Indiana Tribüne, Volume 23, Number 123, Indianapolis, Marion County, 21 January 1900 — Page 3

Die 31ncQß Spaniers. Roman auZ der Zeit des spanisch'ame rikanischcn Krieges. Von Karl Ncutcr.Kerger. Copyright ,kg9 by the Germaa Press & Plate Co, 9. Fortsetzung.) Der junge Advokat blieb im Wagen sitzen und -sprach zu seiner Schwester: Du entschuldigst wohl Alice, Du weißt, ich habe nie danach gestrebt, ein Heiliger zu werden und ich denke immer, es ist unserm Herrgott bedeutend angenehmer, wenn mein holdes Schwe-

sterchenin paar Vaterunser für meine' arme Secle betet! Kommen Sie, Herr Linden, wir werden unsern Gottesdienst anderswo abhalten." , Du Spötter Du!" sprach Alice und drohte mit dem Finger. Alfred folgte etwas zögernd der Einladung und bkstieg wieder das Fuhrwerk. Am liebsten wäre er seiner Ungebetene in die Kirche gefolgt. Nach dem Hotel de Lis!" rief Harald dem Kutscher zu.. Alfred wandte sich hastig um und gewahrte, wie auch Alice Ainsley, welche eben das Küchlein betreten wollte, zurückblickte, und dieser Blick, das fühlte er mit einem warmen Glücksgefühle, dieser Blick gilt ihm. Bis zu dem Hotel war es nur eine kurze Strecke und nachdem Harald dem Kutscher den Befehl gegeben hatte, in der Nähe des Kirchleins zu warten, stieg er aus und winkte dem Deutschen, ihn zu folgen. Die Beiden schritten durch 'die Ho- - tel-Office, dessen Clerk ehrerbietig grüßte, durch den Speisesaal nach dem Schankzimmer,wo mehrere junge Leute herumlungernten und auf Jemand zu warten schienen, der .sie traktiren Würde. Hinter einer spanischen Wand hervor, welche einen Theil des Lokals abschloß, drang das Klappern vonSplelmarken und dann und wann ein kurzer halblauter Ausruf. Dort wurde gespielt. Die Landbewohner SüdLsuisiana's sind -leidenschaftliche Hazardspieler. Es ist dort nichts Außergewöhnliches, wenn ein Plantagenbesitzer den Ertrag seiner Ernte in kurzer Zeit beim Pockerspiele am grünen Tische verspielt. Die beiden jungen Leute setzten sich an einen Tisch in der Nähe eines offenen Fensters und Harald fragte: Wastrinken wir?" Ich weiß nicht", meinte Alfred, .sinn trinken ist es dock frraSI nock ein u - wenig früh!" Zum Trinken ist es nie. zu früh",' ntgegnete Ainsley und bestellte eine Flasche Wein. Wozu habt ihr Deutsche denn eigentlich den Frühschoppen?" fuhr er fort. Was wissen denn Sie vom Frühschoppen?" sprach Alfred, waren Sie vielleicht in Deutschland?" Soll ich denken", entgegnete Ainsley in deutscher Sprache," ich habe drei Jahre lang in Göttinge? und Heidelberg gebüffelt!" Wäre es möglich?" rief Alfred angenehm überrascht aus, das hätfc ich wahrhaftig nicht gedacht!" In diesem Moment wurde der Wein gebracht. Nachdem sie angestoßen und getrunken hatten, lehnte sich Ainsley auf seinen Stuhl zurück und blickte den Deutschen forschend an. Haben Sie schon einen Plan entworfen, was Sie jetzt anfangen wollen?" fragte er dann, soviel ich weiß, sind Sie vorläufig bei uns fertig!" Alfred fühlte, wie ihm das Blut in die Wangen schoß. Sollte der junge Advokat sein Herzensgeheimniß errathen haben? Um seine Verlegenheit zu verbergen, leerte er den Rest des Glafes und sprach dann: Allerdings bin ich für diese Saison fertig und wollte schon letzte Woche nach dem Norden abreisen, als ich Herrn De Vreaux traf, welcher mich ersuchte, die Ausstellung einer neuen Maschinerie auf seiner Plantage zu leiten." Dies war nun freilich nicht so. Erstens war es gar nicht seine Absicht gewesen, nach dem Norden zu reisen und dann wußte er nur vom Hörensagen, daß Herr De Breaux neue Maschinerien aufzustellen beabsichtige. Aber ihm fiel momentan nichts anderes ein, er konnte doch nicht die Wahrheit sagen, daß es ihm noch nicht möglich gewesen sei, sich von dem Orte zu trennen, wo er sein Herz unwiederbringlich verloren hatte. Ainsley lächelte und sprach: Dann werden Sie aber noch ein Weilchen warten müssen, denn so viel ich weiß, wird unser Nachbar erst in einigen Monaten mit den Arbeiten beginnen, jedenfalls nicht eher, bis der Friede geschlössen worden ist, und das kann, wie die Verhältnisse -jetzt liegen, noch ein ziemliches Weilchen dauern." Er hielt inne und schaute Alfred wieder forsch:nd an. Diesem wurde es dabei ganz unbehaglich zu Muthe und er fühlte wie ein auf einer Lüge ertappter Schuljunge. Sie haben mir einmal einen großen Dienst erwies;n," fuhr Ainsley ernst fort, und deshalb erachte ich es für meine Pflicht, Ihnen einen guten Rath zu geben, und der lautet, unterziehen Sie sich einem Klimawechsel!" Einem Klimawechsel?- fragte Alfred erstaunt. Nun ja verstehen Sie mich denn nicht?" Alfred erblaßte. Er hatte ihn verstanden, der junge Advokat wußte um sein Herzensgeheimniß. Er wollte er-, regt aufspringen, aber Ainsley legte ihm beschwichtigend die Hand auf den Arm und sprach: Ruhig ich dachte, Ihr Deutschen wäret zu vernünftig, um gleich so hitzig Zu werden." In herzlichem Tone fuhr er dann fort: ' .Alter Junge, spielen wir doch kein Verstecken, ich weiß es ja auch, was eS heißt, wenn das Herz mit den Ver

stände durchbrennt, in den meistenFal- ' tigkeit aber durch das. tiefe Roth der len merkt man es selbst kaum, aber An- Wangen und den intensiven . Glanz der dere sehen es desto besser, daß man lich- Augen Lügen gestraft wurde, fchritt sie terloh brennt. Ich begreife ja auch weiter. ganz gut, daß es so kam. aber wenn ! Alfred verbeugte. sich tief und stamSie meinen Vater und meinen Bruder , rnelte: Ich bitte tausendmal um Enthalbwegs so gut kennten, wie ich sie. schuldigung, gnädiges Fräulein, 'dies kenne, würden Sie begreifen, daß ich ist schon das zweite Mal, daß ich unIhnen den besten Rath gebe, wenn ich , berufen hier eindringe 5 fage. fliehen Sie. damit die Herzens-j Das sind doch nur Sie selbst, der wunde nicht zu tief wird!" Sie für einn Eindringling hält," Alfred hatte sein Haupt tief auf die ; sprach Alice lächelnd.

Brust gesenkt. Es war ihm, als sei er mit rauher Hand aus einem schonen Traume geweckt worden. Ein zorni ges Weh durchzitterte sein Herz und er hätte ausrufen mögen: Nein, ich will nicht fort aus der Nähe des herrlichen Mädchens, das ich mit jeder Faser mei-

nes Herzens liebe, ich bin ja zufrieden, doch wieder Platz!" Mit diesen Wor- . tr. . ... w r.r .' v. t. r.M n H. .. ossc.v. rr.i.

wenn ich sie nur zuweilen sehen, mich an lhrer Schönheit berauschen darf. Aber seine Vernunft sagte ihm, daß dies thöricht sein würde und da er weder heucheln noch seine Liebe verleugnen mochte, verharrte er in Schweigen. Nach einer Minute peinlicher Stille sprach Ainsley: Herr Linden, ich hätte eine 58ütc an Sie!" Alfred blickte befremdet und fragend auf. ' Haben Sie nicht das rothe Plakat an der Office des Advokaten Pierre Broussard gesehen?" fuhr Ainsley fort. Derselbe wirbt eine Compagnie Freiwilliger an und hat bereits sein Patent als Kapitän in der Tasche und das meinige als Lieutenant ist unterWegs. Uns fehlt zur Vervollständigung unserer Mannschaften noch ein Rekrut Wollen Sie dieser eine sein? Ich bitte Sie darum, dann wüßte ich,' daß ich eine treue Seele zur Seite hätte freilich, Sie sind ein Deutscher und unsere Interessen sind nicht Ihre Interessen " Genug ich bin dabei," rief Alfred eifrig, das ist der beste Ausweg und das wird ein Klimawechsel sein. Wenn ich auch ein Deutscher bin. so sind doch die Interessen meines Adoptivvaterlandes auch meine Jnteressen und ich bin bereit, wenn es sein muß, mein Blut für dasselbe hinzugeben!" So ist's recht!" rief Ainsley erfreut und ergriff die Hand des Deutschen, die er herzlich drückte, jetzt können wir schon in zwei Tagen abmarschiren!" 21. ES war am folgenden Tage. Alice Ainsley stand mit hochklopfendem Herzen in dem dämmerigen Hausgange und wagte es nicht, die Thüre zum Wohnzimmer zu öffnen. Denn darinnen gab es eine heftige Auseinandersetzung zwischen ihrem Vater und Harald. Deutlich hörte sie die grollende Stimme des Vaters, welcher sprach: So, also das ist Dir gleichgültig, was aus Dir wird, aber mir noch lange nicht! Dumme Streiche hast Du wahrhaftig schon genug gemacht, aber allem setzest Du jetzt die. Krone auf, indem Du da blindlings in's Verderben rennst. Zwar befürchte ich nicht, daß Dir die dreckigen Spanier etwas anhaben werden, aber das Klima! Du mit Deiner schwächlichen Constitution zum Teufel willst Du denn absolut ein Hospitals - Candidat werden?" Reg Dich doch nicht auf, Papa," er--klang Harald's Stimme ruhig, ich ; bm ja ohnehin das schwarze Schaf m der Familie und kann überhaupt nicht begreifen, daß Du auf einmal fo besnrrtT itrn mcf fitft iTfin nu l"3 I. St ßMV t,MMsmde in den Krieg' und jede'r hofft, mit heiler Haut zurück zu kommen, warum soll ich's dann nicht auch riskiren? Und wenn mir etwasMenschliches passiren sollte, was wäre daran gelegen?" 5ii nickt so friön Sunntl grollte die Stimme des Alten. r i 7 - i i v "ö" .Frivol? ich wußte Nicht, ich Se. trachte die Sache nur von einer ande-! ren Seite. Uebriaens steht mein. Entschluß unerschütterlich fest, ich bin dieser Nichtsthuerei überdrüssig, ich kommt mir vor, wie eine Drohne, ich will und muß iroend etwas thun, etwas leisten, und darum ziehe ich in den . Krieg. Morgen früh geht's schon los.! Apropos, da fällt mir ein. eine Beruhigung kann ich Dir geben, ich habe ei-, nen Mann bei mir, der mir treu erge- ' . len ist, tinen Freund, der mir in allen Eefahttn zur Se, e stehen wird.' .Und wer ist dieser Mann?" Alfred Linden, unser Ingenieur! rückt? Dieser Deutsche schien mir doch sonst ein ganz vernünftiger Mensch zu Mn." .aök an ver aucy noch so verWeiter lauschte Alice nicht.' Bei Er

wähnung des Deutschen zuckte sie leicht küßte ihr duftendes Haar, ihre reine zusammen. Mit hastigen Schritten Stirn und ihre schwellenden RosenliptWit s?e binaus in'8 Tirtxt. ven. .Mein Lieb, mein Enael. mein

- i - - ... ii -" Die Sonne neiate sich dem Untergange und übergoß die Landschaft mit zauberhaftem Schimmer. Das von den Lebenseichen im Park niederhängende Moos schien einen , goldigen Schein auszuströmen. Aus, dem schimmernden Grün der Magnolienbäunle leuchftfY.'rit.. u.:. r... , ttttu uic jiuiicu iuic - yiuijc uyutc weiße Sterne und ihr sllßsr Dust schwängerte die laue. Mailust. Wie in einem Traume k?snaen

schritt das junge Mädchen weiter, ei-l - Durch die Abendstille drang daS nem bestimmten Ziele au.. und diesZiel Geräusch einer ins Schloß fallenden war die Ruhebank unter den mächtigen Thür, dann Tritte aus der' Veranda. Laubkronen der LebenSeichen beim ' Da kommt mein Bruder!" flüsterte Spielplatze. Alice erschrocken und trat emen Schritt Plötzlich blieb sie wie angewurzelt zurück. Hastig nestelte sie ein Medailstehen und alles Blut wich aus ihren lon los, welches sie an einer goldenen ' . . . - . ' rn.ii . c L . i . .

rangen, um dieselben dann- um so i ' ' dunkler zu färben. Auf der Bank faß Alfred Linden. Auch er hatte . das Wesen, welches 1 sein ganzes Denken und Empfinden i rvi i i J. L m ausfüllte, bemerkt und erhob sich hef ttg. 3 Alice gewann bei der sichtlichen Verlegenheit des jungen Manneö ihre volle Fassung wieder. Langsam und gemes. sen, mit einem kühlen Lächeln auf den Lippen, welche anscheinende SleiHgil-

Der zungeMann verneigte sich dank

bar und er fühlte auch, daß er etwas sagen müsse, aber die Kehle war ihm wie zugeschnürt. ' Bitte, Herr Linden, Sie werden sich hoffentlich durch meine Anwesenheit nicht vertreiben lassen, nehmen Sie ten setzte sie sich und Alfred folgte ify rem Beispiele. Wie ich gehört habe," fuhr sie mit dem gleichgiltigsten Tone von der DZelt fort, sind Sie unter die Patrioten gegangen und wollen in den Krieg ziehen?" Sie wissen? " ' Ich hörte es von meinem Bruder das heißt, horte es, als er meinem Vater Mittheilung davon machte. Ist es denn wahr, wollen Sie wirklich in diesen schrecklichen Krieg ziehen?" - Warum nennen Sie es einen schrecklichen Krieg. Fräulein Ainsley?" fragte Alfred rasch und blickte voll in die schönen Augensterne. Alice fühlte, wie .sie erröthete und ihre Brauen zogen sich leicht zusammen. Sie ärgerte sich über sich selbst und sprach in möglichst gleichgiltigem Tone: Ist denn nicht jeder Krieg schrecklich? Und besonders dieser,' die heimtückischen Spanier, das gefährliche Klima ach, ich-fühle schon jetzt, daß ich keine ruhige Stunde haben werde, sobald Harald fort ist. Was habe ich nicht versucht, ihn zu bewegen, von seinem Vorhaben abzustehen, aber er hat mich nur ausgelacht, er betrachtet das Soldatenleben als eine willkommene Abwechslung und den Krieg als interessanten Sport; er ist so leichtsinnig, und gerade deshalb fürchte ich,, es könne ihm etwas passiren. Eine Beruh!gung freilich gewährt mir derGedanke, daß Sie in feiner Nähe sind, und dürfte ich es wagen, Herr Linden, dürfte ich Sie bitten, ein Auge auf ihn zu halten ihm ein Freund zu sein?" In der Brust des jungen Mannes wallte es heiß auf. Ein fast stechender Schmerz durchzuckte ihn bei dem Gedanken, daß nur ihrem Bruder ihre Besorgniß galt, zugleich aber auch ein Gefühl des Stolzes, daß das geliebte Mädchen ihn mit ihrem Vertrauen beehrte. Rasch streckte er ihr seine Hand hin und sprach: Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Fräulein Ainsley, ich werde über Ihren Bruder wachen, wie über meinen besten Freund!" Stumm legte sie ihre Rechte in die seine. Bei der Berührung ihrer zarten kleinen Hand durchzuckte es ihn wie ein elektrischer. Strom. Er hielt die Hand fest und fragte mit bebender Stimme: Fräulein Ainsley, darf ich es wagen zu hoffen, daß Sie zuwei len an mich denken werden?" Er erhielt keine Antwort, aber er spürte, wie ihre Hand leise in der seinen zitterte. Und von der Macht des ihn beherrschenden Gefühles überwältigt, kniete er plötzlich vor ihr nieder und bedeckte ihre Hand mit glühenden Küssen. . Auf einmal, wie sich seiner Kühn--heit bewußt werdend, stammelte er: Verzechen Sie mir. Fraulem mn - 1 C - A - . .konnte rnch anders 1 1 " 1 . 1 U,W.U8T ltch. o, sagen Sie mir nur em Wort. daß Sie mir nicht zürnen . , Er war so Um daß er innehaten mußte und ängstlich fragend blickte er au ibr auf. - Das liebliche Antlitz war ganz blaß v . - Morden und in den herrlichen Augen schlmmerte es feucht .IchzumeJH. 1 m)i, yauce iic.Bcn ypi, bltte ich werde ! Sie me vergessen. und ich hoffe daß Sie wohlbehalten j"f meinem Bruder von Cuba zurückhn werden! . Mred erhob sich und blickte ihr tf m die Augen, als wolle er bis auf fe Grund ihrer Seele lesen Und da h"n seine Gestalt zu wachsen und itM Sli Um t AVAhiv ttn 1 i t CT ! a ""7 '"L .. ,,.... .. .. uua; iuiciic ci uimy, iujiv. Wie von einer' unwiderstehlichen Macht getrieben, erhob sich das junge rm "C ' . . r.I Mädchen, legte, ihre Hände über seme Schulter und barg ihr erglühendes l Antlitz an seiner Brust. IS? oeuate sich au tnr mever uno " Alles!" flüsterte er leidenschaftlich, ist es denn wahr Du liebst auch mich, auch Du fühlst, daß wir für einander geschaffen sind? O, nenne mich einmal beim Namen, wie mich einst die Mutter nannte damit ich weiß, daß dies Alles nicht nur ein seliger Traum ist?" Alfred!- flüsterte sie . unendlich zärtlich und blickte mit thränenfeuch- - ten Auaen zu ihm auf. eile um oen vai rrug uno niegic es C ? rni &. . " jt dem jungen Mann, der wie verzückt dastand und die ganze übrige Welt vergessen hatte. Nimm das als Andenken, Alfred, es ist ein Geschenk mei rm..n. c r . i 1 1 . .so .1 ner Mutter und ich betrachte es. als einen Talisman; die eine Hälfte enthält ihr. und die andere mein Bild." Der junge Mann preßte din Schmuckgegenstand an seine Lippen. Ich danke Dir, mem Lieb aber habe ich Dich regt verstanden Sein

Bruder kommt und. jetzt soll ich Dich verlassen, nachdem ich kaum das Glück gekostet habe, das ich kaum im Traume zu erhoffen wagte? Ach mein Lieb wie grausam ist doch das Schicksal" Geh Alfred, ich fürchte, daß man uns überrascht!" flehte sie ängstlich. Werde ich Dich dann nicht noch einmal wiedersehen, ehe wir foriziehen?" Vielleicht und wenn nicht, so sei Gott mit Dir, Alfred, ich fühle es. eine innere Stimme sagt es mir. daß Du glücklich heimkehren wirst, daß wir uns wiedersehen werden!" Gott gebe es, mein Darling!" Er zog sie noch einmal an seine Vrust. und küßte sie innig. In der Ferne erklang das Geräusch von Tritten. Lebe wohl!" murmelte er dumpf, und eilte davon. Alice schritt nach der Richtung des Hauses, anfangs rasch, dann langsam, als kehre sie von einem Spaziergang heim. Dabei wischte sie sich mit ihrem Taschentuch über Stirn und Wangen. Sie war noch nicht weit gegangen, als sie ihres jüngeren Bruders ansichtig wurde. Halloh Alices rief er ihr entgegen, da bist Du ja, hatte es mir schon gedacht, daß ich .Dich, hier finden würde." Wenn der junge Mann nicht' selbst etwas aufgeregt gewesen wäre, so würden ihm die gerötheten Wangen seiner Schwester und der ungewöhnliche Glanz ihrer Augen jedenfalls aufgefallen sein. .. So aber achtete er nicht darauf, bot ihr galant seinen Arm und führte sie nach der Bank zurück. Nicht wahr Schwesterchen, wir können noch mal ein wenig plaudern, vorläufig ist es das letzte Mal ich sage vorläufig! Diese Exkursion nach Cuba wird zweifellos eine lustigeAffäre werden, ich freue mich schon riesig darauf, das Leben hier ist doch eklig langweiligl" Harald", rief sie vorwurfsvoll, wie kannst Du nur so reden! Wenn Du fortziehst nach einem fremden Lande in den Krieg wie leicht kann Dir da etwas passiren! Harald thue es mir zu Liebe, bleib hier!" Sie ergriff seine Hand und blickte ihn bittend an. Erstaunt schaute er in ihr erregtes Antlitz und sprach: Aber Alice jetzt sprichst Du so? Und gestern warst Du so ziemlich mit meinem Vorhaben einverstanden. Du aabst mir Deinen Segen und jetzt sprichst Du vom hierbleiben?" Zum erstenmale schaute er sie forschend an. Sie blickte angelegentlich auf das zarte Gewebe ihres Taschentuches, welches sie in der Hand hielt und sprach leise: Ach Harald, ich habe darüber nachgedacht, es könnte Dir doch etwas passiren. Du bist da so vielen Gefahren ausgesetzt, mehreren wie wir ahnen bleib hier, Harald!" Er warf mit einer unwilligen Geberde die. halb aufgerauchte Eigarette -fort und sprach: So kann der Mensch sich irren! Von "Dir hätte ich mehr Verständniß erwartet, Du weißt doch, wie ich mich fortsehne aus dieser Unthätigkeit, daß ich es hier nicht länger aushalten kann! Ich habe das Gefühl, al ob etwas Großes, Neues, meinetwegen Verhängnißbolles in mein Leben treten wird dort unter der tropischen Sonne. Vielleicht bilde ich mir das nur ein. aber beruht denn nicht sogar unser sogenanntes Glück größtentheils auf Einbildung? Wahrhaft tig, da fange ich ja beinahe an zu philosophiren, ich angehender Ktieger und zukünftigem Held. Das erste Scharmützel habe ich schon siegreich bestand , nämlich mit Papa, der wollte na, Schwamm darüber!" Harald, sprich doch nicht so leichtsinnig, es thut mir weh ach lebte doch unsere Mama noch, dann würdest Du sicher nicht fortgehen." Hast Du es denn darauf abgesehen, Alice, mir das Scheiden so schwer wie möglich zu machen? Soviel solltest Du mich doch kennen, um zu wissen, daß ich mich von einem einmal gefaßten Entschluß nicht abbringen lasse. AproPos NZeißt Du , auch, daß Alfred Linden, unser Ingenieur, sich ebenfalls bei unserer Compagnie hat anwerben lassen?" Ainsley blickte seine' Schwester bei dem letzten Satze forschend von der Seite an, doch sie war auf, ihrer Hut und entgegnete in gleichgültigem Tone: So? Das hätte ich doch' nicht gedacht, daß er, als ein Deutscher, sich für ein fremdes Land in Gefahr -begeben würde." Na. na, Herrn Linden ist Amerika, ich meine das Gebiet der Ver. Staaten, kein fremdes Land, er ist sogar 'ein Bürger dieses Landes, aus freiem Willen, also eigentlich ein besserer Amerikaner wie ich, denn mein Verdienst ist es doch nicht, daß ich, hier geboren bin. Also alle Achtung', übrigens dieser Linden ist ein .ganz netter Mensch, fin-

dest Du das nicht auch Alice?" Soviel ich von ihm gesehen habe, scheint er ein Gentleman zu sein!" ' Harald schaute seine Schwester etwas argwöhnisch an.Als er aber keine Spur einer innern Erregung in ihren Zügen entdeckte, athmete er erleichtert auf. ' Vom Hause her drang der Ton einer Glocke. ... Was das Supper schon fertig?" rief Harald erstaunt".' dann komm Schwesterchen, .wir. essen das letzte Abendmahl zusammen, wenigstens für eine Weile!Er erhob sich und reichte seiner Schwester den Llrm. Sie nahm ihn aber, nicht gleich, sondern, legte ihre Hände auf seine Schulter, schaute ihm bittend in die Augen und sprach: Harald, versprich mir, eins, begieb Dich nicht leichtsinnig in Gefahr, ich weiß nicht ich habe so eine bange Ahnung, als ob Du fortgingest, um nie wieder heimzukehren." , Zwei große Thränen, traten in ihre Augen' und rollten über ihre Wangen.

Aber mein Liebling", sprach er erschrocken und küßte sie auf die Stirn, mache Dir doch nicht selbst Gedanken! Ich verspreche Dir feierlich, die Mutter der Weisheit nie außer Acht zu lassen. Beruhige Dich Kind, Unkraut vergeht nicht. Und nun komm!" Schweigend schritten die Geschwister dem Hause zu, dessen Fenster im letzten Strahle der Abendsonne .leuchteten. .

22. Myriaden Sterne flimmerten am dunkelblauen Tropenhimmel. Wie schwarze Gewölle tauchten die Hügel an der Küste der Provinz Santiago de Cuba aus der endlosen Wasserküste. Einige von diesen Wolken, um bei deren Bilde zu bleiben, waren mjt einem röthlichen Schimmer umsäumt. Derselbe rührte von den Lagerfeuern der amerikanischen Soldaten her, die in den Niederungen bivouakirten, etwa fünf Meilen von der Stadt Santiago de Cuba entfernt. Im Lager der Truppen, welches sich hufeisenförmig um einen- mit Palmen bewaldeten Hügel zog, herrschte ein buntes Leben und Treiben. ' Die Soldaten waren mit der Zubereitung des frugalen Nachtmahles beschäftigt. Auf dem ersten Blick schien es, als ob sich die Krieger, bunt zusammengewürfelt aus aller Herren Länder, ' in großer Aufregung befänden und ziellos umherliefen. Dem war aber nicht so. Einige waren mit dem Herbeischleppen von Brennmaterial beschäftigt, andere holten Wasser zum Kaffee aus einer in der Nähe befindlichen Quelle und die übrigen, welche nicht auf diese Weise beschäftigt waren, wurden durch die zahlreichen MosquitoS ' und sonstiges Ungeziefer, welches der Schein des Feuers herbeilockte, , daran verhindert, sich einer stillen Beschaulichkeit hinzugeben. Daß der Feuerschein vielleicht auch die Spanier herbeilocken könnte, befürchtete keiner, denn jeder war überzeugt, daß dieselben eine solcheCourage nicht haben würden. Doch wurden die nöthigen Vorsichtsmaßregeln nicht außer Acht gelassen. .Das Lager war von einer starken Vorpostenkette umgeden, die Waffen waren bei-der Hand und jeder bereit, sich beim ersten . Signal dem Feind entgegen zu werfen. In einem größeren Zelt, welches durch eine brennende Kerze, die auf ein Bambusrohr befestigt war, welches im Boden stack, dürftig erhellt wurde, lagerten vier Mann auf dem Boden um einen als Tisch dienenden . Feldstuhl. Es waren Capitän Broussard und die Lieutenants Ainsley, Williams und Johnson. Sie spielten Poker. Na Ainsley, Sie haben aber ein riesiges Schwein heute Abend," bemerkte Williams, als ersterer vier Damen herumdrehte und den Haufen blauer und rotherSpielmarken.der eine ansehnliche Summe repräsentirte, einsteckte. Demnach scheint das Sprichwort: Glück im Spiel, Unglück in der Liebe", nicht richtig zu, sein, veniastenZ nicht in. diesem Falle", meinte Äroussard lächelnd. . Ach was", entgegnete Ainsley, ein Soldat muß nach jeder Richtung hin Glück haben. Uebrigens meine Herren, mache ich den Vorschlag, , daß wir aufhören, ich mag Ihnen nicht Ihre sämmtlichen Reichthümer abgcwinnen!" Wie gütig!" spötttelte , Johnson, das ist ja eine alte' Geschichte, wenn man denkt, daß f das Blättchen sich wenden könne und" man die Taschen voll hat, bekommt man kalte Fuße! Bitte meine Herren", entgegnete Ainsley etwas pikirt, .an dem Gewinn ist mir durchaus nichts gelegen, . ich spiele nicht, .um Geld zu verdienen.sondern um die Zeit todtzuschlagcn. Um Ihnen dies zu beweisen, erbiete ich ' mich. 100 Dollars, soviel habe ich ungefähr gewonnen, in Champagner für uns vier anzulegen." Junge, Du träumst wohl, Dich im St. Charles Hotel in New Orleans zu . befinden?" lachte Broussard. . Das ist durchaus keinTraum," ent gegnete Ainsley, da kennt Ihr den Unternehmungsgeist der Jankee's doch schlecht, wenn Ihr glaubt, daß selbst im Kriege für Geld nicht Alles zu haben sei. Habt Ihr das denn nicht gewußt? Freilich zu oft Unn man sich derartige Genüsse nicht erlauben, eine Flasche Chdmpagner kostet $25." , ; Donnerwetter!" rief Williams, ' freilich, daß unser Kantinen-Onkel ' einen ausgezeichneten Whiskey hat, daß weiß ich. aber Champagner. nein Jungens, das glaube ich nicht eher.' bis ich den Stoff sehe und ' koste ! Da sollen Sie nicht lange warten", ' sprach Ainsley, erhob sich, trat an den 'Eingang des Zeltes und rief seinen Burschen herbei. d?m er flüsternd einen ' Auftrag gab. . Da,.n setzte er sich , wie-j-der zu seinen Kameraden, zog sein Cigaretten-Etui hervor und reichte es ! herum. Machen Sie nur recht viel , Rauch, meine Herren!" . - "Y i Na,.die Mosquitos jjtob doch nicht ' so schlimm, wenigstens nicht schlimmer - o ' o : r: (X . wie oei uns rn ouizlallu , incuuc vu pitä'n Broussard. , Ich meine ja auch nicht wegen der Mosquitos". entgegnete Ainsley lachend, sondern wegen deZ Umstandes, daß gleich die Fütterung unserer Krieger beginnt!". Ich verstehe Sie nicht", meinte Williams kopfschüjtelnd. . Nicht? Aber Sie können doch rie- ' chen, oder finden Sie .vielleicht den Duft des eingekapselten Fleisches, womit Onkel Sam. seine Neffen regalirt, angenehm? , . Ah!" .rief. Jobnson lachend - auZ. Sie sind aber ein arger Spötter, Ainsley.. Freilich, wenn man's recht bedenkt, eine, Schande ist es, daß man den Leuten, die bereit sind, ihr Leben fürs Vaterland hinzugeben, zumuthei, einen solchen Schund zu essen!"

- Ich wollte blos, ich hätte das Geld, was bei dieser Geschichte gemachtwird", sprach Ainsley. Gemacht wird?" fragte Broussard erstaunt. ' Bei Vergebung dieser Fleischcontrakte. Ich wette eine feine HavanaCigarre gegen, einen weggeworfenen Cigarettensiummel, daß Onkel Sam für dies sogenannte Beef" in blechernen Kannen gehörig blechen muß, mit sich gewisse Patrioten gehörig was in die Finger reißen können." Was? 'Wäre es möglich, daß es Amerikaner giebt, welche diesen heiligen Krieg zu ihrem Vortheile ausnützen?" , Heiliger Krieg heiliger Humbug!" lachte Ainsley, oder sind Sie vielleicht aus reinem Patriotismus in diesen heiligen Krieg gezogen?" ,'Aber gewiß!" Na; dann sind Sie Einer unter Hundert und bestätigen als Ausnahme die Regel. Ich fürmeinen Theil wollte Abwechslung haben, etwas erleben, mich amllstren;. für mich ist der Krieg, was für andere vielleicht das Base-ball-oder Fußballspiel ist. Andere, ich rede von den Offizieren, machen die Geschichte aus politischen Gründen mit. wieder Andere 'zur Befriedigung des Ehrgeizes oder wegen der Einträglichseit der Stellung. Da haben wir zum Beispiel den Teddy Roosevelt von New Jork mit seinen wilden Reitern. Glauben Sie denn, der sei aus Patriotismus und Vaterlandsliebe .hier? Fällt ihm doch gar nicht ein, von dem ist das ein ganz schlauer politischer Schachzug. Der Ruhm, den er stch schön durch den Umstand erwirbt,' daß er sich fürs Vaterland ins Zeug wirft, ist ihm unbezahlbar. Paßt, nur auf. sobald der Krieg vorbei ist. läuft" er für ein politisches Aemtchen, oder vielmehr, setzt sick gemüthlich hin, hängt seine Lorbeerer. aus und wird gewählt. Und unfer Soldaten? - Da besteht der eine Theil aus Abenteuerlustigen, die im leichtsinnigen Jugenddrange, sich fremde Winde um die Nase wehen zu lassen, und irgend einem Leithammel solgend, in den Krieg zogen, und der andere Theil setzt sich aus Leuten zusammen, die Nichts zu verlieren haben,aus Arbeitslosen. Tramps und heruntergekommenen Existenzen!" . Donnerwetter, Sie sind aber der reine Cyniker!" rief Williams, aber eins werden Sie doch zugeben müssen: Daß der Anstoß zum Kriege ein edler war, da 'es gilt im Dienste , der Humanität die unterdrückten Cubaner zu befreien!" Leider muß ich sagen, daß auch das eine Illusion ist, wenigstens meiner Ansicht nach", fuhr Ainsley spöttisch fort. Der Krieg wurde herbeigeführt theils aus politischen, theils aus geschäftlichen Gründen. Der Untergang der Maine" hatte damit nichts zu thun, das war nur ein zufälliges Mittel zum Zweck, dieser Krieg wäre ge-

kommen, auch wenn das Mchlachtschiff Nicht m mt Luft gesprengt worden wäre. Die Partei, welche gegenwärtig am Ruder ist, wollte ein Stückchen Weltgeschichte, und ihre Führer und deren Freunde wollten Geld verdienen, das ist das ganze Geheimniß. Humanitätskrieg j Cuba libre schöne Phrasen sind's. weiter nichts. .Es ist ja noch gar nicht einmal erwiesen, daß die Cubaner reif sind für die Freiheit. Ich traue diesem braunen.hinterlistigen Gesinde! nicht viel zu, . oder vielmehr alles, und es sollte mich gar nicht wün dern. wenn die Zeit käme, wo sie ot Waffen gegen die Amerikaner, ihre Befreier, erheben. Hallo, da ist ja uwser Wallstreet schon!" Dieser Ausruf galt dem eben hereintretenden Marketender, Cantinenmeiste? oder fliegenden Händler in flüssigen Stoffen", welcher eigentlich Longstreet hieß, aber wegen seiner Ingeniösität beim Herauslocken und Ansichbringen des Geldes aus anderer Leute Taschen m Lager als Mi ster Wallstreet" bekannt war. Er stellte den Eimer, den er trug, aus den Boden, nahm die Serviette von demselben und deutete lächelnd auf die vier stlberhalsigen Flaschen, zwischen welchen einige Stuckchen Eis lagen. . - Bist doch ein Teuselsjunge. Harald", rief Capitän Broussard und rieb sich vergnügt die Hände. Ainsley reichte dem Manne eine Rolle Papiergeld, welcher dieser mit ei ner Verbeugung einsteckte. Mit dem Eis haben Sie sich aber wabrbaftla nicht web gethan. Wall street", sprach Ainsley, Sie sind doch wirklich em großartiger Patriot! ' . Entschuldigen Sie, Herr Lieutenant", entgegnete dieser, das Eis ist hier ein sehr kostbarer Artikel, wäre das nicht der Fall, so könnte ich Ihnen den Champagner um zehn Dollar billlger liefern! ' Hört die Bekenntnisse einer edeln Seele!" rief Ainsley lachend, aber das sage ich Ihnen, Wallstreet, wenn wir gute Freunde bleiben sollen, was für Sie jedenfalls bedeutend profitabler ist, wie für mich, so müssen Sie das nächste Mal riskiren. fünf Dollars, mehr an Eis zu verlieren. Was ich noch sagen wollte, in fünf Tagen ist der glorreiche Vierte Juli, haben Sie noch Stoff und Eis genug, uns dann in die richtige patriotisch-begeisterte Stimmung zu .versetzen?" ' Herr Lieutenant werden mit mir zufrieden sein," entgegnete Wallstreet. Der Champagner wurde aus ge wohnlichen Wassergläsern getrunken, mundete den braven Kriegern , aber nichtsdestoweniger ausgezeichnet. ' Wie lange werden wir noch wohl in diesem Loche bivouakiren?" fragte Williams nach einer Weile. ' (Fortsetzung folgt.) Wir sprechen immer mehr ton dem, den wir hassen, als von dem, den xslx lieben.

Für die Küche. Schinken in Milch. Sehr schmackhaft ist ein geräucherter Schrn ken oder Scheiben davon in frischer . Milch gekocht. GebackeneAepfelim Schlaf, rock. .Man schält schöne, große Aepfel -und sticht das Kernhaus vorsichtig heraus. Eng aneinandergelegt, kocht man sie mit Zucker und etwas Weißwein ziemlich fertig. Nun füllt man die Höhlung mit guter Marmelade aus, schläat jeden Apfel in guten Mürbeteig

ein und bäckt sie alle in heißem Schmalz schon goldbraun. Mit Zucker und Zimmet bestreut, servirt man dieAepfel warm. ,m ' ' Eingebrannte ' trockene Bohnen. Die Bohnen werden ' mit reichlich geschnittener Zwiebel, zu 1 Pint Bohnen 3 bis 4 Zwiebeln, weich gekocht. In einer Casserole läßt man reichlich Fett heiß werden, gibt eine tüchtige Prise Paprika und 1 bis 2 Kochlöffel Mehl daran, verrührt die Bohnen wie die Linsen, sslzt-sie, läßt sie gut verkochen und' richtet sie mit in der Pfanne gebratenen Speckstreifen als Auflage an. ' . Wintergericht. Man kaufe la. am XnftP VT) t V sTT Vry jt tiu iuiv 4uuv ivciuc:? vi'ujvtim.', Kalb- und Rindfleisch. Fehlt eine dieser Fleischsorten, so tritt Schöpsenfleisch an die Stelle. Darauf wird ein . weißer Krautkopf in kleine Stücke gehobelt, gebrüht und das Brühwasser abgegossen. Auch schält man eine Anzahl mehlige Kartoffeln und wäscht dieselben in heißem Wasser ab. Nun nimmt man eine Puddingform mit fest schließendem Deckel und giebt, unten hinein eine Lage Butterstückchen und auf diese emen Theil des in Kartenblattform und duntt geschnittenen und gut geklopften Fleisches, das man von allen Seiten schwach salzt. Dann folgt eine Lage Kartoffelscheiben, dann wieder Weißkraut und so fort, bis die Form zur Hälfte voll ist, worauf man wieder eme Lage Butterstückchen dar- . auf tbut. Man fäbrt so fort, bis Butter den Schluß macht. ' Man schraubt sodann die Form zu und locht sie 2 S Stunden im Wasserbade, worauf man das sehr schmackhafte Gericht entweder in der geöffneten Form, mit einer Serviette zierlich umsteckt, zur Tafel bringt oder auf eine . tiefe Schüssel ausstürzt. Wer will, kann, bevor er die Form zum Kochen schließt, drei Eßlöffel voll saureSahne, Fleischbrühe oder auch nur Wasser auf den Inhalt thun, doch genügt meistens, schon das den Gemüsen - noch anhaftende Wasser zur Erzielung einer wohlschmeckenden bündigen . Sauce. Saure oder Essiggurken schmecken sehr fein zu diesem Gericht. Fa rc i rter Hecht. Man löse das Fleisch eines schon . gereinigten Hechtes von den Gräten und hacke es recht' fein;' treibe ein Stück Butter ab, schlage einige Eier hinein, gebe eine in Milch geweichte Semmel und feingeschnittene Chalotten zu; Salz und passendes Gewürz nach Belieben? zuletzt kommt das gehackte Fleisch dazu. Alles gut verrühren. Sollte es zu dünn sein, nimmt man noch Semmelbröselm Damit wird der Fisch gefüllt, dessen Haut zusammengenäht wird. Man legt ihn in ein ausgeschmiertes.Geschirr, mit Butter. Milchrahm, Eidotter 'und etwas Semmelbröseln, läßt ihn in der Röhre gelblich braten und trägt ihn mit einer Sardellensauce auf. K r a.u t k l ö ß e. Man schneidet die inneren zarten Blätter eines großen Krautkopses von den Nippen, übergießt die Blätter ' mit heißem Wasser, hackt sie fein, dämpft sie mit viel Butterund etwas Salz weich, läßt sie erkalten, mischt 1 Gill Sahne, 2 Eier.. 3 Dotter. Muskatblüthe, Salz. Weizenmehl hinzu, formt Klöße kocht sie in Salzwasser gar, begießt sie .mit brauner Butter und giebt dieselben zu Ente, Schinken Cotelettes oder Bratwurst. S p crrcfrrk e L Ein frisch geschlachtetes Ferkelchen nehme man aus, reinige eZ sauber, und deine es vorsichtig aus ohne dieHaut zu verletzen. Man bereite eine pikante Farce von Kalbund Schiveinefleisch, dann streiche man eine Schicht der Farce auf das. auseinandergelegte innen gesalzene Spanferkel. belege diese Farceschicht mit Streifen von Speck, gekochtem Schinken. Pökekzunge. Trüffelscheiben, und Scheiben von hartgekochten Eiern, streiche eine neue Farceschicht darüber, die man ebenso belegt, breite dann den Rest der Farce darauf, nähe das- Ferkel zusammen, reibe es von ' Außen mit Citronensast ein. umbinde eS mit Speckscheiben und schnüre eS in eine Serviette ein. Nun lege man e in eine große, längliche Kasserolle, thue die zerhackten Knochen nebst mehreren Kalbsfüßen, einigen Lorbeerblättern Wurzelwert.-'Zwiebeln, emenr Kräuterbündel, etwas Salz. Psesfer-und Gewürzkörnern hinzu, gieße eine Flasche Weißwein und soviel Bouillon darüber, daß das Thier davon bedeckt wird und dämpfe es ganz langsam darin weich. Wenn eZ in der Brühe erkaltet ist. nehme man es heraus, wische es sauber ab, überstreiche es mit der Fleischglace und richte es auf einer größeren Schüssel an. Die Brühe wird aufgekocht, durchgeseiht, entfettet und mit zur Bereitung von Aspic be nutzt, welches, in würfelförmige Stückchen geschnitten, rings um die SchüM garnirt wird. Häringäsalat. Zwei gtfße Aepfel, eine halbe große Zwiebel, sechs bis acht Walnüsse und zwei sauber gewaschene. gehäutete und entgrätete Häringe werden . fein , gewiegt. Die Häringsrsilch verrührt man Mit einem o; sMTrr Wnfim unh-eifcisl8 yUIVVit y l lk 1 uutkiii -7 - Essig. Alles wird gut mit einander vermengt und schmeckt zu Kartoffel, und c:bräuntem Fleifch vsrüiH. .