicher Arm meinen Nacken streifte, als ich di sanfte .Berührung ihrer Wange emPfand, als ihr süßer Athem mein Antlitz fächelte Walter, da stieg die Er-
kenntniß wie durch Zauberschlag in mir auf, daß ich eine gewaltige, nur durch ihren Besitz zu befriedigende Leidenschaft für sie hegte, und das magnetische Fluidum ihres schönen, von einer großen, erhabenen Seele beherrschten Körpers durchdrang wie ein unsichtbarer, berauschender Strom mein ganzes Innere. Was soll ich noch mehr sagen? Ehe ! wir Breslau erreichten, hatte ich schon j gesprochen, war ich im Besitz ihrer Ant- ' wort, die den zitternden Flüchtling zum glücklichsten Menschen umschuf. Natürlich trennten wir uns nun nicht, ' sondern sie begleitete mich, ihre Studien in Zürich für immer dahingehend, nach Berlin. Zweifelst Du nun noch an ihrer Liebe zu mir, Walter? Hai sie nicht durch Thaten geredet, die über allen Worten stehen?" ' Du hast recht," erwiderte ich meinem Freunde, indem ich mich erhob uÄd ihn umarmte. Michaela hat eine große Seele man muß sie bewundern." Seine Geschichte stimmte mich nachdenklich. Der Banquier-hatte recht: nur die Liebe war zu einem so bedeutsamen Opfer im Stande. Freilich zählte er doppelt so viele Jahre als sie, aber sie war eine Russin, also excentrischer als andere Frauen. Außerdem ; konnte Arthur noch immer für einen blühenden, stattlichen Mann gelten, wohlgeeignet, einem Weiberyerzen tiefere Empfindungen einzuflößen. Daß er auch reich war pah, Michaela kannte ja seine äußeren Verhältnisse so gut wie gar nicht, als sie seiner Werbung Gehör ggb. Ich .sagte ihm daS alles, als wir. über seine Abenteuer plaudernd in meinem Zimmer auf und ab wanderten, und machte ihn sehr glücklich dadurch. ' Nach dem Nachmittagskaffee besichtigte ich unter Führung des Banquiers das in den Geschäftsräumen sür den Compwirdiener reservirte Gelaß und fand es mit jeder mir nur wünschenswerth erscheinenden Bequemlichkeit ausgerüstet. Hierauf unternahmen wir alle zusammen das heißt mein Freund nebst Gemahlin, Tochter und Sohn, und meine Wenigkeit eine Spazierfahrt, von der wir so spät zurückkehrten, daß ich mich sofort auf mein altes, auch diesmal für mich hergerichtetes Zimmer begab. Doch nur zum Schein, denn sobald im Hause Ruhe eingetreten war, ergriff ich mein Licht und schlich mich in das Parterre hinab, um mich in den für den Wächter bestimmten Raum zurückzuziehen. Die Schlüssel befanden sich in meinem Besitze, außerdem hatte ich mich mit einem geladenen Revolver und einem handfesten Stocke equipirt. Noch einige andere Vorbereitungen von eminenter Wichtigkeit verdankten meiner Vorsicht ihre Existenz. Das kleine Gemach, das mir für mehrere Nächte als Schlafzimmer dienen sollte, enthielt nichts als ein sauberes Bett, einen kleinen Tisch, zwei Stühle und einen Kleiderschrank. Gegenüber dem Bett befand sich das nach demHofe hinausführende Fenster; die beiden anderen Wände enthielten je eine Thür, von denen die eine aus einem schmalen Nebencorridor in das Gelaß hineinführte, während die gegenüber!gende die Verbindung mit dem Raume vermittelte, worin sich der Hauptgeldschrank befand. Um nun in denStand gesetzt zu sein, zu sehen, ohne selbst gesehen zu werden, bohrte ich mir, als ich im Laufe des Tages des Stübchen inspizirte, mit einem großen Bohrer ein paar Löcher in die nach dem Schrankzimmer führende Thür, ' nachdem ich mich überzeugt hatte, daß ich von dieser aus diesen Raum und den Schrank vollständig übersehen konnte. Hierauf riegelte ich die Thür von innen zu, indem ich den Riegel gut einölte, damit seine Handhabung wederGeräusch noch Schwierigkeiten verursache. Am anderen Morgen wollte mein Freund an der Innenseite der Thür eine kleine Wandkarte, einen Kalender oder etwas Aehnlichs befestigen., um die drei Löcher der Entdeckung zu entziehen. Das war zwischen uns bereits verabredete Sache. Ueber meinem Bett hing ich einen kleinen transportablen Aceumulator auf, wie man solche in jeder größeren Stadt käuflich erhält, von dem auch ich einen Draht nach einem an der GasVorrichtung angebrachten Glühk'örper, einer sogenannten Birne", Hinüberleitete, mich so in den Stand setzend, durch einen Druck auf den dicht an meiner Seite befindlichen Knopf jederzeit eine für meine Zwecke hinreichende Erhellung des Gelasses herbeizuführen.' Einen Glockenzug fand ich bereits vor, er paradirte ebenfalls im Bereich meiner Hand und setzte eine auf dem Corridor angebrachte Glocke in Bewegung. So ausgerüstet, . durft: ich allem Kommenden ruhig entgegensehen, brachte ich doch außerdem die Hauptbedingung für das Gelingen des Abenteuers, einen wahren Katzenschlaf, mit, der auch das leiseste Geräusch hören . läßt notabene, wenn ich mich in der Absicht, es zu vernehmen, Tiledrlege. ' Denn ohne diese Absicht schlafe ich den moolenten schlaf eines MurmcltUers, ein Beweis, in welch hohem Grdeunsere Willensorgane selbst dann thätig zu sein vermögen, wenn unser, K örper im Zustande völliger Lethargie' verharrt und unser gesammtes Nerv:n system seine Funktionen eingestellt zu haben scheint. Sobald ich meine Vorkehrungen noch einmal geprüft, legte ich mich in
da3 bereitstehende Bett und überließ mich ohne Zögern der Ruhe, da ich ein au erfahrener Praktiker war, um in den Fehler der meisten Menschen zu verfallen, die, wenn sie zeitig aufstehen oder aus irgend einem Grunde während der Nacht munter werden wollen, sich alle erdenkliche Mühe geben, so
lange als möglich die Augen offen zu behalten. Die Folge ist natürlich ein um so festerer Schlaf, der in der Regel gerade die Vereitelung des beabsichtigten Zweckes herbeiführt. Uebrigens verlief die Nacht ohne jede Unterbrechung; als ich gegen vier Uhr erwachte, schaute bereits der helle Morgen zum Fenster herein, mit seinem Lichte die Möglichkeit der gesürchteten That für heute ganz gewiß ausschließend. Für mich war das die höchste Zeit, aufzubrechen, wenn ich, ohne bemerkt zu werden, mein Zimmer wieder erreichen wollte; daher kleidete ich mich hastig an und legte, meine Hausschuhe in der Hand, in den Strümpfen die zwei Treppen nach meinem offiziellen Schlafgemach vorsichtig zurück. Ich athmete auf, als ich endlich wieder darin war, und nahm mir von mir selbst die Erlaubniß zu einem sorglosen, gemüthlichen Nachschwmmer, da ich, obgleich sonst ein Frühaufsteher, ein möglichst spätes Erscheinen in den allgemeinen Räumen meinen Zwecken dienlicher erachtete. Diesen Abend hatten wir eine kleine musikalische Unterhaltung, da Michaela Musik und Gesang leidenschaftlich liebte. Die Geladenen waren ausschließlich Freunde und Bekannte des Hauses und, mit Ausnahme eines Baritonisten von der Oper und eines bekannten Klaviervirtuosen, sämmtlich Dilettanten. Die Gattin des Banquiers selbst besaß ein zwar ungeschultes, aber klang- und ausdrucksvolles Organ; sie gab ein paar russische Volkslieder mit bezauberndem Liebreiz zum besten, wozu der Virtuos die Begleitung spielte. Mein Freund nahm die Beifallsbezeigungen, welche dem geliebten Wesen zu theil wurden, mit solchem Stolze entgegen, als sei er selbst deren Empfänger und Gegenstand. Ich freute mich seines Glückes, obgleich ich nicht umhin konnte, über ihn zu lächeln, doch muß ich gestehen, ich amüsirte mich auch selbst recht gut, und auch ein kunstverständigeres Ohr, als ich es zu besitzen mir schmeichle, hätte sich wohl von den Darbietungen des harmlosen Privatconcertes befriedigt fühlen dürfen. Dabei herrschte eine zwanglose, fast genial zu nennende Fröhlichkeit, jeder Theilnehmer befand sich in harmonischer Stimmung, att plötzlich ein sonderbarer Zwischenfall eine empfindliche Trübung und dadurch einen vorzeitigen Abschluß der allerliebsten Veranstaltung herbeiführte. Es war gegen zehn Uhr. Michaela befand sich mitten in einer ihrer einschmeichelnden National - Melodien. Plötzlich verstummte sie, erblaßte und blickte starr nach der Thür. Der Pianist hielt ebenfalls inne, sich überrascht nach ihr umwendend.. Wir alle horchten auf in Erwartung einer Erklarung. Was gibt es, mein Schatz?' lieh endlich der Commissionsrath seiner Verwunderung Worte, indem er gleichzeitig aufstand und auf sie zutrat. Die junge Frau gab keine Antwort, sie warf nicht einmal einen Blick auf ihn, sondern hielt nach wie vor ihre braunen, großen Augen auf die Thür geheftet. Was sah sie dort, das sie so verwirrte? Wir wandten alle unsere Gesichter nach derselben Richtung, ohne jedoch das geringste . wahrzunehmen. Dann schauten wir auf Michaela und erkannten an ihrem glasigen, jedes inneren Bewußtseins entbehrendenBlicke, daß sie gleichfalls nicht nur nichts wahrnahm, sondern überhaupt nur in die leere Luft starrte, aber mit der angestrengten Miene eines Menschen, der einen Gegenstand in weiter Ferne zu erkennen sucht. Um Gottes willen, Michaela, ist Dir nicht wohl?- fragte mein Freund bestürzt, indeß wir alle uns aufgeregt von unseren Sitzen erhoben und einen Kreis um sie schlössen. Noch immer kein Laut von ihren Lippen. Schweigend, blaß und starr begann sie sich plötzlich langsam vom Platze zu bewegen, in der Richtung nach der Thür zu, hochaufgerichtet und sicher, als habe ste ein bestimmtes Ziel vor sich, und doch immer noch mit dem ausdruckslosen, seltsam nach innen gekehrten Blick, der uns alle entsetzte. Unwillkürlich wichen die ihr im Wege Stehenden zurück, um ihr Raum zu geben, der Banquier aber, außer sich' vor Besorgniß und Schrecken, rief halblaut: Sie ist krank einen Stuhl, einen Stuhl!" Der arme Mann selbst hatte für den Augenblick alle Fassung verloren, daher trug ich rasch einen Lehnstuhl herbei und ergriff die schöne Russin am Arme, sie zu ihm zu geleiten. Ohne Widerstand gab sie meiner sanften Berührung nach, mit einem leisen Seufzer sank sie in die Polster und saß eine Weile, in sich zusammengesunken und das Haupt tief auf die Brust herabgeneigt, da. Einen Arzt, rasch einen Arzt." rief ihr Gatte angstvoll, worauf er an ihrem Stuhl niederkniete, ihre Hände faßte und laut ihren Namen rief. Michaela, komm zu Dir was fehlt Dir? Was geschieht mit Dir?" Jrmgard erschien in diesem Augenblick bereits mit Wasser, der Kranken Stirn und Wangen mit den kühlen, klaren Tropfen besprengend. Ich hielt ihr vorsichtig ein mir von einer der Damen dargereichtes Fläschchen mit Riechsalz unter die Nase, und einer der Diener sprang schnell davon, den nächstwohnenden Arzt herbeizurufen. Ihre Arme sind eisig," stöhnteHartwig verzweiflungsvoll. Meine arme Frau meine liebe, theure Michaela. Sie stirbt .uns unter den Händen!"
Nicht doch," tröstete ich ihn, das ist nur ein Anfall, der vorübergehen wird.' Ist ihr schon einmal ein ähnliches Unwohlsein zugestoßen?" ' Nein niemals " Sonderbar -" Ich betrachtete die Unglückliche mit Theilnahme. Ihr Bewußtsein schien gänzlich erloschen, trotzdem ihre Augen weit offen standen. Ihr ganzer Körper verharrie in vollständiger Regungslosigkeit, nur ihre Hände verkündeten den inneren Kramvf durch ein leises, fast unmerkbares Zittern. Noch stand ich nachdenklich vor ihr, da hob sie mit einem Male den Kopf empor. Ihre Augen schauten wieder ti :.. o;: . ,
UU(, Itylt 0UUC UUUl IIUCU UCUUUUderten forschenden Ausdruck. Befremdet blickte sie auf die Gruppe von Neugierigen rund um sich. , - ri i 'uas was in oasz uang es fragend von ihren Lippen. .Gott sei Dank, sie kommt zu neb. jubelte der Commissionsrath aus inbrünstigem Herzen. Michaela, 'mein Lieb, wie fühlst Du Dich?" Sie lächelte schwach. - weiß nickt mir ist so seltsam. Ich habe etwas Kopfschmerz. Was war denn mit mir? War ich hnmachtlg? .Obnmäcktia nickt, aber aewik obne Bewußtsein eine unerklärliche Geistesoder Willensablenkuna eine Geistesabwesenheit kannst Du Dich aus gar nicyls vennnens Michaela schüttelte den Kopf. Ich weiß nur, daß irgend etwas mit mir vorgegangen ist, aber nicht was." Der Arzt wird sogleich zur Stelle sein, gnädige Frau," warf ich ein. V m. mm m vielleicht in es vejler, feie ziehen sich zurück'? Sie sind sicherlich angegriffen von dem Anfall, und bedürfen der Ruhe und Erholung." Du hast recht."' erklärte der Banquier hastig. Sie entschuldigen uns, meine Herrschaften. Komm, Mjchaela." Die schöne, junge Frau erhob sich matt und verließ, von ihm und Jrmgard geführt, das Zimmer. Einige Minuten danach erschien der Arzt, der sich sofort zu der Kranken begab. Mit einer Art theilnahmvollen Grausens, wie sie uns beim Anblick fremden Schmerzes zu befallen pflegt, harrten die Anwesenden der Mittheilung des ärztlichen Befundes, um fodann, dem Gebote des natürlichen Zartgefühls folgend, das Haus zu verlassen.. Nur ich, als langjähriger Freund des Banquiers, empfand ein weitgehendes Sorge- und Bangigkeitsgefühl, wie ein Alp fiel es mir daher von der Brust, als Hartwig nach etwa einer Viertelstunde wieder im Saale mit derNachricht eintraf, daß zum Glück nicht der mindeste Grund zur Beunruhigung vorhanden sei. Ein rasch vorübergehendes UnWohlsein, weiter nichts, verehrteFreundc ich danke Ihnen für Ihre Theilnähme. Michaela war während der letzten Tage infolge unseres bevorstehenden Umzugs nach Westend etwas aufgeregt sie bedarf weiter nichts als Ruhe." Darauf entfernten sich die Gäste mit den üblichen Aeußerungen des Bedauerns und den besten Wünschen für bal dige völlige Wiederherstellung. Der Banquier und ich blieben allein zurück. Michaela ist bereits zu Bett gegangcn," berichtete mir mein Freund, als die lästigen Zeugen uns verlassen hatten. Sie ist nur müde, sonst nichts!" J&'it hat noch nie einen ähnlichen Anfall gehabt?" Nie." Was sagte denn der Arzt?" Anfangs bezeichnete er das Borkommniß als eine hysterische Affection, doch erklärte ich ihm, daß meine Frau nicht die mindeste hysterische Beranlagung aufweise." Das glaube ich auch." Nun zuckte er die Achseln. Die Sache sei ihm dann ein Räthsel. Jedenfalls liege eine nachweisbare organische Störung absolut nicht vor. Herz und Lungen völlig intakt, keine Congestion, keine Blutleere alles normal." Um so besser." Vielleicht liege eine vorübergehende Nervenirritation vor. eine Ueberreizung, wie sie in unsrer nervenanspannenden Zeit häufig vorkommt. Möglich auch " Nun?" , Mein Freund lächelte beziehungsvoll. . Wir sind schon drei Monate verhcirathet," bemerkte er nach einer Pause in einem seiner vorigen Miene angemessenen Tone, worauf er sich in der Absicht, noch einmal Michaela zu sehen, entfernte. Bald darauf brachte er mir in mein Zimmer die beruhigende Versicherung, seine Frau liege . bereits im festen Schlafe. Karoline (daS Stubenmädchen) soll die Nacht bei ihr wachen. Es ist durchaus kein Grund zu irgend welcher Besorgniß vorhanden. Morgen ist alles vorüber.". , - Wir plauderten noch eine halbe Stunde und folgten dann beide dem Beispiel der Frau des Hauses. Ich bezog natürlich wieder meinen Observationsposten im Gelaß neben dem Geldschrankszimmer, wobei ich in derselben Weise verfuhr wie am Abend vorher. Diesmal hielt mich die Erinnerung an die Ereignisse des heutigen Festes läng:re Zeit wach, ich zerbrach mir den Kopf über die Ursache der räthselhaften Erscheinung, für welche die Hoffnung meines Freundes mir eine um so unzureichendere Erklärung . zu : bietcn schien, als die Dame. des Hauses es fcnbar. eine robuste Conftitution besaß, die frei war von jeder nervösen oder hysterischen Disposition.- Zuletzt begannen die Figuren Michaela's und des Banquiers mit meiner eignen und der des schlanken,. blondlockigen Pianisten sonderbar zu verschwimmen, die lieblichen russischen Melodien verwirr-
ten sich in meinem Gehirn zu einem indianischen Schlachtgesang, die Gesichter meiner Bekannten tauchten vor mir auf, um sich auf die entsetzlichste Weise zu verzerren und zu verwandeln, schreckliche Thier- und Teufelsköpfe paradirten vor meinen geschlossenen. Augen dann versank ich in jenen köstlichen Zustand des täglichen Nichtseins, zu welchem und von welchem die Träume den mehr oder minder seligen Uebergang bilden. ' '
i Mich umgab, als ich durch ein leises Geräusch in meiner Nähe - emporschteckte. dunkle Nacht. Kein Zweifel ich vernahm das Geräusch leiser Fußtritte im anstoßenden Zimmer. Offenbar war e also das durch das Oeffnen der Thür verursachte Knarren, das mich geweckt hatte. Mit einem Sprung war ich aus dem Bett ich hatte mich der Vorsicht halber nur halb angekleidet , nahm meinen Revolver vom Tisch und schlich auf den Zehen nach der Verbindungsthür, um durch die Luglöcher hindurchzuspähen. Den dieselben verbergenden Kalender hatte ich vor dem Niederlegen wieder entfernt, nun stand ich mit angehaltenem Athem da, das rechte Auge zugedrückt, das linke an einem der Bohrlöcher. Der Dieb, wenn es sich um diesen handelte, konnte nicht im Dunkeln arbeiten, ich mußte ihn daher von meinem Platze aus sehen können, und zwar um so deutlicher, als ich mich selbst im Dunkeln befand. Angestrengt blickte ich durch die enge Öffnung, richtig das Zimmer erhellte ein schwacher Lichtschein. Die Quelle, von welcher er ausging, unterschied ich recht wohl: auf dem Pult, der Thür gegenüber, stand eine kleine Wandlampe mit einem blanken Metallschirm. wie man solche in den meisten Häusern zur Flur- und. Treppenbeleuchtung benutzt. Die Person, die das Licht für ihre nächtliche Arbeit anzuwenden gedachte, gewahrte ich noch nicht in meinem Gesichtskreise, sie hielt sich offenbar, im vorderen Theile des Raumes auf. Immerhin, in wenigen Augenblicken mußte sie sich mir darstellen, ich würde dann wissen, mit wem ich es zu thun hätte, und dieser Gedanke erfüllte mich im Voraus mit triumphirendem Stolz. Jetzt verdunkelte sich die Perspektive ein Schatten tauchte vor mir auf, dem die Ursache im buchstäblichen Sinne des 'Wortes auf dem Fuße folgte. Mein Herz klopfte rascher als gewöhnlich, aber durchaus nicht angstlich. ich war nur aufgeregt. Und meine Aufregung wuchs im nächsten Moment noch mehr, als ich die Umrisse einer weiblichen Gestalt erkannte, einer Frau oder eines Mädchens im weißen Nachtgewand. daS der wandelnden Figur ordentlich etwas Gespenstisches und Unheimliches verlieh. Nun stand sie an dem Schranke; die Schlüssel zur Action bereit in der Hand, verharrte sie wohl eine halbe Minute horchend mit vorgebeugtem Oberkörper, um jedes störende Geräusch aus der Nähe oder Ferne in sich einzusaugen. Ich sah ihre Brust sich krampfhaft heben und senken, ich beobachtete scharf jede Eigenthümlichkeit' ihrer Gestalt. Sonderbar alle ihre Linien und Bewegungen kamen mir bekannt vor, wenn ich auch absolut nicht errieth, wem sie angehörten. Das Gesicht vermochte ich leider nicht zu erblicken, da ein dichter Schleier es mir verbarg. Wer mochte die schändliche Verbrecherin nur sein? Eine Hausgenossin ohne Zweifel, aber Doch jetzt ist keine Zeit zu langem Kopfzerbrechen. Eben hörte ich das Klirren des ersten Schlüssels, im Schlosse. Jetzt hinüber und sie entlarvt, alles Weitere würde sich dann von selbst ergeben. Von einem Weibe brauchte ich Gegenwehr nicht zu fürchten, ich bedürfte nicht einmal des Glühlichts in meiner Stube. Ueberdies trug ich den Revolver schußfertig in der Hand. Vorsichtig entfernte meine Hand den Riegel, faßte sie nach der Klinke, um die Thür', mit einem Schlag aufzureißen und vor der Diebin zu erscheinen, jählings, wie der Racheengel des Gerichts! Da schlug sie plötzlich den Schleier zurück und wandte ihrAntlitz nach meiner Seite Gerechter Himmel! Meine Hu:d fiel wie gelähmt herab, mein Herz schlug heftig, mein Athem stockte Nein, es war nicht möglich eint Hallucination vexirte mich es konnte nicht sein! Wiederum blickte ich hin, alle meine Geisteskräfte gewaltsam zusammenraffend. Gewiß, ich war bel vollen Sinnen, eine Täuschung zählte zu den Unmöglichkeiten: vor mir stand Michaela, die Gemahlin meines Freundes! Sie selbst war die geheimnißvolle Diebin, welche in dunkler, verschwiegener Nacht das Geldspind ihreö Gatten beraubte, ihres Gatten, der gern das Zehnfache der entwendeten Summe geopfert hätte, um.de, Schmach dieser Stunde zu entgehen! . Armer, genarrter, vertrauender Mann! Wie entsetzlich bist du betrogen! ; Aus welchem Himmel wird dich diese ' Entdeckung herabstürzen! O, nur ein , Weib kann einer so grausamen Heuchei lei fähig sein! Was sollte ich angesichts dieser unvermutheten Erscheinung beginnen? , Meine ursprünglichen Plan aussuy- , ren, vor sie hintreten, sie zur Rede stel- ' len? Nein. Meine Freundschaft für Arthur verbot mir das. Die Thatfache war zu gräßlich, als daß ich sie ' ihm enthüllen dürfte. Mochte er in Ungewißheit bleiben, sie war einer so entsetzlichen Gewißheit zehnmal vorzuziehen. In wenigen Tagen verließ er mit Michaela das unglückselige Haus, damit verschwand auch für die betrügerische Gattin die Gelegenheit zu ähnlichen nächtlichen Thaten für immer! Besser, ich verbarg das Geschehene tief
und für immer in meiner Brust! Der Morgen mochte kommen mit der Frage des verrathenen Mannes: ich hatte' nichts entdeckt! Nur beobachten wollte ich noch, wie sie ihr Werk- vollbrachte und am nächsten Morgen hören, wie sie sich über den neuerdings vorgekommenen Diebstahl entrüstete, wie sie vielleicht ihren Mann tröstete, wie sie zärtlich und unbefangen mit ihm und uns verkehrte, mit dem Bewußtsein ihrer Verbrecher!schen Handlung im Herzen. Hier galt ( es, das stand fest, eine werthvolle Bereicherung meiner psychologischen Erfahrungen, und wenn ich auch den innigen Wunsch hegte, sie möchten mir um meines Freundes willen erspart geblieben sein, so reizt: mich die Mög lichkeit der Erwerbung zu sehr, um sie zu verlieren. So duckte ich, schauernd vor Aufregung, wieder vor meinem Lugloch nieder, die weiteren Machinationen der Verbrecherin zu verfolgen. ; Mit erstaunlicher Sicherheit undGewandtheit handhabte sie einen der zahlreichen Schlüssel nach dem andern, ohne sich auch nur einmal über eine der sür sie bestimmten Oeffnungen zu irren. Kein Wunder, denn ihr Gatte hatte sie selbst in das Geheimniß der gerühmten Mechanik seines Schrankes eingeweiht. Ich sah ganz deutlich, wie sie eine der Schubladen des Spindes aufzog und nach einem prüfenden Blick in dieselbe ein kleines Packet herausnahm. Einen Augenblick zögerte sie jetzt, dann griff sie nochmals in den Kasten und brachte ein zweites Packet von derselben Art in ihren Besitz. Wiederum stockte sie darauf; als bcabsichtige sie, sich selbst die Gelegenheit zur nochmaligen Wiederholung zu entziehen, schob sie den Kasten hastig hinein, schloß ihn zu und schlug die innere Schrankthür leise zurück. Nachdem sie beide Packete in ihrem Gewände verborgen, schloß sie den Schrank sorgfältig wieder zu, steckte die Schlüssel zu sich, warf sodann einen flüchtigen Blick auf die Uhr über dem Pult. ergriff ihre Lampe und schritt hinaus. Sobald sie die Thür hinter sich geschlössen hatte, verließ ich eilig meinen Posten, setzte meinen Beleuchtungs Apparat in Thätigkeit, damit ich mich besser zu orientiren vermöchte, und öffnete leise die nach dem Nebencorridor führende Thür, um womöglich noch einen Blick auf die Nachtwandlerin zu werfen, während sie herauskam. Die Oertlichkeit machte mir die Ausführung dieser Absicht sehr leicht. Die Thür, durch welche Frau Hartwig oder Michaela, wie ich sie in meinen Gedanken bezeichnete, das Geldschrankzimmer verließ, führte in das nach der Straße hinausliegende große öffentliche Kassenzimmer, durch welches man in den Hausflur gelangte. Mein Corridor, ein schmaler, dunkler Gang mit den Thüren zu einigen kleineren Räumen, zweigte aber von dem Hausflur ab, und dieser wiederum wurde in der Mitte, das heißt just an der Stelle, wo mein Gang einmündete, durch eine breite Flügelthür mit Glasfenstern und rothen Vorhängen in zwei Hälften getheilt. Ich brauchte den Gang also nur bis zur Mündung entlang zu gehen, wenn ich die Betrügerin beobachten wollte. Der Gefahr einer Entdeckung setzte ich mich dabei so gut wie gar nicht aus, da ich nicht nur im Dunkeln und hinter den undurchsichtigen Vorhängen stand, sondern auch jeden Augenblick in den Seitencanal zurückhuschen und mich durch die offen gelassene Thür in mein Gelaß flüchten konnte. Beim Hinaustreten aus meinem Gelaß erwartete mich jedoch eine neue Ueberraschung. Als ich vorsichtig die Thür zurückziehe, taucht in der dunklen Oeffnung vor mir die Gestalt eines Mannes auf. ' Entsetzt zurückprallend, unterdrücke ich mit Mühe einen Schrei, der mich jedenfalls auf der Stelle verrathen hätte. Mein Freund selbst war es, den ich so plötzlich vor mir sah. im Schlafrock und mit bloßen Füßen, das Haupt unbedeckt, das Gesicht von Leichenblässe
entstellt. So lehnte er, mir sein verstörtes Antlitz zukehrend, wie gebrochen an. der gegenüberliegenden Wand, die Kniee schlotternd und die Augen mit angstvollem, verzweifeltem Ausdruck auf mich gehestet. Ein einziger Blick, den wir wechselten, reichte hin zum gegenseitigen Verständniß. Er wußte Alles, hatte qleich mir die Wahrheit entdeckt. Ihn zu fragen, wie er hierherkomme, war letzt kerne Zelt, so drückte ich nur stumm seine Hand, schloß meme Thur und zog zyn mit mir fort den Gang entlang nach der Mittelthür. Hinter den Vorhängen faßten wir, dicht aneinander gedrängt, Posto. Noch fanden wir den Flur in die Dunkelheit der Stunde gehüllt, und es vergingen mehrere Minuten, bis uns das Geräusch der aufgehenden Thür des Kassenzimmers das Nahen des Gegenstandes unserer Aufmerksamkeit verkünbete. Gleichzeitig erfüllte der Schein ihrer Lampe den vorderen, nächst dem Hauseinzang delegenen Raum, wah rend der Theil des Flurs, von welchem unser Corridor ausging, sowie letzterer selbst in tiefe Finsterniß gehüllt blie den. Sorgfältig hörten wir Michaela das Kassenzimmer hinter sich abfchhe ßen. Jeden Augenblick erwarteten wir nun, fiebernd vor innerer Spannung. ' ihre Annäherung. Aber vergeblich. Zu Unserem Erstaunen erfolgte - keine ' Wendung des Lichtschimmers nach unserer Richtung. Derselbe blieb vielmehr unverändert an seiner Stelle. Neugierig lugte ich ein wenig durch eine zwischen den aneinander 'stoßenden Kanten der beiden Shawls des VorHangs gebliebene Oeffnung was begann das räthselhafte Weib nur? Die . Lampe stand auf dem Boden, sie selbst stumm und starr -vor der. Hauspforte, wiederum wie vorhin vor dem Geld- , spind in der Attitüde einer Lauscherin. (Fortsetzung folgt.)
JürdieMHc. Feine Leberfil ts mit R o t h k r a u t. Eine schöne Kalbsoder auch Schweinsleber wird gehäutet und in einen halben Zoll dicke Scheiben geschnitten. Jede Leberscheibe wird alsdann mit feinen Fettstreifen gespickt und mit Eidotter bestrichen, sowie mit Mehl, Salz und Pfeffer bestreut und kurz vor dem Anrichten in brauner Butter gebraten. Hierzu reicht man
Sauerkraut oder wie folgt bereitetes viotylraut: Man nppt die Kopse aus, hobelt das Kraut fein, begießt cs dann, mit etwas Weinessig oder auch Citronensaft und läßt es so eine halbe Stunde lang stehen. Hierauf legt man in eine Kasserolle etwas Butter und kleingeschnittenen Speck, läßt denselben ausbraten, gießt sodann etwas Essig hinein, legt das Rothkraut mit etwas Salz hinzu, läßt es weich dünsten und gießt dabei nach und nach etwas Fleischbrühe hinzu, schmeckt es mit Rothwein ab. stäubt, um es zu binden, etwas Kartoffelmehl daran und giebt sodann den Kohl auf. Liebhaber von Zwiebeln lassen drei fein gewürfelte Zwiebeln mit dünsten. Zur Leber reicht man außerdem noch geröstete Kartoffeln. Hackfleisch (Hach6). Um übriggebliebenes Suppenfleisch gut und wohlschmeckend zu verwenden, giebt es verschiedene Arten. Die gebräuchlichsten und am einfachsten zu bereitenden sind etwa folgende: Man wiegt alles Uebriggebliebene sehr fein, ebenso eine kleine Zwiebel mit Petersilie. Nun macht man gutes Fett. Butter oder Butterschmalz heiß, giebt das Gewiegte hinein und läßt es etwas anziehen, mengt dann einen Löffel Mehl darunter und löscht mit etwas guter Fleischbrühe ab. Beim Würzen mit Muskat und so weiter muß man des öfteren Probiren, ebenso wenn - man Citronensaft als Beigabe wünscht. Es muß ein dicklicher Fleischbrei sein, der aber sehr pikant schmecken soll. AIsBeigabe passen geröstete Kartoffeln, sowie breite Nudeln vortrefflich. Schweinskoteletten. Man behandelt diese ganz nach der Art der Kalbskoteletten, indem man den größten Theil des Fettes entfernt und ihnen eine nette Form giebt. Das Fleisch wird von den Rippen herabgestreift und jede Kotelette mit breitem Messer auf beiden Seiten geklopft. Nachdem man sie mit Pfeffer und Salz bestreut hat, wendet man sie in Ei und Semmelmehl um und bratet sie rasch in heißer Butter. Man verwendet sie als Beilage zu jeder Art Gemüse. Z w i e b e l f l e i s ch. Hat man eine schönes Stück Siedefleisch übrig, so schneidet man es in nicht zu dünne Scheiben, bestreut dieselben mit Pfeffer und Salz und bräunt sie in heißem Schmalz. Feingeschnittene Zwiebeln werden erst dann beigefügt, sie werden sonst leicht zu braun. Nun macht man eine kurze Sauce daran mit etwas Essig, ein wenig feingewiegter Citronenschale und etwas Fleischbrühe. Dazu passen ebenfalls Kartoffeln oder Nudelbeigaben. GedünsteteZwiebeln. Großere Zwiebeln werden in feine Scheiben geschnitten und unter Hinzufügung von Kümmel, im Wasser gar gekocht. Wenn das Wasser abgegossen ist. fügt man starkeFleischbrühe und eine Mehlschwitze hinzu, mit der es noch einmal aufkochen muß. Man kann die Zwiebeln auch gleich in Brühe abkochen.? Gefüllter Pfannkuchen. Man bäckt einen Pfannkuchen, zu dem man ein bis zwei Eier, Mehl und Milch braucht, legt ihn auf eine Schüssel und läßt ihn kalt werden; dann nimmt man etwas übriggebliebenes Fleisch, das auch von verschiedenen Sorten sein kann, hackt es mit Speck, und nach Belieben auch mit etwas Schinkenabfall. fein und mengt dies mit einem Ei. Salz. Pfeffer. Maskatnuß und ein wenig eingeweichtem und ausgedrücktem Weißbrot zu einem Teig, bestreicht damit den Pfannkuchen, rollt ihn auf. schneidet ihn der Länge nach in fingerdicke Stücke und bäckt diese mit Butter auf beiden Seiten in der Pfanne. . Dänischer Apfelkuchen. Belege den Boden einer Pie-Schüssel mit gedämpften Aepfeln. dann mache inen Tesg aus einem halben Pfund geschälten und gehackten Mandeln und drei Eiern. Streiche diese Mischung oben über die Aepfel und backe den Kuchen etwa eine Stunde. Wenn er er kaltet ist, lege oben auf etwas Schlagsahne und verziere mit Stückchen von rothem Johannisbeer-Gelee, getrockne ten Kirschen und kleingeschnittenen Pistazien. Schlesische Kartoffelk l ö ß e. Kartoffeln, welche womözlich nicht am gleichen Tag. wo sie gebraucht werden, abgekocht sind, werden geschält und gerieben. Die Kartoffeln werden nun in eine Schüssel gethan und mit so viel bestem Weizenmehl verknetet, als sie annehmen wollen. Man salzt die Masse nach Geschmack und formt mit den Händen Klöße von der Größe einer großen Kartoffel daraus öder rollt den Teig zu einer armdicken Rolle und schneidet in schräger Rlchtung drei Finger breite Streifen davon ab. Beide Arten von Klöß:n. die ohne jede Zugabe von Milch oder Wasser gefertigt, werden in stark kochendern Wasser abgebrüht. Sie - sind gar. wenn sie nach oben kommen. Man nimmt sie schnell mit einem Schaumlöffel heraus und giebt sie auf vorher erwärmter Schüssel sofort zur Tafel. Sehr gut ist es, sie mit Zwiebelbutter zu begießen. Sollen sie feiner werden, so wird beim Kneten des Teigs eine Obertasse voll zerlassener, noch nicht brauner Butter darüber gegossen. Dies macht die Klöße noch lockerer, während ' Eier, welche auch zuweilen verwandt tserden, sie fester machen.
