Indiana Tribüne, Volume 23, Number 137, Indianapolis, Marion County, 4 February 1900 — Page 3

5Ote Jlfifß öc Spmfe. Roman aus der Zeit des spanisch.ame ri?anisckzm KriegeZ. Von Karl Neuter.Kergcr. Copyright iZ$g by ihe Germaa tt. & plata Cc (11. Fortsetzung.) Der kräftige Deutsche Hob die etwaZ schmächtige Gestalt des Lieutenants so leicht empor, als sei es ein Kind. Er sah noch, wie eine Schaar sonnengebräunter spanischer Soldaten in zerrissenen schmutzigenUniformen an einer Stelle des Abhanges, wo das Netzwerk von Lianen ihnen einen Halt gab, in die Schlucht nieder kletterten, dann eilte er mit seiner Last nach der ge schützten Stelle hinter dem Felsenvorsprung und bettete den Verwundeten neben dem Todten. Beiden riß er dann den schweren Revolver aus dem Gürtel und aus der Hand, und stürmte zurück. Die Spanier hatten noch nicht ganz den Boden der Schlucht erreicht. Die Augen des Deutscheu funkelten, ein wilder Zorn hatte sich seiner bemächtigt. Mit sicherer Hand erhob er den Revover und sechs Schüsse krachten in rascher Reihensolge. Zwei von den Spaniern stürzten mit einem schrillen Aufschrei in die tiese Schlucht. Die übrigen kletterten rasch wieder nach Oben. Noch einmal knatterten sechs Schüsse und wieder überschlug sich ein Spanier und rollte den Abhang herunter. Es blieben noch vier übrig, welche das Plateau erreichten und hastig in das Dickicht krochen. Alsred lud rasch seinen Revolver wieder und feuerte noch mehrere Schüsse nach der Stelle, wo sie verschwunden waren, wußte aber nicht, ob er getroffen hatte. Aber er war zufrieden, er hatte den Tod seines Kameraden gerächt. Er eilte nun 'schnell zu dem verwundeten Lieutenant zurück, welcher stöhnend neben der Leiche Bergrens saß und untersuchte die Wunde. Unbedingt tödtlich war sie nicht, das erkannte er sogleich. Die Kugel war durch den linken Arm gedrungen und am Hüftknochen abgeprallt. Alfred legte ihm einen Nothverband an, zu welchem er das erforderliche Material mit sich führte, nachdem er die Wunden vorher mit dem klaren Wasser, unter das er einige Tropfen Karbolsäure mischte, ausqewaschen hatte. ..Wie fühlen Sie sich Herr Lieutenant?" fragte er besorgt. Den Umständen angemessen ganz wohl." entgegnete dieser und versuchte zu lächeln, na, wir haben wenigstens erreicht, was wir erreichen wollten,' wir haben ein Abenteuer erlebt und haben auch den Feind gesehen aber

uni er armer amerao va.oai Daran glauben müssen. Meine Schwester hatte doch recht der Krieg ist schrecklich au was habe ich dann cm Bein das sticht mich so!" Alfred beugte sich rasch nieder. CArrrtrtll" rt? r rr?l 4rrt2 ttn piywituu v ' sicherer Stimme, ich glaube, Sie sind auch am Bein verwundet !" Und so war es. Eine zweite Kugel hatte die Wade des linken Beines durchbohrt. Ainsley stöhnte laut auf. nicht so fehr aus Schmerz, als bei dem Gedanken an seine Hilflosigkeit. , Alfred, welcher ihm kunstgerecht die Wunde verband, suchte ihn zu trösten. Der Lieutenant schüttelte traurig ' das Haupt. So lange man seine gefunden und heilen Knochen noch hat, kann man zuweilen ein Held sein, wenn man sonst ein Feigling ist, aber so hilflos wie ein Kind, da nützt aller Heldenmuth nichts, er reicht gerade hin, daß man nicht jammert wie ein Kind, aber man ist nichts mehr der Spaß ist aus!" Verlieren Sie doch den Muth nicht, Herr Lieutenant; hier ü'nser armer Kamerad, mit dem ist's aus, aber die Wunden heilen wieder. Jetzt will ich dafür sorgen, daß unser todter Held anständig begraben wird." Anständig begraben wird?" fragte Ainsley. Nun ja, wir können ihn doch nicht hier liegen lassen und ihn den Raubthieren preisgeben? Das können wir doch nicht?"Das können wir nicht, Sie haben recht, aber ." Lassen Sie mich nur machen, Herr Lieutenant, sehen Sie hier, die Klinge meines Bajonetts geht mit Leichtigkeit bis zum Griff in den Boden, freilich, das Wasser muß ich abdämmen Können Sie das denn?" Statt einer Antwort machte sich Alfred an's Werk. Er nahm den Rock des Verstorbenen und. 'legte ihn quer durch den Bach, belastete ihn mit Steinen und wühlte dann mit seinem Bajonnette Erdmassen davor. Nicht lange dauerte es, da war der Damm fertig. - Nun begann er, das Grab zu graben. Eine leichte Arbeit war das nicht, denn er mußte den Grund größtentheilö mit seinen Händen entfernen, nachdem er ihn mit seinem Bajonnette loSgestochert hatte. Der Schweiß rannte ihm in Strömen von ' der Stirn, denn die Sonne stieg höher und die Atmosphäre wurde schwül und drückend. Er entledigte sich seiner Uniform bis auf die Beinkleider und auf das Hemd. Endlich nach stundenlanger harter Arbeit war ein sechs Fußlanges drei Fuß breites und eben so tiefes Grab ' fertig. Alfred ließ die Leiche sanft in dasselbe nieder und deckte ein Taschentuch über das Gesicht. Ruhe in Fried:n, armer Freund, und möge Dir die fremde Erde, leicht fein," sprach er halblaut. Dann schaffte er den Sand wieder in das Grab, über wellte 3 sich bald ein niedriger Hügel wölbte. Erschöpft setzte sich Alfred dann nieder und wischte sich den Schweiß von ici Stirne und aus demNacken. Dann

knöpfte er daö Hemd auf, welches vom Schweiß durchnäßt war und an der Haut festklebte. Ainsley stieß plötzlich einen Lau! der Ueberraschung aus. Was ist das?" fragte er heftig. Alfred sah, wie er auf seine Brust starrte und wußte gleich, was er meinte. Er trug an einem seidenen Bande das Medaillon um den Hals, welches Alice Ainsley ihm zum Ab-' schiede gegeben hatte, und das nun auf der entblößten Brust schimmerte. Instinktiv wollte er das theuere Andenken verbergen, doch wurde er sich im selben Augenblicke bewußt, daß dies thöricht sein würde, da' Ainsley das Medaillon bereits erkannt hatte. Herr .Lieutenant," sprach er mit ge dämpster aber fester Stimme, das ist mein Talisman, das hat mir das holdeste Wesen unter der Sonne zum Abschiede als Andenken gegeben!" Herr Linden sprechen Sie von meiner Schwester?" , Ich spreche von Fräulein Alice Ainsley. meiner Braut!" Ihrer Braut?" rief der Lieutenant erstaunt. Meiner Braut! Entschuldigen Sie, Herr Lieutenant, ich wollte das süße' Geheimniß noch nicht verrathen, aber jetzt mögen Sie es wissen. Sie haben es ja schon längst gewußt, daß ich Ihre Schwester liebte mit der ganzen Gluth meines Herzens, und so mögen Sie denn auch erfahren, daß ich wiederliebt werde!"

Ainsley blickte den Corpora! eine Weile stumm an, dann lächelte er matt und sprach: Jchahnte es und ich gestehe offen, ich bedauere es nicht, Ihr seid einander würdig. Und möge Ihnen der Gott der Schlachten um meines lieben Schivesterchens willen gnädig sein, denn ich weiß, daß Sie der Mann sind, der sie glücklich machen kann, soweit es eben ein Glück gibt." .Ich danke Ihnen", sprach Alfred bewegt und streckte Ainsley seine Hand hin, die dieser herzlich drückte. Und jetzt," sprach der Lieutenant, was soll nun aus uns werden, oder vielmehr aus mir? Freilich, mein Schicksal ist besiegelt, ich bin doch zu nichts mehr nütze. AberSie gehen Sie, es wird Ihnen gewiß gelingen, aus dieser verfluchten Schlucht zu entkommen, und nach dem Lager zu gelangen." . Und Sie, wo bleiben Sie?" Ich? mit mir ist's aus, überlassen Sie mich nur meinem Schicksale." Niemals!" rief Alfred, wie könnte ich denn jemals meiner Geliebten unter die Augen treten, wenn ich ihren Bruder so schmählich im Stich lassen würde? Nein, das dürfen Sie nicht von mir denken! Ich schwöre es Ihnen bei meiner Ehre und bei meiner Liebe, daß ich-nicht ohne Sie diesen Platz verlasse!" Aber Menschenkind, ich kann mich ja nicht regen, ich kann ja nicht gehen!" Dann trage ich Sie, Herr Ainsley!" j 25. Ein schwüler Nachmittag war es. In der Lust lag es wie ein goldfahler glühender Dunst. Kein Lüftchen strich durch das stille Thal, durch welches sich ein Bächlein wie ein schmaler Silberstreisen schlängelte. Nicht einmal die Wipfel der Palmen auf den nahen Hügeln regten sich. Unweit des Bächleins im Schatten bon Palmen und Mangroven, nach Süden in einem Halbkreise von einem Bananendickicht umgeben, erhob sich ein einfaches Landhaus. Wie ausgestorben lag es da im heißen Sonnen brande, welches erschlaffend und einschläfernd auf alles Lebende in der Thier- und Pflanzenwelt wirkte. Besonders die farbenprächtigen Kinder Floras in dem großen Garten an der Nordseite des Hauses ließen die Köpfe wie betäubt und traumverloren hängen. Unter der schattigen Veranda an der Nordseite des Hauses in einer Hängematte ruhte Donna Marietta Santalo. Ihr zur Seite auf einem niedrigen j Stuhl saß Rosina, eme upplg gebaute Mestize mit brennenden schwarzen- Augen und einem Gesichte, das trotzte? braunen Farbe und dem dunkeln Flaum auf der Oberlippe hübsch genannt werden konnte. Sie fächelte ihrer Herrin mit einem großen Palmenfächer Kühlung zu. Zwar war dies die Zeit, zu welcher Donna Marietta täglich ihre Siesta zu halten pflegte, aber sie fchlief nicht.' War es die ungewöhnliche drückende Schwüle, welche sie wach hielt, oder was war es? Ueber diese Frage ' hatte Rosina, welche ihre Herrin heimlich beobachtete, schon eine ganze Weile nachgedacht. Plötzlich richtete Marietta sich auf. zog ein goldenes Uehrchen -aus der Tasche und sprach in ungeduldigem Tone: Ich kann nicht begreifen, warum Pedro noch nicht hier ist, es kann ihm doch nichts passirt sein? Geh' mal auf's Dach, ob Du ihn noch nicht siehst, ich fürchte, es gibt ein Unwetter, aber geh' leife, damit Du Papita nicht aufweckst!" ' Rosina entfernte sich rasch. Ihre Herrin achtete nicht weiter auf sie, fönst wüde ihr der haßersüllte Blick der Mestize nicht entgangen sein. Rosina stieg die Treppe zu dem slachen Dache des niedrigen Hauses empor. Ihre Äugen mit der Hand überschattend, folgte , sie mit ihren Blicken der Landstraße nach Buenvilla, bis wo dieselbe sich zwischen den Hügeln verlor. Nirgends war ein menschliches Wesen zu entdecken. Ein eigenthümlicher zitternder Dunstschleier lagiite über dem Thalg'runde, durch welchen hier und da ein Streifen des Cala del Penas glitzerte, der letzt . nur em winziges Büchlein war, der aber nach einem Gewitter ' zuweilen zu einem mächtigen Strome aufschwoll. Rosina warf noch einen prüfenden Blick naZ

dem dunstumschleierten Horizonte und kehrte dann zu ihrer Herrin zurück. Pedro ist noch nirgends zu sehen," sprach sie, die schöne Dame heimlich beobachtend, und er könnte doch schon lange zurück sein, sollte er vielleicht eine Geliebte in Buenvilla haben? Oder sollte er in die Hände der Amerikaner gefallen sein? Unser Nachbar, Carlos Granjnan sagt, die Amerikaner hätten bei Las Gnesimas tausende von Spaniern getödtet. Dann haben sie SeVilla erobert und selbst die Frauen und Kinder nicht verschont. Gewiß sind sie dann weite? vorgedrungen und der arme Pedro ist ihnen in die Hände gefallen und grausam ermordet worden." Rosina bemerkte in ihremEifer nicht,, wie Donna Marietta sie erstaunt .anschaute und dann ein leises Lächeln um ihre Lippen spielte. Rosina," sprach sie dann ernst und langsam, sollte es nicht möglich sein, daß Pedro hingegangen ist. um in den Reihen der Amerikaner gegen die Spanier zu kämpfen, und daß er nie wiederkehren wird?" Rosina lachte höhnisch auf. Oh nein, Sennora. das glauben Sie doch gewiß selbst nicht Pedro fortgehen? Seine schöne Herrin verlassen? Seine schöne Herrin, für die er durch's Feuer gehen würde? denn das würde er doch, wenn Sie es verlangen würden nicht wahr? Was willst Du damit sagen. Rosina? Halt antworte nicht, ich weiß schon was Du sagen wirst, nachdem mir eine Ahnung gekommen ist. was Du sagen wolltest. Du liebst Pedro, Rosina. und wenn Du etwas mehr Vertrauen zu mir hättest, so hättest Du mir das schon, gesagt. Pedro ist ein braver Bursche, wie Du ein braves Mädchen bist und wenn ihr heirathen wollt, so gebe ich euch genug, um eure Casa mit allem Comfort versehen zu können, den euer Herz verlangt." Rosina starrte ihre Herrin groß an. Dann glitt sie rasch auf ihre Kniee nieder und sprach aufschluchzend: O Donna Marietta, ist es denn wahr Sie lieben Pedro nicht?" Rosina!" Entrüstet kam es von den Lippen der jungen Frau und eine dunkle Röthe färbte ihre Wangen. Mädchen, wenn ich nicht errathen hätte, wie es mit Dir sieht und Deine blinde Eifersucht kennte, würde ich Dir ernstlich zürnen thörichtes, einfältiges Ding Du!" Verzeihung Sennora aber ich kann es nicht helfen, Pedro hat ja nur Augen. für Sie mich sieht er gar nicht, er ist wie bezaubert, wenn er in Ihre Nahe kommt!" Marietta blickte mit finster zusammengezogenen Brauen ein Weilchen starr vor sich hin, dann sprach sie in be ftimmtem Tone: Bis in vier Wochen wird Pedro Dein Gatte sein! Wenn er heimkommt von Buenvilla, nimm ihm die Postsachen ab und gib sie mir, ich will ihn nicht mehr sehen, verstehst Du mich, Rosina?" Statt einer Antwort ergriff die Mestize die Hand ihrer Herrin und führte sie an die Lippen. Aus der Ferne drang ein dumpfes Brausen,. als ob ein gewaltiges Heer herangestampst käme. Die beiden Frauen lauschten. Santa Maria, es kommt ein Sturm!" rief Rosina erschrocken, wo mag Pedro wohl so lange bleiben?" Mit diesen Worten eilte sie auf das Dach des Hauses. Marietta erhob sich ebenfalls, trat einige Schritte vor und ließ ihre Blicke über die von einem bleifarbigem Dunste umzitterte Landschaft schweifen. Ein Geräusch von schlürfenden Schritten veranlaßte sie, sich umzuschauen. Es war die alte Papita. Ah Sennora," sprach sie, das gibt ein böses Wetter, aber wo ist denn Pedro?" Pedro' ist noch nicht zurück, Papita!" Santa Maria noch nicht zurück? Wo kann das Kind so lange bleiben? Da, da höre ich Tritte, daZ ist er Jesus. Maria und Joseph!" Die letzten Worte hatte sie gedämpft gesprochen und ihre Augen blickten groß und schreckensstarr, als sähen sie ein Gespenst. Marietta wandte sich um und auch sie zuckte zusammen und . alles Blut wich aus - ihren Wangen. Einige Schritte entfernt stand ihr Bruder Manuel. Seine Augen, welche noch tiefer in den Höhlen zu liegen schienen wie früher und in welchen ein dijsteres Feuer glomm, waren - mit hämischem Ausdruck auf die beiden erschrockenen Frauen gerichtet, und seine schmalen Lippen verzerrten sich zu einem höhnischen Grinsen. Langsam trat er noch einige Schritte näher .und sprach in rauhem, etwas heiserem Tone: Das ist ja ein netter Empfang, Schwesterchen freilich, ich hatte nicht erwartet. daß Du mir an den Hals fliegen würdest, aber die Hand könntest Du mir doch wenigstens reichen nicht? ha ha ha." lachte er grimmig, als er sah wie sie zurückschauderte, als er ihr seine Rechte hinstreckte, also dann nicht, aber wenigstens wirst Du , mir gestatten, daß ich ein wenig hereinkomme und mich ausruhe, ich bin abgehetzt wie ein wildes Thier und ausgehungert dazu!" . Papita," wandte sich Marietta an die alte Frau, welche noch immer schreckensstarr dastand, geh und bereite ein Mahl für Don Manuel!" Als die Alte dann eiligst verschwand, sprach sie zu ihrem Bruder: Komm herein. Manuel!" Er folgte ihr in das einfache aber comfortabel ausgestattete Zimmer und ließ sich auf den nächsten Stuhl nieder, fallen. Wie kommst Du denn hierher, Manuel?" fragt". Marietta. die. inzwischen ihre vollkommene Ruhe wiedergefunden hatte, in gleichgiltigem Tone. Ja, ja. das ist ' Dir räthselhaft, nicht wahr? Ja, Kind, Du hast keine

Ahnung, welch' ein famoser Kerl Dein Bruder ist, welchen Einfluß und welche Verbindungen er hat. Siehst Du, ich wußte von Anfang an, wohin Du geflüchtet warst und wo ich Dich finden konnte. Ich mußte aber meinen brüderlichen Gefühlen Zwang auferkgcn, da meine Mission mich an Havana gebunden hielt. Zufällig ist es aber nun gerade dieser Theil der Insel, den die verdammten Amerikaner zuerst betreten und da mußte ich doch hier .fein. Aber habe nur keine Angst, ich werde Dich nicht zu lange belästigen, ich werde mit dabei sein, wenn diese Hunde zurllckgeschlagen, vernichtet werden; ich habe bereits aber was ist denn das?" Er hielt inne. Ein mächtiges Brausen und Heulen und Zischen erfüllte rings die Luft 'und in dem Zimmer herrschte eine fahle Dämmerung. Ah ein Gewitter, das habe ich aber gerade getroffen " Kaum waren diese Worte von seinen Lippen, als ein greller Blitz die Dunkelheit zerriß und im selben Momente ein knatternder Schlag erfolgte. Dann brach das Unwetter mit furchtbarer Gewalt los, Blitz auf Blitz und Knall auf Knall erfolgten und dazwischen vernahm man das Rausches und Sausen des vom Sturme gepeitschten Regenstromes. Marietta war auf einen Stuhl niedergesunken und verhüllte ihr Gesicht mit den Händen. Sie war etwas nervös und fürchtete sich vor den grellen Blitzen, noch mehr aber graute es ihr vor den Blicken ihres Bruders, welcher unbeweglich wie ein finsterer Dämon dasaß und dessen Augen in der grellen Beleuchtung der zuckenden Blitze unheimlich funkelten. Höchstens zehn Minuten dauerte das Unwetter und schnell wie eä gekommen, verschwand es wieder. Ein heller Lichtschein drang in's Zimmer und draußen schimmerten die Zweige und Blätter wie mit Diamanten besät. Papita erschien an der Thür und flüsterte: Das Essen ist fertig, Sennora!" Gut. bringe es herein." Die Alte deckte den Tisch und trug die Speisen auf. Manuel.fiel mit einem wahren Heißhunger über dieselben her. Auch eine Karaffe mit Wein leerte er bis auf den letzten Tropfen. Dann zog er ein buntseidenes Taschentuch heraus, wischte sich - mit behaglichem Grunzen den Mund ab und sprach: Ah das thut wohl, da fühlt man sich wie ein neuer Mensch! Wenn ich mal wieder so ausgehungert bin, muß ich Dich wieder belästigen. Marietta Gegenwärtig habe ich nicht mehr vieI Zeit zu verlieren, unsere Truppen sind nicht weit von hier und ich denke, daß wir morgen diesen Iankeeschweinen den Garaus machen werden." Er erhob sich und als Marietta stumm blieb, fuhr er in etwas rauherem Tone -fort: Also vorläufig befreie ich Dich von meiner Gegenwart, Schwesterchen, aber wie gesagt, ich komme dann und wann mal wieder. Wenn die Wirthin auch freundlicher sein könnte, die Bewirthung laßt nichts zu wünschen übrig und die alte Hexe versteht das Kochen vorzüglich. Nun Ädios, Schwester!" Gott sei Dir gnädig Manuel!" flüsterte sie. Er stieß ein grimmiges Lachen aus. Das Gott se! mit Dir" konntest Du wohl nicht über die Lippen bringen, nun, wenn Gott nicht mit mir ist. so mag es meinetwegen der Teufel sein!" Er stampfte hinaus. Marietta folgte ihm leise und als sie sah. wie er in nördlicher Richtung rasch weiter schritt, athmete sie erleichtert auf. Als sie sich umwandte, gewahrte sie Papita, welche ebenfalls dem Unhold nachschaute. Hätte uns der doch nie gefunden!" murmelte die junge Frau. Ach Gott kommt er denn wieder?" rief die alte Duenna entsetzt. Ja. er kommt wieder zuweilen, aber Du darfst nicht vergessen, daß es mein Bruder ist. Wo ist denn Rosina?" Ich weiß es nicht, Sennora; vorhin war sie noch hier!" Ah, die ist gewiß wieder auf dem Dache, um nach Pedro auszuschauen, schau da kommt sie ja!" In der That kam die Mestize eilig die Stiege heruntergeeilt. . Er , kommt!" rief sie athemloS, aber er ist nicht allein, es sind zwei Männer bet ihm und der eine ist todt, den tragen sie!" Santa Maria, todt?" fchrie Papita auf. es ist doch nicht Pedro hast Du mein Kind erkannt, Rosina er ist es doch nicht, der todt ist?" ' Gott sei dank, nein." sprach Rosina. Pedro ist es nicht, er geht voraus und er und' noch ein anderer Mann tragen die Leiche. Kommt, sie .müssen gleich hier sein, sie kommen auZ südöstlicher Richtung am Ufer des Cala del Penas entlang, der zu einem mächtigen Strome angeschwollen ist kommt!" . Sie eilte nach der anderen Seite deS Hauses und sowohl Marietta wie Papita folgten. Die drei Frauen blieben überrascht stehen. Kaum hundert Schritte ent fernt kam Pedro, gefolgt von einem Mann mit blondem Schnurrbart, der ihn um eine Kopslänge überragte und eine Uniform trug, wie die Frauen sie noch nie gesehen hatten. Zwischen sich auf einer von zwei Gewehren Hergestellten Tragbahre trugen sie eine männliche Gestalt in ähnlicher Uniform. Das sind Amerikaner!" sprach Marietta halblaut. Papita ' schlug stumm ihre Hände zusammen und Rosina hatte nur Augen für Pedro, welcher aber weder sie, noch ihre Mutter zu gewahren schien, sondern- nur die schöne junge Wittwe. ' Unter der schattigen Veranda ange

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kommen, ließen die beiden Manner ihre Last sanfl auf den Boden :neti. Papita konnte nicht langer an sich halten und überhäufte ihren Sohn mit Fragen, aber Marietta gebot ihr Schweigen und ersuchte die beiden Männer, ode? vielmehr Pedro, denn sie nahm an, daß der Amerikaner sie nicht verstehen würde, die Leiche in's Fremdenzimmer zu bringen und auf einen Divan zu betten. Ehe Pedro noch antworten konnte, rief sie überrascht aus: Der Mann lebt ja. noch!" Der blonde Krieger trat nun einen Schritt vor, verneigte sich höflich und sagte in französischer Sprache: Entschuldigen Sie, Madame, sprechen Sie vielleicht französisch?" Gewiß, mein Herr!" entgegnete Marietta erfreut in genannterSprachc, nicht wahr, Ihr Kamerad lebt noch?" So Gott will, wird er noch lange leben. Madame, Herr Herald EhesterAinsley, er ist am Arme und auch am Bein verwundet und hat. infolge von Schmerzen und Strapazen die Besinnung verloren. Würde Madame erlauben, daß ich mich hinfetze, ich bin seit zwei Tagen auf den Beinen " Bitte mein Herr, entschuldigen Sie, daß ich daran nicht eher dachte Papita, schnell! mach für den VerMündeten im Fremdenzimmer ein Lager zurecht, und ihr, Pedro und Rosina. könnt ihn hereintragen. Bitte, Herr " Alfred Linden, Madame." Bitte, Herr Linden, folgen Sie mir." Sie führte den jungen Mann in das Wohnzimmer, lud ihn ein, Platz zu nehmen und begab sich nach dem Fremdenzimmer. Papita hatte inzwischen das Lager zurecht gemacht und Pedro und Rosina trugen den Verwundeten herein. Er war sehr bleich, die Augen hatte' er geschlössen und nur zuweilen ein leises Stöhnen verrieth, daß das Leben noch nicht entflohen fei. Marietta äußerte ihre Zufriedenheit über die pünktliche Ausführung ihrer Befehle und wandte sich an ihre alte Duenna welche mir mütterlicher Sorgfalt das Kissen unter dem Haupte des jungen Lieutenants zurecSrückte. So Papita jetzt nur fchnell etwas Gutes zurecht gemacht, die Herren werden Hunger haben imb Pedro gewiß auch!" Ach ja." wandte sich Papita frier an ihren Sohn, mein armes Kmd, Du hast wohl den ganzen: Tag noch kei nen Bissen gegessen? Aber, sag doch mal, wo trafst Du denn, die- Amerikaner?" Das möchte ich auch gernc-wissen-,"' fiel Marietta ein, bitte, erzähle' uns Pedro!" - Si Sennora!" begann, dieser eif--

rig, es kam so: zuerst mußte ich eine: ganze Weile aus die Postsachen, warten Das ganze Dorf war in Aufregung, von der einen Seite sollten, die. Stzanier. von der anderen die.- Amerikaner, im Anzüge sein. Und dann- wurde mir gesagt, es gäbe heute und auch vielleicht auf lange Zeit gar keine Postsachen mehr. Dann machte ich mich auf den Heimweg. Als ich an, die. Stelle kam,, wo der Cala del Penas.- aus. den. Hügeln kommt, um in das Thal zu.springen, beschloß ich, mich im Schatten, der. Schlucht ein wenig auszuruhen. Die Luft war fchwül und die Augenlider fielen mir bald zu. Auf einmal, würbe.; ich wach. Ein lauter Schrei, war. an. mein Ohr gedrungen. Als ich aufblickte, sah ich oben im Strombette, des Cala del Penas, nahe dem Rande des. Felsens, über welchem er. in die Tiefe, braust, einen Mann stehen, der einen, anderen auf den Armen trug. Er lehnte sich gegen die Felswand und' ich sah. daß seine Kräfte erschöpft waren,, und er fürchtete, daß die Strömung, ihn über die Felsenkante in. die Tiefe reißen würde. Und ich, sah, talt der Himmel dunkel wurde und fern: der Sturm herangeheult lamr der schwere Wassermassen niederschleudern würde und ich wußte, daß die beiden Männer dann verloren waren. Darum rief ich dem Amerikaner zu und gab ihm ein ' Zeichen, daß er warten und sich festhal. ten möge. Ich erreichte ihn auf Umwegen, das heißt, ich stand auf dem Plateau am Rande der Schlucht und er war mehrere, Fuß unter mir. ich konnte nicht einmal feine ausgestreckte Hand fassen, wenn ich mich auch platt auf den Boden legte. Da löste .ich meine Schärpe und ließ sie herunter. Er befestigte diefelbe an den Gürtel des Verwundeten und es gelang mir. ihn empor zu ziehen, aber es war eine surchtbar schwere Arbeit. Dann ließ ich die Schärpe dem tapferen Amerikaner hinunter, welcher sich mit leichter Mühe emporschwang. Große Mühe nahm es uns noch, den Verwundeten den Abhang hinunter zu tragen. Aber es gelang. Ich sah, daß der Sturm nahe war und führte die Amerikaner nach einer Höhle, die mir aus der Knabenzeit her noch bekannt war. Dort blieben wir, bis der Sturm vorüber war, und jetzt sind wir hier, Sennora!" Marietta wollte einige Worte der Anerkennung, sagen, als ihr Blick auf Rosina fiel, welche sie friste? anstarrte. Sie sagte daher nur einfach: Es ist gut Pedro, geh' mit Rosina. daß si? etwas zu essen zubereitet. Aber halt fuhr sie rasch fort, um Em5 muß ich Euch dringend bitten, um Stillschweigen! Kein: Menschenseele darf etwas von der Anwesen5?it d;3 verwundeten Amerikaners in diesem Hause wissen, versteht Ihr mich wohl? Keiner, und wenn eö euer bester Freund wäre, darf es wissen! Und noch eins, sobald Du gegessen hast, Pedro willst Du so gut sein, und den Arzt. Doktor Cuchara Jgnacia Cuchara holen? Dfcr vtftDuzunraW.irStä gehe sogleich. Sennora! Ach nein, erst stärke Dich, geh mit Rosina, geh!" Gehorsam folgte er der Mestize,

welche ihm einen glühenden Blick zuwarf. Als Miltta allein war. trat sie näher zu btm Verwundeten, Welcher mit geschlossenen Augen und schwer ' athmend dalag. Halb scheu, halb neugierig, betrachtete sie das blasse hübsche Antlitz mit dem blonden seidenartigen Schnurrbart und die zierlichen weißen Hände mit dem funkelnden Diamantring. Eben als sie daran dachte, sich zu entfernen, schlug Ainsley die Au. gen auf. Die stahlbraunen Augen blickten sie groß und forschend an und sie füblte, wie sie unter diesem Blick, der einen zärtlichen, sehnsuchtsheißen Ausdruck annahm, erröthete. Jetzt bewegten sich seine Lippen und dann flüsterte er: Anita mein Liebling komm komm zu rnirl" Marietta glaubte ihren Ohren nicht trauen zu dürfen, denn der Amerikaner sprach in ihre: Muttersprache! Und dann der Name Anita sie war ganz verwirrt und wußte nlcht, was sie denken sollte. Jetzt gewahrte sie, daß dem Verwundeten die Augen wieder zugefallen und seine Wangen noch um eine Schattirung bleicher geworden waren. Erschrocken eilte sie hincrus. Sie fand Papita damit beschäftigt, für den Corpora! etwas Gutes zu essen zu bereiten. Um Gotteswillen, Papita, komm mal schnell herein zu dem Kranken, er ist so blaß und denk Dir mal, Papita, er spricht unsere Sprache!" Papita folate ihrer Herrin und

'schlich wie diese,. auf ihren Zehenspitzen nach dem Lager.. Ach. jetzt sieht er schon wieder besser aus." flüsterte Marietta. seine Mangen sind schon wieder rosig!" Der arme Junge,, er fiebert!" entgegnete die Alte ebenso leise, tönernen. Sie Sennora, hier können, wir nichts thun, er muß Ruhe haben, und hoffentlich kommt der Doktor, bald! Bitte: Papita, sage Pedro., er. möge sich beci len und zum Arzt gehen, sobald er mi: seinem Mahle fertig ist!"' Pedro ist ja schon, längst fort zunr. Doktor Cuchara, und. Rosina' sitzt in. der Küche und heult,. weil. tr. erst nichts essen wollte, das gute Mädchen sieist so besorgt um meinen. Jungen!"' Marietta seufzte leise auf und sprachdann: Run. dann wird der Arzt wohl! bald hier sein. Geh und" schaue mal nach, ob der andere amerikanische Sol--dat noch irgend etwas wünscht!"' 26. ' Fast schüchtern klang, der. Tön. der: Glocke, welche den Schluß des Hochamtes verkündete, durch das.stilleThal.. Nur wenige Andächtige hatten, die. Kirche besucht, die meisten Mitgliederder kleinen Gemeinde hatte, die. Furcht, zu. Hause gebannt. Zwar, war, dieKunde vom Siege der Amerikaner' bei El.Caney und San Juan und. von'. derVernichtung von Cervera'sFlotte.fchon hierher gedrungen, aber sie. fürchteten,. daß etwaige entflohene und; auf dem Rückzüge sich befindliche Spanier.plün? dernd und mordend in das. einsame Thal dringen würden. Schon einmal war dies geschehen, vor mehreren. Wo-, chen. Glücklicherweise war es. aber.nur ein kleiner Truppentheil, gewesen,, der dazu noch auf einem. Eilmarsche.begriffen war. Trotzdem aber hatten, die blut- und beutegierigen Krieger.manche Schandthat verübt und sämmtliche Zugthiere hatten sie mitgenommen, die wenigen Pferde- und eine' Menge Burro's" (Esel.)- Auch auf' Pedro's Campo waren sie gewesen und' nur dem energischen Austreten'.Marietws,' welche sich als Spanierin-legiti-mirte, war es zu verdanken, daß sie sich, damit begnügt hatten, nur-die-Zug-thiere mitzunehmen, was freilich unterden bestehenden Verhältnissen- vorläu-. fig ein nicht zu ersetzendem Verlust, war. Unter den wenigen- Landleuten-,. welche das Kirchlein-verließen, besann den sich auch Pedrounv Rosine Letztere hatte ihren befielt Staat angelegt. In ihren Ohren glitzerten die großen goldenen Ohrringe- mit' den blutrothen Rubinen, ein Geschenk ihrer- HerrinAuch die elegante- Mantilla war- ein. Geschenk Donna-. Mariettas. Die Augen des jungen- Mädchens Mhten. zuweilen zornignach ihrem Begleiter, der wie geistesabwesend an ihrer Seite schritt" und für. den sie gar nicht zu exi stiren fchien. Bald lagen die letzten Häuser- deS Dörfchens hinter ihnen. Der W:g. führte durch nn verwahrlostes Zucker--rohrfeld, welches sich' fast über das ganze Feld erstreckte, eingerahmt von einem Gürtel dunkelgrüner Cedern. welche sich an beiden Seiten am Fuße der Hügel hinzogen. Rosina hatte versucht, ein Gespräch anzuknüpfen, aber sie vermochte ihrem Begleitet nnr einsilbige Antworten zu entlocken. Auch schien er ihre heißen , Blicke nht zu bemerken, die sie ihm zuwarf, und die bald innige Zuneigung, bald Haß, bald ein zorniges Mitleid ausdrückten. Endlich gelangten sie an die Schlucht, aus welcher die silberklaren Fluthen des Cala dek Penas niederrauschten. (Schluß folgt.) Sittliche Erziehun g. Auktionator: Jetzt kommt ein zweischläfriges Bett zum Verruf.- Mutter (zu ihrem Backfisch): .Elfe, daß Du richt hinsiehst!" Auf der Reitbahn. Ra. Meier, Sie machen ja so ein trauriges Gesicht wie eine Klapperschlange, die vor Schwäche nicht mehr klapzrn kann!" , Eingehende Erklärung. Dame: Inwiefern interfcheiden sich denn die Civilsachen von den Straffachen?" Candidat: Sehr einfach, die ersteren haben blaue, die anderen rothe Aktendeckel."

Iür die Suche. . V'csune Suppe. Manseßkein altes upvenhuhn, ein halbes Pfund Rindfleisch und ebenso viel Kalbfleisch mit Salz und allen Suppenwurzeln in einer Gallone Wasser an. Nachdem die Brühe gekocht hat, wird sie geschäumt, und dann fügt man ein Vier tcl Pfund in Würfel geschnittenen ma geren rohen Schinken hinzu, sowie ein Viertel von ein Rindsniere, die man in Scheiben geschnitten und mit Butter und Zwiebeln recht braun gebraten hat. Danach muß die Suppe I Stunden aus dem Feuer bleiben, bis sie auf die richtige Portion eingekocht ist. Von der Hühnerbrust schneidet man feine Streifen und gibt sie in die Suppenterrine, ebenso eine Portion Spargelstücke. Als. dann kocht man sechs Eier hart, reibt die Dotter durch ein Sieb, macht eine Mehlschwitze, die man mit zwei. Glas Portwein, einer halben Unze Fleischer tract und einer Prise Cayenne - Pfeffe: abzieht und in die man die Eier hineinrührt und Alleö an die Suppe gibt; zum Schluß schmeckt man die letz, tere ab und gibt sie in die Terrine. Sollte sie nicht schön braun sein,, so färbt man sie noch mit etwas frisch- gebranntem Zucker nach. Petersilien - Sauce, mit Eiern zu Fisch und ge.ko.chtem Fleisch. Drei Eidotter,, ein Eßlöffel Mehl, drei Eßlöffel ftinge hacktePetersilie und eine Unze zerlassene Butter rührt man mit ein wenige fii schern Wasser recht glatt. Nach, und nach gießt man ein Pint kochende. Fleischbrühe unter stetem Umrühren. zu. und lä.ßt die Sauce noch einmal. auf lochen. Geschmorter Welschkohl! (Wi.rstng-. Welschkraut). Ohne ihn zu brühen, schneidet man den Welschkohl mit Ausnahme des Strunkeö in. feine Scheiben, ebenso zweiZwie,' beln und gibt ihn mit 1$ Unze Butter, und 150 Gran Fleischertract auf's. Feuere Hier schmort man ihn bei guter: Hitze in. etwn 1 Stunden gar, indem man.nach,und nach 1 2 Tassen heißes Wasser nachgibt, sowie noch 1$ Unze. Butter;, reichlich. Salz und eine halbe Unze- Fleischextrnct. Soll Sauce entstehen,, so kommt ziemlich zuletzt noch , eine Tasse, kalte Fleischbrühe, in de, man. zwei. Theelöffel Weizenmehl ver quirlt, hatte,, daran, andernfalls läßt man alle. Flüssigkeit verdampfen und genießt, das Gemüse wie Dampfkraut. K.ar.tof,f,e.l. - Pastete mit K a l.b.s h itn aderKalbsmilch Ein- Pfund gekochte kalte Kartoffelri werden.abgezogen. und gerieben, 4 Eier mit.3'Löffeln. Milch und 3 Löffeln dick füße. Sahne, gequirlt, die Kartoffeln nebst etwasSalz darunter gemischt und hingestellt.. Run wäscht und häutet man ein.Kalbsbirn oder ein halbes Pfunw Milch,, legt es in ein Viertel Pfund steigende Butter und dämpft es mit. einigen. Champignons und Salz; ist es beinahe, gar. so träufelt man den Saft einer kleinen Citrone dazu, be streui es mit. einem Löffel geriebenem Weißbrot,, schneidet es fchnell in kleine Stücke,- vermischt, es mit der Kartoffel masse und füllt; das Ganze in eine mit Butter ausgepinselte, mit ausgerolltem Mürbeteig ausgelegte Form. Fe.i.nste.s. Bier - Schmor fleisch. Man nehme je 1 Pfund Schöpsenfleisch,. Kalbfleisch und Schweinefleisch,, am liebsten von jeder Sorte das Cotelettstück und lege es schichtenweise, mit sehr ' viel gewiegter Zwiebel,. Kümmel und englischem Ge würz in eine Kasserolle. Das Schöp senfleisch kommt zu unterst, dann folgt : das Schweinefleisch, zuletzt das Kalb, fleisch,. Nulu gießt man eine Flasche Porter: darauf. Es kommt ferner ein Glas. Rothwein über das ordentlich ge salzene. Fleisch. Alles wird nun . fest: zugedeckt: und in etwa 1 Stunde.. j' nicht. M stetem Feuer gar geschmort. Dies, schmeckt: vorzüglich mit einer .Bei . gäbe. von. umlegten Gurken. Gekä.rnpfte Kalbsbru.fr.'. Eine schöne weiße Kalbsbrust klopft: man. mit. der Fläche des Hackmessers, damit, die darin befindliche Luft, ent weicht und wäscht ste gut ab. Hieraus i thut, man ein Stück Butter in. einen. Topf legt die gut abgetrocknete. Brust, darauf, fügt zwei in Scheiben geschnit-

teue Mohrrüben und eine Zwiebel hin-. , - m n r r ' zn. uno lay vie run aus mqi zu nar?; lern. Feuer im Ofen fest zugedeckt dam vfen. Sollte der Fond zn.kurz ein!o chen, so daß das Fleisch, anfängt,, zu braten, so fügt man , etwas Bouillon! hinzu. Nach ca. zwei Stunden nimmt, man das Fleisch, das bis dahin fleißjg begossen wurde und welches eine schöne -braune Farbe haben, muß, heraus gießt den Fond, den man mit etnzas Klarmehl verkocht hat:, durch ein: Sieb und gebe ihn als Sance zum Kalb fleisch. Ap felbaigners. Die mit: dem Ausstecher ausgekernten Aepfel. werden in Scheiben geschnitten und zwar so, daß in jeder Scheibe ein Loch, ist. Dann übergießt man die Apseschnitte mit etwas Weißwein, Zucker und Arrak und läßt ste so eine Stunde stehen. Alsdann werden sie in eine, recht dicke Eierkuchenmasse getaucht und in reichlich Fett schön gelb gebacken. Prinzessinsuppe. Man locht in Fleischbrühe auS Liebigs Fleisch:?trakt einen guten Gerstenschleim, brät nun 2 Unzen würflig cxschnittenen ro hen Schinken und 5 lüzen ebenso $tu theiltes Kalbfleisch in. Butter an. giebt 2 Glaä Weißwein dsrnber und dampft dies eine Stunde, Viegt nun c?es sc fein wie möglich, streicht die Fleischmasse durch ein Sieb und rührt ste un ter den fertigen Gerstenschleim. den man mit zwei Eigelb abzieht, mit ci was Pfeffer, würzt und in dem man 2 6 feinscheibig geschnittene einge machte Champignons zuletzt legt. Letztete können auch fehlen, und der Weiß, wein dmch guten Apfelwein erjetzt fc?c; fccn.