Indiana Tribüne, Volume 23, Number 158, Indianapolis, Marion County, 25 February 1900 — Page 6

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Aa Faavsrosch.

Humoreske von N. Gießer. Der Cteffel, was a sechsjähriger 'Sckulbua war. is in Garten . 'naus gange, damit er si' a biss'l ins Gras , , legt und faulenzt. Da hat er aus amal an Laabfrofch schrepn.g'hört,Draus is er glei' hi'ganga und hat 'n Laavsrozcy r.. .r n. w nn r U UUUl. 'iUCll U llfc uwm 'n d'rwischt. wird er 'n a'fanga und in in a Glasl ei'spirr'n und eahm a Loata nimacha und a Vxaä einithoa und 'n Itx. vr:.... c::Iu., 4iaaöiüiq um yimy n uuiiuu, aV aJalrm JtäJvt LVnÄrf'n' il rwisch n lOll. Laabfrosch. was Äiech war, oaf mit er 'n net d'rwisch'n soll Da Steffel is oba hi'gQnga zum 35 .H rv fflrTs ,,nS "staffln 'ut und hat s Gras und d Blti n .y 1 iv n.cc.r k! ZZ,r " ' rr'l V L7 i ' n..rlT. g ,rg n, mm n .n an uW smt.., !M,Mt ia t llt j L 'l ou.-uu iuu WU V"rl in den Schippl' Brenness'ln nei, und hat an Quackser g'macht. Siazt es", hat da Steffel g'moant, hiazt hast di' 'brennt!" Er Hot sie' oba net a'schrecka lassen do de Brenness'ln und hat sei'Schneuzjüachl um d' Finger g'wickelt, damit er si' net aa brennt und hat 'n Laabfrosch alsdann richt! d'rg'langt, ohne daß er sl' aa 'brennt hätt'! Juhu!" hat er g'ruaf'n, .hab' i di'. han?" Da Laabfrosch hat si' oba net om-al mucts'e kinna, weil 'n der dumine Bua so viel 'druckt hat, nur daß er ahm ja net mehr auskimmt. Drauf hat er si' mit'm Laabfrosch auf das Platze! g'setzt, vo wo er 'n früaher schrei'n 'hat a'hört und hat si' g'spielt mit dem Macherl und hat's a Dlssl Hups'n wn'n . und yats . Witter

g lang!, wia er s yau au well g Kg n w 5 Meter breit, darunter dem l ?'"" l' a Maus Dom befindliche Vestibül selbst hat eia'hztt hat. und dabei hat er a'lacht . ttlänZnbalt von X) Metern:

Lind sei' Freid g'habt. der dumme Bua. Nach'm Spiel'n. na da hat er 'n 'Laabfrosch in sein' Huat 'nei'g'setzt. 'Da is er oba glei' wieder aaf der Erd'n g'lez'n und hat woll'n davo' hupf'n. weil da Huat a Loch g'habt hat; na. er hat 'n alsdann aufg'hebt und hat 'n in fein' Hos'nsack gesteckt, ,'n Laabfrosch, und hat sei' Hand drauf g'hal-

ren uno yat 'n 'nel'trag'n ms Armma. können. Drin' fan s' g'rad dein' Mittagess'n Der Umkreis des gesammten Ausg'sess'n, da Vota und dMuatta und stellunasaebietes beträat 3 Kilometer.

a Knecht; ja richti. und de Dirn aa, (ca. 6 Meilen und sein Flächenraum und 'n Steffel hab'n s' eh scho' g'suacht umfaßt rund 1.500.000 Quadratmezun' Ess'n. Da Steffel hat si' oba no ter. Um den Besuchern die Bewegung

zun Eff'n g'setzt, sundern hat a Glasl obag'nomma vom .Kasten, 's schönst' was ob'n war, 'damit da Laabfrosch a Freid hat. und er hat aa a Freid g'habt, weil er si' denkt hat: Do roerd'n schau'n, wann bö mein Laabfrosch seh'n!" Nachher hat er si' hi'g'schlich'n und hat sein' Schatz mitt'n auf'n Tisck g'stellt und hat g'juchezt: Eelts, da .schauts?! Do hab'n aa alle q'fchaut, oba wia! IDo 'stellt, DL Dirn bat an &&rti aus'a'ttök'n und is aa in Hoff außi 'aanaa und bat sie aa in a Winker! gestellt; und da Unecht ist aa außi und hat st' aa in a Amkerl g'siellt. Nur la Nota !s sik'n hliih'n 7tnh Wn Stesfel abschaut; und da Laab-frasl-k Yrn3L rrärnTt' n ftrnt' nnr- i3L n sitz'n blieb'n in Glasl ganz unt'n unt I 4 - . .. - . --7- yv. b W y 1414 "das bedeut' all'weil a Wetta! Es ist aa glei' kemma. dos Wetta. über'n Stef. nnr nitrrait itnn .tynt t i fei. und Hitb' bat's q'rean't. dak 's dem Steffel für a ander's Mal dö Lust zun' aabsroschsanga ganz wegg' .ic?wemml yal. Eine theure Kaiserin. Wenn Extravaganz und ein unbe schränkte! Credit im Stande sind, eine Frau glücklich zu machen, so muß Napoleons I., Gemahlin, die Kaiserin 3lofephine, zu den glücklichsten Frauen der i7"i$0rl ?.cn: tlu war so 2v,uu,jig. ib ven nzug vier- ois 4arRPm-T CT'. Xl.Tl C tusrnm um -cuuc jyciü tuc uno ein '-neues Kleid nie mehr als zweimal anLog. Sie gebrauchte in der Woche drei uizeno Hano, cyuye uno quye, rrug mt Wasche, die schon gewaschen war. iind zog dasselbe Paar Handschuh I?der Schuhe nur ein einziges Mal an. .TS ? . til r ? rrt i jüic pinirauicn iyrer cacylyemoen -Tl -L Is jr'ttt' jr r r n jöicicn öuiajiajmiuia? okj vis iuu s cy r t sV m . jranc. uat Diti Atonale weh elte sie ihre Diamanten und anderen Juweltn oder ließ dieselben nach der neuesten Mode umfassen; viermal im Jahre urde ihr Geschirr, ihr Mobiliar und 1ie Tapeten ihrer Zimmer erneuert. -Sie hatte 36 Pferde w ihrem PrivatCrn -si I'tj L.ri.Y rr. jumiiau, uuo iqi ijocriiauncnier hatte die Verpflichtung, monatlich 12 neue Pferde anzuschaffen. Einmal im Monat empfingen alle Diener, die in "Un Diensten der Kaiserin standen, meue Llvren, und ebenso wurde alle louaie iqrc aroersoe umer zyre Ehrendamen vertheilt. Durch BerühYT 1 . KL fXi t i . I . rung emes Knopfes konnte sie für ihr Bad ledes erdenkliche Parfum sich der schaffen, denn die Hahne enthielten siets die feinsten Wohlgerüche. im Werjhe von 12.000 Francs. Wenn sie das Äad zu verlassen wünschte, so brauchte l.e nur ne nnge: zu ocruyren, uno , ... t t lofort wurde sie durch einen Mechanisinus in ein elegantes, durchwärmtes . r 1 . r m.ii . r" l. i und parfümirtes Bett befördert. AusderKaserne. Unterofficier: Kerl, machen Sie doch nicht ein Gesicht wie eine Theater - Leiche, .fcie ein Floh beißt!"

Muatta bat'n Löffel weaa'leat und mal anstatt Zlweler beweallchen Plat

is aufq'stand'n und is in' Qof auki- formen deren drei vorgesehen sind, f

5anaü und hat fr in a Wmkerl

Kremde Haste in Faris.

Nur noch eine kurze Spanne Zeit und die Pariser Weltausstellung wird ihre Thore öffnen. Die Ausstellung befindet sich auf demselben G-landk in ?i ira xoio u 8; 0 SV. X uui Zi nis:i aus einem Theil der Champs Elhs6es ' . . - ., 1 und em Trocadero "nerseitö und der Avenue des JnvaUdes und dem Camp de Mars (lmkes Sem.Uf anderer. selts. Da nun Cbamvö Eldsöeö und Y und dcn Quai Debilly mit.inan! verbunden, die ebenfalls AussiellungZ. zwecken dienen. - Hauteingang h-Sl : m... v,. zur Ausstelluna liegt auf der Place de la Concorde. Wohl keine Stadt der Welt kann sich rühmen, daß ihre Aus. - b'imir ,u erreichen gewe. stn wären: rn der Madeleinelieche elllngt man in weniger als 6 Minu durch die prächtige Rue Royale zu emem monumentalenKuppelbau, reqis und Im! n zwei Riesensäulen flan. V. S t. P a v i l l o n. bic Eingangspforte zum Öefli? gegenüber dem Haupteingang befindet eine Ehrenpforte, während rechts und links davon 8 Eingänge für die Besucher bestimmt sind. Eine sinnicke Einricktuna ermöalickt eine sehr rasche Controlle, so daß selbst nach pessimistischen Berechnungen 60.000 Personen ohne Drängen und ohne Eile in einer Stunde abgefertigt werden :n diesem enormen Flachenraum zu er leichtern, sind zwei Arten von TransPortmitteln vorgesehen. Erstens eine Rundbabn mit elektrischem Betrieb, die aber nur in einer Richtung cirkuliren wird, dann die sogenannten .Trottoirs mobils", die das Prinzip der auf der BerlinerGewerbeausstellung 1896 und der Leipziger Ausstelluna 1897 erbau ten Stufenbahnen zum ersten Mal in großem Maßstab vorfuhren werden; mit dem Unterschiede zedoch. daß dies van die Fortvewegungsge qwmolgrell der dritten Platform pro Minute 333 ö Meter, das heißt 20 Kilometer in der Stunde, beträgt. Da nun infolge Möglichkeit, von einer Platsorm auf btc andere zu steigen, die sich stets etueu cgcnuüct mu wuucuci schwindieit bewegt ein Aufenthalt llf dkN StatlONkN Und somit CX sonst unumgängliche Zeitverlust fortfällt, so Ixnn mnn r rvr ry Ort nT)rit n nt ui vnvu nuiwt i Engl. Pavillon. ganze Ausstellung umkreisen; da serr die dritte, ausreichend mit Bänken I . . . bttihtnt U Iatform ftcö in tafttieiter Beweauna befindet, so können ans dieser Stufenbahn pro Stunde mit Leichtigleit 100,000 Personen befördert werden, w'äbrend die in entaeaenaesekUz Ricktuna laufende Rundbabn nur 40.000 in der Stunde zu bewältiaen I . S im Stande ist. Außerdem giebt cs I .' . . " . noeö eine Lustbakn. eine bvdraullsche I ' - ' ' ' Rollbakn und eine Unmenae von Motorbooten, die den Berkekr Zwischen beiden Ufern der Seine aufreckt au erhalten bestimmt sind. Selbstverständlich wären aber die Boote nicht im Stande,- eine regelmäßige Cirkulation zu bewirken, wenn nicht fünf große m V r j. zruaen vie oetoen urer veroanven. Die Ausstellunasvavillons der fremden Mächte auf der Weltausstellung zu Paris bilden von der Invalidenbrücke bis zum Alntabrllcke eine Zufammenstellunq außerordentlich fes I r 1 i rw I . ' m. leinoen yaraiiers m arcytteltonlscher Hinsicht. Der Ausstellungspavillon der Bereinigten Staaten bildet eines der imposantesten und schönsten Bauwerke auf der Ausstelluna. 3n CLUXU lisirenden Formen gehalten, erhebt sich auf einem mächtigen Arkadenunterbau eme prachtige Säulenhalle, die dem I .! x;jt rj-t"..V- . l in eigeniiicycn roauoe oorgezagerr ii. Aus hohem Postament ragt m ver Säulenhalle das Denkmal George I tm rd!.l.i3 ... m V. . CT 9 uuiuiyiuii gu pjcivc ciiifu(. ta Dach der Halle krönt eine allegorische Darstellung: die Göttin der Freiheit führt in einem mit daherstürmenden ossen bespannten Wagen den Fort schritt mit sich. Die hochstrebende

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Kuppelwölbung M Hauptgebäudes

traat die m den Farben der Union ge haltene Erdkugel mit dem Adler. Der enattsch Pavillon erbebt stcy dicht am Quai d'Qrsay und befindet sich vor dem ungarischen AusstellungsWU L rffjSil , Südafr. Pavillon. geb'äude. Jener ist eine möglichst gereue Nachahmung ds- KingstonHouse, einer der schönsten Baulichkeiten englischer Architektur aus dem 16. Jahrhundert. Errichtet wird daS imposante Bauwerk durch den Architeken Edwin L. Lutyens. Um die rei chen Sammlungen, welche der Pavilon enthält Gemälde. Möbel. Goldschmiedearbeiten etc. und das Haus möglichst vor Feuersgefahr zu schützen. hat man das gesammte Gerüst aus Stahlpfeilern und-Rippen, die Wände sämmtlich aus gestanztem Stahlblech hergestellt. Bemerkenswerth ist dabei noch, daß sämmtliche Materialien, welche überhaupt beim Bau des Pavillons zur Verwendung gelangen, bis in die kleinsten Einzelheiten direkt aus Enaland bezogen worden sind. Allerdings gibt es aus dem Ausstellungsplatze noch zwei britische Gebäude, in denen die Produkte aus Indien und den'engirr.. Tf f ujajcn .olon.en zur cyau gelangen. Das der Südafrikanischen Republik eingeräumte Terrain befindet sich am Trocadero.Platz. Durch den Architekten Heubes werden dort drei Pavillons und eine Vurenfarm errichtet. Der Hauptpavillon, welcher sich an der Rue Jena hinzieht, enthält einen geräumtgen Saal im Erdgeschoß und einStockwerk, das mit emer geschmackvollen Galerie umgeben ist. Die verschiedenen Itaatllchen Einrichtungen, wie daZ Kriegsdepartement, die Post, Telegraphie, Staatsdruckerei etc. Transvaals werden hler vorgeführt, und eine EolJtal.Pavillon. ' lektion ethnographischen ' Charakters bietet interessante Aufschlüsse über die Lebensgewohnheiten der Kaffern, ihre gewerblichen Erzeugnisse etc. Sehenswerth durste auch die Ausstellung des Erzreichthums des Landes und seine bergmännische Gewlnung sein. Neben dem Hauptpavillon den wir im Bilde wiedergeben, erhebt sich di Buren farm. Sie enthält fünf Räume. Eine aus unbehauenem Holz gefertigteThüre öffnet stcy auf eine Art Flur, m deren Hintergrunde sich die Küche mit dem Brotbackofen befindet! Links lieat ein Raum,welcher alTEßzimmer und Salon" für die Burenfamilie dient. Zwei ineinander gehende Zimmer sind, das eine zum Schlafen, das andere als Gastraum, eventuell auch zur Unter bringung der Pferde bestimmt. Das Meublement und sämmtliche Utensilien der Farm stammen aus Transvaal selbst. Die beiden Seltenpavillons enthalten speziell Gold- und Diaman ienbergbau; nicht weniger als 800 Tonnen Erze und Gestein werden zu diesem Zweck vom Witwatersrand nach Paris direkt befördert, und vor den Augen der Zuschauer werden dieBerg leute und Goldwäscher in vollem Mi nenbetrieb ihr Gewerbe ausüben gewiß eme Vorführung von höchstem Interesse. Italien lehnt sich in seinem vrachtigen Pavillon" an verschiedene seiner Baudenkmaler der Vergangenheit an Das Gebäude im Stil der verschiedensten Epochen hat etwas vom DogenPalast in Venedig, etwas vom Dom zu Mailand. Daß es einen imponirenden und zuglelch gefälligen Eindruck ma chen wird,.darf als sicher angenommen werden.. Bcmerkenswcrth ist ubrr gens der Umstand, daß fast alle Län der in die Vergangenheit zurückgreifen müssen, um etwaZ architektonisch Hervorragendes und für ihr Land Charakteristisches hervorzubringen. Es beweist vonNeuem, daß sich unsere Zeit auf dem Gebiete der Architektur so fortgeschritten sie in allem Technischen derBauausführung sein mag nichts Eigenes zutraut. Moderne Jugend. A.: Was. dein Aeltester ist schon 20 Jahre alt? Da mutz er ja schon einen flotten Schnurrbart haben?" - V.: Das nicht, aUx ine Glatze!" Zu viel. Zimmervermietherin: Sagen Sie 'mal, Herr Studiosus Soff, wann werde ich denn die Miethe für die drei Monate, die Sie mir schul dig sind, bekommen?" .Student: Ja, liebe Frau, darauf muß ich Jh nen die Antwort schuldig bleiben." Zimmervermietherin: Auch die bleiden Sie mir schuldig! Das ist zu viel!"

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Die anatolische Aayn. Unter Führung des deutschen Gene-

ral-Consuls in Konstantinopel ist eine Expedition deutscher Ingenieure unerwegs, um in Synen und.Mesopoamien das Terrain für die geplante Fortsetzung der anatolischen Elsenbahn, die den Bosporus mit dem Persischen Golfe verbinden soll, zu untersuchen. Die Einwilligung des Sultans zu dem -deutschen Unternehmen aus türkischem Boden tfl gesichert. Das Proiect, den Bosporus mit Bagdad und Basra durch emen Schienenweg zu verbinden, dadurch Klein - Asien. Syrien und Mesopotanien der Cultur wieder zu erschließen und eine neue, um Wochen kürzere Verkehrsstraße als bisher zwischen Indien und Mittel Europa zu eröffnen, wurde schon vor einem Menschenalter ausgearbeitet. Aber erst im. letzten Jahrzehnt wurde es zur That: Vom Bosporus bis in die Mitte der kleinasiatischen Halbinsel ist die deutsche anatolische Bahn im Betrieb. Von Haldarpascha, emem Vororte von Skutarr, ausgehend, folgt die Bahn durch blühende Gefilde, die übereinstimmend als tin Para'vieS geschildert werden, dem Ufer der Propontis. Auf der linken Seite anQlivenpflanzungen, Weinbergen, Felgengebusch, KirschenBoulevard Hamidi 6. und Aprikosengärten, Cypressenhainen und blumigen Wiesen, aus der rechten den tiefblauen Golf von Jsmld entlang, erreicht sie an dessen Spitze die Stadt, nach der er benannt ist. Jsmid, das alte Nlkomedien, nach einer Jahrtaufende alten, oft glanzenden Geschichte zu einem unbedeutenden Orte herabgesunken, scheint durch den Verkehr, den ihm die anatolische Bahn gebracht hat, zu neuem Leben zu erwachen. Die von der Bahn durchschnittene, mit Bäumen bepflanzte Hauptstraße der Stadt, den Boulevard Hamidiö", auf der sich Uz alte und neue Verkehr in bunten Bildern abspielt, veranschaullchen wir durch eine unserer Abbildüngen. Hinter Jsmid ändert sich die Scenerie. Durch Rhododendrongebllsch und Wälder von immergrünen Eichen, die Reben, Hopfen und Clematis urwaldartig durchranken, läuft die Bahn in östlicher Richtung bis Sabandja, biegt dann nicht weit vonder berühmten justinianischen Brücke bei der an Rosengärten und Nachtigallen reichen Stadt Adabazar nach Süden um und begleitet den Sakariafluß, der disLefke dreimal überbrückt werden mußte. Schon beschränkt sich im Bereiche der Bahn die Verwendung der Kameelkarawanen auf die Zuführung derFrachViaduct bei Pekdemir. ten zur Eisenbahn. Ganz anders, wil der, schroffer wird die Gegend . mit dem Eintritt der Bahn in dasThal des Karasu, dasXsich, besonders zwischen Veznham und Blledlll, zu einer mel lenlangen Felsenkluft verengt. Senk recht steigen die Felsen, an den Ufern des Flusses empor. Dicht angeschmiegt an die Felsenwände muß die Bahn den Fluß nicht weniger als elf. Mal auf Brücken überschreiten. Bei Bilediik erweitert sich das Thal. Die Bahn steigt durch fortwahrend auseinander folgen deTunnels und über zahlreiche Via ducte, deren größter der Viaduct von Pekdemir zur Hochebene empor. Mit Eski hehir ist die Endstation des vor läufig allein verkehrenden Tageszuges, der von Haidarpascha bi hierher 14 Stunden gebraucht, erreicht: Die alte türkische Stadt erhebt sich an dem rech ten, der. Bahnhof mit mehreren Gast Höfen und zahlreichen neuen Wohnhäu fern auf dem linken Ufer des Pursak flusses. Die Umgegend von Eskishehir lit bekannt durch ihre Meerschaumgru ben, die die ganze Welt mit dem von Rauchern geschätzten Mineral versor gen. Obschon der Boden der Grubenbe zirke bereits wie ein Sieb durchlocher ist irnd die Schutthaufen der Schächte sich wie riesige Maulwunsyugel unao sehbar aneinander reihen, sollen doch die Vorräthe an Meerschaum noch unerschöpflich sein. Bei Eskishehir, das fett Ällers trn noienpunil oer narawanenstraßen von Angora nach Vrussa und von Konia nach Konstantinopel war. theilt sich auch jetzt die Bahn in zwei Linien, in die nördliche nach Angora und in die südlich nachKonia. Die Scenerie, -die der Zug von Eskishehir bis Angora, ebenfalls eine Tagereise, durchläuft, ist ohne jeden landschaftlichen Reiz. Einfarbige, sonnenvcrbrannte Steppe bedeckt das Tafelland, immer seltener und ärmlicher werden die Ortschaften, immer menschenleerer die nur von Adlern und Geiern belebten Höhenzüge. Wie ein Zauberbild winkt in dieser Einöde dem Ankommenden das vorläufige Endziel der Bahn, die bochgelegene Stadt Angora, entgegen. So freundlich aber von ferne die wei ßen, von den Thürmen der alten Festung überragten Häuser der Stadt auf

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blauen Hintergründe der Berge erscheinen, um so größer ist die Enttäuschunz beim Eintritt in das Innere der Stadt. Von den herrlichen Marmorpalästen und Tempeln, den Säulenhallen, Aquädukten und Thermen, die einst die Stadt zu einer der schönsten der Welt machten, sind nur noch elende Reste erkennbar. Schmutzige, halbverfallene Häuser bilden mit den Trümmern ehemaliger Herrlichkeit die jetzige Bergstakt. Wird der moderne Verkehr, den

01 Brücke irr Ekishehir. die Bahn heranziehen wird, die Stadt, in der Alexander der, Große und Mithridates wandelten, in d der Apostel Paulus predigte, zu neuer Blüthe entfalten? Die jüngste Lime her anatolischen Bahn .ist die von Eskishehir über Kmaja und Afiun Kurahissar nach Konia. Auch hier ist die Natur wenig reizvoll. Dafür entschädigen die zahlreichen Reste seldschukischer Baukunst, denen man vereinzelt schon früher,- so in der alten Brücke von Eskishehir, begegnete, die aber jetzt in viel großartigeren Denkmalern von der Bahn berührt werden: das Schloß von AfiunKarahissar. die Tasch - Medresseh in Akshehir, die alten Moscheen und Palaste in Koma. Die Stadt Karahissar verdankt ihren Beinamen Afiun (Mohn) der Mohnpflanze, die rings um die Stadt in unabsehbaren Feldern zur Gewinnung des Opiums cultivirt wird. Die , früher europäerfeindBuffelkarren. liche Stadt hat in den vier Jahren, feitdem die Bahn bis hierher eröffnet ist, schon ganz europäisches Aussehen bekommen. Die plumpen, statt mit Ra dern mit rundenHolzscheiben und dreh barer Achse versehenen Buffelkarren werden bald emer vergangenen Zeit angeyoren. Me &mhvming der von der Bahn durchschnittenen Gebiete schieltet langsam, aber stetig fort. Noch liegen60 Procent des bebauungsfähigen Landes brach. Daß der Boden reiche Ernten liefern kann, ist durch die Erfahrungen in früheren Zeiten bewiesen. Im Oberlande können Weizen, Gerste und Roggen, im Unterlande Mais, Hafer, Hirse, Obst. Tabak, Hanf. Flachs, Kraut, Gemüse, Maulbeerbäume, Wein, Mohn, Oliven, Gummi Tragantpflanzen, Gelbbeere und Krappflanzen mit gutem Erfolg gebaut werden. Dem Ackerbau werden Handel und Industrie folgen. Kleinasien wird sich mehr und mehr der modernen europäischen Cultur erschließen, seine jetzt verödeten und verkassenen Gefilde werden wieder' grünen und blühen wie ehemals, und mit ihnen werden ihre Bewohner zu einer neuen Blüthezeit emporsteigen. Das ist das Zukunftsbild, das sich als Folge der deutschen Eisenbahn in Kleinasien erhoffen läßt, ein Ziel, das jetzt durch die geplante Weiterführung der Bahn bis zumPersischen Golf noch viel näher gerückt worden ist. Diese Landleute! Ländlicher Gastwirth: Du Alte, wie die Stadtleut' aber einbilderisch san! Die da hinten schimpfen über den schlechten Kaffee, der gar nit drinn is!Seltsamer Respekt. Kaufmann (zum Correspondenten): Schreiben Sie am Schlüsse des Vriefes an den Hoffinger: Mit vorzüglicher Hochachtung"! Der Mensch hat mich wirklich schön d'rangekriegt!" 'EinVergleich. Das Leben ist eine Eisenbahn, die Jahre sind die Stationen, derTod ist das Ziel und die Aerzte sind oft die Locomotiven. Modern. Mein Fräulein, ich liebe Sie und " Dame (ihn unterbrechend): Sprechen Sie um Gotteswillen nicht mit meiner Mama." .Und weshalb nicht?" Dame: Ach. Mama möchte selbst gern noch einmal beiratben. -Räthselhaft. DieEhen von beut sind wirklich ein Räthsels Deshalb werden sie auch so oft zu lasen versucht. Bedenklich. Hausfrau: Ha ben Sie Zeugnisse?" Dienstmädan: O ja, eme aanze Mena

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Kaffern-Pollzei.

In der britischen Colonie Naial gibt es Reservationen, wo Weiße keinen Grundbesitz erwerben dürfen. In den Dienst der Weißen gehen die Kaffern nur unwillig, daher der stetige Aroeitermangel bei den weißen Ansiedlern in der Colonie. der feit 1881 zur Einfuhrung von Kulis geführt hat. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung unter den Eingeborenen Kienen Polizisten, die. aus den Kaffern selbst genommen werden. Diese Mitglieder der heiligen Hermandad von Natal gehen im Gewände der europäischen Civilisation bewaffnet einber. aber sie tragen nicht die Wasfen des Krieges, sondern die des Friedens, den kleinen Schild und die Keule, I PolizistenimDienst. W 1 "I f n , . r, . I nchtlger Schlagstock. Kirri oder Tyinvuwmiuu, cm sauiioiaer xmpi Jkf (W. M 1 A 1 V Cj. ma Z I uu uuit yoin aus luicm FrrnSfrtrrn .?. 5)srl ger, der auch als Wurfgeschoß zu beyv VWVW W VUiW V 4VVW4VI' nutzen ist. Der Schild scheint auf den ersten Anblick aus dem Schüdbuael ei ner Schildkröte zu bestehen; er ist aber aus einem Stück Ochsenhaut gefertigt und in der Länaslinie mit einer Reihe von Einschnitten versehen, durch die em am oberen Ende mit einem Ochsen, oder Leopardenschweif geschmückter Stab gesteckt ist. Die Assagai oder Wurflanze trägt der Polizist nicht; sie ist, wie auch der große Schild. Tscha lungo,' nur dem wirklichen Krieger reservlrt. Der Luftballon im Kriege. Im Rerognoscirungsdienst findet nicht nur der Luftballon, sondern in Verbindung mit ihm auch Marconi's drahtlose Telegraph Verwendung. Zu dem im Lager von Aldershot bereits 6 Monate hindurch mit bestem Erfola ausgeführten Experiment gehören zwei Fesselballons aus Wasser- und gasdichtem Stoff, von denen der größere 11. 000 Kubikfuß. Gas aufzunehmen ver Mag UNd eine Tragfähigkeit von 700 m m M f M . , ' mmf, y Pfund besitzt. In einem Korb aus Fesselballon. Flechtwerk nehmen ztoei Militärs Platz, von denen der eine die feindlichen sieuungen uno eivegungen rm , Dt 1 v c m lande erkundet, wahrend der andere den elektrischen Apparat bedient, dessen Stromwellen auf den kleineren Ballon treffen und von diesem dem auf der Erde aufgestellten Empfangsappa rat übermittelt werden, wo ein Officier die' Mittheilungen abliest. Zwanzig solcher Ballons sind bei Ausbruch des Krieges nach Süd - Afrika abgegangen, wo die Hälfte in der Capcolonie, die andere in Natal zur Verwendung gelangte. Der kranke Trinker. . . .Haben Sie sich schon über Durst zu beklagen gehabt?" Nee, Herr Doktor, über den hab' ick mir immer gefreit!" Das Erste. Freundin: Zeig' mir mal Eure Einrichtung." Köchin: Also zuerst hier mein Zweirad." Ein Optimist. Verschul. betet . (zum eintretenden Gerichtsvollaieveri: Na. wa bringen feit rntr Gutes?- j

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Bittere Prophezeiung.

Vl jfclj Strolch: WaS,' den VerlobungZrinz soll ich Ihnen wenigstens lassen?. Papperlapapp! Die Verlobung geht ja r . u 10 Ivieoer zurucr: Schlau. .Sag' einmal, kennst Du den Herrn dort, der so wenig spricht und immer liest?" O freilich kenn' ich ihn! Er ist ureauoorano ein gcfitMt VlTrf rfi I Ivr tnMt mltr JJMH W. v in iwi-, lmi nau. daß er ein Esel ist. und d'rum gibt er sich so ein gelehrtes An . t I W s.fen' ' Verplappert. . Meine Nase wird immer röther; das muß der schwere Wein machen!" . Ja ja, ich hab' Sie immer gewarnt. gnaorger err. . . e meinte. auch schon an!"' - - ?TCrnfemWr nH snnen V W W Harmonika - Aorte-. m 0 n n a i e. Zu rücksichtsvoll. A Ah, gut, daß ich Sie treffe!. . .Wie steht es .denn mit den hundert Mark, die ich Ihnen geliehen und die Sie mir schon vor 6 Wochen zurückgeben wollten?" Ich hätte sie Ihnen auch zurückgegeben; aber. Sie hatten damals tiefe Trauer und da durfte ich Ihnen doch nicht eine so große Freude machen!" Aus der Schule. Lehrer (zum Schüler): Deklamire mir auS dem Lied von der Glocke. die Stelle, wo von der Hausfrau die Rede ist!" Der tteine Paul: Wehe, wenn' sie losgelassen!" Unmotivirt. Richter: WaZ veranlaßte Sie denn eigentlich, den Kläger dort auf dem Tanzsaal einRhi noceros zu heißen?" Angeklagter: Weil er mir meine Dame fortriß und mit ihr tanzte." Richter: Ja. das würde aber einem Rhinoceros doch ts tal unm'öglich'aewesen sein!" .

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