Indiana Tribüne, Volume 23, Number 151, Indianapolis, Marion County, 18 February 1900 — Page 6

KaNct den Iicv! Von tani Liesal. Ich halte mich gerne in der Markt Halle auf, wo dem Magen der Weltstadt immer neue Nahrung zugeführt wird. Dort pulsirt das Leben der Urwüchsigkeit. Auch gestern war ich dort Zeuge einer sich rasch und geräuschvoll abwickelnden Scene. Die Neugierigen drängten sich um die beiden Acteure des Dramas, das sich bei dem Stand einer Gemüsehändlerin abspielte. Sie selbst, ein Riesenweib mit ge waltigen Händen, hatte einen Jungen bei den Ohren, der ihr ein Ei aus dem Korb geraubt hatte, während sie einer Kundin ein wenig Gemüse verkaufen wollte. Der Junge konnte ebensowohl fünf, ls zehn Jahre zählen; er sah grotesk aus in seinen viel zu langen Hosen und einem ganz zerrissenen Männertoi, dem großen Hut, der seine dichten, wirren Haare bedeckte, und den nackten Füßen, die nur der Schmutz der Straße bekleidete. Die Frau schrie zornwllthig auf den Kleinen los. Sie schüttelte und ohrfeigte ihn bei jedem Worte, und die Menge munterte sie noch durch Zurufe auf. Er verdient Keile!" Man sollte ihn auf die Polizei bringen . . . Ist denn kein Schuhmann da?" . Nur ein E: hat er genommen?" ließ sich eine mitleidigere Stimme vernehmen. ' Ach was; es ist Dieberei, und die muß bestraft werden." Der Junge weinte nicht,' obwohl sein Gesicht bläulich und die Ohren feuerroth waren. Er suchte die Macht "der Schläge mit seinem schwachen, mageren Arm abzuwehren, aber er schrie nicht, nur die großen, dunklen Augen flehten um Schonung. Er soll um Verzeihung bitten, und dann laßt ihn laufen!" sprach jene mitleidige Stimme wieder. . Unsinn, Verzeihung! Man muß die Diebesbande einspunnen. Ach, da kommt ja ein Schutzmann, derSchlächterbursche hat ihn geholt." Alle wandten sich nach der bezeichneten Richtung, auch die Frau und der Junge, und jetzt zum ersten Mal löste sich ein Schrei, ein Schluchzen aus seiner Brust. Nein nein nein," flehte er, sich angstvoll an die Frau klammernd und verzweiflungsvolle, hastige Worte Hervorstoßend. Und nun geschah etwas Merkwürdiges. Als der Schutzmann sich mit gemessenen Schritten und gewichtiger Miene näherte, pflanzte sich die Frau mit einer resoluten Bewegung vor dem Knaben auf und, beide Hände in die Hüften stemmend, sagte sie in etwas spöttischem Tone: Na, Sie haben einen unnützen Gang gemacht. Oder habe ich Sie vielleicht gerufen? Hier gibt's nichts für Sie." Aber der Junge hat gestohlen, sagte man mir." Gestohlen? Was gestohlen? Da müßte ich doch auch etwas davon wls--sen! Und wenn die Leute, statt hier zu stehen und zu klatschen und zu gafsen. ihrer Wege gingen, wären Sie nicht umsonst gekommen!" Aber.dieser Junge sieht aus wie ein Spitzbube." Dieser Junge sieht aus, als ob er .'Hunger hätte. Ich bin hier Herr auf 'dem Platz, den ich dem Magistrat bezahle, und deshalb will ich ihm auch etwas für seinen Hunger schenken " und sie begann Kartoffeln. Gemüse und Eier in eine große Papierdüte zu

packen. Aber der Junge ist ein Vagabund." Den Jungen kenne ich und weiß, tvo tz zu Hause ist. Ich bürge für ihn! Jawohl, ich bürge!" schrie die Frau mit einem wüthenden Blick auf den Schutzmann, der achselzuckend wegging. Auch die Menge verlief sich, aus das -unbegreifliche verrückte Weib" schimpfend. und nur der Knabe blieb zitlernd, wie angenagelt auf seinem Platz stehen. Nimm!" sagte die Frau nun mit rauher Stimme, ihm die schwere Düte in die Arme drückend. Nimm, Trenn es wahr ist, was Du gesagt hast, werv?t ihr jetzt essen und wenn es nicht wahr ist, nun, dann ist's nicht Deine Schuld." Der Junge hatte endlich begriffen. Er drückte die Düte an die Brust, lächelte einen Augenblick mit feuchtschiminernden Augen die Frau an und verschwand dann wie der Blitz um - die Ecke. Die Frau verfolgte ihn mit , den Augen, so lange sie ihn sehen konnte. Dann sog ste ein großes, farbiges Taschentuch. Wissen Sie, was er mir gesagt hat. als der Schutzmann kam?" fragte sie mich, der ihr einziger Zuhörer geblieben war. Er hätte das Ei für seine kranke Mutter genommen, sie Hätten seit gestern nichts mehr gegessen und seien sieben Stück zu Hause. Weshalb gucken Sie wich so an?" rief sie plötzlich ungeduldig aus, geräuschVoll das Taschentuch gebrauchend. Haben Sie noch nie Jemand gesehen, der den Schnupfen hat?" Stoßseufzer. Schaffner (im Straßenbahnwagen): Gehören Sie zu dem Herrn, der draußen 'auf dem Perron steht?" Alte Jungfer: JRtin . . . leider nicht!" Vortheilhafte GefühIe. Erster Soldat: Du schaust aber jetzt großartig aus!" Zweiter Sol fcal: Ja, das macht die Untreue ich liebe jetzt zwei!"

ilrn Mtwaters Rand.

Auri acra sarnes die fluchwürdige Gier nachGold hat in Süd-Afrika die Kriegsfackel entzündet und in blutigem Ringen müssen die tapferen Bürger der Boerenrepubliken gegen die Engländer um ihre gefährdete Freiheit kämpfen. Es ist der unermeßliche Goldreichthum Transvaals, der - die habsüchtigen Engländer unwiderstehlich anzieht. Die dortigen Goldfunde sind verhältnißmäßig neueren Datums. Wo heut Neunzehntel der Goldproduction der Erde gewonnen werden, arbeitete noch im Jahre 1882 eine einzige Mine in Leydenberg mit etwa 1500 Arbeitern den ersten Uitländers", und bei einem Directionswechsel kamen 'diese in so harte Bedrängniß. daß sie nahe daran waren, ihre Thätigkeit ganz einzustellen und ausl sxnnim "g -Straße in Johannes vurJ. zuwandern. Die Diggers streikten und zerstreuten sich über ganz Transvaal überall den Boden prüfend, überall zur Probe grabend, stießen sie auf jene ungeheuren Adern, in deren Ausbeutung sie sich überstürzten, da die Boeren selbst, in ihrem zähen Hangen an der alten Berufsgewohnheit, am Ackerbau, sich von dem Durchwühlen der Eingeweide ihrer Nährmutter fern hielten. Im Jahre 1886 stieß man erst auf den Hauptkern der Goldfelder erst jetzt erfolgten die großen Entdeckungen am Rand", und erst um den Beginn der neunziger Jahre brach sich die Ueberzeugung Bahn, daß man hier eine einzige Goldgrube von ungeheurer Flächenausdehnung vor sich habe. Im Laufe von kurzen zehn Jahren wurde hier der Zustand eines ganzen, weiten Landes umwälzt und eine neue Cultur aus dem Erdboden gestampft. Eine große Stadt Johannesburg entstand über Nacht, wo vorher kaum ein paar erbärmliche Diggerhütten im Winde gewackelt, erhoben sich, mit einem Schlage prachtvolle Paläste, Lppige Banken, Theater, großartige Märkte, eine imposante Börse, schmucke 11 ElektrischeWerke. Villen,- zauberhafte Gärten, Rennbahnen, Promenaden ein modernes Wunder. Johannesburg, das 1887 nur 3000 Einwohner zählte, heute aber mit 102.000 Bewohnern die zweitgrößte Stadt in ganz Süd - Afrika ist. war unmittelbar nach seiner Gründung ein Centrum der Welt geworden, und von der älteren Hauptstadt Transvaals von Pretoria, sprach niemand mehr. Während die jährliche Ausbeute der Geldcompagnien in Rhodesia in den Jahren 1890 1897 nur 7169 Unzen betrug, im Jahr 1893 etwa 18.000 Unzen Gold, belief sie sich im letzten Jahr bis Ende Juli auf etwa 40.000 Unzen. In Johannesburg dagegen wurde im Jahr 1883 eine Ausbeute von 203.000 Unzen im Werth von 16 Millionen Mark erzielt. Zehn Jahre später. 1893, belief sie sich auf etwa 4 Millionen Unzen, und im Juli vorigen Jahres betrug die Ausbeute von Feingold in Transvaal etwa 480.000 Unzen. Davon kommen 456.000 UnZMMWL r S t a m p f w e r k e. zen auf den Johannesburg, etwa 40 Meilen sich hinziehenden Minengürtel. In sieben Monaten des Jahres 1899 wurden beinahe 3 Millionen Unzen gewonnen. In und bei Johannesburg wird das Gold hauptsächlich in dem sogenannten Banket Reef gefunden, in anderer Gegenden im weißen Quarz, als sögenannte nuget, und im Alluvialgrund. Der Ausdruck Banket kommt von den Boeren her und bezeichnet ein Zuckerwerk mit Mandeln, das für die Kinder bestimmt ist. Es beschreibt genau das Aussehen des für Johannesbürg eigenthümlichen Auftretens . des Gesteins. In dem in festem Gestein eingebetteten Quarz Johannesburgs sind die kleinen Goldflitter kaum mikroskopisch erkennbar. Dieses Gestein, im Innern der Minen losgesprengt, wird in Kippwagen zur Oberfläche befördert. Zur Stampfmühle (Battery) gebracht, wird es sortirt. Die besser scheinenden Stücke, die die Sortirer (meistens intelligente Zulus) ersahrungsgemäß an ihrem dunklen Ton erkennen, werden zu Brei gestampft. Mit laufendem Wasser vermischt, fließt der Brei über die Platten, auf denen er der Amalgamction mit Quecksilber

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ausgesetzt ist. Bei Reinigung der Platten ergiebt sich das sogenannte Amalgam. Diese Verbindung von Quecksil ber und Gold wird im Laboratorium (Assay - Office) vom Gold geschieden. Das Gold, in Barren gegossen, ist dann fertig zur Verschiffung durch die Banken. Bei diesem Verfahren geht aber viel Gold verloren, da es mit Eisen und besonders Schwefelkies am Rand" auftritt. Man wählte daher das sögenannte MacArthur Forrestverfahren, nach dem die sogenannten tailin?s die schlammigen Abwässer, über die Platten laufend, behandelt werden. Diese Abwässer werden in großen, etwa 20 Fuß hohen Bottichen von 30 Fuß Durchmesser aufgefangen und mit schwachen Cyankalilösungen gemengt. Die daraus resultirenden goldhaltigen Laugen werden in besonders Hergerichtete Kästen gebracht. In diesen befinden sich beinahe chemisch reine Zink. späne. Nach gewisser Zeit setzt sich daö Gold auf dem Zink ab und wird w?eder im Laboratorium vom Zink geschieden. Dieses patentirte Verfahren wurde in einem vor vier Jahren geführten Riesenproceß freigegeben.

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Forrest - Anlage. Ein weiteres, noch neueres Versahren ist die Durchleitung des elektrischen Stroms durch die Laugen, das heißt, das Gold wird durch die Einwirkung der Electricität auf große Bogen von Bleifolie anplattirt und auf chemischem Weg vom Blei wieder getrennt. Durch diese neuen Verfahren ist die Goldproduction erst in Transvaal recht reiu tabel geworden. Während des Krieges können die Minen nicht arbeiten. Die weißen Arbeiter, besonders die aus Cornwall stammenden Bergleute, flüchten sich oder stehen zum Schutz der Minenanlagen in Waffen; denn sie müssen die im Umkreis Johann:sburgs in den Minen beschäftigten 80.000 Schwarzen in Schach halten. In Ladysmith. Mit Blut gedüngt sind ' Berg und Thal um Ladysmith, wo die tapferen Boeren den englischen General Sir George White mit seiner ganzen Armee eingeschlossen halten. Mit zäher Kraft haben die um ihre Freiheit kämpfenden Bürger die wiederholten Angriffe der Engländer zurückgeschlagen und die schließliche Capitulation der belagerten Gen. White'öHaus. Stadt kann, wenn nich! ganz unerwartete Ereignisse eintreten sollten, nicht mehr lange auf sich warten lassen. Daß General Buller gewaltige Opfer gebracht hat, um Ladysmith zu entsetzen. kann nicht Wunder nehmen, da diese Stadt einen Hauptstützpunkt der Engländer bildet und ungeheuere Mengen von Kriegsmaterial sich dort befinden. Unsere Abbildung zeigt das Wohnhaus des Generals Whlte in der belagerten Stadt. Vorsichtig. v I , 71 Herr Baron, darf ich Sie bitten, mir gefälligst 500 Mark zu borgen?. . . (Baron nachsinnend.) . . . Weßhalb erhalte ich keine Antwort?Nun, es ist doch besser, ich bleibe Ihnen jetzt die Antwort schuldig.' als Sie mir später d-e 500 Mark!" Verblümt. Herr: Glauben Sie. daß das Küssen ungesund ist, gnädiges Fräulein?" Fräulein: O ja, mich bat einmal einer geküßt, der bekam eine geschwollene Wange davon!" Schnell gefaßt. Stammtischgast: Na, na, Herr Oberförster, diese Geschichte haben Sie uns schon vor zehn Jahren erzählt; damals wa5 ren es aber 'nur fünf Hasen, die Sie auf solche Weise lebendig fingen und wieder laufen ließen, nicht fünfzig, wie Sie jetzt behaupten!" Oberförster: Ganz natürlich, vor zehn Jahren aber daö kann Sie doch nicht wundern, daß sich die Biester inzwischen vermehrt haben?-

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Amöerg. Seit Beginn des "sechzehnten JahrHunderts war Amberg die Hauptstadt und htz Regierungssitz der Oberpfalz, die ihren eignen Landtag, eigne Gesetze

und eine eigne Verfassung besaß; erst mit dem Anfall der alten Reichsstadt Rezensburg an die Krone Bayern in der napoleonischen Aera verlor es die oberste Behörde. Die älteste Geschichte der in heiterer Lage an beiden Usern der Vils ausgebreiteten Stadt verliert sich in graues Dunkel. Zum ersten ' NabburgerThor. Male wird sie 1034 als ein zum Reichsgute gehöriges Dorf, Villa Ammenberg.genannt, das der Kaiser Konrad II. auf Verwendung seiner Gemahlin Gisela und seines Sohnes König Heinrich dem Hochstifte Bamberg schenkte. Von letzterem wurde sie 1269 dem Herzog Ludwig dem Strengen von Bayern als Lehen übertragen und blieb von nun an beim Hause Wittelsbach. Ein ganz besonderer Gönner der Stadt wär Kaiser Ludwig der Bayer, der ihr statt des bisherigen Wappens mit dem heiligen Ritter Georg das in der Vignette gezeichnete mit dem halben Pfälzer Löwen und bayrischen Rauten verlieh. Schon aus der Aufzählung der mit dem Dorfe im Jahre 1034 verbündenen Rechte läßt sich der Schluß ziehen, daß bereits damals die Ausbeutung von Eisen in dem eine halbe Stunde entfernten Erzberge in lebhaftem Betriebe gewesen sei und einen bedeutenden Verkehr hervorgerufen habe. Rasch nahm Amberg bedeutenden Aufschwung, seine Waaren gingen auf der schnell strömenden Vils, auf der Naab und der Donau nach Ungarn und Kärnten. Und ungeachtet des Umschwunges der Verhältnisse ist der Eisenbau und die Eisenindustrie bis in die Neuzeit herein der wichtigste Schaffenszweig von Ämberg, die Grundlage seines Wohlstandes geblieben, dank dem zu den bedeutendsten derartigen Etablissements zählenden riesigen, mit den besten modernen technischen Einrichtungen ausgestatteten Hochofen, oer vom Staat vor drei Lustren an der nördlichen Abdachung des Erzberges in Betrieb gesetzt wurde, und dessen qualmende Schlote weit hinaus in die Gegend das Wahrzeichen von Amberg bilden. Die 'Erze der Gruben am Erzberg haben ferner besonders dadurch Bedeutung erlangt, daß aus ihnen das für die neuzeitliche Landwirthschaft so wichtige Thomasmehl gewonnen wird. Mit dem Bergbau auf Eisen stand auch die Gründung der Königlichen Gewehrfabrik in unmittelbarem Zusammenhange, in der seik Anfang dieses Jahrhunderts dieFeu:rWaffen für die bayrischen Truppen g'fertigt werden. Außerdem gedeiht noch manches andere Gewerbe zu hohem Flor, die Erzeugnisse der' Steingutund Emailblechfabriken haben Ambergs Namen bei den Hausfrauen oon ganz Europa beliebt gemacht. . Darum trägt die von dem Vilsslusse durchrauschte Stadt den Stempel der Wohlhabenheit und gewährt, überragt von der Wallfahrtskirche auf dem Mariahilfsberge, mit ihren neuen Stadttheilen und der schönen, neuerlich freilich arg zugestutzten Lindenallee einen freundlichen Eindruck, während sie im Inneren interessante Denkmale ihrer mittelalterlichen Blüthe aufzuweisen hat und der wohlerhaltene Ma.uerring mit ven aus dem 16. Jahrhundert Klosterl. stammenden Thoren ihr einen anheimelnden, ehrwürdigenAnstrich verleiht. Auf die Gotteshäuser haben unsere frommen Vorsahren stets die meiste Kunst verwendet, so auch hier: der Periode der hochentwickelten Gothik gehören an die Z?rauenllrche. em dreischltfl ger Hallenbau, die von Kaiser Ludwig dem Bayer gestiftete Spitalkirche, die Georgskirche, ein dreischiffiger Bau von großartiger Anlage. Am zierlichsten und trefflich erhalten ist die Levinisch Kapelle in der von barmherzigen Schwestern verwalteten' Rettungsanstält für verwahrloste Kinder, genannt .Klöster!-. Ursprünalich'stand hier bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts die alte Vöst", der Sitz der Herzoge ano Pfalzgrafen. Die Kapelle besitzt nur ein Schiff, ist klein, aber prachtvoll. Dic Einzelheiten sind von wunderbarer Schönheit, so die Kapitäle der Dienste, auf denen das prächtige Kreuzgewölbe ruht ; sie sind mit mit dem zierlichsten Wein- und Eichenlaub geschmückt. Volle Bewunderung verdienen ferner drei farbenleuchtende Glasgemälde, auf denen unter Architekturbauten mit Encelzlorien in der Mitte die heilige Dreifaltigkeit, in den Seitenfenstern die Apostel Johannes und Paulus sichtbar sind. Das architektonische Scbmuckkästlein ma als Kapelle der

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Herzoge etwa 1400 entstanden sein. Der Zeit der späteren Gothik gehören an: die St. Martinskirche, eine großartige Hallenkirche mit einem nicht vollendeten Thurme und dem Hochgrabe des Pfalzgrafen Rupprecht, das beachtenswerthe Reliefs zieren, sowie theilweise das stattliche Rathhaus, ein Zeuge von dem Machtbewußtsein und dem feinen Geschmack, welche die Vürgerschaft der reichen Residenzstadt beseelten. Von den drei Sälen prangt der eine im Schmuck der herrlichsten Gothik, der zweite ist spätgothisch mit Holz getäfelt, zeigt bereits durchaus die Formen der Renaissance. Schöne

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Am Vilsthor. Renaissancebauten endlich sind das ehemalige Schloß mit Portal, Erker und Thurm, jetzt Sitz mehrerer Behörden: ein Theil des Rathhauses mit oem bereits erwähntenSaale, das Zeughaus und die zwe: Tanzhauser. Indessen nicht bloß von Gluck uno Bergsegen, von Handel und Reichthum weiß Ambergs Chronik zu melden, denn oftmals durchbrauste Kanonendonner das freundliche Vilsthal. Viel hatte die Stadt in den Stürmen' des Dreißigjährigen Krieges zu leiden, namentlich da Till Schaaren die OberPfalz besetzten; im spanischen und n: kurz darauf folgenden österreichischen Erbfolgekriege 1703, 1743 und 1744 fiel sie in die Hände der Oesterreicher, im erstgenannten Jahre, nachdem eine heftige Besckießung 112 Gebäude in Asche gelegt hatte. Am 18. August 1796 rückten die Franzosen ein, fügten der Stadt einen Schaden von 400.000 Gulden zu, begehrten dazu noch eine Contribution von 1 Million Livres und nahmen acht Geiseln mit, als diese Summe nicht aufgebracht wurde. Nach sechs Tagen wurden sie zwar wieder durch den glänzenden Sieg verjagt, den der jugendliche Erzherzog Karl übe? General Jourdan vor den Thoren der Stadt davontrug, und durch den er die Vereinigung der französischen Heere im Herzen Süddeutschlands verhinderte, sowie die Befreiung der Lande südlich des Mains erstritt. Das ist das glorreichste Ereigniß, mit dem Ambergs Name verbunden ist. Ammerthal. - Unendlich reich ist die vielgegliederte Juralandschast um Amberg an cntzückenden Punkten und geschichtlich denkwürdigen Stätten. In erster Reihe ist Ammerthal zu nennen oder genau die drei Dörfer Alt-, Ober- und Unt:ri t i . , ' ammeriyai. Ammerioat oal eine oc wegte Vergangenheit. Ursprünglich war es eine Domane der Agilofinai schen Herzoge von Bayern, dannEiaenthum der mächtigen Babenberger, später der Grafen von Andechs, der Gra sen von Hirschberg, der Herzoge Rudolf und Ludwig von Bayern, die es dem Reiche zu Lehen austrugen, und schließlich ging es durch..die Hände einer langen Reihe niederer Adelsfamilien. Im Mittelalter bis in die Neuzeit waren Alt- und Oberammerthal Edelsitze mit Schlössern auf dem Bergrücken über dem sich nächst Amberg m die Vüs ergießenden Ammerbache, der . zwischen ihnen einen Weiher bildet; heute sieht man nur noch Ruinenreste. Zur Ortschaft Wutschdorf führt von Norden her ein herrlicher Weg: sie ist vielleicht eine Siedelung eingesprengter Slawen. Hart daran liegt Freuden berg, einst eine Herrschast von sehr ausgedehntem Grundbesitz, deren woyl befestigtes Schloß ein leuchtenbergiscbes. deren Halsaericht und Jaad tai serliches Lehen war. Heute haben ans i. i i ' i rn . . . . r 5i ? . oer tbia oer urg Vraulnecyle eisenklirrenden Reisigen abgelöst md sieden B er für den durstigen Wänderer. j J.hr Wunsch. Hausfrau (zur Köchin): Marie ich wünschte, die Küche wäre auch so aufgeräumt wie Sie!" , Die Modefarbe. Frau Wie sollen wir nur unser Töchterchen nennen?- Moderner Maler: Ich dachte Violetta!' Nicht von Belang. ,Abd Elli. Dein Bräutigam stotter ja?" Das macht doch nichts, denn als mein Mann wird er ja ohnehin Nichty zu sagen haben. Galgenhumor. Mann Likbes Frauchen, weißt Dir auch, daß es) nächsten Mal sunsundzwanzig Jchhrc werden, daß Du die Hosen an hat?" Strafbar. Weshalb unte denn der Huber aus dem Abstinzlerverein austreten?" Er pfiff i i i r-ii ei. cm.Yi-. ti oer legren vsihlliig uiz acciuuic; ßs Nebt ein WirtbsbauS an der Lahn leise vor sich hin!" -

Angezapfte Trathe . Zu den Haupterfordernissen einer

erfolgreichen Kriegführung gehört ein gut orgamsirter und zuverlässiger Nachrichtendienst und ein solcher ist ohne die moderne Wunderkraft, die Elektricität, nicht denkbar. Mit Blitzesschnelle bringt der Feldtelegraph dem Hauptquartier die Meldungen aus dem Vorterram und übermittelt die Befehle an die lxrschievenen Truppenabtheilungen. Kenntniß davon zu erhalten, ist deshalb für den Feind von Anzapfen . von Drähten. der größten Bedeutung und 'zu diesem Zweck wird oft das Aeußerste gewagt. Patrouillen, deren Fuhrer die erforderlichen technischen Kenntnisse besitzen, werden ausgesandt, um den feindlichen Telegraphen anzuzapfen, d. h. von der Leitung emen Draht in einen mitgebrachten Morse - Apparat zu führen und mittels dieser Vorrichtung sich über die den Telegraphen passirenden Meldungen zu instruiren. Taxirung. . . .Herr Direktor sollten doch Ihrer Tochter eine größere Mitgift ei ben! Ich lieb' sie ja mehr als mein Leben, und das hab' ich mit 100.000 Mark versichert!" Umschreibung. A. (einem Geschäftsfreund sein Töchterchen vorstellend): Nun, wie gefällt Dir mem Tochter!? V.: E' gutes, braves Kind aber ich fürcht', se wird brauchen e' sehr große Mitgist!" Die gute Freundin. Braut: Ja, mein Bräutigam lieb Mich bllndllnas . Freundin: Wenn ich Dich so ans:h?. glaub' ich's. Der blamirteOnkel. . . .Es ist eine Schande. Karl, daß Du so viele Schulden hast!" Nicht wahr, wo ich doch solch' einen reichen Onkel habe?!" Fatal. Mutter (ins Zimmer ihres Sohnes kommend, welcher gepfändet werden soll)? Halt! Was hier im Zimmer ist. gehört Alles mir!" Gerichtsvollzieher: So. da tragen Sie wohl auch Herrenhosen?" , . . .

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Erste Frage.

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