Indiana Tribüne, Volume 23, Number 165, Indianapolis, Marion County, 4 March 1900 — Page 2
Wkcdcrgcsmldcn.
OIm fT-1 I oü " Rudvlvh Hardina tritt aus dem it cjaitten Clublokal in's Freie. Es ist ihm eigentlich noch zu früh, und er hat auch leine Lust, nun. schon heimwärts zu Nben. obaleich das Junggesellenquartier, das er wieder bewohnt, seititui er voll seiner Frau getrennt lebt, so bebaalich wie nur denkbar ausgestatiä ist. So schlägt er denn den Nockfragen hoch und schlendert plan- und ziellos durch die Strafen. Er drückt sich den weichen Hut tiefer Zn die Stirn, denn der Abend ist kalt; über ibm recken die Bäume ihre kahlen illeste gespenstig empor, die Luft ist dick und windstill und smneescbwer und icyeinl yeraozuilnien, xmrncz ncyci unu rf" r tf . i!f . . V I tiefer, als wolle sie die Erde erdrücken. Warum irrt er denn heute Nacht so zwecklos umher? Er hat doch ein Heim, ja, ein Heim, das ihm aber keine . 7, n rr ri-C St VeimailZ lll. ur Oleioi neue Uttv starrt mit zusammengepreßten Lippen in die trübe, sternlose Nacht, ihn sro" sielt da klingen eilige Schritte und stimmen an sein Ohr. Aus einer Querstraße biegt eine Dame, von einem Herrn gefolgt, der sie augenscheinlich belästigt. Der einsame Traumer hat im Nu seine pessimistischen Gedanken abgeschüttelt und ist ganz Cavalier; er verscheucht den Störenfried und mit emem formellen Gnädigste gestatten" tritt er an ihre Seite, indem er einen forschenden Blick auf ihre Gestalt wirft. Sie ist ganz in einen langen Mantel gehüllt, und Haar und Antlitz sind von einem dichten Svikentuch fast vermummt. Ein paar Schritte sind sie so nebeneinander gegangen, da, vor der nachsten Straßenlaterne bleibt sie plötzlich stehen, schlägt das Tuch zurück und sieht ihn an; unsicher gleiten die gelben LÜchtreflere über in blasses Gesicht. Susi!- ruft er betroffen, als er die Äuae seiner Frau erblickt. Ja, ich bin es,- sagte sie leise, und fugte erklärend hinzu: Der Wagm ließ mich im Stich, so gedachte ich die kurze Strecke zu Fuß zu gehen, ich danke Dir für Deine Hilfe." Nun der Zufall uns so sonderbar zusammengeführt hat, erlaubst Du doch, daß ich Dich begleite?" fragte er höflich; wo wohnst Du denn jetzt?' In der L straße." Stumm schreiten sie Seite an Seite durch die stillen Straßen, bis die junge Frau vor einem Etagenhaus Halt macht. Nun blicken sie einander unschlüssig an. . Leb' wohl, Susi," beginnt er zöaernd und halt ihr seine Hand hm. Noch wenige Sekunden, und die lCüiDcre inur roiiD Dinier inr m s ry. " . l , t I Schloß fallen, seine Schritte werden in der Nacht verhallen, eine Welt liegt wieder zwischen ihnen, vielleicht auf immer. Denken beide denselben Gedanken? ' Er hat den Hut abgenommen und sucht in ihren Augen zu lesen. Es ist so kalt und frostig," sagte sie da plötzlich mit ein wenig unsicherer Stimme, willst Du nicht noch eine Tasse Thee bei mir trinken?" Ist. das Dein Ernst?" meinte er. 'Sie nickt nur und geht ihm voran, die Treppe hinauf. - Oben nimmt er ihr den feuchten Mantel von den Schultern und legt dann seinen Hut und Ueberzieher ab. Das Mädchen wird schon zu Bette sein," äußert sie, indem sie die Thür zum Wohnzimmer öffnet; tritt em und erwarme Dich, ich folge Dir gleich, und er befindet sich allem m dem wohligen Gemach. Wie sonderbar ihm zu Sinn ist, wie in einem Traum. :as Zimmer ist warm, und ein Duft von Veilchen liegt in der Luft, eine Stehlampe verbreitet gedämpftes Licht, dazu noch der feurige Schimmer der Kohlengluth im Ofen. Er rückt sich den Schaukelstuhl ce quem und giebt sich ganz der träum haften Stimmung des Augenblicks hin.
. ."." v " " ,U' . ; des Herrn Ehirurgi Tschudi Behauslat $55 t0LIctte-mli -!em sung sich biß auff das Hembd außg -fÄl Zogen, die oosenansiatfeinerSchla'ff-
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p aiu ,u,u Hauben gebraucht, und aufs den Stet- ? W-f fr ? nen hart eingeschlaffen, worzu ein honÄ. Ä 5 her, ter Mann gekommen, und GelegenLandet ?' Sp unter heit gemacht, daß man ihn in dasHauß
q S 11 'X r J J genommen, hat auch auß seiner vorbe?Ä rV? ?"b ?öffe f"rrln .nanndten Schlaffhauben nichts .derGast und sireicht, em paar zierliche 't nzZ
Brötcken. einmal anschaum: ich glaube. Du siebst t,tthi.V . ' I.VU uutX UitVllUllUlil UU9 UIIU unverändert sein Blick ruht prüfend auf dem hüb iqen, oiaen ency: mit ven grauen klugen, Augen, die oft so kühl und spöttisch blicken konnten, die jetzt aber ,,s I? V. r.:M cirr "nt smnCnb fCm jnaucn w Du bist eher noch hubscher geworUn," meinte er, und ich? bin ich ver- " - w i i r Em wenig Rudi antwortete sie nach einer Welle, und ihr Auge streift w"der fein braune- Haar, m dem an den Schufen em vaac vorzeitige Sllversaven glänzen. Das Leben verändert uns ja alle," lugt sie hinzu, mdem ste an den Tisch tritt, um den Thee zu bereiten Er stützt den Kopf in die Hand und starrt in's Feuer. Susi rückt ein Tischchen an seine Seite und reicht ihm die dampfende Tasse. .An solch' kalten Abenden Pflegtest Du ein wenig Arrac zum Thee zu nehmtn," redet sie ihm mit ihrer weichem Stimme zu, und er läßt sie schweigen gewähren. Nun sitzt sie in einem niedrigen Lehnstuhl und blickt sinnend zu ihm hinüber. . .Sag' mir, wie lebst Du, seitdem
Ivrr-f" kWttodift w QPJL 2$ y&&äSl S,ück funden, ob bUi ist,
ujjvtiucu, .wuuci iviiim, iuk juiüi
Du wieder allein bist frag! sie ptofe-lich.
.Mein Leben ist leicbt au beschreib ven, entgesneie er auswelazenv, .rn -. w c ew bett, Club, Restaurants, ich bin immer beschäftigt. Aber wir wollen nicht von mir sprechen. Du selbst, Sust, wie stey: es mit Dir?" Du kennst mich Za; ich gehöre zu denen, die etwas schaffen müssen, um sich von den Lebenseindrücken, die auf sie einstürmen, zu befreien, ich habe wieder zur Malerei gegriffen Ich weiß es; ich sah Dein Bildchen in der letzten Frühiahrsausstellung, Ein Nebelabend", gut gemalt, aber traurig, Susi.. Ich erinnere mich noch genau an das Bildchen, der Fluß und die stille Wiese, und die Weiden am Ufer, die Abenddämmerung ist herabt m W M!l X l -W A UACl AAtl ijcjmucu uiiv xuu iyi uu ivcijymuci Nebel. AuS den grauen Schatten kommt ein Dampfer und fährt flußabwarts, wohl dem Weltmeere zu, und seine Lichter werfen irre Reflexe in das TI 1.1 stn.Itl CTS.. i I . WA giauc Viintiici. :ociki juu, iuic ua Schiff mir vorkam? Wie ein Schrei der Sehnsucht. Du hast Recht, Rudi; das war es auch; ich wollte das ganze Bild eist Sehnsucht nennen, aber man hatte darüber gelacht und es doch nicht ver standen; tea habe mir auch so eme Last vom Herzen gemalt. Wie genau Du mich doch kennst So bist Du auch mcht glücklich, Kmd? Sei ehrlich. Glück ist ein so weiter Begriff meint sie unsicher, es gehört so unendlich viel dazu, um glücklich zu sein, wer konnte das wohl von sich sagen? Sie ist aufgestanden, ihre Gestalt scheint zu wachsen. Mit leuchtenden Augen sieht sie ihn dann an. ,Du weißt wohl gar nicht, wie grau sam Du bist spricht er langsam und kann doch den Blick nicht abwenden. Aber sie scheint ihn nicht zu hören, sie tritt ganz nahe von ihn hin: Dein Wunsch war es, daß wir uns trennten," sagt sie, warum wünschtest Du es eigentlich?' Du weißt ja, wie es kam. Du warst nicht glücklich. Du warst ruhelos und unstät, und die Freiheit dünkte Dich schöner denn alles. Ich that es zu Deinem Besten; warum den alten Schmerz erneuern? Willst Du jetzt ganz frei sein?, Weshalb sieht sie ihn immer noch schweigend an, mit jenen leuchtenden Augen? .riefet male ich keinen Nebelabend mehr, Rudi," fällt es endlich langsam von ihren Lippen, ich will nur noch Sonnenbilder malen, oder vielleicht einen Sturm, so einen tollen, jauchzen den Sturm, wie er nach erdrückender Windstille das Land durchbraust. Sturm und Sonne. Sie seufzte tief auf. r" n n t r . -itso. nenn 211. III mir Die asicdc ce kommen, so groß und übermächtig, Eine Elementargewalt, die alles Gewesene in nichts zertrümmert und jedes Atom meines Seins nun durchdrungen bat. nun weife ick. was Liebe bedeutet. Da sinkt sie an seiner Seite nieder und schlingt die Arme um seinen Hals. Du bist es ja, den ich so liebe, willst Du es denn nicht glauben? Wie habe ich mich nach 'dem Augenblick gesehnt. es Dir zu sagen und das Gluck m Dei nen Augen aufleuchten zu sehen, diese eme Minute wiegt mir ja ein ganzes Leben auf. ' Und nun hat der Zufall Dich zu mir geführt, noch ehe ich. habe zu Dir kommen können, und Du? Sprich ' Aber sie liegt schon lange ön seinem Herzen und findet die wortlose Ant wort auf seinen Lippen. Naive zeigen. ffolaendes sind cirnae Proben von komischen Zeitungsanzeigen aus dem vorigen Jahrhundert; dieselben sind den Wöchentlichen FranksurterFrag uno 'anaciairnas - cacaiicmen em nommen. Den 3. October 1727. N. V. : Nachdem am verwiechenen Sonntag, ein gewisser Mensch betrunkener Weiß, (in Meynung er sey in seinem Quartier) in der großen Sandgaß vor 7""'. ,7 WDV " .vi XCSJPWTSh m1rfv Vrn n( f Aii(fnti4it V uDiifcfcii ji.uuyA.iu ten (d. h. der Expedition) zu melden. soll em gut Tranckgeld bekommen. Den 21. October 1727. N. B. Nachdeme in der Nacht zwischen den 9. I U,,V juivumu iwum iiuyvii Herrn zu Fauerbach bei Friedberg das und 10. dieses Monaths emem sichern Unglück begegnet, daß bey finstrer Wa&hni Wnffinm Yr m,n derselbe cum crapulo- (im Rausch) in das, Wasser gefallen, und darüber seinen Silbernen Degen verlohren; .Als wird dem Publico biermit solches zu wissen gethan, und Findern Kieses Deqtni sowohl, als auch demieniaen. so rvon eine einige Nachricht zu geben weiß, ein gut Recompens offerirt. wfc- . halber man sich ben AuKaebern dieser en r ' . ' ' S. ' Nachrichten zu melden hat. DasUniversal-Lastcr. Stark wirken Liebe und Haß, - - Freude und Leid; Doch tiefe; als alles das Frißt der Neid. rr:..crf,..t.fijc..!i m XI I r ucvunuicii. iöa ter: .Finden Sie nicht auch. Karline, daß die beiden Kinder mir sehr ähnlich sehen?" Karline: Ja. sehr, Herr Meyer, nur weniger :m Gesicht.'
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Die alte Hekge. Ton Balduin MSUbausen. .Brambach, Sie müssen heirathen.
Kein zweiter besitzt wie Sie das Ta , . " . i t:rjt I - UNI ZU einem p auiattqaiiuycii yurni lienleben!" .Nachdem ich den Anschluß versäumt habe, dürste es doch wohl zu spät geworden sein." antwortete der Geheime Registrator Brambach seinen freunden am Stammtisch. .Was sind sieben achlundvierzig, . . . ja fünfzig Jahre?- hieß es weiter.. VitrtrtSTtsf'" flirrst frt JKUK IbtltV $ jijllvlMjin anderer aufmunternd hmzu. .Sogar das verständigste allere Mädchen würde sich schwerlich mit -r . ..w in meinen vzcrooanqciicii unu jinuunwii aussöhnen," entgegnete Brambach mit emem müden Lächeln. .Bon wegen Ihrer Gelgensammelwüth?" Hm das nicht, lautete die zogernde 'Erwiderung, nach der man . i yv v rr! t . ruanazisoou zu anoeren zuigcn uuu gMg. . ... Eine Viertelstunde früher als sonst empfahl sich Brambach an diesem Abend. Draußen schlugen Regen undSchnee ihm entgegen. Doch als ob daS böse Wetter ihm wohlgethan hätte, athmete er frei auf, und den Rockkragen hoher emporziehend, schritt er mit gemäßigter Eile seiner Wohnung zu. Bald darauf umfing ihn die Wärme eines einfach, aber behaglich eingerichteten Zimmcrs. Nachdem er die grünverschleierte Lampe angezündet hatte, ließ er die Blicke über mindestens ein Dutzend Geigen hinschweifen, deren Behälter allein schon von ungewöhnlicher Werthschätzung zeigten. Nur eine Geige hing ohne Hülle an der Wand, ein bescheidenes Jnstrument, dessen ursprünglicher Besitzer wohl Bierfledler gewesen war. Langer und theünahmvoller betrachtete er die armselige Fiedel, die neben der alten Schwarzwalder Uhr emen Ehrenplatz erhalten hatte und mit dieser gleichsam verbrudert erschien. Schließlich nahm er sie herunter und legte sie sammt dem Bogen vor sich hm. Ernst auf sie niederschauend, versank er in Erinnerungen, denen sie den Weg freimachte.... Er sah sich als iunger Dorsschulmeister. Um den Gesang der Schüler und Schülerinnen zu leiten, hatte er die Geige um ein Billiges von einem Schäferknecht erstanden. Sein Gehalt war sehr gering bemessen und reichte nur für die allernothwendigsten Be dllrfnisse. Nachbarlich vom SchulHause, in einer Tag:löhnerhütte, war der Wittwe des verstorbenen Schulmelsters eme Stube nebst kleiner Küche eingeräumt worden. Außerdem bezog sie eine Pension, die zu hoch war, um dabei zu verhungern, und zu klein, um davon zu leben. Wo eS aber fehlte, da schaffte ihre Tochter Rath, die Schul meister - Bertha, die durch Schneidern manchen kleinen Nebenverdienst in's Haus brachte. Bei ihnen verbrachte Brambach .gewöhnlich die Abendstun Den. Er las vor oder entlockte wohl auch seiner Schäfergelge sentimentale Aolksweisen. Da starb die Mutter, und als mit ihrem Tod die kleine Pension fortfiel. da war er Bertha's einziger B:rather. Was er aber nimmermehr für sich selbst unternommen hatte, das vermlt telte er zetzt für die Freundm. Sie durfte die Wohnung gegen mäßigen Miethzins behalten und war so nicht gezwungen, ein anderes Unterkommen zu suchen und von den Gräbern der Eltern zu scheiden. Bertha war um diese Ant in ibr sie benundzwanzigstes Jahr getreten. wahrend er das vlerunddreißigste über rjIil .11. c n n.. ltutnien caiie. ueoer oic tue reu gendbliithe waren sie hinausaealtert wie zwei Baume, die nachbarlich in nayrungsloses Erdreich verpflanzt sind und die Kraft nicht besitzen, die verkümmerten Wipfel weiter auszu breiten und sie in einen einzigen zusammenslicken zu lassen. Eintönig gma die Seit hin. Da er hielt er eines Tages einen Brief von einem reuno m oer staot. lär traute i i 0 1 i i kaum seinen Augen, als er ihn las. Der Freund schrieb ihm, daß er. falls er Lust habe, sein Gluck in der Beam tenlaufbahn zu versuchen, sich umae hend erklären und so bald wie möglich kommen solle. Mit dem offenen Brief in der Hand trat er bei der Freundin ein. . Ihre erste Regung über die günstige Wen dung seines Geschicks war eine über schwengliche Freude. Sie verrieth sich in der Gluth, die verjüngend über ihr Antlitz hineilte. Doch nur Minuten dauerte es, und beide hatten ihre hef tige Erregung niedergekämpft. T! f"...-..-3n V. rr xic iciiiiuuymnuc iam. .ergeht es mir gut, so hören Sie von mir!'! sagte er zum Schluß mit einem matten Lächeln. Bertha schwieg; aber bis auf die Straße hinaus- begleitete sie ihn, wo der Leiterwagen einesBud nerS bereitstand. Stumm legten sie die Hände noch einmal ineinander. Gleich darauf thronte er hoch oben a,'f dem festgestopften Strohsack, und schnell entführte ihn der Wagen. Bertha aber bedeckte ihre Augen mit der Hand und schlich inö Haus. Sie schien kleiner geworden zu sem.... .Andere Bilder stiegen jetzt vor ihm auf: die sechzehn Jahre seines strengen Beamten tredens. Auf die Emvfeh lung seines Freundes hatte er die Stellung emeS Hilfsarbeiters anaetre ten. ?"as Herz hatte ihm geklopft aber er war ausgerüstet mit Gewissenhaftigkeit und redlichem Willen. So war er denn auch im Laufe der Jahre höher und höher gestiegen, biö ihm endlich das hochtönende .Geheimer" beigelegt wurde. .. An Bertha hatte er mehrfach geschrieben, und zwar im Tone eineö
Freund'eS. der mit seinen Vertraulich-
leiten eine bestimmte Grenze nicht zu überschreiten wagt. Herzlicher, jedoch ebenfalls, vorsichtig bemessen, lauteten Bertha's Antworten. Als er aber, sobald Gehaltserhöhungen er ermöglichten, ihr eine namhafte Summe übermittelte mit der Bitte, sie als - einen Beweis seiner treuen Freundschaft anzunehmen, mußte er erleben, daß ste die Annahme verweigerte. Spater war dann allm'älig der Briefwechsel ganz eingeschlafen. Nicht ohne Schuld daran war eine Liebhaberei, die sich fast plötzlich bei, ihm entwickelt hatte: seine Geigensammelwuth. Sie begann damit, daß er, vomZufall begünstigt, eine Geige erstand, deren Ton seinem Ohr schmeichelte wie nie ein anderes Instrument vorher. Ein befreundeter Virtuose, der sie auf seinen Wunsch prüfte, bot sofort dasAehnfache des gezahlten Preises, dafür. Und da war es, als ob sein ganzes' Sinnen und Trachten plötzlich eine andere Richtung einschlüge. Neben dem Dienst kannte er fortan nur noch die Sehnsucht nach immer kostbareren Geigen. Jede Mußestunde benutzte er, Auktionen zu besuchen und bei Trödlern vorzusprechen; namentlich aus Fenenrelsen, die ihn in die abgelegensten Gegenden führten, kroch er in ollen nur denkbaren Winkeln herum, wo ein Instrument hätte verborgen sein können. Und der Erfolg war überraschend. Von Jahr zu Jahr vermehrte sich sein Schatz. . Sechzehn Jahre waren verrauscht, seitdem er dem Schulfach entsagt hatte. Indem er die Blicke wiederum über die abgöttisch verehrten Geigen hinsandte, gestand er sich, daß sie ein Vermögen bildeten, mit dem er den schonsten Hausstand hatte begründen können. Unwillkürlich rief er sich den am Stammtisch ihm ertheilten Rath ins Gedächtniß zurück, und zugleich tauchte vor seiner Seele die ferne Freund'n auf. Er seufzte tief auf, und unbewußt sprach er laut vor sich h'.n: Bertha!" Durch die eigene Stimme erschreckt, sah er scheu um sich. Um Beruhigung zu finden, griff er zur Geige. Vorsichtlg stimmte er sie, und leise getragen tönte durch das Gemach: .War ich ein Vögelein " Zweimal spielte er dieMelodie, drei mal und viermal wie einst in der Tagelöhnerhütte. wenn die Freundin den Klängen lauschte. Und zum fünftenmal setzte er mit einem kräftigeren Bogenstrich an, als eine Saite, im Laufe der Jahre müßigen Hängens spröde geworden, mit einem häßlichen Mißton sprang. Wie ein Weheruf war es zu seinem Herzen gedrungen. wie eine Klage aus weiter Ferne. Erschüttert lehnte er. sich zurück. Erst nach einer langen Pause starrer Regungsiosigkelt legte er Bogen und Geige zur Seite. - Sein Gesicht hatti einen seltsamen Ausdruck von Enischlossenheit angenommen. . . . - Folgenden Tages kam er um einen kurzen Urlaub ein, und. ohne Abschied von den Freunden am Stammtisch genommen zu haben, verschwand er. Zwei Tage später näherte er sich um die Mittagszeit dem Dorf, das seine Jugendliebe umschloß. Ein sonniger Wintertag war es, und der Weg hart gefroren. Je näher er dem Dorf kam, um so langsamer wurde sein Schritt, um so unruhiger kreiste sein Blut. Kurz vor den ersten Gehöften begeznete er einem Tagelöhner. Erzwungen gleichmüthlg fragte er ihn nach einer gewissen Schulmeister - Bertha. .Die?" hieß es bereitwillig zurück. i,die lebt noch, und immer freundlich und gefällig, daß jeder ihr gut ist und ihr ein langes Leben wünscht." Erleichterten Herzens schritt er ins Dorf hinein. Endlich erreichte er die Hütte. Still lag sie, wie ausgestorben. Winterlich kahl war das kleine Blumenbeet. Fröstelnd schmiegten die 'Epheuranken sich dem nackten Lehmmauerwerk an. Leisen Schritts trat :r vor die bekannte Thür, deren rostige, dickköpfige Nägel ihn . mißtrauisch anschielten. Auf sein Klopfen folgte ein ruhiges .Herein!" Er öffnete, und vor sich sah er, grell beleuchtet durch das hereinfallende Sonnenlicht, Bcrtha am Fenster sitzen. Wie damals saß sie über ihre Arbeit geneigt. Aber war sie es denn wirklich? Sie, die gänzlich Verblühte mit dem ergrauten Haar, dem hageren, gramdurchfurchten, guten Antlitz, auf dem nur noch der Ausdruck einer sanften Schwermuth und Ergebung zurückgeblieben war? Zugleich entging ihm nicht der Eindruck, den sein ungeahntes Erscheinen auf sie ausübte. Indem die Thur un ter seiner Hand wich, versuchte sie auf zuspringen,, sank aber , auf ihren . Sitz zurück. Brennende Gluth war auf thre Zuge getreten, um iah wieder zu verblassen. Ihre Augen blickten, wie der Sehkraft beraubt.' Es verrieth sich m ihnen, daß sie seme maßlose Ent täuschung entdeckte, und verstand, eine Enttäuschung, die ihm dle.Begru ßungsworte auf den Lippen bannte. Mit mühsam errungener Fassung und ausgestreckter Hand ging er zu ihr hm über. : . . . " - " .Ich versprach' meine Wiederkehr hub er stotternd an,' sichtbar in tödtlu eher Verlegenheit,' was er sagen sollte. .eine Geschäftsreise führte mich in die Nachbarschaft ich benutzte die Ge legenheit, mich zu überzeugen, daß es Ihnen so wohl ergehe, wie Sie wieder holt schrieben." Ein herbes Lächeln glitt über Bertha's farbloses Antlitz: .Ich kann nicht klagen." Dann redeten sie über Dinge, die ihnen schon vor vielen Jah ren geläufig gewesen, ausdruckslos. mit ner gewissen Hast. Einer knuptte an der andern Bemerkung an, wie von Scheu besangen, durch ein Zogern, Ge legenheit zum Abweichen von der ein
mal angesponnenen, ' oberflächlichen Unterhaltung zu geben. 'Unter dem Vorwand, noch selbigen Abends zur Weiterreise nach der Stadt zurückkehren zu müssen, kürzte er seinen Besuch ab. Er fühlte, daß längerer Verkehr ihnen beiden nur eine Qual sein würde. Trotz der beiderseitiaen Befangenheit war der Abschied
herzlich. Vom Wiedersehn sprachen sie diesmal Nicht, auch flössen kemeThranen. Für die war es erst Zeit, wenn das Auge . nicht mehr ins Auge schaute ... Zwei Jahre - waren dahingegangen. als der Postbote Bertha emen schwarz geränderten Brief überreichte. Ihre Ahnung täuschte sie nicht. Brambach war nach kurzem Leiden einer schweren Krankheit erlegen. Es übte kaum noch einen tieferen Eindruck auf sie aus. Achtzehn Jahre hatte sie um ihn wie um einen Verstorbenen getrauert das konnte nicht mehr überboten werden. Einige Tage später hielt eine Ertra Post vor ihrer Wohnung. Ein Herr stieg heraus und trat, einen Geigenkasten unter dem Arm, von der Hauslerm zurechtgewiesen, bei ihr ein. .Ich bringe Ihnen die letzten Gruße des verstorbenen Herrn Brambach , re dete er sie höflich an. .Zugleich beauf tragte er mich, diese Ihnen testamentarisch zugesicherte Geige zu überreichen Und als Bertha befremdet zu ihm aufsah. fubr er drinalichör fort: .Seit Jahren ging ich ihn stets vergeblich darum an, ste mir ?auslich zu überlassen. Er hat mir jetzt aber testamentarisch anheimgestellt, mit Ihnen mich über das Instrument zu einigen. JetV biete Ihnen die zwischen uns vereinbarte Summe von viertausend Thalern . Bertha hatte ihr erstes Erstaunen bestegt und antwortete mit ruhiger Entschiedenheit: .War ich zwar lebenslang mit Herrn Brambach herzlich ttfreundet, so lag doch keine Ursache vor, mir ein so werthvolles Geschenk zu vermachen. .Er hoffte zuversichtlich, wie er m:r anvertraute, daß Sie eine Zuwendung. die Sie zu seinen Lebzeiten ablehnten. nach seinem Tod als Beweis seiner unerschütterlichen Anhänglichkeit' anneh men würden." .Ich bedarf keiner Unterstützung. Meine Arbeit sichert mich gegen Man gel." .Auch als unveräußerliches Andenken weisen Sie das Vermächtniß zurück?" ' Ich kann nicht anders," bestätigte Bertha. Sie sann flüchtig nach und fragte gespannt: .Aber HerrBrambach besaß schon hier eine alte Geige; was mag aus der geworden sein? .Em ganz werthloses Instrument, das nicht einmal einen Kaufer findet. .So! Wurde nur diese Geige von den Erben zuerkannt, so würde ich sie mit dem innigsten Dank annehmen! Der Fremde reichte ihr die Hand. .Ich werde dafür sorgen, daß Sie die alte Geige bekommen", erklärte er fast feierlich. ..wer wie Sie die Erinnerung heilig halt, ist nicht arm!". Helmerding vor Gericht. Als der verstorbene Komiker Hel merding am Wallner-Theater in Berlin engagirt war, mußte er auf dem Wege von seiner Wohnung nach dem Theater durch die Blumenstraße gehen. Sein Weg führte ihn dabei an einem Bäckerladen vorüber, in dessen Thür regelmäßig der Bäckermeister stand, um nach der Last und Hitze derNacht wonlgefällig das Getriebe der Großstadt zu betrachten. Er kannte den berühmten Helmerdmg und begrüßte ihn stets cor dial mit den Worten: G g gu t t ten Mm morgen, y y yerr Helmer o ding!" Der alle Zeit zu zovialen Streichen aufgelegte Komiker antwortete, nachdem sich dieser Gruß mehrmals wieder holt hatte, ernsthaft: .M m m morgen, M in meister! Der Bäckermeister fühlte sich durch das Nachahmen seines Sprachgebre chens beleidigt und stellte bei'm zustän digen Gericht Strafantrag wegen Beleldigung gegen Helmerdmg. Vor Gericht werden Kläaer und Verklager aufgefordert, ihr ' Für und Wider darzulegen. Der Bäckermeister erzählt stotternd den Hergang. Helmerding entgegnet: H b Herr G g gerichtshof, i i i ich st tt stottere auch!" Der Richter erklärte, daß Niemand den Einwand des Beklagten gelten las sen könne. ' Denn zeden Abend höre man ihn doch in unvergleichlich glatter Rede aus der Buhne sprechen. Helmerdmg antwortet mit Ueber zeugung:3 l 1 I, meine H h h Herren Richter, auf d d der B b buhne verstelle ich mich!" . Homerisches Gelächter im Zuhörer räume.. Nach Hin- und Widerreden einigen sich die Parteien. Eben im Begriff, den Gerichtssaal zu verlassen, raunt Helmerding seinem Partner in's Ohr: .Sie sind doch ein rechter Schafskopf!" Ausgebracht wendet sich der Bäcker meister zurück an die Richter und er klärt: H h Herr G gg gerichts hof, zj jetzt hat er g ganz v V vernünftig geredet! V In der Saison. Ach Weibchen, träume von mir!" Jetzt in der Saison träume ich nur von HLten!" Entrüstung. '.Aber ich bitte Sie! Sie wollen Ihre Tochter dem Makler Beyer geben? Wissen Sie denn nicht, daß Beyer volle drei Jahre gesessen hat?!" . Ach, der elende Schurke! Und mir hat er nur von zwei Jahren gesagt!"
Zur. unsere Kinder. Hannchen üu die Elfen. Leise trat das kleine Hannchm in die
Stube, dmn ihre Mutter war krank und eben ein wenig eingeschlummert. . Sie setzte sich an das Bett der Mutter und wemte. O wenn dieMutter nur hätte wieder aufstehen können und sich in die warme Sonne setzen unter die grünen Bäume im kleinen Gärtchen hinter dem Haue, aber sie konnte sich nicht regen vor Schmerzen und mußte im engen Stübchcn liegen bleiben. Da sie nun eingeschlafen war, dachte Hannchen, sie wolle hinausgehen in den Wald, der Mutter einen Strauß zu pflücken, da. mit sie doch eine Freude habe, wenn sie erwache. Da ging sie in den Wald und pflückte die schönsten Waldblumen und war so eifrig, daß sie es zu spät merkte, wie es anfing dunkel zu werden und wie sie den rechten Weg ganz verloren hatte. Sie lief nun ängstlich hin und her und kam immer tiefer in den Wald und wußte zuletzt gar nicht mehr wohin. Endlich kam ste an einen kleinen Bach, der mit ten durch den Wald floß, und setzte sich ermüdet in's Gras unter einen Baum und klagte: .Ach wäre ich doch zu Hause geblieben, wie wird sich die arme Mutter um mich ängstigen, sie wird am Ende sterben und wird mir keinen ttuß mehr geben und ich werde sie nicht wieder sehen." Während Hannchen so jammerte, war der Mond aufgegangen und die weißen Sternblumen und gelben Dotterblumen glänzten 'um sie herum und die hohen Bäume warfen lange, dunkle Schatten, daß es gar wunderliche Gestalten gab und das Kind anfing sich zu fürchten m der Einsamkeit. ES kauerte sich ganz zusammen, wickelte die Händchen in das Schurzchen und wünschte sich sehnlichst den Tag herbei, damit eö den Weg nach Hause fände. Am Bache aber, wo Hannchen saß, stand eine groke weike Wasserlilie, die glänzte und schimmerte Mondllcht, und, wie Hannchen so nach der Blume hinsah, stieg langsam eine kleme weiße Gestalt aus dem Kelche her auf, die war wohl kaum eine Spanne hoch und hatte ein blasses, aber gar wunderschönes Gesichten, so schon, van Hannchen glaubte, sie habe nie etwas Aehnliches gesehen. L?ie trug ein lan acs. glänzend weißes Kleidchen mit ei nem silbernen Gürtel und auf dem Haupte eine silberne Krone. Tie kleine Gestalt stand eine Weile ausrecht im Kclch der Lilie und schaute sich um. Dann stieg sie heraus aus der Blume und schritt so leicht über den Rasen da hin, daß es schien, als berühre sie kaum dey Boden. Sie ging auf eine schöne Glockenblume zu, faßieden Stengel und bewegte ihn langsam hin und her, und die Glocken singen an zu klingeln mit leisem Ton m den Wald hmem. Da war alsbald der stille Wald lebendig. denn unter Gräsern und Moos, au den Spalten alter Bäume und dem Schilfe am Bache drangen kleine Gestalten her vor mit weißen Kleidchen und silbernen Gürteln. Ruhig stand die kleine Ge stalt mit der silbernen Krone an den Stengel der Glockenblume gelehnt und sah den übrigen zu, die um sie her und tief in den Wald sich zerstreut hatten. Da merkte Haunchen,' daß es vle Elfen königin sei mit dem Elfenvolke; des Nachts aber, wenn es warm ist, die Sterne blinken und der Mond scheint. da kommen die Kleinen hervor aus lh rem Versteck, beaießen die Blümchen und Gräser mit Tau und spielen und tanzen und freuen sich ihres nächtlichen Lebens' Wie war Hannchen überrascht, als sie plötzlich die Elfenkörngm auf sich zu kommen sah. Sie kam dicht heran. blieb vor ihr stehen und sagte freundlich und leise: Ich habe dich vorhin weinen sehen, du liebes Menschenkind, was fehlt dir denn? Vielleicht kann ich dir helfen." Da erzählte Hannchen fchüch tern, wie die Mutter so krank sei' und wohl sterben werde und wie sie beim Blumenpflucken heute den Weg verfehlt und sich nicht wieder nach Hause finden könne. Tie Elfcnkönigin hörte sie freundlich an und sagte dann: .Dir soll geholfen werden, bleibe hier, wenn es Tag wird, wirst du im Grase finden. was deine Mutter gesund macht;" und ehe Hannchen sich noch recht besinnen konnte, waren all die kleinen Gestalten verschwunden. Zwar sah sie noch cini geniale etwas Weißes glänzen, aber wenn sie darauf zuging, war es immer nur eine weiße Blume. Da setzte sich Hannchen in's GraS und war jo müde vom Laufen und von all den wunder baren Dingen, die sie erlebt hatte, daß sie bald einschlief. Als sie des andern MorgcnS erwachte, wußte sie nicht, ob sie geträumt oder ob es wahr gewesen, was sie zu sehen geglaubt, aber die Worte der Elfe: .Wenn eS Tag wird, wirst Du im Grase' finden, waS deine Mutter gesund macht." klangen ihr noch deutlich in den Ohren. Sie blickte um sich und siehe, die schönsten rothen Erd beeren glänzten ihr aus dem frischgrünen Grasen entgegen. Da zweifelte Hannchen nicht, waS die Elfe gemeint hatte, sammelte ihr ganzes Schürzchen voll und eilte nach Hause, wohin sieden Weg bei Tage schnell fand. Tie Kranke aß mit Begierde - die würzigen Beeren und ward auch wirklich gesund davon, und Hannchen erzählte ihr von den El fen Und wie sie durch sie die Beeren ge funden. , Qlelne Qesyicht. Hilf schnell. Auf dem Tische ' stand eine tiefe Schüssel mit Buttermilch. Eine Fliege, di alleö kosten mußte, was in der Stube zu essen und zu trinken war, flog um die Schüssel herum und setzte sich endlich auf den Liand. Aber sie versah es und fiel hinein. Die Fliege schrie aus Leibeskräften um Hilfe. Kam zufällig eine Wespe daher geflogen und hörte daö Angstgeschrei. .Armes Thierchen-, sagte die Wespe. .Du dauerst mich von Herzen. Ja, ich will nur erst noch den kleinen Holz Flitter an mein Nest kleben, daß er
mir nicht verloren geht. Dann helfe ich Wr gleich. Du armes Thierchen." Die Wespe flog fort und klebte den Holzsplitter sorgfältig an ihr Nest. Als sie
aber wieder zu der Schussel kam. schwamm die Fliege in der Buttermilch und war ertrunken. Handwerk hat goldenen ! Boden. In einem Zflecken bei Basel spannte ein Gerber eben seine übelriechenden Felle zum Trocken aus, als der Kaiser Rudolf ovn HabLburg vorüber ritt. Kurze Zelt darauf stattete der Kaiser dem Gerber einen Besuch ad. Diese? erschien in kostbarer Kleidung. . begrüßt seinen hohen Gast nach Gebühr, führte denselben in em schönes, elegant ausmöblirtes Zimmer und bewirthete ihn auf eine glänzende Weise. Er trug ihm vortreffliche Speisen und edle Weine in silbernen und goldenen Gesäßen auf. Rudolf sprach seine Berwunderung aus, daß der Gerber bei solch großem Reichthume n Gewerbe betreibe, das mit vielem Schmutz und argem Geruch verbunden sei, erhielt aber zur Antwort: .All die schonen Sachen habe ich durch diese meine Ar beit erworben." , . . Giu EineentflüS mit einer Näh nade! zu durchbohren. Diese Aufgabe scheint beim ersten Blick sehr schwierig zu sein, besonders wenn die Rähnsdel eme sehr seine ist. Die Lösung ist trotzdem außerordentlich einfach. , Tie Nadel wird der Länge nach rn einen Pfropfen hineingesteckt, so daß die Spiße ans der einen Seite anz we nig hervorragt, während der am ande ren Ende hervorragende Theil der Na bei mit einer Zange abgekniffen wird. Leae dann das Eincentstück und' den Pfropfen, wie die Figur es zeigt. oder lege elnpq oaZ ilncemstucr aus em weiches Brett und schlage mit einem Sammer kräftia auf den Pfro pfen. Dieser verhindert das AuSwei chen der Nadel nach irgend einer elte, und das Eincentstück oder ' eine an dere ähnliche Münze wird auf diese Wei se mit der größten Leichtigkeit durch X 1 V , w CV . V ooyrr, roeu cer iayi oer vcaoti qarier ist als das Metall, woraus die Münze besteht. Am Telephon. Karlchen steht auf dem Stuhle vor dem Telephon, stolz wie 'ein Dewey s hat er doch den Muth gefaßt, seiner Klavierlehrerin, die sich neulich ein genes Telephon in's Hauö legen ließ zu telephoniren. Muthig ruft er die Nummer in's. Rohr; man versteht ihn nicht und gibt! ihm den Bescheid, es sei eine" falsche Nummer. - Neben ihm steht der große Bruder der ihm Rathschläge ertheilt: .Du mußt recht dreist .Hallo" rufeu und immer wieder fragen." Klun-Karlchen- befolgt des Bruders Worte und nimmt seinen ganzen Mutb mit klopfendem Herzen wieder auf.' Nochmals erklingt des kleinen Helden. Stimme.' Endlich hat man ihn verstanden und an sein Ohr ertönt der Lehrerin bekannte Stimme: . . .Hallo, was wünschen Sie?" . Nun kommt Karlchen in's Fahrwasser und erzählt ihr eine langeGcschichte indem er vorher seinen Namen an, gibt. - ' Lachend schließt er und fragt, ob er sein Stück ganz lernen soll oder nur die Hälfte. Nun ist die nächste Klavierstunde' schon am folgenden Tage, es bleibt also furchtbar wenig Zeit übrige seinen gefaßten Vorsatz auszuführen. ; Die Lehrerin merkt die wahre' Absicht, daß es nur Neugierde war, die ihn veranlaßte, ihr zu telephoniren. und schien ihm keine sehr angenehme Antwort gegeben zu haben, denn etwas weniger siegesfroh verließ der Junge wieder daSTelephon und bemerkte ganz,' trocken zu seinem soeben in's Zimmer tretenden Papa: .Du schimpfst rrnck wenn ich um sieben Uhr noch nicht gern aufstehe, und jetzt ist es zehn Minuten bis neun Uhr und Frl. M. zankt mich, weil ich sie o früh geweckt und durch mein Televho niren um ihren guten Mörgenschlas gebracht bade. Wahrscheinlich träumt sie letzt noch weiter, während ich in di Schule gehen muß." (Zllensröße. Die Pappel spricht zum VSumchen : .WaS machst du dich so breit Mit den geringen Pflüumchen? ES sagt : .Ich bin erfreut. Daß ich nicht dloS ein Holz Nicht eine leere Stange !" .Wa ! ruft die Pappel stolz, .Ich bin zwar eine Stange, Doch eine lange, lange !" Em. Fröhlich. tttndermund. Vater: .Ich freue mich, daß ich nun mein Haus bestellt habe. Richard: Papa, wo bestellt mair denn sein Haus? Ich wünschte mir eins mit einer Zugbrücke. Ihr Ideal. .Wcrrum he!rathest w eigentlich nicht, Jenny?.Ich fi lde keinen Mann, der mir paßt, denn er muß hübsch, reich und dumm sein!" .Eigenthümliche Anforderungen, die Du stellst!- .Ist er nicht reich und hübsch dann nehme ich ihn nicht. und ist er nicht dumm, so nimmt er i in irrtm irnr n .
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