Indiana Tribüne, Volume 23, Number 130, Indianapolis, Marion County, 28 January 1900 — Page 9
SnDsona Brwuns
VeüÄgE.
Ein sonderbarer Einfall. Humoreske Von O. v. Briefen. ' Das schön gelegene Gebirgsstädtchen Erlenbach hat einen Zuwachs seiner Bevölkerung in dein alten pensionirten Regierungsrath Rechmeyer erhalten, der auS der Hauptstadt kommend, mit Frau und zwei Töchtern dahin übergesiedelt war. Da er kein Vermögen besaß, so hatte er diesen billigen Ort gewählt, wo er mit seinem Ruhegehalt ganz gemächlich zu leben vermochte. (ir war ein jovialer alter Herr, der sich gern in Gesellschaft befand und daher bald das Lokal ausfindig gemach! hatte. in dem allabendlich die Honoratiotpt, W Eindickens töten Scklaftrunk V -mmW w y -w " ' f I zu nehmen pflegten. Natürlich wurde er schleunigst Mitglied dicses Zirkels, in welchem er sich in Kürze völlig heimisch fühlte. Ein bedeutendes, Erzählertalent besitzend und ein Freund drolliger Späße und Einfälle, erfreute er sich im Laufe der Zeit der größten Beliebtheit und seine Abwesenheit wurde in dem Bekanntenkreise schmerzlich empfunden, wenn er ausnahmsweise mal fehlte. Daß es bei diesen Zusammenkünften auch hie und da zu allerhand Debatten kam, an denen sich der alte Rath stets hervorragend betheiligte, darf nicht Wunder nehmen, zumal ihm als ehemaligen Residenzler ein gewisser Nimbus von Unfehlbarkeit anhaftete. Verfocht er eine Sache, so geschah dies mit einer solchen Energie, daß alle Anwesenden gewöhnlich nach und nach verstummten. Eines Abends unterhielt man sich von den Steuern und Lasten, die heutzutage der Staatsbürger aufzubringen habe. Hierbei wurde allgemein die Ansicht ausgesprochen, daß es jedenfalls, ungemein schwierig sei, die Steuerbehörde zu hintergehen oder ihr auf irgend eine Art ein Schnippchen zu schlagen. Rechmeyer widersprach diefern letzteren Passus, indem er erklärte, eö sei sogar recht leicht, die Beamten jener Kategorie hinter's Licht zu führen. Jch verpflichte mich", äußerte er sehr bestimmt, unsere Provinzialsteuerbehörde im Laufe der nächsten sechs Wochen derart in Aufregung zu versetzen, daß sie mich voraussichtlich als argen Defraudanten zur Rechenschaft ziehen wird. Selbstredend werde nicht ich der Geleimte sein, sondern das Amt wird hineinfallen!" Wie der Sprechkr dies anstellen wollte, wußte Niemand. Alle aber waren darin einig, daß man ihnen hier etwas aufbinden wolle, mit dessen Ausführung es sicherlich hapern to-i.vVn IWllVk. Wenn Sie meinen Auslassungen keinen Glauben schenken", meinte ctwas gekränkt der Rath, so schlagech Ihnen ine kleine Wette um ein Achreichen Kulmbacher vor, aber verlassen Sie sich darauf, Sie verlieren dasselbe!" Als man sich späterhin trennte. konnte man aus den neckenden Be merkungen, die auf den Rath gemünzt waren, entnehmen, daß die proponirte Wette wirklich perfekt geworden war. Am nächsten Morgen setzte sich Rech meyer hin- und verfaßte folgendes Schreiben an das Stadtoberhaupt, mit dem man. im gewöhnlichen Leben wenig in Berührung kam: Geehrter Herr Bürgermeister! Sie würden mich zu großem Dank verpflichten, könnten Sie mir mt drei ärmsten Familien hier am Orte namhaft machen, da ich eventuell gesonnen bin, denselben im Falle me: nes Todes testamentarisch ein Legat auszusetzen. Der Hoffnung Raum g: bend daß meiner Bitte gewillfahrt wird, zeichne ich mich hochachtungsvoll und ergeoenst Rechmeyer, Regierungsrath a. D." Gleiche Briefe sandte er noch an die . Bürgermeister mehrerer Orte und wartete sodann in Seelenruhe den Erfolg diefer Gesuche ab. Die Adressaten schüttelten anfangs zweifelnd das Haupt, in der Annahme, daß man sie zum Besten haben wolle. dann aber faßte der Gedanke bei ihnen Fuß, der sonderbare Fall könne viel leicht dazu führen, eine Steuerdefrau dation aufzudecken. Zu dem Ende wandten sich mehrere der erwähnten Herren an die Behörde und fragten an, , ob, Herr Reglerungsrath Rechmeyer eine Vermögenssteuer entrichte. Den Fragestellern ward der Bescheid zu Theil, daß der Betreffende außer seinem Ruhegehalt kein weiteres Einkommen angegeben habe, dem nach ' also als vermögenslos gelten müsse. Diese Mittheilung war ganz dazu angethan, die verschiedenen Bürgermeist er noch stutziger zu machen, denn sie nahmen s elbstverstandllch an, daß Je rnand, her Legate aussetzen wolle, doch unbedingt über mehr oder weniger eigene Mittel verfügen müsse. Sie theilten der Steuerbehörde daher die Eingaben mit. die Rechmeyer an sie ge richtet, und ließen zugleich die Vermu thung durchblicken, daß es sich hier ?r. i , mognaerloelie um eine sleueryinierZiehung handeln durfte. .Seitens der Steuerbehörde, die all' den Burgermeistern Stillschweigen an empfahl, wurde alsbald der Beschluß gefaßt den angeblichen Defraudanten, der nicht weit vom Sitze der Regierung wohnte, vorzuladen und m Betreff des angeregten Punktes zu vernehmen. Rechmeyer saß eines Tages zu Hause und schmauchte gemüthlich sein Pfeifchen,.als der Briefträger erschien und hm ein dienstliches Schreiben einhänizte, haZ sich als Terminsvvrladung
für die nächste lILoche entpuppte. Schmunzelnd steckte der Rath dieses. Schriftstück Abends, als er sich 'in die Stammkneipe begab, ein, um den Anwesenden dadurch den Beweis zu liefern, daß die bewußte Wettangelegenheit in bestem Zuge sei.
Zur angesetzten Zeit begab er sich eines Morgens zur ahn uns fuyr hinüber nach dem Orte seiner Vernehmung. Als er die Bureaux der Provmzlalsteuerdirektion betrat, kam man ihm überall etwas reservirt entgegen und er konnte wahrnehmen, daß sich Jeder mann einer gewissen Förmlichkeit oefleißigte. vor Allem der hohe Chef selbst, an den er gewiesen wurde. Der Letztere wanderte in seinem Gemach auf und ab, während ein anwesender Sekretär in Ermangelung anderweit!ger Beschäftigung am Federhalter herumlaute. Nach einer steifen Verbeugung forderte der Herr Dirigent den Ankömmlung zum Platznehmen auf und machte ihn dann damit bekannt, daß es sich um eine ihn, den Rath, persönlich betreffende Angelegenheit handle, die leider das Einschreiten der Behörde veranlaßt habe. Beantworten Sie daher, bitte", so fuhr der Beamte fort, die an Sie gerichteten Fragen, Ihre Antworten sollen sodann in ein Protokoll gelangen, welches hier aufgenommen wird." Nach Feststellung der Personalien wandte er sich von Neuem an den Vorgeladenen und wünschte aus seinem Munde zu erfahren, welche Staatssteuern er entrichte. Auf die prompte Beantwortung entgegnete ' der Jnquirirende: Weiter nichts! Das läßt schließen, daß Sie kein Privatvermögen besitzen!" So ist es," bestätigte Rechmeyer mit Nachdruck. Aber, wie läßt es sich zusammen reimen," fuhr der Beamte etwas erregt auf. daß Sie, wie mir zu Ohren gekommen, verschiedene Legate auszusetzen gewillt sind darin liegt doch ein unbedingter Widerspruch, wie Sie zugeben müssen, denn wo kein Vermögen vorhanden ist, kann zweifellos auch nichts vermacht werden!" Ich bitte, sich nicht unnöthig zu ereifern", antwortete der Rath höchst ge lassen mit einem Anfluge von Ironie, die Sache hat einen sehr natürlichen Zusammenhang." So erklären Sie mir, bitte, denselben," sprach der Vernehmende. Ich besitze, wie schon erwähnt, kein Vermögen," ertönte es gedehnt von den Lippen des Vorgeladenen, aber ich spiele bereits lange Jahre hindurch erfolglos in der Lotterie: Nun ist doch die Möglichkeit keineswegs ausgeschlossen, daß mir vor meinem Abmarsch in's Jenseits noch mal ein großer Gewinn zufällt. Diesen aber beabsichtige ich nicht allein für mich und die Meinigen zu behalten, sondern ich möchte einigen notorisch armen Familien, um deren Bezeichnung ich dazu berufene Personen ersucht habe, gleichzeitig da von etwas zufließen lassen. Dergestalt verhalt es sich mit meinem beabsichtig ten Wohlthun, für welches mich unter Umständen die etwa davon Betroffenen noch segnen durften! Das Gesicht des hohen Steuerbeam ten verlängerte sich merklich, als er diese Auseinandersetzungen vernahm. die der Rath lächelnden Mundes vor trug. Als Jener geendet, brachte der an dachtlg Lauschende nur die Worte hervor, indem er sich zum Sekretäl wandte: Zerreißen Sie das Protokoll und machen Sie. daß Sie fortkammen! Dann sich an Rechmeyer wendend, fuhr er fort: Wir sind heuteaugensche'mlich riesig 'reingefallen Herr Rath; wer konnte aber auch ahnen, daß Sie solche Späßchen in Scene setzen wurden. Ich bin übrigens von Herzen froh, daß die Sache einen solchen Ausgang genommen hat, wenn ich auch die Hänseleien meiner näheren Bekannten ob meiner Leichtgläubigkeit mir für die nächste Zeit gefallen lassen muß! Als Rechmeyer noch selbigen Abend! seinen Freunden brühwarm und aus führlich den ganzen Ulk berichtete, ae stand Jeder gern zu. daß er den Vogel abgeschossen und sein Fäßchen redlict verdient habe. Ein Zchicksal. . Loil Philipp Wengerhoff. Der Geistliche hatte die letzten Worte gesprochen, hatte dieHand segnend über die offene Gruft gehalten und machte nun dem Gefolge Platz, das sich dazu drängte, dem Verstorbenen das letzte Liebeszeichen, eine Hand voll Erde, auf den Sarg zu werfen. Da trat au? der großen Schaar von Männern, die sich nach ihrer Kleidung als die Führer der Straßenbahnwagen erwiesen, einer hervor, nahm die Mütze ab, warf den langen Kragen des Mantels etwas zurück, daß die fest weinander gefalteten Hände sichtbar wurden. und begann erst leise, dann immer sicherer zu sprechen: Sie sagen jetzt, er war ein Baron, und sagen noch vieles .andere. Ich meine, das ist für uns, die wir ihn heute auf unsern Schultern zu Grabe getrageri haben, ganz gleich. Er hat mit uns gelebt, hat unsere Arbeit getheilt und unseren Stand geachtet, wie unser einer, und schließlich hat er sein Leben hingegeben, um ein anderes zu retten. . Das ist eine Ehre für ihn, aber auch eine Ehre für uns. Darum sage ich, ob Baron oder nicht. un3 war er ein braver Kamerad, den wir nicht versessen wden. Und nun, schlaf sanft. Du braver Kamerad, mag Dir die Erde leicht werden!" Ein leises Geräusch lief durch die Äersammluna. Einer räusverte sich,
rer Andere murmelte ein zustimmendes Wort. . Die, Frau, die am, Fußende der Gruft siehend. ein kaum zweijähriges Kind an ihre Brust gedrückt hielt.
weinte laut auf. Da, Lottchen, da," stieß sie hervor und drückte dem Kinde einen Asternstrauß in die Hand, wirf Du dem guten Mann die Blumen in das Grab, ohne ihn hatte ich Dich Nicht mehr." Die Todtengräber begannen ihr trauriges Werk. Einzeln oder :n Gruppen verließen die Leidtragenden den Platz, der Kirchhof leerte sich. Nur die beiden Frauen, die, in schwarze Gewänder gehüllt und dicht verschleiert. zun"chst ter Gruft standen. verharrten noch in dcr gleichen, abwartenden Stellung. Die Aeltere, eine große, hagere Gestalt mit leicht ergrautem Haar, zeigte ein farbloses, völlig versteinertesAntlitz.während die zweite, deren Figur und Haltung Jugend und Frische verrieth, das Gezicht mit emem Taschentuch verdeckt hielt und unaufhörlich leise schluchzte. Das Knirschen der Schaufeln im Sande, die ächzenden Töne, die der Wind in den dürren Aesten der Bäume hervorbrachte, dazu der dunkelgraue Decembnhimmel und die Schaaren von Krähen, die krächzend über d'.esen oden Ort flogen, vervollständigten das düstereBild. Die Aeltere der beiden .Damen wachte plötzlich aus ihrer Starrheit auf. . Melanie", sagte sie leise aber eindringlich, suche Dich zu fassen." Sie zog den Arm der Weinenden durch den ihren und, deren Widerstand fühlend, flüsterte sie: Wir gehen morgen wieder her.dann werden wir. ohne Aufsehen zu erregen, hier weilen können." Das Trostwort schien gewirkt zu haben. Der blonde Kopf hob sich, das blasse Antlitz wandte sich noch einmal rückwärts dem Platze zu, an dem man noch mit Hacke und Spaten beschäftigt war, und dabei antwortete sie mit tu nein gewissen Trotz: j Ich habe nicht die Absicht, meinen Gatten zu verleugnen, und daß Du dieses Deinem Bruder anthun wolltest, den Du doch erzogen hast " Die alte Dame zuckte wie in körperlicher Pein zusammen, und in ihren Augen, die auf die viel kleinere Begleiterin herniederfahen, vertiefte sich drr Zug von Geringschätzung. Komme nur schnell", mahnte sie noch einmal dringender. Es ist nur noch eine Droschke da, und " Ich bin nicht im Stande, zu fahren und einen Kutscher vor mir zu sehen!" klagte die junge Frau und drückte wieder ihr Tuch an die Augen. Eine Blutivelle flog über das Antlitz der Anderen. j So laß' uns zuschreiten. In einer halbenStunde erreichen wir den BahnHof", meinte sie fühlbar kühler. ! Schweigend verließen sie den FriedHof. Du wolltest mir noch die näheren Umstände, unter denen Du Alfreds Tod erfuhrst, mittheilen", unterbrach die Schwester des Verstorbenen die Stille. Ich habe nur das Telegramm heute früh erhalten und mußte sehr eilen, um noch zu der von Dir angebenen Stunde hier zu sein. Das einzige also. was ich von meines unglücklichen Bru ders Leben und Sterben weiß, habe ich aus den Reden des Geistlichen und jenes Mannes-, der sich seinen Kamera den nannte, erfahren. Hast Du. nach dem Ihr Euch trenntet, gewußt, daß er hier und in solchen Verhältnissen lebte?" Die junge Frau verneinte die Frage. Ich wußte ebenso wenig als Du von ihm", sagte sie, und getrennt haben wir uns auck nicht. Er hatte mich verlassen, ohne mir ein Wort des Abschiedes oder etwas über seine Pläne zusagen. , . Was glaubtest Du denn, wo er sei, nachdem Du eingesehen, daß sem Fern bleiben ein dauerndes sei?" . Erst nahm ich an, er wäre naö Z?uza odr Monte Carlo gereist. .jvo r:
a) voll) immer am oeien amuslrle. Hernach, als er garnicht zurück kam, glaubte ich, er hätte seine .Drohung wahr gemacht und sei nach Amerika ge gangen." ..? Ohne Mittel!? Oder hat er diese von Dir beansprucht?" ? Von mir nicht, aber konnte er nicht Deinen Beistand erbeten haben?" , ; Meinen Beistand? Den einer vermögenslosen Stiftsdame?" . Ich habe darüber auch nicht viel gegrübelt. Er hat in den zwei Iahren unserer Ehe ein Drittel meinesVermögens, eine runde Million, für sich derbraucht. Daß ich nicht Lust hatle, noch mehr zu geben, kann mir niemand verdenken. Wenn ich freilich gewußt hätte " , Sie zog wieder ihr Tuch hervor und drückte es an ihre Augen. Das Schlimmsie war doch," fuhr sie fort, daß er es mich fo fühlen ließ, er hätte mich allein um des Geldes willen.geheirathet." Ist daö nun sträflicher, als daß Du, um Baronin zu werden, ihm Dein Jawort gabst?" , O, ich habe ihn anfänglich auch recht aern gehabt, und ich fand es sehr nett, daß er den Dienst mir zu Gefallen quittirte. Mir war e3 schrecklich unbequem, daß di:ser urö an allen Unternehmungen hinderte und unsere Reisepläne von seinem Urlaub abhanßtcj waren. Später freilich, wie er Mit allerici Unsinn vorkam, ein Gut oder eine Fabrik laufen und auf dem Lande leben wollte, weil er ohne Beschäftigung sich unglücklich zu fühlen behauptete, während man kaum mit der Zeit auskam, um allen geselligen Ansorderungea zu genügen da sah -ich doch ein, wie wenig ich jfjrn war, und miVxt Alneiauna versözvanX" ... - - - . ....... k, . . j.
Der Aermstel- 'stöhnte die Andere vor sich hin, die goldenen Ketten ha-
ben ihn todtwund gedrückt." Was hatte ich denn noch von ihm? fuhr die junge Frau erregt fort, als er nur noch in Spielsälen und auf RennPlätzen sich wohl fühlte und er in mir nur die Quelle sah, aus der er die Mittel zu diesem wüsten Leben, schöpfte." Ein tiefer Seufzer der Begleiterin ließ sie aufhorchen. Du warst doch verliebt genug inDeinen Bruder, und Du konntest ihn doch nicht entschuldigen. Der Unselige. Gott sei ihm gr.ä dig!" kam es über die zitternden Lippen der alten Baronesse. Aber- laß' das nun, sprich mir von seinem Ende. Wer benachrichtigte Dich davon?" Ihre Schwägerin sann e!nen Moment nach. Ich war gestern bei Graf Büren zum Diner. Himmel, wie ode wäre mein Leben, wenn sich meine Freunde nicht meiner so freundlich annähmen! Bei meiner Heimkehr sagte mir der Diener, es sei bereits zweimal em hoherer Polizeibeamter hier gewesen, der mich durchaus sprechen zu müssen behauptete. Heute früh, schon vor dem Frühstück erschien er wieder und berichtete von einem Unfall bei der Straßenbahn, der ein Menschenleben gekostet hätte. Ich glaubte nun, es sei auf mein Portemonnaie abgesehen,, und griff darnach, aber er lehnte, kurz ab. Dem Verunglückten sei nicht mehr zu helfen. Er hätte sein Leben in Ausübung der edelsten Menschenpflicht geopfert. Dann erzählte er ' die Errettung deö Kindes vor dem elektrischen Wagen, und fragte mich,, ob ich einen Carl Schmidt oder, es kann auch Müller gewesen sein, kenne, was ich ver neinte. Darauf kam er ganz unvermittelt auf meinen Mann zu sprechen, fragte nach seinem früheren Leben und seinem jetzigen Aufenthalt und 'meinte schließlich, als er hörte, daß ich nichts von ihm wußte, ob ich ihn wohl in der Person jenes Karl Schmidt vermuthen würde. Jener sei gerade an dem Tage, da Alfred mich verlassen hatte, als Bediensieter bei der Straßenbahn - Gesellschaft eingetreten. - - Ich lachte cxftl Es erschien mir so närrisch, daran auch nur zu denken. Da legte er eine Visitenkarte mit Alfreds Namen, die man in einer Tasche seines Rockes angeheftet gefunden, vyr mich hin und schließlich auch dessen Trauring, der eingewickelt in seiner Geldbörse gesteckt hatte' Man brauchte mich nicht dazu aufzufordern, nun ging ich selbst mit dm Beamten. ' Wie ich vcr Ärgst belte, kannst Tu leicht ermessen! War es Alfred nickt, so konnte es nur sein Mörder sein, oen ich auf dem'Todtenbette sehen würde.' 'Aber kaum warf ich einen Blick auf den Verstorbenen, da rief ich laut: Er ist es! Fremde konnte die Veränderung aber doch wohl täuschen. Der Vollbart, der sein Stolz gewesen war, und das Lppige. blonde Haupthaar fehlten. ' Ein glattes, mageres, gealtertes Gesicht mit einem so. 'friedlich-heiteren Ausdruck, wi es nie im Leben zeigte, sah ich vor mir. Und nun ich meine Aufregung in Thränen ausströmte, trösteten , mich die Männer, die an seinem Sarge standen, damit, wie lieb sie ihn alle gehabt und wie sein Herz so warm und hilfsbereit für sie geschlagen hätte. Und. da dachte ich, wenn er sich so wohl unter., diesen Leuten gefühlt hat, dann paßten wir doch in der That garnicht zu einander, enn mir " Freilich nicht," unterbrach sie die Baronesse, aus deren Antlitz längst jeder Blutstropfen gewichkn war. Das kannst Du auch Deinen Freunden sägen, wenn jetzt die Ziitungen das trä-gisch-pikante Ende des letzten Freiherrn von Ronzenau beleuchten werden. . , Das wird nicht geschehen," versi chcrtc eifrig di: junce Frau. Der Po lizcirzth. e'.n sehr angenehmer Mann, sagte wikderholt: Se'en Sie überzeugt, Frau Baronin, daß nichts von dieser Tragödie in die Oesfentlichkeit kommt. Dieses zum Mindesten verdient seine edle That, daß man seinen Wunsch respe.tirt und den Schleier über seiner Person nicht lüftet." ' So gratulire ich Dir dazu, dqh Te'n vorerst ausgessrochcn:r Entschluß nicht auf die Prsbe gestellt wird. Aber wir sind am Ziel. Dein We führt rechts, der meine links. Lebe wohl!" . So willst Du mich nicht nach Hause begleiten?" Ich danke. Ich würde nach diesem Tace auch nicht mehr dahin pass?n." ' Die Eisenbahnzüge brausen heran und entführen die Damen nach einauder entgegengesetzter Richtung. ; In derStadt angelangt, ist die Frai, Baronin sehr ängstlich bemüht, unb'e merkt in einen Wagen und dann in ihn Villa zu kommen. Dort hat man soeben das lebensgroße Bild ihres Gat. ten aus der Bodenkammer herunter ' bracht, und der Decorateur zeigt seisi? Eeschicklickkeit bei dem Arrangemeni von Palmen und. schwarzem Krepp Die junge Frau ist mit der Ausführung sehr zufrieden, das Boudoir he. kommt ein viel interessanteres Ansehen c?.r f jf. j vurcq oicjen cymua. ; Sie nebt um sich. Ihr Blick fallt in den Spiegel, der ihre blonde Schönhut. . 1 9 . geyooen ourcy oas azwarze ino, zeigt, und sie athmet tief auf: Es ist jedenfalls für ihn am UUv so. und fo ganz übel ist sie auch nicht.
die Position emer zungen, reichen Wittwe." l Kühner Vergleich. Unterofficier: Müller. Sie werden auch alle Tag' magerer! Sie schauen bald aus wie ein gemästeter Bindfaden!"! Aus derKaserne. Na, Maier,' Sie machen ja so eine Jammervisage wie ein Faulthier, welches von einem Dauermarsche träumt!" . i
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